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Hebräer 6,3-6

Hebräer 6,3-6,625.09.2017
Serie•Teil 10 / 25Hebräerbrief
Kann man Gott so nah sein und ihn trotzdem bewusst loslassen? Hebräer 6 stellt die harte Frage nach dem Punkt ohne Rückkehr – und prüft, ob dein Glaube echt ist.

Einleitung und Rückblick auf die Woche

Zehnter Vortrag, Hebräer 6,3-6, Bibelwoche 2017. Die Bibelwoche nähert sich dem Ende.
Vielen Dank allen, die reingeschaut haben, allen, die am Telefon dabei waren, und ich sage mit einem leichten prophetischen Touch auch allen, die sich die CDs noch anhören werden oder auf irgendeiner Internetseite reinschnuppern werden.
Ich gebe zu: Hinter uns liegt schwere Kost. Ich habe das ganz, ganz, ganz am Anfang gesagt. Der Hebräerbrief ist kein Brief, den man einfach mal so runterhört und am Ende denkt: Klar, eigentlich alles einfach, ja, das war es. Das ist genau das Gegenteil.
Ich habe mir überlegt, was ich möchte, dass alle, die reingehört haben und irgendwie mit dabei waren, mitnehmen. Das sind so ein paar Punkte, die ich am Anfang noch einmal wiederholen möchte.
Der erste Punkt, der mir ganz, ganz, ganz arg wichtig ist, und wo ich denke, der Hebräerbrief gibt uns da einfach Material, Material, um Jesus auf eine ganz frische Weise anzubeten. Wir verfallen vielleicht manchmal in der Art, wie wir Dinge zu unserem Herrn sagen, in so einen Trott. Da kann so ein Hebräerbrief wie ein Urlaub sein, wo man plötzlich Dinge sieht und über Zusammenhänge nachdenkt, wofür im Alltagsleben nicht so die Zeit ist.
Das ist also der erste Punkt: ein neuer und geschärfter Blick auf die Erhabenheit Jesu. Ich hoffe, dass wir das mitgenommen haben.

Christus im Zentrum des Glaubens

Zweiter Punkt: Hebräerbrief – Jesus als unser hoher Priester.
Der Hebräerbrief hat dieses Thema wie kein anderer Brief im Neuen Testament. Und das Nachdenken über diesen besonderen Aspekt der Heilsgeschichte, dass wir einen hohen Priester im Himmel haben, der für uns vor dem Vater mit seinem Blut eingetreten ist und der heute noch vor dem Vater steht und für uns betet, ist ein ganz großartiger Startpunkt, um weitere grandiose Gedanken über unseren Herrn zu entwickeln.
Ich möchte einladen, diesen Aspekt jetzt nicht einfach nur vorbeiziehen zu lassen, so nach dem Motto: Aha, jetzt haben wir das mal gehört. Dafür sind noch nicht genug moderne Lieder darüber geschrieben worden, zum Beispiel. Da ist wirklich noch Potenzial, da ist noch Luft. Denn das ist ein Thema, das sich nicht mit so einem oberflächlichen Mal-drüber-hopsen erschließt. Aber wenn man da eintaucht, ist es so der Hammer.
Und von daher: Der erste Punkt ist die Erhabenheit Jesu, der zweite Punkt: Er ist unser hoher Priester vor der Rechten der Majestät, der uns dort vertritt und der uns Freimütigkeit gibt, wann immer wir wollen, zu Gott zu kommen. Einfach großartig.
Dann ein dritter Punkt: Unsere Verantwortung füreinander.
Wir haben betrachtet, dass die Situation der Hebräer eine besondere sein mag. Es gibt in ihrer Mitte Gemeindeglieder, die in der Gefahr stehen, sich vom christlichen Glauben wieder abzuwenden und zum Judentum zurückzukehren. Solche, die eventuell, so hieß es im Text, am Ziel vorbeigleiten, oder in denen ein böses Herz des Unglaubens ist, oder die, während alle anderen in die Ruhe Gottes eingehen, selbst nicht hineingehen.
So jemanden gibt es unter uns nicht, das ist mir schon klar. Oder ich glaube zumindest, dass niemand unter uns jetzt gerade in der Gefahr steht, Jude werden zu wollen. Aber vielleicht gibt es unter uns solche, die auch noch nicht ganz entschieden sind für Jesus und deren Glauben noch keine Wurzel hat, noch nicht so viel Wurzel hat, um, wenn Zeiten der Versuchung kommen, wirklich standzuhalten.
Und im Blick auf solche Geschwister, die vielleicht noch gar nicht von einem rettenden Glauben durchdrungen sind, haben wir, die wir gläubig sind, die wir den Herrn kennen, die wir ihn lieben, die wir für ihn leben, eine besondere Verantwortung. Wir dürfen sie nicht übersehen, sondern wir müssen ihnen helfen, ganze Sache mit Gott zu machen.
Das war ein dritter Punkt.

