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JESUS IN 1 JAHR

05.09.2025

Herausforderungen und Bedrohungen für Gemeinden heute

Wie könnte deine Gemeinde aussehen, wenn Jesus der Pastor wäre?

Ein kurzer Hintergrund, damit alle folgen können: Wir treten in Deutschland, Österreich und der Schweiz in eine Zeit ein, in der unsere Gemeinden vom Postevangelikalismus und von Dekonstruktion förmlich geplündert werden. Gleichzeitig gehen muslimische Missionare gezielt auf verunsicherte junge Christen zu, um sie vom Islam zu überzeugen.

Zudem erleben wir, dass auch im freikirchlichen Bereich unbiblische Irrlehren wie Unkraut aus dem Boden sprießen. Das Problem an Irrlehren ist, dass sie selten mit einem Warnschild daherkommen. So nach dem Motto: „Hallo, hier ist eine nichtchristliche Lehre, die den neutestamentlichen Kerninhalten des Christentums widerspricht. Werft sie raus und setzt mich auf den Thron. Übrigens: Wer an mich glaubt, stellt sich außerhalb des Christentums, aber nur so.“

Wäre es so einfach, wäre die Sache klar. Doch in der Praxis läuft es oft anders. Häufig beginnt es mit einem Ungleichgewicht in der Lehre, das von Irrlehrern ausgenutzt wird. Dieses Ungleichgewicht trifft zum Beispiel auf einen toxischen Nährboden von Gesetzlichkeit und entwickelt sich dann verselbständigt.

Es kann auch ein Ungleichgewicht in der Lehre sein, das auf eine fehlgeleitete Ehrfurcht vor Traditionen trifft und sich selbstständig macht. Oder ein Ungleichgewicht, das auf eine überemotionalisierte Gemeindeumgebung trifft und sich verselbständigt. Ebenso kann ein Ungleichgewicht in der Lehre auf passive und schwächliche Leiter treffen und sich dann verselbständigen.

Die Rolle von Leitern in der Gemeinde

Scheu – verstehe mich richtig, bitte hör mir an dieser Stelle wirklich zu: Eine zurückhaltende, stille Persönlichkeit kann in vielen Situationen und Konstellationen ein Geschenk sein. Besonders als Leiter darf dies jedoch nicht zum Vorwand werden, hinter dem wir uns verstecken. So vermeiden wir, das Evangelium klar zu kommunizieren und zu begründen.

An alle Leiter: Unterschätzt nicht, wie viel Klarheit, Sichtbarkeit und mutige Leitung euren Gemeinden guttut. In Titus 1,9 heißt es: Eure Hauptaufgabe ist es, die richtigen Lehren groß und stark zu machen und falsche Lehren abzuweisen.

Eure Aufgabe ist eine öffentliche Kommunikationsaufgabe. Das könnt ihr nicht im Hintergrund, auf eine introvertierte Weise und im Schatten lösen.

Im Judasbrief Vers 23 steht: „Rettet sie, die Verlorenen, indem ihr sie aus den Flammen des Gerichts reißt“, wie ein Feuerwehrmann. Mein Schwager ist Feuerwehrmann, und ich garantiere euch: Indem er sich meditierend neben einem brennenden Haus setzt, die Flammen innerlich für sich verarbeitet und den Brand still, passiv und schweigend mit sich selbst ausmacht, hat er noch nie einen Menschen gerettet. Das ist unterlassene Hilfeleistung.

Deswegen lasst uns proaktiv sein. Wir wollen prägen, nicht nur pflegen; wir wollen leiten, nicht nur begleiten; wir wollen gestalten, nicht nur verwalten.

Pastor Jeremy Rinn, Pastor von Evangelium 21 und Jung von Neimarks in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sagt dazu: Leiter, ihr müsst leiten. Zitat: Jesus hat Älteste zu Unterhirten seiner Herde bestimmt. Älteste sollten diesen Auftrag ernst nehmen und mutig sowie entschlossen ihre Gemeinden leiten. Schwächliche, passive Leiter verschlimmern nur die Probleme der Gemeinde.

Ich flehe meine Mitältesten an: Um der Gemeinde willen, um des Evangeliums willen, um Gottes Ehre willen – leitet eure Gemeinden!

Das waren jetzt vier Beispiele, wie eine schlechte Umgebung auf eine nicht ausbalancierte Lehre trifft und dann Irrlehren wie Unkraut sprießen.

Gleichnis vom Unkraut im Acker: Ein Bild für den Umgang mit Irrlehren

Was sagt Jesus dazu? Schau selbst in Matthäus 13 nach. Dort vergleicht Jesus das Reich Gottes mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte.

Eines Nachts, als alle schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen. Danach verschwand er wieder. Als der Weizen wuchs und Ähren ansetzte, schoss auch das Unkraut auf.

Da kamen die Arbeiter zum Gutsherrn und fragten: „Herr, du hast doch guten Samen auf deinen Acker gesät. Woher kommt das ganze Unkraut?“ Der Gutsherr antwortete: „Das hat einer getan, der mir schaden will.“

Die Arbeiter fragten weiter: „Sollen wir hingehen und das Unkraut herausreißen?“ Der Gutsherr sagte: „Nein. Wenn ihr das Unkraut herausreißt, könntet ihr zugleich den Weizen mit ausreißen. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Und wenn es so weit ist, will ich den Erntearbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut ein und bündelt es, damit es verbrannt wird. Aber den Weizen bringt in meine Scheune.“

Man merkt also, dass es sich um einen Prozess handelt, der häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar ist und anfangs oft unscheinbar wirkt. Der Satan kann nur etwas verderben, das an sich erst einmal gut und auch schön ist – wie reine Lehre.

Wenn wir nicht mit Gottes Hilfe gegensteuern, wie es in dem Gleichnis heißt, wenn alle schlafen und nicht wachsam sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass gute Lehre im Laufe der Zeit korrumpiert wird.

Und dann kann es ganz schnell gehen: Gemeinden und Kirchen praktizieren und verbreiten Dinge, die gänzlich unchristlich sind und von denen Jesus und die zwölf Apostel großen Abstand gehalten haben – wie es auch zu ihren Lebzeiten nachweislich der Fall war.

Vergleich mit der physischen Gesundheit als Bild für geistliche Wachsamkeit

Es ist ein Stück weit wie mit unseren physischen Körpern: Solange unser Fundament stimmt, also solange wir uns ausgewogen ernähren, an der frischen Luft sind, Sport treiben und genug schlafen, besitzen die meisten von uns ein ganz natürliches Immunsystem.

