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Meine 7 Lektionen zu Menschenfurcht

16.07.2021

Persönliche Erfahrungen mit Kritik und Selbstwertzweifeln

Das war einfach so ungerecht! Ich hätte nie gedacht, dass so etwas überhaupt möglich ist. Aber da hatte ich es, schwarz auf weiß. Das musst du erst mal in deinen Kopf kriegen.

Mit all den Dingen, die ich falsch gemacht habe, und mit all dem Leid, das ich verursacht habe – vor allem bei den Menschen, die mir am meisten bedeuten – gibt es genau zwei Dinge, die mir Hoffnung geben.

Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit. Heute gibt es ein weiteres Thema, nachdem viele Leute gefragt haben: Wie gehe ich besser mit Kritik um? Wie gehe ich mit Zurückweisung um? Und wie kann ich lernen, zu einem destruktiven und persönlich gemeinten Nein selbst Nein zu sagen – und das souveräner, liebevoller, gelassener und überhaupt emotional reifer anzugehen?

Dafür will ich zunächst ganz kurz etwas aus meinem Leben mit dir teilen. Viele Jahre lang hatte ich massive Selbstwertzweifel. Doch das hat sich deutlich verbessert, sodass ich jetzt gut mit mir klarkomme. Jede Woche sehen tausende Menschen diese Inputs hier.

Dann möchte ich dir wenige, aber extrem wertvolle biblische Tipps geben, wie du besser mit Menschen umgehen kannst, die dich kritisieren – auch zu Unrecht – und die dich destruktiv angreifen.

Es ist mir eine große Freude, dir heute den beliebten Leitfaden zum Neinsagen in einer gefallenen Welt zur Verfügung stellen zu dürfen. Damit lernst du genau das. Wie du ihn kostenfrei mitnehmen kannst, und ein paar Bonustipps, wie du selbst besser Kritik geben kannst, dazu am Ende des Videos.

Deshalb schau dieses Video bis zum Ende, denn darauf gehen wir am Schluss ein. Dann kannst du dir alles kostenfrei downloaden und weitergeben. Wir beenden diesen Input hier mit dem schlechten Witz der Woche.

Bevor wir starten, kannst du ganz kurz der Community helfen, damit solche christlichen Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen werden. Bist du gerade auf Instagram, dann doppeltippe doch mal rasch auf dein Handy. Bist du auf YouTube – das wissen viele Leute nicht – indem du diese schöne Glocke hier unter dem Video drückst, bekommt YouTube ein Signal und zeigt auch nichtchristlichen Nutzern mehr christliche Inhalte an, die sie ansprechen können.

Ziemlich stark, oder? Also drück kurz die Glocke, das hilft mehr als du denkst. Vielen Dank!

Vor kurzem habe ich die Community gefragt, wo es euch leichter und wo es euch schwerer fällt, mit Kritik umzugehen. Da gab es einige Antworten wie diese hier, wo jemand sagte: „Nirgendwo.“ Die waren aber eher in der Unterzahl.

Es gab auch andere Beispiele, wie von diesem Menschen hier, der sagte: „Wenn jemand mein Schlagzeugspiel kritisiert, kann ich das verstehen.“ Aber die meisten von euch haben geschrieben, dass es euch am schwersten fällt, mit Kritik umzugehen, sobald es persönlich wird und sobald Kritik von Personen kommt, die einem wirklich nahestehen.

Mehrere von euch haben geschrieben, ich fasse mal zusammen: Neben dem Tod eines geliebten Menschen ist das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann, dass ein mir vertrauter Mensch – beste Freundin, Ehepartner, Eltern – mir tief ins Gesicht schaut und sagt: „Ich bin enttäuscht von dir.“ Hart, oder?

Das Thema Kritik hat mich mein Leben lang intensiv begleitet. Wenn ich das ganz kurz anreißen darf – und ich begründe gleich, warum: Ich habe mir persönlich für viele Jahre meines Lebens sämtliche Kritik, die mir jemand gesagt hat, egal wer das war und egal zu welchem Thema, sowas von zu Herzen genommen. Du glaubst es nicht.

Schon in der Teenie-Zeit – das ist kein Witz, das ist traurig, aber so war es – gab es Situationen, in denen ich in der Schule kritisiert wurde. Noch nicht mal unbedingt von Lehrern, sondern auch von Mitschülern, die sich gar nichts dabei gedacht haben und es vielleicht gar nicht böse gemeint hatten. Da bin ich nach Hause gerannt und habe geweint, weil ich das Gefühl hatte, ich kann all diese Kritik nicht ertragen, ich kann das gar nicht in mich aufnehmen.

Das hat sich dann so hochgeschaukelt, dass ich dachte: Es geht nicht, ich kann es nicht. Ich habe nur Situationen aufgesucht, in denen ich dachte, dass ich keine Kritik bekommen könnte. Also möglichst niemals im Sportunterricht, weil du da ja nicht alles unter Kontrolle hast. Wenn du mal einen Ball schießt oder wirfst, kann es ja sein, dass er nicht trifft – vielleicht durch Zufall.

Ich habe dann versucht, mich im Sportunterricht irgendwie wegzuducken oder habe den Sportunterricht geschwänzt. War so, ja. Oder wenn ich mich gemeldet habe, dann nur in Fächern, bei denen ich dachte, dass das, was ich sage, Hand und Fuß hat und stimmt – wie Mathe oder so. Da wusste ich: Da kann ich nicht großartig falsch liegen.

Oder wenn ich Aufsätze eingereicht habe, dann nur in Sprachen, weil ich da ganz gut war und wusste, dass ich eine Chance habe, nicht kritisiert zu werden. Das war echt ein Ding, ja.

Und wenn Klausurentag oder Klassenarbeit war, da gab es dieses Emoji, wo der Typ explodiert – so habe ich mich gefühlt. Für die längste Zeit meines Lebens habe ich alles daran gesetzt, niemals kritisiert zu werden – von niemandem.

