Ich bin auch einer von denen, die alles essen, was auf den Tisch kommt. Das
liegt natürlich auch daran, dass meine Frau weiß, was mir schmeckt. Die
würde es auch nicht wagen, mir irgend eine Kürbissuppe mit Kutteln oder
irgend ein angebranntes Stück vorzusetzen. Und ich hätte auch keine Lust,
eine Suppe auszulöffeln, die andere angebrannt und versalzen und versaut
haben.
Das Problem des Auslöffelns der Suppe, die andere eingebrockt haben.
Aber vor diesem Problem stehen wir im Leben immer, dass wir die Suppe
auslöffeln müssen, die uns andere Leute eingebrockt haben.
Also ich habe den letzten Weltkrieg weder gemacht noch gewollt, und später
die Kommunisten wieder gewählt noch gewollt, aber die Suppe, die uns die
Faschisten und die Kommunisten eingebrockt haben, die habe ich mit
auslöffeln müssen. Und während meine Altersgenossen im Westen schon viel
Geld verdienten und in der Welt herum reisten, da habe ich, weil ich ein
bisschen weiter östlich gewohnt habe, den realen Sozialismus genossen, und
hab mich manchmal gefragt: haben denn wir im Osten den Krieg alleine
verloren? Wieso müssen wir denn die Suppe auslöffeln, die uns unsere Väter
mit dem Krieg eingebrockt haben?
Keine Suppe, aber super Ausreden.
Dieses Sprichwort von dem Suppe auslöffeln das hat mal im Volk Israel eine
große Rolle gespielt. Auch nach einem verlorenen Krieg. Nur dass die damals
nicht von Suppe geredet haben, sondern von sauren Trauben.
Hesekiel Kapitel 18: Die Väter haben saure Trauben gegessen aber den
Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden. Also ein anderer Text, aber
die gleiche Melodie: mir geht's schlecht, aber schuld sind die anderen. Es
gibt nun mal Leute, die berufen sich bei jeder Pleite auf ihre miese
Vergangenheit, auf die Umstände, auf die gesellschaftlichen Verhältnisse,
auf die Erbmasse. Sie schieben alles auf ihr kaputtes Elternhaus. Also zum
Beispiel, wenn sie dich in einem Kaufhaus erwischen, weil du eine Uhr
geklaut hast. Da brauchst du dann bloß sagen: ich habe einen Uhrenkomplex.
Mich hat die Kuckucksuhr meines Großvaters immer beim Mittagsschlaf
gestört. Und wenn du so etwas sagst, dann wird natürlich jedes deutsche
Gericht das als eine Entschuldigung anerkennen und wird dieses grausame
Kinderschicksal entsprechend berücksichtigen und dir eine garantiert
geräuschlose Glashütter Armbanduhr schenken.
Und so verstecken sich viele bei jeder Gelegenheit hinter ihrer
Veranlagung. Mit der Ausrede: ich bin eben so und dann kann ich nicht
anders. Und damit schlagen sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie
brauchen keine Verantwortung zu übernehmen für das was sie früher einmal
falsch gemacht haben und auch nicht für das, was sie in Zukunft einmal
richtig machen könnten. Ich bin eben so. Da ist nichts zu machen. Ich
bleib auch so, ich kann mich eben nicht ändern."
Theos Gartenraupe und was aus ihr wurde.
Vorige Woche bin ich in meinem Garten und als ich beim Grasmähen da einmal
Pause mache, da kam so eine hässliche, stachelige Raupe angekrochen und
setzt sich auf meinen alten ausgelatschten Adidas Schuh und fängt mit mir
eine Unterhaltung an, wie das Raupen üblicherweise so machen. Und da sagt
sie: tja, Herr Pfarrer Lehmann, da können Sie machen, was Sie wollen, ich
bin nun mal so wie ich bin, stachelig, behaart, kriechend, ich bin zu
nichts höherem berufen, höher als über so einen Schuh komme ich nicht, was
man ist, das ist man, man muss sich halt annehmen, wie man ist, so mit Haut
und Haaren, was zählt ist das Faktische, alles andere sind Träume. Meine
Lebenserfahrung lässt keinen anderen Schluss zu: Niemand kann aus seiner
Haut." In dem Moment wo die Raupe das sagt, kommt aus ihrer Haut ein
Schmetterling herausgekrochen und fliegt davon.
