Das Wort Heiligung" ist ein komisches Wort. Heiligung". Wir müssen uns
heiligen, wir müssen Gott entsprechend leben. Nun, dann sagen sie
vielleicht: Es klingt in meinem Ohr, so als ob es etwas wie Scheinheiliges
wäre, denn nur so kennen wir das Wort Heiligung". Etwas was uns in eine
krampfhafte Haltung versetzt, aber das ist hier gar nicht gemeint. Gott
wohnt nicht in Tempeln die von Händen gemacht sind, sondern er will im
Menschen wohnen. Und er will, dass diese Menschen ein Tempel für seine
Gegenwart sind. Keiner von ihnen gießt morgens den guten Kaffe den er hat
in die Mülltonne. Wenn Gott seinen Geist dem Menschen gibt, wird er sie
zuerst reinigen und heiligen. Ich weiß nicht wie ihnen zumute ist, wenn sie
eine Saftpackung aufmachen und ihnen kommt zuerst eine Spinne entgegen. Das
geht nicht. Gott wohnt nur in Menschen die sich heiligen, reinigen und für
ihn verfügbar werden.
Nun, das erste was wir brauchen ist die Geschichte
bei dem Berg Sinai in 2. Buch Mose 19, 6: Ihr sollt mir ein Königreich von
Priestern und ein heiliges Volk sein". Es war Gottes Idee, als er die
Israeliten aus Ägypten gerufen hat, nicht damit sie reich werden, nicht
damit sie anerkannt werden von der Welt, sondern damit sie heilig werden.
Jetzt gehen sie nach Israel und wissen, dass der Begriff Koscher" eine
wichtige Rolle spielt. Wie stark prägt es das Leben Israels. Sie dürfen
nach dem Essen keinen Kaffe trinken in dem Milch ist, weil es nicht koscher
wäre. Man kann es gar nicht im Kopf fassen wie viele Vorschriften in jedem
Hotel eingehalten werden müssen. Da sehen sie immer den Rabbiner rumlaufen,
der schaut ob überall das Essen koscher ist. Und da kann man den Protest
Jesu verstehen der sagt: Ihr guckt bloß, ob ihr eure Schüsseln auswendig
koscher haltet". Es geht doch um die Heiligung eueres Lebens. Und doch
nicht um eine Ordnung der Eiskultur. Das war ja einmal im Zeremonien Gesetz
ganz toll geordnet. Es war für manche Christen nicht ganz verständlich,
warum wir die Zeremonien nicht halten, warum wir die Beschneidung nicht
mehr halten, warum wir die Reinhaltsvorschriften der Koscher nicht halten,
weil Jesus sie ganz bewusst an dieser Stelle, überspitzelt hat. Er hat
gesagt, sie gelten, aber in einer viel, viel tieferen weise. In euren
eigenem Herzen. Aus dem Herzen kommen bösen Gedanken und diese müssen
weggejagt werden. Auch in Herzen gläubiger Christen. Es ist so eine
Versuchung bei neugeborenen Christen dass sie sagen: Seit ich mich
entschieden habe für Jesus, bin ich ein heiliger Mensch". Dem möchte ich am
liebsten einen Spiegel schenken, damit er mal guckt wie er aussieht. Ich
bin ja auch gar kein Heiliger, sondern erkenne von Tag zu Tag mehr meine
Verlorenheit. Geht es ihnen auch so?
Seit ich mit Jesus gehe, merke ich
immer mehr wie ich versage, ich bin lieblos, ich hab keine Geduld und dann
wollen wir mal anfangen nach der Liebe zu fragen. Wo ist den Liebe?
