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Ein dämonischer Vergleich

Jesu Leben und Lehre | Episode 273
Matthäus 12,43-4523.05.2023
Wer nur Hilfe will, aber Jesus nicht folgen will, bleibt leer zurück. Die Warnung ist hart: Was nicht wirklich neu wird, kann am Ende schlimmer enden als vorher.

Einleitung in das Gericht und die Warnung vor der kommenden Verwerfung

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 273
Ein dämonischer Vergleich
Der Herr Jesus konfrontiert seine Zeitgenossen mit der Tatsache, dass auf sie ein Gericht wartet. In diesem Gericht werden Männer aus Ninive und eine Königin des Südens sowie bestimmt noch mehr Persönlichkeiten aus dem Alten Testament und der Weltgeschichte auftreten, um das jüdische Geschlecht zu verdammen. Sie werden es dafür verdammen, dass es die Zeichen der Zeit nicht gesehen, die Chancen nicht ergriffen und nicht Buße getan hat, als dazu die Möglichkeit bestand.
Aber vor dem Volk Israel liegt nicht nur das Gericht, sondern auch eine okkulte Invasion. Der Herr Jesus wird diesen Aspekt durch einen Vergleich darstellen.
 Matthäus 12,43-45.

Das Bild vom zurückkehrenden Ungeist

Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, durchwandert er dürre Orte, sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich herausgegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gekehrt und geschmückt.
Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die böser sind als er selbst. Und sie gehen hinein und wohnen dort. Und das Ende jenes Menschen wird schlimmer als der Anfang.
So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen. Fangen wir hinten an: So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen. Das ist der Vergleichspunkt. So wie im Beispiel dem Besessenen, so wird es den Zeitgenossen Jesu ergehen.

Die ungewöhnliche Offenheit Jesu gegenüber seinem Volk

Und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie ehrlich Jesus zu seinen Zuhörern ist. Ich meine: Wann haben wir das letzte Mal über unser Volk von einem bösen, ehebrecherischen, hochmütigen, geldgeilen und kindermordenden Geschlecht gesprochen, obwohl wir doch wissen, dass die Menschen um uns herum genau das sind?
Ich frage mich schon, ob unsere Sprache nicht auch ein wenig verrät, was in unseren Herzen ist. Kann es sein, dass wir die Wahrheit im Blick auf unsere Zeit nicht in den Mund nehmen, weil wir sie im Grunde unseres Herzens doch anders wahrnehmen, sie uns gar nicht so böse erscheint oder wir mit dem Bösen unseren Frieden geschlossen haben?

Der unreine Geist sucht eine neue Bleibe

Aber kommen wir zurück zu dem Vergleich. So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen. Und, ganz den Umständen entsprechend, vergleicht der Herr Jesus jetzt seine Zeitgenossen mit einem Besessenen.
 Matthäus 12,43: Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert er dürre Orte, sucht Ruhe und findet sie nicht.
Wir lernen hier, dass Dämonen, die aus Menschen ausfahren, unruhig nach einem neuen Wirt suchen. Wir werden diesem Phänomen auch an anderer Stelle noch begegnen.

Die Gefahr der Rückkehr und die Verschlimmerung des Zustands

 Matthäus 12,44: Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich herausgegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gekehrt und geschmückt.
Mit dem Haus ist hier der Mensch gemeint, den der böse Geist beherrscht hat und in dem er gewissermaßen gewohnt hat. Es besteht also die Möglichkeit, dass sich eine Besessenheit neu manifestiert. Es reicht nicht, einen Dämon loszuwerden. Es ist wichtig, dass man sich auch gegen seine Rückkehr wappnet.
Tut man das nicht, dann kann Folgendes passieren:
 Matthäus 12,45: Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, böser als er selbst. Und sie gehen hinein und wohnen dort. Und das Ende jenes Menschen wird schlimmer als der Anfang.
Wo vorher nur ein Dämon hauste, sind es jetzt acht. Das Ende jenes Menschen wird schlimmer als der Anfang. Er hat durch den Exorzismus nichts gewonnen. Und warum nicht? Weil er keine Vorkehrungen getroffen hat, um die Rückkehr des Dämons zu verhindern.

