Generierte Mitschrift
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Begriff und Kennzeichen falscher Lehren
Sieben Irrlehren, die jede Gemeinde in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Schirm haben sollte.
Was ist eine Irrlehre? Eine Irrlehre ist eine Behauptung, die christlich erscheinen möchte, die aber dem neutestamentlichen Christentum widerspricht. Ich wiederhole es noch einmal, weil das wichtig ist: Es handelt sich um eine Behauptung, die mit dem neutestamentlichen Christentum nicht vereinbar ist, die aber zugleich christlich aussieht und so erscheinen will.
In der Bibel finden sich dazu auch mehrere Definitionen. Man kann sich unter anderem an 1. Timotheus 6 anlehnen, wo es in der NGÜ heißt, dass Irrlehrer Behauptungen aufstellen, die dem Evangelium widersprechen, und diese Behauptungen zu Unrecht als wahre Erkenntnis ausgeben. Im 2. Timotheus 2 heißt es klar, man könne von der Wahrheit abweichen. Das bedeutet: Es gibt eine Wahrheit, und es gibt Aussagen, die dieser Wahrheit widersprechen und von ihr abweichen.
Der Menschenrechtler und Theologe Henry Ward Beecher, der für die Abschaffung der Sklaverei kämpfte — also gegen die fürchterliche Lüge, Menschen könnten Besitz sein — schrieb dazu: „Was nur beinahe wahr ist, ist dennoch ganz falsch, und es ist sogar unter den gefährlichsten Irrtümern, weil es der Wahrheit so nahe scheint, dass seine Kraft, in die Irre zu führen, umso größer ist.“
Zusammengefasst: Irrlehren verdrehen wesentliche, den Kern betreffenden Lehren — also Lehren, die das Wesen der Sache definieren.
Zur Veranschaulichung zwei flapsige Beispiele. Ein Kreis: Es gehört zum Wesen eines Kreises, dass er kreisrund ist. Wenn ein Kreis nicht mehr kreisrund ist, sondern zum Beispiel Ecken hat, dann ist er kein Kreis mehr.
Ein anderes Beispiel, etwas humorvoll: Wenn eine BWL-Vorlesung spannend ist, das ist nur ein Scherz.
Anhand solcher Beispiele zeigt sich, ob etwas eine Irrlehre ist oder nicht. Das ist nicht unbedingt eine rein persönliche Ermessensfrage oder eine Angelegenheit subjektiver Entscheidungen. In vielen Fällen ist es ein klar logischer Fall: Ist das, was jemand behauptet, wirklich vereinbar mit dem, was im Neuen Testament steht, oder widerspricht es ihm? Das ist die entscheidende Frage.
Zielsetzung und methodisches Vorgehen der Reihe
Dazu haben wir vom Bibelverdienst in den letzten Monaten sehr viele Gespräche geführt. Wir haben Untersuchungen durchgeführt, Analysen angestellt und vieles mehr.
Viele Leute haben nach diesem Video, nach dieser Videoreihe hier gefragt. Wir wollen nun versuchen, so weit wir können, in aller Schwäche und Unzulänglichkeit, dir die sieben Irrlehren vorzustellen, die nach unserer Einschätzung gerade auf Deutschland, Österreich und die Schweiz zukommen. Wir denken, dass jede Gemeinde diese auf dem Schirm haben muss, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Danke an alle, die diese Beiträge hier möglich machen, sei es mit der Glocke, mit Geld oder mit Gebet. Wir sind der Bibelverdienst und erstellen kostenfreie Infomaterialien für Gemeinden, Hauskreise und Bibelschulen.
Also: Wie gehen wir an so ein Thema, an so einen Komplex, überhaupt heran? Ich schlage vor, einfach Schritt für Schritt. Weißes erkennst du besser, sobald du Schwarzes daneben hältst — wie Martin Luther schrieb. Und umgekehrt sollte das genauso gelten. Irrlehren können wir besser erkennen, sobald wir sie im Kontrast zu den klaren Lehren sehen.
Deshalb wollen wir in den meisten Fällen erst kurz und knapp die biblische Lehre anschauen und dann eine Handvoll nichtbiblischer Gegenbeispiele nennen. Zum einen, damit wir den Kontrast haben und du die Unterschiede wirklich sehen kannst. Zum anderen ist es mein Gebet, dass du und ich — wir sitzen ja im gleichen Boot — auf geistlicher Ebene die Geister besser unterscheiden lernen.
Da wünsche ich mir einfach, dass wir als Christen, wenn ich das so sagen darf, aus diesem Wachkoma aufwachen, in dem wir die letzten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, verbracht haben. Ich wünsche mir, dass wir ein Stück weit unsere, ja, darf ich so sagen, Naivität ablegen.
Die erste der sieben Irrlehren bezieht sich ganz auf das Fundament, ganz auf den Anfang, nämlich auf die Grundpfeiler. Diese Irrlehre tritt auf, sobald jemand anfängt, an den Grundpfeilern des Christentums herumzusägen. Das heißt ganz konkret: Sobald jemand sich darum bemüht, die Bibel auszuhöhlen.
Man kann sich das wie bei einem Gebäude vorstellen. Man fängt ja nicht einfach an, am Fundament eines Gebäudes herumzudoktern, solange man am Gebäude an sich nichts verändern will. Das ist ja logisch. Das heißt: In der Regel werden Änderungen am Fundament oder an den Grundlagen nur vorgenommen, um später am Gebäude etwas zu verändern.
Deswegen wollen auch wir bei den Fundamenten anfangen.
Warum das Neue Testament als Quelle zentral ist
Also mal ganz grundsätzlich: Was sind ein paar fundamentale Wahrheiten zur Bibel? Zum Beispiel dieses: Warum gibt es überhaupt die Bibel? Gucken wir uns das Ganze einfach einmal an.
Wir sind Christen. Das heißt: Für uns ist entscheidend, was Jesus sagt. Christen, Christus — das steht in einem Zusammenhang. Die Frage lautet nun: Was sagt Jesus? Die Antwort ist folgende: Die biblischen Berichte, die vorliegen, sind die bei weitem beste Quelle für die Lehren von Jesus.
Ein kurzer historischer Exkurs: Woher kann man überhaupt etwas über Jesus wissen? Genau genommen gibt es drei verschiedene Arten von Quellen, also drei Informationsquellen, aus denen Erkenntnisse über Jesus stammen können.
Erstens: nichtchristliche Quellen, also historische Berichte von Nichtchristen. Was haben Nichtchristen in den ersten drei Jahrhunderten bis zur konstantinischen Wende über Jesus geschrieben oder überliefert? Bisher sind mehr als fünfzig verschiedene nichtchristliche historische Quellen bekannt geworden, die etwas über Jesus aussagen.
Zweitens: christliche Quellen aus der Antike, etwa die apostolischen Väter. Diese Gruppe umfasst zum Beispiel Mitschriften oder Berichte der Mitarbeiter der Apostel.
Drittens: eine besondere Untergruppe der christlichen Quellen — die Augenzeugenberichte im Neuen Testament selbst. Dabei handelt es sich um Berichte von Personen, die tatsächlich mit Jesus gesprochen und mit ihm gelebt haben. Diese Augenzeugenberichte sind als historische Grundlage deutlich früher datiert, umfangreicher und qualitativ hochwertiger als viele andere Quellen.
