Einleitung
An diesen Sonntagen nach dem Erscheinungsfest, da soll das Licht Jesu hell
hineinleuchten in unsre Welt, und ich freue mich, dass Sie mit uns diesen
Gottesdienst feiern.
Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel
den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.
Allein in dem Namen Jesu kommen wir auch heute zusammen, weil er uns
Hoffnung und Zuversicht schenkt, und nun wollen wir miteinander dieses Lied
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden" singen.
53, 1-4
Gebet
Wir wollen beten:
Du unser Herr Jesus Christus,
wir wollen dich rühmen und uns darin freuen, dass du alle Macht und alle
Gewalt nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden hast. Wir haben oft den
Eindruck als ob alle bösen Mächte hier ihr Spiel treiben, und wir ihnen
wehrlos ausgeliefert sind. Wir haben das auch erlebt in den vergangenen
Tagen, wo bei uns in unseren eigenen Handlungen auch so viel Unrechtes
dabei war. Da kommen wir zu dir, damit du uns heute Morgen wieder groß
wirst als der Befreier und als der Erlöser.
Und wir wollen bei dir das niederlegen und auch bekennen, was nicht recht
war. Es ist uns leid, Herr,
vergib uns, und deck das zu mit deiner Vergebung, und hilf uns zu einem
neuen Wesen und zu einem neuen leben. Du kannst uns durch und durch
erneuern. Du weißt auch, was uns heute Morgen bedrückt, wenn wir an liebe
Menschen denken, die leiden, und was wir selber an Sorgen mit uns tragen.
Wir wollen das jetzt in der Stille dir sagen. Wir beten in der Stille.
Welche auf dich sehen, Herr die werden erquickt. Danke dafür. Amen.
Psalm und Lieder
Wir haben heute einen kleinen Chor, der bei der Allianzgebetswoche in
Poznan gesungen hat.
Ich möchte den Psalm 147 lesen
Ein Gotteslob, wir sollten ja viel mehr diese Psalmen immer wieder auch
betend lesen und als Lobpreis anstimmen.
Halleluja, lobe den Herrn, denn unsren Gott loben, das ist ein köstlich
Ding.
Ihn loben ist lieblich und schön, der Herr baut Jerusalem auf, und bringt
zusammen die Verstreuten Israels.
Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Ich wollte, dass das auch in so einem Gottesdienst geschieht, auch bei den
Kranken, die durch Kassetten mit uns verbunden sind. Er verbindet ihre
Wunden, er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.
Unser Herr ist groß und von großer Kraft,
und unbegreiflich ist, wie er regiert.
Der Herr richtet die Elenden auf, und stößt die Gottlosen zu Boden.
Singt dem Herrn ein Danklied, und lobt unsren Gott mit Harfen,
der den Himmel mit Wolken bedeckt und Regen gibt auf Erden,
der Gras auf den Bergen wachsen lässt, der dem Vieh sein Futter gibt, den
jungen Raben, die zu ihm rufen.
Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses und kein gefallen an den
Schenkeln des Mannes,
und den Muskelpaketen eines Mannes,
Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine
Güte hoffen.
Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion deinen Gott, denn er macht fest
die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in deiner Mitte.
Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen.
Er sendet sein Gebot auf die Erde. Sein Wort läuft schnell, er gibt Schnee
wie Wolle er streut Reif wie Asche, er wirft seine Schlossen herab wie
Brocken, wer kann bleiben vor seinem Frost?
Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee, er lässt seinen Wind wehen, da
taut es, er verkündigt Jakob sein Wort, Israel seine Gebote, und sein
Recht.
So hat er an keinem Volk getan, sein Recht kennen sie nicht.
Halleluja.
Wenn Gott zu uns redet, dann möchte er ihnen sagen, wie sehr er uns
liebhat,...
Chorlied
Wir wollen nun das Lied singen wie schön leuchtet der Morgenstern 410
Das ist die württembergische Fassung dieses schönen Liedes von Philipp
Nicolai, der es gedichtet hat in einer Pestzeit in Unna in Westfalen,
nachts, als draußen Karren mit den Toten gefahren wurden, furchtbar diese
Pest gewesen.