Sobald wir uns jedoch ungesund ernähren – etwa Weizenprodukte konsumieren, Alkohol trinken oder rauchen –, sobald wir nie an die Sonne gehen, keine Stunde pro Woche Sport treiben und zu wenig schlafen, dann können schon kleine Krankheitserreger, Infektionen oder Entzündungen, die ein gesunder Körper normalerweise abschüttelt, plötzlich zu einem echten Problem werden.

Soll ein Video zu den sechs Irrlehren aufgenommen werden, die jetzt in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf uns zukommen und die jede Gemeinde sowie jede Person persönlich im Blick haben muss, dann drücke gern die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe einen Kommentar mit dem Wunsch „Video zu kommenden Irrlehren“. Vielen Dank!

Umgang mit Ungleichgewichten in der Lehre

Was können du und ich jetzt tun, um dem entgegenzusteuern? Wie gesagt, es beginnt häufig mit einem Ungleichgewicht in der Lehre, und das ist leider bis zu einem gewissen Grad unvermeidbar.

Ein guter Prediger aus Deutschland sagte einmal: Jede Predigt ist für sich genommen Irrlehre. Das klingt vielleicht etwas überspitzt, aber es ist auch etwas Wahres daran. Denn wie soll man die gesamte neutestamentliche Lehre in jede einzelne Predigt packen?

Wie soll das praktisch funktionieren, in jeder einzelnen Sonntagspredigt den kompletten Katechismus durchzupredigen, dann in der folgenden Woche das Gleiche noch einmal, und das zweiundfünfzig Mal im Jahr? Du siehst, dann hätte kein Sonntag einen Mehrwert gegenüber einem anderen, und es ist auch praktisch nicht machbar.

Ich persönlich habe mich davon überzeugen lassen, dass kontinuierliche Auslegungspredigten, also das Vers-für-Vers-Durchpredigen des Neuen Testaments über mehrere Jahre, langfristig der beste Weg sind. Je nachdem, wie viele Verse man in der Predigt wirklich sachlich, biblisch und gut behandeln kann, dauert das – wie du an der eingeblendeten Tabelle siehst – irgendwo zwischen fünf und meistens eher fünfzehn Jahren.

Das ist alles möglich, aber keineswegs über Nacht erledigt. Außerdem haben viele Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz kulturell eher die Tradition von Themenpredigten. Das bedeutet, dass an einem Wochenende ein Thema im Mittelpunkt steht, zu dem dann die Predigt oder Predigten gehalten werden.

Für alle von uns, die nicht über fünfzehn Jahre Vers für Vers durch das Neue Testament predigen – und das tun einige, was gut ist – stellt sich die Frage: Was können die anderen tun, um trotzdem die Balance in der Lehre und Verkündigung zu bewahren?

Orientierung an Jesus Christus als Maßstab für Predigten

Was können wir tun, damit wir nicht abrutschen und Irrlehren nicht auch unabsichtlich einen Nährboden bieten?

Hier ein ungewöhnlicher Vorschlag: Wir richten unsere Predigten an Jesus aus. Jede christliche Predigt, die sich auf Jesus Christus beruft, muss sich an ihm messen lassen. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – nicht am Jesus der Kinderbibel. Nichts gegen Kinderbibeln, aber es darf sich auch nicht messen lassen an meinem oder deinem Wunschbild von Jesus, an deiner oder meiner persönlichen Prägung oder emotionalen Wunschfantasien. Denn damit sind wir direkt auf der Überholspur in Richtung Irrlehren unterwegs.

Vielmehr richten wir uns am realen Jesus von Nazaret aus, wie er im Neuen Testament dargestellt wird. Jesus selbst hat ja schließlich gesagt: „Was ihr oft von mir hört, das tut“ (Johannes 14). Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber wie setzen wir das um?

Ich habe einen Vorschlag für dich. Ich fand ihn nicht spektakulär, aber die Leute, denen ich das bisher vor Ort gezeigt habe, waren ziemlich begeistert. Sie baten mich mehrfach, das unbedingt in einem Video zu erklären, weil sie selbst nicht darauf gekommen wären.

Stell dir also vor, wie unsere Gemeinden aussehen könnten, wenn wir uns ein ganzes Kalenderjahr lang ganz konkret an den Themen ausrichten und diese so gewichten, wie Jesus es getan hat. Wie könnte deine Gemeinde aussehen, wenn Jesus als Pastor sie maßgeblich gestalten würde?

Schauen wir uns das an. Dafür bekommst du jetzt ganz praktische Hilfestellungen an die Hand.

Einführung in die Bibelarbeit: Die Evangelien und Jesu Worte

Und damit willkommen beim überkonfessionellen Bibelfit-Dienst! Wir erstellen kostenfreie Infomaterialien. Schau dafür gern auf diese Website – es ist alles gratis. Dafür kannst du freiwilligen monatlichen Unterstützern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz danken.

Wer möchte, dass Videos wie dieses hier in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt auf die Glocke drücken, die unten rechts unter diesem Video zu finden ist. Vielen Dank an alle, die diesen Dienst mit der Glocke, mit Geld und mit Gebet tragen. Dieses Video ist für dich!

Also, wir springen gleich direkt in die Praxis. Damit alle folgen können, hier kurz und knackig die Hintergrundinfos. Das kann jeder selbst nachprüfen.

Im Neuen Testament haben wir vier historische Quellen über Jesu Leben, das sind die sogenannten vier Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Das längste Evangelium ist Matthäus mit achtundzwanzig Kapiteln, das kürzeste Markus mit sechzehn.

Das kürzeste Kapitel in den Evangelien hat siebzehn Verse, das längste... Das kürzeste Evangelium ist also logischerweise Markus mit 678 Versen, das längste ist Lukas. Alles zusammengenommen haben die Evangelien neunundachtzig Kapitel und dreitausendsiebenhundertneunundsiebzig Verse.

Was du mithilfe dieser Verseinteilung in deiner Bibel jetzt machen kannst, ist ganz präzise zu schauen, in wie vielen Versen pro Kapitel Jesus selbst spricht. In wie vielen Versen kommt Jesus persönlich in wörtlicher Rede zur Sprache? Das kannst du zählen, Vers für Vers, Kapitel für Kapitel.

Im Bibelfit-Dienst haben wir dir das mal vorgemacht, um dich zu ermutigen und zu zeigen, dass das geht. Hier die Ergebnisse: Am Beispiel von Matthäus siehst du es ganz deutlich. Am Anfang, bei der Geburt, redet Jesus gar nicht.

Dann, in Kapitel 6, mitten in der Bergpredigt, ist jeder einzelne Vers ein wörtliches Zitat von Jesus. In Kapitel 14 zum Beispiel, wo es um Johannes den Täufer und eine Reise geht, sind weniger Worte von Jesus. In Matthäus 24 und 25, mit der Endzeitrede auf dem Ölberg, haben wir wieder hundert Prozent wörtliche Rede.