Diese Augenzeugenberichte finden sich heute im Neuen Testament. Das mag jetzt wie eine sehr dezidierte oder gar fundamentale Position klingen, ist es aber nicht ausschließlich. Diese Einschätzung ist nicht frei erfunden, sondern lässt sich in seriösen säkularen Standardwerken der Geschichtswissenschaft überprüfen.
Das ist öffentlich belegbar und überprüfbar. Einige Beispiele: Der Brockhaus, das Standardwerk der deutschen Allgemeinbildung, nennt die Evangelien des Neuen Testaments als die wichtigsten Quellen für Leben und Lehre Jesu. Die Encyclopedia of Religion kommt zu einem ähnlichen Schluss und stellt fest, dass die wichtigsten Quellen für Jesus im Neuen Testament zu finden sind.
Auch Der Neue Pauly, ein Standardwerk der Altertumswissenschaften, vertritt diese Auffassung. Die Encyclopaedia Britannica bemerkt, dass es unwahrscheinlich ist, dass außerbiblische Quellen dem Porträt des historischen Jesus viel hinzufügen können. Mit anderen Worten: Das Neue Testament stellt bereits die Crème de la Crème der Quellenlage dar.
Aus den historisch eruierbaren Daten der Zeitgeschichte Jesu und den innerbiblischen Verweisen lassen sich einige Fixpunkte und sogar eine ungefähre Chronologie erschließen. Man könnte hier noch viele weitere Beispiele anführen, doch der Punkt ist deutlich: Selbst säkulare Standardwerke bestätigen, dass im Neuen Testament historische Fakten überliefert sind und qualitativ hochwertige Informationen stehen.
Das bedeutet, die historischen Angaben im Neuen Testament sind nicht beliebig. Sie lassen sich nicht einfach von einzelnen Betrachtern beliebig umdeuten und verändern sich nicht je nach Ort oder Zeit. Ob man die Texte in Italien, in der Schweiz oder in Dänemark liest — die überlieferten Angaben bleiben gleich; es handelt sich um feste, überprüfbare Fakten.
Schriftverständnis, Autorität und praktische Folgen
Das heißt also: Kurzfazit, Zwischenfazit. Die Bibel gibt uns den besten Zugang zu Jesus, und Jesus ist der Weg zum Vater.
Also: Du siehst, da können sich Leute auf den Kopf stellen und uns Christen als rückständig oder als fundamentalistisch bezeichnen. Aber es ist einfach Fakt: Im Neuen Testament findest du tatsächliche, echte und seriöse Geschichtsschreibung.
Schau, was dazu Dr. Roger Liby sagt, ein international renommierter Bibelwissenschaftler. Er stellt Folgendes fest. Die Evangelien sind, was Geographie anbelangt, sehr detailliert. Es werden viele Ortsnamen genannt, konkret; auch Regionen und Gewässer werden namentlich genannt. Die Berichte sind in der Geographie verankert. Dann werden sehr genaue historische Hinweise gegeben, zum Beispiel das Auftreten von Johannes dem Täufer im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius. Weitere wichtige Herrscher werden zur historischen Verankerung erwähnt. Ganz anders als Märchen, die typischerweise mit „Es war einmal“ beginnen und weder wann noch wo genau angeben. Bei Mythen kommt es nicht darauf an, wann und wo etwas passiert ist. Die Evangelien sind ganz anders.
Das hat mich damals als Atheist, als ich zum ersten Mal das Neue Testament gelesen hatte, wirklich schockiert. Die neutestamentlichen Autoren meinen das, was sie aufschreiben, mit vollem Ernst. Sie berichten Dinge, die wirklich passiert sind, so wie sie es darstellen.
Nur drei Beispiele: Zum Beispiel in Johannes 19 heißt es, der Autor des Johannesevangeliums, Johannes, schreibt: „Ich, der das gesehen hat, bezeuge, dass es wahr ist.“ Ob du Johannes nun glaubst oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Er möchte aber deutlich machen, dass er bei diesen Dingen dabei war und dass sie wirklich stattgefunden haben.
In Apostelgeschichte 10 sagen die Apostel selbst: „Wir sind Zeugen all dessen, was er Gott getan hat im Land der Juden und in Jerusalem. Diesen Jesus hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott zuvor erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er von den Toten auferstanden war.“ Auch hier ist der Anspruch deutlich: man erhebt das Zeugnis als Augenzeugen, verbindlich vor Gericht.
Ähnlich heißt es in 1. Johannes 1 in der Einleitung: „Was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben, das geben wir euch weiter.“ Die neutestamentlichen Autoren meinen das ernst.
Deshalb haben treue Christen schon früh „sola scriptura“ formuliert. Ganz vereinfacht gesagt meint das den zutreffenden Lehrsatz, dass alle heilsnotwendigen Wahrheiten in der Bibel enthalten sind. Alles, was zum Heil notwendig ist, alles, was du wissen musst, um gerettet zu werden vor dem kommenden jüngsten Gericht, findest du in der Bibel. Du musst dafür nicht noch irgendwo anders schauen. Das ist wichtig, auch für die Praxis.
Pastor Uwe Holmer, der vor zwei Jahren gestorben ist, sagt dazu: „Die Bibel ist die Norm, die alles kirchliche Lehren und Leben, also Theorie und Praxis, trägt. Und wer das nicht lehrt, gehört nicht auf eine Kanzel.“ So weit, so gut.
Jetzt das Ganze mal umgekehrt: Stell dir vor, die Bibel würde keine heilsnotwendigen Wahrheiten enthalten. Dann könnte ja jeder alles behaupten und das Evangelium oder Christentum nennen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Bibel haben — einen verbindlichen, öffentlich einsehbaren, objektiven, transparenten Maßstab, anhand dessen wir solche Behauptungen messen können.
Dazu ein Einblick in einen reichhaltigen, tiefsinnigen Text, nämlich in das Westminster-Bekenntnis Nr. 1 in der Einleitung. Es ist etwas sperrig geschrieben, deshalb schau gern noch mal auf deinen Bildschirm. Ich wiederhole die wichtigsten Punkte: „Obwohl der menschliche Verstand die Werke der Schöpfung und der Vorhersehung, die Güte, Weisheit und Macht Gottes so weit offenbaren, um den Menschen unentschuldbar zu machen, so reicht das doch nicht aus, um jene Erkenntnis Gottes und seines Willens zu geben, die zum Heil notwendig ist.“ Kurz zusammengefasst: Der menschliche Verstand kann viel erkennen, aber das, was der Mensch aus sich selbst erkennt, reicht nicht aus, um das zu erkennen, was zur Rettung notwendig ist.
Weiter heißt es im Westminster-Bekenntnis: „Deshalb hat es dem Herrn Gott gefallen zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Art und Weise, dass Gott sich selbst seiner Kirche offenbart und ihr jenen seinen Willen bekannt zu machen und danach, damit die Wahrheit besser bewahrt und ausgebreitet und damit die Kirche gegen die Verdorbenheit des Fleisches und die tückische Bosheit Satans und der Welt sicherer bewahrt und getröstet werde, das alles in Schrift verfassen zu lassen.“ Sperriger Satz, klar. Die Kernaussage: Gott hat seinen Willen bekannt gemacht und verbindlich aufgeschrieben, damit er bewahrt, kopiert und weiterverbreitet werden kann — in Schriftform, also in der Bibel.
