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Der Zweite Petrusbrief (Teil 11/12) — 2. Petrus 3, 11-13

2. Petrus 3,11-1306.01.2012
SerieTeil 11 / 12Weinsberg 2012 - Der Zweite Petrusbrief
Warum so lange warten? Gottes Eingreifen kommt plötzlich – und genau das stellt die Frage: Lebst du schon für das, was bleibt, oder noch für das, was vergeht?

Der Blick auf das kommende Eingreifen Gottes

Wir wollen heute Nachmittag noch einmal den zweiten Petrusbrief betrachten, vor allem das letzte Kapitel und die letzte Hälfte des letzten Kapitels. Wir haben ja gesehen, dass man den Petrusbrief in sieben Teile einteilen könnte. Wir haben auch gesehen, dass der Briefeingang und der Briefschluss einander entsprechen. Auch der zweite Teil, der Aufruf im zweiten Teil, und der Aufruf im vorletzten Teil entsprechen einander.
Wir wollen uns heute diesen Aufruf noch gemeinsam durchlesen. So wie wir im zweiten Teil einen Aufruf zum geistlichen Fortschreiten im Blick auf den Eingang ins ewige Königreich Christi hatten, so werden wir jetzt hier in Kapitel 3, Verse 11 bis 17, in dem vorletzten Teil aufgerufen zu einem richtigen Verhalten im Blick auf das zukünftige Eingreifen Gottes.
Ich habe hier dann eine Gliederung dieser Verse 11 bis 17. Also: Angesichts dieser Wahrheiten, die Petrus in diesem Brief dargestellt hat, gilt es, sich entsprechend zu verhalten.
Zwischen der Verheißung des Herrn Jesus, dass er wiederkommen wird, und heute ist ja eine beträchtlich lange Zeit vergangen. Auch zwischen der Verheißung, dass Jesus wiederkommen wird, und der Zeit, als der Petrusbrief geschrieben wurde, waren immerhin schon mehr als dreißig Jahre vergangen. Heute sind es schon bald zweitausend Jahre. Aber der Herr ist immer noch nicht wiedergekommen, und das könnte für den einen oder anderen eine Versuchung sein. Man könnte sich denken: Wieso muss man denn so lange warten, bis der Herr Jesus wiederkommt? Er hat doch versprochen, wiederzukommen.
Nun, wir haben gelesen in Kapitel 3, Verse 8 und 9, dass die verstrichene Zeit kein Anzeichen dafür ist, dass Gott seinem Wort untreu ist. Nein, und wir haben auch gelesen, dass die verstrichene Zeit kein Anzeichen dafür ist, dass Gott irgendwie etwas verpasst hat und zu spät gekommen ist. Nein, sondern es ist ein Zeichen seiner Liebe und seiner Geduld, weil er möchte, dass Menschen gerettet werden und noch Raum zur Umkehr haben.
Der Zeitpunkt, wann er wiederkommen wird, ist uns nicht gesagt. In Vers 10 haben wir gelesen, dass der Zeitpunkt des Tages des Herrn ungewiss ist. Er wird kommen, aber er wird ohne Voranmeldung kommen. Er wird aber plötzlich da sein, dieser Tag des Herrn, an dem der Herr Jesus wiederkommt und an dem er dann sein Königreich aufrichten wird und an dem er dann am Ende des tausendjährigen Reiches Himmel und Erde vergehen lassen wird.
Aber weil es so ist, dass dieser Tag ganz plötzlich da sein wird und weil es so ist, dass diese alten Himmel und die alte Erde vergehen werden, deshalb sollten die Christen ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen bis zu diesem Tag. Also hier einige Punkte, die Petrus uns gibt, wie wir uns verhalten sollen.

Ein Leben, das auf das Bleibende ausgerichtet ist

Das Erste: Ich habe hier eine heilige Lebensführung und eine rechte Ehrfurcht.
Also sollen wir im Blick darauf, dass Himmel und Erde vergehen werden, eine heilige Lebensführung und rechte Gottesfurcht und Ehrfurcht an den Tag legen. Da dieses alles aufgelöst werden wird, solltet ihr so und so und so sein. Das ist der Hauptsatz, oder? Da dieses alles aufgelöst werden wird: Welcher Art Leute solltet ihr sein?
Petrus möchte, dass seine Leser daran denken, dass es sich nicht lohnt, für vergängliche Dinge zu leben. Wir Menschen wurden für die Ewigkeit geschaffen, und nur für die Ewigkeit geziemt es sich zu leben. Alles andere zahlt sich nicht aus. Es zahlt sich nicht aus, dass wir Menschen nur für eine kurze Zeit Lust in dieser Welt gelebt haben. Gott will nicht in erster Linie, dass wir einfach eine Zeit lang da irgendetwas tun und dann ist es aus. Nein, Gott hat uns für die Ewigkeit geschaffen. Gott möchte, dass wir im Blick auf die Ewigkeit leben.
Und wenn wir dann an die Ewigkeit denken, werden jetzt viele von uns denken: Okay, gut, das heißt, ich muss viel dienen und viel leisten, dann wird der Herr mit mir zufrieden sein. Das sagt aber Petrus nicht. Petrus sagt nicht: Im Blick darauf, dass es eine Ewigkeit gibt, arbeitet fest. Natürlich sollen wir arbeiten, aber das ist nicht das Erste.