In Matthäus 27, während Jesus zu Tode gefoltert wird, redet er fast gar nicht. In Matthäus 28, nach der Auferstehung, spricht er wieder.

Also alles ungefähr so, wie du es erwarten würdest. Am Beispiel von Matthäus redet Jesus in 645 Versen persönlich, also in 57 Prozent des Textes.

Alles in allem spricht Jesus zusammengefasst in 1.957 Versen. Das sind genau 51,8 Prozent des Textes der vier Evangelien.

Analyse der Themen Jesu und deren Bedeutung für die Gemeinde

Jetzt wissen wir zwar, wie viel Jesus an verschiedenen Stellen spricht, aber worüber redet er eigentlich?

Beim Lesen der Evangelien ist dir wahrscheinlich schon aufgefallen, dass nicht alles inhaltlich relevant ist. Zum Beispiel sagt Jesus im Lukasevangelium: „Fahren wir ans andere Ufer hinüber.“ Oder im Johannesevangelium: „Bitte gib mir zu trinken.“ Das ist klar und eher situativ.

Was ist also mit den inhaltlichen Aussagen? Schau selbst: Was du jetzt machen kannst, ist diese 1957 Verse Stück für Stück, Vers für Vers, einzeln durchzugehen und Stichpunkte zu notieren. Dabei hältst du fest, welches Thema in jedem Vers behandelt wird.

Das haben wir dir vom Bibelverdienst vorgemacht, um dich zu ermutigen und zu zeigen, dass das möglich ist. So wissen wir, wie häufig Jesus über welche Themen spricht.

Wenn jemand in achtzig oder hundert verschiedenen Versen der Bibel über ein Thema redet, sagt das viel darüber aus, wie wichtig ihm dieses Thema ist. Für uns als seine Nachfolger zeigt es, wie wichtig uns dieses Thema sein sollte. Denn jeder, der sich auf Jesus beruft, muss sich an Jesus messen lassen.

Methodische Hinweise zur Themenzählung

Ein paar Worte zur Methodik für diejenigen, die sich in Bibelschulen mit wissenschaftlichem Arbeiten beschäftigen oder sich dafür interessieren.

Zu Beginn einer Zählung musst du entscheiden, mit welcher Methode du zählen möchtest. Hier ein konkretes Beispiel: In Matthäus 12 heißt es, wer etwas gegen den Menschensohn sagt – das wäre Thema eins. Diesem kann vergeben werden, was Thema zwei ist, nämlich Sündenvergebung. Wer aber etwas gegen den Heiligen Geist redet – Thema drei –, dem kann nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden – Thema vier, zum Beispiel Jenseits.

Ich empfehle dir, additiv zu zählen. Das heißt, du zählst in diesem Vers alle vier Themen mit. Wenn du das nicht tust, ergeben sich zwei Nachteile. Erstens müsstest du entscheiden, was das Hauptthema dieses Verses ist. Dabei kannst du schnell unsauber werden, weil der eine sagt, es geht vor allem um den Heiligen Geist, der andere meint, es gehe vor allem um Vergebung, und ein Dritter sagt, es gehe vor allem um Sünde. Dieses subjektive Hin und Her kannst du dir mit der additiven Methode sparen und bleibst so besser am Text dran.

Zweitens: Indem du alle vier Themen dieses Verses erfasst und mitzählst, erhältst du am Ende ein wesentlich aussagekräftigeres Gesamtergebnis. Du lässt nirgendwo etwas weg, sondern erfasst idealerweise jede Erwähnung eines Themas. Dadurch kannst du die Themen untereinander viel besser vergleichen.

Außerdem empfehle ich, die Themen möglichst kleinteilig zu zählen und erst im Nachhinein zusammenfassende Oberkategorien zu bilden. So bleibt die Zählung präziser, und du kannst die Ergebnisse vielseitiger verwenden.

Am Ende erhältst du eine solche Liste, in der du tabellarisch klar und deutlich ablesen kannst, wie häufig Jesus über welches Thema spricht. Superspannend, klar.

Dafür haben wir auch schon ein eigenes Video gemacht, das ich dir hier verlinkt habe.

Praktische Anwendung: Themengewichtung in Predigten

Aber inwieweit hilft dir das jetzt bei der Ausgangsfrage? Inwieweit hilft uns das als Christen, nicht in Irrlehren zu fallen? Wie hilft das dir, mir und uns, damit wir in unseren Gemeinden, Hauskreisen und Familien die Lehre im neutestamentlichen Gleichgewicht halten?

Schauen wir uns einmal diese Liste von Jesu Themen genauer an. In einem einzigen Schaubild zusammengefügt sieht das erst einmal so aus. Das ist noch ein bisschen unübersichtlich, das ist klar. Aber du erkennst vielleicht trotzdem schon eine Tendenz, welche Akzente stärker gesetzt sind und welche Themen scheinbar nicht ganz auf Priorität I oder II stehen.

Räumen wir jetzt dieses Schaubild auf. Sagen wir, jedes Thema darf in dem Schaubild nur einmal genannt werden. Aber je häufiger Jesus darüber spricht, desto größer soll die Schriftart auf dem Bildschirm sein. Dann sieht das so aus – schon viel, viel besser. Fotografiere dir gern diese Grafik von deinem Bildschirm ab, einmal für dich, aber schick sie auch gern weiter, denn das ist sehr hilfreich.

Allein diese Grafik könnte man schon nutzen für Hauskreise, in der Gemeindekirche oder auch im Jugendraum aufhängen. Aber wie hilft uns das, mit unserer Lehre im Gleichgewicht zu bleiben? Können wir das noch etwas systematisieren? Ja, das geht.

Was ich nämlich gemacht habe – und das kann jeder hier selbst machen – ist, die häufigsten Themen, über die Jesus spricht, auf zweiundfünfzig zu indizieren. Das heißt, für zweiundfünfzig Wochen im Jahr, also zweiundfünfzig Sonntage. Jetzt kommt es nämlich: Wenn du so willst, 52 Predigten. Und das sieht dann ungefähr so aus.

So würde es aussehen, wenn wir die Themen, über die Jesus spricht, nach Häufigkeit auf 52 Wochenenden im Jahr aufteilen. Wir gehen das auch gleich durch, aber erst einmal ein erster Eindruck dazu.

In aller Offenheit: Als ich das das erste Mal gesehen habe, habe ich mich total überführt gefühlt. Denn wenn ich persönlich – ich, Markus – einen Predigtplan für ein Jahr entworfen hätte, nach dem, was mir wichtig ist oder was ich allein so irgendwie vor mich hin denke, dass es ja vielleicht Leute hören müssten, dann hätte mein persönlicher Plan komplett anders ausgesehen. Und das macht mich nachdenklich und auch selbstkritisch.