Zurück in unsere Zeit, umgekehrt gefragt: Stell dir vor, du und ich hätten keine Bibel, kein Neues Testament, und wir wüssten nichts Konkretes, nichts Verbindliches über Gott. Welche Folgen hätte das? R. C. Sproul formuliert in einem Gedankenexperiment frei übersetzt Folgendes: „Warum sollte man sich dann überhaupt mit theologischem Gedankengut beschäftigen? Warum zum Beispiel dieses Video sehen? Eben um des Herzens willen. Wie können wir lieben, was wir nicht ansatzweise erfassen? Wie können wir einen gänzlich unbekannten Gott verehren?“ Wenn Gottes Wesen für uns ein völliges Rätsel bliebe, dann würde all unser Singen, Beten und religiöser Eifer zu einer nutzlosen Leidenschaft, zu einem Schlag in die Luft; der Glaube würde zum Aberglauben verkommen und die Liturgie, also der Gottesdienst, würde zu einer Form magischer Beschwörungen. R. C. Sproul trifft damit einen wunden Punkt.
Blick in die Praxis: Viele hier haben uns gespiegelt, dass Gemeinden, die sich nicht mit Lehre beschäftigen, die sich nicht mit der Bibel befassen, die sich nicht fragen, was eigentlich christlich ist und was nicht, in eine toxische Oberflächlichkeit geraten. Dort liegt der Fokus häufig zu sehr auf Zwischenmenschlichem und weniger auf der Gottesbeziehung. Man kümmert sich zu sehr um Formen und weniger um den Inhalt.
Oft geht das damit einher, dass nur einer predigt, statt wie die Bibel es dargelegt hat, eine plurale Leiterschaft zu haben, in der man sich gegenseitig ergänzen und korrigieren kann. Das ist aber ein anderes Thema.
Ohne ein Neues Testament, in dem das Christentum konkret und verbindlich festgehalten und übermittelt ist, kann jeder alles behaupten. Dann könnten Leute etwa behaupten, das Neue Testament lehre, man solle mehrere Götter anbeten, oder Jesus sei angeblich eine übergewichtige afroamerikanische Frau — all solche Behauptungen sind offensichtlich falsch. Woher wissen wir das? Weil wir nachprüfen können und sehen, dass diese Dinge nicht zusammenpassen. Ehrliche Überlegung zeigt: Es gibt Behauptungen über die Bibel, die schlicht und einfach unwahr sind.
Zum Beispiel ist es falsch zu behaupten, die Bibel sei völlig obskur und unverständlich. Schauen wir gemeinsam: In Johannes 17 sagt Jesus: „Dein Wort ist Wahrheit.“ In Johannes 10 ist Gottes Wort nicht dazu da, überwunden zu werden — Gottes Wort kann nicht gebrochen werden. An anderer Stelle sagt Jesus oft und deutlich: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch...“ Damit ist die Frage, ob die Bibel eindeutig sei, klarer gestellt. Jesus redet in menschlicher Sprache, nicht in Engelszungen oder obskuren Zeichen. Die Bibel ist in den Empfängersprachen niedergeschrieben — Hebräisch, Aramäisch und Altgriechisch — einer der einflussreichsten Sprachen der Weltgeschichte. Warum? Damit die Menschen sie verstehen können. Gott möchte, dass die Bibel verstanden wird.
Ein weiteres Beispiel: In 1. Korinther finden wir ein sehr frühes christliches Glaubensbekenntnis, das wohl innerhalb weniger Monate, vielleicht Wochen nach Kreuzigung und Auferstehung entstand; dort heißt es, Christus sei für unsere Sünden gestorben. Das zeigt: Die Schrift hat einen objektiven Heilsinhalt, den man erkennen kann. Dieser Satz macht keinen Sinn, wenn man nicht erkennen könnte, was die Schrift sagt.
Jesus selbst sagt in Johannes 5 zu den Schriftgelehrten und Pharisäern: „Ihr erforscht die Schriften, und sie sind es, die von mir zeugen.“ Auch hier betont Jesus, dass die Schriften einen eindeutigen Sinn haben. In Matthäus 22 sagt er zu den Sadduzäern: „Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes.“ Das heißt: Es ist möglich, die Schrift falsch zu verstehen. Es gibt einen eindeutigen Sinn, den man verfehlen kann. Wenn es keinen eindeutigen Sinn gäbe, könnte man ihn nicht verfehlen — das wäre logisch unmöglich. Jesus sagt aber, bei der Bibel kann man danebenliegen, weil man sie nicht versteht.
Ebenso ist es nicht wahr zu behaupten, biblische Wahrheiten könnten sich ändern — also dass die Bibel einer Menschengruppe dies und einer anderen jenes sagt, oder in einem Jahrhundert X und in einem anderen Jahrhundert Y. Die Behauptung, die Bibel sei nicht absolut, fällt schwer ernst zu nehmen. Denn wenn das so wäre, woher wüsste ich dann, dass gerade diese Behauptung über die Bibel selbst verbindlich ist? Die Argumentation beißt sich hier in den Schwanz.
Damit sind wir bei einem wichtigen Punkt: dem Hinzufügen und Wegnehmen. In der Bibel finden sich an mehreren Stellen Hinweise, dass wir der Lehre und den Schriften nichts hinzufügen sollen. Wir sollen nicht eigene Schriften erschaffen und einfach zur Bibel addieren. Ebenso sollen wir nichts wegnehmen oder uns anmaßen, Gott zu zensieren. Dazu gehört auch: Als Christ sollte man Aussagen von Jesus nicht einfach übergehen. Wer Jesus Christus nachfolgt, sollte seine Worte ernstnehmen. Es ist nicht wahr zu behaupten, dass man als Christ, der sich am Neuen Testament ausrichtet, bestimmte Dinge aus dem Neuen Testament einfach übergehen kann.
Ich spreche aus Erfahrung als ehemaliger liberaler Theologe — und das sage ich selbstkritisch. Genau diese liberaltheologische Bibelkritik betrieb ich früher: Ich habe die Bibel als ein fehlerhaftes menschliches Dokument betrachtet, über dem ich stehe, und nach meinen Maßstäben beurteilt, was ich davon annehme und was nicht. Diese Maßstäbe habe ich dann alle paar Monate wieder überdacht. Das funktioniert nicht. Du siehst also schon: Das haut einfach nicht hin.
Warnung vor Weglassen und dem Hinzufügen von Offenbarungen
Und wen das genauer interessiert, dem habe ich hier unten ein paar Dinge verlinkt. Aber das Ding ist — und das sage ich wirklich mit Reue und Selbstkritik — solche selbstgefälligen und intellektuellen Belustigungen, wie ich sie damals gemacht habe, wachsen vor allem in schönen, kuscheligen, klimatisierten Hörsälen. So etwas kann man sich nur in Situationen leisten, in denen Nachfolge nicht viel kostet, wie das für viele Jahre in der westlichen Welt der Fall war.
