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Wollt ihr auch wegggehen?

Johannes 6,64-6927.04.1975
Du musst nicht glauben. Aber wohin willst du dann? Zwischen Zweifel und Entscheidung bleibt nur eine Frage: Hält Jesu Wort wirklich – oder ist es am Ende doch nur ein Weg von vielen?

Einleitung und biblischer Ausgangspunkt

Unser Predigttext steht in Johannes 6. Wir können das ja aufschlagen, wenn ihr euch in der Bibel schon auskennt: Johannes 6, Vers 66 bis 69.
Es ist ein Einschnitt im Johannesevangelium nach einer ganz großen Rede, die Jesus gehalten hat. Viele Menschen drängten sich um Jesus herum. Und da sagt Jesus, da heißt es nun hier:
Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen?
Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist der Heilige Gottes.
Herr, gib uns auch in unserem Glauben Gewissheit. Amen.

Ein Missverständnis über Glauben und Zweifel

Liebe Brüder und Schwestern, es gibt nette Späße, die auch ein wenig manches Fromme verulken. Da gibt es so eine nette Geschichte von so einem, der eine Bibelstunde hält und dort in der Schöpfungsgeschichte liest, wie es heißt: Und Gott sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin schaffen. Und erschuf sie als Mann und als Frau. Und Eva war ... Und dann überschlägt er versehentlich drei Seiten und liest weiter: Und Eva war dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch und war außen und innen mit Pech beschmiert.
Von der Arche Noah, nicht? Und dann sagt er in der Auslegung: Also, dass die Eva dreihundert Ellen lang war und fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, da kann man nur staunen. Aber dass sie innen und außen mit Pech verschmiert war, das müssen wir einfach glauben.
Ich habe in dieser Woche einen Brief bekommen, keinen anonymen Brief, aber die Straße fehlt. Das war von auswärts, und ich hätte den gern persönlich beantwortet. Ich möchte Sie einfach bitten, dass Sie nämlich genau dieses Problem, das damit angeschnitten ist, doch in einem persönlichen Gespräch mit mir noch einmal nachforschen und nachfragen.
Dass einer ganz verbittert auf die letzte Predigt schreibt: Sie haben für mich auch nichts anderes übrig gehabt, als einfach zu sagen: Du musst glauben. Sie verlangen von mir eine Aktivität, die ich ja eben als zweifelnder Mensch gar nicht bringen kann. Wie können Sie nur so unbarmherzig sein?
Ich bin froh, dass ich heute dieses Missverständnis ganz klar zurechtrücken darf. Genau das Gegenteil ist richtig. Nie kann man einem zweifelnden Menschen sagen: Glaube, du musst eben glauben. Sie können einem Blinden nicht sagen: Sieh doch. Sie können einem Lahmen nicht sagen: Geh doch. Sie können einem Tauben nicht sagen: So hör doch. Er hört es ja eben nicht. Sie können einem Zweifelnden nicht sagen: Glaube doch.
Ich bin froh, dass Jesus anders mit zweifelnden Menschen umgeht, und wir wollen das aus unserem Text wieder herausnehmen. Ich muss unseren Konfirmanden eine Erklärung geben: Wir teilen das in drei Teile, nicht weil wir einfältig sind, sondern weil unsere Gedanken oft ein begrenztes Fassungsvermögen haben. Deshalb beschränken wir uns auf drei Gedanken und wollen nicht eine Vielfalt haben, sondern höchstens drei Sachen nehmen, so viel, wie wir nach Hause mittragen können.