Philipp Nicolai hat dieses schöne Lied gedichtet vom aufgehenden
Morgenstern, was zur Epiphaniaszeit gehört.
Wir singen die Verse 1, 2 und 4
Das Evangelium kommt nach Europa
Wir haben als Predigttexttext heute Apostelgeschichte 16 Vers 9 – 15.
Wie das Evangelium durch den Apostel Paulus nach Europa kam, nach Philippi.
Die Gemeinde in Philippi kennen wir dann auch noch besser durch den Brief
an die Philipper.
Man müsste dann eigentlich so miteinander auch den Philipperbrief lesen, um
ein ganzes, umfassendes Bild zu haben.
Es fängt damit an dass Paulus in Troas eingetroffen war, einer Küstenstadt
Kleinasiens, der heutigen Türkei.
Paulus sah eine Erscheinung in der Nacht: Ein Mann aus Mazedonien stand da
und bat ihn: komm herüber nach Mazedonien und hilf uns.
Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach
Mazedonien zu reisen, gewiss, das uns Gott dahin berufen hat, ihnen das
Evangelium zu predigen.
Vermutlich sah er eine Gestalt in einer mazedonischen Nationaltracht, die
ihm winkte um Hilfe, und einen Hilferuf ausstößt,
Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake; am
nächsten Tag nach Neapolis
und von da nach Philippi. Das ist ein Stadt des ersten Bezirks von
Mazedonien, eine römische Kolonie.
Wir blieben einige Tage in dieser Stadt. Am Sabbattag gingen wir hinaus,
vor die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte.
Und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die da zusammen kamen und
eine gottesfürchtige Frau, mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der
Stadt Thyatira, hörte zu, der tat der Herr das Herz auf, so dass sie darauf
Acht hatte, was von Paulus geredet wurde.
Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns, und sprach, wenn ihr
anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus, und bleibt
da, und sie nötigte uns.
Sie kennen sicher das Buch von Stefan Zweig von den Sternstunden der
Menschheit. Es ist interessant zu lesen, weil da Stefan Zweig zeigt, wie
große geschichtliche Abläufe durch ganz kleine Dinge beeinflusst wurden,
etwa durch eine Frau, die unerlaubt natürlich an einer Tür lauscht, und
das, was sie hört, allen bekanntmacht. Und dann läuft plötzlich die
Geschichte in eine andere Richtung.
Oder wie ein General Napoleons in der großen Schlacht von Waterloo nicht
auf den Rat seiner Offiziere hört - welcher General tut das schon - und
stur bei seinen Befehlen bleibt, die ihm Napoleon gegeben hat. Und dadurch
hat Napoleon nicht nur die Schlacht von Waterloo verloren, sondern die
Herrschaft über das vereinigte Europa.
Sternstunden der Menschheit! Kleine Dinge, die hatten riesenhafte
Auswirkungen.
Wenn wir das Wirken Gottes ansehen, dann ist alles noch viel kleiner und
winziger.
Gottes Tun geschieht im Verborgenen. Denken Sie an die Geburt Jesu in
Bethlehem.
Wer hat schon davon gewusst? Nur diese Magier aus den fernen Landen, die
kamen her, denen hat es Gott gezeigt, aber die Bürger von Jerusalem ahnten
von dem Ereignis nichts. Überhaupt das ganze Wirken Jesu, auch sein Sterben
geschah unbeachtet, hat nicht viel Aufsehen erregt, und mir geht es jetzt
heute Morgen darum, dass wir merken, dass das, was Gott tut, unserem Auge
gar nicht sichtbar ist, aber eine große riesenhafte Auswirkung hat,
Auswirkungen auf die Geschichte dieser Welt.
Als Paulus damals nach Europa kam, schrieb man das Jahr 50 nach Christus,
nur zählte man damals noch anders, zählte nach der Gründung Roms, aber das
Jahr 50 nach der heutigen Zeitrechnung war ein bedeutsames Jahr.
Da wurde die Stadt Köln gegründet, bekam Stadtrecht. Rom hatte über eine
Million Bürger zum ersten Mal.
