
Matthäus 16,24-2701.11.2026
Event•Teil 11 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einführung: Das Paradox des Verlierens im Glauben
Committed to lose – wie wir gerade gehört haben. Ich habe großen Respekt davor, dass so viele Leute sich das antun und zu einem Vortrag mit so einem Namen kommen: „Committed to lose“.
Ja, aber genau das ist tatsächlich mein Gebet, dass wir rausgehen und committed to lose sind. Wenn ihr die Bibel dabei habt, könnt ihr schon mal Matthäus 16 aufschlagen.
Währenddessen fange ich mit einer Kurzgeschichte an, von einem ziemlich berühmten Hersteller: Jesus Christus von Nazareth. Ein Mann hat alles, was er besitzt, verkauft und dann einen Acker gekauft. The End. Kurzgeschichte von Jesus von Nazareth.
Nicht die spannendste Geschichte der Welt, kein New York Times Bestseller. Und dann sagt Jesus: „So ist das Königreich des Himmels.“ Fertig!
Die Frage, die natürlich bleibt, ist: Warum? Was soll das? Warum hat er das gemacht?
Das Gleichnis vom verborgenen Schatz: Fragen und Gedanken
Und natürlich wissen diejenigen, die die Bibel kennen: Ah, Andy, du hast etwas vergessen. Die Geschichte ist eigentlich nicht so kurz, denn in dem Dreck auf dem Acker war ein verborgener Schatz.
Tatsächlich zitiert Matthäus 13: "Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mann fand und verbarg. Vor Freude darüber geht er hin, verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker."
Dass ein Schatz vergraben war – in einer Zeit ohne Bitcoin, Girokonten oder Ähnliches – ist nicht unbedingt außergewöhnlich. Trotzdem gibt es viele Fragen zu dieser Kurzgeschichte. Zum Beispiel: Was war der Schatz, und wie wertvoll war er? Wem gehörte der Schatz? Warum war der Mann mit einer Schaufel auf dem Acker?
Interessant ist das, ja. Besonders eine gute Frage für die Verheirateten unter uns, vor allem die Männer: Was hat seine Frau gesagt, als er nach Hause kam und alles verkauft hat?
Die Geschichte ist eigentlich viel zu kurz, um solche Details herauszufinden. Aber denkt tatsächlich ein bisschen darüber nach: Was haben seine Freunde, seine Familie und seine Frau gedacht, als er zurückkam und sagte: "Wir verkaufen alles"?
Ich hatte einige schlechte Ideen, aber bisher habe ich nie den Mut gehabt, meiner Frau eine so schlechte Idee vorzuschlagen.
Wenn Jesus das Gleichnis erzählt, um uns zu erklären, wie das Himmelreich oder das Reich Gottes ist – was eigentlich nur bedeutet, der Ort, an dem Gott herrscht – dann würde man auf den ersten Blick denken, dass der Preis, um so engagiert zu sein und alles zu verkaufen, ziemlich hoch ist.
Risiko oder Gewinn? Die Perspektive des Glaubens
Und hier würde eventuell die Motivation eines Predigers oder Redners zum Tragen kommen, der euch überreden möchte: Wage den Schritt, Jesus nachzufolgen, es lohnt sich. Gehe das Risiko ein, du wirst nicht enttäuscht sein.
Obwohl ich kein Motivationssprecher oder Lehrer bin, stimme ich zu: Es lohnt sich, und du wirst es nicht bereuen. Aber die Frage ist: Ist das wirklich so? Ist es wirklich ein Risiko, Jesus nachzufolgen? Ist es ein Risiko, sich hundertprozentig zu engagieren? Müssen wir diesem Risiko wirklich nachgehen?
Zwei kurze Beispiele: Lohnt es sich, den Sicherheitsgurt im Auto anzuschnallen? Die Konsequenzen, ihn nicht zu benutzen, sind viel drastischer und auch teurer. Anders gesagt: Was ist das größere Risiko – den Gurt zu tragen oder nicht zu tragen?
Oder wenn du aus einem Flugzeug springst, was wir wahrscheinlich alle irgendwann vorhaben: Was ist das größere Risiko – ohne oder mit Fallschirm? Ganz klar: Die Konsequenzen, keinen Fallschirm zu benutzen, sind viel drastischer und oft tödlich.