Was ist ihm im Blick auf die Ewigkeit das Wichtigste? Wie soll unsere Lebensart sein? Er wird nicht von Dienen sprechen, er wird von einer heiligen Lebensführung und Gottesfurcht sprechen. Das soll uns prägen. Dass es eine Ewigkeit gibt, soll uns dazu motivieren, dass wir heilig leben. Das ist dem Herrn viel wichtiger: ein heiliger Charakter, eine Gottesfurcht unseres Herzens. Das ist dem Herrn viel wichtiger als unsere Leistungen.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, und wir denken immer zuerst an Leistung. Man trifft irgendeinen Christen, und er erzählt: Ich frage, was tust du so, wie geht es dir? Dann sagt er: Ah, das mache ich für den Herrn, und das mache ich für den Herrn, und das tue ich auch noch, und das mache ich auch noch. Und er denkt sich: Ich bin ein guter Christ, oder? Was ich alles leiste für den Herrn. Aber der Herr zählt nicht so. Dem Herrn ist viel wichtiger, was wir sind, als was wir tun. Der Herr möchte, dass unser Leben von seiner Heiligkeit geprägt wird und von einer Gottesfurcht.
Da dieses alles aufgelöst werden wird, welcher Art Leute sollt ihr sein? Oder: Von welcher Art sollt ihr sein? Man könnte ja auch übersetzen: von welcher Herkunft. Also: Was für adelige Leute solltet ihr sein, von welcher adeligen Herkunft? Man sollte an eurem Leben feststellen können, dass ihr von einer hohen Herkunft seid, von einer würdigen Herkunft.
Herkunft bedeutet: Wenn Leute von jemandem abstammen, wenn zum Beispiel jemand von einem Prinzen oder von einem Fürsten abstammt oder von einem wichtigen Fürstengeschlecht kommt, dann werden die Kinder entsprechend erzogen, oder? Sie sagen: Das gebührt sich so, für ein Fürstengeschlecht sich so zu benehmen. Oder ein Adelsgeschlecht, das benimmt sich so und so, ja?
Und jetzt sagt Petrus: Welcher Herkunft seid ihr? Was für Art Leute solltet ihr sein? Und im Griechischen steht hier: von welcher Art Herkunft, von welcher Adelsherkunft sozusagen geprägt solltet ihr sein? Was soll euer Leben zeigen? Ja, also wie sollten wir sein?
Und er erwähnt dann diese drei Dinge: in heiliger Lebensführung, in rechter Ehrfurcht, und solche, die erwarten und ereilen die Ankunft des Tages Gottes.

Die innere Prägung des Christen

In Vers 11a, also am Anfang von Vers 11, sehen wir die Motivation. Was soll uns motivieren zu einer Lebensführung in Heiligkeit und in Gottesfurcht? Die Tatsache, dass dieses alles aufgelöst werden soll. Also die Tatsache, dass diese Welt nicht besteht und nicht lange bestehen wird, soll uns motivieren, für das Ewige zu leben.
Wir haben das schon öfter gesagt in diesen Tagen: Der Mensch möchte sein Leben für etwas einsetzen, das ihn überdauert. Diese Sehnsucht hat der Mensch. Er möchte, er hat sozusagen eine Ewigkeit im Herzen, und er möchte ewig leben. Jeder, auch die Ungläubigen, sie möchten ewig leben. Diesen Wunsch hat Gott in ihr Herz gelegt. Und sie möchten aus ihrem Leben etwas Sinnvolles machen, das die Ewigkeit hindurch dauert.
Und der Christ hat eine wunderbare Erfüllung, denn das, was der Herr Jesus durch unser Leben tun wird, das wird ewig bleiben. Ich habe mir Gedanken gemacht über die Dinge, die ewig bleiben. Ich wurde angeregt durch einen Bruder vor vielen Jahren, der einmal darüber gepredigt hat, was bleibt, was bleibt eigentlich im Leben. Und dann hat er einige Dinge aufgezählt, und ich habe mir dann weiter Gedanken darüber gemacht.
Es gibt fünf Dinge in der Bibel, von denen steht, dass sie bleiben.
Das Erste, das bleibt, ist Gott. In Hebräer lesen wir: „Himmel und Erde, sie werden veralten, du aber bleibst.“ Hebräer 1,11-12. Die Erde hier wird veralten, Gott aber bleibt. Mit Gott möchte ich mich beschäftigen. Das soll mein Lebenselement sein, das soll mich beschäftigen, das soll der Inhalt meines Lebens sein.
Zweitens, was bleibt noch? Nun, in der Bibel steht, dass das Wort Gottes bleibt. 1. Petrus 1,23. Da heißt es, er hat uns wiedergeboren, nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige und ewig bleibende Wort Gottes. Das bleibt. Dann soll das Wort Gottes mich ständig beschäftigen. Das ist etwas, was bleibt.
Und drittens, was bleibt noch? Nun, im Psalm 125, ich glaube, es ist Vers 1 oder Vers 2, dort heißt es: Die auf den Herrn vertrauen, die sind wie der Berg Zion, der ewig bleibt. Die auf den Herrn vertrauen, die bleiben ewig. Wenn jetzt irgendjemand da ist, der dem Herrn vertraut, der bleibt ewig. Das sind meine Geschwister auf der ganzen Welt, Menschen, die dem Herrn vertrauen, Menschen, die Christus als ihren Herrn angenommen haben. Das sind Menschen, die ewig bleiben. Für die zahlt es sich aus zu leben, für die zahlt es sich aus, das Leben einzusetzen. Die bleiben ewig, und was wir ihnen tun, das bleibt ewig.