Warum? Weil viele Irrlehren ja daherkommen, dass Irrlehrer sich selbst predigen. Sie predigen sich selbst das, was sie sich wünschen – zu Recht oder zu Unrecht –, weil jemand anderes es früher einmal ihnen oder anderen gepredigt hätte.

Der Psychologe Carl Gustav Jung sagte dazu sinngemäß: „Die schwerste Last, die ein Kind trägt, ist das nicht gelebte Leben seiner Eltern.“ Jetzt auf unsere Situation adaptiert: Das schwerste Paket, die schwerste Bürde, die ein Prediger mitbringt, ist das tatsächliche oder vermeintliche Ungleichgewicht seiner eigenen geistlichen Prägung.

Und ich nehme mich da voll mit rein. Ja, ich werde das auch noch mit meinen eigenen geistlichen Leitern besprechen. Und ich möchte dich ausdrücklich ermutigen und dir hiermit die Erlaubnis geben, dass du mir und uns allen vom Bibelverständnis her in den kommenden Monaten gerne hier in den Kommentaren oder per E-Mail Feedback gibst.

Beispiele für Themengewichtungen in verschiedenen Gemeinden

Zurück zum Diagramm: Je nachdem, aus welcher Gemeinde du kommst, hast du zu manchen Themen in deinem Leben möglicherweise noch nie eine vollwertige Predigt gehört.

Ich greife jetzt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, drei Beispiele von Gemeinden heraus, von denen ich weiß, dass viele Zuhörer hierher gehören.

Beispiel eins: Bei Brüdergemeinden wird nur ein Thema herausgegriffen.

Beispiel 1: Brüdergemeinden und Sexualität

Wie häufig wurde in eurer Gemeinde schon offen über Sexualität gepredigt? Dieses Thema ist nicht nur in der Ehe wichtig, sondern auch für Singles und ganz besonders für unsere Jugendlichen und Teenager.

Wie oft wurde ganz offen kommuniziert, welche Grenzen Jesus für Sexualität setzt und vor allem, warum diese Grenzen existieren? Wie häufig wurde bereits über die Pornopandemie in unseren Gemeinden gesprochen?

Ebenso wichtig ist es, darüber zu sprechen, dass Sexualität in der Ehe etwas absolut Wunderschönes und Gesegnetes sein kann und soll. Das Neue Testament verteufelt Sexualität keineswegs, sondern stellt sie als etwas Erstrebenswertes dar, das gefeiert wird.

Darüber sollten wir sprechen. Jesus würde jedem einzelnen Jahr mindestens eine komplette Woche dafür widmen.

Ein Beispiel richtet sich an die Pfingstgemeinden und an die eher charismatischen Gemeinden.

Beispiel 2: Pfingstgemeinden und charismatische Gemeinden

Ich kann mir gut vorstellen, dass du vielleicht schon Predigten über das Reich Gottes gehört hast. Über Licht und Finsternis, über Dämonen und vielleicht sogar Engel. Um das ins Verhältnis zu setzen: Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber siehst du, wie klein dieser Teil von Jesus' tatsächlicher Verkündigung wirklich ist?

Ist dir klar, dass wenn Jesus euer Pastor wäre, er nur an einem einzigen Sonntag im Jahr über den Heiligen Geist sprechen würde? Er würde so gut wie nie über Alltagsprobleme reden und nicht ein einziges Mal über Zungenrede oder Sprachengebet.

Ein weiteres Beispiel richtet sich an die Geschwister, die noch in den Landeskirchen sind.

Beispiel 3: Landeskirchen

Du bist vielleicht Predigten gewohnt über Klima und gesellschaftspolitische Themen, vielleicht sogar über Trost, Annahme und verschiedene emotionale Belange. Aber Hand aufs Herz: Wann hast du in den letzten zwölf Monaten in deiner Kirche das letzte Mal Predigten gehört über die ewige Höllenstrafe, wie schrecklich sie ist und warum Gott sie überhaupt geschaffen hat? Jesus würde zwei Wochen lang darüber predigen.

Wie häufig hast du in den letzten Monaten in deiner Kirche Predigten darüber gehört, dass wir unsere Sünden bereuen müssen? Das wäre eine weitere Woche. Dass wir uns abkehren müssen von der Blindheit – wieder eine weitere Woche. Dass wir unser bisheriges Leben ändern müssen – wieder eine weitere Woche. Ein weiteres Thema wäre die Umkehr, um vom kommenden Jüngsten Gericht gerettet zu werden. Das wären drei weitere Wochen.

Also, ganz offen gesagt: Wenn Jesus in deiner Kirche der Pfarrer wäre und predigen würde, dann würde er zwei Monate im Jahr, vielleicht sogar noch mehr, von nichts anderem sprechen.

Das waren jetzt nur drei Beispiele aus Gemeinden. Wir könnten noch viel mehr Beispiele nennen. Aber ich hoffe, du siehst, wie kostbar es ist, dass wir die Bibel für sich selbst sprechen lassen. Das schützt uns – uns alle eingeschlossen, mich komplett dabei – in unserer menschlichen Fehlbarkeit, die wir alle haben.

Es schützt uns ein wertvolles Stück mehr davor, dass wir nicht das, was wir wollen, mit dem verwechseln, was Gott will. Dass wir nicht unsere privaten Prioritäten mit Gottes Prioritäten verwechseln. Dass nicht wir Gott Dinge in den Mund legen, sondern Gott uns Dinge aufs Herz legen darf.

Und es schützt uns als Gemeinden und Kirchen davor, dass wir uns ein eigenes Gottesbild, ein eigenes Götzenbild zusammenschustern und dieses dann anbeten anstelle des lebendigen Gottes. Es schützt uns ein wertvolles Stück mehr vor Götzendienst.

Gehen wir es durch. Drück gern diese Glocke hier unten rechts unter diesem Video und schick dieses Video weiter an deine Pastoren, Älteste, Gemeindeleiter und an die Leute, die bei euch predigen.

Qualität vor Quantität in der Predigtgestaltung

Letzte Ergänzung noch für die Praxis: Quantität, also die Menge, ersetzt nicht immer die Tiefe, in der Jesus spricht. Dennoch zeigt sie eine klare Gewichtung. Deshalb gilt für alle in Verantwortung: Frag dich, was Jesus wirklich Sonntag für Sonntag sagen würde und wie du ihm ähnlicher werden kannst.

Wir vom Bibelfit-Dienst werden dir dazu einen Muster-Predigt-Plan erstellen. Du kannst damit machen, was du möchtest. Den Plan verlinken wir dir gratis unter diesem Video.

Bis das gemacht ist, empfehle ich dir sehr, dir gern diese Bibelfit-Roadmap durch deine Bibel zu nehmen. Damit haben schon Tausende in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Bibel durchgelesen und ein völlig neues Feuer für ihr Christsein entwickelt. Das wünsche ich dir von Herzen auch.

