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Scheidung, Wiederheirat & zweite Ehe

als Christ?
01.04.2022

Heute geht es um ein emotionales Thema, zu dem seit langem viele Zuhörer persönliche Fragen gestellt haben: Wie ist das mit der Ehescheidung als Christ? Wie verhält es sich mit der Wiederheirat als Christin? Kann es für uns Christen überhaupt so etwas wie eine zweite Ehe geben?

Willkommen beim Bibelfit-Projekt, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzutauchen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und schwierige Fragen von Nichtchristen zu beantworten.

Zu jedem Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Onlinekurse. All das gibt es kostenlos auf der Website, finanziert durch freiwillige monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir.

Schwierige Lebenssituationen und persönliche Erfahrungen

Zwei wichtige Dinge vorweg:

Anmerkung eins:
Es gibt Situationen, die sehr schwierig sind. Für manche ist es Gewalt in der Familie. Das kann körperliche Gewalt sein, aber auch emotionale Gewalt, emotionaler Missbrauch, Narzissmus und mehr. Für andere ist es psychische Krankheit, wie Suchtkrankheit oder Wesensveränderung. Es kann auch vorkommen, dass jemand ohne Krankheit plötzlich Launen hat und sein Verhalten nicht mehr in den Griff bekommt oder es nicht mehr in den Griff bekommen will. Solche Situationen gibt es ebenfalls.

Ob eine Trennung in solchen Fällen biblisch erlaubt ist, dazu bin ich überfragt. Lass uns das gerne in den Kommentaren sachlich zusammen diskutieren. Ich werde in den nächsten zwei Wochen auf jeden sachlichen Kommentar unter diesem Video antworten. Vielleicht kommen wir als Gemeinschaft den Antworten auf diese Fragen näher.

Anmerkung zwei:
Ich habe jahrelang als Berater gearbeitet und über zehntausend Stunden Beratungserfahrung gesammelt. Ich habe Tausende von Menschen beraten, die mir erlaubt haben, hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie das wirkliche Leben der Menschen in diesem Land aussieht – in Farbe und 3D.

Zum Thema Beziehungen habe ich vor allem zwei Probleme gesehen:

a) Viele Nichtchristen gehen viel zu leichtfertig eine Beziehung ein. Das führt meist dazu, dass es der falsche Partner ist. Vor kurzem habe ich eine Notiz aus meinen Beratungsjahren gefunden. Damals hatte ich niedergeschrieben: „Die meisten Beziehungen scheitern daran, dass die falschen Menschen miteinander zusammen sind.“ Heute würde ich ergänzen: die falschen Menschen auf die falsche Weise. Aber es bleibt dabei: Wenn Leute mehr Gedanken in die Planung ihres Sommerurlaubs stecken als in die Frage, mit wem sie auf ein Date gehen, dann stimmt doch irgendetwas nicht!

b) Viele Christen heiraten zu jung. Ich weiß, das wollen du und andere vielleicht nicht hören, aber es ist nun mal so. Häufig ist es nicht sinnvoll, mit Anfang zwanzig oder in den Teenagerjahren zu heiraten. Meiner Meinung nach ist das übrigens auch nicht biblisch. Warum ich das so denke, möchte ich dir gerne begründen. Das machen wir aber in einem separaten Beitrag. Drück gerne die Glocke unter diesem Video, denn ich sehe dann, wie viele Leute diese Glocke gedrückt haben. So weiß ich auch, wie viele von euch daran interessiert sind.

Die Bedeutung der Ehe im christlichen Verständnis

Zum Thema Was ist Ehe?

Der Begriff Ehe hat im Christentum eine große Bedeutung. Das bedeutet nämlich im Christentum etwas anderes als in der nichtchristlichen Welt. Was meint Gott grundsätzlich mit dem Begriff Ehe? Aus biblischer Sicht ist Ehe Gottes Idee, sein Konzept, seine Erfindung.

Dazu finden sich zahlreiche Aussagen in Gottes Wort. Einer der entscheidenden Punkte ist folgender Vers: Al-Ken, ya asaf ish, eth aviv, we eth imo, we thawak be'ishtu, we haju levasar echad. Auf Deutsch: „Deswegen verlässt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hält sich an seine Frau. Und die beiden werden zusammen ein Fleisch.“

Spannend ist, dass wir im Deutschen sagen „er heftet sich an“, während im hebräischen Urtext das Wort dawag steht. Das bedeutet so viel wie „sie kleben zusammen“. Man kann sich das auch vorstellen wie in der Metallverarbeitung: Zwei verschiedene Metalle werden miteinander verschmolzen zu einer neuen Legierung.

