Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Begrüßung und gemeinsames Gebet
So, erst mal ganz herzlich willkommen zu diesem Seminar: Den Glauben an die nächste Generation weitergeben.
Und bevor ich jetzt weiter loslege und wir in das Thema richtig einsteigen, ich werde mich auch noch ein bisschen vorstellen, möchte ich erst noch mit uns beten.
Vater im Himmel, ich danke dir einfach, dass du das so eingerichtet hast mit uns Menschen, dass wir von Generation zu Generation etwas weitergeben können. Dass es eine nächste Generation gibt, eine neue Generation. Ich bitte dich einfach, Vater im Himmel, dass du uns immer wieder zeigst, wie wir dein Wort, den Glauben an dich, die Liebe zu dir, wie wir das einfach weitergeben können, wie wir das vorleben können. Vater, du weisst doch, dass wir letzten Endes damit immer wieder überfordert sind, dass wir oft damit kämpfen und uns fragen, wie das eigentlich richtig gehen soll. Wir merken, dass wir da an Grenzen stossen. Und da bitte ich dich, dass du uns immer wieder Weisheit schenkst, dass du uns durch deinen Heiligen Geist ausrüstest, auch heute an diesem Tag, dass du uns Gedanken mitgibst, Impulse mitgibst von dir und dass das, was du uns mitgibst, letzten Endes ankommt bei den Kindern, bei den Jugendlichen, bei den Teenagern, bei der nächsten Generation, mit der wir unterwegs sind, damit sie dich kennenlernen, dir zur Ehre. Amen.
Wir haben hier bei uns ein grosses Anliegen, irgendwie Reiz. Den Glauben an die nächste Generation weitergeben, das ist ja so eine Sache, die, tja, sollte das nicht manchmal ganz einfach sein? Also nicht so einfach sein, dass man sich nicht so sehr auf die Frage richtet. Ich weiss nicht, was ihr schon alles an die nächste Generation so weitergegeben habt. Vielleicht, also ich habe zwei Töchter, ach ja genau, ich stelle mich noch kurz vor, machen wir damit erst mal weiter.
Also mein Name ist Christian Pletsch, Ron hat es schon kurz gesagt, Jahrgang 1976, bin verheiratet, habe zwei Töchter, so sehen die aus, also meine Frau und meine Töchter allerdings. Muss ich sagen, das Foto ist schon wieder zwei Jahre alt. Meine Kinder würden schimpfen, dass ich das hier zeige, weil die sind doch jetzt schon viel älter und viel grösser. Ja, genau.
Ich habe eine Ausbildung gemacht, zweierlei: also einmal ein Studium Betriebswirtschaft und dann am Martin-Butzer-Seminar noch eine theologische Ausbildung, nicht hier in München, sondern in Bonn. Habe dann ein paar Jahre allerdings erst mal in der Industrie gearbeitet, bevor ich diese Ausbildung am Martin-Butzer-Seminar begonnen habe. Habe ungefähr zehn Jahre in verschiedenen Aufgaben bei der KIB gearbeitet, genau, und bin jetzt seit drei Jahren am Theologischen Seminar Adelshofen, zum einen als Dozent, Referent für den Bereich Arbeit mit Kindern, und die Verwaltung verlässt mich nicht, genau, das ist dann auch noch eines meiner Aufgabengebiete.
Aber jetzt zurück. Ich habe gesagt, wir geben den Kindern so viel weiter, so Schuhe binden zum Beispiel. Ja, also ich weiss nicht, wer selber Kinder hat. Das ist ja so ein Ding, an dem kommt man nicht vorbei. Also ich meine, es gibt für heute immer mehr nur noch so Klettverschlüsse, und ich habe jetzt letztens noch gesehen, gab es eine Werbung auch im Internet für Erwachsene: nie mehr Schuhe binden. Weiss nicht, warum das ein Ziel ist, aber gut. Aber das ist ja eine Sache, das gibt man irgendwie weiter, und irgendwie klappt es. Ja, also bei uns hat es geklappt, und ich glaube, das ist so eine Aufgabe. Dann merkt man immer: Ja, das kann man beibringen, das funktioniert, das kann man weitergeben. Glauben weitergeben, dann merkt man immer wieder, das ist irgendwie dann doch ein anderes Thema.
Und meine Frage an euch jetzt am Anfang ist eigentlich erst mal: Warum ist das eigentlich ein anderes Thema? Wo erlebt ihr Herausforderungen darin, den Glauben weiterzugeben? Weil ich denke, ihr seid hier, weil ihr sagt, es ist uns wichtig, aber es ist nicht ganz so einfach. Wo seid ihr herausgefordert? Wo erlebt ihr eigentlich im Moment oder habt es erlebt, auch wenn es vielleicht nicht gerade ganz so aktuell ist, wo erlebt ihr eure Herausforderungen mit diesem Thema? Haut mal einfach was raus, und ich sammle das mal.
Aha, den Glauben sieht man nicht oder man sieht die Person nicht? Man sieht Glauben nicht. Okay, man sieht Glauben nicht. Schau mal auf, Glauben sieht man nicht. Interessant, okay.
Ich wollte sagen, die Kinder, die jetzt im christlichen Elternhaus gross werden, die wachsen ja relativ brav auf, ja, glauben das auch alles und ... Das ist einfach so die Herausforderung, dass sie an den Punkt kommen, wo sie wirklich erkennen: Ich bin verlorener Sünder. Sie glauben auf der einen Seite, aber es reicht noch nicht so, um wirklich wiedergeboren zu werden. Also diese Frage nach der Selbsterkenntnis und Sündenerkenntnis.
Das geschieht eine Frage nach Gott. Okay, wo kam es gerade her? Ja, okay, entwiesen. Wie meinst du das? Also, wir machen schon jahrelang Jungschar mit vielen Kindern aus der Umgebung, wo Jesus war und viel Leben vorkommt. Die kommen einfach, weil es Spass macht. Aber die Frage nach Gott ist nicht da.
Okay, man erlebt ein gutes Programm, was man vielleicht irgendwo durchführt, sei es für Jungschar, sei es für Teenager, für Jugendliche. Das kommt schon an. Da kommen auch junge Menschen, grosse oder kleine, ältere oder jüngere, weil sie es gut finden, weil sie es positiv erleben. Aber was sie nicht unbedingt mitbringen, ist die Frage nach Gott. Die liegt nicht wirklich oben auf, sie scheint fast nicht da zu sein.
Weitere Hindernisse, mit denen ihr ... Glauben kommen. Es gibt jemanden, der etwas trägert, dass sie die Schuhe binden, aber Glaube ist angefochten. Es gibt Anfechtung, jawohl, es gibt einen Gegner. Man könnte sogar sagen, ja, vielleicht trifft das auch hier. Jedes Mal, wenn wir natürlich Glauben weitergeben wollen, dann dringen wir in fremdes Herrschaftsgebiet ein.
Vielleicht ist es so, dass wir glauben, es ist immer nicht mehr gleich, die Leute sind unterschiedlich, man braucht unterschiedliche Ansatzpunkte. Nur Wind, das lernt man einmal an Kangen, aber Glauben ist nicht so leicht, fast auch nicht nach bestimmten Prinzipien einfach machbar. Glauben ist nicht einfach machbar, ja.
Ich habe Vorbilder von Eltern, die auch das Ziel hatten, das vorzuleben, also den Kindern das Vorgehen einzuprägen und ständig mit ihnen drüber zu reden. Das habe ich jetzt auch nicht so erlebt in meiner Kindheit. Okay, also es fehlen immer wieder auch Vorbilder, ja, Menschen, die irgendwie den Weg mitgehen, vorgehen, Vorbilder, Fragezeichen. Okay, noch eins?
Wenn sie älter werden, ist, glaube ich, die einzige Wahrheit, die man präsentiert. Okay, also es gibt so eine Art Wahrheitskonkurrenz, ja? Was? Ja, genau.
Also das sind schon eine Menge Herausforderungen, mit denen wir letzten Endes immer wieder umgehen und denen wir uns stellen müssen. Und deswegen möchte ich auch mit euch, also ich sage einfach du, ja, ich hoffe, das ist okay für euch, komme ich da nämlich immer nicht wieder raus, gerade nicht nur weil ich mit unseren Studenten arbeite, sondern auch weil ich so viel immer wieder mit Kindern mache. Da habe ich mir das so angewöhnt, da komme ich nicht raus. Also bitte seht es mir nach.
