
Das größte Geschenk
Ja, ihr Lieben, es ist wieder so weit: Heiligabend 2025. Nun beginnt die Phase im Gottesdienst, in der sich einige vielleicht fragen: Wie lange wird die Predigt dauern? Ich will doch nach Hause zu meinen Geschenken!
Ich kann euch gleich doppelt beruhigen: Erstens, es wird nicht so lang. Zweitens, ich möchte über Geschenke sprechen.
Und mit einer Frage zum Nachdenken für uns alle starten wir: Was war das größte Weihnachtsgeschenk, das du jemals erhalten hast?
Das ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Da stellt sich ja schon mal die Frage, was „groß“ eigentlich bedeutet. Bei kleinen Kindern spielt die Größe des Geschenks unter dem Weihnachtsbaum tatsächlich noch eine große Rolle. Bei uns Erwachsenen geht es eher um den Wert oder auch darum, dass sich jemand ganz detailliert Gedanken gemacht hat und uns ein sehr passendes Geschenk geschenkt hat.
Aber lasst uns wirklich einmal darüber nachdenken, was das größte Geschenk ist, das wir jemals an Weihnachten bekommen haben. Wenn es dir so geht wie mir, ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten, weil wir so schnell vergessen, was wir schon alles bekommen haben, oder?
Bei mir gehen die Erinnerungen jetzt etwa vierzig Jahre zurück. Ich kann mich maximal an acht bis zehn Geschenke erinnern. Wir vergessen so schnell, was uns an Weihnachten geschenkt wurde.
Deshalb möchte ich uns heute in aller Kürze an das größte Geschenk zu Weihnachten noch einmal erinnern. Und das ist auch das Thema meiner Predigt: Das größte Geschenk der Welt.
Die zentrale Botschaft eines besonderen Geschenks
Von diesem Geschenk lesen wir in der Bibel, genauer gesagt in Johannes 3,16. Diesen Vers möchte ich am Anfang der Predigt einmal vorlesen.
In Johannes 3,16 heißt es: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
Martin Luther hat einmal gesagt, Johannes 3,16 fasse die Botschaft der ganzen Bibel in einem Vers zusammen. Wenn man also die Bibel zusammenfassen will und wissen möchte, worum es in der Botschaft geht, an die wir als Christen glauben, dann ist es genau Johannes 3,16.
Gott hat diese Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
Diese 27 Wörter gehören zu den bedeutungsvollsten, die jemals ausgesprochen wurden. Sie berichten vom größten Geschenk der Welt.
Hinter jedem Geschenk steckt eine Motivation, jedes Geschenk hat einen Inhalt, und jedes Geschenk wird mit einer gewissen Absicht verschenkt. Über diese drei Punkte möchte ich heute Abend mit euch sprechen.
Die Motivation hinter dem Geschenk
Zunächst kommen wir zur Motivation hinter dem Geschenk. In unserem Vers heißt es: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt.“ Das ist der Grund, warum Gott uns an Weihnachten das größte Geschenk der Welt macht. Die Motivation dahinter ist ganz einfach: Liebe. Seine Liebe hat ihn motiviert zu schenken.
Ein Geschenk kann aus sehr unterschiedlichen Motiven weitergegeben werden. Es gibt Geschenke, die geben wir einfach aus Anstand weiter. Zum Beispiel, wenn uns Tante Mathilda zum Kaffeetrinken eingeladen hat, gehört es sich, Blumen oder eine Schachtel Pralinen mitzubringen. In solchen Fällen ist die Motivation ganz einfach Anstand. In unserer Kultur macht man das so.
Es gibt auch Geschenke, die wir aus einem gewissen Schuldbewusstsein heraus geben. Vielleicht hat uns letztes Jahr an Heiligabend Person XY ein Geschenk gemacht, und wir hatten nichts dabei, kein Gegengeschenk. Für dieses Jahr sind wir dann vorbereitet. Wenn sie noch einmal kommt, haben wir auch etwas in der Tasche. Warum ticken wir so? Weil wir nicht gerne in der Schuld anderer stehen. Die Motivation dahinter ist also Schuld. Ich bin schuldig, auch etwas zu geben.