Ein Germanenaufstand am Rhein wurde abgewehrt. Die Araber fielen in
Äthiopien ein. Große historische Ereignisse! Viel, viel bedeutsamer als
all' das war, dass Paulus nach Europa kam, und Europa ein christlicher
Kontinent wurde.
Das Evangelium kommt in den Kontinent Europa. Und es geschieht ganz klein,
unbeachtet. Mit drei Freunden geht Paulus hinüber. Niemand merkt das. Wir
sollten aufpassen, weil uns immer wieder so arg die Nachrichten in Zeitung
und Fernsehen bewegen: Was ist heute los, was ist wieder passiert? Wie wird
das morgen sein? Die großen Dinge, die wirklich großen Dinge, die sehen wir
kaum. Erst, wenn uns die Augen dafür öffnet, wenn man Blick dafür hat, für
das Kleine. Und das Kleine passiert bei ihm. Das Kleine, aus dem Gott
Großes machen will. Ich möchte jetzt zuerst darüber reden, wie Gott das
macht, seine großen Schritte, wie Gott das macht.
Paulus war in Troas in seinem Quartier mit seinen drei Freunden Silas,
Timotheus und Lukas. Warum wir das wissen? Weil Lukas hier plötzlich mit
wir" erzählt. Dann ist er dabei, und Silas und Timotheus. Das wissen wir
nachher aus der Inhaftierung, als Paulus und Silas im Gefängnis von
Philippi eingesperrt sind. Da waren die in Troas und offenbar kann Paulus
nicht schlafen. Sie kennen doch solche Nachtstunden, wo man grübelt, und
was grübelt denn Paulus?
In den Versen vorher wird's beschrieben:
Gott hat ihm viele Pläne zerschlagen. Paulus wollte... Ja, wenn man die
Karte noch mal studiert mit den Reiseplänen des Paulus, wollte hinauf an
die Schwarzmeerküste, die sehr besiedelt und fruchtbar war in der damaligen
Zeit. Da war eine bedeutsame kulturelle Landschaft.
Und dann heißt es klar: der Geist Gottes wehrte es mir.
Da waren offenbar Hindernisse aufgebaut. Und wir kennen das ja so gut, wenn
uns etwas aus der Hand geschlagen wird. Das machte damals ein Reiseroute im
großen Bogen nach Westen, und dann steht er plötzlich an der Küste und
fragt: Was tu ich da in Troas? Unruhig fragt er: Was will Gott mit mir? Und
dann hat er die Erscheinung, und dann sagt diese Erscheinung, die könnte
doch ein Zeichen Gottes sein.
Ich weiß nicht, wir träumen ja oft sehr viel, und aus meinen wirren Träumen
bin ich froh, dass sie nicht den Willen Gottes begründen muss, denn da wäre
ich so ratlos, wie vorher. Also so eine Erscheinung kann uns ja noch mehr
verwirren, wenn man so eine Gestalt sieht, ist das denn nun von Gott, oder
sind das nur meine wirren Gedanken? Da kommt interessanterweise gleich die
Bemerkung, dass Paulus und seine Begleiter gewiss waren, dass Gott sie
dahin gerufen hätte. Wie kriegt man denn so eine Gewissheit in der
Lebensführung, wäre schön. Wir wüssten auch so genau, wo Gott uns haben
will.
Ich möchte ihnen einen Tipp geben. Dies sie durchweg durch die
Apostelgeschichte beobachten können: Sie können die Führung Gottes nicht
nach ihren Gefühlen beurteilen! Ihre Gefühle betrügen Sie. Man hat mal
Hochstimmung Gefühl. Man ist mal im Keller. Das hängt ja ganz davon ab, wie
wir gevespert haben!
Oder wie uns der Körper Schmerzen macht.
Die Gefühle, die sind so in Schwingungen, es steht da, wir waren gewiss.
Sie haben miteinander darüber geredet und geforscht und gebetet. Zu uns
kommen oft in der Arbeit Christliche Fachkräfte International" junge
Leute, die sagen, Gott hat mich berufen.
Und wen wir sie fragen, mit wem hast du darüber geredet, dann sagen sie:
Mit noch niemand!