Im Blick auf diese Herausforderung ist es einfach mal anzugucken. Und gerade auch im Blick auf diese Herausforderung, die ihr hier geschrieben habt, möchte ich euch eine These schon mal mitgeben. Das ist vielleicht mein Satz. Es ist ja jetzt keine Predigt, sondern ein Seminar. Aber trotzdem: Wenn ihr den Satz jetzt hier mitnehmt und auf euch wirken lasst und mit euch gehen lasst, ich hoffe, dann nehmt ihr schon ganz viel mit.
Ob wir die nächste Generation, ob wir den Glauben an die nächste Generation weitergeben, das entscheidet sich im Alltag und nicht am Sonntag. Ja, also das ist erst mal ein ganz wichtiger Punkt, und wir werden darauf jetzt gleich auch noch mal intensiver eingehen, was das eigentlich bedeutet. Aber ob wir den Glauben an die nächste Generation weitergeben, ob uns das gelingt, das entscheidet sich nicht am Sonntag und auch nicht bei irgendwelchen einzelnen Events.
Wir sind in unserer Zeit sehr stark darauf fokussiert, auf bestimmte Veranstaltungen, auf bestimmte Tage, auf bestimmte Möglichkeiten, auf Events. Events ist absolut stark, wird sehr darauf geguckt. Aber die Schlacht wird nicht dort geschlagen, sondern die Frage ist: Wie sieht es mit dem Alltag aus? Und das hat ganz viel mit dem zu tun, was ihr hier letzten Endes auch schon an Herausforderungen gesprochen habt. Und deswegen möchte ich mit euch das so ein bisschen durchgehen, einfach mal zu fragen: Wie können wir trotz solcher Herausforderungen, das meine ich zu, was ist sonst? Wie können wir trotz solcher Herausforderungen den Glauben mit Gottes Hilfe weitergeben?
Also das sind so die drei Punkte, an denen wir uns entlang angeln: trotz der Herausforderungen. Da gucken wir jetzt erst mal noch mal kurz drauf. Den Glauben mit Gottes Hilfe. Wir schauen noch mal drauf: Was geben wir da eigentlich weiter? Was ist dieser Glaube? Was ist da die Grundlage? Und wieso mit Gottes Hilfe? Kriegen wir das nicht alleine hin? Da kann ja schon mal der Punkt ... Da ist eben halt was anders, beim Glauben weitergeben. Und was sind dann ganz praktische Ansätze? Wie kann dieses Weitergeben denn dann auch tatsächlich funktionieren?
Also, fangen wir mal mit den Herausforderungen kurz an. Eine Herausforderung, die an sich auf der Hand liegt, aber an die es immer wieder gilt, auch zu denken, ist die Herausforderung der Entwicklung. Kinder, Teenager, Jugendliche, die entwickeln sich. Klar, das gilt auch für uns. Noch nie so alt wie heute. Aber bei Kindern hat das halt auch noch mehr Folgen. Jeder, der selber Kinder hat oder das hatte und das beobachtet hat, der weiss, wie rasend schnell Entwicklungsschritte bei den Kindern sich vollziehen. Da kann man oft nur daneben stehen und staunen. Und das ist aber natürlich eine Riesenherausforderung in der Arbeit mit diesen Generationen oder mit der jungen Generation, weil ich nicht einfach eine Schablone habe, wo ich sagen kann: Also so geht das oder so sind Kinder. Das funktioniert nicht, weil Kinder sich entwickeln in einer grossen Geschwindigkeit.
Und was bedeutet das? Eine Sache, die ich immer wieder erlebe, und ich komme jetzt einfach auch ein bisschen aus meiner Erfahrung von den Dingen, die ich da jetzt einfach mal rausbringe, wo ich immer wieder merke, dass in Gemeinden Menschen, die mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten, da eine Herausforderung haben, ist die eine Herausforderung, dass Kinder sich vom Konkreten zum Abstrakten entwickeln. Ich erlebe oft, dass das Abstrakte viel zu früh eigentlich kommt und viele Kinder damit noch nichts anfangen können beziehungsweise damit Begriffe lernen, die sie zwar super wiedergeben können und auch wissen, wann man welchen Begriff einwerfen muss, ohne aber wirklich verstanden zu haben und mit verstanden, wirklich verstanden zu haben, worum es hierbei geht.
Ich habe einfach mal hier einen Text mitgebracht aus meinem Schulalltag, aus einer Geschichte, die ihr alle kennt, und da möchte ich euch einfach mal kurz vielleicht hilft euch das auch mal kurz zu sensibilisieren, was es bedeutet. Also das ist die Geschichte von Zachäus, ist es jemand, was ein Student bei uns geschrieben hat im ersten Semester.
Hups, jeder, der etwas in die Stadt hineinbringt zum Verkaufen, muss erst einmal an Zachäus vorbeigehen und muss an Zachäus Geld bezahlen, dass er in die Stadt rein darf. Ihr müsst wissen, Zachäus tut nur, was die Römer ihm angeordnet haben und sammelt so Geld für das Land ein. Keiner will freiwillig Geld bezahlen, um mit seiner Ware in die Stadt reinzudürfen. Die Leute glauben auch, dass Zachäus sicherlich einen viel höheren Preis ihnen sagt, als die Römer ihm vorgaben, und ein Teil des Geldes dann in seiner eigenen Tasche verschwindet und er es für sich behält. Es schien ganz klar zu sein: Der ist ein Betrüger.
So, einfach mal kurz die Frage: Welche Altersgruppe versteht so einen Text? Es ist geschrieben, offiziell für Dritte Klasse. Ja, Zwölf-, Dreizehnjährige, die hätten eine Chance, den Text zu verstehen. Neunjährige, acht Neunjährige, das sind die, die übrigens in der dritten Klasse sind, heutzutage normalerweise nicht. Warum nicht?
Ja, warum ist das nicht ihre Sprache? Woran merkt man, was ist denn hier abstrakt? Man spricht von fiktiven Personen, also jeder anstelle von: Stell dir vor, du wärst jetzt damals in die Stadt gegangen, dann hättest du das machen können. Okay, ja, sehr viel. Ja, es ist nicht ihr Alltag.
Also das grosse Problem ist hier: Einmal sind natürlich die Sätze viel zu ... Das sind Satzgefüge, nennt man die. Satzgefüge, das lernen auch Kinder erst auf der weiterführenden Schule. Also nur mal, um das klarzumachen: Das ist selbst im Deutschunterricht. Satzgefüge kommen erst auf der weiterführenden Schule. Satzgefüge heisst, ich nehme einen Satz, dann klebe ich hier noch einen Nebensatz dran und klebe da noch einen Nebensatz dran und dann habe ich den Hauptsatz in der Mitte und vorne klebe ich noch was dran und hinten klebe ich noch was dran oder ich mache sogar noch mehr Nebensätze. Da kommt kein Kind mit, ja.
Abstrakt sind auch, also hier sind ja sonst noch gar nicht viele grosse Sachen drin, das Ganze ist eine Beschreibung. Hier passiert gar nichts. Also das ist keine Erzählung in dem Sinne, hier passiert nicht etwas, sondern hier wird nur etwas beschrieben. Beschreibung, ja, also hier ist ja alles, es ist alles in indirekter Rede, die Leute denken, die Leute glauben, Zachäus könnte, Zachäus tut, was, ja, also das ist alles beschreibend. Es ist überhaupt keine Erzählung, hier passiert nichts. Man könnte daraus eine wunderbare, lebendige Erzählung machen.
Heute kommen wieder viele Leute in die Stadt, das ist das Erste. Jeder, der etwas in die Stadt hineinbringt. Heute kommen wieder viele Leute in die Stadt, die haben so viel mitgebracht. Die einen wollen was kaufen, die anderen sind gekommen, um Sachen zu verkaufen, aber dafür muss man ja erst mal in die Stadt reinkommen. Weil der Markt ist in der Stadt. Einfach nur, damit ihr ein Gespür dafür bekommt.
Und natürlich: Anordnen, Glauben, Vorgeben, das sind sehr abstrakte Begriffe, auch die. Sie sind nicht aus der Lebenswelt und aus der Sprachwelt der Kinder. Und wenn ich weitergehe, also ich habe euch jetzt nicht noch mehr dazu gebracht, dann würdet ihr, wenn ich euch jetzt noch mehr von dem Text mitgebracht hätte, dann würdet ihr feststellen, wie es dann noch weitergeht. Da kommen grosse Begriffe, da kommt der Begriff von Schuld, da kommen Begriffe von Glaube, da kommen Begriffe von Wiedergutmachung oder was weiss ich. All das sind aber hoch abstrakte Begriffe, die wir natürlich total gewohnt sind, die für die Kinder aber oft heute null Bedeutungsinhalt haben, null, weil sie nicht wissen, wie sie das füllen sollen.