Die Übertragung auf die Lage Israels

Und genau darin besteht das Problem der Juden. Ich habe das schon an anderer Stelle gesagt. Es ist ein Phänomen, mit wie vielen bösen Geistern der Herr Jesus in Israel zu tun hat. Man gewinnt beinahe den Eindruck, dass der Teufel seine Engel zusammenzieht, um dem Messias und dem Volk Israel das Leben besonders schwer zu machen.
Aber jetzt kommt der Messias, und er nimmt sich mit Vollmacht des Dämonenproblems an. Ein böser Geist nach dem anderen wird ausgetrieben. Es ist eine Zeit der Befreiung, Halleluja!
Dabei gibt es allerdings ein Problem. Wenn die Israeliten nicht aufpassen, dann stehen sie am Ende schlimmer da als am Anfang. Dort, wo im Bild gesprochen ein Dämon drin war, werden am Ende acht Dämonen ihr Unwesen treiben.

Die Warnung vor bloßer Inanspruchnahme der Gaben

Was will der Herr Jesus damit sagen? Zuerst einmal möchte er seine Zuhörer warnen. Es sind eben nicht nur die Pharisäer und Schriftgelehrten, die kreative Ausreden erfinden, um diesem Rabbi aus Nazaret jeglichen Anspruch aufs Messiassein abzusprechen. Das ganze Volk kann mit Jesus nicht so viel anfangen.
Natürlich will man geheilt werden, wer will das nicht? Und natürlich feiert man auch jeden Exorzismus. Aber viel mehr will man dann eben auch nicht. Die Gaben Gottes ja bitte, aber den Messias Gottes nein danke.
Und genau hier entsteht das Problem. Wenn ich es dem Messias erlaube, mich zu heilen, dann aber nicht sein Jünger werde, dann bin ich wie ein ehemals Besessener, der nur darauf wartet, dass der alte Dämon zurückkommt und noch sieben Dämonenkumpels mitbringt. Sogar solche von der ganz bösen Sorte.
Dann sorge ich durch meine Weigerung, in Jesus den Messias zu erkennen, durch meine Weigerung, Buße zu tun und ans Evangelium zu glauben, dafür, dass die Zukunft schlimmer wird als die Gegenwart. Ich gebe dann dem Bösen die Möglichkeit, auf nie dagewesene Weise Unheil zu stiften.

Die geschichtliche Erfüllung im Untergang Jerusalems

Und genau das ist dann leider auch im Blick auf das Volk Israel passiert. Wir können in dem Buch Die Geschichte des jüdischen Krieges von Josephus Flavius lesen, wie es mit dem Volk Israel bis zur Belagerung und Vernichtung von Jerusalem im Jahr 70 nach Christus weiterging. Und man kann tatsächlich nur sagen: Die Prophezeiung Jesu hat sich genau erfüllt. Das Ende jenes Menschen wird schlimmer als der Anfang.
Wer sich mit den Grausamkeiten, den Intrigen und, man kann es kaum anders sagen, dem Wahnsinn der letzten Jahre vor dem Untergang Jerusalems beschäftigt, der kann das Diabolische förmlich im Verhalten der Menschen greifen. Hier wird ein Volk vom dämonisch Bösen immer tiefer in die Irrationalität getrieben, bis nichts mehr heilig ist. Bis in Jerusalem Tyrannei, Verrat, Mord und Folter an der Tagesordnung sind und man nicht davor zurückschreckt, die hohen Priester zu jagen, sie umzubringen und ihre Leichen den Hunden zum Fraß vorzuwerfen.
Das Ende jenes Menschen wird schlimmer als der Anfang.

Schlussfolgerung und abschließender Hinweis

Ein Volk, das erlebt, wie Gott ihm hilft, wie der Messias die Kranken heilt, wie er Licht ins Dunkel bringt, das Evangelium predigt und die Besessenen befreit, und das dann nicht Buße tut, das die Gaben will, aber nicht den Geber, dieses Volk verurteilt sich selbst zum Untergang.
Du könntest dich mit dem Buch von Josephus Flavius vertraut machen. Der Link zu einer Zusammenfassung ist im Skript.
War das schon alles für heute?
Mein Tipp an alle jungen Christen: Lernt Englisch! Es gibt so viele gute Bibelkommentare, geistliche Bücher und Vorträge auf Englisch. Es lohnt sich.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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