Kehren wir nun zurück zu dem Mann. War es wirklich ein Risiko für ihn, alles zu verkaufen? Wenn es so scheint, als ob es ein Risiko ist und die anderen um ihn herum sagen: „Hey, du bist verrückt, was machst du?“, dann nein. Denn er wusste etwas, das die anderen nicht wussten. Er wusste, dass das, was er gekauft hat, viel mehr wert war als das, was er verkauft hat.
Er wusste, wie man verliert und trotzdem alles gewinnt. Und genauso ist es mit Jesus. Die Konsequenzen, ihm nicht nachzufolgen und ihn nicht regieren zu lassen, sind viel, viel schlimmer und drastischer, als wenn wir es tun.
Das Geheimnis des Kreuzes: Leben durch Tod
Sechsmal in den Evangelien lesen wir, dass Jesus ein Geheimnis erklärt: Wie man verlieren kann und trotzdem alles gewinnt. Wenn ihr noch nicht so weit seid, könnt ihr im Matthäus-Evangelium nachschlagen. Ab Kapitel 16, Vers 24 lese ich:
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meines Willens, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jeden Einzelnen vergelten nach seinem Tun.“
Das sind bekannte Worte, nehme ich an: „Wer aber sein Leben verliert um meines Willens, der wird es finden.“ Doch was genau ist es, das man findet? Es ist das Leben, oder? Man könnte sogar sagen: Überhaupt das Leben.
Das Geheimnis hier ist: Obwohl wir etwas verlieren – unser Leben –, verspricht Jesus, dass wir doch etwas gewinnen werden: das Leben. Er verspricht, dass wir dieses Leben oder vielleicht sogar ein besseres Leben zurückbekommen werden. Wir werden das Leben finden.
Sogar im nächsten Vers benutzt er genau diese zwei Worte: gewinnen und verlieren. Noch einmal, Vers 26:
„Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert?“
Jesus gibt uns in diesem Vers eigentlich zwei Möglichkeiten. Welche sind das? Eine ist explizit, die andere implizit. Die eine Möglichkeit ist, die ganze Welt zu gewinnen und das Leben zu verlieren. Die andere ist das Gegenteil: die Welt zu verlieren und das Leben zu gewinnen.
Welche Möglichkeit klingt als größeres Risiko? Noch einmal: Die Konsequenzen, Jesus nicht regieren zu lassen, ihm nicht nachzufolgen und unser Leben nicht zu verlieren, sind viel schlimmer. Am Ende werden wir unser Leben – oder in anderen Übersetzungen unsere Seele – verlieren.
Das heißt, es ist eine wahre Entscheidung zwischen Leben und Tod.
Das Kreuz als Symbol des radikalen Lebensverzichts
Was uns zurückbringt zu dem ersten Vers – Entschuldigung, ich bin ein bisschen durcheinander hier.
Vers 24: Da sprach Jesus: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“
Ich nehme an, wir wissen alle, dass das Kreuz, als Jesus hier darüber sprach, in Matthäus 16, kein religiöses Bild oder soziales Symbol war. Keiner trug es um den Hals, niemand ließ sich ein Kreuz tätowieren, und es war nicht auf Gebäuden oder Krankenhäusern zu sehen. Nein, damals war das Kreuz eine grausame Hinrichtungsmethode.
Das Kreuz führte zum Tod – und zwar immer. Die Römer haben es zwar nicht erfunden, aber sie haben es perfektioniert. Sie stellten sicher, dass niemand lebendig vom Kreuz herunterkam. Deswegen sind die Worte, die Jesus hier sagt, keine leichten oder einfachen Worte. Er spricht vom Tod.
„Kreuz auf sich nehmen“ heißt, dass unser Ich sterben muss. Wir wissen jedoch etwas, das die Jünger in Matthäus 16 nicht wussten: Jesus blieb nicht tot. Ja, er wurde vom Kreuz heruntergenommen, tot, aber drei Tage später ist er auferstanden. Amen?
Das heißt, mein Ich muss sterben, damit das Leben des auferstandenen Jesu Christi aufgenommen werden kann.
Der Plan war von Anfang an, dass du und ich zu dem Punkt kommen, an dem wir merken: Hey, wir können nicht mehr so leben, wie wir gerade leben. Wir brauchen jemanden, der für uns lebt. Das ist der Tausch des christlichen Lebens.