Da, geht zurück, sprich mit deinem Leiter darüber. Sprich mit deinem
Seelsorger, ob der auch der Meinung ist das ist von Gott". Es könnte ja
nur deine Abenteuerlust sein, deine Tourismussehnsucht, das treibt dich
durch in Dienst für Gott. Wir sollten mehr mit anderen uns besprechen, wenn
wir die Führung Gottes erkennen wollen, was will er denn von mir.
Und dann sollte die Führung, die wir meinen zu sehen, ja immer mit dem Wort
Gottes übereinstimmen. Wahrscheinlich haben sie miteinander die Propheten,
Schriften umgewälzt, und das war ja dem Paulus schon lang wichtig. Wenn's
dort steht vom Licht der Heiden, dass bis zu den Inseln das Evangelium
getragen werden soll, und plötzlich ist ihm klar! Europa, was hat Gott in
diesem Europa gewirkt. Dieser kleine Schritt begann damals mit Menschen,
die hörten auf die Führung Gottes. Und ich will das so sagen: Wenn sie
anfangen zu fragen, Herr, was willst Du? Und sich beraten mit anderen, die
ihnen vom Geist Gottes her Weisung geben können, dann kann Gott Großes tun,
mit Menschen, die er lenkt und führt. Beim Saulus hieß es ja schon mit der
Bekehrung: Du bist mir ein auserwähltes Werkzeug,
ein Werkzeug, das Gott erst zubereitet, und dann benützt, und dann in die
Hand nimmt. Aber das ist doch unser aller Wunsch: Gott soll uns benützen,
aber wir müssen hören, fragen: Herr was willst du? Das können ganz gute
Zeiten in unsrem Leben sein, wenn unsere Pläne ins Wanken kommen, wenn Gott
uns die aus der Hand nimmt.
Und das ist auch schön, wenn wir miteinander darüber reden können, fragen
nach dem Willen Gottes. Und dann werden sie gewiss, das steht da, gewiss,
dass Gott uns dahin gesandt hat. Sie kaufen Tickets fürs Schiff und dann
fahren sie hinüber nach Mazedonien, gewiss, dass uns der Herr dahin gerufen
hätte. So, wie wir am Silvesterabend sagen, wir sollen nicht Leute sein,
die immer Schritt vorwärts und Schritt rückwärtsgehen, sondern unsere Wege
sehr zielsicher vorwärts gehen.
Das könne wir nur tun, wenn uns der Herr Klarheit gibt, wohin er uns
sendet.
Paulus ist am richtigen Platz
Jetzt möchte ich was Zweites an diesem Abschnitt beobachten: Am richtigen
Platz ist Paulus, am richtigen Platz.
Es kamen ihm bestimmt Zweifel, als er durch die Straßen von Philippi ging.
Seinem Gefühl nach hätte er sagen müssen: Wir sind falsch hier, da steht
ja, eine Kolonie war das, was ist das? Das war eine römische
Soldatensiedlung, weiß nicht, wie weit sie noch ihre Geschichte kennen. In
Philippi war 42 Jahre vor der Geburt Christi eine bedeutsame Schlacht
gewesen. Drei Kilometer vom Zentrum weg. Die Cäsarenmörder Cassius und
Brutus kämpften gegen den späteren Oktavian, den Augustus, der dann siegte.
Und Reste des alten besiegten Heeres wurden in Philippi angesiedelt. Es
war, also durch und durch eine römische Stadt. Im Grunde fühlte man sich in
Philippi wie in Italien.
Das las ich noch vorhin im Bibellexikon.
Also das war ein Stadt, wo sich Paulus fragte, aber wie kann ich das
Evangelium predigen? Paulus ging ja mit Vorliebe zuerst in die Synagoge,
und in Philippi gab es keine Synagoge. Da waren ja die Glaubensbrüder. Er
war doch Jude, er kannte die das Alte Testament kannten, die auf den
Messias warteten. Und in Philippi geht er durch die Straßen und fragt, wo
ist denn die Synagoge? Und dann lachen die, und sagen, hier gibt's keine
Juden.
