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Vom klugen Verwalter – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 579/696
29.05.2025Lukas 16,8-9
SERIE - Teil 579 / 696Jesu Leben und Lehre

Einführung und Kontext des Gleichnisses

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 578: Vom klugen Verwalter, Teil 3

Hören wir uns zuerst noch einmal das Fazit zum Gleichnis vom klugen Verwalter an.

 Lukas 16,8: Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht oder ihre eigene Generation oder Art, gemeint ist im Umgang miteinander.

Das Lob für den ungerechten Verwalter betrifft seine kluge Vorausschau. Er weiß, dass er bald gekündigt wird, und plant entsprechend. Er weiß, was kommt, und bereitet sich darauf vor.

Das ist die Art von Klugheit, die Jesus feiert.

Die Klugheit der Welt im Vergleich zur Klugheit der Gläubigen

Die Söhne dieser Welt, das heißt die Heiden, sind klüger als die Söhne des Lichts, also die Gläubigen. Was will Jesus damit sagen? Ganz einfach: Wenn es darum geht, die Zukunft zu planen und sich auf Zukünftiges vorzubereiten, dann sind gottlose Heiden untereinander – also gegenüber ihres eigenen Geschlechts – klüger als die Menschen, die nicht Söhne dieser Welt sind.

Heiden haben nur diese Welt, und ihr Denken dreht sich meistens um das eine Leben, das sie jetzt führen. Weil sie so sehr im Diesseits leben, versuchen sie natürlich auch, aus diesem Leben so viel wie möglich herauszuholen, meist für sich selbst.

Da sich ihr Leben um ihr eigenes Glück und ihren eigenen Vorteil dreht, überlegen sie ganz genau, wie sie mit anderen Menschen umgehen sollen. Das ist auch das, was der kluge Verwalter tut. Er denkt darüber nach, wie er sich andere reiche Geschäftsleute zu Freunden machen kann, damit diese ihn nach seinem Rausschmiss in ihre Häuser aufnehmen.

Moralische Bewertung und Anwendung der Klugheit

Natürlich ist diese Art von Klugheit – dieses „eine Hand wäscht die andere“-Denken – moralisch bedenklich. Der Verwalter bleibt trotz allem ein ungerechter Verwalter. Er ist ein Schlitzohr, und doch ist er in der Art und Weise, wie er an sein Leben herangeht, vorbildlich.

Als ein Sohn dieser Welt ist er ein Vorbild für diejenigen, die Söhne einer anderen Welt sind. Im Sinne von: Wenn Heiden miteinander klug umgehen, weil sie irdische, persönliche und zeitliche Ziele verfolgen, wie viel mehr müssten Christen dann klug mit ihren Mitmenschen umgehen? Sie verfolgen ja himmlische, göttliche und ewige Ziele.

Das ist in etwa der Gedanke hinter Lukas 16,8.

Das Gebot zur klugen Nutzung des Besitzes

Und vor diesem Gedanken formuliert der Herr Jesus jetzt folgendes Gebot: Lukas 16,9.

„Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnimmt in die ewigen Zelte.“

Das ist also die Anwendung des Gleichnisses. Ich sage euch – inhaltlich geht es um den Mammon. Das Wort stammt aus dem Aramäischen und bezeichnet den Reichtum und den Besitz eines Menschen.

Im Blick auf unseren Besitz gilt also: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon.

Klugheit im Umgang mit Besitz und die Bedeutung von Freundschaft

Achtung, es geht hier nicht primär darum, dass wir Almosen geben. Das Thema des Gleichnisses ist nicht die Sorge um Arme, sondern Klugheit. Wir sind inhaltlich immer noch bei dem klugen Verwalter.

Dass wir seine Verschlagenheit nicht imitieren sollen, habe ich hoffentlich zur Genüge klargemacht. Der kluge Verwalter setzt seinen Besitz, seine Möglichkeiten im Umgang mit dem Besitz seines Herrn, so ein, dass er Freunde gewinnt.