Die Bibelfit-Roadmap findest du als ersten Link unter dem Video. Sie ist komplett gratis. Nimm sie dir einfach mit!

Themenverteilung im Predigtplan Jesu

Angenommen, Jesus wäre unser Pastor und würde den Predigtplan schreiben, wie würde er die Themen anordnen, über die er spricht, und wie würde er diese nach Häufigkeit auf die Predigtsonntage im Jahr verteilen?

Es gibt eine ganze Reihe von Themen, die nur eine Predigt an einem Sonntag bekommen. Das wären zum Beispiel die Themen Frieden oder Dämonen.

Ein möglicher Predigtvers, den man als Einstieg nehmen kann, wäre zum Beispiel, wo Jesus sagt: „Habt die Kraft des Salzes unter euch und haltet Frieden untereinander.“ Ich sehe das als einen starken Appell in der heutigen Zeit für die Einheit unter den Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieses Anliegen liegt mir und vielen anderen sehr am Herzen.

Eine Predigt an einem Sonntag könnte das Thema Dämonen behandeln. Ein Vers, mit dem man sich auseinandersetzen kann, zum Beispiel in den Hauskreisen unter der Woche, ist der Satz, wo Jesus gefragt wird: „Was hast du mit uns vor, Gottes Sohn? Bist du hergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?“ Da steckt sehr viel drin, und es lohnt sich, das mindestens eine Woche lang zu vertiefen.

Ein weiterer Sonntag könnte dem Thema Blindheit gewidmet sein. Jesus sagt zum Beispiel: „Wenn Blinde die Blinden führen, fallen beide.“ Hier könnte man die Frage stellen: Wer sind heute die Blinden? Wer sind geistlich blinde Menschen? Oder man denkt an Matthäus 23, wo Jesus von blinden Anführern spricht, die eine Mücke aussieben und ein Kamel verschlucken. Zu wem könnte er das heute sagen? Dabei geht es nicht darum, Namen zu nennen oder konkrete Personen zu diffamieren, sondern um Denkansätze.

In Johannes 9 sagt Jesus: „Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde, aber ihr sagt, wir sehen, deshalb bleibt eure Sünde.“ Welche Sünden übersehen wir vielleicht bei uns? Welche Sünden sind in unserem Leben oder Gemeindeleben nicht immer offensichtlich? Ein tiefer Blick in die Zehn Gebote, vor allem auf die erste Tafel, lohnt sich hier sehr.

Ein weiterer Predigtsonntag könnte dem Thema Reue, Buße und Umkehr gewidmet sein. Jesus sagt zum Beispiel: „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle sterben.“ Es kann sich lohnen, dieses Thema rund um Buß- und Bettag zu thematisieren.

Auch das Thema Engel könnte einen Sonntag erhalten. Jesus sagt zum Beispiel in Matthäus 18: „Ihre Engel im Himmel sehen jederzeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“ Das ist eine Redewendung aus jener Zeit, die bedeutet, dass sie Zugang zum Vater im Himmel haben. Wann hast du zuletzt eine ganze Predigt, eine ganze Woche lang eine Beschäftigung in deiner Gemeinde, in Hauskreisen oder Familienandachten zum Thema Engel erlebt? Ich kann mir gut vorstellen, dass man dieses Thema auf eine reflektierte, gesunde und kindgerechte Weise auch mit kleinen Kindern behandeln kann. Ich glaube, das ist ein großes Geschenk.

Das Thema Rettung sollte ebenfalls einen Sonntag, vielleicht sogar eine ganze Woche, erhalten. Zum Beispiel, wo gesagt wird in Johannes 3: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt geschickt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten.“ Oder wo Jesus sagt: „Ich sage diese Dinge, damit ihr gerettet werdet.“ Es lohnt sich, das ganz tief zu entpacken: Wovor werden wir eigentlich gerettet? Was wäre, wenn Jesus nicht gekommen wäre? Was wäre, wenn es keine Rettung gäbe? Wie hängt das alles zusammen?

Ich halte das für einen sehr wichtigen Punkt. Ich erinnere mich persönlich daran, wie ich früher als Nichtchrist aus Interesse und auch zum Spaß Gottesdienste besucht habe. Immer wieder haben alle gesagt: „Juhu, wir sind gerettet, wir sind gerettet!“ Und ich habe mich gefragt: Wer ist denn gerettet? Bin ich auch gerettet, obwohl ich gar nicht zu euch gehören will? Und wovon eigentlich? Wovon redet ihr da? Das hat mir am Anfang kaum jemand beantwortet.

Ich habe den leisen Verdacht – und ich will niemanden bloßstellen –, dass vielleicht der eine oder andere in den Gottesdiensten, die ich damals besucht habe, selbst nicht genau wusste, was diese Rettung eigentlich bedeutet und wovor sie rettet. Aber wie gesagt, hier kommt die Biografie wieder mit hinein.

Weitere Themen im Predigtplan

Schuldig im Sinne der Anklage. Ein weiterer Sonntag zum Thema Wahrheit, zum Beispiel, wo Jesus sagt in Johannes 14: „Ich bin die Wahrheit.“ Das bedeutet, es gibt eine Wahrheit. Wenn es Wahrheit gibt, gibt es auch Dinge, die falsch sind, und es gibt auch Unwahrheiten. Jesus sagt: „Was richtig und falsch ist, bemisst sich an mir.“

Dann ein Sonntag zum Thema Heuchler, bei dem Jesus zum Beispiel sinngemäß sagt, Heuchler werden in die Hölle fahren.

Ein weiterer Sonntag zum Thema Heiliger Geist – und zwar wirklich intensiv. Dafür bietet sich zum Beispiel der Pfingstsonntag an. Als Aufhänger könntest du den Vers aus Johannes 16 nehmen, wo Jesus sagt, wenn der Heilige Geist kommt, wird er die Welt überführen von Sünde, von Rechtschaffenheit und vom Gericht.

Ein Sonntag im Jahr für die Wehrrufe. Jesus hat im Neuen Testament mehrfach Wehrrufe, die einige auch als Drohungen übersetzt haben. Diese richten sich an bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgrund von Verhaltensweisen, die sie sich weigern abzulegen. Als Aufhänger könntest du zum Beispiel Lukas 11 nehmen, wo Jesus sagt: „Wehe euch, ihr Gesetzeslehrer, ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis beiseite geschafft. Selbst seid ihr nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollen, habt ihr daran gehindert.“ Überlege mal, an wen das heute erinnern kann.

