Einstieg und methodisches Aufwärmen
Die erste Frage ist nämlich: die du jetzt mit deinem Partner mal besprechen sollst. Du hast 30 Sekunden Zeit. Was ist das Evangelium? Sprecht mal zu zweit darüber, was das Evangelium ist. Okay, also es ist vielleicht gar nicht so leicht, das Evangelium in 30 Sekunden rüberzubringen. Ich weiß, genau, es war eher so als Warm-up gedacht.
Paulus war absolut begeistert vom Evangelium. Er hat mehrere Briefe geschrieben, darunter den Römerbrief. In Römer 1,16 schreibt er: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt.“
Gottes Kraft ist das Evangelium. Diese einfache, frohe Botschaft von Jesus Christus ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Es sind nicht irgendwelche Methoden, nicht Redegewandtheiten und auch kein besonderes Konzept. Es sind einfache Worte, die weitergegeben werden, und genau diese Worte sind Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt.
Er fährt im Römerbrief fort und legt dieses Evangelium in den Kapiteln 1–11 aus. Am Ende kann er nicht anders, als Gott zu preisen, und er schreibt ab Vers 33 (Römer 11,33-36):
„O welche Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes, wie unergründlich sind seine Gerichte und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen, oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit.“
Manchmal fragen wir uns: Wie kann ich mich für das Evangelium begeistern? Paulus zeigt, dass wir vom Evangelium durch das Evangelium begeistert werden. Wenn wir uns tiefer mit dem Evangelium auseinandersetzen, eintauchen, darüber nachdenken und forschen, wächst unsere Begeisterung dafür.
Die beste Medizin gegen Müdigkeit beim Evangelisieren ist das Evangelium selbst. Deswegen geht es im ersten Teil heute um das Evangelium selbst.
Zweck der Stunde und Materialausgabe
Wir wollen uns Schritt für Schritt das Evangelium anschauen, weil das Evangelium selbst uns begeistert. Das soll auch dazu dienen, dass wir es Schritt für Schritt weitergeben.
Im zweiten Teil geht es darum, dass ihr dran seid und eurem Nachbarn das Evangelium Schritt für Schritt erklärt. Deshalb ist es hilfreich, im ersten Teil genau zuzuhören. So fällt es im zweiten Teil leichter.
Wir schauen uns an, was die zentralen Punkte des Evangeliums sind: über Gott, den Menschen, Jesus sowie über Glaube und Umkehr. Dazu gibt es ein Handout von mir.
Ihr könnt gerne mitschreiben, wenn ihr möchtet. Es wurde kurz geprüft, ob die Anzahl der Handouts reicht. Jeder hat eines erhalten. Weitere Exemplare liegen in der Mitte und wurden zur Verteilung herumgereicht. Super.
Überlegungen zur Schöpfung und Verantwortlichkeit
Ich weiß nicht, ob ihr schon mal so eine Kathedrale gesehen habt oder ein anderes großes Gebäude. Niemand würde sagen, so eine Kathedrale entsteht, indem irgendwelche Felsen oder Steine vom Himmel fallen, sich aufeinanderstapeln, und dann entsteht so etwas. Jeder würde sagen: Okay, da steckt ein Baumeister dahinter, und der hat sich Gedanken gemacht.
Weißt du, genau so ist es bei uns auch. Der Mensch ist viel komplexer als eine Kathedrale. Wenn es für ein solches Gebäude bereits einen Baumeister braucht, wie viel mehr dann für uns Menschen. Und unser Baumeister ist Gott selbst. Gott stellt sich vor als der Schöpfer.
Am Anfang der Bibel lesen wir, dass Gott Himmel und Erde erschuf. Er hat das Universum geschaffen. Er sprach, und es geschah. Das bedeutet, dass er uns Menschen geschaffen hat und dass wir Gott gegenüber verantwortlich sind. Wir sind Geschöpfe, er ist der Schöpfer. Es steht jemand über uns. Wir sind als Geschöpfe sein Eigentum, wir sind gewollt und bedeutsam in Bezug auf Gott.
Dieser Punkt ist für die Evangelisation sehr wichtig. Die Evolutionstheorie ist verbreitet, und sie greift genau dieses Fundament an. Wenn es keinen Schöpfer gibt, dann gibt es keinen, der festlegt, was gut und böse ist. Es gibt niemanden, der über mir steht, und niemanden, dem gegenüber ich verantwortlich bin. Es gibt keinen, dem ich gehöre.