Und Paulus kommt sich ganz fremd vor. Paulus hat ja auch die Berufung
gehabt vor Königen und Kaisern das Evangelium zu vertreten, er war ja
unerschrocken, und er hat sich ja immer gedacht, wann kommt die große
Aufgabe auf mich zu. Das mag bei uns auch sein, dass wir groß planen: Ich
möchte für Jesus etwas Großes wirken.
Verachten Sie die kleinen Dienste nicht!
Paulus geht hinaus ans Wasser, und das war bei Juden eine Sitte, wo sie
keine Synagoge hatten, dann saßen sie am Wasser, so wie es heißt in Psalm
137: An den Wassern von Babel saßen wir und weinten, wo sie die Harfen an
die Zweige der Bäume hingen.
Und Paulus sagt: Vielleicht gibt's doch noch ein paar Beter, und da sind
Beter!
Und er reiht sich in diesen kleinen Hauskreis ein, und da ist Jesus
gegenwärtig. Die Geschichte des Evangeliums in Europa begann so unscheinbar
und schlicht.
Und man darf das nie vergessen: So einfach ist das: Ein paar Leute, und
Jesus ist plötzlich mitten unter ihnen!
Europa wurde ja nachher ein christlicher Kontinent, sagt man, und dann hat
Konstantin auf die Schilder seiner Krieger das Kreuz malen lassen, und dann
wurden die großen Kathedralen und Dome errichtet. Ich hab den Eindruck in
unsren Tagen, wenn diese großen Kirchen in sich entleeren, und Menschen der
Kirche den Rücken kehren, dann sind es wieder diese kleinen Hauskreise, wo
Jesus anfängt, wie es war, als das Evangelium nach Europa kam.
Die Sache Jesu ist dann nicht verloren, es mag ja sein, dass das da doch
eine ganz dunkle Fehlentwicklung war in Europa, als die Herrschenden das
Christentum nahmen als ein Mittel ihrer Herrschaft, und es immer wieder
vermengt haben. Jesus will nicht vermengt sein mit den Reichen dieser Welt.
Wir sollten das deutlicher auseinanderhalten, das Königreich Jesu und die
Herren dieser Welt. Es wird eine Schicksalsfrage Deutschlands sein, nicht
die Wiedervereinigung, sondern die Frage, ob unser Volk Jesus findet, ob
unser Volk mit Jesus lebt.
Die kleinen Versammlungen waren so bedeutsam in dieser Kolonie Philippi. In
dieser Stadt ist Paulus mittendrin, und das Evangelium greift, Menschen
kommen zum Glauben.
Das Wunder geschieht
Mein letzter Punkt: Das Wunder geschieht.
Es ist immer ein Wunder, wenn ein Mensch zum Glauben kommt.
Da war Lydia – eine Purpurkrämerin - bei Krämerin meinen Sie, das sei so
Tante-Emma-Laden gewesen - nein, nein, das war eine noble, wohlhabende
Dame, eine Boutiqe-Besitzerin.
Und ein Pfund Wolle - Purpurwolle - kostete weit über tausend Mark, also
die hat mit Juwelen und Diamanten gehandelt, drunter ging's nicht. Purpur
war das Teuerste, was man damals hatte, bei der ganzen Art der Textilien.
Und diese Lydia war eine Frau im Wirtschaftsleben der Stadt geachtet. Und
jetzt achten sie darauf: Sie kam aus Thyatira. Lesen sie nach im Lexikon.
Thyatira war die Purpurstadt des Altertums, die kam aus Kleinasien.
Was tut denn die Frau da drüben? Sie stammt aus Thyatira, na ist ja auch
keine Jüdin.
Sie war wahrscheinlich Jüdin geworden.
In ihrer Sehnsucht nach Frieden mit Gott - sie hat die Religionen studiert,
und ihr Herz kannte keinen Frieden. In Thyatira kam sie mit der Synagoge in
Berührung. Sie wurde Glied der jüdischen Gemeinde, kam als Proselytin nach
Philippi.
Da gibt's wieder keine Synagoge. Da sucht sie Beterinnen, und sie hat das
Gesetz Gottes. das ist schon, wenn man das Gesetz Gottes hat, sie kennt den
Willen Gottes.