Das Fundament des Glaubens und die Frage nach Reife

Ein vierter Punkt gestern: das Einmaleins des Glaubens. Es gibt sechs Themen, die zur Grundlage des Christentums gehören, und ich möchte dazu ermutigen, Bibelverse auswendig zu lernen. Gestern gab es zu jedem Thema drei Bibelverse, und ich würde auch unglaublich gerne eine Challenge machen. Keine McDonald-Challenge, aber ich würde euch gerne anreizen, 18 Bibelverse zu lernen. Das ist nicht die Welt. Ich gebe euch ein Vierteljahr: 18 Verse, sechs Themen, zu jedem Thema die absolut grundlegenden Verse. Das sind die Dinge, bei denen ich denke: Die musst du irgendwann in deinem Leben mal verinnerlichen als Christ, damit du diese Grundlagenthemen auch wirklich jemandem erklären kannst.
18 Verse in einem Vierteljahr – was haltet ihr davon? Das ist schaffbar. Was soll ich als Einsatz bringen? Habt ihr eine Idee? Ja, eine zusätzliche Bibelwoche. Ich weiß nicht, ob das an der Stelle dann Segen oder Fluch ist. Eine Grillparty über den Dächern Berlins – wäre das was? Eine Grillparty bei mir zu Hause auf der Dachterrasse für alle, die es in einem Vierteljahr geschafft haben? Nein, nicht für alle, sondern für die, die es geschafft haben. Für alle wäre das billig, wenn jeder den Segen aller mit abgreift, ohne selbst etwas zu tun. Nein, ich belohne keine Schnorrer. Ich belohne Leute, die sich etwas trauen.
Also: In einem Vierteljahr. Was haben wir heute? Ende September. Was ist das? Ende Oktober? Wir kriegen das schnell hin: Oktober, November, Dezember. Okay, ich gebe euch bis Ende des Jahres für 18 Verse. Und ich schreibe mir das auf, damit ich, wenn ich die erste Predigt danach im Januar bei euch halte, nachfragen werde. Okay? 18 Verse. Ihr müsst nicht perfekt können, ihr müsst ja angefangen haben. Ihr müsst irgendwie dabei sein. 18 Stück.
Okay, das Einmaleins des Glaubens. Was waren die Themen? Buße, Glaube, die Taufe mit Wasser, der Heilige Geist und Leid, also diese verschiedenen Taufen, Handauflegung, Auferstehung und ewiges Gericht. Allerdings will der Autor des Hebräerbriefes nicht darüber schreiben, über dieses Einmaleins des Glaubens, sondern er will sich der vollen Reife zuwenden, mit einer kleinen Einschränkung.

