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Der Einzug in Jerusalem – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 677/696
13.02.2026Matthäus 21,1-5
SERIE - Teil 677 / 696Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 677: Der Einzug in Jerusalem, Teil 2
 Markus 11,1-7

Vorbereitung auf den Einzug in Jerusalem

Und als sie sich Jerusalem, Bethfage und Bethanien gegen den Ölberg hin nähern, sendet er zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen:
„Geht in das Dorf, das euch gegenüberliegt. Und sogleich, wenn ihr dort hineinkommt, werdet ihr einen Fohlen angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen hat. Bindet es los und führt es her.

Und wenn jemand zu euch sagt: ‚Warum tut ihr dies?‘, so sagt: ‚Der Herr braucht es und sendet es gleich wieder hierher.‘“

Sie gingen hin und fanden einen Fohlen angebunden an der Tür draußen auf dem Weg, und sie banden es los. Einige von denen, die dort standen, fragten sie: „Was tut ihr, dass ihr das Fohlen losbindet?“

Sie aber sprachen zu ihnen, wie Jesus gesagt hatte, und sie ließen sie gewähren.

Sie brachten das Fohlen zu Jesus, legten ihm ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf.

Symbolische Bedeutung des Fohlens

Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Als die Volksmenge beginnt, ihn mit Hosannerrufen und Palmzweigen zu feiern, schickt er zwei seiner Jünger los. Sie sollen aus einem Dorf ein Reittier holen, das Fohlen eines Esels. Dieses Tier hat noch nie ein Mensch geritten.

Weil Jesus weiß, dass dieses Verhalten merkwürdig erscheinen könnte, gibt er seinen Jüngern einen Hinweis, was sie sagen sollen, falls jemand nachfragt: „Wenn euch jemand fragt, warum ihr das tut, sagt, der Herr braucht es und wird es gleich wieder zurückschicken.“

Das Fohlen wird zu Jesus gebracht. Da es noch nie geritten wurde, hat es selbstverständlich keinen Sattel. Die Jünger legen ihre Kleider auf das Tier, und Jesus setzt sich darauf.

Nirgendwo sonst lesen wir davon, dass Jesus auf einem Tier geritten ist. Wenn es hier geschieht, muss es von besonderer Bedeutung sein.

Erfüllung der Prophetie im Einzug

Und Matthäus zeigt uns, wie sich hier Prophetie erfüllt. In Matthäus 21, Verse 1 bis 5 heißt es:

Als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage kamen, das am Ölberg liegt, sandte Jesus zwei Jünger zu ihnen. Er sprach zu ihnen: „Geht hin in das Dorf, das euch gegenüberliegt. Dort werdet ihr sogleich eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und führt sie zu mir. Wenn jemand etwas zu euch sagt, sollt ihr antworten: Der Herr braucht sie. Und sogleich wird er sie euch senden.“

Diese Handlung geschah, damit erfüllt wurde, was durch den Propheten gesagt ist. Er spricht: „Sagt der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und auf einer Eselin reitend, und zwar auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.“

Bedeutung der Prophetie für die Gemeinde

Lasst uns gedanklich kurz bei der Prophetie stehenbleiben. Es heißt: Sagt der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir – sanft, mutig und auf einer Eselin reitend, und zwar auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

Fragen wir uns zuerst, auf welche Stelle in den Propheten sich Matthäus bezieht. Das ist wohl zunächst Sacharja 9,9. Dort heißt es: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir, gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, dem Jungen der Eselin.“

Das ist die Hauptstelle, auf die sich Matthäus bezieht. Es kann aber auch sein, dass er ein klein wenig an Jesaja 62,11 denkt, wo es heißt: „Sagt der Tochter Zion, siehe, dein Heil kommt.“

Bleiben wir jedoch bei Sacharja 9,9 und schauen wir uns die Prophezeiung etwas genauer an.

Die Bedeutung von „Tochter Zion“

Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem!

