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Ihr seid Götter! – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 542/696
13.03.2025Johannes 10,34
SERIE - Teil 542 / 696Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 541: Ihr seid Götter, Teil 2.

Einführung in die Anklage gegen Jesus und die Bedeutung von Psalm 82

Der Herr Jesus wird von seinen Gegnern der Gotteslästerung angeklagt. In Johannes 10,33 heißt es: Die Juden antworteten ihm: „Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung, weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.“

Seine Antwort ist, so wie ich sie verstehe, etwas komplexer. Er zitiert aus Psalm 82. Das ist ein Psalm, der uns eher nicht so vertraut ist, weil er eine Szene beschreibt, die für Christen etwas gewöhnungsbedürftig klingt.

 Psalm 82,1 lautet: „Ein Psalm von Asaf. Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Götter richtet er.“ So ein Vers erinnert mehr an die Vorstellung eines polytheistischen Götterkonzils als an einen jüdisch-christlichen Monotheismus. Gott steht in der Gottesversammlung. Warum darf Asaf so formulieren? Ist das nicht sehr missverständlich?

Die Antwort ist, dass er so formulieren darf, weil ein Psalm eben ein Lied ist, ein Stück Poesie. Poesie spielt mit Bildern, Begriffen und Symbolen. Ihr werdet dieses Phänomen auch bei anderen, gerade bei messianischen Psalmen, entdecken. Lest dazu einfach mal Psalm 2, 22, 45, 110 oder 118, und ihr werdet merken, was ich meine.

Asaf verwendet die Sprache und die Vorstellungen seiner Zeit, nicht unbedingt nur die jüdischen Vorstellungen. Wenn heute ein agnostischer Popsänger davon singt, dass er für seine Liebste wie ein Schutzengel sein will, dann heißt das nicht, dass er an Engel glaubt. Und wenn er sich als von ihrer Liebe verhext bezeichnet, ist das auch kein Hinweis auf eine okkulte Belastung.

Poesie darf vieles, was sonst nicht geht. Deshalb ist es in Ordnung, wenn Asaf in Psalm 82,1 formuliert: „Ein Psalm von Asaf: Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Götter richtet er.“

Die Rolle der Engel in der biblischen Weltordnung

Ich habe bereits gesagt, dass die Götter hier eigentlich Engel sind. Die Idee, dass Engel für das Geschehen auf der Erde Verantwortung tragen, wird in evangelikalen Kreisen selten betrachtet. Dennoch gibt es in der Bibel einige interessante Hinweise darauf.

Im Psalm 89, Verse 6 bis 8, heißt es: „Der Himmel wird deine Wunder preisen, Herr, ja deine Treue in der Versammlung der Heiligen. Denn wer in den Wolken ist mit dem Herrn zu vergleichen? Wer ist dem Herrn gleich unter den Göttersöhnen? Gott ist gefürchtet im Kreis der Heiligen, groß ist er und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind.“

Hier wird der Herr als einer dargestellt, der von Göttersöhnen, wörtlich bene Elohim, umgeben ist. Der Kreis der Heiligen ist ein Kreis von Engeln. Ein ähnlicher Gedanke findet sich auch in Hiob 1, Vers 6: „Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor dem Herrn einzufinden, und auch der Satan kam in ihrer Mitte.“

Oder in 1. Könige 22, Verse 19 und 20: „Und Micha sprach: Darum höre das Wort des Herrn. Ich sah den Herrn auf seinem Thron sitzen, und das ganze Heer der Himmel stand um ihn, zu seiner Rechten und zu seiner Linken. Und der Herr sprach: Wer will Ahab betören, dass er hinaufzieht und bei Ramoth in Gilead fällt?“

Hier sehen wir Gott im Kreis der Engel. Interessanterweise sind hier sowohl gute als auch böse Engel anwesend. Das ist ein Punkt, von dem ich denke, dass er heute, also nach Kreuz und Auferstehung, anders zu bewerten ist.

Veränderungen im himmlischen Geschehen nach der Offenbarung

In der Offenbarung lesen wir im Rahmen eines Textes, der mir wie ein Abriss der Heilsgeschichte klingt, folgendes: Offenbarung 12,9: „Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, die Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt. Geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen.“

Da scheint sich im Himmel etwas geändert zu haben, so denke ich jedenfalls. Wir werden auf diesen Gedanken zurückkommen, wenn wir Johannes 12,31 betrachten.

Aber lassen Sie mich zu dem Thema noch eine weitere Stelle zeigen: 5. Mose 32,8: „Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er die Menschenkinder voneinander schied, da legte er fest die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israel.“

Der Vers klingt komisch, oder? „Da legte er fest die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israel?“ Das macht irgendwie keinen Sinn. Sinn ergibt aber der Text in der Version, die uns die Septuaginta gibt: 5. Mose 32,8: „Als der Höchste die Völker aufteilte, während er die Kinder Adams zerstreute, legte er die Grenzen der Volksstämme fest entsprechend der Zahl – Achtung! – der Söhne Gottes.“

Also nicht, wie im masoretischen Text, nach der Zahl der Söhne Israel, sondern entsprechend der Zahl der Söhne Gottes. Wenn man so will, bekommt jedes Volk seine Engel.