Deswegen ist es unglaublich wichtig, sich das klarzumachen. Und wenn ihr mit älteren oder mit Erwachsenen redet, die werden euch übrigens auch sehr dankbar sein, wenn ihr es schafft, euch in kurzen Sätzen auszudrücken und dabei konkrete Beispiele zu benutzen, damit jeder weiss, wovon ihr gerade redet. Also diese Entwicklung, dieses vom Konkreten zum Abstrakten, also dieses abstrakte Denken, dass Kinder solche abstrakten Begriffe verstehen können und füllen können, das beginnt oft erst so, also es entwickelt sich auf der weiterführenden Schule. Meistens erst davor, dass man unbedingt darauf achten und ausserdem noch dazu bedenken: Abstrakte Begriffe sinnvoll zu füllen, es braucht extrem viel Übung.
Perspektivwechsel ist auch so ein Ding, wo ich immer wieder merke, dass Kinder oft ein Stück weit überfordert werden, gerade auch jüngere Kinder. Kinder bis zu einem gewissen Alter, auch so bis in den Anfang des Grundschulalters noch hinein, sehen die Welt sehr von sich aus. Man sagt dazu auch ein bisschen, das ist so ein bisschen egozentrisch. Nicht egoistisch, egoistisch sind wir alle, sondern egozentrisch. Wir denken und sehen die Welt von uns aus. Wenn ich so einem Kind sage: Was hat wohl die Maria gerade gedacht? Oder was hat der Zachäus wohl gedacht, als er auf dem Baum sass? Dann ist das eine spannende Frage, um festzustellen, wie das Kind denkt. Aber man sollte niemals meinen, das Kind könnte sich in Zachäus oder Maria hineinversetzen. Das kann es nicht. Es setzt seine Perspektive in Zachäus hinein oder in Maria hinein. Aber es kann nicht seine Perspektive verlassen und einen Perspektivwechsel vornehmen. Das ist ein Unterschied, ein feiner Unterschied, aber ein wichtiger Unterschied.
Deswegen ist es auch bis zu einem gewissen Alter absolut wichtig, dass man einfach gut erzählt, dass man die Dinge gut rüberbringt, dass die Kinder sich einfach mitgehen können in der Geschichte. Kinder bis zu einem gewissen Alter lieben es, Geschichten nachzuspielen. Aber dieses Nachspielen braucht dann auch oft in dieser Zeit echt eine Anleitung, damit die Kinder eine Chance haben, tatsächlich da mitzugehen und etwas von der Geschichte dann halt auch selbst zu erleben, weil ansonsten werden sie immer ihre Perspektive in die Person hinein verlegen, weil sie nicht aus sich heraus können.
Kinder zum Beispiel im Grundschulalter haben sehr starkes Gerechtigkeitsempfinden, habt ihr vielleicht selbst schon erlebt. Also diese Aussage: Das ist aber ungerecht, die hört man sehr oft und sehr häufig, das ist eine grosse Stärke. Das bedeutet nämlich dann zum Beispiel, wir sind ja immer noch bei dieser Herausforderung der Entwicklung, Kinder in diesem Alter, im Grundschulalter, haben überhaupt kein Problem mit Gottes Gerechtigkeit. Mit ihnen darüber zu reden, dass Gott gerecht ist, das ist für sie das normalste von der Welt. Dass Gott nicht Fünfe gerade sein lassen kann, sondern dass er gerecht ist und dass deswegen Ungehorsam und Sünde auch Strafe nach sich zieht, ist für sie völlig logisch. Das kann ja gar nicht anders, sonst wäre Gott ja ungerecht.
Manchmal hört man ja zum Beispiel, dass es sagt, mit Kindern darf man darüber nicht reden. Gerade Kinder im Grundschulalter sind dafür. Für die ist es das normalste von der Welt, weil das, worüber sie sich am meisten beschweren, ist nämlich, dass sonst viele so ungerecht sind. Womit Kinder in dem Alter herausgefordert sind, ist etwas ganz anderes, nicht mit Gottes Gerechtigkeit. Womit sind die herausgefordert? Wenn Gerechtigkeit klarliegt, Gnade ist eine grosse Herausforderung für Kinder in dem Alter.
Wenn Gerechtigkeit doch so auf der Hand liegt, wie kann Gott dann gnädig sein? Ist das nicht ungerecht? Paulus hat die Frage auch schon gestellt. Wie kann ein gerechter Gott vergeben? Grosse Möglichkeit, den Kindern hier eben dann auch deutlich zu machen, was Jesus für uns getan hat, dass es eben nicht ungerecht ist, wenn Gott gnädig ist, weil Jesus die Strafe auf sich genommen hat. Das ist mit ein Grund, warum gerade Kinder im Grundschulalter oft sehr empfänglich sind für diese Botschaft, und sie verstehen das wirklich, sie begreifen das, weil sie ein starkes Gerechtigkeitsempfinden haben, und dass dann jemand kommt und ihre Strafe trägt und sie deswegen freigesprochen werden können. Das ist nicht umsonst, dass viele Kinder gerade auch in dieser Altersspanne so, ich sage es mal, von acht bis elf, von acht bis zwölf, also auch noch in die ersten, wie man so sagt, so in die Unterstufe hinein, dass viele Kinder in dieser Zeit das Ergreifen im Glauben, dass Jesus für sie gestorben und auferstanden ist, weil es für sie in der Zeit, weil es für sie so auf der Hand liegt.
Und dann kommt aber natürlich auch der Punkt, wo haben wir es hier irgendwie, ja? Also Kinder werden natürlich halt auch älter, und dann gibt es natürlich auch den Punkt, dass sie sagen: Hey, sie fangen an, die Dinge zu hinterfragen, sich loszulösen von ihren Eltern, das auch, was sie von ihren Eltern übernommen haben, und damit natürlich auch den Glauben noch mal zu hinterfragen. Auch eine grosse Herausforderung, in der wir herausgefordert sind, Rede und Antwort zu stehen in dieser Zeit.
Es gibt noch mehr Herausforderungen, Herausforderungen, die aus einer anderen Ecke kommen, nämlich aus unserer Gesellschaft heraus und auch aus der Tatsache heraus, dass wir eben in einer Welt leben, die sich nicht ausrichtet nach Gottes Wort, sondern in der jemand anders das Sagen hat. Die erste grosse Herausforderung, mit der wir tagtäglich konfrontiert sind, mit der ihr vielleicht auch schon öfter zu tun hattet, gerade auch wenn ihr mit älteren Teenies oder Jugendlichen arbeitet, ist die totale Ablehnung der Transzendenz in unserer Gesellschaft. Also die Verneinung, dass es da etwas gibt, was über unserer erfahrbaren Welt sein könnte.
Geistesgeschichtlich wird das gerne bei Kant verortet, der diese Unterscheidung getroffen hat, der gesagt hat: Ja, es gibt die Phänomene, die Welt der Erscheinung, das, was ich irgendwie mit meinen Sinnen irgendwo fühlen, erfassen, greifen kann und so weiter, und darüber kann ich etwas sagen. Und dann gibt es aber auch die Welt dessen, was ich ja nur mit meinem Verstand erfassen kann. Da hat Kant eine Unterscheidung gesagt, und darüber kann man nichts sagen. Ja, beziehungsweise darüber kann man reden, aber da kann man ja keine Wahrheit finden, und deswegen lassen wir es am besten.
Ich sage das mal als ein bisschen provokant. Das findet sich zum Beispiel heute noch darin, dass es heisst, es gibt ja zum Beispiel zwei Themen, über die man, wenn man gut erzogen ist, bei Tisch nicht redet: Politik und Religion. Warum? Weil es eben heisst, das sind Themen, über die man ja nur Meinungen austauschen kann. Letzten Endes gibt es da keine Möglichkeit, eine Wahrheit zu finden, das endet nur in unkläglichen Diskussionen, also lässt man es. Und so leben wir.
Wer also auf die Strasse geht und etwas ... Politik darf man vielleicht noch auf die Strasse bringen, zum Teil wenigstens, aber über den Glauben reden, ganz schwierige Kiste geworden. Warum? Da kann man doch gar nichts drüber sagen, das kann man ja nicht fassen.