Du bist vielleicht mit dieser Lebenserfahrung auch noch nicht
weitergekommen als diese stachlige Raupe. Aber dann sage ich dir: deine
bisherige Lebenserfahrung ist noch nicht alles - da kannst du eine neue
machen heute, hier, mit Gott. Denn Gott lehnt dieses stumpfsinnige Worte
von den Sauren Trauben und von dem Suppe auslöffeln ab. Und er setzt sein
Wort dagegen. Was habt ihr unter euch im Lande Israel für ein Sprichwort:
die Väter haben saure Trauben gegessen aber den Söhnen sind die Zähne davon
stumpf geworden? So war ich lebe, spricht der Gott der Herr, dieses
Sprichwort soll nicht mehr umgehen unter euch in Israel. Denn es ist so:
Alle Menschen gehören mir, die Väter gehören mir, genauso wie die
Söhne.[1]
Es ist und bleibt natürlich eine Tatsache, dass wir heute für die Folgen zu
zahlen haben, die aus Das Konto unserer Vorfahren und andere Leute gehen.
Aber erstens ist vieles, was wir heute dem Kohl anlasten, die Schuld von
dem Krenz und zweitens hat weder der Kohl noch der Krenz etwas damit zu
tun, wenn du deine Freundin oder das Finanzamt betrügst. Dafür ist niemand
anders zuständig als nur du ganz allein. Also hören wir doch endlich einmal
auf über die Sünden zu reden von den anderen Leuten, die will ich ja gar
nicht leugnen, sondern reden wir doch einmal über deine Schuld, die du
leugnest. Das ist immer und überall bei jeder Sünde das gleiche Spielchen.
Das haben schon Eva so gespielt. Ist der Adam zur Rechenschaft gezogen
wurde da hat er gesagt: na ich war's nicht, die Frau, die du mir gegeben
hast, die ist schuld." Und die Eva hat gesagt: die Schlange die hier unten
rumkriecht, die ist schuld."
Gott macht das Verschiebespiel nicht mit – aus einem bestimmten Grund.
Aber dieses Verschiebespielchen, das hat Gott nicht mitgemacht. Weder bei
Adam noch bei Eva noch bei dir oder mir. Hier in Vers 20, da sagt er: Der
Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters und der Vater soll nicht
tragen die Schuld des Sohnes. Sondern die Gerechtigkeit des Gerechten soll
ihm allein zu Gute kommen und die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf
ihm alleine liegen.
Das heißt, du kannst deine Schuld nicht auf andere Leute abschieben, und
Gott schiebt dir nicht die Schuld anderer Leute, zum Beispiel deiner
Vorfahren, zu. Gott mach dich nicht verantwortlich für das was Andere
gemacht haben, sondern nur für das was du gemacht hast. Gott redet mit dir
nur über deine Schuld, und zwar nur mit einem einzigen Ziel, weil er sie
dir vergeben möchte. Egal wie lange du ohne Gott gelebt hast und was du
alles schon hinter dir hast und was du gegen Gott gemacht hast, Gott möchte
dir vergeben, er möchte dir eine neue Chance geben. Auch wenn dir sonst
niemand mehr eine Chance gibt, Gott hat Hoffnung für dich. Selbst wenn du
für dich die Hoffnung für dich aufgegeben hast, Gott hofft für dich. Auch
wenn du dir einredest, oder dir von anderen Leuten einreden lässt, dass aus
dir nichts mehr werden kann, das ist nicht wahr.
Gott kann dich ändern. Er kann dich verändern, wenn du ihn an dich ran
lässt, wenn du dich ihm auslieferst. Dann bist du nicht mehr einem blinden
Schicksal ausgeliefert. Natürlich gebe ich zu, dass jeder durch seine
Vergangenheit, zum Beispiel durch Erbanlagen bis zu einem bestimmten Grade
festgelegt ist. Im Guten wie im Bösen. Es gibt eine Familienschuld und es
gibt auch einen Familiensegen. Wenn dein Vater ein hohes Tier ist dann hast
du es in deinem Leben normalerweise leicht, und wenn du aus einer Assi-
Familie stammst, dann hast du es im Leben schwer. Oder wenn du
Strafentlassener bist. Dann hast du es unwahrscheinlich schwer, wieder in
der Gesellschaft Fuß zu fassen. Wenn du einmal daneben gelatscht bist, bist
du gezeichnet und du kannst machen was du willst, deine Vergangenheit klebt
an dir dran. Das ist, ob als ob du gefangen wärst wie in so einem
Teufelskreis.
Aber die Bibel sagt, Jesus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu
zerstören[2]. Das heißt, wenn du Jesus in dein Leben reinkommen lässt, dann
kommst du aus dem Teufelskreis raus. Mit Jesus schaffst du das, Er ist
deine Chance.