Genau wie Jesus den Tod starb, den du und ich verdient haben, lebt er das Leben, das du und ich nie leben können. Leben verlieren, um ein viel besseres Leben zu gewinnen – das Leben von dem, der gesagt hat: „Ich bin das Leben.“
Aber es bedeutet immer noch Tod, oder? Leben zu verlieren wird nicht schmerzlos sein, es wird nicht einfach. Aber der Gewinn, der Tausch, das, was wir bekommen, ist viel, viel besser als das, was wir verlieren. Denn nach dem Tod kommt das Leben.
Das Bild vom Samen: Tod als Voraussetzung für neues Leben
Wie Jean-Pierre gesagt hat, bin ich in der Großstadt Madrid aufgewachsen. Ich wurde in Sevilla geboren, bin dann in Madrid aufgewachsen und später in die Nähe von Chicago gezogen. Jetzt wohne ich in der nächsten großen Weltstadt Fischbach.
Eigentlich bin ich als City Slicker aufgewachsen, das heißt auf Englisch Stadtmensch. Als City Slicker kenne ich mich nicht besonders gut mit grünem Zeug und gartenmäßigen Sachen aus. Seit vier Jahren versuche ich jedoch, mit meiner Frau einen kleinen Gemüsegarten anzubauen. Dabei mache ich bestimmt viel falsch, säe oft zu viel zusammen, nach dem Motto „bigger is better“. Egal, ob drei Zentimeter Abstand oder nicht – ich nehme lieber einen Zentimeter, weil ich dann später mehr Gurken oder was auch immer ernten kann.
Ich habe sogar einmal die Gurken vor den Eisheiligen gesät, was auch immer die sind. Normalerweise bin ich als City Slicker schon froh, wenn überhaupt irgendetwas Grünes herauskommt. Aber selbst als City Slicker kenne ich mich ein bisschen aus und weiß eine Sache über Samen: Sie werden nie Frucht tragen, solange sie in der Tüte sind.
Was müssen sie also machen, nachdem sie aus der Tüte kommen? Sie müssen in die Erde fallen. Um in die Tüte zu kommen, da bin ich normalerweise nicht dabei, mussten sie zuerst getrennt werden von dem, was sie am Leben gehalten hat. Die Samen, die in so einer Tüte sind, sind alle mehr oder weniger tot. Sie leben nicht mehr, tragen keine Frucht und sind nicht grün. Normalerweise würden sie alle von etwas Lebendigem, dieser Pflanze, getrennt.
Bis sie in die Erde fallen, werden sie nie Leben hervorbringen können. Aber sobald sie in die Erde fallen und die richtige Mischung von Nährstoffen, Wasser und Sonnenschein bekommen – das ist das, was ich nie richtig hinkriege – dann bringen sie Frucht hervor, Leben kommt hervor.
Deshalb ist das biblische Prinzip nicht nur, dass es Leben nach dem Tod gibt. Das stimmt hundertprozentig. Sondern auch, dass der Tod vor dem Leben kommt. Der Tod kommt vor dem Leben, das Verlieren kommt vor dem Gewinnen.
Persönliche Erfahrungen mit dem Sterben und Leben im Glauben
Und das ist etwas, das einmalig passieren muss. Etwas, das ich zum Beispiel getan habe, als ich ein kleines Kind war und verstanden habe, wie sehr ich Jesus brauche. Ich habe Jesus aufgenommen und bin in diesen Tausch eingegangen: Mein sündhaftes Leben habe ich hingegeben und sein vollkommen perfektes Leben aufgenommen – in einem einfachen, klaren Verständnis.
Aber es ist nicht nur etwas, das einmalig passieren muss. Dieses Sterben muss immer wieder geschehen.
Vor ein paar Jahren musste ich ziemlich oft sterben. Am Anfang des Jahres 2023 habe ich neue Verantwortung übernommen und wurde in einige Leitungsaufgaben eingebunden, die nicht unbedingt natürlich für mich waren. Kurz danach musste ich mich einer Knie-OP unterziehen, die mich für ein paar Wochen aus der Arbeit herausnahm und mich auch körperlich einschränkte.
In einigen Beziehungen hatte ich Konflikte und Herausforderungen. Ich war sozusagen ein Vermittler zwischen großen Konflikten, was zu mehreren schlaflosen Nächten führte. In dieser kurzen Zeit wurde ich auch mit meinem eigenen Versagen und meiner Sünde konfrontiert. Jahrelanges Leben in Scham musste ich einfach eingestehen und bekennen.