Die Freiheit, sich zu entscheiden

Das Erste, was ich hier sehe: Wir können wählen. Wir können wählen. Das steht nie in der Bibel drin: Du musst glauben. Nie. Es wird nie einer von euch, liebe Konfirmanden, anpacken dürfen und sagen: Ihr müsst einfach.
Es war ja ein furchtbarer Augenblick, als damals nach einer großen Ansprache, wo mehrere tausend Menschen um Jesus herum sich drängten, plötzlich die hinten wegliefen. Der eine wird zum anderen rübergeschaut haben und gedacht haben: Komm, wir gehen lieber. Stellt euch das jetzt mal vor: In dieser Versammlung würden die hinten einfach so langsam, einer nach dem anderen, durch die Tür verschwinden. Ich würde zuerst so tun, als merke ich es nicht, damit die Störung nicht so groß würde. Aber schließlich würde ich sagen: Ja, wie soll es noch werden?
Und da waren zum Schluss, denk mal bei Jesus, das, was diese lieben Leute mir ersparen heute, dass Jesus durchmachen musste: dass am Ende noch zwölf Mann übrig bleiben von einer großen Versammlung, alle anderen liefen weg. Also ich hätte wahrscheinlich die jetzt angefleht und gesagt: Also, liebe Leute, jetzt seid doch so nett und bleibt noch da. Das sieht doch so dumm aus, wenn ihr jetzt auch noch weggeht. Also reißt euch zusammen. Und ich weiß, ihr habt andere Sachen, aber jetzt seid doch heute bloß bitte mir zuliebe und macht’s doch noch!
Ich würde Sie zusammenhalten wie ein Vereinsvorsitzender, wo gerade alles auseinanderbricht, seine letzte Ansprache hält und sagt: Also, wir müssen doch schließlich, und das ist die Sache, und die lohnt doch. Wie oft wird eigentlich bei Christen so gesprochen? Kennt ihr das nicht aus Kirchen und Gemeinden, dass man sagt: Du musst doch noch mitmachen. Wenn du jetzt auch noch wegbleibst, du kannst doch nicht fehlen, du musst doch kommen.
Nein, Jesus hat das nie gesagt, denn aus diesem Zwang entsteht immer nur ein gequältes, freudloses Christentum. Jesus sagt gar nichts, Mister, gar nichts, Mister: Wollt ihr nicht auch weggehen? Wählt doch, ihr dürft doch alle weggehen!
Es ist ein Zufall, dass es heute gerade dorthin fällt, wo die neuen Konfirmanden beginnen. Wollt ihr nicht auch weggehen? Setzt euch doch einmal um! Es gibt doch viele Möglichkeiten, für die man sich begeistern kann und für die man sich einsetzen kann. Meine Frau kam am Freitagabend aus Moskau zurück und war beeindruckt dort, wenn die jungen Pioniere am toten Lenin stehen, an seinem Sarg im Mausoleum, und dort ihr rotes Halstuch verliehen bekommen, wenn sie dort ihren Schwur ablegen.
Wir können doch andere Wege gehen! Wir können doch sagen: Ich pfeife auf dieses Christentum, was soll mir die Bibel, die mir da in die Hand gedrückt wird? Ich will doch selber bestimmen über mein Leben, ich will doch nach meinen Gedanken mein Leben gestalten. Und Jesus sagt: Ihr dürft gehen, ihr müsst gar nichts.
Vielleicht erleichtert das jetzt manches von Menschen, der im Zweifel sich befindet, und er sagt: Ich werde immer wieder gedrängt, und ich habe immer den Eindruck, ich muss glauben. Sie müssen gar nicht glauben. Sie dürfen gehen. Ich meine das ganz frei. Wenn Sie in Ihrem Leben zu der Überzeugung kommen, dass auf das Wort Gottes und auf Jesus Christus kein Verlass ist, dann brechen Sie doch mit dem Glauben. Sie dürfen das, niemand hindert Sie daran. Wählen Sie doch die Größen in dieser Welt, an die Sie glauben können.
Es war damals ein schwerer Abfall, und viele Jünger gingen von Jesus weg. Wir wollen uns nicht durch volle Kirchen täuschen lassen, denn das ist immer in der Nachfolge Jesu wie mit unseren Gärten im Frühjahr. Da wird es plötzlich grün, und es sprosst, und die Bäume hängen voll Laub, und dann hängen die Früchte dran, und dann kommt Herbst, und dann fallen Blätter.
Wir wollen doch einfach ganz nüchtern daran denken, dass keiner von uns davor gewappnet ist, dass er selber abfällt und den Weg ohne Jesus geht. Wir haben oben auf der Kirche diesen Hahn montieren lassen, damals beim Kirchenbau, in der Erinnerung daran, dass selbst starke, glaubende Menschen umkippen können. Ich darf Ihnen das so ausführlich hier sagen, damit das keiner mehr hier meint, sagen zu müssen.
Ich würde den Zweifler hier nicht ernst nehmen, der mit seinen Fragen nicht weiterkommt. Nein, wir alle sind doch vom Zweifel angeknabbert, und wir alle sind doch angefeindet und angefochten von diesen Fragen, die unseren Glauben immer wieder wankend machen. Damals liefen viele weg, und Jesus sagt: Bitte, keiner soll aus anderen Gründen dableiben als aus voller Überzeugung.
Es gibt nur ein Bindeglied in der Gemeinde Jesu, und das ist Glaube, echter Glaube, der mit Jesus Christus verbindet. Bitte, bitte, machen Sie es doch nicht um der Tradition willen. Machen Sie es doch bitte nicht um Menschen willen, dass Sie sagen: Der ist so nett oder der ist so lieb oder der dort predigt oder sonst jemand. Das hält doch nicht. Das muss doch zur Enttäuschung führen. Da müssen doch am Ende die Zweifel am Glauben stärker werden, weil das doch nicht tragen kann. Es lohnt doch nicht, dass man in eine Gemeinde kommt, weil sie so schöne Feste macht.
Jesus sagt darum doch nicht: Wählt doch in eurem Leben, wem ihr vertraut, wem ihr glaubt. Wollt ihr nicht weggehen? Wir dürfen weggehen, und es ist ein großer Fehler, wenn wir euch Konfirmanden, ich sage euch das, binden würden, wie wenn wir euch locken würden durch Zirkusnummern. Wenn wir euch Tag um Tag einen neuen Clou machen, bloß um euch mit einer fremden Sache zu binden. Es geht in eurem Leben darum, ob ihr Jesus glaubt oder ob ihr ihm nicht glaubt.
Wie oft hat sich das bitter gerächt, wenn man in Zeiten der großen Dürre in der Kirche und in der Gemeinde Jesu versucht hat, mit allerhand Attraktionen über die Runden zu kommen, wenn man in der Diakonie sagte: Es kommt ja nicht so darauf an, ob er wirklich glaubt, Hauptsache, ihr macht ein bisschen mit. Und am Ende entstanden nur gequälte und überarbeitete Mitarbeiter, die keine Freude und keine Kraft hatten und gar nicht wussten, was in diesem Dienst auf sie zukommt und die Folgen nicht tragen konnten?
Wir dürfen wählen. Wollt ihr nicht weggehen? Das war das Erste.

