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60: Dürfen LEHRER mit Schülern über Jesus reden? – mit Hartmut Weber

03.03.2026
SerieTeil 60 / 69Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare
Disclaimer: In dieser machbar-Folge werden persönliche Erfahrungen aus der Alltagsmission geteilt. Nicht alle Äußerungen entsprechen zwingend unserer theologischen oder praktischen Ausrichtung. Wir schätzen es, voneinander zu lernen und unterschiedliche Perspektiven und Ansätze kennenzulernen, solange wir eine gemeinsame Basis im Evangelium von Jesus Christus erkennen. Was bedeutet es, Lebenslehrer und Sämann zu sein? Dürfen Lehrer mit Schülern über Jesus reden? Und was bewegt einen dazu, 29 Jahre lang täglich um 9:38 Uhr dasselbe Gebet zu sprechen? Hartmut Weber, ehemaliger Pädagoge und Gründer des Lehrer-Ermutigungs-Treffens (LET) unterhält sich mit machbar-Moderator Christian Caspari über seine Erfahrungen. 💡 grow – das kostenfreie Training für Alltagsmissionare: www.heukelbach.org/grow Unser Newsletter versorgt dich mit Inhalten und Angeboten, die spezifisch auf deine Alltagsmission abgestimmt sind. Jetzt abonnieren! https://heukelbach.org/newsletter In unseren Blogartikeln vertiefen wir außerdem die Themen aus dem Podcast (https://heukelbach.org/blog)). War es machbar? Schreib uns gern von deinen Erfahrungen als Alltagsmissionar an machbar@heukelbach.org!

Ein ungewöhnlicher Einstieg

Hartmut, was ist das Verrückteste, das du je für deine Schüler gemacht hast? Fällt dir da etwas ein?
Das Verrückteste, was ich mit meinen Schülern gemacht habe, da fällt mir spontan eine Sache ein: Ganz am Anfang meines Lehrerdaseins. Es muss kurz vor Weihnachten gewesen sein. Ich habe mit ihnen den Film Klub der toten Dichter angeschaut. Kennst du den?
Ja, ich erinnere mich schwach. Es ist lange her.
Wo die Schüler am Ende auf den Tischen stehen und „Mein Käpten“ rufen. Das habe ich mit ihnen angeschaut, und dann hat mein Herz geklopft. Ich wusste: Ich muss denen noch etwas von meinem Käpten erzählen. Darüber reden wir gleich.
Sehr gut. Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Machbar-Folge, dem Podcast für Alltagsmissionare. Ich bin Christian, und mit dabei ist heute Hartmut Weber. Hartmut, herzlich willkommen.
Vielen Dank, Christian. Auch herzlich willkommen an euch, die hier zuschaut und zuhört. Bei Machbar bekommst du Tipps, wie du deinen Nächsten einen Schritt näher zu Jesus führen kannst.
Heute geht es darum, was wir von Jesus lernen können, und zwar speziell in seiner Rolle als Lehrer. Jesus ist natürlich viel mehr: Er ist Gott und Mensch, er ist Retter und Herr, er ist unser hoher Priester und vieles mehr. Aber wir wollen heute besonders darauf schauen, was wir von dem Herrn Jesus als unserem Lehrer lernen können und auf diesen wichtigen Aspekt seines Wirkens.
Wir wollen außerdem überlegen, wie wir als Christen im Allgemeinen und Pädagogen im Besonderen Lebenslehrer und Sämänner sein können. Das sind nämlich Begriffe, die hier der Hartmut gerne nutzt. Darüber reden wir gleich. Wir reden auch über die Initiative Let, was das ist, sage ich gleich etwas dazu. Die hat Hartmut zusammen mit seiner Frau gegründet. Und die beiden haben übrigens ein richtig schönes Motto: „Auf dass jeder Schüler einen Lehrer kennt, der Christus sein Vertrauen schenkt.“ Das reimt sich ja sogar. Cool!
Hartmut ist Diplomhandelslehrer an der Handelslehranstalt. Hartmut, wenn ich irgendetwas Falsches erzähle, musst du mich korrigieren, ja? Er und seine Frau Beate sind seit über dreißig Jahren verheiratet und schon mehrfach Großeltern. 2002 haben die beiden das Lehrerermutigungstreffen, kurz Let, gegründet. Let wächst seitdem stetig. Letztes Jahr warst du, Hartmut, auf Rundreise in zehn Bundesländern und bist auch jetzt wieder unterwegs. Du hast auf 30 Lehrerermutigungstreffen gesprochen. Du bist auch Autor und hast das Buch Herzblut geschrieben. Das haben wir hier dabei, darüber reden wir gleich auch ein bisschen. Es kommt ab und zu mal zur Sprache.
Ja, habe ich irgendetwas vergessen?
Nee, das war ganz gut. Das war auf jeden Fall keine Falschinformation, das ist schon mal richtig.
Hartmut, als Christen sind wir selbst Schüler von vielen Vorbildern, aber in erster Linie von unserem Lehrmeister Jesus Christus. Was hast du durch dieses Schülersein gelernt?
Ja, also ich möchte erst mal selber Schüler von Jesus sein. Und da ist es mir ganz wichtig, überlebensnotwendig, dass ich mich morgens zu seinen Füßen setze, so wie Maria und Martha, ja, die Martha.
Wie muss ich mir das vorstellen, zu seinen Füßen setzen? Das hört sich jetzt irgendwie sehr plastisch an, aber ...