Und gleich danach, nach all diesen Dingen – zack, zack, zack, eins nach dem anderen – kam mein Name auf den Tisch als möglicher nächster Leiter am Bodenserv. Ganz ehrlich fühlte es sich so an, als wäre 2023 das Jahr, in dem Andy McDonald tausendmal gestorben ist.
Aber das ist nur eine Sichtweise.
Jetzt, besonders im Nachhinein, kann ich das Jahr 2023 auch anders nennen: Das Jahr, in dem Andy McDonald immer wieder lebendig wurde. Denn vor dem Leben kommt der Tod, und nach dem Tod kommt das Leben.
In vielen Situationen und Verantwortlichkeiten wurde ich von Freunden und Familie bestätigt, ermutigt und umsorgt. Trotz meiner unvollkommenen und unqualifizierten Gaben hat mich der Herr in Situationen gestellt, die ich mir nie gewünscht hätte. Und ich durfte mich und ich glaube auch andere zum Segen, zur Ermutigung und zum Aufrichten segnen.
Ich habe in diesem Jahr viel Vergebung erfahren und wurde von Scham und Schuld befreit. Wie Paulus schreibt: „Wir tragen allezeit das Sterben Jesu am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird“ (2. Korinther 4).
Tod kommt vor dem Leben – und es ist ein wunderschönes Geheimnis für diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu verlieren.
Freude trotz Verlust: Die Haltung des Mannes im Gleichnis
Wie gesagt, in der Geschichte hat der Mann verstanden, welchen Deal er gerade bekommen hat. Ein Schnäppchen, würden die Schwaben sagen. Er hat gar nichts verloren, sondern nur etwas gewonnen – und zwar Großes.
Deshalb lesen wir in diesem Gleichnis, dass er vor Freude alles verkauft hat, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Ich verkaufe mein Sofa.“ „Was? Du bist verrückt?“ „Nein, nicht nur dein Sofa, auch den Fernseher.“ „Ja, super, alles!“ „Dein Kühlschrank?“ „Dein Kühlschrank?“ „Was? Bist du verrückt?“ Alles eins nach dem anderen, ohne Stress. Warum? Vor Freude auf das, was kommt.
Das ist vielleicht ein bisschen anders, als viele von uns denken. Wenn wir hundertprozentig committed sind und Jesus nachfolgen wollen, wenn wir seinen Willen tun, dann werden wir nie Spaß und Freude haben? Jesus sucht immer die eine Sache aus, bei der wir sagen: „Überall, aber nicht dort!“ Und dann sagt er: „Ah super, jetzt stelle ich dir dort hin“, weil er total der Spaßverderber ist?
Andererseits ist es natürlich kein Versprechen, dass es immer einfach wird. Ich nehme an beziehungsweise ich weiß, ich werde auch bald wieder sterben müssen. Aber die Freude ist da.
Fragt doch unseren Zeugen heute, fragt die Missionare in der Halle drüben oder schaut euch mal das Leben von Paulus an. Wenn jemand es nicht leicht hatte, war Paulus ganz oben auf Platz eins.
Paulus als Beispiel für Freude im Leiden
Gleich nach seiner Bekehrung erhält Ananias eine Berufung für sein Leben: Gott will ihn als auserwähltes Werkzeug gebrauchen. Das wollen wir alle gerne hören, oder? Doch dann werde ich Ihnen zeigen, wie viel er um Jesu willen leiden muss. Das hört niemand so gern.
Direkt nach seiner Bekehrung, nur wenige Tage später, nach seiner ersten Predigt, wollen die Juden ihn umbringen. Und das war erst der Anfang. Im 2. Korintherbrief lesen wir zwei Listen mit allem, was Paulus durchgemacht hat: Schläge und Gefängnis, fünfmal vierzig Schläge minus eins, dreimal mit Ruten geschlagen, dreimal Schiffbruch erlitten. Dann gibt es die Geschichte mit dem Schlangenbiss – da würde ich, ja, come on, weißt du? Dazu kommen Hunger und Durst, schlaflose Nächte und immer wieder Gefahr. Das heißt, es wird alles andere als einfach.