Die Bibel sagt uns: Gott ist unser Schöpfer, und wir sind seine Geschöpfe; wir sind ihm gegenüber verantwortlich. Gott zeigt sich uns in seiner Schöpfung. In Römer 1,20 lesen wir zum Beispiel, dass sein Wesen in der Schöpfung gezeigt wird. Er zeigt sich aber nicht nur in der Schöpfung, sondern auch in der Heiligen Schrift, in der Bibel.
Viele von euch haben sie dabei, und ihr kennt den Vers vielleicht: 2. Timotheus 3,16 — alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung. Wir lesen darin, wie Gott ist; wir lernen ihn kennen. Das Wort dient zur Überführung. Wir müssen Gottes Wort gebrauchen. Der Heilige Geist benutzt es, damit Menschen durch Gottes Wort von ihrer Schuld überführt werden, zur Zurechtweisung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit.
Gottes Charakter: Reinheit, Gerechtigkeit und Liebe
Und wir sehen, dass Gott heilig und gerecht ist im Wort Gottes. Was heißt heilig zu sein? Gott ist heilig; das heißt, er ist vollkommen, er ist perfekt. Nichts Böses ist an ihm. Und weil er heilig ist, weil er vollkommen gut ist, kann er Böses nicht dulden. Es kann nicht in der Gegenwart Gottes existieren. Er bestraft es, und er ist vollkommen gerecht.
Gott ist aber auch zugleich, weil er heilig und gut ist, die absolute Liebe. Die Bibel sagt in 1. Johannes 4,8: „Gott ist Liebe.“ Das merken wir an seinem ganzen Wesen.
Gott braucht uns nicht, Gott braucht das Universum nicht, die Schöpfung nicht. Er hat sie aus Liebe geschenkt, weil er ein gebender Gott ist. Er gibt; das sehen wir in seinem ganzen Wesen. Er ist allgenügsam, er ist ein einiger Gott; er braucht nicht einmal Gemeinschaft, alles hat er in sich selbst. Und alles, was wir sehen, ist, dass er gibt. Er ist ein liebender Gott.
Die menschliche Lage: Mangel, Bruch und dauerhafte Schuld
Und wenn wir jetzt von diesem großartigen Gott auf uns Menschen schauen, dann merken wir: Wir sind oft ganz anders. Wir sind eher lieblos.
Ich hatte vor einiger Zeit Rost an meinem Auto. Es sah nicht so aus wie dieses Auto. Es war ziemlich ärgerlich: Der Lack hatte Blasen geworfen. Ich musste ihn abkratzen und das Blech abschleifen. Der Rost wurde weggeschliffen. Dann habe ich neuen Lack aufgetragen und danach sah es, naja, anders aus.
Der Automechaniker, mit dem ich das zusammen gemacht habe, sagte: Ja, es sieht vielleicht jetzt schön aus, Kilian, aber weißt du, der Rost wird nicht weggehen. Nach zwei Jahren hast du genau dasselbe Problem wieder. Rost kriegst du nicht los. Rost bleibt, und er kommt immer wieder.
Und genau so ist es bei uns auch. Wir sind auch rostig. Wir sind nicht perfekt, und wir merken, dass wir immer wieder andere Menschen verletzen. Dass wir manchmal bewusst nicht auf Nachrichten antworten, provokant sind, lieblos oder unfreundlich. Vielleicht sind wir so zu Familienmitgliedern, reagieren patzig oder ignorieren andere. Rost kriegen wir nicht so einfach los. Er kommt immer und immer wieder. Manchmal versuchen wir, ihn abzuschleifen, es wieder gutzumachen: Zeit mit einer Person zu verbringen, ein Geschenk zu machen. Aber der Rost ist immer wieder da. Er kommt tiefer hervor, weil der Rost tief sitzt und mit dem Blech verbunden ist.
Genauso ist es mit der Sünde: Die Schuld ist mit uns verbunden. Wie kam es dazu? Es kam dazu, dass der Mensch sich gegen Gott aufgelehnt hat. Die ersten Menschen hatten von Gott absoluten Überfluss bekommen, aber sie entschieden sich gegen ihn. Sie wollten sein wie Gott, selbst Chef in ihrem Leben sein. Die Beziehung, für die sie geschaffen worden waren, schoben sie zur Seite. Sie lehnten diese Gemeinschaft ab und wollten ihr eigenes Ding machen. Genau das nennt die Bibel Sünde.