Und viertens: Was bleibt noch? Das Erste ist Gott, das Zweite das Wort Gottes, das Dritte die Gemeinde Gottes, das Vierte ist Frucht. In Johannes 15,16 sagt der Herr Jesus: Ich habe euch gesetzt, dass ihr hingeht und dass ihr Frucht bringt und dass eure Frucht bleibe. Alles, was der Herr Jesus Christus durch uns wirken wird, das wird bleiben. Und eines Tages werden wir in der Ewigkeit dastehen und vor dem Herrn Jesus stehen, und dann wird von unserem Leben etwas geblieben sein. Wir werden zum Herrn Jesus sagen: Alles, was du durch mich getan hast, das ist geblieben. Alles andere vergeht. Aber was der Herr Jesus Christus getan hat, die Frucht, die er gewirkt hat in unserem Leben, die bleibt. Es ist seine Leistung, es ist sein Wirken. Frucht der Gerechtigkeit, Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube oder Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Dinge, die der Herr Jesus in uns vollbringt. Frucht des Herrn Jesus, das bleibt.
Und fünftens, was bleibt noch? Nun, die Seele jedes Menschen oder der Geist des Menschen. Es heißt einmal in Prediger 12,7: Der Mensch wird zu Staub und geht zur Erde, und der Geist geht zu Gott zurück, der ihn gegeben hat. Jeder Mensch kommt eines Tages, jeder Geist des Menschen kommt eines Tages in die Verfügungsgewalt Gottes zurück. Und hoffentlich kommt er dorthin zurück als ein Geretteter und nicht als ein Verlorener. Denn wenn der Mensch sich nicht bekehrt, dann bleibt er nicht. Aber der Mensch ist ewig wertvoll, geschaffen. Und dann möchte ich mein Leben einsetzen, damit Menschen, die für die Ewigkeit geschaffen wurden, dass sie bleiben, indem sie, wenn ihr Geist zurückgeht zu Gott, nicht in die Hölle gestoßen werden, sondern mit Freuden empfangen werden im himmlischen Reich.
Fünf Dinge, die bleiben. Und das soll mein Leben lang mich beschäftigen, das möchte ich bewegen. Dafür zahlt es sich aus, gelebt zu haben, eines Tages, wenn wir zurückblicken auf unser Leben.
Aber hier: Welcher Art sollte man jetzt sein, Vers 11? Welcher Art sollen die Leser sein? In heilige Lebensführung, sagt er, ein heiliges Leben, Heiligkeit. Was heißt eigentlich heilig? Heilig bedeutet zweierlei. Heilig bedeutet zum einen rein, denn das Gegenteil ist unrein. Das Gegenteil von heilig ist unrein, und so ist heilig rein, gereinigt. Und heilig bedeutet abgesondert von der Sünde oder abgesondert von der Welt und hin zu Gott zugeordnet.
Wenn man also im Alten Testament irgendetwas hatte, irgendeinen Gegenstand für den Tempel oder so, dann hat man ihn abgesondert von dem üblichen Gebrauch und hat ihn Gott zugeordnet. Das gehört jetzt für den Herrn. Da waren die Frauen zur Zeit von Mose. Die haben ihre schönen Spiegel gebracht, die waren aus Kupfer, und man hat sie zur Stiftshütte gebracht oder zu Bezalel, der die Stiftshütte bauen sollte. Und da haben sie ihre Gegenstände, die sie für das alltägliche Leben gebraucht hatten, jetzt dem Bezalel gegeben. Der hat jetzt daraus Kupferbeschläge gemacht, zum Beispiel für den Altar, für den Brandopferaltar und für andere Gegenstände. Das heißt, man hat diese Gegenstände genommen und hat sie dem Herrn zur Verfügung gestellt. Dann wurden sie natürlich noch gereinigt, und dann wurden sie verwendet für den Herrn. Das heißt heilig.
Auch wir sind so. Wenn der Herr uns herausgenommen hat aus dieser Welt, wenn wir uns bekehrt haben zu Christus, hat er uns herausgenommen aus dieser Welt und hat uns gereinigt von unseren Sünden. Und jetzt sind wir Gott zugeordnet worden, das heißt, jetzt gehören wir ihm. Und Petrus sagt: Eure Lebensführung soll so sein, ihr solltet Menschen von solch einer Art sein, die eine heilige Lebensführung an den Tag legen, abgesondert von dem täglichen Gebrauch und zugeordnet für Gott.
Wir haben ja auch zu Hause in der Küche vielleicht besonderes Geschirr, oder? Das ist für Festtage. Das ist heiliges Geschirr, das ist zugeordnet für die Festtage oder für die Gäste oder für wen auch immer. Wichtig ist: Dinge haben wir für den täglichen Gebrauch, und Dinge haben wir für ganz speziellen Gebrauch. Und so sind Christen auch. Wir wurden herausgenommen vom täglichen Gebrauch, und jetzt wurden wir für den speziellen Gebrauch Gott zugeordnet. Und der spezielle Gebrauch ist Gottesdienst. Unser ganzes Leben ist Gottesdienst, nicht was wir am Sonntagvormittag oder -nachmittag tun, ist Gottesdienst. Das ganze Leben ist Gottesdienst.