Aber was schreibt Paulus an einer anderen Stelle, im Philipperbrief Kapitel 3? Nachdem er eine andere Liste aufgezählt hat, eine Art geistlichen Flex, in der er seinen Erfolg und seine Leistungen beschreibt, schreibt er in Philipper 3, Vers 8: „Ich halte alles für Schaden oder Verlust gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesus, meines Herrn. Um seines Willen habe ich alles eingebüßt und halte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde.“
Ich halte also alles für Verlust, damit ich Christus gewinne. Das klingt für manche ziemlich extrem: Erst alles verkaufen, dann sterben und jetzt sogar all das Gute als Verlust ansehen. Aber hier ist die Sache: Wer versteht oder verstehen darf, genau wie Paulus verstanden hat, was man wirklich in Jesus bekommt, dem macht das total Sinn. Es ist überhaupt kein Risiko, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde.
Der Schatz in Christus: Wert und Gewinn
Das heißt, der Gewinn, das Leben, dieser Schatz ist Christus.
Und was gewinnt man in diesem Schatz? Jesus Christus, der, wie wir schon gehört haben, hundert Prozent zu uns committed ist. Er ist sogar bereit, zu verlieren. Als er sich erniedrigte, nahm er die Gestalt eines Knechtes an, obwohl er wie Gott war. Er wurde Mensch und war dann total gehorsam zum Vater, sogar bis zum Tod – ja, bis zum Tod am Kreuz – um den Vater zu ehren und dich und mich zu retten.
Zweitens ist Christus die wertvollste Sache, die wir jemals überhaupt gewinnen können. Denn alle anderen Schätze, die wir haben, werden eines Tages vergehen. In der Bergpredigt macht Jesus das ziemlich klar: Du hast entweder Schätze im Himmel oder Schätze auf Erden, wo Rost und Motten sie zerstören können und Diebe sie stehlen.
Dann schreibt Petrus dazu: Diesen Schatz beschreibt er als ein unvergängliches Erbe, das rein und unversehrt im Himmel für uns aufbewahrt wird, von Gott selbst. Ein Erbe hat Gott in seiner Hand für dich und für mich in Christus.
Entscheidung und Vergeltung: Leben oder Tod
Wenn wir zu Matthäus 16 zurückgehen, lesen wir den letzten Vers, den wir betrachtet haben: Vers 27. Dort heißt es: „Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem einzelnen vergelten nach seinem Tun.“
Das ist keine Werksgerechtigkeit. Was bedeutet „Tun“ in diesem Zusammenhang? Es bedeutet, sich selbst zu verleugnen, sein Kreuz auf sich zu nehmen, Jesus nachzufolgen und sein Leben zu verlieren – oder eben genau das nicht zu tun.
Noch einmal: Die Entscheidung liegt bei uns.
Die zweite Frage lautet: Was wird Jesus, der Menschensohn, denen vergelten, die diese Dinge tun? Wie wird er die Menschen belohnen, die diese Entscheidungen treffen? Er wird ihnen Leben schenken.
Das ist das Versprechen, die Vergeltung, die Belohnung – der „Return on Investment“. Wenn du dein Leben um Jesu willen verlierst, wirst du eines Tages Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen.
Die schönsten Worte der ganzen Bibel finden wir in Offenbarung 22: „Und sie werden sein Angesicht sehen.“
Alles in Christus: Die Quelle aller Verheißungen
Und in der Zwischenzeit, drittens: In Christus bekommen wir alles, was wir brauchen. Paulus schreibt im 2. Korintherbrief, dass alle Verheißungen Gottes ihre Erfüllung in Jesus finden. Das heißt, wenn du eine Verheißung Gottes über dein Leben sprechen willst, findest du sie nur in Christus.
Psalm 23 sagt: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Auch das ist nur in Christus zu finden. „Ich bin bei dir alle Tage, fürchte dich nicht, ich bin bei dir allezeit“ – all das ist nur in Christus zu finden.
Im Epheserbrief heißt es, dass uns jeder geistliche Segen in den himmlischen Regionen durch Jesus Christus zugänglich ist. Das bedeutet Erlösung.
Ich habe ein paar Beispiele aufgeschrieben, nur um einige zu nennen: das Vorrecht, Kind Gottes zu sein, Vergebung, Anerkennung, Freiheit von Schuld und Scham, Sinn des Lebens, Wert, alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis. Das brauche ich, um nur einige zu nennen. Jeder geistliche Segen, nach dem wir uns sehnen und den wir brauchen, ist nur in Christus zu finden.