Eigenliebe haben wir viel. Neid, Streit und natürlich böse Gedanken die
durch den Kopf gehen, Rachegedanken, Hassgedanken, Bitterkeit. Das kann
ich meinen Eltern nie verzeihen", sagen 18-jährige Leute heut, Dass sie
mich so Streng erzogen haben". Sie können so nie mit Gott im Klaren werden,
weil sie ihre Bitterkeit nicht begraben können. Mein Vater hat mein Leben
zerstört"! Wie oft hört man das von alten Leuten. Sicher wahr. Was denken
sie wie viele Leute im Krieg ihre Gliedmaßen verloren haben. Bitterkeit
heilt mein Leben nicht, sondern macht es kaputt. Es frisst in mir. Doch es
geht vorbei wenn ich es zur Seelsorge trage. Dort heiligen sie mich und
machen mich wieder rein damit der Geist Gottes dort wieder Raum gewinnt. Es
war schon im alten Bund ganz klar gewesen, das das Herz das Problem ist.
Ich kann eine Geschichte hier erwähnen, die sie gut auswendig können. Das
Simson, einer der Richter, mit ganz besonderen Kräften begabt. Es ist
gewaltig wie Simson für Gott wirken konnte. Man sieht einen jungen Menschen
vor sich mit seiner ganzen Haarfülle. Als ein Löwe ihnen nachläuft auf dem
Spaziergang, erwürgt er ihn mit seinen Händen. Er hängt ein ganzes Stadttor
aus mit dem Rahmen und trägt es einen Berg hoch. Aber der Simson war total
schwach wenn er, wie wir sagen, ein Mädel sah. Dann war er ganz schwach und
dann lag er in ihrem Schoß und sagte nur: Delilchen" und war hin und weg.
Das war so furchtbar, denn auf dieser Ebene war sein Herz total gefangen.
Und dabei wusste er, dass die Delila mit ihm nichts vorhatte. Es sind nicht
alle Frauen wie Delila. Es ist hochinteressant. Es gibt schwächen. Der eine
hat sie auf dem Gebiet, der andere auf jenem. Der eine ist von der Macht
empfindsam, der andere vom Geld, der dritte von Frauen. Wir wissen alle
selber wo wir unsere Schwächen haben. Jetzt ist's wichtig, dass wir uns im
Herzen heiligen. Der Simson ist an seiner Schwäche zu Grunde gegangen. Die
Philister haben ihn gefangen und er ist während der Gefangenschaft
gestorben. Und er war unbrauchbar für Gott. Man ist ja schockiert wenn man
in der Bibel liest wie er keine Gelegenheit ausließ mit den Frauen, um dann
gefangen und getötet zu werden. Beim Saul und beim David sehen wir es und
immer geht es um ein gehorsames Herz. Wir nehmen beim Bußgebet auch die
Worte: Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen
gewissen Geist". Das ist alttestamentlich und doch neutestamentlich. Wir
haben es im Altentestament, das Missverständnis vom heilig sein mit
Schüsseln und den anderen Zeremoniellen Tätigkeiten. Bei den Propheten gab
es massiven Protest: Ihr wollt Gott dienen und könnt es nicht mit eurem
Leben". Der Simson war sehr schön und schon im Mutterleibe mit Heiligem
Geist erfüllt. Und trotzdem wird er in die Tiefe gezogen. Bei David sind's
verschiedene Dinge. Auch seine Kriegsführung war Gott ein Gräuel. Ganz
schlimm war er im Süd land, bei den Philister. Dort hat er ganz schlimmes
Blutvergießen getan. Und das passiert immer bei Königen aus dem Hause
Davids. Diese furchtbare Blutschuld. Unschuldig getötete Frauen und Kinder.
Damit sie nie sagen, im Altentestament wäre es selbstverständig. Gar nichts
ist selbstverständlich. David hat ganz furchtbar gelogen und hat es nur
gemacht, um bei den Philistern sich einen guten Namen zu verschaffen. Und
dann haben wir noch den Gehasi, den Diener von Elisa, der den Feierkleidern
und dem Geldschatz nachgelaufen ist und hat den Aussatz dafür bekommen. Er
war einer der ganz nah an dem Propheten und unmittelbar in seiner
Hausgemeinschaft lebte und der doch das Reich Gottes nicht fassen konnte,
weil sein Herz an irdischen Dingen gebunden war. Wir sehen an unseren
Tagen, wie bei vielen Menschen der Christenglaube und das Leben mit Jesus
darum am meisten Schaden leidet, weil sie sich nicht losreisen können von
den irdischen Dingen. Man kann ja schimpfen über diese materialistischen
Dinge und trotzdem dran hängen. Da schimpf einer furchtbar über die
Technik, steigt aber dann ins Auto und braust davon. Es ist genau so, wie
oben schon erwähnt. Es geht nur darum, ob wir innerlich frei sind von
dieser Welt und ob wir zu der Ewigkeit hin gewand sind.