Jesus führt das später noch aus, dazu gleich mehr. Zusammengefasst bedeutet Ehe im Christentum: Ein Mann und eine Frau, in Liebe und Treue fürs ganze Leben. „Ich kette mich an dich, du kettest dich an mich“, und das ist etwas Gutes.

Ehe ist, wenn man darüber nachdenkt, der engste Bund zwischen zwei Menschen überhaupt. Die Kinder gehen irgendwann aus dem Haus, aber der Ehepartner bleibt idealerweise. Und nicht nur das: Ehe ist ein Bund zu dritt. Eine christliche Ehe ist ein Bund zwischen deinem Ehepartner, dir und Gott – alle drei als Bündnispartner.

Eine christliche Ehe ist ein Schwur. Das heißt, du leistest öffentlich einen Eid vor der Gemeinde, vor der Familie und in der westlichen Welt auch vor dem Staat. Dazu wird es später in diesem Jahr einen Gastbeitrag von einem renommierten christlichen Eheberater geben, der genauer erklärt, was die Verbindung zwischen Mann und Frau vor Gott und in der unsichtbaren Welt eigentlich bedeutet. Er wird auch darauf eingehen, dass man diesen Bund nicht leichtfertig eingehen sollte.

Ehe ist grundsätzlich lebenslang angelegt. Nach der Hochzeit seid ihr Familie. Deshalb ist Scheidung vor Gott grundsätzlich erst einmal ein absolutes Unding – harmlos ausgedrückt.

Im Neuen Testament heißt es weiter: „Bist du aber schon mit einer Frau verbunden“ – gemeint ist verheiratet – „dann versuche nicht, dich von ihr zu lösen.“ Für die Verheirateten gilt ein Gebot. Es stammt nicht von Paulus, schreibt er, sondern vom Herrn selbst: Eine Frau soll sich nicht von ihrem Mann scheiden lassen. Aus dem Griechischen kann man auch übersetzen: Sie darf sich nicht scheiden lassen.

Jesus selbst sagt dazu: „Was Gott zusammengefügt hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ Wir haben überhaupt nicht das Recht und keine Autorität, so etwas zu tun. Im Neuen Testament lesen wir außerdem: Gott wird jeden verurteilen, der die Ehe zerbricht.

Das, meine Freunde, steht im Neuen Testament, nicht im Alten.

Die Bedeutung von Treue und die Ablehnung von Scheidung

Warum hat uns Gott in der Bibel dazu so klare Worte gegeben? Das hat einen ganz logischen Hintergrund. Es hängt damit zusammen, dass Gott nun einmal der Gott der Treue ist. In der Bibel sind Gott und Treue unmittelbar miteinander verbunden. Das ist ein wesentlicher Wesenszug, eine zentrale Charaktereigenschaft und ein grundlegender Wesensbestandteil von Gott.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass es nicht funktioniert, mit Untreue an Gott heranzutreten. Das ist so, als würde man zwei Magnete mit jeweils einem Pluspol zusammenbringen – sie stoßen sich gegenseitig ab.

Weiter heißt es in Gottes Wort, dass Gott Ehescheidung hasst, dass er die Trennung vom Ehepartner verabscheut. Er verabscheut es, wenn jemand ein solches Verbrechen begeht. Im hebräischen Text steht beim Wort „Verbrechen“ das Wort „chamas“. Dieses Wort kennst du vielleicht von der gleichnamigen Terrororganisation. Es bedeutet eine schwere Gewalttat, einen Akt gegen die Natur.

Das sollte für uns als Christen das Wichtigste sein, worüber wir nachdenken: Was denkt Gott darüber?

Darüber hinaus gibt es noch eine rein psychologische Tatsache: Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Mehrzahl der unglücklichen Ehen – nicht alle, aber die meisten – wahrscheinlich innerhalb von fünf Jahren wieder glücklich werden könnten, wenn die Ehepartner nur zusammenbleiben würden.

Gibt es legitime Gründe für Scheidung und Wiederheirat?

Die Frage lautet nun, ob es vor Gott einen legitimen Grund gibt, warum der Bund der Ehe grundsätzlich beendet werden kann.