Hör mal, was Petrus in 2. Petrus 1,3 sagt: „Seine göttliche Kraft hat uns alles geschenkt, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient.“
Ich habe dieses Wort „alles“ hier nachgeschlagen. Einige von euch kennen bestimmt Griechisch und schlagen es gerade auf, um mich zu prüfen – das ist okay. Dieses Wort „alles“ habe ich herausgefunden, was es auf Griechisch bedeutet. Es ist so cool! Wisst ihr, was das griechische Wort für „alles“ heißt? Richtig cool: Es heißt „panta“ – alles.
Und das war kostenlos; man musste nicht auf eine Bibelschule gehen, um das zu wissen. „Alles“ heißt wirklich „alles“. Können wir das einmal alle miteinander sagen? „Alles“ heißt „alles“.
Also nochmal die Frage: Warum sagen wir das? Was hat Jesus mit seiner göttlichen Kraft, die in uns lebt – übrigens dieselbe Kraft, die Jesus aus den Toten auferweckt hat – uns geschenkt? Ist es viel Kraft oder wenig Kraft?
Ich würde eher auf die „viel“-Seite gehen. Was hat Jesus uns geschenkt? Alles, alles!
Das Leben mit Christus: Freiheit und Freude trotz Verlust
Wie Alistair Begg schreibt: Ohne dich, Christus, selbst wenn wir alles besitzen, haben wir in Wirklichkeit nichts. Und mit dir, selbst wenn wir nichts besitzen, haben wir in Wirklichkeit alles.
Das ist dieser Schatz, das ist dieser Gewinn. Das ist dieses Leben, das wir bekommen. Es ist das Geheimnis vom Reich Gottes, es ist das Geheimnis von einem Leben, in dem Jesus regieren darf.
Es ist das Geheimnis, wie man verlieren kann und trotzdem alles gewinnt. Es ist das Geheimnis, warum Paulus schreiben kann: Ich achte alles als Dreck, damit ich Christus gewinne (Philipper 3,8). Sogar ein paar Kapitel davor schreibt er, dass selbst wenn er sterbe, das ein Gewinn ist (Philipper 1,21).
Wie kann Paulus so etwas sagen? Wie kann Paulus so viel Freude haben? Er nimmt alles weg, es ist ihm total egal, auch wenn er sterbe. Denn Paulus hat verstanden, was er in Christus schon gewonnen hat.
Paulus war frei, alles zu verlieren, weil er alles in Jesus schon gewonnen hat. Das ist das Geheimnis, wie man verlieren kann und trotzdem alles gewinnen kann.
Einladung zum Leben im Vertrauen auf Christus
Und so, das ist die Einladung. Die Einladung von Jesus in diesem Gleichnis, in seinen eigenen Worten, in diesem Beispiel und auch in den Worten von Paulus: Dein Leben zu verlieren. Das ist der erste Schritt.
Wer das noch nicht getan hat, sei gepriesen, dass ihr hier seid. Denn ihr habt die Möglichkeit, vielleicht mit jemandem zu sprechen – mit der Person, die euch hierhergebracht hat. Später wird es eine Gebetszeit geben, oder ihr könnt mit mir sprechen. So könnt ihr euer Leben verlieren, um seines zu gewinnen.
Und sobald das getan ist, gilt das für diejenigen von uns, die es bereits getan haben: weiter verlieren. Jetzt, wo du weißt, dass du bereits alles gewonnen hast, kannst du weiterhin verlieren. Du kannst sogar entschlossen sein, zu verlieren.
Die Kultur des Gewinnens überwinden: Mehr Verlierer im Glauben
Ich glaube, es ist uns schon klar: In dieser Welt ist jeder darauf ausgerichtet zu gewinnen. Sportler üben und trainieren hart, Musiker verbringen Stunden mit Üben, Geschäftsleute opfern viel, um die Karriereleiter zu erklimmen. Vom Kindergarten, manchmal sogar schon von der Grundschule an, bis zum Abitur, zur Universität und zum Arbeitsplatz – in manchen Gemeinden gilt: Du musst die Ellbogen rausstrecken und gewinnen, sonst wird dich niemand wahrnehmen.
Jeder ist darauf eingestellt zu gewinnen. Niemand ist darauf eingestellt zu verlieren.
Shout-out an Cameron Tate, unseren Studentenbetreuer. Er sagt jedes Jahr: Unsere Bibelschule, das Christentum, braucht mehr Loser. Christentum braucht mehr Loser.