Wie kann man sich heiligen?
Was absolut das untauglichste Mittel ist, das ist der Weg den jeder Christ
einmal geht. Jeder. Auch sie werden ihn mal probieren oder schon probiert
haben. Mit Ordnungen und Studieren versucht man heilig zu werden. Man kann
das mit Ordnungen machen. Ich sehe noch unsere jungen Mitarbeiter die
Paragraphenordnungen entworfen haben. Ein Christ sollte, muss und so
weiter, das hat aber nicht davor bewahrt, dass sich viele von Christus
abgewandt haben. Man kann nicht mit äußeren Ordnungen und Gesetzten
irgendetwas in seinem Leben verändern. Ich bin ja nicht dagegen, dass sich
selbst jemand Ordnungen macht, möchte sondern nur sagen: Sie sind machtlos
indem Augenblick, indem das Herz durchgeht. Es ist ungefähr so, als ob ein
Pferd scheu wird. Dann können sie dem Pferd sagen: Pferdchen", doch das
Pferd rennt weiter. Und so geht es in unserem Leben, die Kräfte sind so
stark, sie gehen einfach mit uns durch. Und dann spüren wir die
unheimlichen, abgrundtiefen Mächte, die unser Leben beherrschen. Deshalb
die Frage: Wie kann ich mich überhaupt heiligen? Und dann zeigt uns das
Neue Testament, dass es nur einen Weg gibt. Christus heiligt uns! Schlagen
sie in dem 1. Korintherbrief 1, 30: Christus Jesus ist uns von Gott
gemacht, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung".
Alles was wir an Wissen haben, haben wir nur durch das, was uns Jesus gibt.
Alles was wir an Gerechtigkeit haben und dass unser Leben mit Gott wieder
stimmend gemacht wird, haben wir auch nur durch Jesus. Und alles was in
unserem Leben die bösen Mächte unter die Kontrolle bringt, kommt nur von
Jesus. All das geht nur durch das Blut Jesu. Wenn wir spüren, dass in
unserem Leben Versuchungen, Mächte uns bestimmen, dann müssen wir ins Licht
Jesu treten und erkennen unter seinem Kreuz was es ihn gekostet hat. An dem
Beispiel in diesem Bibelwort: Ich ermahne euch durch die Barmherzigkeit
Jesu", darum hat Jesu sich nageln lassen an das Kreuz. Damit meine Hände
frei werden zum dienen. Er hat den Tod erlitten, damit ich jetzt nicht
wieder in den alten, irdischen Bindungen lebe, sondern das ich frei werde
für ihn. Wenn einer mal so richtig über die Sünde wettert und schimpft und
wenn sie ich dann mal beobachten, dann sehen sie, dass es uns allen
gefällt. Das ist fleischlich. Das einer schimpft und gegen die Sünde, über
den Reichtum, gegen das Geld und das Wohlleben schimpft. Wir haben mal
einen Kranken in der Gemeinde gehabt, der ist immer so wahnsinnig gern in
die Stadt runter gegangen und hat auf die unanständigen Schaukästen Gräber
gemalt. Das Fleisch heilt aber nicht durch diese Maßnahmen. Denn das ist
fleischlich. Man kann den Teufel treffen und gegen ihn schimpfen, aber das
hilft nichts. Heiligung geschieht durch das Blut Jesu, dass er für uns
vergossen hat. Es ist Kostbar was er für mich getan hat. Ich will mein
Leben für ihn einsetzten, damit er es gebrauchen kann. Das ist die Kraft
die mich zieht. Und das ist die Kraft die mich bewegt. Es gab schon früh in
der ersten Christenheit eine ganz mächtige Bewegung die wieder sagte: So
predigt der Paulus zwar, dass allein das Blut Jesu uns freimacht, aber man
muss auch die andere Seite angucken und die sagt: Man muss doch ganz