Ich kann mich gut erinnern: Vor einigen Jahren haben wir eine Zeit lang hier in Ratholmer gewohnt, ganz in der Nähe. An Heiligabend war ich unterwegs zum Gottesdienst und habe bei unseren ehemaligen Nachbarn gehalten. Ich hatte ihnen ein Überraschungsgeschenk zu Weihnachten mitgebracht. Das ältere Ehepaar war ganz perplex, weil sie kein Gegengeschenk hatten. Die Frau lief noch schnell zum Bücherregal, nahm ein Buch heraus und sagte: „Hier, nehmen Sie das mit für die Kinder.“ Sie betonten, dass wir ihnen nichts geben müssten, sondern sie uns einfach eine Freude machen wollten. So ticken wir nun mal.
Manchmal schenken wir Dinge also aus einem gewissen Schuldbewusstsein heraus. Sicherlich gibt es noch viele andere Beweggründe, und es wäre interessant zu analysieren, aus welcher Motivation wir eigentlich wirklich schenken. Aber eins kann ich heute sagen: Die Motivation hinter dem größten Geschenk der Welt, das Gott in seinem Sohn für dich gegeben hat, war Liebe – pure Liebe.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt – die Welt! Damit meint Gott nicht nur den Planeten Erde, sondern die Menschen, die auf dieser Welt leben. In Johannes 3 ist Jesus in einem Gespräch mit einem jüdischen Theologen. Für Nikodemus, diesen jüdischen Theologen, stand fest: Gott liebt sein Volk Israel. Doch Jesus möchte ihm deutlich machen, dass er viel größer denken muss. Gott liebt nicht nur ein bestimmtes Volk, sondern alle Menschen auf der ganzen Welt, unabhängig von ihrem Herkunftsland oder ihrem sozialen Status. Gott liebt jeden Menschen.
Daran bist auch du mit einbezogen. Vielleicht hast du ein hartes Jahr hinter dir. Vielleicht haben Menschen dir den Rücken zugekehrt. Vielleicht hast du erlebt, wie Beziehungen in deinem Leben zerbrochen sind. Vielleicht leidest du an Einsamkeit, fühlst dich ungeliebt und denkst, dich sieht niemand. Ich möchte dir heute sagen: Gott liebt dich. Gott liebt dich so sehr.
Gottes Liebe ist so intensiv, wie es heißt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt.“ Seine Liebe ist aber auch völlig unverdient. Die Liebe Gottes zu uns Menschen ist nicht das Resultat unserer Liebe zu Gott. Nur drei Verse später, in Johannes 3,19, steht: „Die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht.“ Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt.
Die Motivation, die Gott zu diesem Geschenk antreibt, liegt nicht in uns, sondern in ihm. Gott liebt uns Menschen nicht, weil wir die Menschen sind, die wir sind, sondern weil er der Gott ist, der er ist. Gott ist Liebe. Er liebt bedingungslos, und weil Gottes Liebe bedingungslos ist, kannst du dich nicht dagegen wehren.
Ich bin mir bewusst, dass heute Abend viele hier in unserer evangelischen Freikirche sind, die sonst wenig mit Gott und Glauben zu tun haben. Wir sind so dankbar, dass ihr hier seid. Ihr seid herzlich willkommen in unserer Mitte, und wir hoffen, ihr fühlt euch wohl.
Es gibt viele Dinge, die du mit Gott machen kannst: Du kannst Gott aus deinem Leben ausklammern, ihn beiseiteschieben oder rational wegzuerklären. Aber eines kannst du nicht: Du kannst Gott nicht daran hindern, dich zu lieben, denn Gott ist Liebe.
Die Liebe Gottes ist nicht einfach ein vages, sentimentales Gefühl. Gott ist nicht wechselhaft in seiner Liebe. Es geht um eine Liebe, die ihn alles gekostet hat. Seine Liebe zeigt sich darin, dass er das Beste gibt, was er geben kann – seinen Sohn Jesus Christus.
Das Geschenk selbst: Gott wird Mensch
Damit kommen wir zum zweiten Punkt, dem Inhalt des Geschenks. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab. Weißt du, was dieser Vers deutlich machen will? Gott hat das Beste gegeben, was er geben konnte.