Denn wenn es einen solchen Grund gibt, dann ist die Trennung legitim. In diesem Fall ist der Ehepartner nicht mehr verheiratet. Eine spätere Heirat und Ehe wäre vor Gott keine Sünde. Sie wäre sogar legitim und vollständig gültig und würde von Gott gesegnet, mit allem, was dazugehört.

Die Frage ist also: Gibt es einen solchen Grund? Die Antwort lautet: Ja.

Im Neuen Testament finden sich drei Fälle, die dies belegen. Diese wollen wir nun gemeinsam durchgehen.

Biblischer Scheidungsgrund 1: Trennung von einem nichtchristlichen Partner

Ein biblischer Scheidungsgrund ist, wenn einer der Partner nicht christlich ist. Dabei ist es wichtig, beim Bibellesen immer mindestens das ganze Kapitel zu lesen. Man sollte nie nur einen Vers isoliert betrachten. Erinnere dich daran, dass Satan auch damals versucht hat, Jesus mit unvollständig zitierten Bibelstellen zu verführen. Deshalb ist es ratsam, das Kapitel davor, das Kapitel danach oder am besten das ganze Buch zu lesen.

Die nun besprochene Stelle bezieht sich darauf, dass beide Partner geheiratet haben, als sie noch Nichtchristen waren. Später hat sich einer von beiden bekehrt und ist Christ geworden, folgt Jesus nach – Halleluja! Der andere Partner hingegen ist nicht Christ geworden und bleibt es leider auch nicht.

Dieser nicht christliche Partner möchte unter keinen Umständen verheiratet bleiben. Deshalb heißt es nun: Wenn der ungläubige Partner auf die Trennung besteht, dann willigt Gott in die Scheidung ein. Der gläubige Bruder oder die gläubige Schwester ist in solchen Fällen nicht an die Ehe gebunden.

Wichtig ist dabei, dass die Trennung nur vom nichtchristlichen Partner ausgehen darf. Der Partner, der nicht christlich geblieben ist, muss derjenige sein, der auf die Trennung besteht. Das „Bestehen“ ist im griechischen Text klar erkennbar. Das bedeutet auch, dass der christliche Partner sich um Versöhnung und Frieden bemühen muss.

Wenn ein solcher Fall eintritt, ist das zwischenmenschlich eine hochdramatische Situation. Wir können nur ehrliches und großes Mitgefühl haben. Gleichzeitig ist es auch eine sehr besondere Konstellation. Ich weiß nicht, wie häufig diese in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorkommt.

Überlege: Beide sind nicht christlich, beide heiraten. Einer bekehrt sich, der andere nicht. Der nicht christlich gebliebene Partner will unbedingt die Trennung. Der christlich gewordene Partner bemüht sich um das Zusammenbleiben, aber der nicht christlich gebliebene Partner besteht auf die Trennung.

In dieser besonderen Zusammensetzung ist die Trennung im Neuen Testament erlaubt. Falls zu einem späteren Zeitpunkt Gott dem christlichen Partner, nachdem dieser alles psychologisch, seelsorgerlich und emotional verarbeitet hat, jemanden ins Leben stellt, darf der christliche Partner eine neue christliche Beziehung eingehen. Diese Beziehung kann auf eine christliche Ehe hinauslaufen, und schließlich darf er auch heiraten.

Biblischer Scheidungsgrund 2: Untreue und sexueller Betrug

Fall 2 von 3 für eine legitime neutestamentliche Wiederheirat.

Um diesen Punkt jetzt zu verstehen, ist es vorher wichtig, etwas anderes zu begreifen. Pass auf, das klingt jetzt hart: Wenn sich zwei Ehepartner gegenseitig trennen, dann ist das, hart gesagt, irrelevant. Es wird gleich klarer, aber schau schon mal, was im Neuen Testament dazu steht.

Dort heißt es: Hat eine Frau sich von ihrem Mann getrennt, dann soll sie unverheiratet bleiben oder sich wieder mit ihm versöhnen. Auch ein Mann darf seine Frau nicht verstoßen. Das ist etwas, worauf wir aufmerksam werden sollten: Sie muss unverheiratet bleiben. Warum muss jemand bei einer Trennung unverheiratet bleiben? Das gilt nämlich nur für den sehr speziellen Trennungsgrund Nummer eins. Und auch bei Nummer drei, den wir gleich besprechen werden, gilt das nicht. Das heißt, in diesen beiden Fällen darf jemand wieder heiraten.