tüchtig sich Ordnungen, mit Vorschriften sein Leben ein wenig ordnen. Sie
haben das in der Gemeinde von Galatien gehabt, es waren Gemeinden im
heutigen Türkischen Raum, die alle von Paulus abgefallen waren und mit
einer großen Leidenschaft begannen, das jüdische Christentum in die
Gemeinden einzuführen. Sie sagten: Es ist toll, was im Mosaischen Gesetz
geschrieben steht". Das der Paulus so stark dagegen vorgegangen ist und
gesagt hat: Die kulturell griechisch geprägten Gemeinden, die sollen sich
nicht wieder der Beschneidung untersetzen. Da hätte er doch sagen können:
Macht doch nichts". Nein, denn er sagt: "Das soll nicht sein". Er hat es
zum Streitpunkt gemacht, weil er sagte: Das sind alles äußere
Menschengesetzte" und er geht sogar soweit, das er im Galaterbrief etwas
sagt, das uns fast einen Stich ins Herz gibt, Dieses Mose Gesetz sei durch
einen Engel Mose gegeben worden". Das wirkliche, dass uns Gott geben
wollte, und da sehen sie mal wie stark es die Bibel betont, ist Christus.
Das Gesetz könnte uns nur zu Christus hin bringen. Untern den
Gesetzesforderungen, auch wenn sie ihr Leben mit den 10 Geboten oder mit
der Bergpredigt einmal Systematisch durchplanen: Ich will jetzt lieb sein.
Ab Morgen bin ich nur noch lieb. Oder besser, sagen wir übermorgen". Sie
strengen sich richtig an und nehmen es sich ehrlich vor. Und was kommt
dann? Nach kürzester Zeit merken sie, wie böse ihr Herz ist! Jeder Versuch
sein Leben mit Vorschriften zu heiligen, treibt nur in die Arme Jesu. Sie
können immer nur, solang sie auch als Christ leben, vom erbarmen Jesu
leben. Mir ist Erbarmung widerfahren. Erbarmung deren ich nicht Wert bin".
Bis zum sterben, bleibt das unsere Melodie. Ich kenne auch Christen, die
sagen: Seit einem Jahr habe ich nicht mehr gesündigt". Ich glaub es ihnen
nicht. Es ist gelogen. Und das ist das Aller schlimmste, wenn man seine
Sünden nicht einsieht. Es gibt keine Stunde in unserem Leben, die nicht
geprägt ist von Sünde. In jeder subtilen Form. Und wir sind ja nicht die,
die Sünde fangen müssen, wie ein Jäger dem Wild nachläuft. Sondern die, die
die Heiligung fangen. Und darum sollten wir bloß von Jesus reden und seiner
Reinigung. Er macht uns rein. Und wo ich das Bild des gekreuzigten Jesus
vor Augen hab, so wie der Zinzendorf dort in Düsseldorf gesehen hat, dann
sind wir so motiviert, dass wir sagen: Ich kann gar nicht mehr in die
Sünde einwilligen". Es ist toll wo der junge Mann, selbst in schlüpfrigsten
Situationen kam. Die Damen haben ihn morgens bestellt in ihr Schlafzimmer,
während sie sich so vor dem Spiegel angezogen haben, dass ein Mann alles
sehen musste, was er zu sehen brauchte. Und Zinzendorf hat am Anfang den
Betrieb mitgemacht und hat eindeutig Gesetze übertreten. Das durch diese,
wirklich dekadente Gesellschaft von Paris ein Aufwachen gehen und er hat
sich abgesetzt und die Geistige Gesellschaft mit Menschen gesucht. Und da
hat ihn Christus ganz erfüllt und getrieben. Dabei war er selber ein
Feuerkopf, der sich nach 14 Tagen Verheiratet hat. Zu seiner Geliebten
hingegangen, verlobt und dann geheiratet. Zack, Zack, Zack. Aber so klar
wie er gegangen ist: Ich will nicht mit der Sünde teilhaben, aber die
Kraft ist Christus die mich treibt".