Paulus spricht davon in Römer 12,1, dass wir unsere Leiber darbringen als Opfer, als lebendiges und heiliges Opfer. Das sei euer logischer Gottesdienst, sagt der Apostel Paulus. Der einzige logische Gottesdienst, die einzige logische Schlussfolgerung auf das hin, was Gott für uns getan hat, ist, dass wir uns ihm zur Verfügung stellen und sagen: Hier bin ich, Herr, hier ist mein Körper, und hier sind meine einzelnen Glieder. Herr, nimm meine Augen, nimm meinen Mund, nimm meine Zunge. Sie soll für dich sprechen, und meine Augen, sie sollen für dich schauen, und meine Füße, sie sollen für dich gehen und sollen für dich etwas Schönes hervorbringen. Durch den Christus in uns.
Also eine heilige Lebensführung, sagt der Apostel Petrus. Und wir dürfen uns dann fragen: Sehen die Menschen an meinem Leben, dass sich an mir zeigt, dass diese Welt vergehen wird, dass es sich nicht auszahlt, für diese Welt zu leben? Denken sie sich: Der lebt für eine andere Welt. Dann denken sie richtig. Der lebt nicht für diese Welt, der lebt für etwas anderes. Und das dürfen wir auch bekennen, oder? Wir dürfen den Leuten sagen, die uns fragen: Warum machst du das? Warum bist du so? Da sage ich: Ich lebe für eine andere Welt, ich lebe für einen anderen König. Gott wird eines Tages sein Königreich aufrichten.
Also das ist das eine: heilige Lebensführung. Und rechte Ehrfurcht, sagt der Apostel Petrus. Es soll sichtbar werden in meinem Leben, dass ich Gott ehrfürchtig gegenüber bin, dass ich Gott verehre. Mein Leben also, bei Ihnen steht vielleicht in der Übersetzung Gottseligkeit, das bedeutet so viel wie richtige Verehrung, richtige Frömmigkeit. Mein Leben soll so sein, dass man merkt: Hier ist ein Mensch, der Gott in rechter Weise verehrt.
Also unser Leben soll diese Lehre unterstreichen, dass der Herr Jesus wiederkommen wird und dass diese Welt vergehen wird. Man soll an uns erkennen können: Ah, diese Christen, die leben für eine andere Welt, und sie leben ein Leben in Ehrfurcht vor Gott.

Aktiv warten und dem Tag Gottes entgegengehen

Weiter in Vers zwölf am Anfang: Was sollen die Leser tun? Das steht hier in Vers zwölf: „erwartend und ereilend die Ankunft des Tages Gottes“, oder vielleicht steht bei Ihnen: „indem ihr erwartet und ereilet die Ankunft des Tages Gottes“.
Wie erwarten wir und wie ereilen wir den Tag Gottes und die Ankunft dieses Tages? Was bedeutet „ereilen“? Manche Übersetzungen haben hier vielleicht „beschleunigen“. Wie können wir den Tag Gottes beschleunigen? Was ist damit gemeint? Vielleicht haben andere Übersetzungen „hinzueilen“. Aber hier ist noch mehr gemeint als nur hinzueilen. Natürlich eilen wir hinzu, aber es ist hier noch mehr. Es ist ein Beschleunigen.
Aber wie können wir den Tag des Herrn beschleunigen? Steht der nicht fest? Hat Gott ihn nicht schon bestimmt? An diesem Tag werde ich wiederkommen, wird Jesus Christus wiederkommen. Ja, das hat er bestimmt. Einen Tag hat er festgesetzt. Ja, aber wie können wir diesen Tag beschleunigen?
Nun, das ist ein bisschen ein bildhafter Ausdruck. Wir sind einfach fleißig, und dadurch, dass wir fleißig sind, machen wir so: Wir sagen, jetzt kommt er gleich, jetzt muss ich noch schnell das erledigen, weil jetzt kommt er gleich.
Ein Bruder, Herbert Janssen, hat mir mal erzählt, ich arbeite sehr eng mit ihm zusammen, und er hat erzählt, dass er aus der Bauern-, aus der Landwirtschaft kommt. Dort hatten sie Pferde, und man musste immer wieder mit den Pferden pflügen. Als es Abend wurde, musste man immer noch so eine Runde fahren mit den Pferden. Und wenn die Pferde Richtung Bauernhaus gingen, dann gingen sie schneller, weil sie dachten: Jetzt geht es dann in den Stall, oder? Oder als dann noch eine Kurve kam, dann waren sie wieder langsamer. Aber als es wieder die Wende war Richtung Bauernhaus, gingen sie wieder schneller.
Und so sind sie hinzugeeilt, weil sie dachten: Jetzt ist dann gleich der Tag vorbei, und jetzt endlich ist Schluss damit. Und so ist es auch in unserem Leben, so soll es auch sein. Wir sollen in Richtung Tag des Herrn eilen. Jetzt ist es gleich aus, jetzt habe ich nicht mehr viel, aber ich möchte das noch schnell erledigen.
Ich habe eine Schwester in Rumänien, eine alte Schwester, die einen Brief geschrieben hat, den sie mir gezeigt hat. Da habe ich diesen Brief gelesen. Da schreibt sie einem Bruder: Jetzt bin ich schon so alt, und es könnte sein, dass ich jeden Tag heingerufen werde, aber ich schreibe Ihnen hier noch schnell diesen Brief, damit ich nicht vom Herrn dann einen Tadel bekomme, dass er sagt: Ich habe etwas versäumt, noch etwas zu tun, bevor ich in die Ewigkeit gerufen werde. Und jetzt mache ich es noch schnell und schreibe Ihnen diesen Brief.
Und sie hatte einen wichtigen Brief zu schreiben an irgendjemanden. Aber das hat mir gefallen, diese Einstellung, oder? Ich möchte nicht eines Tages jetzt heingerufen werden und dann ein Versäumnisfest soll nicht festgestellt werden. Du hättest das noch machen sollen, und warum hast du das nicht gemacht? Deshalb mache ich es jetzt noch schnell, schreibe ich noch schnell, bevor der Herr mich dann heimholt.