Interessanterweise kam das gestern auch mit diesem Beispiel von diesem Volk, die gesagt haben, den kann man ja nicht sehen, also kann man nichts darüber sagen, und diesem Sprachforscher querstrich versuchter Missionar, der daran scheitert, dass er sagt: Ja stimmt, da kann ich nichts dazu sagen. Das hat mich schon auch gestärkt, weil ich gesagt habe: Wow, der hat wirklich seine Hausaufgaben nicht gemacht. Aber das ist ja die Situation, also mit der bin ich ja nicht konfrontiert, da muss ich nicht in den Urwald, um mit dieser Situation konfrontiert zu sein, sondern die habe ich tagtäglich hier auf der Strasse. Ich muss nur mit irgendjemandem darüber reden und sagen: Hey, lass uns mal über Gott reden. Er sagt: Über was? Ja, darüber kann man doch gar nicht reden, weil man es längst verdrängt hat.
Und das ist natürlich ein Denken, mit dem unsere Kinder, Teenager, Jugendliche nämlich jeden Tag im Alltag gefüttert werden, auf YouTube, auf Instagram und in der Schule. Da sind die Katecheten unserer Zeit, um es mal ein bisschen provokant zu sagen. Und dort wird grundsätzlich gesagt: Also darüber kann man nichts sagen. Ja, weil, ja, das sieht man doch nicht, den Glauben sehe ich doch nicht, ich sehe Gott nicht, wie soll ich über den was sagen? Grosse Herausforderung.
Du hast eingangs gesagt, den Glauben weitergeben, das tut man im Alltag, wie wir alle stolpern ein bisschen über unsere eigenen Inkonsistenzen, aber mit denen transparent vor den Kindern umzugehen. Dass die Kinder merken, dass wir auch unserer eigenen Inkonstistenz bewusst sind, dass wir einen Ort haben oder eine Person haben, an die wir unsere Fehler, unsere Sündhaftigkeit auch abgeben können. Das halte ich für eine ganz, ganz wichtige Komponente hier.
Ja, auf jeden Fall. Authentisch ist. Genau, ja, auch Authentizität kommt jetzt, ja. Sag ich jetzt was du, nee, es ist total wichtig, was du gerade gesagt hast: Wir sind ja auch nicht perfekt, ja, absolut nicht. Und wir müssen natürlich den Kindern und überhaupt nicht nur den Kindern, Teenagern, Jugendlichen natürlich hier auch offen gegenüberleben, wie gehen wir denn damit um, wo gehen wir denn damit hin. Und da ist das Thema Authentizität ein ganz spannendes Thema, weil es auf der einen Seite eine Folge hiervon ist, was ich da aufgeschrieben habe.
Da sage ich nur ganz kurz was zu: dieses Überhöhung des Es oder kindlichen Ichs. Das ist ja eigentlich eine Begrifflichkeit aus der Psychotherapie von Freud, der gesagt hat: Ja, wir unterteilen das einfach mal unter dieses Es oder dieses kindliche Ich, das ist so der Sitz unserer Triebe, und man ist dann echt, wenn man dem einfach möglichst freien Raum gibt. Das ist die Sichtweise unserer Gesellschaft, auf jeden Fall in der westlichen Gesellschaft wird das auf allen Kanälen wirklich gepredigt, dass das das Richtige ist. Ich sage es mal ein bisschen zugespitzt: Man muss sich einfach gehen lassen. Wenn du einfach tust, was du willst, dann bist du echt, dann bist du authentisch, dann bist du cool, weil ansonsten bist du ja immer irgendwie unter Druck oder du wirst von anderen Seiten irgendwie gelenkt und geleitet. Du musst nur das tun, was du selber wirklich willst.
Und damit hat man dieses kindliche Ich oder dieses Es wirklich auf den Thron gehoben und gesagt, dem muss man huldigen, dem muss man hinterherlaufen. Also, hm? Ah, okay, ich dachte, gerade wollte jemand was sagen.
Und dadurch sind wir natürlich in zweierlei Hinsicht herausgefordert. Das eine ist, gegen den gesellschaftlichen Druck trotzdem immer noch zu verkündigen, dass der Mensch von sich aus eben nicht nach Gottes Willen lebt, sondern dass der Mensch da, wo er anfängt, einfach sich selbst zu folgen, unweigerlich in die Irre rennt und dass wir eben dringend jemanden brauchen, der uns eine Richtung gibt und uns vor allen Dingen auch hilft, diese Richtung überhaupt zu leben. Wir können das nämlich gar nicht.
Und das aufrechtzuerhalten, das stellt sich total gegen jede gesellschaftliche Überzeugung im Moment. Das ist auch der Grund, warum der Druck eher zunimmt. Das merkt aber gerade unsere junge Generation ganz, ganz stark, weil es absolut normal geworden ist und hochgehalten wird als die Erkenntnis unserer Zeit, dass man dann echt und richtig und authentisch und cool und was weiss ich ist, wenn man einfach das tut, was einem gerade der Bauch sagt, dass man dann richtig lebt und dass alles, was dagegen spricht, letzten Endes eine Infragestellung der menschlichen Freiheit wäre. Und dagegen zu halten und zu sagen: Nee, wir sind versklavt unter unserem eigenen Ich, unter unserem Fleisch. Wir sind Sklaven der Sünde, und die Freiheit gibt es nur in Jesus Christus. Das ist Gegenkultur, absolute Gegenkultur.
Und gleichzeitig steckt da drin eine grosse Chance in dieser Überhöhung, denn es ist da drin der Ruf nach Authentizität, weil Kinder werden ja dazu aufgefordert, unbedingt, Teenies und Jugendliche ihrem eigenen Willen zu folgen und nicht jemand anderes zu fragen. Also Gott zu fragen, ist total uncool, weil dann frage ich ja nicht mehr mich selbst, sondern ich frage ja jemand anders. Schwierig. Aber dieser Ruf nach Authentizität bedeutet eben halt auch, dass es eine Riesenchance ist, für uns Glauben weiterzugeben, vorausgesetzt, wir leben unseren Glauben offen, ehrlich, authentisch, mit allen Hochs und Tiefs. Dann haben wir hier eine ganz grosse Gelegenheit, eine ganz grosse Möglichkeit, da, wo wir anderen an unserem Glaubensleben Anteil geben, Glauben weiterzugeben.
Und ich greife jetzt schon mal ein Stück weit vor, und ich denke, das ist mit einer der Hauptgründe, warum sich Glauben weitergeben nicht auf Sonntag beschränkt und auch am Sonntag nicht entschieden wird, sondern in unserem Alltag. Ob es uns gelingt, der nächsten Generation tagtäglich authentisch Glauben vorzuleben. Gelingt uns das, dann haben wir eine Chance, von unseren Möglichkeiten her gesehen Glauben weiterzugeben, weil eben dieser Ruf nach Authentizität sehr gross ist. Gelingt uns das nicht, dann verlieren wir extrem viel Boden gegenüber diesen, wie ich sagte, Katecheten unserer Zeit, die da heissen YouTube oder kennt ihr die im Moment erfolgreichste App, die pro Tag am meisten neu installiert wird? Weiss einer, welche das ist? Nein, Instagram war so vor fünf Jahren so die erfolgreichste App. Richtig, hervorragend, ja, TikTok, wer kennt sie? Okay, oh ja, ja, TikTok: zehn Sekunden oder zwanzig Sekunden, zehn, zwanzig Sekunden sind die Videos, die dort hochgeladen werden. Das muss man sich mal vorstellen, nicht länger. Also es ist auch so eine Art Videoplattform, wo Kinder, Teenager, Jugendliche alle möglichen Videos hochladen mit all möglichen Zeug. Es ist wahnsinnig kurz, es ist im Moment die erfolgreichste App.
Das ist auch eine Datenkrake, ganz klar, aber das ist zum Beispiel etwas, das gehört auch zu den Katecheten unserer Zeit, dieser App. Und um da etwas gegenzusetzen, das schaffen wir nur, wenn es uns gelingt, im Alltag als Vorbilder authentisch unseren Glauben immer wieder vorzulegen. Wie das geht, da gucken wir jetzt gleich noch mal drauf.
Herausforderung, dieses Thema in Fragestellung von Wahrheit, da hat Ronny jetzt auch schon mal ein bisschen was zu gesagt, diese Wahrheitskonkurrenz auch, was ist überhaupt Wahrheit, ist natürlich auch ein Thema, das uns immer wieder herausfordert. Aber auch hier ist das Thema oder der Ruf nach Authentizität interessanterweise etwas, was uns unterstützt, weil das durchgedrungen ist. Wahrheit muss sich leben lassen können. Ich sage das mal so, und wenn wir christlichen Glauben in guter Weise vorleben können, dann bekommt es, ich sage das mal in den Augen der jungen Menschen unserer Zeit, dann steigt es in der Wahrheitskategorie an, auch wenn das nicht mein Begriff von Wahrheit ist, dass es so Wahrheitskategorien gäbe oder so. Aber für die jungen Menschen unserer Zeit ist das ein Thema, und je überzeugender Sie das sehen, umso überzeugender ist es für Sie auch. Umso steigt es für Sie letzten Endes in der Kategorie von Wahrheit sozusagen an. Hups, das ist die falsche Richtung. So, jetzt nehmen wir schon mal weiter.