Deshalb möchte ich jetzt gern jemanden zu Wort kommen lassen, der für seine Nachfolge von Jesus einen viel höheren Preis gezahlt hat als die meisten von uns, nämlich den Märtyrer Richard Wurmbrand. Der Prediger und Evangelist Richard Wurmbrand wurde viele Jahre lang fast um seinen Verstand gefoltert. Er überlebte wie durch ein Wunder und kam dann wieder in die Freiheit. Nach mehreren Jahren in der Freiheit schreibt er folgendes nieder, Zitat:
Seit ich im Westen bin, habe ich viele theologische Seminare besucht, also Ausbildungsstätten für Pastoren. Dort hörte ich Vorlesungen über die Geschichte der Glocken und die Geschichte der liturgischen Gesänge, über kanonische Gesetze, die längst nicht mehr gelten, also Kirchenrecht, oder über eine Kirchenordnung, die es nicht mehr gibt. Ich habe gehört, dass manche Theologiestudenten lernten, dass die biblische Schöpfungsgeschichte nicht wahr ist, auch nicht die von Adam, von der Sintflut oder von den Wundern des Mose. Manchen wird beigebracht, dass die Prophezeiungen erst nach ihrer Erfüllung geschrieben wurden, dass die Jungfrauengeburt ein Mythos ist, ebenso die Auferstehung Jesu, dass seine Gebeine irgendwo in einem Grab geblieben sind, dass die Briefe nicht echt sind und dass die Offenbarung das Buch eines Verrückten ist. Ansonsten ist die Bibel natürlich ein heiliges Buch.
So viel Zitat von Richard Wurmbrand. Und ich glaube, er hat recht. So viel zu diesem ganzen Thema „Nichts wegnehmen aus der Schrift“. Da kommen wir später in dieser Reihe über Irrlehren noch drauf zurück.
Drück gerne diese Glocke hier unten rechts unter diesem Video, dann wird dir das auch angezeigt.
Es gibt auch das Gegenteil, nämlich das Hinzufügen, also dass wir der Bibel etwas hinzufügen wollen. Du erinnerst dich vielleicht: Die klare Lehre Sola Scriptura sagt ja, dass alle heilsnotwendigen Wahrheiten in der Bibel enthalten sind. Das heißt, es ist nicht notwendig, der Bibel etwas hinzuzufügen. Das Ganze ignoriert natürlich die Bewegung, die der Bibel etwas hinzufügen möchte, also so etwas wie zusätzliche Offenbarungen. Dahinter steckt die Behauptung, dass weitere Offenbarungen die Autorität der Bibel ergänzen oder — und das heißt es in der Praxis meistens — dass sie die Bibel korrigieren wollen.
Das ist zum Beispiel in der Lehre der Mormonen der Fall, hier mit dem Buch Mormon, das als verbindliche Ergänzung zum Neuen Testament, zur Bibel, gesehen wird. Im Endeffekt heißt das in der Praxis meist, dass die Bibel vom Buch Mormon ausgelegt werden soll; man kann also überlegen, was über wem steht. Ein anderes Beispiel ist der Koran, der seinerseits auch den Anspruch hat, die vorhergekommenen Offenbarungen wie das Neue Testament zu korrigieren.
Und das ist eine große Herausforderung für manche Leute, die das hier gerade mitverfolgen, besonders für manche Generationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: die Emotionalisierung. Das heißt, die Bewegung, Gefühlen und Befindlichkeiten das Recht einzuräumen, die Bibel auszulegen, und diesen Gefühlen dann das letzte Wort zu geben. Da muss man wirklich aufpassen, denn das ist nicht die biblische Botschaft. Im Gegenteil: Die Kernaussagen des Neuen Testaments und worum es im Christentum geht, haben für unsere westlichen Ohren vielleicht seltsam geklungen, aber sie haben erst einmal mit Gefühlen gar nicht so viel zu tun.
Falls jemand über diese Zusammenhänge jetzt zum ersten Mal anfängt nachzudenken, möchte ich wirklich die Hand ausstrecken, weil ich weiß, dass das schwer ist, wenn man nicht so geprägt worden ist oder wenn einem jahrelang etwas anderes vermittelt wurde. Deswegen schau einfach mal, was meine Kollegin Nicola Vollkommer zu Recht über diesen Sachverhalt sagt. Ich glaube, es fängt mit der Erkenntnis an: Wo wäre ich ohne ihn? Rettungsbedürftig. Greife nicht nach dem Rettungsring, wenn du nicht merkst, dass du ertrinkst. Und ich glaube, da fängt es an — dieses Wort Sünde, das so aus der Mode gekommen ist.
Man kann Gott nicht loben oder leidenschaftlich sein, ohne zu erkennen, wo man ohne ihn wäre und was er getan hat. Das hat wenig mit Gefühlen zu tun; es ist einfach eine logische Antwort auf seine Initiative. Etwas auf den Punkt gebracht: Was wir heute in der christlichen Welt erleben, ist nicht immer, aber manchmal eine Art Ersatzreligion des Gefühls. Frag dich selbst: In manchen Gemeinden und Praktiken — wen oder was beten wir an? Beten wir wirklich Gott an, oder passiert es, dass wir das Gefühl anbeten, das wir haben, während wir Gott anbeten sollten? Manchmal entsteht so eine Ersatzreligion des Gefühls, auf die dann nur ein christliches Logo aufgesetzt wird, oft nicht mal in böser Absicht, und das Ganze wird als christlich verkauft. Aber denkt daran: Christentum ist in erster Linie keine emotionale Geschichte.
Der Evangelist Paul Koch, der hier auf dem Bibelfettdienst schon mal zu Gast war, schreibt dazu folgendes, Zitat: „Ein gutes Leben besteht nie darin, sich selbst, seine eigenen Erfahrungen oder seine eigenen Gefühle in den Mittelpunkt zu stellen.“ Anmerkung von mir: Das ist auch uferlos. Ein gutes Leben beginnt und endet mit Gott im Mittelpunkt.
Mit meinen Worten: Wir in der Christenheit, in der westlichen Welt, müssen lernen zu verstehen: Nicht alles Geistliche ist emotional, und nicht alles Emotionale ist auch geistlich. Und nochmal: Ich möchte die Hand ausstrecken und dazu einladen, selbst in der eigenen Bibel nachzulesen. Lies selbst nach Hesekiel 13, wo es um das Gericht über falsche Propheten geht, die „aus ihrem eigenen Herzen reden“ und dadurch das Volk in die Irre führen. Schau ins Buch Jeremia, wo es Warnungen vor falschen Propheten gibt, die „aus dem eigenen Herzen reden“. Echte Lehre stammt nicht aus dem eigenen Herzen — so schwer das manchmal zu unterscheiden ist — sondern echte Lehre muss von Gott stammen, von dem, was Gott in seinem Wort geoffenbart hat.
Schau rein: Es heißt in 1. Timotheus, dort heißt es Zitat: Gott wünscht sich, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und im griechischen Grundtext steht dort das Wort Epignosis. Epignosis ist ein genauerer Begriff für präzises und korrektes Wissen — also präzises und korrektes Wissen, zu dem Gott möchte, dass wir über ihn und darüber kommen, wie wir gerettet werden sollen. Das ist das genaue Gegenteil von abstrakten und diffusen Gefühlen.