Und so soll unser Leben sein. Wir machen noch schnell etwas, weil jetzt der Herr dann gleich kommt. Wir beschleunigen, wir ereilen die Ankunft des Tages Gottes. Aber hier steht auch: Wir erwarten den Tag Gottes, wir warten.
Warten ist übrigens nicht passiv. In der Bibel ist es aktiv. Wenn wir auf den Herrn warten, dann legen wir uns nicht in den Liegestuhl und denken uns: Warum vergeht die Zeit so langsam, und wann kommt er endlich? Sondern wir warten aktiv. Während wir warten, beschleunigen wir den Tag des Herrn subjektiv gesehen, indem wir noch schnell dieses und noch schnell jenes erledigen, weil wir nicht wollen, dass Menschen verlorengehen oder dass etwas ungeschehen bleibt, ungetan bleibt.
Ja, wir tun also unseren Auftrag, und wir sind emsig dabei und arbeiten auf diesen Tag hin. Wir flehen auch, wir beten auch: Herr, komme bald! Wir sollen darauf ausgerichtet sein.
Manche denken sich: Ja, ich möchte nicht so gern beten: Herr, komme bald. Weil ich sollte noch dieses und jenes, und dann will ich den noch gerettet sehen und diesen Menschen noch gerettet sehen. Ich bete lieber: Herr, bleibe noch möglichst lange weg.
Nun, irgendwann einmal wird es so weit sein, dass wir sehr dringlich rufen werden: Herr, komme bald. Denn die Bibel sagt uns, dass in der letzten Zeit, bevor der Herr Jesus wiederkommt, die Angriffe und der Widerstand gegen das Evangelium größer werden. Es wird der große Aufstand kommen, der große Abfall, und Menschen werden sich nicht mehr bekehren wollen. Es wird eine ernste Zeit, und in dieser Zeit werden Gläubige sehr viel beten: Herr, komme, komm bald, greif jetzt ein!
Im Buch der Offenbarung lesen wir davon: Herr, wie lange noch wartest du? Wann greifst du endlich ein und rächst das Blut derer, die um Christi willen getötet wurden? Wann greifst du ein, um zu deiner Ehre zu kommen? Gott wird einmal Rache nehmen für alles Böse. Wir nehmen nicht Rache, aber er wird Rache nehmen.
Wir beten um Beschleunigung. Wir beten, dass der Herr bald kommt. Wir freuen uns auf diesen Tag. Wir erdulden die Leiden williger, weil sie ja nicht mehr lange dauern. Und wir stehen mutig ein für den Herrn und helfen anderen Leuten noch zum Glauben zu kommen.

Das Ende der alten Ordnung und der Anfang der neuen Welt

Vers zwölf: Zusätzliche Motivation, die Ankunft im Gegenwart des Tages Gottes erwartend, an dem die brennenden Himmel aufgelöst werden und die Elemente verbrennen und schmelzen.
Mit dem Tag Gottes wird auch das Vergehen von Himmel und Erde geschehen. Der Tag Gottes ist, wie ich schon gesagt habe, ein langer Tag: Tag des Herrn, Tag Gottes, Tag Jesu Christi. Das ist ein langer Tag. Aber mit diesem Tag werden auch Himmel und Erde aufgelöst werden. Die brennenden Himmel werden aufgelöst werden, so heißt es eigentlich. Die Himmel werden brennend aufgelöst werden, so sollte man übersetzen. Die Himmel werden brennend, also im Brand, im Feuer aufgelöst werden, und die Elemente werden verbrennen und schmelzen.
Die Elemente, das sind wahrscheinlich die kleinen Teile, die Kleinstteile dieser Schöpfung. Es wird alles verbrennen und zerschmelzen. Der Tag Gottes, das ist das Ziel der Schöpfung, der ewige Tag. Er beginnt mit einem Morgen und er hat keinen Abend. Es ist ein ewiger Tag. In der Ewigkeit gibt es keine Dunkelheit, keine Finsternis.
Einmal werden die Lichter ausgeschaltet. Die Lichter dieser Welt werden einmal ausgeschaltet. Das steht in Matthäus 24, der Herr Jesus hat es gesagt. Die Lichter werden ausgeschaltet. Am Anfang, als Gott die Erde erschaffen hat, hat er die Lichter an den Himmel gesetzt, oder? Die Sterne und Planeten, ein großes Licht, die Sonne, ein kleineres Licht, den Mond, und all die anderen Lichter. Sie waren da, um den Menschen Orientierung zu geben auf der Erde, Licht zu geben, Licht zu spenden. Eines Tages wird er sie wieder herunternehmen. Die Sonne wird schwarz, der Mond wird rot, blutrot. Wenn das Blut dann so stockt, dann ist es auch fast schwarz, oder? Und die Sterne werden alle herunterfallen, nachher zack, zack, zack, zack, bis keiner mehr da ist. Schwarz. Nur noch schwarz.
Das ist natürlich eine Bildersprache, das ist keine Frage. Denn wissenschaftlich gesehen kann kein Stern auf die Erde fallen. Würde nur einer auf die Erde fallen, dann wäre keine Erde mehr da. Es geht gar nicht, dass alle Sterne auf die Erde fallen, es ist wissenschaftlich unmöglich. Aber Gott spricht hier in einer Bildersprache. Das heißt: Die Lichter gehen aus, es wird stockdunkel. Gott schaltet ab, und dann wird der Herr Jesus wiederkommen.