Am Anfang meines Studiums wollte ich immer überall der Beste sein. Auch wenn mir die Fächer meistens gefallen haben, weil sie mich interessiert haben – klar, das gehört dazu – war es mehr als das. Es war wirklich ein „Ich will um keinen Preis etwas machen, was jemandem nicht gefallen könnte.“

Mehr noch: Ich wollte wirklich allen Leuten gefallen. Wenn man es ganz, ganz kindisch und naiv ausdrückt – ja, das hätte ich niemals so gesagt, aber falsch ist es auch nicht. Ich wollte, dass alle Menschen mich mögen.

Hm, klingt jetzt komisch, war aber so. Und als dann irgendwann natürlich unvermeidlich Momente von Kritik kamen, obwohl ich alles daran gesetzt hatte, dass sie niemals kommen würden, hat mich das so tief getroffen.

Ich kann mich an eine Situation erinnern, wo eine frühere Mitschülerin von mir – das ist alles schon Jahre her – mir eine Facebook-Nachricht geschrieben hat. So alt bin ich, es gab noch Facebook. Wir hatten uns seit Jahren nicht gesehen und damals nie großen Kontakt.

Sie schrieb: „Markus, ich komme mit deinem großkotzigen Ego nicht klar.“ Das hat mich so tief getroffen, das glaubst du nicht.

Und als später zum ersten Mal ein Journalist mir gesagt hat, dass er meine Sachen für den größten Mist hält – du musst wissen, Journalisten haben einen absurd großen Einfluss und eine extreme Reichweite. Wenn ein Journalist mal etwas über dich behauptet, hast du als Normalverbraucher fast keine Chance, das wieder geradezurücken oder eine Gegendarstellung zu machen.

Als dieser Journalist mir sagte, dass er meine Sachen für den größten Mist hält, hatte ich das Gefühl, innerlich zu verwelken. Ich habe Wochen, wenn nicht Monate gebraucht, um damit klarzukommen und wieder gerade stehen zu können.

Kennst du den Ausdruck „Mimose“? So ungefähr.

Aber dann wurde mir im Laufe der Zeit langsam klar, wie viele Menschen ich selbst verletzt habe. Nicht nur, wie viele mich verletzt haben, sondern vor allem, wie viele ich selbst kritisiert habe im Laufe der Jahre.

Ich habe das dann Schritt für Schritt gelernt – vor allem durch die Jahre, in denen ich die Beratungsstelle aufgebaut und geleitet habe. Dort hatte ich über zehntausend Beratungsstunden mit Klienten zusammen, mit tausenden von Menschen.

In den letzten Jahren habe ich zwischen vierzig und siebzig öffentliche Workshops im Jahr gegeben. So konnte ich mich unweigerlich langsam, aber ganz langsam an Feedback von anderen Menschen gewöhnen – von fremden Menschen, die ich vorher nicht kannte und nachher nicht kannte.

So kam ich an die Gewohnheit, dass Menschen dich und deine Leistungen, deine Performance, wie du es auch immer nennst, beurteilen. Und ich konnte mich ganz, ganz langsam daran gewöhnen, in einer Mini-Öffentlichkeit zu stehen. Das war gut.

Ich erinnere mich noch, als ich die ersten Bücher geschrieben hatte und die ersten Leserbriefe kamen – manchmal noch auf Papier, meistens per E-Mail. Jedes Mal habe ich ganz schnell geatmet.

Wenn ein Leserbrief kam, habe ich erst einmal überflogen, ob irgendwo ein kritisches Wort steht – nur ein kritisches Wort, so im Sinne von „Oh, das hat mir nicht gut gefallen“ oder „Das war suboptimal“ oder so.

Erst wenn ich auf dem ersten, zweiten oder dritten Blick wusste, dass kein kritisches Wort dabei war, habe ich das Ganze in Ruhe gelesen. Dann hat sich meine Atmung etwas beruhigt.

Bis heute lese ich jeden einzelnen Leserbrief und jede einzelne E-Mail. Es gibt nichts, was ich an inhaltlichem Feedback nicht lese.

Als ich mein allererstes Video im Internet veröffentlicht habe, hatte ich Herzklopfen bis zum Hals. Das ging gar nicht. Ich dachte: Was ist, wenn das jemandem nicht gefällt? Was ist, wenn jemand das Ganze disliket oder – noch viel schlimmer – einen negativen Kommentar schreibt?

Das ging gar nicht. Und was ist am Ende passiert? Niemand hat es geguckt. Keine Sau hat es interessiert. Das ist wirklich so gewesen.

By the way: Wenn ich jetzt zurückblicke, was für eine lausige technische Produktionsqualität die ersten Videos hatten, war das auch berechtigt.

Aber lange Rede, kurzer Sinn: Ich erzähle das Ganze, damit du weißt, dass das Thema Kritik und kritisiert werden etwas ist, das ich, wie man auf Neudeutsch sagt, emotional durchbuchstabiert habe.

Das ist – direkt neben meinem Herzen – dieses Thema. Und du kannst wirklich darauf wetten: Wenn ich in meiner Bibel etwas dazu gelesen habe, dann habe ich das fett unterstrichen, wie man mit Kritik umgeht.

Grundlegende biblische Perspektiven auf Kritik

Was steht denn nun eigentlich in der Bibel dazu? Vielen fällt vielleicht zuerst der Satz ein: „Du sollst nicht richten.“ Das ist ein Vers, den fast jeder kennt. Er wird oft zitiert, und es ist auch verständlich, dass Menschen daran denken, wenn es um das Thema Richten geht. Neben diesem Vers wird häufig auch die Gottesliebe genannt.

Doch das ist nicht alles, was die Bibel zu diesem Thema sagt. Wenn man aufhört zu lesen und nur auf diesen beiden Versen ein Weltbild aufbaut, gerät man schnell in unbiblische Irrlehren. Das tut mir leid, aber es ist wirklich so. Warum? Weil diese Verse nur einen sehr kleinen Teil dessen ausmachen, was die Bibel insgesamt dazu sagt. Es gibt andere Passagen, die diese Aussagen notwendigerweise ergänzen.

Unabhängig davon geht es hier weniger darum, was du tust, wenn du richtest, oder wie du richtest. Vielmehr geht es darum, wie du damit umgehst, wenn andere dich richten. Wenn andere Menschen Kritik an dir üben.