Die 90er-Kinder unter uns kennen bestimmt das Loser-Zeichen, oder? Kennt ihr das? Ich meine, ich habe diese Woche etwas gehört, dass Fortnite so einen Loser-Dance hat. Aber die wahren 90er-Kinder, die tatsächlich alle zehn Jahre – ist es zehn? Ja, zehn Jahre – erlebt haben, nicht nur diejenigen mit ihren Mullets und so, die können es haben, egal.
Wir wissen, dass Smash Mouth dieses Zeichen entwickelt hat. Kennt jemand Smash Mouth? „She was looking kind of dumb with her finger and her thumb in the shape of an L on her forehead.“ Okay, drei Leute kannten das – ja, Forehead.
Wie wäre es, wenn dieses Zeichen, dieses Loser-Zeichen, keine Beleidigung mehr wäre? Kein Diss, keine Abwertung, sondern eine Ehrenauszeichnung, die wir Christen mit Stolz tragen. Weil du weißt, was du alles schon in Christus gewonnen hast.
Du kannst ein Loser sein in allen Bereichen deines Lebens. Ja, natürlich kannst du das sagen: „Ich bin ein Loser.“ Du kannst mich im Verkehr schneiden, ich bin ein Loser. Klar, wir können es auf deine Art versuchen, ohne zu meinen, dass meine wahrscheinlich besser ist. Aber egal, ich bin ein Loser.
Ja, klar, du kannst mir deine politischen Ansichten oder deine theologischen Meinungen mitteilen, mit denen ich nicht einverstanden bin – und ich werde dich trotzdem lieben. Ich bin ein Loser.
Jetzt wird es persönlich: Ich werde mein Leben für meine Frau hingeben, auch wenn ich meine, ich habe Recht – besonders, wenn wir Brettspiele spielen. Oder ich werde meine Kinder mit Respekt behandeln, auch wenn sie gerade respektlos sind und mich nerven. Ich bin ein Loser.
Meine Mitarbeiter können im Büro eins nach dem anderen kommen, um mit mir zu reden und Fragen zu stellen, auch wenn ich sowieso viel zu viel auf meiner To-do-Liste habe. Oder ich werde sogar Zeit einplanen, um manchmal als Vermittler zwischen anderen zu fungieren. Ich bin ein Loser, meine Zeit gehört mir nicht.
Oder für manche heute: Warum sollte ich nicht meine besten Jahre, meine Energie, meine Ressourcen und meine Begabung dafür einsetzen, Christus zu dienen und sein Reich zu bauen? Mein Leben ist nicht meins. Ich bin ein Loser.
Oder ich werde sogar den Rest meines Lebens – egal was, egal wo, egal wann – für die Ehre Christi hingeben. Denn ich bin ein Loser, mein Leben gehört mir nicht.
Wie gesagt, wie Cameron sagt: Wir brauchen mehr Loser.
Die Kraft der Gemeinschaft und das Zeugnis der Verlierer
Dieses Bild: Stell dir vor, wie unsere Familien aussehen werden, wie unsere Gemeinden aussehen werden, wie unsere Bibelschüler aussehen werden und wie unsere christlichen Werke aussehen werden, wenn alle von uns frei werden, Loser zu sein.
Das geschieht nur, wenn wir erfahren, entdecken und erkennen, was man alles in Christus gewonnen hat. Eigentlich betont das das ganze Neue Testament in jedem Brief.
Diese Woche hatten wir keine Zeit, das im Detail anzuschauen. Aber vom Liebt einander in Römer 13 über Rechtsstreitigkeiten unter Christen in 1. Korinther 6 bis hin zum Galaterbrief und Epheser 4, wo es heißt: „Seid eifrig bemüht, die Einheit des Geistes zu bewahren“, bis Philippa 2 mit „Tut nichts aus Selbstsucht“ und Kolosser 3 mit „Ertragt einander“ – in jedem Brief kommt das vor.
All das ist nur möglich, wenn wir bereit sind, Loser zu sein, wenn wir uns dazu verpflichten, zu verlieren.
Das wird zwei Dinge bewirken: Erstens wird es ein riesiges Zeugnis für die Welt sein, das sagt: „Hey, wie kommt ihr eigentlich miteinander klar? Ihr seid zwar alle Loser, aber trotzdem…“ Und zweitens wird es die Motivation sein, unser Leben um seines Namens willen zu verlieren und hinauszugehen, um das, was wir in Christus gewonnen haben, weiterzuerzählen.