Oder schau, was Jesus selber in den Evangelien zitiert, wo es heißt: Vergeblich verehren sie mich, weil sie als Lehre Menschengebote lehren. Es gibt also falsche Verehrung, und der Grund dafür ist falsche Lehre; das ist die Wurzel des Problems. Deswegen ist der Abgleich mit der Bibel so, so wichtig.
Der Evangelist Philipp Rüdiger beobachtet dazu, Zitat: „Wenn ich jemand anderem nicht mehr sagen kann: ‚Das steht aber nicht in der Bibel‘, ohne dass derjenige anfängt zu weinen oder mir den Glauben abzusprechen, dann stimmt etwas nicht. Wir haben eine christliche Kultur der Wehleidigkeit.“ Diese Beobachtung will ich ergänzen um eine wichtige Sache: die weltweite Perspektive, die uns in der westlichen Welt — und Hand aufs Herz auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz — oft schmerzhaft fehlt.
Dazu möchte ich gern den international tätigen Kirchenhistoriker Prof. Dr. Frank Hinkelmann zu Wort kommen lassen: „Die Gläubigen im globalen Süden sind insgesamt verblüfft und verwirrt von der typisch westlichen Lehre, dass bestimmte Teile der Bibel, wie die Auferstehung, als absolut wörtlich gelten, obwohl natürlich selbst dies von einigen westlichen Theologen und Kirchenführern in Frage gestellt wird, während andere Teile, wie das Leben und die Taten der Patriarchen und anderer alttestamentlicher Persönlichkeiten, eher als lehrreiche Fabeln betrachtet werden. Wer — so fragen sich viele Christen aus dem Süden — hat eine solche willkürliche Unterscheidung genehmigt und zugelassen? Wenn die Bibel nicht in ihrer Gesamtheit als oberste Autorität für die Festlegung von Lehre und Praxis akzeptiert werden soll, was soll dann an ihre Stelle treten? Sicherlich sagen die meisten dieser Gläubigen: Die Kirche muss sich der Bibel unterordnen und unter ihrer Autorität leben und nicht menschliche Weisheit und Vernunft über ihre Lehre stellen. Sie sollte per se akzeptiert werden.“
Diesen Christen im globalen Süden Naivität oder einen Mangel an Bildung aufgrund ihres konservativen Schriftverständnisses vorzuwerfen, greift zu kurz und ist Ausdruck westlicher Arroganz oder Überheblichkeit. Sowohl in akademischen Kreisen als auch in den Kirchen dieser südlichen Länder gibt es zahlreiche Belege für tiefgründiges und fundiertes theologisches Denken. Nicht selten empfinden Kirchen im globalen Süden das missionarische Wirken westlicher postevangelikaler oder liberaler Theologen als eine neue Form kolonialer Bevormundung und angeblicher westlicher Überlegenheit.
Also: Es tut uns gut, mal rauszukommen aus der westlichen Echokammer. Es tut uns gut, den Fokus wieder auf die Fundamente zu legen. Schaut zum Beispiel in Apostelgeschichte 17, wo es heißt: Die Beroer waren edler gesinnt als andere. Warum? Weil sie das Wort mit aller Bereitwilligkeit aufnahmen und täglich in der Schrift forschten, ob es sich so verhielt, wie ihnen gesagt wurde. Das ist ein großes Lob für Christen, die nicht einfach nur Sachen schlucken, die ihnen gesagt wurden, sondern die das Gehörte mit der Schrift abgleichen: Steht das so in der Bibel, ja oder nein?
Ein krasses Gegenbeispiel haben wir im Alten Testament im Propheten Hosea, wo es heißt: „Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis.“ Richtige Lehre ist wichtig. Wie Paulus an Timotheus schreibt: Sei sorgfältig, sei ein Arbeiter, der sich nicht schämen muss, sondern teile das Wort der Wahrheit richtig ein. Und man sieht es zum Beispiel in der Offenbarung, diesem so wichtigen letzten Buch der Bibel, wo Jesus Gemeinden lobt, die Irrlehre erkennen, und Gemeinden verwirft, die Irrlehre dulden. Lob und Gericht hängen also an der Lehre — welche Lehre stehen gelassen wird und welche verworfen wird.
Der Evangelist Josef Drasil sagt dazu: „Trennung durch Wahrheit ist besser als Einigkeit im Irrtum.“ Die Bewegung, dass Christen sich in allen Dingen einig sein müssen — auch mit Leuten, die gar keine Christen sind — nur damit es keine Trennung, keine Spaltung gibt, greift zu kurz. Natürlich ist Einheit ein hohes Gut, und Jesus betet dafür. Aber Einigkeit kommt von Wahrheit und nicht von einer sentimentalen Scheinoberflächlichkeit.
Deshalb heißt es im 2. Johannes: Wer nicht in seiner Lehre bleibt, der hat Gott nicht. Und wer von uns will es sich leisten, Gott nicht zu haben oder Gott zu verlieren?
Schlussgedanke: Was ich dir und mir bei dieser ersten Irrlehre vor Augen führen möchte — wenn es darum geht, die Fundamente des Christentums, die Bibel, zu verwerfen — ist ein historisches Beispiel. Am 26. März 1555 wurde der Neunzehnjährige William Hunter im Umkreis von London, in Brentwood, bei lebendigem Leib verbrannt. Was war sein Vergehen? Er las die Bibel. Viele Jahre später trug sein Gedenkmal diese Aufschrift, Zitat: „William Hunter, Märtyrer, den Flammen übergeben am 26. März 1555. Christlicher Leser, lerne von seinem Beispiel das Privileg einer geöffneten Bibel wertzuschätzen und gib darauf Acht, es beizubehalten.“
Vielen Dank fürs Einschalten. Wer möchte, dass Videos wie dieses im Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, kann gern auf die Glocke unten rechts unter dem Video drücken. Vielen Dank dafür.
Bevor es weitergeht zur Irrlehre Nummer zwei, sollten wir vielleicht kurz verschnaufen und reflektieren. Ein kleiner Exkurs: Warum sprechen wir überhaupt über Irrlehren? Die kurze Antwort ist: Weil Irrlehren das Heil gefährden können. Irrlehren können Leib und Leben gefährden.
Ein anschauliches Beispiel: Achte auf die Dinge, die gesagt werden. Was passiert, sobald wir richtig elementare Kernbestandteile des Christentums wegnehmen? Moderne Haltungen wie „Jeder hat seine eigene Wahrheit“ beginnen zu wackeln. Wenn das anfängt zu wackeln, kommt als Nächstes die Frage nach Gut und Böse: Wer legt überhaupt fest, was gut und was böse ist? Gibt es Moral? Muss das nicht jeder selbst entscheiden? Wenn es kein Gut und Böse gibt, dann fällt Schuld weg. Wenn niemand schuldhaft handelt, braucht man auch keine Angst vor einem gerechten Gott zu haben, und alles, was mit einem gerechten Gott zu tun hat, wird als unnötiger Ballast betrachtet.