Die innere Unruhe als Zeichen von Gottes Nähe

Das Zweite: Die Unruhe bleibt.
Wenn ich jetzt in der Zwiesprache mit einem Zweifelnden weitermachen würde, ich kann es jetzt nur ein wenig vereinfacht tun in der Predigt, im persönlichen Gespräch können wir es dann besser tun, dann würde jeder Zweifelnde mir jetzt sagen: Du, ich will doch gar nicht weg von Jesus. Das ist ja eigentlich ein Widerspruch.
Auf der einen Seite zweifeln wir alle, und auf der anderen Seite wollen wir auch Jesus nicht loslassen. Also sitzen wir zwischen zwei Stühlen, das ist unsere Lage. Und dann wird auf einmal sichtbar: Der Zweifler ist ja gar keiner, der nichts glaubt, sondern der Zweifelnde will eigentlich mit Jesus, aber er kommt nicht richtig vorwärts.
Es steht in der Bibel eine ganz schwer zu verstehende Sache, und die wird meist in den Predigten unterschlagen: dass keiner von uns Glauben machen kann. Man kann nicht einmal an Jesus glauben mit guter Absicht und mit eigenem Vermögen. Wir werden das hier im Unterricht sogar auswendig lernen, dass ich nicht mit meinem ganzen Denken und mit meinem ganzen Verstehen, wenn ich es will, zu Gott vordringen kann.
Das heißt, viele Leute verleitet das dazu zu sagen: Dann kann ich ja gar nichts dafür, wenn ich nicht glaube. Aber das ist ein falscher Rückschluss, den sie ziehen. Sondern woher kommt eigentlich die Unruhe in ihrem Leben? Woher kommt denn das, dass sie nicht von Jesus lassen können, trotz ihrer Zweifel? Dass sie Zweifel haben, das sage ich, das hat jeder. Woher kommt denn das, dass sie einfach nicht loslassen können? Woher kommt denn das in ihrem Leben, dass sie von früher Kindheit an immer wieder dorthin gezogen sind? Warum können sie nicht einfach brechen wie so andere, die ganz fröhlich werden in ihrem Leben und sagen: Ich habe Gott vor zwanzig Jahren Abschied gegeben, und seitdem bekümmert mich das nicht mehr?
Sehen Sie, ist das nicht gerade die Spur Gottes in ihrem Leben, auch beim zweifelnden Menschen? Dass sie eben doch Gott sieht, dass sie nicht loskommen, und selbst wenn sie ihre Bibel heute noch verbrennen würden, würden sie immer wieder zurückkehren und würden sie immer wieder unruhig werden. Warum zweifeln sie denn auch an den anderen Dingen dieser Welt, an die Menschen glauben, an dem Guten im Menschen? Und dass die Welt eben ganz schön weiterläuft? Warum zweifeln Sie denn auch daran? Warum sind Sie denn ein Mensch überhaupt, der sich nicht selber als Gott betrachtet? Warum sind Sie überhaupt in Zweifel gekommen? Weil Gott in unserem Leben redet, weil Gott ganz klar in unserem Leben zu uns spricht. Und daher kommt ja gerade die Unruhe des Zweiflers.
Und es ist hier so groß, dass dieser Petrus dort Jesus gegenübertritt und sagt: Herr Jesus, du sagst, wir sollten wählen. Wohin denn? Wohin denn? Das ist noch eine dumme Frage. Wohin kann man gehen? Sein Kahn steht doch noch am Ufer am See Genezareth. Er könnte doch wieder seinen alten Beruf aufnehmen und ein großer Geschäftsmann werden und Fische handeln. So eine Möglichkeit. Ich kann mich doch verlieren in meiner Berufsarbeit. Wie viele Menschen sagen: Ich lebe von meiner Arbeit. Jetzt lesen Sie noch in Todesanzeigen, dass das Menschen die letzte Erfüllung bietet.
Und Petrus sagt: Na ja, Jesus, dahin will ich nicht mehr, das ist für mein Leben zu wenig. Herr, wohin sollen wir gehen? Er könnte doch sagen: Ich gehe in ein Leben, wo man Ehre von Menschen bekommt. Und er schüttelt mit dem Kopf und sagt: Das ist nichts für mich. Ehre von Menschen? Ihr habt die Ehre von Gott erlebt, dass Gott mich lieb hat, mich versteht und mich trägt, und das ist mir mehr.