Deshalb folgen nun ein paar biblische Lektionen zum Thema „Wie gehst du mit Kritik um?“

Lektion Nummer eins:

Lektion Nummer eins: Kritik ist unvermeidlich

Erwarte Kritik – darauf kommen wir gleich noch einmal zurück. Der Punkt ist: Egal, was du sagst oder tust, es wird immer Menschen geben, die dich kritisieren. Manche kritisieren dich sogar für Dinge, die du nie gesagt oder getan hast. Darauf gehen wir gleich noch ein.

Das ist auch etwas, das tief in der Bibel verankert ist. Du kannst es niemandem recht machen, heißt es bereits im Lukasevangelium. Dort steht, dass, als Johannes der Täufer kam und fastete, keinen Wein trank, die Leute sagten, er sei von einem Dämon besessen.

Und als der Menschensohn, Jesus selbst, kam, der ganz normal aß und trank, sagten sie: „Seht, was für ein Schlemmer und Säufer, dieser Freund von Zöllnern und Sündern.“ Egal, wie du es machst oder drehst – es gibt immer Menschen, die verärgert sind.

Lektion Nummer zwei: Emotionen kontrollieren

Tipp Nummer zwei: Hab deine Emotionen im Griff, hab dich selbst im Griff.

Pass auf, es klingt jetzt vielleicht gemein, aber hör mir kurz zu: Wie du emotional auf etwas reagierst, spielt eigentlich keine große Rolle, weißt du. Was ich damit meine, ist: Versuch, deine eigenen Emotionen nicht zu überbewerten.

Warum? Emotionen können dich in die Irre führen. Ja, Emotionen können auch Illusionen sein. Zum Beispiel: Du schaust einen Film mit fiktiven Figuren, die es gar nicht wirklich gibt, und mit einer Geschichte, die niemals so passiert ist. Diese fiktiven Figuren leiden, oder es passiert etwas sehr Tragisches, Rührendes oder Bewegendes. Und du fühlst mit ihnen mit – vielleicht vergisst du sogar heimlich eine Träne. Das heißt, du empfindest eine Emotion für etwas, was gar nicht real ist.

Oder ein anderes Beispiel: Agoraphobie. Agoraphobie bedeutet die Angst, Sorge, Panik oder Furcht vor großen, freien Flächen. Das tritt häufig bei Frauen mittleren Alters auf, die oft alleinstehend sind. Sie denken, wenn sie auf einem großen Platz sind, wie einem Marktplatz, dass sie sterben könnten. Sie bekommen eine Panikattacke und denken dann: „Okay, dieser große Platz bringt mich um. Ich werde jetzt sterben, und alle sehen es.“ Das ist ganz, ganz schlimm und dramatisch. Und das ist auch dramatisch.

Der Punkt ist aber: Die Emotion, die sie dort spüren – die Panikattacke – die ist real, offensichtlich, keine Frage. Aber das, worauf sich die Panikattacke bezieht, nämlich die Vorstellung, dass der öffentliche Platz sie umbringt, das ist nicht real. Das heißt, es kann sehr häufig sein, dass die Emotionen sich zwar echt anfühlen, aber das, worauf die Emotionen sich beziehen, gar nicht echt ist. Sondern dass es eine Illusion ist, etwas, das wir uns selbst vormachen und in das wir uns selbst hineinsteigern.

Deswegen: Hab dich ein bisschen im Griff und bewerte deine eigenen Emotionen nicht zu hoch. Du bist nicht deine Emotionen. Du bist mehr als das.

Im Buch der Sprüche schreibt Salomo dazu: „Wer seinen Verstand zu gebrauchen weiß“ – heißt es in der Basisbibel-Übersetzung – „der soll wie ein Steuermann sein Leben lenken.“ Stark, oder? Nochmal: Wer seinen Verstand zu gebrauchen weiß, der soll wie ein Steuermann sein Leben lenken.

Das heißt also: Wie du instinktiv auf Kritik reagierst, sagt null Komma null darüber aus, ob diese Kritik für dich relevant ist, ob sie wahr ist oder ob sie konstruktiv ist – also ob du etwas daraus ziehen kannst, mit dem du etwas hättest besser machen können. Das sagt nichts darüber aus.

Das heißt, das Level deiner emotionalen Reaktionen ist vollkommen unabhängig von dem Level, auf dem die Kritik vielleicht sonst ernstzunehmend wäre. Also bewerte deine eigenen Emotionen nicht zu hoch. Ich spreche aus Erfahrung, glaub mir dabei.

Lektion Nummer drei: Kritik genau analysieren

Der nächste große Tipp betrifft das Thema „Geister unterscheiden“. Kennst du das noch aus der Schule, aus der Abi-Zeit oder aus anderen Kontexten mit Multiple-Choice-Tests? Kürzlich musste ich in einer Fortbildung wieder einen Multiple-Choice-Test machen. Dabei ist es sehr wichtig, die Fragen genau zu lesen und genau zu verstehen, worauf sich die Frage eigentlich bezieht.

Genauso verhält es sich auch beim Thema Kritik. Wenn du eine Kritik bekommst, lies genau, worauf sie sich wirklich bezieht. Was wirst du dann feststellen? Sehr häufig hat die Kritik gar nichts mit dem zu tun, was du gerade sagst oder tust.

Lass mich dir ein paar Beispiele geben. Ich habe schon erlebt, dass Leute Dinge kritisieren, die ich sage, nur weil ihnen ein Buch, das hier im Hintergrund steht, vielleicht gerade nicht gefällt. Dann wird alles, was ich sage – selbst wenn es nichts mit dem Buch zu tun hat oder ich gar nicht auf die Gründe eingehe, warum ich das Buch habe – plötzlich als hinfällig betrachtet.

Ich erinnere mich auch an eines meiner ersten Videos, die ich jemals öffentlich online gestellt hatte. Ein Freund zeigte mir später beim Abendbrot, dass sich in einer Facebook-Gruppe Leute darüber echauffiert hatten, dass das Video „totaler Mist“ sei – nur weil ihnen mein Bart nicht gefällt. Krass, oder? Vielleicht kennst du so etwas auch aus deinem Leben.