Ich hole mir morgens einen Kaffee.
Du füllst dir nicht so aus wie ich, Freund. Ich habe mir eben den Kaffee übergeschüttet, da war die Kamera noch aus. Ich habe ihn mir hier drüber geschüttet, jetzt ist es richtig nass hier.
Gut, du holst dir einen Kaffee?
Ja, und das Erste, was ich tatsächlich mache, wenn du mich fragst: Ich schaue mir die Losung an. Das ist so mein geistlicher Aperitif, ja, die Losung. Und dann, wenn ich das Handy aufmache, dann ist es die Losung. Ich habe sie heute Morgen auch gelesen, interessanterweise geht es um die Gnade. Und da habe ich ein Türchen dabei, weil mein Handy immer so schmutzig ist, jeden Tag. Und das Erste, was ich mache: Ich mache dieses Handy sauber, richtig schön sauber. Und während ich das sauber mache, bete ich: Jesus, genauso wie jetzt mein Handydisplay sauber gemacht wird, bitte ich dich, dass du mein Herz, meine Seele reinmachst, damit kein Sündenfussel zwischen dir und mir steht.
Das ist, glaube ich, das wichtigste Ritual überhaupt, was ich mache. Und dann fange ich an. Manchmal habe ich mir schon ein Buch hingelegt, wo ich abends drin gelesen habe und gedacht habe: Da würde ich gerne weiterlesen. Aber das hebe ich mir für morgen früh auf. Das liegt dann schon vorbereitet, ich habe den Kaffee auch schon alles gerichtet, damit ich morgens nicht viel Zeit verliere und die Zeit auskosten kann.
Und dann mache ich das ja, wie Luther es auch schon gemacht hat, wie er so durch seinen Obstgarten geht und die Bäumchen schüttelt. Es sind die Verse in der Bibel. Und manchmal bleibe ich schon beim ersten hängen, so wie heute Morgen. Da heißt es nämlich: Lass über mich kommen deine Gnade, Herr! Und ja, da hatten wir gestern noch ein bisschen darüber geredet, über die Gnade. Und da steht es heute Morgen. Ja, das möchte ich. Ich möchte gehen von Gnade zu Gnade.
Und dann sind wir heute Morgen hierher gelaufen, und dann stand da ein Auto mit vier Fünfern im Nummernschild. Ja, und fünf ist die Zahl der Gnade. Und das sind so die kleinen Zeichen, die ich mit all meinen Sinnen versuche, dann im Alltag zu entdecken, um in dieser Liebe, mit der mich Jesus überschüttet, zu bleiben.
Aber das Entscheidende ist, dass ich morgens das Feuer schon zünde und mir dann eine schöne Glut bereite in meinem Herzensofen, damit es schön warm ist. Und da das Feuer wie im richtigen Leben ständig ausgeht oder man immer wieder nachlegen muss, versuche ich dann jede Stunde irgendwo in meinem Herzen etwas aus dem Wort Gottes oder aus dem, was ich morgens gelesen und mir aufgeschrieben habe, nachzulegen.
So versuche ich dann, mich durch den Tag zu hangeln, sozusagen aus seiner Fülle der Gnade, Gnade um Gnade, durchzugehen.

Beziehung statt Routine

Also, wenn ich das richtig verstanden habe, sagst du, dass du dich selbst als Schüler des Herrn siehst und an ihm hängen willst, von ihm leben willst. Und du startest morgens auch in bewusster Stille vor Gott in den Tag. Wo sein Wort zu dir redet, aber nicht so, dass du morgens sagst: Jetzt habe ich meine, wie wir Christen sagen, stille Zeit gemacht, Haken dran, fertig. Sondern du möchtest das leben, Beziehung leben. Höre ich das so raus?
Also die Zeichen, die Dinge, die du erkennst, dass du mit ihm darüber redest und so, ja? Das ist für mich eine Liebesbeziehung, wie zu meiner Frau, nur noch schöner. Und genauso wie Verliebte sich ständig Zeichen schicken und Briefchen schreiben und kleine Nachrichten irgendwo verstecken. So erlebe ich das auch mit Jesus.
Wenn ich hier unterwegs bin auf der Reise, dann sind es für mich Flitterwochen, Flitterwochen mit Jesus, weil ich dann mit ihm ganz auf ihn fokussiert bin. Ich habe dann nichts zu tun, außer Zeit mit ihm zu verbringen und mich mit den Menschen zu beschäftigen, die mir über den Weg laufen, die in den Werken wandeln, die er für mich vorbereitet hat.
Für mich ist es das Allerwichtigste, dieses Feuer brennen zu lassen, dieser übergroßen Liebe, die er zu mir hat, und dann einfach im Bewusstsein seiner übergroßen Liebe zu leben, an seiner Liebe zu hängen. Und dazu muss ich halt immer wieder schauen, weil mich das immer wieder raushaut. Ich habe immer wieder mein Tagebuch. Da habe ich meine Bibel dabei, wo ich mich dann immer wieder zurückziehe, um in diesem Feuer dieser Liebe zu bleiben. Weil dann wird alles leichter.
Hartmut, wenn ich dir so zuhöre, dann hört sich das so an, als wäre das etwas sehr Wesentliches, was dein Leben ausmacht, deinen Alltag ausmacht, in der Beziehung zu Jesus Christus. War das immer so bei dir?