Daran sieht man schon, dass nur eine Trennung zwischen Mensch und Mensch eine Ehe vor Gott nicht beendet. Deshalb sagt Jesus: "Wer sich scheiden lässt und heiratet eine andere, der begeht Ehebruch." Lass das mal auf der Zunge zergehen. Ehebruch war übrigens, nur dass du es weißt, während der Exoduszeit mit Todesstrafe belegt. Das heißt, das ist ernst, bitter ernst.

Ich persönlich bin nicht katholisch, aber ich muss ehrlich zugeben, dass unsere katholischen Freunde in vielen Punkten deutlich besser verstanden haben, worum es in der Ehe geht. So heißt es beispielsweise im offiziellen Katechismus der katholischen Kirche: "Die eheliche Liebe verlangt von Natur aus von den Gatten unverletzliche Treue. Das ergibt sich aus der gegenseitigen Hingabe, in der die beiden Gatten sich einander schenken. Liebe will endgültig sein, sie kann nicht bloß bis auf Weiteres gelten. Diese innige Vereinigung als gegenseitiges Sich-Schenken zweier Personen, wie auch das Wohl der Kinder, verlangen die unbedingte Treue der Gatten und fordern ihre unauflösliche Einheit."

Ist das nicht schön? Aber jetzt kommen wir zum heiklen Punkt. Es heißt dazu weiter als logische Konsequenz: "Die Ehe von getrennten Gatten bleibt aber vor Gott weiterhin aufrecht. Sie sind nicht frei, eine neue Ehe zu schließen. In dieser schwierigen Situation wäre, falls dies möglich ist, die Versöhnung die beste Lösung. Die christliche Gemeinde soll diesen Menschen behilflich sein, in ihrem Leben diese Situation christlich zu bewältigen, in Treue zu ihrem Eheband, das unauflöslich bleibt."

Weiter heißt es: "Eine neue Verbindung kann nicht als gültig anerkannt werden. Falls Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht."

Das war jetzt die katholische Auslegung, aber sie trifft tatsächlich das, was der historische Jesus nachweislich zur Ehe gesagt hat. Das heißt im Klartext: Auch wenn ein Ehepaar sich trennt, sich weltlich trennt, ist es vor Gott immer noch verheiratet. Und das bringt uns jetzt zu biblischem Scheidungsgrund Nummer zwei, nämlich körperlicher Untreue und sexuellem Betrug.

Der Sohn Gottes sagt dazu, legodehymin: "Hotihos an apolyse ten gynaika autu emme epipornea kai gamase alem moichatai." Auf Deutsch: "Ich sage euch," – so ist das betont im Griechischen – "dass wenn jemand sich von seiner Frau löst oder seine Frau wegschickt" – gemeint ist Scheidung – "außer wegen der Angelegenheit von außerehelicher sexueller Aktivität auf ihrer Seite und heiratet eine andere, dann bricht er die Ehe."

Jesus bestätigt das noch einmal ausdrücklich in Matthäus 5 in der Bergpredigt, wo er sagt: "Ego de legohymin hoti hos an apolyse ten gynaika o tu, par ektos logoporneias poie auten moichastei." Auf Deutsch: "Ich sage euch," – alles ganz stark betont im Griechischen – "dass wer sich von seiner Frau löst, ausgenommen der Angelegenheit von sexueller Aktivität außerhalb der Ehe auf ihrer Seite, der macht, dass sie die Ehe bricht."

Weißt du, dieser Ausspruch von Jesus ist deshalb so besonders bedeutsam, weil er ausgerechnet in der Bergpredigt steht. Was Jesus in der Bergpredigt macht, ist nämlich, dass er das Gesetz des Mose zuspitzt, das heißt, er verschärft es, er verstärkt es. Zum Beispiel sagt Jesus: Es ist nicht nur "Du sollst nicht morden", sondern wenn du schon mit Aggression in deinem Herzen jemandem begegnest, dann hast du schon einen Mord in deinem Herzen begangen.

Das heißt, alles verstärkt er – und er verstärkt auch die Ehe. Und selbst in dieser Verstärkung der Ehe sagt er, dass die Ausnahme Untreue und Sex oder Betrug ist.

Deshalb ist das so bedeutsam, denn wenn das schon hier in der Bergpredigt steht, dann ist das ja so gültig wie nur möglich. Das heißt also, der betrogene Partner hat das freie Recht zu entscheiden, ob er versuchen möchte, die Ehe fortzusetzen oder nicht und sich scheiden zu lassen. Das ist eine persönliche Angelegenheit, eine freie Gewissensentscheidung.