Manchmal beschreiben Leute Dinge, anstatt sie zu bewerten. Zum Beispiel hat mir einmal jemand auf Amazon eine zutiefst negative Einstern-Bewertung für ein Buch geschrieben, das ich geschrieben habe. Das schadet wirklich, denn das bedeutet, dass Amazon das Buch weniger Leuten anzeigt. Das hat also echte Konsequenzen. Schlechter geht es kaum als Einstern, nach dem Motto: „Ich würde null Sterne geben, wenn ich könnte, aber das geht halt nicht.“

Als Begründung schrieb der Rezensent sinngemäß: „Ein Christ argumentiert – pfui!“ Wo ist da die Kritik? Das ist wirklich heftig. Sicherlich kennst du das auch: Leute verwechseln dich. Sie nehmen etwas, das jemand völlig anderes gesagt hat, und übertragen es auf dich.

Viele von euch haben geschrieben, dass euch das ständig passiert. Mir auch, besonders in Gesprächen mit Nichtchristen. Man wird zur Rechenschaft gezogen für etwas, das irgendein Christ irgendwann mal gesagt hat, den man gar nicht kennt oder mit dem man nichts zu tun hat. Oder für etwas, was die katholische Kirche vor tausend Jahren vertreten hat. Oder sogar für etwas, das im Koran steht – dem heiligen Buch der Muslime, das mit uns Christen nichts zu tun hat. Das ist eine falsche Religion.

Manchmal komme ich mir vor wie der Chef von Google, der sich dafür rechtfertigen soll, wie das iPhone von Apple gebaut ist. So ähnlich war das auch bei meinen Examenprüfungen. Dort mussten wir einen Unterrichtsentwurf schreiben, also wie wir eine Religionsstunde gestalten würden.

Ich hatte im Studium immer ganz gute Noten bekommen und habe mehrere solcher Arbeiten geschrieben. Ich übernahm dieselbe Methodik, weil ich dachte, die vorherigen Arbeiten wurden gut bewertet, also würde es diesmal auch klappen. Doch plötzlich kam die Arbeit zurück – mit der Note 4,0, der schlechtestmöglichen Note. So nach dem Motto: „Markus, eigentlich wollten wir dich durchfallen lassen, aber wir drücken noch mal beide Augen zu.“

Ich fragte mich: Wo kommt das her? Als ich die Bewertungsbegründung einsehen durfte, stellte ich fest, dass Dinge kritisiert wurden, die ich gar nicht geschrieben hatte und die überhaupt nicht in meiner Arbeit standen. Später stellte sich heraus, dass einfach eine völlig andere Arbeit benotet worden war und ich die Note von jemand anderem bekommen hatte. Wenn ich nicht nachgefragt hätte, hätte ich das nie erfahren.

Das musst du erst mal in deinen Kopf kriegen. Im Laufe der Jahre habe ich lernen müssen, dass das gar nicht so sehr die Ausnahme ist, sondern eher der Normalfall. Viele Leute hier wissen das, denn ich lese jeden einzelnen Kommentar, jede Nachricht, auch jede Kritik, Beleidigung und Beschimpfung. Ich habe sogar eine „Best of“-Liste angelegt.

Was mich am meisten überrascht hat, ist nicht, dass Kritik kommt – das war klar –, sondern dass in fast 19 von 20 Fällen die Kritiker den Text, um den es geht, nicht gelesen, den Beitrag nicht gehört oder das Video nicht zu Ende gesehen haben. Das klingt absurd, ist aber die Realität.

Zum Beispiel habe ich einmal ein Video über die Kanaanäerkriege und die Landnahme unter Josua gemacht. Darin stellte ich verschiedene Positionen der wissenschaftlichen Forschung dar. Danach schrieb mir jemand: „Markus, warum nennst du keine Quellen?“ Dabei hatte ich mir gerade bei diesem Video im Vorfeld so viel Mühe gegeben, viele Quellen zusammenzutragen und repräsentativ darzustellen. Ich ging in die Videobeschreibung, da standen alle Quellen. Und derjenige schrieb trotzdem: „Warum nennst du keine Quellen?“ Da begann ich an mir zu zweifeln.

Oder ich mache ein Video über die Trinität oder über die Allversöhnung, also die unbiblische Irrlehre, dass angeblich alle Menschen in den Himmel kommen. Leider ist das nicht der Fall. Die Leute schreiben dann: „Markus, warum nennst du keine Bibelstellen?“ Beide Videos zusammen enthalten über 50 Bibelstellen, die ich als Belege anführe und die im Video eingeblendet sind. Das ist so krass, ich weiß nicht, welches Video sie gesehen haben, aber meines war es definitiv nicht.

Oder ich mache ein Video über Sex ohne Trauschein, also darüber, dass man vor der Ehe keinen Sex haben soll. Das steht über 117 Mal in der Bibel. Weil das so umfangreich ist, gehe ich in dem Video auf angrenzende Fragen ein. Die eigentlichen Bibelstellen habe ich dann in einem kostenlosen Download aufgelistet, der im Link in der Videobeschreibung zu finden ist. Trotzdem werde ich heftig beschimpft, weil die 117 Bibelstellen nicht im Video vorkommen – obwohl ich in Minute eins erklärt habe, dass der genaue Download in der Videobeschreibung steht. Total krass, oder?

Inzwischen, wenn das so weitergeht, dann landen wir irgendwann auf einem Niveau, wo ich sage: „Mensch, ist die Erde nicht ein schöner blauer Planet?“ Und in der nächsten Minute kommt jemand und behauptet: „Markus behauptet, die Erde sei flach und weigert sich, Beweise vorzulegen.“ Das hat nichts miteinander zu tun.

Manchmal denkt man wirklich, man sei im falschen Film. Einige von euch haben geschrieben, dass das vielleicht nur online so sei, weil es im Internet ja manchmal komische Menschen gibt. Ich glaube nicht, dass das so ist.

Aus meinen zehntausend Beratungsstunden Erfahrung kann ich sagen: Es sind tatsächlich nicht alle Menschen in der Lage, ein normales Gespräch zu führen. Das heißt, du stellst ihnen eine einfache, freundliche Frage zum Thema A – und sie antworten darauf nicht.