Der ernste Abschnitt über Abfall und Gericht

Jetzt gehen wir in unseren Text hinein: Hebräer 6,3, und dies werden wir tun, wenn Gott es erlaubt. Wenn jemand die volle Reife erlangen und über das Einmaleins des Glaubens hinauswachsen will, braucht er Gottes Hilfe. Und wenn jemand so jemanden begleiten will, dann weiß er, dass auch er Gottes Hilfe braucht.
Es ist keine kleine Sache, Menschen, die wie hier die Empfänger des Hebräerbriefes träge geworden sind, zum Hören geistlich wiederzubeleben. Es kann nämlich sein, dass einige von ihnen schon tot sind. Und das ist unser abschließendes Thema in Hebräer Kapitel 6.
Da heißt es in den Versen 4 und 6: Ich ziehe mal einfach die beiden Verse zusammen. Da steht es: Denn es ist unmöglich, wieder zur Buße zu erneuern. Es gibt Menschen, die geistlich tot sind. Es gibt Menschen, die nicht mehr gerettet werden können. Und es sind solche, die äußerlich zur Gemeinde zählen, Gott in einem umfassenden Sinn erleben und sich dann ganz bewusst gegen Jesus entscheiden.
Das, was hier jetzt in diesen wenigen Versen beschrieben wird, ist wahrscheinlich die gröbste Sünde, die ein Mensch tun kann: Gott erleben, wissen, dass man Gott erlebt hat, und dann mutwillig und bewusst sich abwenden, weil man Angst vor den Konsequenzen einer Bekehrung hat. Das ist das Gröbste, was du im Leben machen kannst.
Da heißt es in den Versen, Kapitel 6, ab Vers 4 bis Vers 6a: Denn es ist unmöglich, diejenigen, und jetzt kommt eine Aufzählung, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern.
Was sind das für Menschen? Sie sind erleuchtet. Das heißt, sie sind erleuchtet worden. Gott hat ihnen den nötigen Durchblick geschenkt. Sie wissen, was es zu wissen gilt.
Zweitens: Sie haben die himmlische Gabe geschmeckt. Und das ist natürlich eine Sprache, die uns erinnert, wie schon vieles in den letzten Vorträgen, an das Volk in der Wüste: die himmlische Gabe, Manna, Wachteln, Wasser aus dem Felsen. Wenn wir das jetzt auf unsere Zeit übertragen, dann haben sie wie das Volk in der Wüste erlebt, dass Gott sie versorgt. Da kommt jemand in die Gemeinde, er faltet die Hände, er betet, und er merkt: Boah, Gott hört, Gott kümmert sich um mich.