Ein Sonntag zum Thema Licht bietet sich zum Beispiel an einem der Adventssonntage an. Dort könntest du über Johannes 8 predigen, wo Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ oder auch, wo Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Was bedeutet das? Jesus ist das große Licht der Welt, und wir sind die kleinen Lichter der Welt. Es ist spannend, das einmal zu entpacken und zu verstehen, was das auf einer geistlichen Ebene bedeuten kann.

Ein Sonntag zum Thema Gerechtigkeit. Achtung: Gerechtigkeit meint im damaligen Kontext – im Koine-Griechisch, im Aramäischen und auch im Hebräischen – etwas anderes als heute. Wenn man heute von Gerechtigkeit spricht, meint man häufig eine Art Balance. Damals aber bedeutete Gerechtigkeit oft Rechtschaffenheit. Als Aufhänger könntest du zum Beispiel Lukas 16 nehmen, wo Jesus sagt: „Ihr seid diejenigen, die sich selbst rechtfertigen, die sich selbst gerecht sprechen wollen vor den Menschen. Aber Gott kennt eure Herzen.“

Ein weiterer Sonntag zum Thema Bekennen, Bekenntnisse, wo Jesus sagt in Matthäus 10: „Ihr werdet vor Ratsvorsitzende und Könige gebracht werden um meinetwillen, als Zeugnis, als Bekenntnis für sie und für die Heiden.“ Es lohnt sich wirklich, darüber nachzudenken, welchen Sinn Bekenntnisse haben, die durch die Christenheit über Jahrhunderte, inzwischen fast Jahrtausende, weitergegeben wurden. Sie wurden sorgfältig von einer Generation zur nächsten überliefert. Warum sind Bekenntnisse, zum Beispiel in vielen Kirchen und Landeskirchen, immer noch in den Liederbüchern abgedruckt? Das ist eine gute Sache. Wir sollten diese Bekenntnisse aus fast zweitausend Jahren Christentumsgeschichte mit einer ganz anderen Wertschätzung und Hochachtung betrachten und uns damit auseinandersetzen.

Im „Jesus-Predigtplan“ muss mindestens eine Predigt im Jahr dem Thema Satan gewidmet sein. Nicht unbedingt mehr, aber auch nicht weniger. Jesus sagt zum Beispiel: „Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz.“ Das ist heftig, denn manche Kirchen behaupten heute, es gäbe angeblich keinen Teufel. Jesus sagt aber: „Ich habe ihn gesehen und ich habe mit ihm gesprochen.“ Entscheide selbst, wem du folgst.

Ein Sonntag zum Thema Segen. Was genau ist Segen? Das wird oft schnell gesagt: „Der Herr segne dich“ oder „Ich segne dich“ – mit besten Absichten, und das ist überhaupt kein Problem. Aber wo wird mal erklärt, was genau Segen eigentlich ist, was er bedeutet und warum? Da könntest du zum Beispiel über Markus 10 predigen, wo es heißt, Jesus nahm die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf den Kopf und segnete sie. Was genau macht er in dem Moment, wenn er sie segnet? Eine Sache, die er nicht macht, ist die Taufe – aber das ist ein anderes Thema.

Eine Woche im Jahr zum Thema Sexualität und Ehe. Das könntest du zum Beispiel um den Valentinstag herum machen. Der wahrscheinlich wichtigste Satz aus den vier Evangelien ist, wo Jesus sagt: „Ein Ehemann und eine Ehefrau sind nicht mehr zwei, sondern sie sind eins.“ Daraus ahnt man schon, dass im Christentum mit Ehe etwas ganz anderes gemeint ist als ein rein finanzieller Behördenakt, wie das in Deutschland landläufig verstanden wird.

Sehr wichtig und bemerkenswert ist, dass im „Jesus-Predigtplan“ auf jeden Fall das Thema Verfolgung vorkommt. Dazu haben wir vom Bibelverdienst schon ein ganzes Erklär- und Themenvideo sowie eine kleine Doku gemacht und werden noch mehr dazu produzieren. Drückt gern die Glocke hier rechts unter dem Video und schreibt gern in die Kommentare eure Video-Wünsche zum Thema Verfolgung.

Es ist bemerkenswert, weil Jesus schon damals, bevor es überhaupt eine Christenheit gab, darüber spricht, dass diese Zeit der Verfolgung kommen wird. Jesus sagt zum Beispiel: „Es kommt eine Zeit, in der die, die euch töten, meinen Gott einen Dienst damit zu tun.“ Diese Situation erleben wir heute schon in manchen islamistischen Ländern. Eine ganz kuriose Situation gibt es zum Beispiel in Äthiopien, wo Christen nicht nur von Islamisten, sondern sogar von Teilen der äthiopisch-orthodoxen Staatskirche verfolgt werden. Dort passieren richtig schlimme Dinge.

Das passiert heute. Uns in Europa ist das schmerzlich vertraut, denn Christen wurden über Jahrhunderte hinweg von Staatskirchen verfolgt. Zum Beispiel im zwölften Jahrhundert in der Schweiz, Italien und Frankreich die Valdenser, im fünfzehnten Jahrhundert in Tschechien die Hussiten, im vierzehnten Jahrhundert in England die Lollarden, im sechzehnten Jahrhundert in Österreich, den Niederlanden und der Schweiz die Täufer, und im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert in Frankreich die Hugenotten.

Ich könnte noch viele weitere Gruppen nennen, aber eines ist wichtig: Gott hat all das aufgezeichnet und wird die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Darauf gibt er uns sein Wort. Der Tod wird die Täter nicht davor schützen, beim jüngsten Gericht erscheinen zu müssen.

Gebet und Nachfolge als zentrale Themen

Gebet – an einem Sonntag im Jahr entfällt die Predigt und der Unterricht, um sich genau diesem Thema zu widmen. Was ist eigentlich christliches Gebet? Was ist es nicht? Welche Arten von Gebet gibt es? Wie sollte man nach dem Neuen Testament beten und wie nicht? Das sind wichtige Fragen, die es zu klären gilt, denn das Thema ist sehr umfassend.

Jesus sagt zum Beispiel: „Seid wachsam und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet.“ Er bittet darum, dass man, wenn möglich, dem Schrecken entkommen und vor ihm bestehen kann. Eine gute Frage wäre daher, welche Auswirkungen Gebet wirklich hat. Laut Jesu Predigtplan ist das Gebet an einem Sonntag, der dem Thema Nachfolge gewidmet ist, ganz besonders wichtig.

Hört euch dazu einmal diese zwei Verse an: Jesus fragt, wer von euch einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er genug Mittel hat, um den Plan auszuführen. Für mich klingt das so, als müsse man sich gut überlegen, ob man Christ wird, sich taufen lässt oder freiwillig einer Gemeinde beitritt. Denn Christentum ist keine Herkunft, kein Geburtsrecht. Man wird nicht als Christ geboren und wächst auch nicht automatisch als Christ auf. Es ist eine bewusste Entscheidung. Willst du das? Willst du dich taufen lassen? Willst du dich einer Gemeinde anschließen? Natürlich kannst du diese Gemeinde später auch wechseln.