Natürlich nicht, das ist ein Wachstum. Klar, ich bin jetzt 45 Jahre gläubig, und ich glaube, diese erste Liebe, von der es in der Offenbarung steht, wo wir zurückkehren sollen, das ist, glaube ich, Jesus das Allerwichtigste, dass wir in dieser Liebe bleiben. Und das kann man interessanterweise auch noch mit vielen, vielen Jahren, in denen man ihn kennt.
Also es ist bei mir nichts abgestanden. Es gab natürlich Höhen und Tiefen, auch viele Tiefen, aber letztendlich kann ich sagen: Ich bin heute mehr verliebt in ihn als früher, als am Anfang. Und vor allem weiß ich, dass er es in mich ist. Das ist das Tolle. Ich habe erkannt, dass er mich begehrt wie eine Braut, wie ein Bräutigam die Braut. Und das macht mich an. Das begeistert mich.

Jesus als Vorbild für den Unterricht

Du bist ja selbst Lehrer. Was hast du konkret von Jesus als Lehrer gelernt, und wie prägt das auch dein Lehrerleben? Das macht ja schon einen Teil deines Alltags aus.
Ja, dass jeder Mensch einzigartig ist. Also dieses Eins-zu-eins, das Jesus lebt. Da geht es zum Beispiel um Lazarus. Heute muss ich bei dir Wohnung machen. Und so versuche ich es auch auf meinen Reisen. Mir ist es gar nicht so wichtig, dass jetzt zu einem Lehrermutigungstreffen hundert Leute kommen. Ich besuche am liebsten einzelne Personen, einzelne Lehrer. Und Jesus hat immer den Einzelnen gesehen, mich auch. Und das möchte ich auch. Ich möchte im einzelnen Menschen Jesus erkennen und entdecken und spüren, wie er mitten unter uns ist und uns beide im Gespräch oder in der Begegnung begeistert, sodass wir voneinander lernen können.
Das ist natürlich schwierig im Lehreralltag, weil ich ja nicht nur Einzelgespräche habe. Ich habe ja eine Klasse von 20, 30 Leuten vor mir sitzen. Aber es gibt immer wieder solche Momente, wenn ich in dieser Liebe bleibe, in denen Jesus mir einzelne Schüler beleuchtet. Dann spüre ich: Ich sollte kurz mal mit diesem jungen Mann hingehen und fragen: Wie geht es dir eigentlich wirklich? Da habe ich schon krasse Sachen erlebt, ja.
Das heißt, dass du dich auch einfach so führen lässt zu Menschen. Weil wenn man jetzt hört, dass du das gerade magst oder bevorzugst, auch einzelne Lehrer zu besuchen und zu ermutigen, zu dem Dienst kommen wir gleich noch ein bisschen, aber dann ist das ja jetzt nicht besonders effizient, sage ich mal ein böses Wort. Weil eigentlich, weil es ja gar nicht skalierbar ist. Da gibt es einen Hartmut, und der besucht einen. Wieso machst du nicht große Konferenzen und so? Da können doch direkt alle was davon haben.
Das ist eine sehr gute Frage, mit der habe ich mich auch lange herumgetragen. Da gibt es einen Vers, ich finde ihn jetzt gerade nicht, aber ich kann ihn paraphrasieren. Ich glaube, es ist Jesaja 60,22: Der Kleinste wird zu tausend werden. Der Geringste zu einer gewaltigen Nation.
Wenn ich im Osten unterwegs bin, da sind ja oft kleine Gruppen. Da fahre ich nach Dresden, keine Ahnung, da sitzen dann drei, vier, fünf Leute. Mir ist das gar nicht peinlich, aber die Leute denken: Mensch, jetzt bist du so weit gefahren, und jetzt sind wir so wenig. Dann sage ich: Kein Problem. Ich lese diesen Vers vor: Der Kleinste wird zu tausend werden, der Kleinste von euch wird zu tausend werden. Ich rede jetzt vor fünftausend Leuten.
Denn jeder von euch, jeder Lehrer, ist ein Multiplikator. Er prägt Tausende von Schülern in seiner Laufbahn. Und wenn ich einen von euch ermutigen kann, mit Jesus an die Schule zu gehen, dann habe ich mal tausend. Und das hat mir Jesus auch mal ganz wichtig gemacht.
Ich war mal in Berlin, vor vielen Jahren, an einer großen Schule, Chrisbo Campus. Und da waren, glaube ich, auch nur, große Stadt, große Schule, ich glaube, wir waren nur drei, vier Leute. Und da habe ich da schon ein bisschen mit Jesus gehadert. Jetzt fahre ich nach Berlin, und da sind so wenige Leute. Und dann sagt er zu mir in meinem Herzen: Überlass mir das Multiplizieren. Geh du dahin, wo ich dich hinschicke.
Und weißt du was? Jetzt gibt es in Christusberg Campus seit November, im November war da so eine erste Lehrerbranche mit hundert Leuten in diesem Raum, wo ich vor zehn Jahren war. Und die haben mir geschrieben: Weißt du noch, vor zehn Jahren warst du mal bei uns, und jetzt findet da ein Lehrermutigungstreffen statt. Und wenn ich so etwas höre, da geht mein Herz auf. Jesus multipliziert, nicht ich.
Ja, und ich schaue auf den Einzelnen. Das hat Jesus ja auch gemacht, die Jünger. Er hat sich mit Einzelnen getroffen, und diese Einzelnen, die haben dann die Welt bewegt.
