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Falsche Propheten – Teil 4

Jesu Leben und Lehre | Episode 243
Lukas 6,43-4522.03.2023
SerieTeil 4 / 5Falsche Propheten
Warum fallen kluge Leute auf fromme Blender herein? Weil sie Sicherheit, Frieden und Anerkennung versprechen. Doch woran du echte Orientierung erkennst, zeigt sich erst an ihren Worten und Früchten.
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode zweihundertdreiundvierzig: „Falsche Propheten, Teil vier“

Ein schwieriges, aber notwendiges Thema

Irrlehrer und falsche Propheten sind ein wirklich unangenehmes Thema. Noch unangenehmer ist es für mich jedoch, wenn ich sehe, wie leicht Geschwister, die ich liebe, auf Irrlehrer hereinfallen. Auf falsche Propheten, die sie mit ihrem Charme, ihren Anekdoten, ihren vermeintlichen Erfahrungen oder ihrer attraktiven Bibelauslegung um den Finger wickeln.
Ich hoffe, wir haben alle gut verstanden, dass Christsein ein Weg ist, den wir zu Ende gehen müssen. Und wir tun gut daran, uns die geistlichen Begleiter auf diesem Weg sorgfältig auszusuchen. Denn wenn wir das nicht tun, dann kommen wir unweigerlich irgendwann vom Weg ab. Vielleicht nicht heute und morgen, aber es wird geschehen.
Irrlehre schadet meist erst auf lange Sicht. Vor allem dann, wenn sie sich nicht direkt wie die Irrlehre von Sekten oder der liberalen Theologie gegen das Erlösungswerk Christi richtet. Wenn Wahres und Falsches miteinander vermischt werden, dann wird es besonders heikel. Wie gesagt: auf lange Sicht.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir Jesus ernst nehmen, wenn er sagt: Hütet euch vor den falschen Propheten. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir langsam die Bibel lesen, Bibelverse auswendig lernen, uns Zeit zum Nachdenken nehmen, wirklich zuhören, was Gott uns zu sagen hat, und eine Routine entwickeln, um auf dem intellektuellen Niveau, das Gott uns gegeben hat, echte Bibelkenner zu werden.
Hütet euch vor den falschen Propheten!

Der Maßstab der Frucht

Aber kommen wir zu unserem Thema mit den Früchten zurück: Lukas 6,43-45.
Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, und auch keinen faulen Baum, der gute Frucht bringt. Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn von Dornen sammelt man nicht Feigen, und auch von einem Dornbusch liest man keine Trauben.
Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der Böse bringt aus dem Bösen das Böse hervor. Denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.
Am Anfang dieses Textes heißt es: „Denn.“ Die Frage ist: Was wird hier begründet? Die Antwort lautet: Es geht im Vers davor um Heuchler. Um solche, die anderen helfen wollen, selbst aber noch mit einem Balken im Auge herumlaufen.
Wir merken also, dass der Herr Jesus, wenn er von falschen Propheten redet, genau die religiösen Heuchler im Blick hat. Sie stellen sich als Heilsbringer dar, besitzen aber in Wirklichkeit keinen Durchblick. Um diese geht es, und darum, warum diese Typen uns keine Hilfe sein können.