Wenn Gott mir egal ist, wenn ich ein Leben gegen Gott lebe und mich nicht für ihn interessiere, dann sagt die Bibel ganz klar und deutlich: Römer 3,10-11,23: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.
Die Bibel zieht einen Schlussstrich und sagt: Alle Menschen sitzen im gleichen Boot. Keiner ist gerecht, alle sind schuldig. Keiner kann vor Gott stehen und sagen: Ich habe eine weiße Weste. Seit dieser Auflehnung gegen Gott wird der Mensch als Sünder geboren. Er kommt als Sünder auf diese Welt. Das ist das große Problem, das Fatale: Nicht nur, dass wir sündigen, sondern vor allem, dass wir Sünder sind.
Selbst wenn du ein vermeintlich perfektes Leben führtest, einen Friedensnobelpreis bekämst oder in allem ein Vorbild wärst, ändert das nichts Grundsätzliches. Es wäre, als hättest du den Rost nur oberflächlich abgekratzt, das Auto blankpoliert und neu lackiert. Das eigentliche Problem, der tief sitzende Rost im Lebensauto, bleibt. Der Rost ist Teil des Blechs; er geht nicht weg. Genauso ist die Sünde Teil von uns. Sie ist nicht nur an uns, sie ist in uns.
Und wie bekommt man diesen Rost los? Indem die rostige Stelle herausgeschnitten wird oder indem man ein neues Auto bekommt. Das ist der einzige Weg. Man kann sich das so vorstellen: Wir Menschen sind quasi diese Hand. Jeder von uns hat diesen sündigen Lebensfilm, auf dem alles drauf ist — unsere Gedankenwelt, unsere Worte, unsere Taten. Dieser Film, diese Sünde, trennt uns von Gott. Gott schaut auf uns, aber wir können keine Gemeinschaft mit ihm haben, weil wir durch unsere Sünde getrennt sind. Wir passen nicht zu diesem heiligen, perfekten Gott.
Die Bibel sagt: Weil wir getrennt sind von dem Gott des Lebens, der Leben schenkt, haben wir den Tod verdient. Römer 6,23: Der Lohn der Sünde ist der Tod. Die Konsequenz davon ist, dass der Mensch als Sünder ewig von Gott getrennt sein müsste, weil Gott absolut gerecht ist. Er wird ein gerechtes Gericht sprechen. Er wird den Sünder vor Gericht stellen, ihm alle Schuld aufzeigen und in einem gerechten Prozess verurteilen. Der Sünder wird an einem Ort landen, den die Bibel Hölle nennt — einem Ort der ewigen Trennung von Gott und großer Qual.
Die göttliche Initiative: Menschwerdung und stellvertretendes Leiden
Gott ist immer noch Liebe. Er hat den Menschen zur Gemeinschaft mit sich erschaffen und will diese Gemeinschaft.
Weil der Mensch durch diese Sünde nicht zu Gott kommen kann, kommt Gott zu den Menschen. In Jesus Christus wird Gott Mensch; der Sohn Gottes kommt in die Welt. Hier ist es wichtig zu verstehen, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott war.
Er war ganz Gott und führte ein makelloses Leben. An ihm lässt sich kein Fehlverhalten nachweisen. Petrus, der drei Jahre mit ihm unterwegs war, schreibt: Er hat keine Sünde getan, und es wurde kein Betrug in seinem Mund gefunden. 1. Petrus 2,22.
Weil er ohne Schuld war, konnte er als Gott die Schuld auf sich nehmen. Und weil er zugleich vollkommen Mensch war, konnte er unseren Platz einnehmen und uns verstehen. Er weinte, er litt Hunger, er kannte Angst. So kann er als Mensch stellvertretend handeln und als schuldloser Gott die Schuld auf sich nehmen.
Genau dazu ist Jesus gekommen: Er ist gekommen, um für uns zu sterben und aufzuerstehen. Jesus ging freiwillig ans Kreuz. Dort hat er unsere Schuld und unseren Lebensfilm auf sich genommen.
Diese Schuld, die ich hatte, hat er getragen. Die Strafe, die mir dafür zustand, nahm er ebenfalls auf sich. Das Gericht über meine Schuld trug er am Kreuz. Er allein trägt meine Schuld, meine Strafe, mein Gericht.
Jesus stirbt am Kreuz. Dadurch zeigt Gott, dass er mir gegenüber vollkommen gnädig ist. Eigentlich müsste ich dort hängen und meine Schuld tragen, doch er trägt sie. Ich müsste die Strafe dafür tragen, aber er trägt sie.