Ein Mann kommt aus dem Teufelskreis.
Ich kenne einen Mann, der hat in so einem Teufelskreis gelebt, und dem
blieb gar nichts anderes übrig als Verbrecher zu werden. Er wurde geboren
als uneheliches Kind, er wuchs auf ohne Vater, ohne Liebe, ohne Familie,
ohne Geborgenheit. Er war nur in Heimen und Erziehungsanstalten für schwer
Erziehbare. Er wurde schon als Jugendlicher mehrmals straffällig. Er ist
nur sechs Jahre in die Schule gegangen, er hat elf Jahre seines Lebens im
Zuchthaus verbracht, und alle die mit ihm zu tun hatten, die Erzieher, die
Fürsorger, die Psychiater, die Richter, überhaupt alle Leute, die waren
sich alle einig: der ist durch seine Vergangenheit festgelegt und zum
Verbrecher vorprogrammiert. Der ändert sich nie, der ist und bleibt ein
Krimineller.
Der einzige, der anderer Meinung war, das war Jesus. Er vertrat den
Standpunkt, der ist und bleibt ein Kandidat für das Reich Gottes. Alle
andern sahen in ihm nur die hässliche Raupe, und den hasserfüllten Räuber,
aber Jesus sah in ihm schon den liebenswerten Schmetterling. Alle anderen
beurteilten ihn nur nach seiner Vergangenheit und gaben ihm deshalb keine
Chance für die Zukunft. Jesus kannte seine Vergangenheit auch. Aber er gab
ihm eine Chance für die Zukunft, weil er ihm nämlich die Chance der Umkehr,
der Bekehrung geboten hat. Denn Jesus kann das, was kein Erzieher, kein
Psychiater und kein Richter kann, nämlich Er kann dir deine Sünden
vergeben. Er kann dir einen neuen Start in dein Leben geben. Und diese
Erfahrung hat dieser Zuchthäusler gemacht. Und dann hat Jesus aus ihm
einen neuen Menschen gemacht. Den berühmten Evangelisten und
Straßenprediger Dyck. Er hat in den sechziger Jahren gelebt, und hat in
den deutschen Großstädten, zum Beispiel in Hamburg, zu tausenden von
Menschen gepredigt, Bücher geschrieben, und so weiter.
Dieser Mann ist ein Beispiel dafür, dass es keine unmöglichen Fälle gibt
und er ist ein Beweis dafür, dass Gott nicht nachtragend ist. Er trägt sie
dir deine Schuld nicht nach, sondern Er trägt sie dir ans Kreuz. Denn
Gottes Sohn Jesus hat ja am Kreuz für deine Sünde gebüßt und deine Sünde
getragen, deshalb kann Er zu dir sagen: Deine Sünde ist dir vergeben." Was
du auch gemacht oder gedacht oder geredet hast, es soll bei Gott vergessen
sein. Und deshalb heißt es hier beim Propheten Hesekiel: Werft weg von euch
alle eure Übertretungen. Macht euch ein neues Herz und einen neuen Geist,
denn warum wollt ihr sterben, ihr von dem Hause Israel? Bekehrt euch – so
heißt es hier am Schluss dieses Verses – so werdet ihr leben[3]. Viermal
kommt in diesem Kapitel das Wort Bekehrung vor.
Könnt ihr das Wort Bekehrung nicht mehr hören? – Macht nichts. Bekehrung ist keine Drohung.
Ich habe gehört, dass manche von euch das schon gar nicht mehr hören können
und manche von euch schon abschalten, wenn ich davon anfange, und manche
von euch sagen, ich wäre so eine Art Bekehrungsmaschine. Bloß dass ihr
Bescheid wisst: das stört mich überhaupt nicht. Also, ich habe weder das
Wort noch die Sache erfunden, und ihr habt es offenbar noch nicht
verstanden: Bekehrung heißt, du brauchst nicht zu bleiben, wie du bist. Du
brauchst dich nicht mehr zu Tode zu schämen, du brauchst einfach nur nach
Hause zu gehen.
Das Wort Bekehrung ist doch nicht eine Drohung, die dir das Leben vermiesen
will, sondern es ist ein Angebot um dein Leben neu zu gestalten. Gott sagt
hier: Bekehrt euch, so werdet ihr leben. Und das ist das, was auch die
Kirchentagslosung meint: Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben." Ich
bin mir bloß nicht sicher, ob die auf dem Kirchentag unter Gerechtigkeit
dasselbe verstehen wie die Bibel.