Gott hat an Weihnachten den Höchstpreis bezahlt, indem Jesus selbst die Herrlichkeit im Himmel aufgegeben hat und Mensch geworden ist – für dich. In Jesus kommt Gott selbst auf diese Welt. Gott wird sozusagen in Jesus zum Anfassen, Gott wird Mensch.
Schaut mal, schon viele Menschen wollten Gott sein, aber es gibt nur einen Gott, der Mensch sein wollte. Und das ist unser Gott, an den wir glauben.
Ich zitiere an Weihnachten eigentlich fast jedes Jahr den gläubigen Apollo-15-Astronauten James Irwin. James Irwin betrat am 31. Juli 1971 als achter Mensch den Mond. Als er zurückkam, wurde er zu vielen Interviews gebeten, um von seinen Erfahrungen auf dem Mond zu berichten. Aber das, was James Irwin sagte, geht mir bis heute immer wieder unter die Haut.
James Irwin sagte: „Viel wichtiger als der Mensch, der seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat, ist die Tatsache, dass Gott seinen Fuß auf die Erde gesetzt hat.“
Und, ihr Lieben, genau das feiern wir an Weihnachten: Gott kommt in unsere Welt, Gott schenkt sich selbst, und seine Liebe zeigt sich darin, dass er das Beste gibt – seinen Sohn.
Weihnachten ist aber erst der Anfang. Gott hat seinen Sohn ja nicht nur einfach gegeben, Gott hat seinen Sohn auch dahingegeben. Jesus ist auf diese Welt gekommen mit einer Mission. Es begann in der Krippe und endete am Kreuz.
Krippe und Kreuz sind aus demselben Holz geschnitzt. Man muss sie immer wieder zusammen sehen. Jesus ist gekommen, um sich selbst für uns hinzugeben – aus Liebe.
Die Absicht des Geschenks: Rettung und Beziehung
Und das führt uns zum dritten Punkt: der Absicht des Geschenks. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Jedes Geschenk schenken wir mit einer Absicht. Wir schenken nie einfach so, sondern verfolgen immer eine Absicht mit einem Geschenk. Die Absicht, die Gott mit seinem Geschenk an Weihnachten verfolgt, ist unsere Rettung. Gott will Beziehung zu uns Menschen, Gott will Beziehung zu dir.
Aber weißt du, wir Menschen haben alle ein Problem: Wir wollen selbst unser Leben bestimmen. Wir wollen von Natur aus nicht jemanden über uns haben, der uns sagt, wie wir zu leben haben. Genau deswegen hat der Mensch gegen Gott rebelliert. Der Mensch hat gegen Gott gesündigt. Im Prinzip hat der Mensch Gott seine Faust in den Himmel gestreckt und gesagt: „Ich will selbst mein Leben bestimmen.“
Das nennt die Bibel Sünde. Bei Sünde denken wir meistens direkt an Verkehrssünden oder an irgendeine Diätsünde. Aber wenn die Bibel von Sünde spricht, meint sie eine Rebellion und einen Bruch des göttlichen Gebotes. Alle unsere Handlungen und Denkweisen, die nicht dem Willen Gottes entsprechen, sind Sünde. Und da haben wir alle versagt. Wir sitzen alle im selben Boot.
Das Problem ist, dass wir dadurch Schuld auf uns geladen haben. Und gerade weil Gott rein ist, weil er heilig ist und mit Sünde nichts zu tun haben kann, ist die Beziehung zwischen Mensch und Gott zerbrochen. Sie ist nicht mehr funktional.
Das Problem ist, dass wir Menschen dieses Dilemma selbst nicht lösen können: unsere Trennung von Gott. Viele Menschen glauben, dass man sich durch gute Werke den Himmel verdienen kann. Das funktioniert nicht. Gute Werke machen nie das, was wir Falsches getan haben, ungeschehen.
Wenn du zum Beispiel von der Polizei erwischt wurdest, weil du über Rot gefahren bist, hilft es gar nicht, der Polizei zu erklären, dass du sonst immer bei Grün fährst. Das Problem sind nicht die guten Dinge, die wir tun, sondern die Dinge, bei denen wir versagt haben.