An diesem Tag wird es stockdunkel werden, das glaube ich. Manche Christen meinen, es wird die Sonne scheinen, wenn der Herr Jesus wiederkommt. Nein, es wird zuerst stockdunkel werden. Dann wird der Herr Jesus wiederkommen, da wird schon ein Licht kommen, natürlich. Aber zuerst wird es stockdunkel sein. Die Menschen werden furchtbare Angst haben vor Erwartung der Dinge, die jetzt kommen über den Erdkreis. Die Himmel werden erschüttert werden, heißt es. Es wird Bewegungen im Kosmos geben, es wird ein schrecklicher Tag werden für die Ungläubigen.
Die Gläubigen werden nur noch in den Himmel empor schauen und sagen: Jetzt ist die Zeit gekommen, jetzt kommt er. Und das wird nicht lange dauern, dann kommt er, und er wird die Gläubigen zu sich empor holen in die Luft, und wir werden allezeit bei dem Herrn sein. Und er wird dann kommen, um die Erde zu richten.
Also: Mit dem Tag Gottes ist das Ziel der Schöpfung. Da beginnt die Intervention Gottes, da wird Gott eingreifen durch die Ankunft Jesu Christi. Und mit diesem Tag wird dann auch die alte Schöpfung zusammengerollt werden. Natürlich nicht sofort, sondern Gott hat hier seinen Plan, seinen Zeitplan. Zuerst wird er das tausendjährige Reich dann aufrichten auf dieser Erde, und am Ende des tausendjährigen Reiches wird er dann die alte Schöpfung zusammenrollen und eine neue machen. Natürlich, wieder im Bilde gesprochen: Er wird sie verbrennen, er wird sie auflösen, einen neuen.
Also es geht hier um ein: Was bringt dieser Tag? Der Tag bringt ein Ende, ein Lichterlöschen, und der Tag bringt einen neuen Anfang. Ganz neuer Himmel und eine ganz neue Erde erwarten wir gemäß seiner Verheißung.
„Ganz neu“: Das griechische Wort, das hier verwendet wird, heißt ganz neu. Es gibt zwei Wörter für neu. Das eine heißt einfach frisch, ein bisschen erfrischt, neu. Und das andere heißt ganz neu, niegelnagelneu, würden wir sagen. Niegelnagelneuer Himmel und eine niegelnagelneue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.
Jesaja hat schon davon gesprochen, Jesaja 65,17-18: Siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, und an die früheren wird man nicht mehr gedenken, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen. Freut euch und frohlockt auf ewig über das, was ich schaffe, denn siehe, ich verwandle Jerusalem in Frohlocken und sein Volk in Freude. Herrlich! Jesaja 65,17-18.
Ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk sich freuen, sagt Gott, und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird nicht mehr darin gehört werden. Es wird einmal ein neues Jerusalem geben, ein herrliches. Wolf und Lamm werden zusammen weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Ich weiß nicht, ob das Bildersprache ist, was hier dargestellt wird, oder ob das buchstäblich zu nehmen ist. Tatsache ist: Er sagt es so. Und die Schlange, Staub wird ihre Speise sein. Man wird nichts Böses tun und kein Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Bergland, sagt Yahweh.
Jesaja kann nicht unterscheiden zwischen tausendjährigem Reich und Ewigkeit. Das ist für ihn zu weit in der Zukunft. Aber er berichtet einfach von dieser herrlichen Zukunft, und da vermischen sich ein bisschen Bilder aus dem tausendjährigen Reich und Bilder aus der Ewigkeit. Das verschwimmt ineinander für den Propheten, der hier so fern in der Vergangenheit und so weit in die Zukunft blickt.
Also: Dieser Tag des Herrn bringt ein Ende, und dieser Tag des Herrn bringt einen neuen Anfang. Auch in der Offenbarung lesen wir davon, Offenbarung 21,1: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, ein neues Jerusalem, wie es von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie war bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine große, laute Stimme aus dem Himmel, die sagte: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen zelten, und sie werden seine Volksscharen sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen wegwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch wird es je mehr Schmerz geben, weil das Erste vergangen ist. Und der auf dem Thron sitzt, sagt: Siehe, ich mache alles neu. Und er sagt zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und zuverlässig.
Er sagt: Schreib das auf, das ist so wahrhaftig und so zuverlässig, das musst du aufschreiben. Der Johannes hat vergessen zu schreiben, als er das gesehen hat, blieb ihm der Mund offen und die Hand stecken. Aber jetzt sagt er: Schreib, schreib weiter. Und er schreibt, so dass wir es lesen können. Diese Dinge sind, diese Worte sind wahrhaftig und zuverlässig.
Also eine neue Schöpfung, das bedeutet ein neues Universum, ein neuer Himmel und Erde. Interessant ist für uns, dass hier Ausdrücke gebraucht werden, die parallel stehen zur alten Himmel und Erde. Das bedeutet wahrscheinlich, dass der neue Himmel und die neue Erde irgendwie eine Entsprechung sind, irgendwie parallel sind zu dem jetzigen Himmel und der Erde. Also das jetzige Universum, das Gott geschaffen hat, wird irgendwie verherrlicht. Es wird ein neues Universum geschaffen, ganz neu. Aber es wird irgendwelche Parallelen geben.