In der Bibel hat Gerechtigkeit immer mit Gott zu tun. Eine Gerechtigkeit
ohne Gott gibt es nicht. Nach dem Motto: wir tun alle unser Bestes, und
dann wird unser Land schon in Ordnung kommen und so. Das geht nach der
Bibel überhaupt nicht. Gerechtigkeit unter Menschen, die gibt es nur, wenn
die Menschen sich nach Gott richten. Und wo die Menschen Gott abschaffen,
da ist die Folge Unbarmherzigkeit und Ungerechtigkeit und Rechtsbeugung.
Und deswegen sagt Gott zu einem ganzen Volk: Bekehrt euch, dann werdet ihr
leben. Es gibt ohne Bekehrung keine Gerechtigkeit und auch kein normales
gutes Leben. Und wenn wir uns eine gerechte Gesellschaft wünschen, und dass
unser deutsches Volk lebt, dann ist das nur möglich, wenn sich unser Volk
nicht noch länger von Gott entfernt, sondern zu Gott bekehrt. Der beste
Beitrag, den du für die Gesellschaft leisten kannst, ist, dass du dich
bekehrst.
Bekehrung heißt: du gibst Gott recht.
Du gibst zu, dass Gott ein Recht auf dich hat, weil er dich geschaffen hat,
du gibst zu, dass Gott recht hat, wenn er dich einen Sünder nennt, und dass
du ohne die Vergebung nicht leben kannst. Wenn du das machst, dann bist du
Gott recht. Dann bist du vor Gott gerecht. Und dann kommst du im Leben
zurecht. Dann geht das eigentliche Leben überhaupt erst einmal los. Bekehrt
euch, sagt die Bibel, so werdet ihr Leben. Mit anderen Worten: wenn ihr
euch nicht bekehrt, so werdet ihr sterben. Bei der Bekehrung, da geht es
doch nicht um ein Steckenpferd von mir, sondern da geht es um Tod und
Leben, und zwar von dir. Denn Gott hat einen Grundsatz, der steht hier
gleich im Vers 4, am Anfang, da heißt es: jeder, der sündigt, soll sterben.
Also mach dir da gar keine Illusionen, sondern nimm bitte zur Kenntnis,
Abkehr von Gott bedeutet den Tod.
Das ist ein unabänderlicher Grundsatz, das ist nicht zu rütteln, das ist
das Furchtbare. Aber Gott ist an deinem Tod nicht interessiert und das ist
das Wunderbare. Gott sagt nicht eiskalt: wer sich nicht bekehrt, der
stirbt, und wer sich bekehrt, der lebt, und jetzt macht was ihr wollt,
sondern jetzt macht Gott sein Herz auf und zeigt uns, was er will. Gott
stellt sich nicht neutral zwischen diesen beiden Extreme und überlässt uns
unsere Entscheidung selber, sondern er lässt uns tief in sein Herz blicken,
in das Herz eines liebenden Vaters, der nichts anderes will, als dass seine
Kinder ein Leben haben und gerettet werden. Und deshalb kämpft er für das
Leben seiner Kinder. Meinst du vielleicht, sagt Gott hier, ich hätte
gefallen am Tode des Gottlosen und nicht vielmehr daran, dass er sich
bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?[4]
Bis zum letzten Atemzug hat jeder Mensch die Möglichkeit sich zu Gott zu
bekehren. Weil Gott bis zur letzten Konsequenz nichts anderes will, als
dass der Sünder sich bekehrt. Gott will, dass du jetzt leben kannst, mit
einem guten Gewissen, und dann in Gottes ewigen Reich. Aber ich rate dir,
dass du mit deiner Bekehrung nicht wartest bis zum letzten Atemzug. Weil es
nämlich sein kann, dass du vor lauter Luftholen nicht dazu kommst, dir die
Vergebung zu holen. Und weil es Gott darauf ankommt, dass du dein Leben j
e t z t packst. Denn das wahre, das ewige Leben, das geht los, wenn du
Jesus in dein Leben rein lässt. Wer den Sohn hat, sagt Jesus, der hat das
Leben. Solange du ohne Gott lebst und gegen Gott sündigst, musst du selber
für deine Sünden einstehen.
Gott will nicht den Tod, sondern das Leben des Sünders.
Aber du hast eine Chance. Und die steht hier in Vers 23, schwarz auf weiß:
Meinst du denn, dass ich gefallen habe, am Tode des Gottlosen und nicht
vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?