Dritter Punkt: Sie sind des Heiligen Geistes teilhaftig geworden. Vorsicht: Es gibt beim Heiligen Geist das, was man die Innenwohnung nennt. Da, wo jeder Gläubige als ein Siegel seiner Errettung den Heiligen Geist bekommt und Gott verspricht, dass der Geist nicht mehr von ihm genommen wird. Das ist das Besondere des Neuen Bundes, das ist das Besondere von gläubigen Leuten. Deswegen diese Frage des Apostels Paulus: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?
Hier geht es um etwas anderes. Hier geht es darum, dass man nicht den Heiligen Geist hat; es steht im Original auch kein Artikel, sondern dass man Heiligen Geist erlebt hat, dass man Gaben des Heiligen Geistes, Wirkungen des Heiligen Geistes erlebt hat. Und dazu ist wichtig zu verstehen, dass der Heilige Geist an Menschen wirkt, lange bevor sie sich bekehren. Er überführt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Er kümmert sich darum, dass Menschen auf dem Weg Richtung Gott so in Gang gesetzt werden. Er überführt. Er leitet. Er leitet Menschen hin zu dem Punkt, wo sie sich bekehren, wo sie dann ganze Sache mit Gott machen.
Aber wenn ich das erlebt habe, wenn ich, der nächste Punkt, das gute Wort Gottes geschmeckt habe, dann hat das Schmecken damit zu tun, dass man in seinem Leben die Vertrauenswürdigkeit von Gottes Wort erlebt. Das heißt, man hat irgendein Problem. Kommen denn die Gemeinden, die sagen: Ich habe das Problem, und jemand sagt: Hey, in der Bibel steht das und das, mach das doch. Das ist einfach gut, wenn du das machst. Das ist die Wahrheit. Und man tut das, und man merkt: Die Zusagen Gottes, die stimmen. Und man merkt: Hey, ich lebe in einer Welt voller Lügen und voller Verführung, und hier ist Gottes Wahrheit.
Oh, sie haben das gute Wort Gottes geschmeckt, sie haben die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt. Sie haben Wunder erlebt, vielleicht so wie wir es in Hebräer 2,4 erlebt haben: Wunder, die mit der Verkündigung des Evangeliums einhergingen. Vielleicht hat jemand auch für sie gebetet und ist einfach gesund geworden. Das sind die Dinge, die über diese Leute gesagt werden. Also: Sie haben Wissen, sie haben geschmeckt, dass es Gott gibt und dass der Heilige Geist wirkt und dass das Wort Gottes wahr ist.
Sie hätten auf der Grundlage all dieser Erfahrungen und dieses Wissens eigentlich eine Entscheidung treffen können, eine Entscheidung für Gott. Sie hätten eigentlich eine Entscheidung für Gott treffen müssen, weil es so deutlich war. Da war nichts mehr daran herumzudeuteln. Aber, und das ist der Knackpunkt: Sie wollen nicht.