Das sollte uns zu denken geben, vor allem im Hinblick auf die eine oder andere Evangelisationspraxis. Ein weiteres Beispiel ist, wo Jesus sagt: „Meine Schafe hören auf meine Stimme, ich kenne sie, und sie folgen mir nach.“ Nachfolge – Jesus fordert immer wieder auf: Folge mir nach! Wir Christen sind diese Nachfolger Jesu. Was er sagt, ist für uns gültig und bindend.

Wenn nun jemand behauptet, das, was Jesus sagt, sei für ihn nicht gültig und nicht bindend, dann ist das zwar ein freies Land. Doch dieserjenige sollte wirklich irgendwann aufhören, sich als Christ zu bezeichnen.

Liebe und Sünde als Predigtthemen

Einen Sonntag zum Beispiel zum Thema Liebe.

Welche Arten von Liebe gibt es im Neuen Testament? Wie ist Liebe dort beschrieben? Was ist der gigantische Unterschied zwischen dem, was im Neuen Testament über Liebe steht, und dem, wie unsere westliche Gesellschaft in den letzten siebzig Jahren diesen Begriff leider gefüllt hat?

Jesus sagt zum Beispiel: „Wie der Vater mich geliebt hat, habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe.“

Sünde – Sünde muss einen Sonntag bekommen, eine Woche im Jahr. Jesus sagt zum Beispiel in Johannes 8: „Ihr werdet in euren Sünden sterben.“ Das ist ein Zitat von Jesus, nicht von mir. Das heißt, man kann in seinen Sünden sterben. Das ist eine tatsächliche Sache, die vorkommt.

Jetzt ist die Frage: Was heißt das? Was passiert dann? Oder wo Jesus sagt in Johannes 5: „Es gibt einen, der euch anschuldigt, Moses.“ Oder in Johannes 15, wo Jesus sagt, sie haben keine Entschuldigung, keine Ausrede für ihre Sünde. Also zu wissen: Es gibt keine Ausrede, die vor einem allwissenden Richter zählt.

Dann auf jeden Fall muss eine Woche im Jahr in den meisten Kirchen und Gemeinden reserviert sein für die Passion, also für den Leidensweg von Jesus. Das könnte zum Beispiel der Palmsonntag sein oder die Karwoche. Dort sagt Jesus zum Beispiel in Markus 10: „Sie werden mich misshandeln und anspucken, sie werden mich durch Geißelung foltern und töten, und nach drei Tagen werde ich auferstehen.“

Eine weitere Woche im Jahr muss für ein Thema reserviert sein, über das je nach Gemeinde entweder gar nicht gesprochen wird oder manchmal viel zu viel, aber dann auf eine komische Art und Weise: das Thema Geld.

Geld ist wirklich wichtig. Der Umgang mit Geld ist noch viel wichtiger als Geld selbst. Jesus sagt zum Beispiel in Matthäus 6: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Er sagt auch: „Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen und Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch Schätze im Himmel, wo sie weder von Motten noch von Rost zerfressen werden können und auch vor Dieben sicher sind. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

Als jemand, der früher mal bei einer Bank und bei einer Versicherung gearbeitet hat, kann ich das nur bestätigen. Es gibt in der Bibel acht biblische Geldprinzipien. Ja, es sind nicht zehn, es sind auch nicht drei – es sind acht.

Falls du möchtest – und ich weiß, einige interessieren sich hier sehr dafür –, dass wir diese Prinzipien einmal auseinanderklamüsern, dir erzählen, zeigen und erklären, was das für dein Leben bedeuten kann, dann drücke gern die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe in die Kommentare „Videowunsch Prinzipien Geld“.

Das waren bis hierhin die Themen, die mindestens eine Woche im Jahr verdienen – und zwar nach diesem Predigtplan jedes Jahr.

Themen mit besonderer Gewichtung: Gebote, Himmel und Reich Gottes

Mit Jesus als Pastor bekommen einige sehr wichtige Themen sogar zwei Predigten, zwei Gottesdienste, zwei Wochen im Jahr. Nach dieser Berechnung wäre das Thema Gebote.

Gebote ist ja manchmal so ein Triggerwort, irgendwie so ein Wort, bei dem Leute ganz schnell hysterisch werden. Deshalb versuchen viele aus verschiedenen Richtungen, das Thema zu meiden. Aber lass uns doch mal schauen, was Jesus sagt.

Jesus sagt: „Wenn ihr mich liebt, haltet meine Gebote!“ Er sagt auch: „Geht hinaus in alle Welt!“ Das ist ein klares Gebot. Verkündet das Evangelium, also mündlich, mit Sprache, nicht nur mit Taten, sondern durch Information.

Im Römerbrief heißt es, die ganze Welt sehe sich Gottes Urteil verfallen. Jesus selbst fragt: „Hat Mose euch nicht die Gebote gegeben?“ Und trotzdem hält keiner von euch die Gebote. In Johannes 15 sagt er: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr meine Gebote haltet.“

Ich könnte noch mehr aufzählen, aber du siehst, das scheint Jesus ziemlich wichtig zu sein. Und wer will denn bitte nicht mit Jesus befreundet sein? Wer will nicht mit Jesus verbunden sein? Wenn Jesus das so wichtig ist, dass die Leute, die ihm nachfolgen, seine Gebote halten, dann können wir nicht einfach darüber hinwegsehen. Das ist ein echtes Thema, das wir uns anschauen müssen.

Welche Gebote meint er? Und jetzt nicht nur das Liebesgebot – das ist nicht das Einzige, was Jesus meint, da steckt mehr dahinter. Warum will er das? Und was heißt das ganz konkret für unser christliches Leben?

Dann gibt es zwei Wochen im Jahr, in denen das Thema Himmel behandelt wird. Zum Beispiel sagt Jesus: „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Oder: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.“ Ganz wichtig ist, zu wem er das sagt.

Im Deutschen werfen wir manchmal verschiedene Dinge durcheinander, wenn wir das Wort „Himmel“ benutzen. Es lohnt sich daher, das auseinanderzuklamüsern.

Himmel kann im Neuen Testament einmal das Paradies bedeuten, also das positive Jenseits. Zum Beispiel, wenn Jesus zu dem Verbrecher am Kreuz sagt: „Du wirst heute mit mir im Paradies sein.“

Zweitens kann Himmel die Friedenszeit bedeuten, wenn Jesus wieder auf der Erde regiert – das wird manchmal als das tausendjährige Reich bezeichnet.