Ja, das fiel mir auch so ein, dieses Prinzip, das Jesus ja auch gelebt hat. Er hat sich eine Handvoll zwölf Männer ausgesucht, und die haben die Welt auf den Kopf gestellt. 2. Timotheus 2,2, wo Paulus zu seinem Timotheus sagt: Das, was du von mir gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die es wieder weitersagen. 2. Timotheus 2,2.
Das ist dieses Gesetz der geistlichen Multiplikation. Wenn ich einen ermutige, dann sind wir schon zu zweit, dann multiplizieren wir und so weiter. Und von daher ist der einzelne Lehrer so kostbar, für Jesus sowieso und für mich auch. Ja, deswegen besuche ich gerne Einzelne, weil man da auch ganz tief kommt. Ich erlebe ihn in seiner Alltagssituation.
Ich habe jetzt auch vorgestern zwei Nächte in der Familie verbracht, und am Ende saßen die Kinder mir auf dem Schoß. Ich habe ihnen aus den Büchern vorgelesen, wie zu Hause mit meinen Enkeln. Weißt du, das ist für mich genauso wichtig, wenn ich den drei kleinen Kindern da aus der Bibel vorlese, und das ist für mich genauso wichtig, wenn ich wie vor hundert Leuten stehe.
Schön, ja. Du hast ganz am Anfang schon in der Introfrage darüber geredet, über den Club der toten Dichter. Der Film hat dich irgendwie geprägt, das wird auch in deinem Blut, in deinem Buch Herzblut, deutlich. Was hat dich an dem Film so beeindruckt, und was hast du daraus konkret für dein Lehrerleben mitgenommen?
Da jetzt gar nicht so viel. Ich hätte mir gewünscht, dass meine Schüler auch mal auf die Tische stehen für mich. Das hätte ich mir gewünscht. In dem Film geht es ja darum, dass die sich nachts treffen und heimlich verborgene Verse von verstorbenen Dichtern lesen. Und dann muss der Lehrer auch gehen, aus irgendeinem Grund, ich weiß nicht mehr genau, und seine Studenten verabschieden ihn dann und stehen am Ende auf den Tischen: Mein Captain, mein Captain.
Und das wünsche ich mir auch, dass meine Schüler, dass wir eines Tages gemeinsam mit einigen Schülern von mir vor Jesus stehen und dass dann die Schüler zu Jesus sagen: Mein Käpt’n, mein Käpt’n. Das ist mein Herz. Und genau das habe ich halt meinen Schülern erzählt, das Verrückte, und habe ihnen gesagt: Wisst ihr, ich lese da auch. Ich lese keine verstorbenen Dichter, ich lese lebendige Verse. Ich lese nämlich in der Bibel, da sind lebendige Verse drin. Und ich behaupte, wenn ihr das auch macht, dann redet Gott auch zu euch, wenn er will.
Und dann haben wir den Club der lebendigen Verse gegründet.
Ach echt?
Ja, ja. Und haben uns heimlich getroffen, unten im Keller der Schule, früh morgens um sieben. Ich habe gesagt: Wenn es euch wichtig ist, müsst ihr früh kommen. Und dann kamen einige Schüler und haben sich mit mir getroffen, haben ihre Bibel, die ich ihnen geschenkt habe, das Johannesevangelium, mitgebracht und haben mir erzählt, wie Gott zu ihnen gesprochen hat. Krass, ja. Und auch Sachen mich gefragt, die sie nicht verstanden haben. Und dann habe ich gesagt: Das ist toll, was wir hier haben, wir so ganz intim. Aber sagt das bloß niemand weiter, sonst kriege ich Ärger.
Und dann haben die es natürlich weitergesagt. Dann kamen immer mehr. Und dann haben wir gesagt: Hey, was machen wir jetzt zu Hause bei uns? Dann haben wir mehr Zeit, und es ist nicht so verfänglich. Und so hat es dann alles angefangen.
Aber das möchtest du ja nachher wissen.
Ja, genau, das waren die Anfänge. Das war die Adaption, die du gemacht hast von „Oh Käpt’n, mein Käpt’n“. Das steht dann auch in dem Buch drin. Das war in Bezug auf dieses Ereignis.
Ja gut, da reden wir gleich noch ein bisschen mehr drüber.

Abhängigkeit, Frucht und geistliche Multiplikation

Ja, Hartmut, was würdest du sagen: Was können wir von Jesus lernen, auch wenn wir selbst keine Lehrer sind, zum Beispiel als Leiter in der Jugend, in Lehraufgaben in der Gemeinde oder ganz praktisch in der Alltagsmission?
Also, mir ist da das Wichtigste seine Abhängigkeit von seinem Vater. Er hat es ja immer wieder gesagt: Ich kann nichts tun, was ich nicht von meinem Vater gehört habe oder was ich nicht gesehen habe, was er tut.
Und eine Stelle, die habe ich auch erst gerade wieder gelesen, die finde ich auch so krass. Ich lese es gerade mal vor: Johannes 14,10. Da bin ich auch wieder gestern drüber gestolpert. Da sagt er in Johannes 14,10: Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, der tut seine Werke. Also nicht ich mache es, Jesus macht es auch nicht, sondern der Vater, der in mir bleibt, der tut seine Werke.
Und das hat Jesus gelebt, diese intime Beziehung zum Vater. Und alles, was er daraus gehört und gesehen hat, das hat er dann im Gespräch mit Einzelnen gesagt, gesprochen, geliebt, gelehrt, geglaubt. Und ich glaube, das ist diese Abhängigkeit vom Vater: Ich kann nichts tun ohne ihn.