Warum Menschen sich täuschen lassen

Frage: Warum lassen sich Menschen auf solche Typen ein? Natürlich ist es unmöglich, alle Gründe aufzuzählen. Aber ich möchte doch drei nennen, von denen ich denke, dass sie besonders wichtig sind.
Erstens bedienen Irrlehrer meinen Wunsch nach Sicherheit. Es ist erstaunlich, wie viele Christen in ihrem Umgang mit Gott Angst haben: die Angst zu versagen, die Angst, nicht zu genügen, die Angst, nicht echt zu sein, die Angst, eine Sünde begangen zu haben, die nicht mehr vergeben werden kann, und so weiter. Es ist erstaunlich, wie viele Christen nicht glauben können, dass Gott tatsächlich ein hingebungsvoller Vater ist, der es nur gut mit ihnen meint, der uns kennt und der uns trotz unseres Strauchelns und unserer Zweifel wirklich liebt, so wie man seine Kinder liebt. Egal, was Sie gerade anstellen. Und hier kommen falsche Propheten mit ihrer falschen Sicherheit ins Spiel. Falsche Sicherheit auf der Basis eines theologischen Modells, einer besonderen Erfahrung, einer Zugehörigkeit zu einer Gruppe ...
Zweitens bedienen Irrlehrer meinen Wunsch nach Frieden. Als Christen stehen wir in einem Prozess der Heiligung. Der Geist Gottes will uns verändern und gebrauchen. Und da merken wir ganz leicht, dass wir ein dreifaches Problem haben. Da ist der Zeitgeist, der uns ins Gesicht bläst, das Fleisch, das sich nach Sünde sehnt, und das dämonisch Böse, das uns zurück auf seine Seite ziehen will. Ob uns das nun passt oder nicht: Christsein ist anstrengend. Es ist eine Sache, den Willen Gottes zu kennen, und eine ganz andere, ihn zu tun. Und ihn auch dann noch zu tun, wenn man mich als homophoben Faschisten beschimpft, ich nicht mehr weiß, wie ich der allgegenwärtigen Sexualisierung entgehen soll, oder das Drama meines Lebens keinen Sinn ergibt, jedenfalls auf den ersten Blick. Und hier kommen Irrlehrer ins Spiel, Irrlehrer, die mir die Spannung nehmen, die mir erklären, dass ich ruhig etwas entkrampfter leben kann, dass Heiligung nicht so wichtig ist und dieses Leben dazu da ist, Spaß zu haben.
Drittens bedienen Irrlehrer meinen Wunsch nach Anerkennung. Wir wollen etwas wissen und verstanden haben, was andere nicht durchblicken. Wir wollen Teil einer Bewegung sein, die ganz Großes erreicht. Wir wollen stolz auf uns sein. Wir wollen unser Leben nicht verlieren, sondern wir wollen es gewinnen, und zwar jetzt und hier. Erfolg, Glück, Selbstverwirklichung inklusive. Natürlich sind solche Wünsche das Gegenteil von dem, was Jesus uns verheißt, wenn er von Verfolgung, Selbstverleugnung und ähnlichen Dingen redet. Aber genau hier setzen Irrlehrer an und versprechen uns trotzdem geistlichen Erfolg ohne das Kreuz, ohne Leid, ohne Ausgrenzung und ohne das Gefühl, Narren für Christus zu sein. Wir können heute schon zu den Siegern gehören, das ist ihr Mantra, und es ist eine Lüge.
Sicherheit, Frieden, Anerkennung – das sind die verführerischen Hoffnungen, die Menschen dazu bringen, den Predigten von Irrlehrern zu lauschen.

Woran man echte Lehre erkennt

 Lukas 6,45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der Böse bringt aus dem Bösen das Böse hervor; denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund.
Zwei Arten von Menschen, die Guten und die Bösen, und ich kann sie unterscheiden, indem ich mir anhöre, was sie sagen. Aus der Fülle des Herzens redet der Mund. Das ist eine super Sache. Die Worte eines Menschen verraten ihn, genau genommen verraten sie, was in seinem Herzen ist, sprich, was er für ein Mensch ist.
Der gute Mensch redet Gutes. Das, was er sagt, ist gut, weil es wahr ist und gut tut. Es hilft mir weiter, es hält mich geistlich in der Spur. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir genau zuhören. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht von der Show, dem Humor und der Eloquenz blenden lassen. Es geht tatsächlich um Inhalte.
Bitte frage dich, wenn du eine Predigt hörst: Was wird da gerade gesagt? Und steht das, was da gesagt wird, auch so in der Bibel? Und weil es nicht darum geht, welche Gefühle eine Predigt in mir auslöst? Oder ob ich mich gut unterhalten und irgendwie auch gesehen fühle? Das sind alles Dinge, die nicht so wichtig sind.
Bei Jesus gibt es Predigten, die Menschen wütend machen, die alles andere als unterhaltsam sind und wo Menschen sich sogar ausgegrenzt fühlen. Es geht bei einer Predigt immer zuerst um die Worte, um den Inhalt.
Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor. Es sind die Worte, die gesprochen werden, mit denen wir uns beschäftigen müssen, nicht der Eindruck, den eine Predigt bei uns hinterlässt.

Ein praktischer Weg für den Umgang mit Irrlehre

Wenn es stimmt, dass Irrlehrer uns mit Themen wie Sicherheit, Frieden oder Anerkennung manipulieren wollen, und ich denke, dass das so ist, dann können wir ihnen nur entkommen, wenn wir uns anschauen, was sie tatsächlich sagen, ob das, was sie sagen, auch so in der Bibel steht, und wie man das als Laie tun kann. Dazu in der nächsten Episode noch ein paar Tipps.
Was könntest du jetzt tun? Du könntest dir ein theologisches Thema aussuchen, das du im kommenden Vierteljahr studieren willst.
Das war's für heute. Wenn du dich dafür noch jung genug fühlst, dann rate ich dir, Englisch zu lernen. Ich verlinke dir ein Kinderbuch, mit dem du anfangen kannst.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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