Der Zion war ursprünglich eine Bergfestung der Jebusiter. David eroberte diese Festung und baute sie zu einer königlichen Residenz um. Die von David erbaute Burg wird später als Stadt Davids oder einfach Zion bezeichnet. Spätestens bei Jesaja wird Zion zu einem Synonym für Jerusalem.

Die Formulierung „Tochter Zion“ steht deshalb zunächst für die Einwohner von Jerusalem. Doch die Bedeutung geht noch weiter: Wenn Gott seinem Volk Rettung zuspricht, wird die Tochter Zion ausdrücklich als heiliges Volk oder als die Erlösten des Herrn bezeichnet.

„Tochter Zion“ beschreibt dann die von Gott gereinigte und gerettete Gemeinschaft des Volkes Gottes. Das Neue Testament greift dieses Bild von einer Stadt, die für eine Gemeinschaft von Gläubigen steht, auf. Es spricht vom himmlischen Jerusalem als der Gemeinschaft der Gläubigen.

So kann man die Formulierung „Tochter Zion“ auch als Typos oder Vorausschau auf die Ekklesia und Braut des Messias verstehen. Diese wird in Offenbarung 21,9 als heilige Stadt Jerusalem bezeichnet.

Kontext und Bedeutung der Prophezeiung

Aber zurück zu unserem Text: Wenn in Jesaja 62 und Sacharja 9 gesagt wird „Sagt der Tochter Zion“ oder „Juble laut, Tochter Zion“, dann sind damit die Einwohner von Jerusalem gemeint.

Da es sich um einen Zuspruch handelt, der mit Rettung zu tun hat, steht die Stadt mit ihren Einwohnern für das von Gott gerettete und erlöste Volk.

In Sacharja 9, Vers 9 heißt es: „Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir, gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.“

In Sacharja 9 wird eine Bewegung beschrieben: Gott übt Gericht, er bewahrt Jerusalem, und dann kommt der König, der einen weltweiten Frieden initiiert.

Das Kommen des Königs ist dabei in Sacharja 9 der Wendepunkt der Ereignisse.

Charakterisierung des kommenden Königs

Wie wird dieser König beschrieben? Gerecht, siegreich, demütig und auf einem Esel reitend.

Beginnen wir mit gerecht. Gerecht bedeutet hier nicht nur moralisch integer zu sein. Er lebt nicht nur gerecht, indem er die Sünde hasst, sondern er ist ein gerechter König im Sinne der Verheißung aus Jeremia 23,5.

 Jeremia 23,5: „Siehe, Tage kommen“, spricht der Herr, „da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken, der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben.“

Der gerechte König ist im alttestamentlichen Königsverständnis ein weiser König. Er übt seine Regentschaft in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes und der Tora aus. Dabei verhilft er vor allem den Armen und Elenden zu ihrem Recht und befreit sie aus der Hand des Bösen.

Messianisch zugespitzt klingt das im nächsten Vers so:

 Jeremia 23,6: „In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, und Israel wird in Sicherheit wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der Herr unsere Gerechtigkeit.“

Oder mit den Worten des Apostels Paulus:

 1. Korinther 1,30: „Aus ihm aber kommt es, dass ihr in Christus Jesus seid, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit.“

Man erkennt, der Mann auf dem Eselsfohlen ist der gerechte König, der für sein Volk als Retter erscheint und die Personifizierung göttlicher Königsgerechtigkeit darstellt.

Einladung zur persönlichen Betrachtung

Was könntest du jetzt tun? Stell dir den Einzug in Jerusalem in Ruhe vor.

Welche Gedanken und Gefühle kommen dir in den Sinn, wenn du dir Jesus auf dem Fohlen vorstellst?

Das war es für heute. Überlege, ob es in deinem Leben nichtige Dinge gibt, die du loslassen kannst, um mehr Zeit für das Gebet und echte Ruhe zu gewinnen.

Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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