Deshalb kann Gott nicht einfach ein Auge zudrücken bei Sünde, und wir können das nicht durch gute Werke wiedergutmachen. Es ist geschehen.
Aber gerade an Weihnachten findet Gott eine Lösung für unser größtes Problem, unser Sündenproblem. Er kommt selbst auf die Welt, um das Problem zu lösen. Jesus Christus wird Mensch und lebt als erster Mensch das Menschsein, das Gott sich von uns allen gewünscht hat.
Jesus Christus tut komplett den Willen Gottes. Er erfüllt alle Gebote und hält sich zu hundert Prozent an den Willen Gottes. Dann geht Jesus noch einen Schritt weiter: Er geht ans Kreuz und nimmt meine und deine Schuld auf sich. Er bezahlt stellvertretend für uns.
Und weißt du, was unser Vers heute sagt? Darin besteht das Geschenk: Wenn du anerkennst, dass du versagt hast, wenn du anerkennst, dass du ein Sünder bist und Rettung brauchst, weil du ohne Jesus verloren bist – indem du dein ganzes Vertrauen auf Jesus setzt, vergibt Gott dir alles, was du getan hast, und spricht dich für gerecht.
Weißt du, der Glaube muss richtig verstanden werden. Glaube besteht nicht darin, einfach nur daran zu glauben, dass es einen Gott gibt. Das tun viele Menschen. Beim Glauben geht es darum, sich Jesus ganz persönlich anzuvertrauen.
Man kann das mit einem Bungee-Jump vergleichen. Beim Bungee-Jump gibt es den Moment, in dem die Person, die springen will, diesen Schritt nach vorne geht – im vollen Vertrauen, dass das Seil hält. Und das ist biblischer Glaube.
Glaube ist diese persönliche Vertrauensentscheidung, bei der wir unser ganzes Vertrauen auf Jesus setzen – nicht mehr auf unsere guten Werke, sondern auf Jesus Christus. Wir vertrauen ganz darauf, dass er uns rettet.
Jesus ist der einzige Retter. Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Ich möchte dich heute einladen, diesem Jesus dein Vertrauen zu schenken.
Weißt du, das ist so ähnlich wie mit einem Gutschein. Vielleicht schenkst du heute Abend einer Person einen Gutschein oder bekommst selbst einen geschenkt. Ein Gutschein ist immer bezahlt worden. Da hat jemand für bezahlt, und du kannst ihn einlösen.
Aber um das zu bekommen, was der Gutschein dir anbietet, musst du ihn einlösen. Und genau so ist das mit dem Glauben. Jesus ist gekommen. Er ist das größte Geschenk der Welt. Er ist am Kreuz für deine Schuld gestorben. Aber es bringt dir nichts, wenn du das Geschenk nicht persönlich einlöst, wenn du nicht ganz persönlich dein Vertrauen auf Jesus Christus setzt.
Ich möchte dich heute dazu einladen. Du wirst nicht Christ, nur weil du als Säugling getauft wurdest. Du bist nicht Christ, nur weil du eine gewisse Ethik für gut hältst oder bestimmte Standpunkte vertrittst.
Christsein ist kein Standpunkt und keine abendländische Kultur. Christsein ist eine persönliche Beziehung zu Jesus. Und ich würde mich sehr freuen, wenn du das heute annimmst.
Das kannst du ganz einfach tun, indem du gleich nach dem Gottesdienst für dich persönlich ein Gebet sprichst. Sage: „Jesus, ich erkenne, dass ich dich brauche. Ich erkenne, dass du das größte Geschenk bist. Ich bin ein Sünder und brauche einen Retter. Ich will dir heute mein Leben geben. Ich will dich als meinen Herrn und Retter annehmen.“
Das kannst du für dich persönlich im Gebet tun. Du kannst aber auch gerne im Anschluss zurückbleiben, und wir helfen dir dabei.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
In diesem Sinne wünsche ich dir frohe Weihnachten – frohe Weihnachten über unseren Retter Jesus Christus. Amen.