Er könnte weiter denken: Wohin kann man gehen in der Welt? Man kann doch einfach einmal sich ausleben. Das ist doch der Traum von uns immer wieder: einmal alles lassen, alle Bindungen vergessen, einfach einmal darauf losleben und bloß genießen. Und Petrus schüttelt mit dem Kopf und sagt: Herr, nein, dein, nein, wohin sollen wir denn gehen? Für mich ist das doch nicht mehr attraktiv.
Darf ich Sie einfach nun bitten, in Ihren Zweifeln einmal diese Bilanz zu machen, die der Petrus hier gemacht hat: Herr, wohin sollen wir denn gehen? Wollen wir doch mal durchrechnen, wohin denn in meinem Leben, welche Möglichkeiten gibt es denn noch? Sie müssen nicht glauben, aber entscheiden Sie sich doch. Sie können nicht 24 Stunden auf dem Bahnhof stehen und sagen: Welchen Zug nehme ich, wenn ich nach Ulm will? Sie müssen mal einsteigen. Sie können auch in einen falschen Zug einsteigen, nach Heilbronn fahren und wundern, dass Sie nicht ankommen. Aber Sie können nicht ewig am Bahnsteig stehen bleiben.
Zweifel sind in Ihrem Leben keine Lösung. Sie müssen wissen: Wo fahre ich mit meinem Leben hin? Ein Marxist weiß, welchen Weg er geht, und ein bekehrter Christ weiß, welchen Weg er geht. Wissen Sie es? Wollen Sie mit Jesus gehen? Petrus sagt: Herr, andere Wege sind es nicht.
Das war mein zweiter Punkt: Die Unruhe in unserem Leben ist ein Zeichen der Wirksamkeit Gottes. Gerade zweifelnde Menschen dürfen das wissen, dass Gott ihnen ganz besonders nahekommt.
Der erste Punkt war also: Wir können wählen. Das zweite war: Die Unruhe bleibt in unserem Leben. Noch das Letzte: Er macht gewiss.
Das haben wir jetzt schon in unseren ersten beiden Unterrichtsblöcken da miteinander besprochen, mit unseren Konfirmanden. Wir haben da die Religionen einmal miteinander verglichen und haben gesagt: Das Große ist eigentlich, dass uns Jesus Gewisses sagt. Die anderen Religionen erheben oft gar nicht den Anspruch darauf, Gewisses zu sagen.
Buddhisten sind sehr demütig mit dem, was sie Wahrheiten nennen, denn vielleicht, vielleicht auch nicht, der Mensch erkennt nur einen Bruchteil. Es gibt viele große religiöse Führer in allen Weltteilen, die sagen: Ich bin gar nicht sicher, ich bin fragend. Der einzige, der den Mut hatte, Gewisses unumstößlich auszusagen, war Jesus. Und weil er das so unumstößlich ausgesagt hat, haben sie ihn totgeschlagen. Bis heute ärgern sich Menschen daran und sagen: Es kann doch nicht sein, dass Jesus einfach sagt: Ich bin’s.
Und einfach, dass man da gewiss werden kann, und dass es wirklich so ist, kann es nicht auch anders sein? Und dann fängt der Zweifel und die Fragen an. Jetzt wollen wir einfach fragen: Nur wie kommt es denn, dass dieser Petrus wirklich auch gewiss wurde? Und dass Paulus später sagt: Ich bin gewiss, ganz gewiss in meinem Glauben. Das ist doch eigentlich vermessen. Das ist doch unerhört, unglaublich, wenn einer so hinstehen kann und sagt: Ich bin ganz gewiss!
Er redet hier von den Worten Jesu: Du hast Worte des ewigen Lebens. Und mit diesen Worten haben wir Testversuche gemacht. Ich habe mich diesem Wort im Vertrauen gebeugt und bin mit diesem Wort in mein Leben gegangen und habe das erfahren und dann erkannt.