Und was tut Paulus dort in Philippi? Da stand ja vorhin da im Vers 10 nicht
nur gewiss, dass er nach Philippi berufen sei, ging er dorthin nach Europa,
sondern er war auch gewiss, dass Gott uns berufen hatte, ihnen das
Evangelium zu predigen.
Die Christen haben sicher viele Pflichten in der Welt: Sie müssen gute
Staatsbürger sein, und ehrliche Leute, und gute Kameraden und gute
Familienväter, und noch viele viel Dinge. Aber eine Pflicht, die überragt
alles noch, - das andere ist fast das Selbstverständliche - dass wir
dieser Welt das Evangelium predigen müssen. Was ist das Evangelium?
Die Nachricht: Jesus ist der Gottesssohn, lebte und er starb für deine
Sünde. Das war doch damals genauso weltfremd wie heute. Mensch, das wollen
doch die Leute nicht hören, das interessiert doch niemand, und erst diese
Geschäftsfrau Lydia! Sie war ein Frau, die gern selig werden wollte, die
weiter dachte als nur an Berufserfolg und an gute Stellung.
Und genauso war es ja mit dem Paulus gewesen, als er vor Damaskus Jesus
begegnet war, und er Gnade erlebt hatte: Vergebung, Heilung seiner Schuld,
und er begriffen hat: Gott nimmt mich an,
und ich darf mit Jesus leben. Da hat er später im Philipperbrief an diese
Gemeinde geschrieben: Selbst wenn ich sterben muss, Christus ist mein
Leben, und Sterben ist mein Gewinn.
Meine ganze Leidenschaft war: Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus
Christus nicht, es ist eine Gotteskraft, die selig macht, die daran
glauben. Obwohl ja viele das Evangelium von sich abgeschüttelt haben, auch
zur Zeit des Paulus, wo das Wunder geschah, bei der Lydia, dass plötzlich
ihr Herz aufgeht. Jetzt denken sie nicht etwas sentimental Gefühlvolles,
sondern es heißt doch, sie sagt in ihrem Innersten: Nicht ich bin der
Mittelpunkt meines Lebens, sondern ich möchte Jesus dienen.
Weiter hat Paulus ihr das so erklärt, wie er das im Philipperbrief erklärt
hat, wie Jesus sich entäußert hat und Knecht wurde, und nahm Knechtsgestalt
an.
Darum hat ihn Gott erhöht. Er will in deinem Leben regieren und bestimmen
und dein Herr sein. Die Lydia nahm Jesus an; sie wurde gläubig.
Wissen Sie, was Europa heute braucht?
Europa braucht Jesus, klare Entscheidung für Jesus.
Das bewegt mich an diesem Tag, weil alle politischen Lösungen am Ende
wieder in große Not führen können.
Unser Leben wird erst erneuert, wenn Jesus Christus, der Gottessohn das
Licht hereinbringt, das helle Licht des Evangeliums, und wir unsern Weg
erkennen und wissen, was wir zu tun haben, wenn Christus uns erleuchtet.
Bei der Lydia geschah ja diese Neugeburt, eines neuen Lebens und eines
neuen Wesens. Wir lesen da, wie sie plötzlich Gastfreundschaft übt.
Wahrscheinlich hat sie ein großes Haus gehabt und nun lud sie ein.
Lassen Sie mich doch einmal eine Brücke schlagen zum Philipperbrief, wie
Paulus das dort beschreibt: Das ist interessant, wie das alles
zusammenhängt. Er sagt, mit keiner Gemeinde hat er so eine enge
Gemeinschaft gepflegt im Nehmen und Geben, im Austauschen auch der kleinen
Liebenswürdigkeiten, wie mit der Gemeinde von Philippi, und ich behaupte,
die Lydia, die war eine Frau, weil sie eine Geschäftsfrau war, splendid und
nobel, großzügig, modern und solide, war eine Frau die hat leben können,
hat gesagt lasst das. Das, was sie vorher mit Geld tat, das war plötzlich
um Jesu willen, das was sie erfüllt hat, das hat die Gemeinde von Philippi
angesteckt, da war Format drin. Und Paulus hat sich mit dieser Gemeinde
ganz besonders verbunden gewusst. Er wohnte dort, ihm war es wohl in dieser
Gemeinde. Sie ließ sich taufen, sie macht das öffentlich sofort bekannt,
und sie sagt nicht, ich kann mir das nicht leisten, sondern sie möchte,
dass das Äußere und das Innere sofort übereinstimmt. Sie will es vor allen
Menschen klarmachen, dass in ihrem Leben alles neu geworden ist, weil sie
ein Jüngerin Jesu wurde.