Ein paar reale Beispiele aus meiner Beratungspraxis: Ich frage jemanden im Smalltalk: „Hey, was war eigentlich dein Lieblingsfach im Abi?“ Und er antwortet: „Ich habe zwei Geschwister, aber meine Schwester ist älter.“ Was?

Das ist gar nicht unbedingt ein intellektuelles Problem, sondern oft ein emotionales. Ich erinnere mich, dass ich mal jemanden zum Thema Bewerbungstraining coachte. Dabei fragte ich zwischendurch im Smalltalk: „Was ist eigentlich deine Lieblingsfarbe?“ Und die Person fing an zu weinen, weil sie nicht wusste, was die richtige Antwort auf diese Frage ist.

Ich habe noch viele weitere Beispiele, aber ich kürze jetzt ab. Denn wenn mich meine Beratungsjahre eines gelehrt haben, dann das: Viele von uns – und viele Menschen, die jetzt dieses Video anschauen – haben große Illusionen, wenn es um die geistige Gesundheit und emotionale Reife unserer Bevölkerung geht.

Ich glaube, viele von uns haben kein realistisches Bild davon, weil das Verhalten einiger weniger Menschen in der Öffentlichkeit nichts mit der Realität von vielen Menschen hinter verschlossenen Türen zu tun hat. Das, was wir von wenigen Individuen in der Öffentlichkeit sehen, ist nicht repräsentativ.

Aber für die meiste Zeit müssen du und ich uns darüber wirklich keine Sorgen machen. Ganz ehrlich: Du hörst auf, dich darum zu sorgen, was andere Leute über dich denken, sobald du merkst, wie wenig sie tatsächlich über dich nachdenken.

Die meisten Menschen sind so beschäftigt und von ihrem eigenen, häufig chaotischen Leben beansprucht – und da sind du und ich nicht unbedingt besser. Die meisten Leute sind dir völlig egal. Du könntest ihnen nicht unwichtiger sein. Es ist, als ob in China ein Sack Reis umfällt.

Spaß beiseite: Das hat wirklich etwas Befreiendes. Denn du weißt: Du bist nicht der Nabel der Welt. Du bist nicht so wichtig. Im Leben der allermeisten Menschen bist du eine völlig unbedeutende, statistische Randfigur.

Die Sorgen, die du dir machst, was andere Leute über dich denken, sind in den meisten Fällen maßlos überzogen. Und das, mein Freund, hat etwas wirklich, wirklich Beruhigendes.

Lektion Nummer vier: Kritik annehmen und prüfen

Deswegen der nächste große biblische Tipp zum Thema, wie man mit Kritik umgeht: Höre der Kritik wirklich zu. Dazu gehört auch, Kritik annehmen zu können. Paulus schreibt dazu: „Prüft alles, und behaltet das Gute.“

Wir fokussieren uns häufig auf den zweiten Teil dieses Satzes, wo Paulus sagt: „Behaltet das Gute.“ Und das stimmt auch. Aber vorher steht: „Prüft alles.“ Dazu gehört auch, einfach mal zuzuhören und Kritik erst einmal zuzulassen. Frag dich bei Kritik, die dich erreicht, einfach selbst: Was könnte dir langfristig fehlen, wenn du diese Kritik jetzt nicht gehört oder gelesen hättest? Denn manchmal steckt mehr Weisheit und mehr Konstruktivität dahinter, als du auf den ersten Moment denkst.

In Sprüche 9 heißt es: „Weise einen weisen Mann zurück, und er wird dir zugeneigt sein.“ Oh Mann, wenn das das Kriterium für Weisheit ist, dann bin ich nicht wirklich weise.

Jesus sagt dazu ganz wichtig: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh und zeig ihm seinen Fehler im Privaten unter vier Augen auf. Wenn er dir zuhört, wenn er auf dich hört, dann hast du deinen Bruder gewonnen.“

Warum ist das hier so wichtig? Weil es für dich und mich darum geht, dieser Bruder zu sein, zu dem jemand anderes unter vier Augen kommen kann und einfach sagen kann: „Ey, ich würde gern mal ein liebevolles, hartes Feedback geben, nämlich so und so. Ich glaube, da solltest du etwas anderes machen.“

Sei dieser Bruder, der diese Kritik annehmen kann, der zuhört und der hören kann, wenn die Kritik berechtigt ist. Pass auf: Kritik muss nicht in allen Punkten zutreffen, um auch wahr zu sein.

In Sprüche 2 heißt es sinngemäß: Es ist gut, dass wir auch in Kritik nach Einsicht suchen, dass wir die Perlen suchen, aus denen wir etwas herausziehen können.

Umgekehrt heißt es im selben biblischen Buch der Sprüche: Derjenige, der Zurückweisung und Kritik pauschal ignoriert, der geht in die Irre.

Deswegen der nächste große biblische Punkt: Im selben Buch der Sprüche heißt es: „Wenn du Zurechtweisung, wenn du auf konstruktive Kritik hörst, dann wirst du nach Hause gehen als einer der Weisen. Wenn du aber Zurechtweisung oder auch Disziplin zurückweist, dann schadest du nur dir selbst. Wenn du aber darauf hörst, wirst du in deinem Verstehen wachsen.“ Und das ist etwas Gutes.

Es geht darum, wirklich zuzuhören. Ja, mach es nicht wie ich, der lange Jahre versucht hat, jede Art von Kritik zu vermeiden und sich dagegen zu immunisieren. Das ist gar nicht so gut.

Ich will dir dazu kurz ein Beispiel geben. Es gibt, ganz entspannt, ich werde keine Namen nennen, einen großen und sehr bekannten christlichen YouTube-Kanal. Dieser Kanal behandelt manchmal kontroverse Themen, noch deutlich kontroverser als hier. Über lange Zeit hat dieser Kanal nie auf Kritik gehört und Kritik nie wirklich ernst genommen.

Klar, man kann es nie allen Leuten recht machen, aber es gibt irgendwie eine Grenze. Jedenfalls haben sich die Macher dieses YouTube-Kanals entschieden, sich völlig gegen jede Art von Kritik zu immunisieren. Am Ende verstrickten sie sich darin und gerieten in eine Art Abwärtsspirale.