Und das habe ich in meinem Lehrerleben, glaube ich, zutiefst verinnerlicht, weil ich das auch nie konnte. Immer ein Lehrer, wo ich gedacht habe: Boah, ich kann es ja gar nicht. Irgendwann fliegt es auf, dass ich mich als Lehrer gar nicht eigne. Irgendwann fliegt es auf.
Obwohl du das studiert hast?
Ja, studiert. Weißt du, was man da studiert, braucht man da oft gar nicht. Oft ist man dann im Alltag den Schülern nur eine Stunde voraus. Und im Studium, da macht man so Metaebene. Aber nachher im Alltag die Fächer, die man da macht, das hat man ja nicht parat. Ich habe immer mein Lösungsbuch gebraucht. Ich habe mich da immer so schwach und abhängig gefühlt, aber das hat mich genervt, muss ich sagen. Aber im Nachhinein muss ich sagen: Das hat mich in seiner Nähe gehalten, und das hat mich diese Abhängigkeit gelehrt. Und aus seiner Gnade dann passiert dann auch alles, ja. Lasst er an meiner Gnade genügen.
Aber das ist nicht so einfach, weil man will selber können.
Ja, du hast aus Johannes zitiert. Da sagt der Herr ja auch, im Bild von dem Weinstock und den Reben, dass wir an ihm dranbleiben müssen, sonst können wir keine Frucht bringen. Ohne ihn können wir nichts tun. Man kann schon viel schaffen, aber das zählt alles nicht, es bringt nichts.
Und wenn wir wirklich an ihm dranbleiben, dann passiert Frucht, ohne dass wir uns jetzt anstrengen: Oh, jetzt muss ich Frucht bringen, irgendwie so. Das ist ja das Geheimnis. Es ist irgendwie auch in gewisser Weise ein Paradox, weil wir leben in so einer Leistungsgesellschaft, wo man sagt: Du musst was tun, du musst dich anstrengen, du musst leisten und so. Dann bringst du es zu was, und er sagt ja: Bleib nur an mir dran.
Ja, deswegen sage ich meinen Lehrern ja auch: Ich möchte die gar nicht unter Druck bringen, ihr müsst gar nichts sagen.
Du sagst das deinen Lehrern oder deinen Schülern?
Meinen Lehrern. Jetzt bin ich ja auch unterwegs bei den Lehrern. Bei den Schülern sage ich das nicht. Ich komme ja aus dem Rebland, ich wohne im Rebland, und ich habe das vor Augen, dieses Bild mit dem Weinstock. Und es ist egal, ob ich einen halben Meter weg bin vom Weinstock als Rebe oder einen halben Zentimeter: Der Saft fließt nicht mehr. Spielt nicht mit Sünde. Und deswegen habe ich immer mein Tuch dabei. Ich möchte keine Sündenfussel zwischen mir und dem Weinstock, damit sein Saft fließen kann, damit das, was er in mir tun möchte, tun kann.
Und dann sage ich zu meinen Lehrern: Ihr braucht da gar nichts zu sagen. Jesus wird durch euch sprechen, durch euch leben, man wird es euch abspüren. Dann kann es passieren, dass du morgens in die Schule kommst, was ich erlebt habe, Montagmorgen, und Herr Weber, Sie sind schon wieder so verdammt gut drauf, haben Sie was geraucht?
Und wenn Sie mich fragen, dann kann ich ja nicht lügen. Ich muss Ihnen ja meine Quelle nennen, sonst wäre ich ja ein Plagiat. Und dann habe ich zu Ihnen gesagt: Nein, ihr wisst ja, ich bin mit dem Fahrrad in die Schule gefahren, und da habe ich für euch gebetet. Und wenn ich für Menschen bete, dann fange ich dann auch an, sie zu mögen und zu lieben. Und deswegen übrigens habe ich auch so viel Barmherzigkeit zu euch und bin euch nicht sauer, wenn ihr mich mal wieder anlügt oder keine Ahnung was. Und deswegen habe ich das für euch, weil ich das von Jesus bekomme.
Und dann geht es weiter.
Ja, was beten Sie denn für uns?
Und dann ist man schon im Gespräch drin. Dann muss ich oft abblocken und sagen: Moment, jetzt machen wir Unterricht. Aber wenn wir gut durchkommen, kann ich euch das am Ende noch sagen. Oder morgens früh wieder um sieben Uhr im Keller.
Ja, das war ja nur eine Zeit lang, das war nicht stimmlich, das war der einzige.
Wie alt sind deine Schüler?
Ja, die sind schon älter, Berufsschüler, Abitur, also zwischen sechzehn und fünfundzwanzig kann man sagen. Die sind da schon erwachsen, und die wollen dich da auch herausfordern. Ich meine, ich bin ja kein Religionslehrer. Wenn ich jetzt ein Religionslehrer wäre, dann würden die vielleicht denken: Der muss ja so reden, das ist ja ein Religionslehrer. Aber ich bin ja eher Sportlehrer. Oder er ist BWL-Lehrer, und dann wollen die schon wissen: Also, hat der einen an der Klatsche oder ist da was dran?
Sehr cool, sehr cool, schön.
Ja, zu euch: Was hast du in letzter Zeit in deiner Alltagsmission gelernt? Schreib gerne an machbar@heukebach.org.