Ist kein gerechter Gott mehr vorhanden und glaubt man, alle gingen ohnehin ins Himmelreich, dann braucht es auch keine Versöhnung. Und du ahnst, worauf das hinausläuft: Sobald bei den Hauptthemen etwas weggenommen oder umgestoßen wird, entsteht ein Dominoeffekt. Irrlehren haben reale Konsequenzen im Glaubensleben, in Gemeinden, in Ehen, in Familien, in einer Gesellschaft. Sie machen empfänglich für falsche Autoritäten, für emotionale Täuschungen und für abgeschlossenes Kultdenken — wie in einer Gedankenspirale.
Eine der Folgen von Irrlehren ist, dass Gottes Segen verloren geht. Bibelstellen machen deutlich, dass dort, wo falsche Lehren sich durchsetzen, Gott sich zurückzieht. Mehr noch: Irrlehren wirken, wie es an einer Stelle heißt — ich war erstaunt, als ich das gelesen habe — wie ein Krebs. Sie zerstören nach und nach das geistliche Leben einzelner und ganzer Gemeinschaften; sie sind ansteckend.
Irrlehren bewirken moralischen Verfall, können zu Anarchie in der Gemeinde führen, und wir wissen aus Jakobus 3 und anderen Stellen, dass es ein härteres Gericht für Leiter gibt — ein härteres Gericht für Lehrer. Leiter und Lehrer, die Irrlehren dulden oder selbst lehren, stehen unter größerem Gericht. Noch gravierender: Irrlehren führen häufig dazu, dass es keine echten Bekehrungen gibt. Menschen gehen verloren — auf Zeit und auf Ewigkeit.
Ein konkretes Beispiel dazu: Mein Kollege Dr. Jonathan Breitnacher vom Apologetik Projekt hat das als Grafik zusammengefasst, sehr vereinfacht dargestellt. Er wollte zeigen: Die Trinität — dass Gott drei Personen in einem Wesen ist, Vater, Sohn und Heiliger Geist — und dass Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch ist, ist wirklich wichtig. Das ist kein abstraktes Theologisieren, sondern eine halsrelevante Frage.
Wenn Menschen sagen: „Die Trinität lehne ich ab, weil sie unlogisch ist oder ich die Bibelstellen nicht sehe“, dann führt das in der Regel dazu, dass sie gleichzeitig ablehnen, dass Jesus Gott ist. Sie sagen dann: Jesus ist nur ein Mensch, nicht der Mensch gewordene Gott. Denk an den Dominoeffekt: Wer ablehnt, dass Jesus wahrer Gott ist, wird Jesus nicht anbeten. Warum sollte man einen Menschen anbeten? Wenn Jesus Gott ist, dann macht es Sinn, ihn anzubeten; als bloßen Menschen anzubeten ergibt wenig Sinn.
Wer Jesus nicht anbetet oder nicht als Herrn anerkennt, kann nicht tun, was Paulus in Römer 10 schreibt. Dort heißt es Zitat: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Mit „Herr“ ist Jesus gemeint. Wer Jesus als Herrn anruft — als Gott, den Mensch gewordenen und persönlichen Erlöser — wird gerettet werden. Wer Jesus nicht als Herrn anruft, verfehlt damit das Evangelium; das ist in Johannes 8 ganz klar.
An diesem Beispiel sieht man den Kaskadeneffekt ganz konkret: Wenn jemand sagt, Jesus sei nicht der Mensch gewordene Gott, dann verfehlt er im Endeffekt das biblische Evangelium. Das ist keine abstrakte Spielerei, die Hobbyphilosophen sich am Frühstückstisch ausdenken, sondern es geht um das Heil — darum, dass Menschen verloren gehen können. Die Unterscheidung von richtiger und falscher Lehre ist keine Spielerei.
Unser Redakteur Thomas hat ein T‑Shirt, auf dem steht: „Schlechte Theologie schadet Menschen.“ Er hat vollkommen Recht damit.
Irrlehre Nummer zwei von sieben behandelt die falsche Darstellung von Gottes Wesen. Eine der anspruchsvollsten Aufgaben in einer Gemeinde ist die Kinderstunde, die Sonntagsschule. Ich meine das mit vollem Respekt: Arbeit mit Jugendlichen ist ebenfalls außerordentlich anspruchsvoll und wichtig.
Die Schwierigkeit der Vermittlung von Gottes Wesen
Aber zumindest nach meinen eingeschränkten bisherigen Erfahrungen kann man mit vielen Jugendlichen, die ehrliche Fragen mitbringen, normal reden. So habe ich das zumindest auf Freizeiten und anderen Gelegenheiten erlebt, wo ich als Referent eingeladen wurde. Meine Erfahrung ist: Sobald du anfängst, Jugendliche wie normale Menschen zu behandeln und ihnen tatsächlich etwas zuzutrauen — auch kognitiv, wenn es ums Mitdenken und ums Bibelverstehen geht —, bin ich häufiger positiv überrascht worden als nicht.
Mit Kindern ist das häufig noch einmal ein bisschen anders, und deswegen ist das so anspruchsvoll. Warum? Erstens: Um Kindern Dinge verständlich erklären zu können, musst du sie selbst richtig verstanden haben. Mein Vater zum Beispiel war Physikdozent. Wenn er uns Kindern erklärte, wie zum Beispiel Magnetismus funktioniert, wie Beschleunigung beim Fallen wirkt oder wie die Lichtgeschwindigkeit zu verstehen ist, dann musste er diese Themen selbst erst einmal tief durchdrungen haben. Erst dann konnte er sie auf einem Niveau erklären, das auch ein Fünfjähriger oder eine Achtjährige verstehen konnte.
Kindern Dinge aus der Bibel zu erklären ist auch deswegen so anspruchsvoll, weil viele biblische Themen, und ich denke, das darf man offen ansprechen, nicht ohne Weiteres kindgerecht sind. Die Realität in einer gefallenen Welt ist nicht kindgerecht. Sie ist nicht Sonnenschein und Regenbogen, sondern durchzogen von Schrecken und Grausamkeit. Die Folge davon ist vermeidbares und auch unvermeidbares tiefes Leid. Die Realität ist hart, und das Leben ist nichts, worin wir unvorbereitet und naiv hineinrennen sollten, weil es hart zur Sache geht.
Damit will ich sagen: Die Versuchung ist für jeden von uns — ich nehme mich da völlig mit ein — groß, dass wir gerade in schwachen Momenten anderen Menschen Gott so beschreiben, wie wir uns wünschen würden, dass andere Menschen uns Gott beschrieben hätten. Manchmal haben wir diesen Wunsch: Wir denken, ach, wir wünschten, Gott wäre so oder so, oder andere hätten uns Gott so und so beschrieben. Dann beschreiben wir anderen Menschen Gott auf diese Art und Weise, wie wir ihn für uns wünschen. Mehr noch: Psychologisch gibt es eine sehr reale Versuchung, dass wir Gott so beschreiben und uns selbst so ausmalen, wie wir gerade meinen, dass andere Menschen — zum Beispiel unsere Eltern — auch hätten sein sollen. Das ist häufig kein Zeichen emotionaler Ausgeglichenheit.