Das heißt, Dinge, die berechtigte Kritik waren und die man mit Geduld und Fleiß hätte ausbessern können – wie zum Beispiel eine schlechte Produktionsqualität oder mangelnde inhaltliche Recherche vor einem Video – wurden nicht besser, sondern teilweise sogar noch schlechter.

Das zog noch mehr Kritik an, und die bisherigen Kritiker wurden immer bitterer. Es ging in eine Abwärtsspirale, auch dort. Letztlich traf der Kanal die Entscheidung, alle Kommentare zu deaktivieren.

Das hat nicht nur in vielerlei Hinsicht das ganze Projekt unglaubwürdig gemacht, sondern noch schlimmer: Jetzt hat der Kanal fast keine Chance mehr, Feedback zu bekommen. All das wäre vermeidbar gewesen, wenn Kritik ernst genommen worden wäre und wenn die Leute versucht hätten, ehrlich und mit Mühe aus der berechtigten Kritik heraus besser zu werden. Schade.

Und nicht zu vergessen: Kritik auf Augenhöhe. Salomo schreibt dazu zum Beispiel: „Eisen schärft Eisen.“

Deswegen ist es sehr wichtig, mit Leuten zusammen zu trainieren, in sportlichen Leistungen und Ähnlichem, die auf einem ähnlichen Leistungsniveau sind wie du.

Ich kann mich erinnern, dass viele sportliche Höchstleistungen, die ich im Laufe meines Lebens vollbringen durfte, daher kamen, dass Leute auf einem ähnlichen Trainingsniveau wie ich waren. Wir haben uns gegenseitig gepusht, sind aneinandergeraten und haben uns Schritt für Schritt herausgefordert, besser zu werden.

Am Ende war die Gesamtleistung von zwei Leuten viel besser als die jedes Einzelnen. Und davon haben wir alle profitiert. Das ist eine gute Sache.

Umgang mit destruktiver Kritik und schwierigen Menschen

So weit, so gut, denkst du jetzt vielleicht. Aber wie gehe ich mit destruktiver Kritik um? Mit Leuten, die es nicht gut mit mir meinen, sondern die es darauf abgesehen haben, mir zu schaden oder ihre negativen Gefühle und Frustrationen an mir auszulassen? Das ist eine sehr gute Frage, deswegen wollen wir jetzt kurz darauf eingehen.

Zunächst einmal die Antwort: Prüft alles und behaltet das Gute. Dazu gehört auch, zu prüfen, von wem du Kritik wirklich annehmen willst. Wenn mir zum Beispiel jemand sagen will, wie ich etwas machen soll, in einem Bereich, in dem ich wirklich gut bin, und diese Person keine Ahnung davon hat, dann frage ich mich, wie sinnvoll und relevant es ist, diese Kritik anzuhören.

Dazu möchte ich ergänzen: Es gibt Menschen, die sind immer beleidigt. Ihnen kannst du es gar nicht recht machen. Solche Leute gibt es wahrscheinlich auch in deinem Leben, vielleicht sogar in deiner Verwandtschaft. Egal, was du machst – selbst wenn du genau das tust, was sie dir sagen – du kannst es ihnen nicht recht machen. Nicht, weil es an dir liegt, sondern weil sie gar nicht zufrieden sein wollen.

Ein zweiter wichtiger biblischer Tipp ist zu erkennen, dass Leute, die dir negative, destruktive Kritik entgegenbringen, nicht deine Feinde sind. Warum? Weil wir wissen, wer unsere wirklichen Feinde sind. Paulus schreibt dazu: „Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis und gegen die bösartigen Geisterwesen der unsichtbaren Welt.“ (Epheser 6,12)

Das klingt vielleicht etwas außergewöhnlich. Wenn du möchtest, kann ich gerne einen Input zu Geisterwesen in der Bibel geben – dann schreibe es in die Kommentare. Aber der entscheidende Punkt ist: Paulus sagt, wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut. Menschen sind nicht unsere Feinde.

Ein berühmtes biblisches Beispiel ist die Erzählung von Ahitophel, die man schnell in den Büchern Samuel und Könige findet. Die Geschichte zeigt, dass jemand, der selbst sehr verletzt ist, andere Menschen verletzt und am Ende sich selbst zugrunde richtet. Das ist eine sehr tragische und traurige Geschichte.

Die Bibel sagt dazu auch: Nimm dir Jesus zum Vorbild. Das bedeutet, du musst nicht auf jede Kritik antworten. Das musste ich auch erst lernen. Gerade auf ungerechtfertigte Vorwürfe musst du nicht reagieren. Jesus hat vor dem Hohen Rat, dem Synhedrion, während seiner Gerichtsverhandlung nicht auf alles geantwortet. Am Ende wurde er zum Tode verurteilt, ohne auf jede Anklage einzugehen.

Die Bibel fordert uns auch dazu auf, dafür zu sorgen, dass wir nicht selbst der Grund für Angriffe sind, die gegen uns kommen. Das lässt sich zwar nicht immer vermeiden, aber wir können zumindest darauf achten, dass wir selbst keinen Anlass dazu geben.

Ein Beispiel dazu steht im Buch Daniel: Dort versuchten andere Minister und Satrapen, Daniel wegen seiner Amtsführung anzuklagen. Doch sie konnten keinen Grund zur Anklage oder Korruption finden, denn Daniel war weder nachlässig noch bestechlich. (Daniel 6)

Das heißt, Kritik und Vorwürfe können kommen, aber wir haben nicht in der Hand, ob andere uns kritisieren wollen. Wohl aber, ob wir ihnen Anlass dazu geben, indem wir unsere Aufgaben nicht gut erfüllen.

Manchmal ist Kritik einfach ungerecht oder zutiefst unfair. Ein bewegendes Beispiel dafür ist das Buch Jeremia im Alten Testament. Es unterscheidet sich stark von den anderen Büchern. Dort wird von einem jungen Mann erzählt, der himmelschreiende Ungerechtigkeiten ertragen muss. Es ist schwer, das zu lesen. Wenn du es laut vorliest, im Hauskreis teilst oder als Hörbuch beim Joggen hörst, spürt man den Schmerz.