Glauben dann jetzt weitergeben im Rahmen dieser Herausforderung: Was ist das für ein Glaube, den wir da weitergeben? Ich mache das noch mal ganz kurz, weil es gestern auch schon mal vorkam und dann muss ich mich da gar nicht mehr lange dran aufhalten. Ich habe hier einfach noch mal meinen liebsten Katechismus mitgebracht, den Heidelberger. Da gibt es eine Frage 21: Was ist wahrer Glaube? Es ist nicht allein eine gewisse Erkenntnis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durch das Evangelium in mir wirkt, dass nicht allein anderen, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt sei, aus lauter Gnaden allein und des Verdienstes Christi will.
Ich habe da so ein paar Sachen hier eingehalten, also die gewisse Erkenntnis, also es braucht Wissen, was dazugehört, das Vertrauen auf, also diese Zustimmung zu dem Wissen, dass ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort geoffenbart hat. Also ich habe das Wort, da finde ich Wissen, da finde ich Erkenntnis drin, dem zuzustimmen, also ich habe ein Wissen, ich habe eine Zustimmung und dann eben das ganz Entscheidende dann ist: Nur Wissen reicht nicht, nur dem Wissen zuzustimmen reicht auch noch nicht. Was dann noch wichtig ist, ist das herzliche Vertrauen, und es kommt auch nicht aus uns allein, sondern welches der Heilige Geist in uns wirkt. Das ist der Glaube, und hier wird auch deutlich, warum die Hilfe Gottes natürlich noch mal so wichtig ist. Nur durch ihn können wir letzten Endes wirklich dahin kommen, dass wir Christus dieses Vertrauen schenken, dass er für uns, für mich persönlich, ans Kreuz gegangen, gestorben und auferstanden ist.
Also wichtig: Glaube braucht Erkenntnis, Glaube braucht Zustimmung zu dieser Erkenntnis und Glaube braucht Vertrauen. Und jetzt möchte ich noch eines hinzufügen. Früher wurde das immer automatisch mitgedacht, heute denkt man das anscheinend manchmal nicht mehr automatisch mit: Vertrauen erweist sich im Tun.
Ihr erinnert euch an das Beispiel, was Vaughn gestern gebracht hat, vielleicht, wo er gesagt hat: Na, wie ist das mit dem Glauben, mit dem Vertrauen? Da sagt einer: Ich habe diese Gabe des Vertrauens nicht. Dann sagt der: Ja doch, da steht im Busfahrplan, steht, der kommt dann, und dann stellst du dich hin, weil du darauf vertraust, dass er kommt. Dein Vertrauen erweist sich im Tun. Und dann siehst du, du kannst doch vertrauen.
Und das ist eben genau der Punkt, auf den ich hier einfach noch mal ganz kurz hinweisen will: Vertrauen erweist sich im Tun. Das heisst, Vertrauen lebt darin, dass dieses Vertrauen zur Tat wird, weil gerade in diesem Vertrauen und in diesem erlebten Vertrauen eine unglaubliche Gewissheit drinsteckt, weil ich da nämlich Gewissheit erfahren kann. Wenn ich mich nur hinsetze und sage: Na ja, ich vertraue schon darauf, dass Gott handelt oder wirkt oder dass Gott vielleicht auch durch mich etwas tun will oder bewirken will, und ich sitze immer nur auf meinem Sessel, dann passt es eben nicht zusammen.
Ja, also Vertrauen in Christus bedeutet eben immer auch, dass ich mich auf ihn verlasse, und mich auf ihn zu verlassen bedeutet dann auch, das zu tun, was er sagt, weil sonst vertraue ich ihm ja nicht. Es ist dieses alte Beispiel, was ihr alle kennt: das Kind, was auf der Mauer steht, und der Papa fragt: Vertraust du mir? Das Kind sagt: Klar, weil ich dann springe in meine Arme. So, und was dann? Vertrauen heisst, das Kind springt in seine Arme. Wenn das Kind dann vorsichtig von der Mauer heruntersteigt, dann hat es zwar gesagt, ja, ich vertraue dir, aber sein Handeln hat deutlich gemacht, dass es kein Vertrauen gibt. Vertrauen erweist sich im Tun.
Wie wird hier eben gewirkt? Dieses Vertrauen, dieser Glaube braucht zum einen die Verkündigung, und es ist halt auch immer wieder wichtig, sich das klarzumachen. Ich lebe vor, ich habe gerade viel darüber schon mal gesagt, wie wichtig es ist, das vorzuleben im Alltag. Aber es braucht eben natürlich dabei auch die Weitergabe der Inhalte, weil der Glaube braucht ja erst mal auch Wissen, Erkenntnis und dann Zustimmung. Aber welchem Wissen soll er denn zustimmen? Oder um es anders zu sagen: Ich kann keinem Gott vertrauen, dem ich nicht kenne. Ich brauche ein Wissen über ihn, dem ich zustimmen kann und nach das ich dann mein Vertrauen auch bauen kann.
Und natürlich sich noch mal klarzumachen, dass Jesus selbst sagt: Das ist das Werk Gottes, das hier an den glaubt, den er gesandt hat. Es ist Gottes Werk, wenn ein Mensch zum Glauben kommt.
Okay, was heisst das für diesen Auftrag denn, wir haben? Also, trotz Herausforderung den Glauben mit Gottes Hilfe weitergeben, also weitergeben ist also jetzt hier unser Auftrag. Ich habe euch meinen Lieblingspsalm dazu mitgebracht aus Psalm 78. Renana, kannst du schon auswendig? Liest du es kurz vor? Danke!
Was wir gehört und erfahren und unseren Tätern erzählt haben, wollen wir nicht verhehlen ihren Söhnen der kürbischen Generation erzählen, die Ruhme starken des Herrn seine Macht und seine Wunder, die er getan hat, damit die kürbische Generation sie kenne, damit sie auf Gott ihr Vertrauen setzen und die Taten Gottes nicht vergessen und seine Gebote nicht verletzen.
Genau: Vertrauen, die Taten Gottes nicht vergessen, Gebote befolgen. Drei wunderschöne Dinge, die der Psalmist hier deutlich macht. Er sagt also: Was wir erfahren haben, was wir leben, was wir gehört haben, was wir glauben, das geben wir weiter. Ganz wichtig: Was geben wir weiter? Wir geben nicht irgendwas weiter, sondern die Ruhmestaten des Herrn, seine Macht, seine Wunder. Das heisst, an dem, was Gott getan hat, und wie wir es in der Bibel auch finden, wie er sich zeigt, wie er sich offenbart, das können wir den Kindern, den Teenagern, den Jugendlichen weitergeben, der nächsten Generation. Insbesondere natürlich das grösste Wunder, was je geschehen ist, dass Gott Mensch wurde für uns, dass er seinen eigenen Sohn auf diese Erde gesandt hat, damit wir leben können, das grösste Wunder überhaupt.
Die nächste Generation soll es kennen, da sind wir wieder bei diesem Wissen, das muss überhaupt erst mal bekannt werden, und dann ein wunderbarer Zieldreiklang, damit sie auf Gott ihr Vertrauen setzen, die Taten Gottes nicht vergessen, Gebote befolgen. Hier stecken drei wunderschöne Sachen drin: das Vertrauen, meine Überzeugung, meine Zustimmung, mein ganzes Herz, das damit hineingerissen wird, wo ich sage: Jawohl, diesem Gott kann ich gar nicht anders, an den hänge ich mich, dem vertraue ich, auf den baue ich mein Leben. Das Wissen um Gott und sein Handeln, seine Taten, das nicht zu vergessen, daran immer wieder erinnert zu werden, das im Blick zu haben und dann natürlich auch das zu tun, was sein Wort sagt.
Also unser Auftrag könnte man sagen, ist ein Auftrag, so hat es später mal ein gar nicht so frommer Pädagoge in Deutschland formuliert, das ist ein Auftrag für unseren Kopf, die Taten Gottes zu kennen und nicht zu vergessen, für unser Herz, ihm ganz zu vertrauen, und für unsere Hand, dass wir das tun, was er in seinem Wort halt auch sagt, dass wir das umsetzen. Also wem das hilft: Kopf, Herz und Hand finden sich schon im Psalm 78, nicht erst bei Pestalozzi.