Wenn der betrogene Partner die Ehe nicht fortsetzen will, ist das seine freie Entscheidung, die ihm ohne Schuld offensteht.

Was heißt das jetzt praktisch, konkret? Logisch trifft das auf zwei Szenarien zu:

Erstes Szenario: Mann und Frau haben geheiratet, sie sind nun verheiratet und ein Ehepaar. Dann passiert die Katastrophe: Partner A geht fremd und betrügt Partner B. In diesem Fall hat Partner A schwerste Schuld auf sich geladen, und Partner B ist nun frei, sich zu trennen.

Falls es nun zu einem späteren Zeitpunkt so ist, dass Gott der Person B, nachdem er all das psychologisch, seelsorgerlich und emotional bearbeitet hat, jemanden ins Leben stellt, dann darf er eine christliche Beziehung führen, die auf eine christliche Ehe zugeht und schließlich auch heiraten. Das ist dann eine legitime und vollständig gültige Ehe und wird auch von Gott gesegnet mit allem, was dazu gehört.

Zweites Szenario: Mann und Frau haben geheiratet, sie sind verheiratet und ein Ehepaar. Später trennen sie sich weltlich. Dann laden beide Schuld auf sich. Beide begehen mit der Trennung etwas, das vor Gott eine Sünde ist. Gott sagt sogar, es ist ein Verbrechen – Hamas – und im hebräischen Urtext steht sogar das Wort Sanee, was "ich hasse es" bedeutet.

Um das ganz klar auszubuchstabieren: Jeder von beiden, der in die Trennung oder sogar Scheidung einwilligt, macht sich vor Gott schuldig. Es ist keineswegs so, dass du als verheirateter Mensch dich ohne Sünde von deinem Ehepartner trennen kannst – definitiv nicht.

Sagen wir aber mal, das ist passiert. Wir wissen nun, dass für Gott Ehe grundsätzlich nicht auflöslich ist. Das bedeutet: Wenn zwei Menschen geheiratet haben und sich weltlich scheiden lassen, dann sind sie immer noch vor Gott verheiratet.

Wenn es aber dann eine Trennung gab und der andere nimmt sich einen neuen Partner, schläft mit diesem oder gründet sogar eine Familie, dann greift der biblische Scheidungsgrund Nummer zwei. Damit ist der andere frei und seines Bundes ledig.

Warum genau das so ist und wo das biblisch herkommt, habe ich in den biblischen Prinzipien zur Sexualität noch einmal ganz einfach mit dutzenden Quellen und Anschauungsbeispielen zusammengefasst. Tatsächlich ist das eine der am meisten heruntergeladenen Übersichten auf der gesamten Website.

Diese Übersicht wird derzeit in mehreren Gemeinden in Jugendstunden, aber auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt, wo über Sexualität und Ehe gesprochen wird. Ich denke, das ist tatsächlich wichtig, um auch ohne Vorwissen einfach zu verstehen, was Gott sich dabei gedacht hat.

Ich muss demnächst die Website umbauen, weshalb das dann offline sein wird. Also nimm es dir gern kostenlos mit, solange es technisch noch verfügbar ist.

Biblischer Scheidungsgrund 3: Tod des Ehepartners

Ein weiterer Grund für eine Wiederheirat ist der Tod des Ehepartners. Dazu sagt Gottes Wort: Eine Frau ist an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Stirbt er jedoch, ist sie frei, einen anderen zu heiraten, wen sie möchte. Dabei muss die neue Ehe im Einklang mit dem Herrn stehen, das heißt, es handelt sich um eine christliche Ehe.

Es heißt weiter, dass eine Frau, die sich zu Lebzeiten ihres Mannes mit einem anderen einlässt, als Ehebrecherin gilt. Stirbt jedoch der Mann, ist sie nicht mehr durch das Gesetz gebunden. Es steht ihr frei, einen anderen zu heiraten, ohne dadurch Ehebruch zu begehen.

Jesus macht das noch deutlicher in Markus 12. Dort sagt er, dass, wenn die Toten auferstehen, sie nicht mehr heiraten, sondern wie die Engel im Himmel sein werden. Das bedeutet, dass wir in Ewigkeit grundsätzlich alle ledig und unverheiratet sein werden.

Das heißt, die Ehe ist immer nur ein Bund auf Zeit und nicht ein Bund für die Ewigkeit. Deshalb sollte man die gemeinsame Zeit bestmöglich nutzen.