Schau dir an, wie Jeremia damit umgegangen ist: Er brachte alles im Gebet, im Vertrauen und im Glauben vor Gott. Ich hätte das nicht durchgehalten, wenn ich mit dem konfrontiert gewesen wäre, was Jeremia durchmachen musste.

Deshalb mach dir klar: So hat Gott die Welt mit dieser Art von destruktiver, vernichtender und unfairer Kritik nicht geschaffen. So war es nicht von Anfang an. Das war nicht Gottes Plan, dass du so leben musst – zumindest nicht seine Absicht.

Eine spannende Passage in den Evangelien behandelt das Thema Scheidung. Dort steckt viel drin. Ein wichtiger Punkt ist, dass Jesus sagt: Am Anfang war es nicht so gedacht, dass es Scheidung überhaupt gibt. (Markus 10,2-12)

Das ist einer von vielen Hinweisen in der Bibel, die uns zeigen, dass wir anerkennen dürfen, dass die Welt, in der wir leben, so von Gott nicht beabsichtigt war. Sie ist nicht Gottes ursprünglicher Plan und auch nicht seine Schöpfungsidee. Das ist ganz wichtig zu verstehen.

Vergebung als Schlüssel zum Umgang mit destruktiver Kritik

Einer der vorletzten Punkte zum Thema destruktive Kritik lautet: Sei zu Vergebung bereit, sei zu Vergebung bereit.

Ein besonders spannender Vers in der Bibel findet sich im zweiten Timotheusbrief. Dort heißt es, und das ist wirklich interessant, dass in den letzten Tagen der Menschheit bestimmte Eigenschaften vorherrschen werden. In der Bibel wird ja davon gesprochen, dass die Welt eines Tages untergehen wird. Dieser Tag wird konkret sein, es wird ein Datum dafür geben.

Im zweiten Timotheusbrief steht, dass die Menschen in den letzten Tagen grob und eingebildet sein werden. Ehrlich gesagt erkenne ich mich darin wieder. Besonders spannend ist, dass sie undankbar sein werden. Das ist eine der sehr wenigen Stellen – oder vielleicht sogar die einzige – in allen 31.102 Versen der gesamten Bibel, in denen das Wort „undankbar“ vorkommt. Das sollte man erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Weiter heißt es, dass die Menschen lieblos und unversöhnlich sein werden. Sei du ein Gegenbild dazu. Sei du ein Gegenbild zu einer verbitterten, gottlosen Gesellschaft. Sei jemand, der bereit ist, sich versöhnen zu lassen und anderen den Weg zu Gott zu ermöglichen.

Paulus schreibt dazu: Hören wir doch auf, uns gegenseitig zu verurteilen. Achten wir vielmehr darauf, dass wir unserem Bruder kein Hindernis in den Weg legen – kein Hindernis auf dem Weg zu Gott, kein Hindernis auf dem Weg zu Jesus und zur Versöhnung. Wir sollen ihn nicht zu Fall bringen. Das ist sehr wichtig.

Die eigene Identität und der Umgang mit Kritik

Letzter Gedanke zum Thema destruktive Kritik

Weißt du, du wurdest geschaffen als Gottes Ebenbild, als sein Gesprächspartner und Verwalter seiner Erde. Du – und das klingt jetzt super tough, ja – lass dir das bitte mal auf der Zunge zergehen: Du wurdest nicht geschaffen, um gemocht zu werden. Du wurdest nicht geschaffen, um gemocht zu werden, ja.

Denn letztlich ist es so: Wenn du wiedergeboren bist, dann gibt es für dich keine Kritik. Kritik heißt ja im wörtlichen Sinne das Richten, das Auseinanderurteilen. Dann gibt es für dich im wörtlichen Sinne kein Jüngstes Gericht. Wiedergeborene Christen kommen nicht in das Jüngste Gericht hinein, zumindest nicht in ein Verurteilungsgericht, in dem sie verurteilt werden können.

Und das ist etwas, was wirklich sehr wichtig für uns Christen ist zu verstehen. Es ist auch etwas, das mich persönlich zutiefst anspricht. Und ich habe lange gebraucht, um das wirklich zu verstehen.

Weißt du, mit all den Dingen, die ich im Laufe meines Lebens falsch gemacht habe und mit all dem Leid, das ich verursacht habe – vor allem bei Menschen, die mir am meisten bedeuten. Da habe ich einen Menschen ganz konkret vor Augen – gibt es genau zwei Dinge, die mir Hoffnung geben.

Erstens: Ich habe die Hoffnung, dass meine größten Sünden und meine schlimmsten Fehler hinter mir liegen und nicht noch vor mir. Und zweitens: Dass Jesus mir vergeben hat. Er hat mich freigesprochen, nicht weil ich unschuldig bin – absolut gar nicht. Sondern es ist ein Freispruch für jemanden, der sonst verurteilt wäre. Er hat mich freigesprochen.

Und dieser Freispruch hat geführt durch Reue, durch Schmerz und durch Tränen.

Weißt du, Christsein ist nichts für Weicheier. Christsein beginnt mit einem schlechten Gewissen, damit, diesem hässlichen Typen im Spiegel ins Gesicht zu sehen und ihm sagen zu können: Du, du hast es versaut. Alter, du hast dich selbst ins Aus manövriert. Der Schiedsrichter hat vielleicht noch nicht gepfiffen, aber du kriegst sowas von die rote Karte – und es ist vorbei. Du hast dir selbst die Hölle eingebrockt, du Vollpfosten.

Christsein beginnt mit einem schlechten Gewissen. Und nur wenn du ein schlechtes Gewissen hast, kannst du zu dem Kreuz von Jesus auf Knien hinkrabbeln, auf Knien hinkrabbeln – weil nur dann weißt du auch, warum. Nur dann weißt du auch, warum Jesus so gelitten hat: weil deine Sünde so groß war.

Das heißt, erkenne deine Sünde, sieh ihr in die Augen. Christsein ist nichts für Warmduscher. Erkenne deine Sünde, erkenne, warum du Jesus brauchst, und nimm ihn an.