Also es geht um die Vertrauensbildung, um die Vertrauensbildung am heiligen, gerechten, ewigen, herrlichen, wunderbaren, liebevollen, barmherzigen und gnädigen Gott. Es geht um die Erkenntnis, zu wissen, wer Gott ist, was er getan hat, wie er sich in unserer Geschichte gezeigt hat, in der Geschichte mit der Menschheit, wie er da sichtbar geworden ist, und dann geht es natürlich wieder darum, dass dieses Vertrauen und dieses Wissen um Gott im Handeln sichtbar wird, dass es Folgen hat.
Ja, genau, das hatten wir schon. So, und wie geschieht das? Du hast es vorhin gebracht. Aus 5. Mose 6 stammt ja das, was du formuliert hast. Ich lese mal, doch ich lese von Anfang an, es ist das berühmte Bekenntnis des Volkes Israel: Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft, und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt, wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst, wenn du aufstehst, sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore schreiben.
Auch hier macht Gott schon im Alten Testament deutlich, wie wichtig es ist und wie wir das weitergeben können, was unser Auftrag ist. Und unser Auftrag beginnt bei uns selbst. Wir hatten hier das Thema Vorbild. Es gibt keinen stärkeren Text dazu wie das, was Gott hier seinem Volk gesagt hat. Es beginnt bei uns selbst, dass wir selbst Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Kraft lieben und ihm folgen und dass sein Wort wirklich unser Herz und unser Leben erfüllt. Damit beginnt es bei uns. Das ist unser erster Schritt, wenn es darum geht, den Glauben an die nächste Generation weiterzugeben, dass wir bei uns selbst eben hier anfangen.
Und dann kommt dieses: Du sollst es deinen Kindern einschärfen, du sollst davon reden, wenn du im Haus sitzt, auf dem Weg gehst, dich hinlegst und wenn du aufstehst. Wunderschöne, bildliche Sprache, ich liebe das, weil es einfach heisst: immer. Zu jeder Gelegenheit. Es gibt keine Gelegenheit, bei der man nicht einen Bezug herstellen könnte zu Gott. Alles, was ich tue, soll von meiner Beziehung zu Gott durchdrungen sein, und deswegen muss es auch möglich sein, darüber zu reden, wie Gott an diesem Punkt oder an jenem Punkt in meinem Leben, in meinem Alltag, wo er hier hineingreift, wo sein Reden, sein Wort, sein Sein, seine Beziehung zu mir eine Rolle bespielt. Das ist möglich und es muss möglich sein.
Und das ist die grosse Herausforderung an uns, nicht eine Herausforderung, die von aussen kommt, sondern die Herausforderung an uns, das umzusetzen und das zu leben, weil hier der Glaube an die nächste Generation im Alltag weitergegeben wird. Nicht an irgendwelchen bestimmten Punkten. Es gibt tolle Konzepte, wie man Kindergottesdienst gestalten kann, viele super Ideen, jedes Konzept hat seine Stärken, hat seine Schwächen, da kann man ganz viel von machen, und das ist eine tolle Möglichkeit. Und bitte, wenn ihr sowas macht, macht das unbedingt weiter. Aber das Wichtigste ist, dass wir das nicht aus dem Blick verlieren, dass es darum geht, im Alltag den Glauben an die nächste Generation weiterzugeben, indem wir ihnen konsequent vorleben und nicht nur leben und sagen: Na ja, die sehen ja, wie ich das lebe, sondern zu begründen, zu erklären, zu erläutern, immer wieder zu sagen, warum ich etwas tue und welche Rolle Gott und Jesus Christus hier eigentlich spielen und warum das Evangelium so zentral für mein Leben ist.
Ich habe gehört, dass man gesagt hat: Ja, aber die Kinder wissen das doch schon alles. Gerade wenn die vielleicht in einer christlichen Familie aufgewachsen sind, die kennen das doch und haben das schon oft gehört. Und dann sage ich: Um nochmal aufs Schuhebinden zurückzukommen, wie oft hast du deinem Kind gezeigt, Schuhe zu binden, und wie oft hat dein Kind das geübt? Und auch als du schon dachtest, es kann das, und auf einmal sass es wieder davor und es klappte dann doch noch nicht, und dann bist du wieder hingegangen, es ist wieder gezeigt. Also ich glaube, ich habe jetzt keine Untersuchung dazu, ja. Aber es ist sehr, sehr oft auch meiner Erfahrung nach, dass man Kindern zeigen muss, wie sie Schuhe binden, bis sie das wirklich gut beherrschen.
Hier geht es um viel, viel mehr. Hier geht es nicht einfach nur um Schuhe binden, sondern hier geht es um die Frage, wie ich mein ganzes Leben gestalte und wie ich mein Leben lebe und ob ich an Gott vorbeilaufe oder ob ich mein Leben auf Gott setze. Und das ist etwas, das kann man gar nicht genug immer wieder deutlich machen, in den verschiedenen Situationen meines Lebens das immer wieder weiterzugeben. Also schön, wenn dann noch sowas unterstrichen kommt, ja.
Und dieses Weitergeben, dieses Weitergeben braucht, und das ist jetzt, ja, ich will mir keine Eulen nach Athen tragen, aber ihr erinnert euch, das ist Gottes Werk. Und wir können den Glauben nur mit Gottes Hilfe weitergeben. Und deswegen ist das Gebet für die Kinder und die Teenies und die Jugendlichen, mit denen ihr in eurer Gemeinde unterwegs seid, und bitte schliesst die Eltern eigentlich auch gleich mit ein, weil die haben natürlich die grössten Möglichkeiten. Das Gebet für die nächste Generation und die Eltern dieser Generation, das ist der Startpunkt, das ist ein unglaublich wichtiger Dienst, darin der nächsten Generation den Glauben weiterzugeben.
Es gibt da ein Beispiel, was mich persönlich selbst sehr bewegt hat und was ich euch deswegen auch weitergebe, obwohl es nicht mein eigenes ist. Ich weiss nicht, ob euch der Name Howard Hendricks noch was sagt, er war viele Jahre lang Professor in Dallas für gerade auch für den gemeindepädagogischen Bereich, er hat sehr viele gute Bücher geschrieben. Er berichtet aus seinem eigenen Leben, er war in seiner Gemeinde auch selbstverantwortlich für diesen ganzen Bereich der Arbeit mit Kindern. Es gab eine Klasse in seiner Sonntagsschule, das waren so zwölf, dreizehnjährige Jungs, die jeden Mitarbeiter zur Verzweiflung brachten. Und sie suchten händeringend immer wieder nach jemandem, der denn bereit war, diese Gruppe zu übernehmen, weil das wollte keiner.
Und dann kam eines Tages ein Siebzigjähriger zu ihm und sagte: Ich mach das. Und da er jemand brauchte, sagte er: Okay, wenn du meinst. Also eigentlich hätte er gerne abgelehnt, aber er konnte nicht, weil er jemanden brauchte. Und dann sagte er: Es ist in Ordnung, wenn du meinst, du willst das machen. Er hatte grosse Sorge, dass die diesen Siebzigjährigen auseinandernehmen. Er sagte, nach einem Monat ging er dann hin, um zu hören, wie es so läuft. Er wollte auch einfach mal in so einer Runde dabei sein, und er war dabei, und er war fasziniert, weil die Jungs, die dabei sassen, die machten mit. Es war eine total, ja, unglaublich konstruktive Zeit. Er war überrascht von dem Tiefgang in dieser Zeit und wie die Jungs sich da hineinnehmen liessen.
Und hinterher zu diesem Siebzigjährigen sagte er: Was ist dein Geheimnis, was hast du gemacht? Also allein schon als Dozent musste er unbedingt wissen, was denn da vor sich gegangen war, welchen Kniff er vielleicht übersehen hatte. Und dieser Siebzigjährige, der sagte: Schau mal hier, und er hat ein Buch. Eine Kladde. Er zeigte ihm das Buch, und er schlug das Buch auf und auf jeder Seite, und er schlug um, und es war wie so ein Freundebuch. Ich kenne so Freundebücher früher von Kindern, da klebt immer ein Foto drin, da steht der Name und wie alt und was machst du gerne. Aber das hatten natürlich nicht die Jungs reingeschrieben, sondern der Siebzigjährige hatte da reingeschrieben.