Ich hab am Anfang begonnen mit den kleinen, wie Gott solche Dinge wirkt,
jetzt geht es mir wieder um die kleinen Linien Ihres Lebens, wenn sie in
Ihrem Leben Jesus Raum geben können, dann können große Bewegungen beginnen.
Was ist aus dieser Bewegung des einen Hauskreises von Philippi geschehen?
Nicht so, dass die Zeitungen davon Notiz genommen hätten, das ist doch
nicht nötig, sondern in den Augen Gottes ist das groß, das Wichtigste was
heute geschehen kann: Menschen nehmen Jesus auf, lassen sich von ihm
führen, und gehen den Weg, den er sie haben will.
Es wäre schön, wenn es auch bei uns solche Zeichen des neuen Lebens geben
würde. Wenn wir uns öffnen für die großen Taten, die unser Herr heute bei
uns tun will. Amen.
Abschluss
Singen wir noch einmal vom Lied Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude"
53, jetzt die Verse 6, 7 und 8
Wir wollen beten
Herr Jesus Christus,
wir brauchen dich, wir sind auch solche stolzen Leute wie damals diese
europäischen Bürger von Philippi, die dich nicht brauchten.
Wir haben dich oft abgewiesen, unser Leben in der eigenen Kraft gemeistert,
und doch leben wir allein von deiner Begnadigung.
Wir brauchen täglich vielmals deine Hilfe, deinen Beistand, deine Rettung,
und vielen Dank dass du uns das dauernd gibst.
und dass das die Mitte unseres neuen Lebens wird.
Wir denken jetzt auch an alle, die leiden müssen, und die verzagt und
mutlos sind, dass sie doch erfahren, wie du die Hand nach ihnen
ausstreckst, ihnen jetzt Frieden geben willst, und sie ruhig machst, und
wie wir geborgen sein können in deiner Nähe.
Wir bitten dich, dass dein Evangelium in der ganzen Welt gepredigt wird.
Aber dass doch in Europa die vielen Menschen, auch die deinen Namen tragen,
erkennen, was du ihn schenken willst, dass es nicht nur eine äußere Fassade
unseres Lebens bleibt, sondern, dass wir dich, den Herrn, aufnehmen, mit
dir leben und mit dir die Ewigkeit erben.
Wir möchten dir danken, dass du selbst auch uns in aller Schwachheit und
mit aller Fehlerhaftigkeit, wie wir dir dienen, gebrauchst, dass du unsere
kleinen Kreise segnest, und möchten dich bitten für alle die
Veranstaltungen, die auch in der nächsten Woche stattfinden, für alle
Besucher und Gespräche, die geführt werden, dass du dadurch wirkst,
Menschen begegnest, und das Wunder schaffst, dass der Riegel vom Herzen
zurückgeschoben wird, und Menschen dich aufnehmen.
Erneuere deine Gemeinde auch besonders hier in Europa, in unserem Land, und
auch bei uns, dass alles Leben von dir durchdrungen und gewirkt wird, das
bitten wir, lasst uns gemeinsam beten:
Vater unser im Himmel...
Wir singen noch den Vers 5 vom Lied 412 wie die Ephiphaniaszeit eine Zeit
der Weltmission ist, ist das Licht der Völker...
Jetzt gibt's die neuen Notizen, die bis zum April reichen, die brauchen Sie
jetzt, nehmen Sie die mit, wenn Sie's nicht an ihrem Platz haben, damit sie
informiert sind, ich möchte Sie besonders auf den Abend mit Phillipp
Matthäus Hahn hinweisen in acht Tagen.
(weitere Abkündigungen)
Und nun wollen wir um den Segen Gottes bitten
Er segne und behüte uns. Herr lass dein Angesicht leuchten über uns und sei
uns gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns, und gib uns deinen Frieden.
Amen.