Vielleicht gibt es dann auch dort Galaxien, vielleicht sind die dann von den Engeln bevölkert, und die Gläubigen werden sich sehr schnell bewegen können, noch schneller als die Engel. Die Engel können sich schon sehr schnell bewegen, aber die Gläubigen werden sich ganz schnell bewegen können, von einer Galaxie zur anderen, keine hunderttausend Lichtjahre. Wir wissen das natürlich alles nicht genau, wir können nur ein bisschen erahnen, wie es sein wird. Aber Gott möchte, dass wir uns ein bisschen Gedanken machen.
Das, was dort in Offenbarung 21 beschrieben wird, ist ja das, was Johannes gesehen hat. Er sieht ja eine Vision. Und was er gesehen hat als Vision, das sind ja Bilder. Und er beschreibt die Bilder, die er sieht. Und wir müssen daran denken: Da steckt eine Wirklichkeit dahinter. Also zum Beispiel: Wenn Johannes ein Lamm sieht, dann hat er ein Lamm gesehen, tatsächlich ein echtes Lamm. Aber an wen denken wir, wenn wir vom Lamm hören? Wir denken sofort: Ja, Lamm, das Lamm steht für das Opferlamm Gottes, Jesus Christus. Und wir lesen automatisch Jesus Christus, wenn wir Lamm lesen, oder? Aber Johannes hat ein Lamm gesehen. Daher ist Jesus kein Lamm, er ist ein Mensch, ein verherrlichter Mensch. Das heißt, dort wird kein Lamm stehen.
Deshalb sind die Bilder, die man so manchmal malt, nicht richtig. Da gibt es ja so Bilder, da steht dann ein Lamm auf einem Thron. Das ist nicht richtig. Es wird kein Lamm auf dem Thron sitzen, es wird eine Person auf dem Thron sitzen: Jesus Christus. Und wenn wir also solche Bilder lesen von der goldenen Stadt, dann soll etwas ausgesagt werden. Die goldene Stadt: Das bedeutet, Gold ist das kostbarste Edelmetall, das wertvollste, das es auf dieser Welt gibt. Und es fehlen uns Worte, diese Herrlichkeit zu beschreiben. Also nehmen wir Bilder aus unserer Welt, die kostbarsten, die wir haben. Und dann wird Johannes jetzt in dieser Vision ein Bild gezeigt, um die Kostbarkeit dieser Stadt zu zeigen.
Es werden keine goldenen Straßen in Wirklichkeit sein, vielleicht gibt es auch Gras und Grün und ich weiß nicht was. Verstehen wir das richtig? Das sind Bilder für eine ganz kostbare Herrlichkeit. Aber das bedeutet nicht, dass die Herrlichkeit nur so irgendwelche geistige Nebel sind, wie die Griechen sich das vorstellen, eine Schattenwelt, unsichtbare Seelen und so weiter. Nein, die Bibel spricht von Sehen, vom Schauen. Wir werden sein Angesicht sehen. Das heißt, dass wir wirklich sehen werden. Wenn Gott uns Menschen mit Augen geschaffen hat, dann wird unser verherrlichter Leib auch Augen haben. Dann werden wir also mit dem neuen Leib auch etwas schauen, etwas sehen, und wir werden einen neuen Mund haben, und mit dem Mund werden wir singen und den Herrn loben und preisen.
Das heißt, das Alte, das Neue ist irgendwie parallel zu dem Alten. Der Leib, den der Herr Jesus bekommen hat, als er aus dem Toten auferstand, war auch ein echter Leib, nicht aus Fleisch und Blut. Es steht nicht geschrieben: aus Fleisch und Blut. Es steht geschrieben: aus Fleisch und Gebein. Nicht das Blut ist verantwortlich für die Erhaltung des Lebens. Bei unserem Leib, den wir heute hier haben, ist das Blut verantwortlich für das Leben, dass dieser Leib lebt, am Leben bleibt. Würde das Blut ausfließen, ist der Leib tot. Aber bei jenem Leib ist es der Geist Gottes. Es wird ein geistlicher Leib sein, das heißt, der Heilige Geist. Es wird nicht ein Blutfleischesleib sein, sondern ein Geistfleischesleib. Das heißt, es wird eine Form sein, eine Gestalt, wo aber der Heilige Geist die Rolle des Blutes übernimmt. Das heißt, der Heilige Geist wird zuständig sein, dass dieser Körper lebt, dieser neue Körper, den wir bekommen.
Wie das aussieht und wie das physikalisch erklärbar ist, das können wir natürlich nicht sagen. Aber wir dürfen schon Parallelen ziehen. Hier haben wir Augen, dort werden wir Augen haben. Hier haben wir Ohren, dort werden wir Ohren haben. Wir werden dort hören, wir werden nicht taub sein usw. Wie die andere Welt aussehen wird, wird uns nicht physikalisch beschrieben, wird uns nicht genau erklärt. Aber es werden Bilder gebraucht, und der Herr Jesus ist das Beispiel für unseren Herrlichkeitsleib. Unser Leib wird verwandelt werden, dass er gleich sei seinem Leibe der Herrlichkeit, den er hatte nach der Auferstehung.
Mit diesem Leib ist er in den Himmel aufgefahren, das heißt, er ist emporgehoben worden, und dann kam eine Wolke und entzog ihn ihren Blicken. Wie hoch er emporgehoben ist, das steht auch nicht geschrieben. Aber wahrscheinlich gar nicht so hoch, dann kam bald die Wolke und hat ihn einfach hinübergenommen in die andere Welt. Er fuhr nicht wie eine Rakete auf tausend Kilometer, sondern er wurde hinübergenommen in die andere Welt. Eines Tages wird dieser Schleier, dieser Vorhang, beiseite gezogen werden, und dann werden wir sie sehen, diese Welt.