Gott ist absolut gnädig zu mir und gleichzeitig vollkommen gerecht. Er lässt nicht einfach Fünfe gerade sein, sondern handelt schuldgerecht und straft. Er ist gerecht.
Auferstehung, Erlösungswerk und rechtfertigendes Geschenk
Aber Jesus ist nicht nur gestorben, sondern er ist auferstanden. Und wisst ihr, das ist so wichtig.
Jesus zeigt damit, dass alles eingetroffen ist, was er vorhergesagt hat. Er hatte angekündigt, dass er von den Toten auferstehen und uns retten werde. In der Auferstehung erfüllt und bestätigt sich dieses Versprechen.
Mit seiner Auferstehung zeigt Jesus, dass er größer ist als Sünde, Tod und Teufel. Niemand kann ihn besiegen; er ist der Sieger und steht über allem. Er ist der Höchste. Er ist in den Himmel aufgefahren, sitzt zur Rechten Gottes und herrscht als König. Als König wird er eines Tages wiederkommen.
Das ist die frohe Botschaft.
Als Jesus auf der Welt unterwegs war, predigte er. In Markus 1,15 heißt es: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Das heißt, Gott erwartet Glaube und Umkehr als Antwort auf das Evangelium.
In Römer 10,9 lesen wir: Wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Wenn du mit deinem Herzen glaubst, so wirst du gerettet.
Was ist Glaube? Glaube heißt: Ich vertraue darauf, dass das, was Jesus getan hat, für meine Rettung ausreicht. Ich erkenne an, dass ich nichts tun kann, um mich selbst zu retten. Ich bin völlig unfähig, mir selbst zu helfen. Jesus allein kann mich retten; er ist meine Hoffnung.
Und es ist dieser Tausch, der stattfindet. Ich habe nur ein Führungszeugnis vorzuweisen, und darin stehen Einträge. Mit meinem Führungszeugnis erscheine ich völlig schuldig. Bei Jesus dagegen steht kein einziger Eintrag. Sein Führungszeugnis ist vollkommen und makellos; er ist gerecht.
Am Kreuz vollzieht Jesus nun den Tausch: Er streicht meinen Namen aus und trägt meinen Namen in sein Zeugnis ein. Er nimmt die Schuld auf sich, und auf sein Führungszeugnis schreibt er meinen Namen.
Das nennt die Bibel Rechtfertigung: dass ich vor Gott gerecht dastehe, weil Jesus meine Schuld an meiner Stelle übernommen hat. Nun bin ich durch Gnade allein aus Glauben gerecht in Jesus. Ich darf vor Gott gerecht stehen. Wenn Gott mich ansieht, sieht er die Gerechtigkeit Jesu und nicht mehr meine Schuld. Das darf ich im Glauben persönlich annehmen.
Umkehr, neues Leben und die Folgen der Versöhnung
Und zu diesem Glauben gehört unabdingbar die Umkehr dazu. Es sind zwei Seiten einer Medaille. In der Umkehr sage ich: Ja, ich trenne mich von der Sünde. Ich möchte nicht mehr mein sündiges Leben weiterleben.
Ich will lieben, was mein Herr und Retter liebt, und ich will hassen, was Jesus hasst. Ich will nicht mehr der Sünde hinterherlaufen, sondern mit Gottes Kraft dieser Sünde widerstehen. Ich will meine Sünde nicht mehr in Schutz nehmen, sondern mich in der Kraft von Jesus gegen sie stellen.
Ich schaffe es nicht alleine. Aber in der Kraft Jesu, mit seiner Hilfe, schaffe ich es. Und ja: Christen sündigen noch immer. Wir haben diese sündige Natur, und solange wir hier leben, werden wir auch weiterhin sündigen.
Der Punkt ist: Gott hat uns neu gemacht. In Jesus haben wir jetzt Sieg über die Sünde. Wir sind nicht mehr Sklaven der Sünde; die Sünde ist nicht mehr unser Herr. Wir haben einen neuen Herrn, Jesus Christus, und wir müssen nicht mehr sündigen. Es ist kein Zwang mehr. Wir können mit Jesus, in Jesus, gegen die Sünde siegen.
Wir haben ein neues Auto ohne Rost. Manchmal haftet noch oberflächlicher Flugrost daran, aber wir dürfen zu Gott kommen und um Vergebung bitten. Er wird ihn wegmachen. Es geht um die Herzenseinstellung. In Jesus haben wir ein neues Leben bekommen.