Es lohnt sich immer wieder bei den
Vätern zu Lesen, den das Beispiel das sie gemacht haben doch wichtig ist.
und ich kann mich nicht mit Ordnungen hier Reinhalten, sondern die
Gesetzlichkeit, die bewirkt in unserem Leben bloß, Verbitterung, Härte. Sie
kennen viele Christen, die dauernd Voll sind, weil sie Kindern dauernd
Vorschriften hersagen. Das nützt bei Kindern gar nichts. Wir müssen ihnen
die Liebe Jesu bringen. Wir können Kindern auch nicht sagen: Das darfst du
nicht machen und das auch nicht". Wenn sie Christus nicht kennen lernen,
dann hilft das andere nicht, sondern es hilft nur, wenn die Kinder Christus
kennen. Und dann kann man sagen: Da musst du achten, denn da gibt es
gefährliche Punkte im Leben und da kannst du Jesus um Hilfe bitten". Ich
sagte, es ist eine Kinderkrankheit, des Glaubens. Hans Franzenburg hat ein
ganz schönes Büchlein geschrieben, über die Kinderkrankheiten des Glaubens.
Zu den Kinderkrankheiten gehört z.B.: Schwärmerei. Auch jetzt wieder groß
in Mode. Das Leute ganz begeistert sagen: Da wird noch brennender Jesus
geliebt"! Da sage ich: Schön, in der ersten Liebe zu Jesus, da schäumt es
gerne". Und sie wissen ja was der Punkt immer ist. Nie über das Wort der
Bibel hinaus. Wo es irgendwo über das Wort der Bibel hinausgeht, ist nimmer
der Geist Gottes. Da wo Gott sich offenbart hat, ist der Geist Gottes. Der
Geist Gottes ist auch immer an das Wort Gottes gebunden. An dem erkennen
sie ihn. Es geht aber auch nie, über das Kreuz Jesu hinaus. Es ist die
größte Offenbarung, dass wir sündige Menschen gerecht werden. Wenn ich das
manchmal höre in diesen schwärmerischen Gruppen, dass sie sagen: Es war am
Anfang meiner Bekehrung ganz recht, jetzt sind wir weitergekommen in dem
Glauben". Und wissen sie wo diese sind? Auf dem Holzweg! Das wird in der
Sterbestunde unser einziger Trost sein, dass Christus für uns gestorben
ist. Was anderes wollen wir gar nicht sagen. Das sind Kinderkrankheiten.