Also, wir können nicht alles erklären, wir können nicht alles wissen. Aber wir dürfen uns auch nicht so wie die Griechen die Ewigkeit vorstellen als lauter, weiß nicht, Feen, die herumschwirren. Das nicht. Die Griechen haben sich die Welt und den Himmel als rein vergeistigte Welt vorgestellt, ohne Materie, ohne Form, ohne Gestalt. Das ist falsch. Wir müssen hebräisch denken, nicht griechisch. Wir müssen so denken wie in der Bibel, und das ist das hebräische Denken. Auferstehung, es gibt Auferstehung, das heißt, es gibt Leiber, und diese Leiber werden irgendwo wohnen, die werden irgendwo zu Hause sein. Aber mit diesen Leibern werden wir uns offensichtlich sehr schnell bewegen können, nur so viel.
Also eine neue Welt, eine neue Stadt, ein neues Leben, ein neues Volk, eine neue Gemeinschaft mit Gott. Und diese Stadt wird einen herrlichen Glanz haben. In dem Buch der Offenbarung wird dann beschrieben, wie die Größen, Maße dieser Stadt und ihre Schönheit, ihre Kostbarkeit, ihr Licht und die Bewohner dort. Und es wird dann auch das Zentrum dieser Stadt beschrieben. Das Zentrum wird Gott sein, Gott und das Lamm, das ist der Vater und der Sohn. Und aus diesem Zentrum der Stadt wird Lebenswasser fließen, nicht wirkliches Wasser, Lebenswasser. Also nicht physisches Wasser wie heute in einem Fluss, sondern Lebenswasser. Das wird uns köstliches Leben geben, und jeden Tag, und wir werden gesund sein, wir werden dort nicht krank sein.
Es heißt dort in der Bildersprache: Dort wird sein, links und rechts des Stroms, der Baum des Lebens, ein Baum, aber er steht links und rechts entlang des Stroms. Aber immer ein Baum, das ist Bildersprache, das kann man sich nicht vorstellen. Aber was heißt das? Der Baum des Lebens ist ja ein Bild für das Leben. Wer davon isst, wird ewig leben, und wir dürfen essen von den Blättern und von den Früchten. Und die Blätter sind zur Therapie der Völker. Da werden viele Völker sein, da werden Deutsche sein, da werden Österreicher dort sein und Spanier und Schweizer. Und aus der Ukraine und so weiter, also aus allen möglichen Völkern werden Menschen dort sein. Es werden richtige Volksscharen dort sein, und die werden nicht krank werden.
Warum werden sie nicht krank in der Ewigkeit? Da ist der Baum des Lebens. Die Blätter von dem Baum des Lebens, die lassen uns immer gesund sein. Die Blätter sind zur Therapie, heißt es im Griechischen, die Blätter sind zur Therapie der Völker. Das heißt zur Pflege, zur Gesundheitspflege. Keine Rede von Krankheit. Gesundheitspflege, ewige Gesundheitspflege. Das ist ein Bild natürlich, das zeigt, dass wir dort nicht krank werden, immer stark, immer gesund. Das wird hier ausgedrückt.
Tempel wird es dort keinen geben, weil Gott selber der Tempel ist. Die ganze Stadt ist ein Heiligtum. Die Stadt ist gleich hoch und gleich lang und gleich breit. Was in der Bibel ist gleich hoch und gleich lang und gleich breit? Im Alten Testament gibt es einen Gegenstand, der ist gleich hoch und gleich breit und gleich lang. Das Allerheiligste im Tempel, genau das. Und jetzt ist die Stadt zum Allerheiligsten geworden, weil Gott selber da ist.
Die ganze Stadt ist einerseits ein Wohnort und andererseits ist sie die Braut des Lammes. Die Stadt ist die Braut, und die Hochzeit wird ewig gefeiert, die hört nie auf. Und nach tausend Jahren heißt sie immer noch Braut, die Braut des Lammes. Die Braut ist das Volk Gottes, das sind alle Heiligen, alle Erlösten inklusive Abraham. Der wird nicht ausgeschlossen, der steht nicht im Vorzimmer, und David auch nicht, der ist auch dabei, und Mose wird auch dabei sein und Elija auch. Alle werden da sein.
Draußen sind die Verlorenen. Die haben keinen Zugang zu diesem Heiligtum, zu dieser Stadt, zu Gott. Draußen sind die Verlorenen, drinnen sind die Heiligen. Da gibt es nicht ein Vorzimmer und ein Kinderzimmer und ein Schlafzimmer, wo dann nur die besonders Heiligen hinein dürfen. Nein, natürlich nicht. Dort haben alle Zugang zu allem. Was wäre das für ein Himmel, wenn man mit einigen Leuten nicht einmal reden dürfte oder Gemeinschaft haben dürfte oder wenn es eine Zweiklassengesellschaft in der Ewigkeit gäbe? Welch furchtbarer Gedanke!
Es gibt nur eine Klasse, nämlich die Klasse der Heiligen, die der Herr Jesus erlöst hat durch sein Blut, und das sind alle, inklusive Abraham. Und Abel wird auch dort sein. Wir bekommen hier ein bisschen eine Ahnung von der Ewigkeit. Wir werden Aufgaben haben, wir werden dem Herrn dienen, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir werden mit Christus regieren, über wen? Über die Engel, sagt Paulus im 1. Korintherbrief.