Dazu ein kurzer Einschub: Meine Frau Elisa und ich bekommen von vielen Menschen Leserbriefe und Kommentare, oft geht es um Beziehungs- und Eheprobleme, und Leute fragen uns um Rat. Wir können aus Zeitgründen natürlich nicht immer auf alles antworten, aber wir lesen das, also schreibt gerne weiter. Dabei ist mir wichtig zu sagen: Elisa und ich haben nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen — wirklich nicht. Im Gegenteil: Wir sind noch keine zehn Jahre verheiratet. Auch wenn Elisa viel liest, sich fortbildet und sich mit diesen Themen auseinandersetzt, machen wir selbst noch eine Menge Fehler und lernen fast jeden Monat massiv dazu. Wir teilen gern, was wir lernen, aber um das richtig zu verstehen: Wir sitzen alle im gleichen Boot.
Eine Sache kann ich aus diesen vielen Leserbriefen teilen, die uns immer wieder auffällt: Es scheint so zu sein, dass viele Beziehungsprobleme ihre Wurzel darin haben, dass Menschen Ansprüche, die sie an ihren Ehepartner stellen sollten, stattdessen an Gott stellen — und umgekehrt. Vereinfacht gesagt: Menschen verwechseln im Eifer des Gefechts ihren Ehepartner mit Gott. Das führt zu vielen Verstrickungen und Verwirrungen. In beiden Fällen ist es oft so, dass die eigene emotionale Bedürftigkeit und das eigene Wunschdenken den Blick auf die nackte Realität verstellt.
Deshalb versuchen wir beim Bibelverdienst so viel wie möglich mit Zahlen, Daten und Fakten zu arbeiten — auch um unser eigenes Wunschdenken zu überwinden. Das gilt für Thomas, für Elisa und für mich: Wir stehen genauso in Versuchung, uns ein eigenes goldenes Kalb zu erschaffen. Das wollen wir nicht. Wir wollen den Gott anbeten, der sich verbindlich in der Schrift offenbart. Deshalb stecken wir Tausende von Stunden in Bibelstudium.
Was steht dort nun in der Schrift? Natürlich steht dort, dass Gott liebt — das ist so. Der Punkt ist nur: Nach unserer Wahrnehmung, und das haben viele hier bestätigt, wird dieses Thema heutzutage in jeder zweiten Predigt hervorgehoben. Das spiegelt einen Zeitgeist wider, der sagt, jeder sei geliebt und jeder sei okay. Die Bibel macht aber sehr deutlich, dass Gott der Gott der Gerechtigkeit ist — mehr noch: die Gerechtigkeit in Person. Auf den Punkt gebracht wird das in Römer 11, wo im Grundtext deutlich wird, dass Gott gleichzeitig gütig und unnachgiebig ist. Lass uns diesen Punkt genauer anschauen, denn daran hängt einiges.
Wenn du die Bibel aufschlägst, begegnet dir der biblisch-christliche Gott mit einer Reihe ziemlich charakteristischer Eigenschaften. Ich habe hier sechs Grundeigenschaften aufgeschrieben; es sind nicht alle, aber ohne diese sechs geht es nicht. Ohne sie wäre das, worüber du in der Bibel redest, nicht der biblisch-christliche Gott. Nach meinem Eindruck — und das haben sehr viele Menschen bestätigt — wird am meisten verschwiegen, dass Gott die Gerechtigkeit in Person ist. Im Propheten Nahum heißt es: Die Schuldigen wird er nicht freisprechen. In 2. Timotheus heißt es, Gott kann sein eigenes Wesen nicht verleugnen; er bleibt gerecht und ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.
Das klingt vielleicht abstrakt, bis es konkret um einen selbst geht. Deshalb ganz offen gefragt: Wie fühlst du dich, sobald dir jemand zu Unrecht etwas wegnimmt? Magst du es, angelogen zu werden? Beides ist mies, beides ist kein schönes Gefühl. Aber wie ist es mit dir und mir persönlich? Wie viele Lügen haben du und ich im Laufe unseres Lebens schon erzählt — vielleicht zehntausend oder weniger? Was ist jemand, der Hunderte oder Tausende von Lügen erzählt? Wer ist ein Lügner?
Unabhängig vom Wert: Wie oft haben du und ich uns schon Gegenstände und Dienstleistungen angeeignet, für die wir nicht bezahlt haben? Und was ist jemand, der sich wiederholt Dinge aneignet, die ihm nicht zustehen, ohne dafür zu bezahlen? Das ist ein Dieb, in unserem Fall oft ein lügnerischer Dieb. Du siehst: Wir leben nicht einmal nach unseren eigenen menschlichen, persönlichen Maßstäben. Von Gottes Maßstäben ganz zu schweigen. Jesus sagt eindeutig, dass Aggression schon Mord im Herzen ist. In 1. Samuel 16 heißt es ganz klipp und klar, dass Gott das Herz ansieht.
All diese Dinge: In der Bibel steht zum Beispiel immer wieder, dass wir Gottes Namen nicht leichtfertig in den Mund nehmen dürfen. Doch wir tun das, wenn wir Sprüche wie „O Gott“ oder „ach Gott“ oder als Kurzform „ach Jesus“ sagen. All das hat Konsequenzen. Du kannst zum Beispiel in Jesaja 6 lesen, wo Jesaja vor Gottes Thron steht und sagt: „Weh mir, ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen, von einem Volk mit unreinen Lippen.“ Ich könnte noch weitere Gebote aufzählen, die Jesus mit enormem Nachdruck bestätigt hat. Das Fazit bleibt aber Psalm 24: Wer darf stehen auf dem Berg des Herrn, wer betreten seinen heiligen Platz? Und weiter: Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz — das trifft auf dich und mich nicht zu.
Das Problem ist also nicht Gott, sondern wie unser Handeln, unsere Lebenswege, unsere Taten und Entscheidungen uns verändert haben — was wir daraus gemacht haben: verlorene Sünder. In Offenbarung 19 heißt es, um vor Gott stehen zu können, müssen wir gekleidet sein in reines weißes Leinen, strahlend und perfekt. Auf dem Mantel meiner Seele steht dagegen das Wort „schuldig“ — oben, unten, hinten, vorne, überall. In Jakobus 2 heißt es frei übersetzt: Was soll es nützen, wenn ihr alle anderen Gebote Gottes genau einhaltet, aber gegen eines verstoßt? Wer auch nur gegen eines der Gebote verstößt, hat das Gesetz insgesamt übertreten. Die Frage für den Einlass in Gottes Reich ist also nicht, wer weniger schlecht ist, sondern wer gut genug für Gott ist.
Und es ist noch mehr: Eine Einsicht, die mir vor kurzem in der stillen Zeit aufs Herz gelegt wurde: Halte doch mal für drei Sekunden deinen Atem an — eins, zwei, drei. Überlege in diesen drei Sekunden: Wie viel hat Gott gesehen? In dieser Zeit sind dreizehn Menschen ins Jenseits gegangen; sechs sind eines natürlichen Todes gestorben und sieben wurden als Kinder im Mutterleib getötet. Inzwischen tötet die Menschheit täglich absichtlich und vorsätzlich mehr Kinder im Mutterleib, als Menschen eines natürlichen Todes sterben.