Selbst wenn dein Kind nicht mehr lebt, wenn du es abgetrieben hast - Gott
will, dass du lebst. Und was du jetzt hast, ist ja kein Leben. Deine Schuld
verfolgt dich ja bis in deine Träume. Und ich frage dich, willst du nicht
einmal diesen Druck deines Gewissens mal wieder los sein? Möchtest du denn
nicht einmal deiner Mutter wieder und deiner Freundin gerade in die Augen
gucken können? Möchtest du denn nicht einmal, wenn du dich in der Früh in
den Spiegel guckst, vor deinem Gesicht nicht mehr ekeln müssen? Möchtest du
nicht einmal in deinem Leben wieder froh sein? Das ist genau das, was Jesus
dir anbietet. Nämlich seine Vergebung. Wo Vergebung der Sünden ist, so
heißt es im Luthers Katechismus, dort ist Leben und Seligkeit. Jesus hat
dich doch lieb! Er hat dich doch noch nicht verurteilt, Er hat dich doch
noch nicht aufgegeben, sondern Er gibt dir noch eine Chance!
Also gib doch endlich mal deinen Widerstand auf, deine Kritisiererei, und
deine Zweifel und deine Rechthaberei. Und gibt deine Schuld zu. Wenn du
deine Schuld nicht bereust, muss Gott dich im Gericht verurteilen. Aber er
möchte es nicht. Vielmehr, so steht es hier, vielmehr möchte Er, dass du
lebst. Das ist sein Wille. Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist deine
Einwilligung. Warum wollt ihr sterben? Sag doch dort wo du jetzt bist, in
deinem Herzen: ich möchte dein Kind sein. Und vergib mir meine Schuld."
Das ist Bekehrung! Und es spielt keine Rolle, was du hinter dir hast, und
wie schwer dein Leben bisher gewesen ist.
An die Frommen: für Gott zählt nur die Gegenwart.
Und wenn jetzt manche von euch sagen: Jetzt reicht es mir endlich einmal,
ich hab weder eine Abtreibung hinter mir, noch bin ich ein Krimineller, was
sind denn das für Beispiele und Anspielungen hier, ich bin ein Christ, ich
bin bekehrt, ich lebe mit Gott - dann kann ich ja nur sagen: Ja, das ist ja
wunderbar! Das ist ja herrlich, wenn solche Menschen unter uns sind. Das
wäre ja furchtbar, wenn alle nur Rumtreiber und Abtreiber wären. Es ist ja
gut, dass es junge Menschen gibt, die mit Jesus leben, und die ihr Leben
wirklich mit Jesus führen wollen.
Aber das heißt doch nicht, dass ihr keine Umkehr nötig habt. Also liebe
Brüder und Schwestern von der frommen Kante, ich möchte euch einmal
aufmerksam machen auf das, was hier in Vers 24 steht: Und wenn sich der
Gerechte abkehrt von seiner Gerechtigkeit, und Unrecht tut, und lebt nach
allen Gräueln, die der Gottlose tut, soll er vielleicht am Leben bleiben?
An alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht gedacht werden.
Sondern in seiner Übertretung, in seiner Sünde, die er getan hat, soll er
sterben.
Das heißt: Ruhe dich nicht aus auf deiner Bekehrung! Berufe dich nicht auf
deine fromme Vergangenheit. Und versteck dich nicht hinter deinem
kirchlichen Elternhaus. Vertraue nicht auf das Gute, was du früher
irgendwann einmal getan hast. Gott rechnet dem Sünder seine schlechte
Vergangenheit nicht an, und dem Gerechten auch seine gute Vergangenheit
nicht. Für Gott zählt nur die Gegenwart und das was du jetzt tust.
Wenn du dich bekehrst, dann können dir deine früheren Sünden nicht mehr
schaden. Egal was du gemacht hast. Dann kommst du nicht in die Hölle. Wenn
du dich aber von Gott abkehrst, dann nützt dir das, was du früher mal Gutes
gemacht hast, überhaupt nichts. Dann kommst du nicht in den Himmel, und
wenn du noch so fromm gewesen bist. Gott beurteilt dich nicht nach dem, was
gestern war, sondern nach dem, was heute ist.
Ob du heute seinen Willen tust. Und sein Wille ist doch hier ganz klar
ausgedrückt: Bekehrt euch, so werdet ihr leben.
[1] Hesekiel 18, 2-4
[2] 1. Johannes 3, 8
[3] Hesekiel 18, 31.32
[4] Hesekiel 18, 23