In Kolosser 1,13 heißt es: Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Es ist ein komplett neuer Ort. Dadurch ändert sich alles, weil ich neues Leben in Jesus habe.
In Christus habe ich die Vergebung aller Schuld. Ich habe die Annahme als Gotteskind und eine Beziehung zu Jesus. Ich habe den Heiligen Geist bekommen. Ich bin frei von der Tyrannei der Sünde. Ich habe Gemeinschaft in der Gemeinde. Ich darf einst auferstehen und bekomme einen neuen Körper. Ich habe Zugang zu Gottes Reich, Ewigkeit in Gottes Gegenwart, und ich darf einmal den lebendigen, heiligen Gott sehen.
Das ist das Privileg, das wir in Christus haben — und noch viel, viel mehr. Schon jetzt dürfen wir diese Hoffnung auf eine ewige Zukunft haben: ohne Leid, ohne Schmerz, ohne Tod. Ich weiß nicht, welche Zeit ihr gerade durchmacht in eurem Leben, aber diese Hoffnung haben wir schon hier: dass wir einmal bei Christus sein werden und all der Mist vorbei sein wird. Das ist das wunderbare Evangelium von Jesus Christus.
Praktische Übung: Weitergeben und zuhören
Und jetzt seid ihr dran. Nehmt vielleicht euren Handout zur Hilfe.
Es ist manchmal schwer, so einen Einstieg zu finden. Versucht es trotzdem: Erzählt der anderen Person einfach mal das Evangelium weiter.
Genau. Wir machen das so: Ich gebe euch jetzt acht Minuten Zeit. Danach bekommt ihr zwei Minuten, in denen der andere euch Feedback geben kann. Dann tauschen wir, und der andere hat anschließend ebenfalls acht Minuten und wieder zwei Minuten Feedback.
Habt ihr gerade Fragen dazu? Ansonsten — let's go! Erzählt dem anderen das wunderbare Evangelium von Jesus.
Manche sagen: „Du kannst mir von der Bibel erzählen, aber die Bibel ist für mich nur ein Geschichtsbuch, ein Märchenbuch.“ Sollen wir dann aufhören, aus der Bibel zu zitieren oder aus ihr zu erzählen?
Das ist Gottes Wahrheit, die verändert. Trotzdem müssen sie diese frohe Botschaft hören; sie ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Daran müssen wir dranbleiben, egal ob sie denken, es bringt ihnen etwas oder nicht.
Oft hören wir jedoch nicht genug zu. Stattdessen begegnen wir Menschen manchmal mit der Einstellung „Friss oder stirb“: Ich habe den Auftrag, das Evangelium zu verkünden, also hör mir jetzt zehn Minuten zu, ich erkläre dir das Evangelium und dann tschüss.
Wirklich zuzuhören — wo der andere steht und was ihn bewegt — und das Evangelium auf seine Lebenssituation anzuwenden: Diese Brücke fehlt uns manchmal. Dafür brauchen wir die Weisheit Gottes. Da merken wir, wie oft wir unfähig sind.
Ich hatte einmal meinen Nachbarn von nebenan eingeladen. Wir saßen letzten Sommer schön auf dem Balkon, und ich habe ihm zwei Stunden lang zugehört. Er hat mir aus seinem Leben erzählt. Danach durfte ich ihm das Evangelium erklären.
Er saß mit offenem Mund da und sagte, dass ich beim Erklären immer wieder seine Geschichten und Themen aufgegriffen habe. Er fühlte sich dadurch abgeholt und verstanden.
Genau das brauchen wir: Dem anderen wirklich zuhören, echtes Interesse zeigen und dann das Evangelium so auf ihn anwenden, dass er es versteht.
Auftrag, Verheissung und Ermutigung durch Gottes Geist
Jesus hat gesagt, bevor er in den Himmel aufgefahren ist, zu den Jüngern: Ihr werdet meine Zeugen sein. Apostelgeschichte 1,8.
Ihr werdet meine Zeugen sein. Das heißt nicht, ihr könnt es euch aussuchen und vielleicht, wenn ihr mögt, wenn ihr euch danach fühlt, dann könnt ihr meine Zeugen sein. Jesus sagt: Ihr werdet meine Zeugen sein.
Und vielleicht habt ihr gerade gemerkt: Boah, es ist echt gar nicht so leicht, das Evangelium weiterzugeben. Tut es trotzdem. Es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Es kommt nicht auf euch an, sondern auf die Botschaft. Nicht der Botschafter rettet, sondern die Botschaft.