Noch mehr: In diesen drei Sekunden hat Gott jeden einzelnen Menschen persönlich gesehen, der zu diesem Zeitpunkt lebte. Diese drei Sekunden hat Gott mit jedem von ihnen verbracht, ob der Mensch es weiß oder nicht. Bei über acht Milliarden Menschen auf der Erde entsprechen diese drei Sekunden insgesamt etwa achtzig Jahren eines kompletten Menschenlebens, das Gott in diesen drei Sekunden an Menschenleben gesehen hat. Eigentlich sogar mehr, weil wir über dreißig Prozent unseres Lebens schlafen und oft selten mehr als fünfundfünfzig Jahre bewusst und zurechnungsfähig sind. Der Punkt ist: Alle drei Sekunden sieht Gott also eine komplette Lebzeit mit all ihren Erfahrungen, Entscheidungen, Fehlern, Sünden und Abgründen.
Jeden 24-Stunden-Tag sieht Gott also 27.600 Jahre dieser Erfahrungen. Wenn Gott an Erfahrung altern würde, könnte man sagen, er altert jeden Tag um knapp 28.000 Jahre. Er altert nicht tatsächlich so, aber diese Bildhaftigkeit zeigt: Ich, Markus, kann mir nicht ansatzweise vorstellen, was Gott allein in diesen drei Sekunden gesehen hat — wie viel Leid, wie viel Ungerechtigkeit, wie viel Unheiligkeit wir als Menschheit in seine Welt hineingebracht haben. Ich kann mir das Ausmaß nicht vorstellen und auch nicht die Intensität dessen, was wir Gott täglich zumuten.
Stell dir vor, wir würden nur eine einzige Millisekunde lang die Welt mit Gottes Augen sehen — den tausendsten Bruchteil einer Sekunde. Dann wären das immer noch über vierundneunzig Tage an Menschenleben, also über drei Monate. Wenn du und ich eine Millisekunde die Welt mit Gottes Augen sehen würden, mit all der Bosheit, Brutalität und Niedertracht, die uns entgegenschlagen würde, wir würden uns nie mehr auch nur einen Moment lang fragen, warum Gott Gericht über diese Welt bringen wird. Gottes Gericht und seine kommende Strafe sind die logische und vollkommen gerechtfertigte Konsequenz von Gottes eigenem Wesen — von seinem gerechten Wesen.
Was sonst sollte ein schuldiger, unheiligender Sünder erwarten, der Leid, Ungerechtigkeit und Unheiligkeit in Gottes Welt gebracht hat, von einem unendlich heiligen und gerechten Wesen? Manche modernen Irrlehren wollen uns einreden, dass Menschen gut seien, Schuldgefühle ungesund seien und es so etwas wie Sünde oder Schlechtigkeit angeblich gar nicht gebe. Wenn ich jetzt wirklich provokativ sein darf, würde ich sagen: Erklär das mal Jesus, der zitternd, blutüberströmt und zerfetzt auf Golgatha nackt erstickte, während er für die Sünden seiner Nachfolger starb. Erklär ihm, dass die Menschen, die ihm das angetan haben, in Wahrheit feine Gentlemen gewesen seien und dass Sünde nur eine emotionale Fehlwahrnehmung oder Illusion sei.
Jeder von uns weiß: Wir fühlen uns nicht nur schuldig, wir sind schuldig. Eine der größten Irrlehren unserer Zeit — befeuert von Naturalismus, Humanismus und säkularer Psychologie — ist die Vorstellung, Bekehrung sei unnötig, weil der Mensch an sich gut sei. So wie es die Menschen zur Zeit Noahs auch sagten. In 2. Timotheus heißt es prophetisch, es wird die Zeit kommen, da man gesunde Lehre nicht erträgt, sondern man wird sich Lehrer nach seinen eigenen Neigungen suchen, die einem in den Ohren kitzeln.
Zu der Irrlehre, dass Gott kein Gericht über die Erde bringen würde und niemand vor sein jüngstes Gericht gestellt würde, heißt es prophetisch auch im 2. Petrusbrief: In den letzten Tagen werden Spötter auftreten, die sich darüber lustig machen und ihre eigenen Begierden ausleben. Sie werden sagen: „Wo bleibt seine Verheißung?“ Viele behaupten, alles sei noch so wie seit Anfang der Schöpfung. Zur Vorstellung, ein gütiger Gott würde niemals unschuldige Menschen in die Hölle werfen, muss ich sagen: Das stimmt insofern, als niemand Unschuldiges in der Hölle sein wird. Niemand in der Hölle wird sein, der nicht weiß, wofür. Deshalb heißt es in den Prophezeiungen zum jüngsten Gericht immer wieder: Die Verlorenen werden gerichtet nach ihren Taten, nach ihren Entscheidungen, nach dem, was sie in der Hand hatten.
Der Weg aus Schuld, Sünde und Scham besteht nicht darin, das kommende Gericht zu leugnen, sondern darin, dass wir unsere Taten, unsere Sünde loswerden. Wie das geschehen soll? Die Bibel sagt ganz klar, dass unsere Taten Konsequenzen haben und dass es Gottes übernatürliches Eingreifen braucht. Das geht mit natürlichen Mitteln nicht; es braucht buchstäblich ein Wunder. Dieses Wunder ist die Wiedergeburt — das Befreien von verlorenen Menschen, die ihrem Befreier Jesus nachfolgen wollen. Darum ist Rettung nötig: weil Gott gerecht ist, weil wir Sünder sind und weil unsere Taten Folgen haben. Leugnen oder Beschönigen davon, als würde für alle alles gut ausgehen, ist schlichtweg falsch.
Schlusswort für heute, von Herzen: Eine der wichtigsten und grundlegendsten Dinge, die ich in den Jahren im Dienst gelernt habe, ist folgende Einsicht — und ich gebe sie dir von Herzen weiter: Wenn du die Möglichkeit hast, eine Gruppe von Leuten anzusprechen, zu lehren oder zu predigen, dann rede eine Gemeinde nicht als eine einzige homogene Gruppe an. Sie sind vielleicht alle im gleichen Raum, aber du kannst nicht davon ausgehen, dass sie vor Gott den gleichen Status haben.
Unter gar keinen Umständen darfst du Nichtchristen als Christen ansprechen. Dieser Punkt ist unheimlich wichtig. Wie viele wurden schon fälschlicherweise so behandelt, als würde Gott ihnen ihre Sünden nicht anrechnen, als wäre ihnen alles vergeben und sie gehörten ganz und gar zu ihm — und dann sind sie in ihren Sünden gestorben und müssen dafür ewig bezahlen. Das ist grundernst. Gott sagt mehrmals: Wenn du dem Gottlosen nicht sagst, dass er sterben muss, und ihm diese Warnung nicht gibst, um ihn von seinen bösen Taten abzubringen, damit er am Leben bleibt, dann wird er wegen seiner Sünde sterben; aber du wirst zur Verantwortung gezogen werden. Das bedeutet: Das Blut der Verlorenen klebt an den Händen derer, die sie in falscher Sicherheit gewiegt haben.
Sei den Verlorenen daher ein ehrlicher Freund und sprich Verlorene niemals an, als wären ihnen schon vergeben. Der Evangelist Anthony Miano sagt: Freundschaftsevangelisation ohne die wörtliche Verkündigung des Evangeliums ist weder Evangelisation noch Freundschaft. Und der Evangelist DiAmudi sagt: Jeder wahre Freund würde dir sagen, dass du jetzt gerettet werden musst.
Wir danken Markus für die Bereitstellung seiner wertvollen Inhalte!