Wir haben euch heute, liebe Konfirmanden, diese Bibel gegeben. Jetzt müssen wir eigentlich den Petrus da haben, der jetzt so mit euch noch persönlich das reden könnte und sagt: Wisst ihr, ich habe das Wort auch einmal gehört, das ging bei mir durch die Ohren durch, aber erst indem ich es praktiziert habe, erst indem ich damit gelebt habe, erst indem ich das getan habe. Damals war es ja eine ganz praktische Sache. Als Jesus ihm den Befehl gab, auf den See hinauszufahren und die Netze auszuwerfen, in dem Augenblick habe ich die Erfahrung gemacht: Das ist gültig, das stimmt, das ereignet sich, das geschieht.
Liebe Freunde, die Sie im Zweifeln sind: Sie können, wie ich auch in meinem Leben, viele Zweifel haben. Da wird das Wort Gottes zu uns ganz praktisch, und plötzlich heißt es: Versöhne dich mit deinem Bruder, brich mit einer sündigen Sache ab, tu einen Dienst. Es werden ganz klare Dinge gesagt. Und indem man auf einmal das lebt, was Gott bespricht, sich unter dieses Wort stellt, auf einmal geht es wie Petrus: Man glaubt und erkennt.
Wie wird man mit hineingenommen in diese Erfahrung? Es bleiben in unserem Leben viele Fragen übrig, aber dass Zweifel überwunden werden, das geschieht heute immer, weil Jesus Christus gesagt hat: So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, ich will mich von euch finden lassen.
Und ich kann das nur tun, indem ich diesen Schritt gehe mit meinem ganzen Leben und sage: Herr Jesus, ich will das Leben mit dir. Ich kann Glauben nicht theoretisch machen, ich kann Glauben nur mit meinem Leben machen. So wenig ich eine theoretische Ehe führen kann.
Immer wenn es zwischen Personen um Glauben geht in ihrem Leben, ist Jesus Christus schon längst da: eine Person, mit der sie reden können und der ihr Leben begleitet und der einen Plan hat für ihr Leben. Sie kommen nicht zu ihm durch ihre Zweifel, hören Sie doch sein Wort und tun Sie doch das. So jemand wird den Willen dieses Wortes tun, der wird inne werden, ob dieses Wort von ihm ist oder nicht.
Der Petrus war ganz glücklich, dass er an Jesus angeschmiedet war, wie mit einer Kette. Er sagt: Das ist das Große, dass ich mit dir verbunden bin, und da habe ich meine Zweifel überwunden. Ich habe vorher gesagt, dass in unserem Leben das alles nicht klar sei, ob wir nicht auch einmal abfallen. Von mir her, dort habe ich keine Gewissheit, ob ich treu bin, ob ich glauben kann, ob ich wahr bin, ob ich Gottes Wort halten kann. Ich bin so unsicher, je mehr wir in unser Leben hineinsehen.
Aber ich glaube seinem Wort, und er hat mir zugesagt, dass er mich nicht loslässt und dass er mich nicht fallen lässt und dass er mich trägt. Und seinem Wort glaube ich. Und es gibt Gewissheit, weil sein Wort zu uns gerichtet ist und weil ich seinem Wort glaube. Ich hänge mich immer an diese Versprechungen Jesu hin, die sind mir so wichtig in meinem Bibellesen, wenn er mir Zusagen gibt, was er mit mir machen will und was er mir verspricht.
Und was er für Pläne mit mir hat, ihm glaube ich. Ich darf mich darunter beugen und sagen: Ich will es jetzt erleben, ich will diese Probe aufs Exempel machen, und ich kann es nur tun mit meinem ganzen Leben, indem ich dir folge und dir gehorche.
Ich will nachher ein Lied versingen: Gib mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden fasst, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenkt hast. Das ist Gewissheit. Auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verspricht. Amen.

Die Gewissheit, die aus Jesu Wort wächst

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