Persönliches Zeugnis und Aufruf zur Entscheidung
Das habe ich 1996 gemacht, als ich in der zehnten Klasse war. Es war während einer ähnlichen Missionskonferenz, die wir jedes Jahr an unserer Bibelschule hatten. Ich und zwei andere Jugendliche sind nach vorne gegangen, und ich habe Gott mein Leben übergeben. Ich wollte mich einsetzen, wo auch immer, wann auch immer und wozu auch immer er es will.
Es war nicht unbedingt emotional und kein großes Spektakel. Ich erinnere mich nicht einmal an den genauen Tag, die Predigt oder irgendetwas anderes. Die Kärtchen, die wir damals bekommen hatten, habe ich sogar verloren. Aber ich weiß, dass ich durch dieses Commitment voll und ganz in eine Investition eingestiegen bin, von der ich immer noch profitiere. Eines Tages werde ich Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.
Damals hatte ich natürlich keine Ahnung, was das alles bringen würde. Aber ich habe mir immer wieder eine ziemlich einfache Frage gestellt: Herr, was willst du? Was hast du vor?
Ermutigung für alle: Committed sein ist auch für Schwache
Zum Schluss
Ich weiß, vielleicht klingt es so, als ob es nur etwas für starke geistliche Riesen ist, committed zu sein – besonders wenn eine ganze Missionskonferenz diesem Thema gewidmet ist. So als wären nur die sogenannten Helden des Christentums oder des Glaubens dazu fähig. Diejenigen, die am 11. Januar immer noch ihren stillen Zeitplan haben, die alle ihre geistlichen Disziplinen schon heute erledigt haben, ihren Arbeitskollegen von Jesus erzählen und das ganze christliche Leben im Griff haben. Erst dann, nachdem sie all das geschafft haben, könnten sie wirklich committed sein.
Aber was wäre, wenn committed eigentlich für Verlierer ist? Oder wie Jesus sie nennen würde: die geistlich Armen, die Trauernden, die Mühseligen und Beladenen. Menschen wie Paulus oder der Mann aus dem Gleichnis, die eigentlich nur so committed waren, weil sie wussten, welchen Schatz es zu gewinnen gab.
Für mich ist das eine gute Nachricht – gerade für die Normalsterblichen in diesem Raum. Vielleicht ist diese gute Nachricht sogar für die Schwächsten unter uns heute gedacht. Vielleicht sind, wenn ich das so sagen darf, gerade die Verlierer unter uns am besten vorbereitet und ausgestattet, voll und ganz all in zu gehen. Denn sie wissen, wie sehr sie es brauchen. Deshalb sind sie mehr als bereit, ihr Leben und alles, was heißt „alles“ – wirklich alles – in Christus zu finden.
Mir wurde gesagt, dass der beste Teil meiner Predigten ist, wenn ich aufhöre zu reden und Jesus anfängt zu sprechen. Deshalb, obwohl wir unsere Geschwister in einem anderen Raum mit etwas Begleitung haben, würde ich mir 90 bis 60 Sekunden Zeit nehmen, um nicht ihnen zuzuhören, sondern Jesus zuzuhören.
Und wenn du dein Leben noch nicht verloren hast und Christus noch nicht angenommen hast, wenn du dir nicht sicher bist, dann nimm dir heute die Zeit, sprich mit jemandem – vor allem mit Jesus – darüber.
Allen anderen, die alles in Christus schon gewonnen haben, stelle ich einfach die Frage: Jesus, wo oder was soll ich heute verlieren?
Sechs Sekunden Zeit. Dann bete ich. Danach singen wir gemeinsam Lied Nummer elf.
Jesus Christus, der für uns gegeben ist, der alles gab, damit wir Hoffnung, Leben, Errettung, alles haben können. Es ist unmöglich zu begreifen, was wir in dir haben, Jesus. Aber lass uns wenigstens verstehen, dass das, was wir in dir haben, viel, viel besser ist als das, was wir hingeben müssen, um dir nachzufolgen, um dich zu kennen, um Leben zu empfangen und dann sogar hinauszugehen – gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern, unseren Verlierern an unserer Seite –, um zu leiden, um deines Namens willen, Herr Jesus. Amen.