Wir fühlen uns manchmal unwürdig. Doch wir dürfen uns erinnern: Hey, dieser Jesus hat doch mich errettet, und dadurch bin ich würdig. Wir fühlen uns unfähig, und Jesus wusste das auch. Die Jünger fühlten sich genauso, und deswegen hat er ihnen auch schon angekündigt — und da möchte ich uns jetzt auch noch lesen — Johannes 16,8.
Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden, den Heiligen Geist. Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht. Unsere Aufgabe ist es nicht, von Sünde zu überführen. Das können wir nicht. Das ist der Job des Heiligen Geistes.
Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben. Von Gerechtigkeit, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht. Vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Noch vieles hätte ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen. Es geht immer um Jesus, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. Und das entlastet uns so sehr.
Es ist der Heilige Geist, der uns überführt. Der Heilige Geist leitet uns in schwierigen Situationen. Der Heilige Geist wohnt in uns. Christus wohnt selbst in uns und befähigt uns, das Evangelium, diese frohe Botschaft der Errettung, weiterzugeben.
Und wisst ihr, es ist so krass, es wurde mir neu bewusst: Es wird niemals auf dieser Welt einen anderen Weg zur Errettung geben als das Evangelium allein — das Evangelium von Jesus Christus. Und wie wunderbar wäre es, wenn jemand durch dich diese frohe Botschaft erfahren würde; dass er erlebt: Es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt.
Paulus sagt einmal in Römer 10: Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören, ohne einen Verkündiger?
Deswegen will ich uns echt Mut machen. Es ist das Evangelium, das uns begeistert. Setz dich damit immer wieder auseinander, auch wenn du denkst, ich kenne das Evangelium schon, mein Kleid ist auf. Es ist vielleicht gerade der Haken in der Sache. Setz dich damit auseinander. Lass dich immer wieder neu davon begeistern. Bete darum. Gott will es dir schenken, und dann gib es weiter — in aller Schwachheit und im Wissen, dass Gott selbst wirkt.
Gemeinsames Gebet, Abschluss und praktische Hinweise
Und genau das wollen wir jetzt auch noch zum Schluss tun. Tut euch wieder zu zweit zusammen und betet gemeinsam: einmal darum, dass euch das Evangelium begeistert, und außerdem für die andere Person, dass sie mutig ist, das Evangelium weiterzugeben. Und dann schließe ich ab.
Jesus Christus, ich danke dir von ganzem Herzen für dein Evangelium. Danke, dass es deine Botschaft ist, die rettet. Danke, dass wir sie einfach weitergeben dürfen. Herr, du siehst uns: Es fällt uns oft so schwer. Wir fühlen uns unfähig und unwürdig. Aber du hast uns würdig gemacht und befähigst uns.
Danke, dass du uns gebrauchen willst. Ich bitte dich: Schenke uns ein Brennen, eine Begeisterung für deine frohe Botschaft. Lass uns dich besser kennenlernen. Und lass uns nicht schweigen über dich.
Hilf uns, dass wir uns nicht für dein Evangelium schämen, sondern übersprudeln vor Freude über unsere Errettung, über diese Privilegien und über das neue Leben, das wir in dir haben dürfen. Hilf uns wirklich, dass wir dein Evangelium weitergeben.
Ich danke dir, dass diese frohe Botschaft von dir Gotteskraft ist zur Errettung für jeden, der glaubt. Danke, dass du auch heute noch Menschen retten willst und uns dazu gebrauchen möchtest. Amen!
Ja, richtig cool, dass ihr dabei wart. Wer noch Fragen hat, kann gerne hierbleiben und sie loswerden. Ansonsten: Ich glaube, in einer halben Stunde gibt es Essen.
Ganz kurz, bevor ich die Bücher vergesse: Was ist das Evangelium? Ganz grundlegend sind das die Lehren, die ich gerade weitergegeben habe. Beim CLV Verlag gibt es kostenlos herunterzuladendes Material von William MacDonald: "Führt ihn zu Jesus" — eine Anleitung zur persönlichen Evangelisation. Ein kleines, dünnes Buch mit viel sehr Wertvollem darin.
Und wenn ihr jemanden habt, dem ihr gerne etwas weitergeben würdet, etwa wenn ihr schon im Gespräch seid, dann eignet sich das Heft "Jesus — unsere Hoffnung". Wir sagen ja oft: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Aber es gibt eine Hoffnung, die nicht stirbt: Jesus Christus. Also lohnt es sich, weiterzugeben.
Ja, Ende des Werbeblocks.
