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Die Frage nach der Auferstehung – Teil 7

Jesu Lehre und Leben | Episode 716
Matthäus 22,31-3221.05.2026
SerieTeil 7 / 8Die Frage nach der Auferstehung
Gott ist kein Gott der Toten: Wenn er Abraham, Isaak und Jakob noch „seine“ nennt, dann ist der Tod nicht das letzte Wort. Seine Treue zielt auf neues Leben – für den ganzen Menschen.

Einführung in das Thema und die Ausgangslage

Gott wird Mensch. Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 716: Die Frage nach der Auferstehung, Teil 7.
Wir waren an dem Punkt stehen geblieben, dass Jesus den Sadduzeern vorwirft, sie würden weder die Schriften noch die Kraft Gottes wirklich kennen. In Bezug auf die Schriften haben wir uns mit Texten beschäftigt, die schon im Alten Testament auf eine Auferstehung der Toten hinweisen.
Für die Sadduzeer waren all diese Stellen jedoch von geringerem Belang, weil sie für sich einen starken Fokus auf die Tora, also die fünf Bücher Mose, legten. Und genau an dieser Stelle greift Jesus sie jetzt an.
Ist es wirklich so, dass die fünf Bücher Mose keinerlei Hinweise auf eine Auferstehung bieten? Nicht, wenn es nach Jesus geht.

Der Verweis auf den brennenden Dornbusch

 Lukas 20,37: Dass aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wenn er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
Merkt ihr, was Jesus hier tut? Er greift auf einen Text aus dem Zweiten Mosebuch zurück, um die Sadduzeer mit einem Text zu gewinnen, den sie für autoritativ halten. Also nimmt er sich die Episode mit dem brennenden Busch vor. Dort am Horeb begegnet der Gott Israels dem alternden Mose. 2. Mose 3,2-6.
Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und er sah hin, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt. Und Mose sagte sich: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt.
Als aber der Herr sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Tritt nicht näher heran, zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden.
Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.

Die Bedeutung des Engels des Herrn

Kleiner Gag am Rande: Hier begegnet Mose dem Engel des Herrn. Ich kann das jetzt nur andeuten, aber beim Engel des Herrn handelt es sich um Gott, das Wort, in der Gestalt eines Engels.
Jesus spricht also über ein Ereignis, bei dem er selbst der Sprecher war. Wenn Jesus formuliert, dass aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wenn er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt, dann ist es nicht Mose, der spricht, sondern Gott selbst in der Gestalt des Engels des Herrn.
Mose ist nur derjenige, der alles aufschreibt. Reden tut Gott selbst. Und das sieht man auch im Text, weil es ja in Vers 4 heißt: Als aber der Herr sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach.

Warum die Gottesbezeichnung auf mehr als Erinnerung verweist

Noch einmal Lukas 20,37: Dass aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wenn er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
Frage: Warum wird hier durch diese Formulierung die Auferweckung der Toten angedeutet?
Gott stellt sich als den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs vor, also als den Gott der Patriarchen. Was hat diese Bezeichnung mit Auferstehung zu tun? Um das zu verstehen, müssen wir begreifen, was im Alten Testament geschieht.
Gott offenbart sich Menschen, um mit ihnen Heilsgeschichte zu schreiben. Er ist nicht einfach der Schöpfer, der sich dem Geschöpf zeigt. Er ist der Gott, der einen Bund mit Abraham und den Patriarchen schließt. Wenn Gott sich also lange nach dem Tod der Patriarchen weiterhin als ihr Gott offenbart, dann bringt er damit zum Ausdruck, dass seine Beziehung zu ihnen nicht durch den Tod beendet wurde.
Wenn Gott sich selbst als Gott Abrahams bezeichnet, dann bedeutet das im biblischen Bundeskontext nicht: Gott eines nicht mehr existierenden Menschen, sondern Gott eines lebendigen Bundespartners.