Schwärmerei ist eine Kinderkrankheit. Aber auch das Gesetzliche. Das Leute,
kaum kommen sie zum Glauben, da freut man sich, Endlich hat es einer
geschafft, und dann sagen sie, sie haben es irgendwo in einem Heftchen
gelesen: Kindertaufe ist vom Teufel" man kann ja zustimmen, aber in der
Weise in der er es sagt, so ganz bestimmt nicht. In der letzten Gebetswoche
haben mich zwei von der Ortsgemeinde auch so gepackt. Es ist unheimlich. Da
kommt man gar nicht mal zu Wort und die wissen schon alles und wollen nur
eine bestimmte Antwort hören. Man kann sie nicht überzeugen, man kann nur
sagen: Der Herr segne dich". Aber man lässt sie laufen. Achten sie bitte
ein bisschen drauf, auf das wir in der Kinderkrankheit die kommt, weder
Keuschhusten sein muss, noch Masern oder Windpocken. Da muss ein Christ
auch durch und wir dürfen ihm Hilfe geben. Wir haben in der Gemeinde junge
Leute die zum Glauben kamen und nach jahrelangem Kämpfen ihre Eltern zum
Glauben geführt haben. Jetzt sind die Eltern dabei und die Kinder sind
wieder weg. Es ist wunderbar wie Kinder im Glauben wachsen, zunehmen und
Erkenntnis gewinnen, und auf einmal werden sie weggerissen. Also, das vom
Galaterbrief habe ich ihnen gesagt. Paulus hat gesagt: Bleibt in der
Freiheit, zu der euch Christus befreit hat". Das war alles aus der Freude
heraus für Jesus getan. Die Gesetze sind noch sehr gut für uns und wir
können uns an denen kontrollieren, ob es bei uns noch stimmt, aber wir
wollen nicht mit dem Gesetzbuch unterm Arm rumlaufen und gucken: Hmm, wie
soll ich in dieser Situation machen"? Wir leben einfach aus der Nähe Jesu
heraus und bitten ihn, dass er uns leitet. Und vor allem die Freude war ein
solches Motiv auch beim Zinzendorf immer, denn er war für ein fröhliches
Christentum. Das aus der Freude heraus zuerst gelebt wird und nicht wie
viele aus der Angst vor Verboten leben. Es gibt ja immer wieder solche
Wellen, dass einige sagen: Ja, aber das ist Okkult belastet und die Welt
ist Okkult belastet, aber ich lebe im Siege Jesu und ich weiß ja nicht was
der neben mir in der Straßenbahn vorher gemacht hat, das bekümmert mich
nicht, denn ich bin unter Jesu Hand geborgen". Ich lebe mit Jesus und freu
mich dran und ich freu mich, dass er den Sieg hat. Und dann habe ich meine
Heiligung! Ich stelle mich unter seine Kraftwirkung und seinen Schutz. Das
der böse Feind keine Macht über mich haben kann. Das kann bloß Jesus
verhindern. Ich nicht. Wie Paulus im Galaterbrief kämpft. Es gibt kein
anderes Evangelium. Es gibt bloß die Kraft Jesu. Titus 2, 11: Es ist
erschienen die heilsame Gnade Gottes". Das ist die Kraft, der Gnade Gottes.
Seine Vergebung, seine Liebe und seine Barmherzigkeit. Die nimmt uns in
Zucht. Die Gnade Gottes ist so kostbar und teuer, dass sie mich in Zucht
nimmt. Sie zähmt mich, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und dem
Begierden und dass wir Fromm und Besonnen in dieser Welt leben und warten
auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes.
Die einzige Kraft die mich wirklich treibt zum Guten, ist doch nur die
Kraft Jesu.
Ich erzähl immer wieder gern die Geschichte vom Wesley. Er war
ein toller Mann, ein großer Reiter vor dem Herrn. Es hat irgendjemand
ausgerechnet, wie viele Mill. Meilen er geritten ist, ein Engländer auf
einem Standbild. Da sitz er auf dem Pferd, hat die ganze Bibliothek auf
seinem Pferd mitgeführt, ist oft vom Pferd gefallen, wenn er in einem
griechischen Klassiker vertieft war, ein toller Mann gewesen. Der Wesley
ist ja rausgeflogen aus seiner Kirche, hat immer auf Friedhöfen gepredigt,
so ist die Methodistenkirche entstanden, leider sind weite Teile der
Methodistenkirche in Amerika nicht mehr in der ursprünglichen Form, sondern
sind sehr liberal und freigeistig geworden. Das tut uns immer weh, wenn das
so geht durch die Jahrhunderte. Aber dieser Wesley war als junger Mann ein
sehr gesetzlicher Christ. Er hat in Oxford den Heiligen Club" gegründet
und dort haben sie jede Minute ihres Lebens verplant. Eine Kinderkrankheit
des Glaubens. Daher hatten sie auch den Namen: Heiliger Club". Sein Beruf
stand fest: Er wird Missionar werden, ist aber im Missionsbüro gescheitert,
wegen einer Frauengeschichte und die Missionsleitung hat ihn Heim
geschickt. Sehen sie? Wenn man nicht dafür berufen ist, scheitert man immer
daran. Er war 1737 in London, irrt durch die Straßen und hört Leute singen.