Und danach, danach in aller Liebe und Wertschätzung: Räum dein Leben auf. Wirklich, du sollst ein Vorbild sein und keine gefühlsgesteuerte Heulsuse.

Denn die von uns, die an der Kritik anderer Leute ersticken – das sage ich komplett selbstkritisch, komplett selbstkritisch – das sind häufig genau die Leute, die denken, sie wären fanatisch angewiesen auf den Zuspruch von anderen.

Ich dachte damals, ich wäre fanatisch angewiesen auf den Zuspruch, auf die Zuneigung, auf die Akzeptanz, auf das große Wort Liebe anderer Menschen. Und wenn das nicht kam, sondern im Gegenteil Kritik kam, dann bin ich davon erstickt.

Aber vielleicht – und das ist der entscheidende Punkt – brauchen du und ich beide viel weniger Zuspruch von anderen Menschen, als wir denken, dass wir brauchen.

Praktische Anleitung zum Nein-Sagen und konstruktiver Kritik

Jetzt denkst du vielleicht: Schön und gut, Markus, das klingt alles so salbungsvoll, aber wie sieht das in der Praxis aus?

Na ja, dafür musst du lernen, Nein zu sagen. Ja? Lerne, Nein zu sagen.

Wie machst du das? Dank der Hilfe der Spender-Community darf ich dir heute den beliebten Leitfaden zum Nein-Sagen in einer gefallenen Welt zur Verfügung stellen. Mit diesem Leitfaden lernst du genau das.

Darin sind über zwanzig bibeltreue Tipps mit konkreten Anwendungsbeispielen enthalten. Das ist viel, viel mehr, als wir hier in diesem Video behandeln könnten. Diese Tipps haben schon Hunderten Menschen vor dir geholfen, souveräner, liebevoller, gelassener und überhaupt emotional reifer damit umzugehen. So kannst du gesund und segnungsreich Grenzen ziehen.

Der Leitfaden basiert auf Erfahrungen aus Hunderten von Workshops und Tausenden von Beratungsgesprächen. Dabei habe ich Menschen begleitet, während sie gelernt haben, liebevoll ihren eigenen Mann oder ihre eigene Frau zu stehen und gesunde, respektvolle Grenzen zu ziehen – zu Gleichaltrigen, zu Kollegen, zu Vorgesetzten und auch zu den eigenen Eltern.

Eine Leitversion davon war das meistgelesene Kapitel in meinem vorletzten Buch. Ich bete, dass sich diese ausführliche Version mindestens genauso bewährt wie die Hunderte vor dir.

Deswegen danke ich allen Spendern. Dank euch kann ich das hier kostenfrei zur Verfügung stellen. Du kannst dir den Leitfaden gern gratis mitnehmen. Klicke dafür einfach auf den Link unter diesem Input.

Bonus: Wie du selbst besser Kritik geben kannst

Noch ein Bonustipp, bevor dieses Video hier mit dem schlechten Witz der Woche endet.

Wie kannst du eigentlich selbst besser Kritik geben? Dazu heißt es in der Bibel in Sprüche 25: „Geh nicht übereilt vor Gericht, klag nicht jemanden einfach an, bevor du dir nicht wirklich sicher bist.“

Dann heißt es weiter: „Was machst du, wenn ein anderer Zeuge beweist, dass du im Unrecht bist?“ Das bedeutet, man soll nicht übereilt kritisieren, sondern zuerst die Situation versuchen zu bewerten und zu betrachten. Es ist wichtig, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Manche von uns sind sehr schnell darin, Dinge zu beurteilen, ohne erst einmal innezuhalten.

Ein zweiter biblischer Tipp lautet: Sei selbst konstruktiv. Jakobus schreibt dazu: „Sprecht nicht übel übereinander, liebe Brüder und Schwestern.“ Das ist wirklich wichtig zu verstehen. Versuche selbst konstruktiv zu sein. Das ist etwas, das mir auch nicht immer gelungen ist. Da darf ich gerade auch dran wachsen, wie man so schön sagt.

Paulus schreibt dazu: „Passt auf, dass kein korrumpierendes Gerede aus euren Mündern kommt, sondern nur solche Dinge, die gut sind, zur Erbauung, die der Situation angemessen sind und die Gnade geben für die, die es hören.“

Das bedeutet, etwas muss konstruktiv sein, es muss angemessen sein und es muss wahr sein. Da muss ich selbst noch eine Menge lernen.

Im zweiten Timotheusbrief heißt es: „Der Diener des Herrn soll nicht jemand sein, der leicht streitbar ist, sondern er sollte im Idealfall freundlich zu allen sein. Er sollte in der Lage sein zu lehren, geduldig sein, auch mit Bösem, und seine Widersacher mit Großmut korrigieren.“

Da müssen du und ich noch dran wachsen.

Ein letzter Bibelvers aus den Sprüchen sagt: „Eine sanfte Antwort wendet Zorn ab, aber ein hartes Wort rührt nur den Ärger an und führt ihn herbei.“

Abschluss und Einladung zum Austausch

Ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Schreibe du in der Zwischenzeit gern unter dieses Video, was du aus diesem Input mitgenommen hast und was gerade in deinem Kopf und auf deinem Herzen ist. Ich lese alles, das weißt du ja inzwischen.

Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Thema Nachfolge leben. Um Nachfolge zu verstehen und auch zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit.

Dafür lade ich dich ein, jetzt zusammen mit den anderen, die diese schöne Glocke sehen, deine Konstruktivität auszudrücken. Drücke die Glocke ganz fest, denn das ist ernst gemeint: So werden mehr Nichtchristen in sozialen Medien auf christliche Inhalte aufmerksam, die sie ansprechen können.

Während du das tust, beende ich jetzt mit dem schlechten Witz der Woche:

Kommt jemand zum Arzt und sagt: „Herr Doktor, Herr Doktor, keiner beachtet mich.“
Antwortet der Herr Doktor: „Hat da jemand gesprochen? Der Nächste bitte.“

Wir sehen uns im nächsten Input. Ich freue mich auf dich.