Und noch ein Tipp: Wenn du tiefer einsteigen willst in das Thema Alltagsmission, dann schau dir unser neues Trainingsprogramm Grow an. Du findest es auf der Webseite heukebach.org/grow. Da gibt es die ersten vierzehn Lektionen, die dich Schritt für Schritt befähigen, deinen Glauben im Alltag ganz natürlich weiterzugeben. Egal, ob du das allein durcharbeitest oder in deiner Kleingruppe, in der Gemeinde, vielleicht im Hauskreis oder so etwas. Den Link findest du dazu auch nochmal in den Show Notes. Schaut euch das an, wir sind auch ganz gespannt auf euer Feedback, wenn ihr das anwendet.
Okay!
Eine kurze Info für euch, die ihr das zuhört, zuschaut: Wenn das Lehrerermutigungstreffen hier von Lehrern sprechen, dann meinen sie damit alle Pädagogen, das ist richtig. Nicht nur Lehrer, also klassische Schullehrer, sondern auch Erzieher, Dozenten, Ausbilder und alle, die in pädagogischen Berufen arbeiten. Auch in der Gemeinde.
Auch in der Gemeinde. Und das Lehrerermutigungstreffen richtet sich in dieser ganzen Bandbreite an die Zuhörer und die da mitarbeiten. Habe ich das so richtig gesagt?
Hartmut, du hast mal erwähnt, dass du im Schulalltag in der Regel nicht mit „Oh Käpt’n, mein Käpt’n“ gewürdigt wirst, dass Lehrer oft sehr viel Herzblut, das schreibst du auch hier am Anfang in deinem Buch, sehr viel Herzblut auch in ihre Schüler stecken und dann irgendwie kaum was zurückkommt und das auch oft sehr entmutigend sein kann. Jetzt sag mal doch mal: Warum lohnt es sich trotzdem, Lehrer zu werden oder Lehrer zu sein?
Ja, für mich, weil ich eigentlich ein Missionar bin. Das weiß noch keiner. Ein Alltagsmissionar, deswegen finde ich es auch toll, dass du mich eingeladen hast. Für mich ist ein Lehrer ein Alltagsmissionar, und er wird noch dafür bezahlt. Also natürlich nicht so, wie man das jetzt vermutet, sondern in diesem Sinne: Ich lebe, ich gehe mit Jesus in die Schule, und dann wirkt Jesus durch mich.
Und als Lehrer: Es gibt keine Berufssparte oder keinen Beruf, wo ich so viele Möglichkeiten habe, Menschen zu begegnen. Wir prägen die Kinder ja vom Kindergarten angefangen bis zur Hochschule die wichtigsten Jahre ihres Lebens. Und unsere Vision ist: Wenn jeder Schüler so einem Lehrer oder Erzieher begegnet, der so mit Jesus unterwegs ist und dann dadurch Jesus durchscheinen kann, was könnte da passieren in unserem Land?
Wenn jeder Schüler, der alle in die Schule müssen, viele, viele Jahre einem, vielleicht auch mehreren gläubigen Erziehern, Lehrern begegnen, die mit Jesus unterwegs sind. Und das fasziniert mich, diese Möglichkeit, weil mir reicht es nicht, nur einige wenige jetzt anzusprechen. Da sind wir wieder bei der Effektivität. Eigentlich geht es mir wie Jesus: Mich dürstet. Jesus hat gesagt: Mich dürstet. Mich dürstet mit ihm nach verlorenen Seelen.
Und da, ich glaube, deswegen bin ich auch Lehrer geworden, weil es gibt, hat er mich Lehrer werden lassen, ich wollte es ja gar nicht, weil du als Lehrer so viele Chancen hast, so viele Möglichkeiten. Und wenn du noch einen Lehrer mitnimmst, dann sind wir schon zu zweit. Und jetzt, was ich jetzt tun darf, das ist der Hammer: Ich darf jetzt durchs Land ziehen und so viele kostbare Erzieher und Menschen, Lehrer ermutigen, dass sie wieder rausgehen in die Schulen und von Jesus erzählen.
Und da sind wir gleich bei einem ganz, ganz großen Erntefeld. Das haben wir hier ja auch auf unserem Flyer, da habe ich das Nerven gar nicht dabei. Auf dem Flyer ist ja ein Weizenfeld oder ein Gerstenfeld zu sehen. Und da frage ich die Lehrer oft: Seht ihr eure große Ernte? Wenn ihr in eure Schule geht, seht ihr dieses Weizenfeld, wo ihr Sämann sein könnt? Was könnte passieren, wenn ihr mit Jesus dreißig Jahre an eurer Schule unterwegs seid und ihr treu mit Jesus unterwegs seid? Und was kann da passieren?
Und deswegen finde ich das auch so ein Vorrecht, Lehrer zu sein. Gerade wenn man es auf dem Herzen hat, missionarisch tätig zu sein. Da gehen ja viele und sagen: Ja, ich gehe lieber in die Mission und so, und sagen, Deutschland ist Missionsland. Und wenn du Lehrer bist, dann bist du Missionar. Nirgendwo hast du so viele Möglichkeiten wie in der Schule. Wenn du auf einzigartige Weise Menschen prägen kannst, vor allen Dingen junge Menschen. Ja, und zwar über eine lange Strecke.