Es war eine Versammlung der Herrnhuter. Er tritt in diese Versammlung ein
und dort wird gerade Luthers Vorräte zum Römerbrief gelesen. Luther hat ja
oft in der Formulierung ganz gute Stücke gehabt und da hat Luther in
manchen Ausgaben über den Glauben folgendes gesagt: Der Glaube ist ein
mächtig, tätig und ein schaffendes Stück"! Der Glaube ist etwas Aktives.
Der Glaube, die Verbindung mit Jesus, ist so was mächtiges, es ist gar
nicht möglich, dass der Glaube nicht etwas bewirkt. Das er untätig wird.
Das kann er gar nicht. Er muss einfach wirken. Und das hat den Wesley
umgeschmissen. Da hat er gesagt: Die Kraft kenn ich noch nicht. Die Kraft
Jesu die mein Leben bestimmt", die kannte er einfach nicht. Nur die
Gesetzesordnungen. Obwohl er ein Christ war. Und dann wurde Wesley dieser
große Evangelist. Später hat er gesagt: Das erst war meine Bekehrung" und
dabei war er von Kind auf Christ. Aber die Freude des Evangeliums hat er
erst dort verstanden. Er ist damals dem Zinzendorf nachgereist und war
nahezu entsetzt und meinte: Die Herrnhuter treiben es aber arg mit der
Freiheit". In Herrenhut muss es nur nach Lust gegangen sein. Der Wesley hat
sich auch über die Zinzendorf Männer aufgeregt. Der Zinzendorf war ein sehr
starker Barockmensch, genial. Einfach mal abends um elf die Glocken
geläutet und gesagt: Ich möchte mit euch jetzt einen Gottesdienst
verbringen". Und da sind alle Leute in Schlafanzügen gekommen. Dann hat er
gesagt: ich habe euch ein Lied gedichtet". Er hat ja immer ohne Zetteln
gedichtet, einfach nur runtergesagt. So ist das Lied, Jesus geht vorbei,
entstanden. Ein genialer Mensch. Aber in einer heiligen Unordnung, ein
Chaot auch in manchen Stücken. Ein frommer Chaot. Und das war dem Wesley
mit seinem ganz pedantischen Ordnungssinn, zu wieder und er entsetzt Von
Herrenhut abgereist. Zinzendorf ist im nach gereist und hat eine ganze
Nacht lang mit ihm gesprochen. Da hat er ihm gesagt: seine ganze
Jesusliebe, sei sein ganzer Inhalt und er wolle gar nichts mehr einem
Christen mitgeben, als die Lebensordnungen", so ein gefährliches Wort. In
der Freude für Jesus tun wir, was uns Freude macht. Das war so ein Mensch
der so nah zu Jesus stand, der so klar denken konnte und biblisch geprägt
war, dass man ihn gar nicht missverstehen konnte. Im war es so wichtig, von
der Freude her zu denken. Von der Jesusnähe heraus zu denken und nicht von
den Verboten her. Und von der Heiligung seines Lebens her zu kommen die
sein Leben innerlich erfüllt. Das ist mir wichtig, dass das ihr mal
begreift und dann es auch sieht. Epheserbrief 1, 14: Er, Jesus, ist das
Unterpfand unseres Erbes zu unserer Erlösung, zum
Lobe seiner Herrlichkeit". Vers 4: Wie er uns den in ihm erwählt hat, ehe
der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig sein sollten vor
ihm in der Liebe". Das wir Heilig sein sollten. Ich bin traurig, weil es
heute ganz viel Wert auf besondere Geistesgaben gelegt wird. Doch ich
glaube, dass die Heiligung unseres Lebens einen viel größeren Stellenwert
hat. Im ersten Petrusbrief haben wir es ganz ähnlich. 1. Petrusbrief 1, 16:
Denn es steht geschrieben, ihr sollt Heilig sein, denn ich bin Heilig".