Die Bedeutung des bewussten Abfalls

Sie heißt es dann: fallen ab. Ja, ich muss zugeben, ich mag die Elberfelder Bibel. Ich mag diese Übersetzung, weil sie an vielen, vielen, vielen Stellen wirklich sehr, sehr schön und sehr genau ist. An dieser Stelle finde ich sie ätzend. Das muss es auch mal geben.
Abfallen als Begriff setzt voraus, ich habe etwas, ja, und dann lasse ich los und falle ab. Das ist hier eigentlich gar nicht der Punkt. Ich finde die Übersetzung zu einseitig oder fast schon ein Stückchen tendenziös, wenn ich ehrlich bin.
Abfallen? Nein. Das Verb, das hier steht, bedeutet eigentlich, dass man zunächst ganz allgemein eine grobe Sünde tut. Man könnte es auch übersetzen mit: dass man sich verlaufen oder verloren hat. In der Septuaginta, in dieser griechischen Übersetzung des Alten Testaments, wird genau dieses Wort verwendet, um Untreue gegen Gott zu beschreiben. Da ist ein ungläubiges Volk in einer Beziehung mit Gott, und immer dann, wenn es untreu wird, taucht dieses Wort auf. Oder sehr oft, wenn es untreu wird, taucht dieses Wort auf.
Hier steht ein Verb, und doch abgefallen sind. Wenn ich mir das Hauptwort anschaue – das Verb steht leider nur einmal hier im Neuen Testament –, dann taucht das in Römer 11 auf. Römer 11 ist die Stelle, wo vom Abfall Israels geschrieben ist. Sie wissen ganz genau: Der Abfall Israels ist eigentlich kein Abfall. Die hatten nie den richtigen Glauben an dieser Stelle.
Da kommt der Messias, und er zeigt ihnen, dass er der Messias ist, indem er all die Zeichen und Wunder tut, die man vom Messias erwartet hatte. Und dann fordert er sie auf zu glauben. Er fordert sie auf, Teil eines neuen Bundes zu werden. Und sie sehen all die Zeichen, die Wunder, die Predigten. Sie erleben den Heiligen Geist. Und was macht das Volk Israel dann? Nicht alle, aber der größte Teil.
Sie treten daneben. Sie fallen nicht einfach irgendwie ab, sondern da ist das Angebot. Und statt auf den Messias zuzugehen und ihn zu umarmen und zu sagen: Boah, endlich bist du da! Wir haben Jahrhunderte auf dich gewartet. Halleluja! steht vor ihnen Jesus, und sie sagen: Hey, weg mit dir! Und gehen an ihm vorbei.
Und darum geht es auch hier: Menschen, die im Angesicht der Realität Gottes, wissend, dass es Gott gibt, an ihm vorbeigehen und sagen: Ich will dich nicht. Und deswegen geht der Vers dann in Vers sechs auch weiter mit: Da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen.
Sie lehnen bewusst das Erlösungswerk Christi ab. Sie wollen diesen Messias genau so loswerden wie die schriftgelehrten Hohenpriester und Pharisäer vor ihnen. Und das ist in meinen Augen der Knackpunkt. Sie wollen Jesus loswerden. Sie sehen alles, aber sie wollen ihn nicht.
Sie sind nicht nur für einen Moment in ihrem Glauben wackelig geworden, sondern sie machen wirklich Schluss mit diesem Jesus. Sie haben sich nicht nur ein bisschen, und das kann passieren, ja, sie haben sich nicht nur ein bisschen mal von der Gemeinde entfernt, vielleicht für eine Weile nicht mehr gebetet oder wenig in der Bibel gelesen, sondern sie finden die Idee, dass Jesus der Messias ist, plötzlich grotesk, dumm, gefährlich, und sie distanzieren sich. Sieh dir da von diesem Jesus, mit dem wollen sie nichts mehr zu tun haben.
Versteht ihr, es gibt einen Riesenunterschied, ob ich so eine Erfahrung mache wie Petrus, der für den Moment überfordert ist mit einer Situation und seinen Herrn verleugnet und danach in ein tiefes depressives Loch fällt, weil er denkt: Boah, was habe ich eigentlich gemacht? Wenn das in deinem Leben passiert, dann beweist es nur, dass du im Grunde deines Herzens gläubig bist. Aber darum geht es hier nicht.
Hier geht es darum, dass Menschen im Angesicht der Wahrheit, dass bei diesen Menschen das, was in ihrem Herzen die ganze Zeit da war, nämlich so ein latenter, versteckter Unglaube, sich endgültig durchsetzt. Und dass sie in ihrer persönlichen Historie, in ihrer persönlichen Biografie mit Gott an einen Punkt kommen, wo sie sagen: Jetzt ziehe ich einen Schlussstrich. Ich will mit diesem Jesus nichts mehr zu tun haben.
Und es reicht ihnen dann auch nicht, dass sie den Sohn Gottes wieder kreuzigen, ihn loswerden, sondern sie machen ihn auch in den Augen anderer verächtlich, das mit dem Begriff ihn dem Spott aussetzen gemeint ist. Wohl hauptsächlich dadurch, dass sie schlecht über ihn reden, vielleicht auch, dass sie schlecht über die Erfahrungen reden, die sie mit der Gemeinde gemacht haben.