Er hat gesagt, das ist alles, was ich in den letzten Wochen über sie gesammelt habe. Da stand aber dann eben nicht nur drin, welches Hobby sie haben, sondern es stand auch drin, wo sie gerade Schwierigkeiten hatten, in der Schule, zu Hause, mit Freunden, was sie gerade beschäftigte, was ihre Fragen im Leben waren. Man sagte: Weisst du, ich bete jeden Tag für jeden dieser Jungs. Alles, was ich über sie weiss, bringe ich vor Gott. Und Howard Hendricks sagt, er sei voll überzeugt, das war das Geheimnis. Der siebzigjährige Mann war ein siebzigjähriger Mann, Chris von Herzen, gläubig und voller Vertrauen darauf, dass Gott in dem Leben dieser Jungs etwas verändern kann und wirken kann. Da hat er alles gesammelt, was er über die Jungs in Erfahrung bringen konnte, und es täglich einfach vor Gott ins Gebet gebracht. Und Gott hat sich bitten lassen.
Und ich glaube, dass es unglaublich wichtig ist, dass wir uns selbst das da auch immer wieder bewusst machen, welche Verheissung Gott uns da aufs Gebet gelegt hat. Er sagt: Bittet, und es wird euch gegeben. Oder einfacher gesagt vielleicht auch: Jesus hat gesagt, wenn ihr euren Vater um einen Fisch bittet, wird er euch ja nicht eine Schlange geben. Ist das nicht ein Armutszeugnis für diese Gemeinde gewesen? Ist das ein Armutszeugnis für diese Gemeinde gewesen? Da bin ich froh, dass ich darüber kein Urteil fällen muss. Urteil überlasse ich Gott. Ich bin dankbar für so ein gutes Beispiel, für einen 70-Jährigen, der eben ein hervorragendes Beispiel dafür ist und gezeigt hat, was Gebet bewirkt oder was Gott bewirkt, weil Gott sich bitten lässt, weil Gott eine Verheissung aufs Gebet gelegt hat, da Gott eben souverän ist und handelt. Das finde ich ganz grossartig.
Es ist wichtig, dass wir dabei, wenn wir den Glauben weitergeben wollen, diese Ziele im Blick haben, die Gott da einfach mitgibt, diese Ziele: Vertrauen, Wissen und Handeln, dass wir da nicht nur auf eines dieser Dinge vielleicht unsere Augen mehr richten. Ich weiss nicht, wie es bei in eurer Gemeinde ist. Überlegt doch mal ganz kurz, indem ihr eure Köpfe zusammensteckt, da wo ihr sitzt, welche Ziele habt ihr gut im Blick in eurer Gemeinde von diesem Vertrauen, Wissen oder Handeln? Gibt es auch etwas, was ihr stärken müsstet? Nehmt euch mal einen Moment Zeit, fragt euch das mal ganz kurz, so zwei, drei Minuten könnt ihr mal mit eurem Nachbarn darüber reden, fragt einander, was denkt ihr oder was denkst du, was ist bei euch gerade voll im Blick, worin drin seid ihr stark, bei welchem Ziel, Vertrauen, Wissen, Handeln, und wo denkt ihr, das müssen wir stärken? Zeit läuft.
Ich finde es immer super, wenn ihr dazu ins Gespräch kommt. Ich hoffe, dass wir nach Anregung über dir gleich noch weiterreden können in der Mittagspause. Ich möchte euch das nur auch ans Herz legen, darauf selbst euch immer wieder zu hinterfragen und zu achten, denn jeder von uns hat meistens eigentlich Schwerpunkte. Das liegt auch ein Stück weit in unserer Persönlichkeit, in unserem Charakter. Manche haben grossen Kopf, ich sage überspitzt ja, Herz und Hände sind da ein bisschen kleiner geraten, da ist einfach viel Wissen da. Und wenn ich selbst weiss, ich bin ein bisschen so ein Typ, da muss ich aufpassen, dass ich nicht immer nur von Kopf zu Kopf weitergebe, sondern dass ich die anderen Dinge mitbedenke.
Bei anderen ist das anders, da ist das Herz riesig, die sprühen immer von Vertrauen und Begeisterung über Gott, die müssen aufpassen, dass sie in dem, was sie weitergeben, die Erkenntnis des Wissens und auch des Tuns nicht vergessen. Und natürlich gibt es auch die, die immer sagen: Mensch, mach doch einfach, tu es! Was hältst du dich so lange mit deinen Überlegungen und deinen Gedanken auf? Mach doch einfach was, tu doch einfach was! Und die braucht man dann auch oft als Korrektiv, je nachdem, wo man sich selber gerade einordnet.
Deswegen ist es gut, sich darüber auch im Team immer wieder Gedanken zu machen oder auch als Ehepaar: Was decken wir eigentlich ab, wo sind wir vielleicht gut drin und wo sind vielleicht auch unsere Schwächen? Und das dann halt auch in die Vermittlung einfach immer wieder mit hineinzunehmen, vielleicht gerade dann auch in den bestimmten Gruppen, wo man die Chance hat, vielleicht mit mehreren zusammen zu sein, sich immer wieder zu fragen: Sind wir auf der ganzen Bandbreite unterwegs oder haben wir irgendwo ein gewisses Ungleichgewicht bei uns aufgebaut? Weil ich finde das ganz wichtig und ich finde das auch sehr hilfreich, dass die Bibel uns immer wieder sagt: Mensch, vergesst nicht, dass der Mensch ein ganzer Mensch ist. Der besteht nicht nur aus Kopf oder nur aus Herz oder nur aus Hand, sondern der ist eine Einheit. Das Vertrauen, das Handeln, das Tun, das Wissen, das alles zusammen bildet den Menschen und ist Teil seines Lebens.
Deswegen hier immer wieder darauf zu schauen, zu gucken: Jawohl, wir wollen in allen Bereichen unterwegs sein, Kindern, Teenagern, Jugendlichen gute Lehre weitergeben, gutes Wissen auch vermitteln, aber natürlich auch ihr Herz ansprechen. Warren hat das gestern halt auch sehr schön rübergebracht. Also die Sache, ja, ich muss die Menschen halt auch erwischen.
Das gilt auch für Kinder, Teenager und Jugendliche. Ich muss sie erwischen in dem, was sie in ihrem Herzen bewegt, dass sie merken: Hey, das hat was mit mir persönlich zu tun und mit meiner Beziehung zu Gott. Und dann eben aber auch zu wissen: Hey, wie wird das praktisch, wie wird das umsetzbar, wie lebe ich damit, wie lebe ich das, was hat das mit meinem praktischen Alltag dann auch immer wieder zu tun, auf dieser ganzheitlichen Sicht der Bibel da auch einfach mitzunehmen und auf diesen drei Bereichen unterwegs zu sein und nicht eines runterfallen zu lassen. Lasst euch da auch selbst immer wieder hinterfragen oder hinterfragt euch oder fragt mal jemanden, der euch gut kennt. Meistens hat man ja eine Ahnung und weiss eigentlich, wo man so selbst den Schwerpunkt hat oder wo man vielleicht nicht so, was einem nicht so liegt, aber man kann auch mal jemand anders fragen, und es ist manchmal sehr, sehr hilfreich, auch da dazuzulernen und zu schauen: Hey, wie kann ich das in der ganzen Bandbreite da auch weitergeben: Glauben, das Wissen, das Vertrauen und auch das Tun.
Entwicklung und kindgerechte Vermittlung
Altersgerechte Verkündigung ist natürlich ein weiterer wichtiger Ansatz, den ich jetzt ein bisschen kurz fasse. Da sind zwei Begriffe drin. Das eine ist altersgemäß. Das bedeutet, sich eben klarzumachen, was wir am Anfang hatten: ein bisschen auf die Entwicklung zu achten. Gute Materialien bieten das. Und es gibt sehr viele gute Materialien. Ich habe keine Materialliste mitgebracht. Wenn ihr sagt: Ach Christian, kannst du uns nicht so etwas noch zur Verfügung stellen?, dann mache ich das noch. Dann werden wir das einfach noch. Der Tag wird ja auch irgendwann auf die Internetseite hochgeladen und so weiter. Wenn ihr sagt: Gib uns doch noch irgendwie noch mal so eine Materialliste, mache ich das gerne. Aber Material ist eben nicht das Entscheidende. Weil, wie ich am Anfang gesagt habe, die Schlacht nicht am Sonntag geschlagen wird. Das Entscheidende ist das, was wir im Alltag vorleben und was wir da weitergeben. Und danach kommt erst dieses andere.