Noch einmal an dieser Stelle betätigt. Wir sollen uns verändern durch
Erneuerung unserer Sinne, dass wir uns nicht der Welt gleichstellen.
Hebräer 12, 14: Jaget dem Frieden nach mit jedermann und Heiligung, ohne
die niemand den Herrn sehen darf". Wir können nicht in der Sünde beharren.
Und das ist merkwürdig, dass wir den Punkt immer so unklar in der Gemeinde
auf lassen. Es muss zu einer Klärung der unguten Verhältnisse kommen, sonst
können wir nicht mit Gott im Frieden sein. Das ist auch eine Not unserer
Abendmahlsform, wo wir das Abendmahl so pauschal anbieten. Und da haben
manche Gruppen natürlich Recht, die sagen, dass das nicht geht. Ihr müsst
das doch vorher zur Klärung bringen, zur Seelsorge oder andere Leute
fragen. Und das ist irgendwo wichtig zu fragen: Wie sieht dein Leben, hast
du alles vor Gott ins reine gebracht? Ihr müsst es euch immer wieder sagen,
dass sie sich nicht selber hier in einen Seelischen Konflikt hinein treiben
lassen, der am Ende sie auch kaputt oder krank macht. Denn man kann Gott
nicht betrügen und dann einfach sagen: Gott wird mir doch noch den Frieden
geben". Epheser 4, 24: Ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott
geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit". Epheser 5,
25: Ihr Männer liebet eure Frauen, gleichwie auch Christus die Gemeinde
geliebt und sich selbst für sie dahin gegeben hat". Das ist das Bild,
Gottes großer Liebe zu der Gemeinde, verglichen mit der Ehe. Er will sie
reinigen. Die besondere Not unserer vorkirchlichen Gemeinde ist, dass das
Gemeindeverständnis nicht mehr geben können. Weil wir dauernd vor einer
fülle von Menschen leben, deshalb bin ich so froh, wenn sie verbindlich
Hausgemeinschaften verleben mit Freunden. Wir wollen uns auch gegenseitig
zurechtweisen und uns unter die Kritik des Wortes Gottes stellen. Es gehört
eben auch dazu, dass Jesus seine Gemeinde heiligen kann. Er wolle die
Gemeinde vor sich stellen ohne Flecken, oder Runzeln oder so was in der
Art, sondern dass sie Heilig und Untadelig sei. Die ersten
Christengemeinden waren auch sehr fehlerhaft, doch Christus will sie
reinigen und heiligen. Darum arbeitet er auch an uns. Wir haben uns lange
in unserem Leben abgemüht unsere Missstände abzustellen, aber es ist nicht
gelungen. Doch als ich ihn in mein Leben eingelassen hab, da strömte seine
Liebe ihn mein Herz. Als ich mich Jesus überlassen hab, da hab ich den
Frieden und die Heiligkeit bekommen. Sein Kreuz bedeckt meine Schuld, sein
Blut macht Hell mich und Rein. Ich will noch zum Schluss was erzählen von
einem Missionar in China der viel für Gott gewirkt hat. Er kam aber auch in
Schwächephasen wo er einfach nicht mehr weiter wusste und da bekam er einen
Brief von einem Freund. Dieser Brief hat ihn so aufgerichtet und erquickt,
dass er sagte: Ich habe jetzt erst zum den Christus richtig erkannt". Es
ist immer so in unserem Christenleben, dass wir die Kraft Christi nicht
kennen. Der Missionar meinte: Mir war so, als ob ich nur genippt hätte von
einem unendlichen See". Das ist die Kraft die uns heilig macht. Der Herr
selber. Und es ist wichtig, dass wie unsere Lebensbeziehungen konkret
ändern und zwar die ganz alltäglichen Leibfragen, Geldfragen,
Spannungsfragen mit Menschen. Wie lebt man da, wie geht man da um. Da will
Jesus der Herr sein, da möchte er seine Macht erweisen und da will er sie
segnen in ihrem Dienst.