Vorsicht: Der Begriff Freund wird hier wenig persönlich benutzt. Es geht nicht um meine beste Freundin oder meinen Kumpel. Das ist nicht gemeint. Ein Freund ist hier jemand, der einen mag.

Immer noch steht das Thema Klugheit im Vordergrund. Jesus sagt also mit meinen Worten: Verwende deinen Besitz so, dass andere Menschen davon einen Vorteil haben und dich schätzen.

Warum wird vom ungerechten Mammon gesprochen?

Warum wird hier vom ungerechten Mammon gesprochen? Es gibt zwei Gründe.

Erstens ist der Mammon ungerecht verteilt: Der eine besitzt mehr davon, der andere weniger.

Zweitens hat Mammon die Tendenz, den Besitzer ungerecht zu machen. Er bewirkt, dass sich der Fokus auf diese Welt richtet. Aus dieser Haltung entstehen leicht Anspruchsdenken, Selbstsucht und der Wunsch, noch mehr zu besitzen.

An dieser Stelle kann es für Christen schnell problematisch werden.

Warnung vor der Geldliebe nach Paulus

Merken wir uns das Gut, was Paulus zur Geldliebe sagt.

Im Ersten Timotheusbrief Kapitel 6, Verse 9 bis 11 heißt es: Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.

Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge! Soweit Paulus.

Rückkehr zum Gleichnis und Perspektive auf das ewige Leben

Aber kommen wir zurück zu Lukas 16,9: „Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnimmt in die ewigen Zelte.“

Ich wiederhole noch einmal die Idee hinter diesem Vers: Verwende deinen Besitz so, dass andere Menschen davon einen Vorteil haben und dich schätzen.

Warum soll ich das tun? Damit, wenn der ungerechte Mammon zu Ende geht, man euch aufnimmt in die ewigen Zelte. Wir sprechen also über eine Perspektive, die über dieses Leben hinausgeht.

Der ungerechte Mammon geht zu Ende, wenn man uns in die ewigen Zelte aufnimmt. Erinnert ihr euch an den reichen Toren aus Lukas 12? Auch er musste seine prall gefüllten Scheunen zurücklassen.

Mit dem Tod verliert mein Besitz seine Bedeutung. Ich kann meinen Wohlstand nur so lange für Gott einsetzen, wie ich lebe.

Übersetzungsalternative und Bedeutung der Freunde

Nun zu einer kleinen Übersetzungsalternative. In Vers neun übersetzt die Elberfelder so: „damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnimmt in die ewigen Zelte.“ Wörtlich steht hier jedoch: „damit sie euch aufnehmen in die ewigen Zelte.“ Dabei ist „sie“ die dritte Person Plural.

Warum übersetzt die Elberfelder dann mit „man euch aufnimmt“? Nun, weil man so übersetzen kann, vor allem dann, wenn das Subjekt der Handlung unklar oder nicht eindeutig bestimmbar ist. Die Übersetzung ist also möglich und passt. Allerdings finde ich sie extrem unglücklich, weil wir hier im Text ja ein Subjekt haben, nämlich die Freunde, die wir uns mit dem ungerechten Mammon machen sollen.

Außerdem schwingt immer noch das Gleichnis vom klugen Verwalter mit. Und worum ging es bei diesem? Genau: darum, dass er in die Häuser derer aufgenommen wird, die er sich zu Freunden gemacht hat.

Ich würde Lukas 16,9 daher lieber so übersetzen: „Und ich sage euch, macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie, das heißt die Freunde, euch aufnehmen in die ewigen Zelte.“

Das klingt immer noch etwas kryptisch und erinnert ein wenig an Karl May. Aber was genau das bedeutet, schauen wir uns in der nächsten Episode an.

Persönliche Reflexion und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Stell dir diese Frage. Wofür gebe ich mein Geld aus? Mach eine prozentuale Bestandsaufnahme. Was geht wohin?

Das war's für heute.

Schreibe jetzt zwei ermutigende SMS an Menschen, die nicht damit rechnen, dass du sie wahrnimmst.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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