Aber altersgemäß unterwegs zu sein, zu gucken: Hey, wo stehen die Kinder gerade? Was können sie verstehen? Was können sie mitnehmen? Sich manchmal vielleicht auch überraschen zu lassen, dass man dann merkt, man hat sie vielleicht doch über- oder unterfordert. Daran sind wir eben auch nie perfekt. Und es geht mir da genauso wie euch. Aber zu versuchen, das hineinzubringen.
Und das andere ist mir aber viel wichtiger, jetzt gerade noch Verkündigung wirklich auch umzusetzen, wirklich zu verkündigen. Warum ist mir das so wichtig? Weil es in letzter Zeit auch im evangelikalen Bereich in Deutschland immer stärker hineinschwappt. Es ist eigentlich eine Bewegung, ursprünglich aus der normalen Pädagogik. Dann hat es 20 Jahre gebraucht, bis es in der Religionspädagogik angekommen ist, und jetzt kommt es mit 15 Jahren Verspätung auch im freikirchlichen Bereich an, dass man sagt: Nein, Verkündigung, das bedeutet ja, ich weiß etwas, was der andere nicht weiß. Das ist ein Machtgefälle, das darf es nicht geben. Also muss ich mich runterbegeben. Man spricht dann gerne davon, ich begebe mich auf die Augenhöhe der Kinder. Und wenn ich das tue, dann verkündige ich ja gar nicht mehr, weil ich ja gar nicht mehr weiß. Und ja, ich biete den Kindern nur etwas an.
Und da muss ich sagen: Das ist absolut, ich sage das mal ganz krass, das ist unbiblisch. Weil die biblische Offenbarung anders läuft. Gottes Wort tritt von außen an uns heran. Das ist genau der Punkt. In der Bibel stehen genau die Dinge, die wir uns nicht einfach aus uns selbst heraus produzieren können, sondern da tritt Gott auf uns zu. Er äußert sich. Er spricht das, was wir unbedingt brauchen, weil wir aus uns selbst ihn nicht sehen, nicht erkennen können, in seiner Größe, seiner Herrlichkeit, vor allen Dingen nicht in seinem Evangelium, seiner Rettungstat. Das kriegen wir nicht aus uns selbst heraus. Wir brauchen, dass jemand auf uns zutritt, dass Gott auf uns zutritt in seinem Wort und uns sagt, wer wir sind und wer er ist. Auf die Idee kommen wir nicht von alleine. Das geht nur dadurch, dass Gott auf uns zukommt und uns anspricht.
Und deswegen ist verkündigen eines der häufigsten, also ein unglaublich häufiges Verb im Neuen Testament, weil es ohne die Verkündigung nicht geht. Also deswegen noch mal die Betonung darauf: Gebt das Wort Gottes immer wieder weiter. Habt keine Angst davor, dass man davon irgendwie mal, dass man Leute damit langweilt, weil Langeweile ist ja heute auch so ein absoluter Begriff. Man darf auf gar keinen Fall jemanden langweilen. Aber ja, okay. Gebt das Wort Gottes weiter, das heute Morgen noch mal gehört wurde, weil das Wort Gottes das lebendige Wort ist, das kräftig ist und etwas bewirkt.
Und dann eben dieser zentrale Teil am Glaubensleben. Das, was wir vorhin beschrieben haben, was in der Familie natürlich zuerst beginnt, das kann formell sein, durch Familienandachten, durch gemeinsame Gebetszeiten. Übt das ein, macht das, nimmt das immer wieder mit, ermutigt Familien, das umzusetzen, daran zu bleiben, damit nicht aufzuhören, Gewohnheiten einzurichten, ganz formeller Art.
Es gibt auch etwas, was in letzter Zeit, wo ich ganz überrascht bin, aber was ich sehr schön finde, was in vielen Familien gut ankommt und angenommen wird: eine Sonntagsbegrüßung im jüdischen Sinne. Weil der Schabbat ja am Freitagabend beginnt, also hat man am Freitagabend dann eigentlich die Begrüßung des Sabbats. Ich kenne viele christliche Familien, die das übernommen haben und am Samstagabend eine Sonntagsbegrüßung machen, um ganz bewusst in diesen Sonntag hineinzustarten, um eine Zeit zu haben, zu sagen: Jetzt lassen wir die Woche hinter uns, wir schauen noch mal zurück, was ist gewesen, was hat Gott getan, wie hat Gott gewirkt? Und wir treten ganz bewusst in diese Sonntagsruhe ein, in die Ruhe von unseren Werken, weil Gott für uns alles getan hat. Wir können ganz offen zu ihm kommen, wir können das Alte hinter uns lassen. Wir können es bei ihm abgeben, dürfen uns freuen, dass wir bei ihm tatsächlich zur Ruhe kommen. So etwas einzuüben, solche Möglichkeiten zu schaffen, solche Orte zu schaffen, solche Zeiten zu schaffen.
Aber natürlich nicht nur formell. Das kann man auch informell machen, das immer wieder mit hineinzunehmen in den eigenen Alltag. Sei es, dass ich die Kinder segne, wenn sie morgens zur Schule gehen, sei es, dass wir gemeinsam beten, wenn wir uns auf eine Reise begeben. Sei es, dass wir in der Herausforderung offen sind und kommunizieren und einfach auch Kinder, Teenager, Jugendliche an unseren Herausforderungen teilhaben lassen und sagen: Wisst ihr, heute stand ich in dieser oder jener Situation, ich wusste nicht, was ich machen sollte. Da habe ich gebetet. Und was habe ich dann erfahren? Habe ich eine gute Idee gehabt oder habe ich Frieden gefunden, auch in meiner Unwissenheit einfach voranzugehen? Was habe ich mit Gott erlebt? Ja, oder lasse ich die Kinder daran teilhaben? Und dann ist das alles nur bei mir im Kopf, und die Kinder und die Teenager und die Jugendlichen, die kriegen das gar nicht mit.
Seid offen darin, ja, macht euren Glauben sichtbar und erlebbar. Paulus schreibt an die Thessalonicher, dass er sagt: Mensch, ich habe euch das Evangelium ja nicht nur im Wort weitergegeben, sondern ich habe euch teilhaben lassen an meinem Leben. Oder er hat gesagt: Wir. Er spricht da nicht nur von sich selbst. Ja, da ist er halt auch weiterzugehen. Oh, jetzt muss ich Schluss machen. Gen. Wichtige weitere Bausteile: Klar, das persönliche Zeugnis, das ist Teil dieses Teilgebens am Glaubensleben. Nicht nur das Zeugnis, ja genau, wir müssen Schluss machen, nicht nur das Zeugnis, wie ich zum Glauben gekommen bin, sondern dieses tägliche Zeugnis: Was erlebe ich mit Gott in meinem Alltag? Das sichtbar zu machen, das weiterzugeben, offen zu sein für echte Fragen, und zweimal hat Ron genug zugesagt, und natürlich den Kindern dann auch verlässliche Beziehung zu geben.
Ob wir den Glauben an die nächste Generation weitergeben, das entscheidet sich am Alltag, nicht am Sonntag. Und dazu wünsche ich euch gottesreichen Segen. Ich bitte noch zum Abschluss:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du uns in dieser Aufgabe nicht alleine lässt, sondern dass es dein Werk ist, dass Menschen zum Glauben kommen, dass auch eine neue Generation dich kennenlernt. Da bist du drin am Wirken. Und ich bitte dich einfach, dass du uns auch immer wieder darin hilfst, unseren Teil darin zu tun, dass wir die Verantwortung, die du uns gibst und in die du uns hineinstellst, dass wir die leben, dass wir dein Wort weitergeben, dass wir offen und ehrlich und authentisch unseren Glauben leben und diese Möglichkeit ergreifen, diese Chance ergreifen, der nächsten Generation Anteil zu geben, auch an unserem Leben, mit dir, an unserem Glauben, und so sie einzuladen, zum Glauben mit dir deine Einladung weiterzugeben.
Und da bitte ich dich, Vater im Himmel, dass du uns immer wieder durch deinen Geist ausrüstest, dass du uns stärkst und kräftigst, dass du uns gute Ideen gibst, dass du uns hilfst und begleitest und dass du wirkst unter einer neuen Generation. Eine Generation kommt, die dich kennt und die dich liebt und die dir nachfolgt von ganzem Herzen. Und dass eine Generation entsteht in unserem Land, die dich noch mehr liebt als vielleicht die vorhergehenden. Darum bitten wir dich in Jesu Namen, dass wir unseren Teil dazu beitragen können durch deine Gnade und zu deiner Ehre. Amen.