Und Jesus entscheidet, wenn ich da mal wieder was gießen darf. Es ist ja so: Ich versuche einfach nur mal, ein guter Lehrer zu sein. Ich möchte gut vorbereitet sein, ich möchte pünktlich sein, ich möchte auch geistig sehr gut vorbereitet sein, indem einfach mein Feuer brennt, ich habe es schon erzählt, und dann gehe ich in die Klasse. Und dann möchte ich sie mit der barmherzigen Liebe Jesu begegnen und sie sehen, den Einzelnen, so sehen, wie ich das so gut ich das kann, und ihnen vielleicht einen Schritt näher zu Jesus zu bringen in den drei, vier Jahren, das wäre toll. Und dann kommt der Nächste und macht da weiter.
Sehr gut. Ich muss da ja gar nicht viel machen. Einen Schritt näher zu Jesus, das reicht. Es ist ein Weg, den Jesus die Menschen führt, und da bin ich ein kleines Schrittchen davon, wenn Gott Gnade schenkt. Und wenn wir Lehrer uns so verstehen würden, die Erzieherin fängt an, Grundschullehrer macht weiter, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Hochschule: Wir nehmen die Schüler, wie sie kommen, als geliebte Kinder Jesu, und wir begegnen ihnen in seiner Liebe, in seiner Barmherzigkeit. Und da muss ich gar nichts sagen. Er macht es durch mich.

Vorbild, Offenheit und Verletzlichkeit

Du sprichst davon, dass Lehrer Lebenslehrer und Sämann sein können. Wie unterscheiden sich die Rollen? Was meinst du damit im Einzelnen?
Ja, Lebenslehrer, da geht es ja darum: Ich kann nicht nur Fachlehrer sein. Meine Frau und ich sehen uns als Lehrer für erfülltes Leben. Ich möchte selber ... Moment, du hast gesagt, du bist eigentlich Fachlehrer.
Ja, ich bin Fachlehrer. Aber als Lehrer, also wir verstehen uns als Lebenslehrer, ich möchte nicht nur BWL unterrichten, ich unterrichte Menschen.
Ja, das ist die Zielgruppe, die du unterrichtest. Aber der Stoff ist jetzt BWL. Wie passt jetzt Lebenslehrer da hinein?
Lebenslehrer ist, dass sie mich beobachten und sehen: Dieser Typ steht morgens so früh auf, dass er noch Zeit mit seinem geliebten Jesus verbringen kann. Dann fährt er mit dem Fahrrad in die Schule, zwanzig Kilometer. Dadurch hält er sich fit, dadurch hat er keinen so großen CO2-Fußabdruck, dadurch bleibt er auch schlank, weil er sehr gerne isst und trinkt, aber die Kalorien verbrennt. Da bin ich schon wieder als Sportlehrer Vorbild.
Zu mir hat mal ein Schüler gesagt, ein toller Fußballer: „Herr Weber, wenn ich mal mit sechzig noch so fit bin wie Sie, dann ist das mein Ziel.“ Da bin ich Lebenslehrer. Also, ich möchte Sie bringen zu einem gesunden Lebensstil. Dann erzähle ich Ihnen von meiner Familie, ich bringe Bilder mit von meinen drei Kindern, fünf Enkeln, von meiner Frau, mit der ich verheiratet bin. Das interessiert die ja. Und ich erzähle ihnen einfach, dass wir eigentlich ... Könnt mich auch gern besuchen. Ich erzähle Ihnen von einem erfüllten Leben und möchte Ihnen Lust machen, diesen Urheber dieses erfüllten Lebens kennenzulernen, der versprochen hat: Ich habe die Fülle des Lebens, ich gebe euch die Fülle, ich möchte euch glückselig machen. Diesen glückselig machenden Gott kennenzulernen, das möchte ich in Ihnen wecken. Diese Lust, Jesus kennenzulernen, weil Sie sehen: Bei mir funktioniert es anscheinend.
Und deswegen bin ich als ganzer Mensch gefordert, nicht nur als Sport- oder BWL-Lehrer. Die beobachten mich ja auf Klassenfahrten, wenn sie mir im Alltag begegnen und so weiter, auf dem Pausenhof oder wo auch immer. Ich meine, ich mache das sicher auch oft falsch, ja. Aber ich darf auch da wieder darauf hoffen: Das Entscheidende, das macht ja sowieso Jesus. Und da benutzt er auch meine Fehler. Das ist krass.
Darf ich da eine Geschichte erzählen?
Ja, bitte, unbedingt.
Ich hatte eine Lehrprobe in Karlsruhe, und ich hatte alles schön vorbereitet, so ähnlich wie bei dir. Kurz bevor es losging, kam ich vor, stellte mich vor und hatte alle meine Sachen schön auf so ein Sideboard gelegt. Ich lehne mich da dran, und das ganze Ding kippt um. Das war mein Einstieg.
Ja, super. Und dann, was war passiert?
Ich hatte so ein Säckchen dabei mit Bibelcards, das gebe ich den Lehrern oft. Bibelcards kann man einem Schüler schenken, am Geburtstag oder wenn man geht. Und dann haben sich diese Bibelcards so in dem Raum verteilt. Und dann hat mir eine Frau geholfen, die wieder schnell aufzusammeln. Da habe ich meinen Vortrag gehalten, und dann kam die Frau hinterher zu mir und hat gesagt: „Weißt du was, von deinem ganzen Vortrag habe ich jetzt nicht so viel mitbekommen, aber dieser Vers, der mir vor die Füße gefallen ist, da hat Gott zu mir gesprochen.“ Cool, oder?