Drittens kann Himmel die ganz, ganz positive Ewigkeit nach dem Jüngsten Gericht bedeuten, ganz am Ende der Zeit, in der Ewigkeit.

Dann gibt es zwei Sonntage im Jahr, an denen das Reich Gottes Thema sein sollte. Jesus sagt: „Tut Buße, kehrt um, ändert euch von eurem bisherigen Weg, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“

Was sagt Jesus damit? „Tut Buße“ heißt: Wir können nicht einfach unvorbereitet auf Gottes Reich zugehen. Es braucht vorher eine Veränderung in uns, die Gott bewirken kann, wenn wir ihn lassen.

Ein Thema, das viele nicht auf dem Schirm haben oder manchmal nicht wahrhaben wollen: Zwei Wochen im Jahr sollten in unseren Gemeinden, Hauskreisen und je nach Altersspanne auch in Familienandachten das Thema Hölle und ewige Verdammnis behandelt werden.

Jesus spricht sehr häufig darüber. Er sagt zum Beispiel: „Der Weg ist breit, der zu Verdammnis führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen.“ Also nicht wenige, nicht einige, nicht niemand, sondern viele.

Jesus sagt auch: „Wenn dich dein Auge verführt, reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, einäugig zum Leben einzugehen, als mit zwei Augen in das höllische Feuer geworfen zu werden.“ Damit will Jesus nicht sagen, wie unwichtig ein Auge ist, sondern er betont, wie schrecklich die Hölle ist.

Deshalb sagt Jesus in Matthäus 10: „Habt keine Angst vor denen, die nur den Körper töten, aber der Seele nichts anhaben können. Fürchtet aber den, der Körper und Seele in der Hölle verderben kann.“

Wichtig ist: Jesus sagt, der Körper kommt in die Hölle, also nicht nur die Seele. Denk mal darüber nach.

Dann gibt es zwei Wochen im Jahr zum Thema Glauben. Du hast wahrscheinlich schon mal diesen Vers gehört, in dem Jesus sagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.“

Das stimmt auch, aber im Deutschen ist das manchmal ein bisschen missverständlich. Deshalb habe ich mir den griechischen Text angeschaut und den Vers rückwärts übersetzt.

Ich mache das oft so, wenn ich Texte, die ich gut kenne, lese. Ich will nicht einfach nur durchrasseln, weil ich schon weiß, was als Nächstes kommt. Wenn ich rückwärts lese, kann ich sie mit neuen Augen sehen.

Jetzt habe ich diesen so wichtigen, wahrscheinlich wichtigsten Vers im Neuen Testament rückwärts gelesen: „Damit du ewiges Leben hast und nicht verloren gehst, ist für jeden, der sich an Jesus festklammert, von Gott sein einziger Sohn hingegeben worden, so sehr hat Gott die Menschheit geliebt.“

Zu diesem Thema haben wir dir mehrere eigene Beiträge erstellt, die diese Inhalte erklären. Du kannst sie auch direkt evangelistisch weitergeben. Beides haben wir dir hier unter diesem Video verlinkt.

Gericht und Prophetie im Predigtplan

Dann, wenn Jesus dein Pastor wäre, wenn Jesus deine Gemeinde gestalten würde und wenn Jesus den Predigtplan, den Kurs und die Roadmap für deine Gemeinde vorgibt, dann hieße das, dass wir die Lehren direkt aus dem Neuen Testament anwenden.

Das bedeutet, dass wir uns drei Wochen im Jahr mit dem jüngsten Gericht auseinandersetzen müssten. Drei Wochen!

Jesus sagt zum Beispiel über das jüngste Gericht, dass die einen zur ewigen Strafe gehen, die Gerechten aber zum ewigen Leben. Wenn nun Leute sagen, dass die Höllenstrafe nicht ewig sei, dann ist das das gleiche Wort, das auch für ewiges Leben verwendet wird. Das heißt: Wenn die Höllenstrafe nicht ewig ist, dann ist das ewige Leben auch nicht ewig.

Zweitens: Wenn die Höllenstrafe nicht ewig sein soll, was genau soll danach kommen? Und wo steht das?

Jesus sagt zum Beispiel in Matthäus 16: „Ich werde mit meinen Engeln in der strahlenden Herrlichkeit meines Vaters kommen, und ich werde jeden nach seinem Tun vergelten.“ Nach seinem Tun – das bedeutet für schuldige Sünder wie dich oder mich, wenn wir nicht die Vergebung hätten, eine ernste Konsequenz. Ich glaube, das wollen wir nicht wissen.

Oder in Johannes 5 sagt Jesus: „Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden.“

Oder in Johannes 9: „Für Gericht komme ich in diese Welt.“

Sogar fünf Wochen im Jahr, also fünf Wochen mit Predigten, Sonntagen, Wochenenden, Hauskreisen, Themengruppen und Gebetstreffen, widmen sich dem Thema Prophetie.

Jesus sagt zum Beispiel in Lukas 21: „Erschreckt nicht, wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört; das muss vorher geschehen, aber das Ende kommt nicht gleich danach.“ Einige der ersten und einige der letzten Dinge, die Jesus sagt, sind Prophezeiungen.

Weitere fünf Wochen im Jahr beschäftigen sich mit den Worten Jesu über Gott, den Vater.

Es lohnt sich vielleicht, als ein Indiz oder Anhaltspunkt über den Vers zu predigen, in dem Jesus sagt: „Der Vater ist gütig zu den Undankbaren und den Bösen.“

Jesus Christus als zentrales Thema

Und die mit Abstand meisten Predigten im Jahr, die mit Abstand meisten Sonntage und das Thema, das über die meisten Wochen überhaupt nach Jesus’ Predigtplan besprochen wird – das bekommt Jesus Christus, der Herr selbst.

Das sind sage und schreibe acht Wochen. Das entspricht zwei Monaten im gesamten Jahr, also einem Sechstel des ganzen Jahres.

Was sind so ein paar Verse, die dort aus meiner persönlichen Sicht nicht fehlen sollten? Zum Beispiel, wo Jesus sagt: „Ich, der gerade mit dir redet, bin der Christus.“ Hier gibt Jesus sich selbst zu erkennen als den Messias, als den verheißungsvollen Erlöser.

Oder wo Jesus sagt: „Ich bin vom Himmel herabgekommen.“ Das bedeutet, er ist gleich ewig mit dem Vater, was die Trinität ganz wichtig macht.

Ein weiteres Beispiel ist Johannes 7, wo Jesus sagt: „Ich bezeuge, dass die Taten dieser Welt böse sind.“

In Johannes 8 sagt Jesus: „Wenn ihr mich kennen würdet, würdet ihr auch meinen Vater kennen.“

Und ganz, ganz wichtig ist auch die Aussage: „Ich bin gekommen, um mein Leben als Lösegeld zu geben.“