Die Lebenden vor Gott und die biblische Sicht auf den Menschen

Jesus führt diesen Punkt auch sofort aus, Lukas 20,38: „Er ist aber nicht der Gott von Toten, sondern von Lebenden, denn für ihn leben alle.“
Diese Formulierung „für ihn leben alle“ beweist zunächst das fortdauernde Leben der Patriarchen vor Gott. Aus menschlicher Perspektive sind sie tot, begraben und verwest. Aus Gottes Perspektive sind sie lebendig. Gott selbst kann sich immer noch völlig zu Recht als den Bundesgott von Abraham, Isaak und Jakob bezeichnen. Er ist eben kein Gott von Toten, sondern von Lebenden.
Und Jesus denkt, dass seine Gegner das hätten wissen können. Matthäus 22,31-32: „Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, was zu euch geredet ist von Gott, der da spricht: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Gott ist nicht der Gott von Toten, sondern von Lebenden.“
Ich mag dieses „habt ihr nicht gelesen“. Ich mag es, weil es zeigt, welche Erwartung Gott an unseren Umgang mit der Bibel hat. Und damit will ich niemanden frustrieren, sondern nur andeuten, dass es immer noch mehr im Wort Gottes zu entdecken gibt. Und eben nicht nur das Offensichtliche.
Gott spricht durch sein Wort zu den Sadduzäern. Und aus der Tatsache, dass er sich als Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs zu erkennen gibt, hätten die Sadduzäer schließen müssen, dass die Patriarchen noch leben. Dass Gott in dem Moment, wo er sich dem Mose so vorstellt, eine Beziehung zu den Patriarchen unterhält.

Der Bund Gottes und die Hoffnung auf die ganze Person

Frage: Warum ist das aber ein Hinweis auf die Auferstehung? Warum hätten die Sadduzäer an dieser Stelle stutzig werden und ihre Theologie hinterfragen müssen?
Antwort: Weil für einen Juden völlig klar ist, dass Gottes Bundestreue nicht bei einem entleibten Zwischenzustand stehenbleibt, sondern auf die Erlösung der ganzen Person abzielt. Der entscheidende Punkt ist dabei: In der Bibel ist der Mensch nicht nur eine Seele, die es zu retten gilt, deren Leib aber entbehrlich ist. Gottes Bund gilt Personen, und Personen sind nach biblischem Verständnis leiblich geschaffene Menschen.
Der Mensch ist nicht als Seele geschaffen, die zufällig einen Leib hat. Der Lebensodem Gottes und der Staub der Erde bilden zusammen den Menschen. Der Tod ist deshalb auch nicht die Befreiung vom Leib, sondern der Zerbruch einer Einheit, die wiederhergestellt werden muss. Erlösung ist deshalb immer Neuschöpfung des Leibes und die Verbindung des Auferstehungsleibes mit der Seele und dem Geist eines Menschen.
Wenn Gott also Abraham, Isaak und Jakob als seine Bundespartner bezeichnet, dann meint er leibhaftige Menschen und nicht entleibte Seelen. Wie formuliert Gott zu Abraham in 1. Mose 17,7: Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch alle ihre Generationen zu einem ewigen Bund, um dir Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir.
Merkt ihr: Gott verpflichtet sich dem Abraham und seinen Nachkommen. Er will ihnen Gott sein. Und dabei geht es eben nicht nur um Erinnerung, sondern um Zugehörigkeit, Treue und Gemeinschaft, eben um einen ewigen Bund. Deshalb kann Gottes Selbstbezeichnung als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs nicht bei einem entleibten Fortleben der Bundespartner stehenbleiben. Der ewige Bund verlangt die endgültige Wiederherstellung der ganzen Person durch die Auferstehung zur Erfüllung aller Bundesverheißungen.
Warum? Weil Gott treu ist. Er hält, was er verspricht.

Schlussgedanken und praktische Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie du den Menschen definierst und welche Rolle dabei der Körper spielt.
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbittenliste für das Kindergottesdienst-Team in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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