Die Grenze der Umkehr und die Ernsthaftigkeit der Entscheidung

Und der Punkt ist: Wer diesen Weg geht. Wer Teil einer Gemeinschaft wird, alles weiß, was man über Gott wissen kann, die Erfahrungen macht, die Gott für ihn hat, um ihn zu überzeugen, und der dann angesichts dieses ganzen Wissens und all dieser Erfahrungen bewusst sagt: Ich will mit Gott nichts zu tun haben, wer diesen Weg geht, kommt nie mehr zurück.
Alles wissen und sich bewusst abwenden, das ist im Alten Testament die Sünde mit erhobener Hand. Das ist im Neuen Testament die Sünde wider den Heiligen Geist. Und an anderer Stelle wird sie genannt: die Sünde zum Tod, zum geistlichen Tod.
Es gibt das, was man einen point of no return nennt, wenn man sich von Gott abwendet. Wer alles weiß, aber dann bewusst die Position von Christusmördern einnimmt, der ist verloren. Für den ist es, wie der Text sagt, unmöglich, dass er noch einmal zur Buße erneuert werden kann. Wisst ihr, das erste Mal war er schon nicht echt, ein zweites Mal bekommt er keine Chance.
Gott lässt sich nicht spotten. Gott ist nicht ein Hampelmann, mit dem wir einfach so nach Lust und Laune herumspielen können. Gott ist Gott, ewig, allmächtig, gefährlich. Und unser Leben ist kein Spiel. Wir müssen in unserem Leben eine Entscheidung treffen, und diese Entscheidung ist die wichtigste Entscheidung, die wir überhaupt treffen können.
Ich kann viele große Entscheidungen in meinem Leben falsch treffen. So traurig es ist, wenn du den falschen Beruf wählst. Also, rückblickend habe ich den falschen Beruf gelernt. Das ist irgendwie total dusselig. Im Nachgang denke ich mir: Wie konnte ich nur?
Aber hey, selbst wenn du den falschen Partner wählst und irgendwann denkst: Mann, ich habe eine Niete geheiratet. Selbst wenn du ein Haus baust und feststellst: Meine Baufirma hat auf der ganzen Linie gepfuscht, ich bin da ständig nur am Nacharbeiten. Das sind alles große Entscheidungen. Es ist dumm und doof, wenn das schiefgelaufen ist. Aber ein Haus mit Mängeln, der falsche Ehepartner oder der falsche Beruf, das hat für die Ewigkeit nicht viel Einfluss.
Wenn wir uns im Blick auf Jesus vertun, wenn wir als geistliche Schnorrer seine guten Gaben absahnen und die Gemeinschaft mit der Gemeinde genießen, aber in unserem Herzen nicht ganze Sache mit ihm machen wollen, dann sind wir tatsächlich die dümmsten und die elendsten Menschen, die es gibt.

Schlussappell und Feier des Abendmahls

Deswegen möchte ich zum Abschluss dieser Bibelwoche 2017 sagen: Wir werden dann nächstes Jahr mit Hebräer 6 weitermachen. Am Ende werde ich gleich an Karl Dietmar übergeben. Wir wollen das Ganze mit einem Abendmahl beenden.
Vor uns stehen Menschen, die ihr Leben verloren haben, und zwar endgültig. Niemand kann diese Menschen mehr retten. Für sie gibt es nur noch das Erwarten des Gerichts. Es ist unmöglich. Es ist so unmöglich, wie es für Gott unmöglich ist. Gott kann nicht lügen. Es ist unmöglich, dass Gott lügt, sagt der Hebräerbrief. Und genauso unmöglich, wie Gott lügen könnte, ist es, dass diese Menschen noch einmal gerettet werden können.
Und deshalb, weil es diese Menschen gibt, lassen Sie uns zwei Dinge tun: Das eine ist, dass wir nüchtern prüfen, wo wir stehen. Das ist nichts Ehrenrühriges. Da bricht uns kein Zacken aus der Krone, wenn wir uns ernstlich fragen, ob unser Glaube echt ist. Das ist eine gute Sache.
Und der zweite Punkt ist: Wenn wir sagen, ja, es ist echt, dann lasst uns mit aller Freude – ich meine das wirklich so, mit aller Freude, weil es nichts Besseres gibt – selbst wenn heute die ganz Falschen gewählt würden, also wir beten in eine andere Richtung, aber selbst wenn das so wäre, wir haben alle Freude, weil unsere Ewigkeit sicher ist. Wir gehören zu Jesus. Nichts kann uns mehr aus seiner Hand rauben. Dann lasst uns mit aller Freude und allem Freimut zum Thron der Gnade hintreten und dem danken, der uns so viel Mühe gemacht hat, uns zu retten.
Wisst ihr, wenn es solche gibt, die verloren gehen, und das Grausame ist, dass Jesus selber sagt, es werden viele sein, die auf dem Weg des Verderbens in den Untergang gehen, wenn es die gibt, die verloren gehen, dann gibt es auch die, die gerettet werden: uns, die wir glauben. Und deswegen lasst uns das immer, wenn wir den Blick zum Kreuz erheben, mit Brot und Kelch feiern, lasst uns das immer und immer und immer wieder feiern!
Amen!

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