Und dann geht der Text interessanterweise so weiter: 5. Mose 32,9: „Denn der Anteil des Herrn ist sein Volk, Jakob das Maß seines Erbteils.“ Auch die Septuaginta überliefert ganz ähnlich: 5. Mose 32,9: „Und der Anteil des Herrn wurde sein Volk, Jakob, Israel der Gebietsanteil seines Erbbesitzes.“

Wir können also ganz vorsichtig annehmen, dass Engel in der Verwaltung der Welt, genauer der Völker, eine wichtige Rolle spielen und dass Gott für sich selbst auch ein Volk erwählt hat, nämlich das Volk Israel.

Zu diesem Gedanken passt auch, was Daniel erlebt. Er trifft in Kapitel zehn auf einen Engel, der ihm von himmlischen Auseinandersetzungen berichtet. Diese Engel, die da aufeinandertreffen, werden als der „Fürst des Königreichs Persien“, der „Fürst vom Volk Israel“ oder als der „Fürst von Griechenland“ bezeichnet.

Bei all diesen „Fürsten“ handelt es sich um geistliche Mächte der himmlischen Welt, also um Engel.

Frage: Wenn das stimmen sollte und Engel für die Belange der Welt eine größere Rolle spielen, als man manchmal vielleicht denkt – warum wird dieses Thema in der Bibel so stiefmütterlich behandelt? Wäre es nicht total interessant, mehr darüber zu wissen?

Antwort: Ja, das wäre es. Und genau darin liegt womöglich das Problem. Menschen interessieren sich bis heute für Engel, insbesondere übrigens in esoterischen und okkulten Kreisen.

Dieses Interesse an himmlischen Wesen ist auf zweierlei Weise eine Gefahr für uns Menschen. Einerseits lenkt es von Gott ab, und andererseits bringt es mich in Kontakt mit Geistwesen, die für mich gefährlich werden können.

Natürlich ist es toll, wenn Elisa seinem Knecht die Augen öffnet, sodass der die Schutzengel sehen kann, die um sie herumstehen. Aber es ist nicht so erbaulich, wenn wir von all den Menschen lesen, die in eine dämonische Besessenheit hineingeraten sind.

Um uns vor den Gefahren des Okkulten zu schützen, hat Gott eine Doppelstrategie eingeschlagen: Erstens warnt er und verbietet den Kontakt zum Okkulten, und zweitens berichtet er nicht übermäßig viel über diesen Teil der Schöpfung, um uns nicht unnötig neugierig zu machen.

Was könnte man jetzt tun? Fasse für dich dein Wissen über Engel zusammen. Auf welche Bibelstellen beziehst du dich?

Das war’s für heute. Wenn du es noch nicht getan hast, lade dir gern die Frogwords-App herunter.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Die Zurückhaltung der Bibel im Umgang mit dem Thema Engel

Frage: Wenn das stimmen sollte, dass Engel für die Belange der Welt eine größere Rolle spielen, als man manchmal vielleicht denkt, warum wird dieses Thema in der Bibel dann so stiefmütterlich behandelt? Wäre es nicht total interessant, mehr darüber zu wissen?

Die Antwort lautet: Ja, das wäre es. Und genau darin liegt womöglich das Problem. Menschen interessieren sich bis heute für Engel, insbesondere in esoterischen und okkulten Kreisen. Dieses Interesse an himmlischen Wesen ist auf zweierlei Weise eine Gefahr für uns Menschen.

Einerseits lenkt es von Gott ab. Andererseits bringt es mich in Kontakt mit Geistwesen, die für mich gefährlich werden können. Natürlich ist es toll, wenn Elisa seinem Knecht die Augen öffnet, sodass der die Schutzengel sehen kann, die um sie herumstehen.

Aber es ist nicht so erbaulich, wenn wir von all den Menschen lesen, die in eine dämonische Besessenheit hineingeraten sind. Um uns vor den Gefahren des Okkulten zu schützen, hat Gott eine Doppelstrategie eingeschlagen.

Erstens warnt er und verbietet den Kontakt zum Okkulten. Zweitens berichtet er nicht übermäßig viel über diesen Teil der Schöpfung, um uns nicht unnötig neugierig zu machen.

Abschluss und Ermutigung zum persönlichen Nachdenken

Was könntest du jetzt tun? Fasse für dich dein Wissen über Engel zusammen. Auf welche Bibelstellen beziehst du dich?

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