Und das macht dich stressfrei, oder? Es kommt ja gar nicht auf mich an. Denn das, womit Jesus mich den anderen berühren möchte, das merke ich wahrscheinlich gar nicht. Und so ist es wahrscheinlich auch jetzt in diesem Gespräch. Dieses eine Wort, dieser eine Satz, den du oder ich spreche, den kann Jesus gebrauchen, um diese übernatürliche Gnade zu schenken. Das können wir nicht machen, und das brauchen wir nicht zu machen. Deswegen kann ich völlig gechillt sein. Ich bleibe an meinem Jesus dran, alles andere macht er. Der Vater, der in mir bleibt, tut seine Werke. Ich bleibe in ihm. Punkt.
Cool, dann ist Lebenslehrersein eigentlich der Part, dass du in dein Leben hineinschauen lässt, dass du von dir mitteilst, erzählst und damit deine Schüler neugierig machst. Interessanter Kerl, wie kann der so etwas glauben? Aber sie sehen: Boah, der hat eine Frau, der hat Kinder, der lebt, der hat irgendwie eine Freude, der hat irgendwie eine Ruhe. Und das macht neugierig. Also so wie wenn man einem Pferd einen Salzstein gibt und es dann anfängt zu trinken, weil es einfach durstig wird. So machst du Durst auf das Leben mit Jesus. Habe ich das richtig verstanden?
Ich kann keinen Durst machen, das kann er nur. Aber ich kann ihnen zeigen, wo ich meinen Durst befriedige. Ich habe einen Lebensdurst, ich will glücklich sein, ich will das Leben in Fülle. Ich bin ein Genießer, meine Frau und ich, wir genießen. Wir trinken, essen, wir machen gerne Urlaub, und ich zeige meinen Schülern Bilder. Ich sage: Ich habe schon so schöne Sachen erlebt, aber die schönsten Sachen, die ich erlebe, erlebe ich mit Jesus. Alles Weitere muss dann Jesus tun. Das mache dann nicht mehr ich.
Ich meine, ich mache ja auch Fehler, aber sie dürfen bei mir auch erleben, dass ich mich entschuldige, wenn ich mal lieblos bin oder einfach gestresst. Du bist ja als Lehrer oft gestresst. Du rennst ja von einer Klasse zur anderen, und da bist du oft nicht präsent. Also es ist so anstrengend, dieser Beruf, in dieser Liebe zu bleiben. Da fliege ich immer wieder raus. Und deswegen nutze ich jeden Moment, wenn ich vom Klassenzimmer ins Lehrerzimmer oder mal kurz auf die Toilette gehe. Das Feuer braucht ständig Nachschub, weil ich so schnell wieder rausfliege, weil mich der Alltag immer wieder überrollt. Und diese vielen Fragen, diese vielen Menschen, diese vielen Eindrücke und da im Herzen, so wie Jesus, an ihm zu bleiben, das ist die größte Herausforderung. Aber da kämpfe ich darum, und das ist, glaube ich, auch das Wichtigste, was ich den Lehrern vermitteln möchte.
Jetzt haben wir über Lebenslehrer gesprochen. Was hat es mit dem Sämann auf sich? Ist das Synonym oder ist das etwas anderes, eine andere Rolle?
Da müsste ich jetzt ausholen. Also damit fing alles an, 1997. Da hatte ich morgens in der stillen Zeit das Gleichnis vom Sämann gelesen, Markus 4. Und bin damals noch mit dem Auto, 1997, mit diesem Gleichnis schwanger in die Schule gefahren und habe Jesus gefragt: Jesus, was bedeutet das für mich? Und da ist etwas Verrücktes passiert, nämlich an diesem Morgen an der Autobahnausfahrt Rastatt zu meiner Schule stand an diesem Morgen ein Sämann mit einer Wurfschaufel vor sich, grün angezogen, hat etwas gesät. Oh, ich habe gedacht: Krass! In dem Moment, wo ich frage: Jesus, was soll ich tun, was heißt das für mich? Und dann habe ich, aber so deutlich bin noch nie in meinem Herzen gehört: Hartmut, sei Sämann an deiner Schule, in den Gelegenheiten, die ich dir schenken werde. Deswegen Sämann.
Also du bist als Lehrer auch ein Sämann. Eigentlich bist du meistens nur ein Sämann, weil du säst etwas aus und du siehst das Wachstum nicht. Aber wie sieht das konkrete Säen aus? Also Lebenslehrer habe ich verstanden, durch Vorbild sein, durch Geschmack machen, das eigene Leben öffnen usw. Aber Sämann, was ist das? Streust du dann Bibelverse oder wie?
Nein, eigentlich schon mehr das Leben. Auch das Leben, ja, glaube ich. Als BWL-Lehrer habe ich vielleicht einmal im Schuljahr die Möglichkeit, wenn sie mich fragen. Ich darf ja sonst nichts sagen, aber wenn die Schüler mich fragen, und die wollen ja immer irgendwas wissen, keine Ahnung, was haben Sie am Sonntag gemacht oder so. Ich frage sie ja auch, und dann ergibt sich das. Dann erzähle ich aus meinem Leben. Dadurch bin ich Sämann. Ich teile mit ihnen mein Leben. Ich habe den Mut ... Vielleicht komme ich dazu, meinen Namen noch kurz zu sprechen, das war auch eine schöne Gelegenheit.
Ich heiße Hartmut, aber ich habe davon in einem Vortrag mal gesagt: Eigentlich bin ich ein Weichhart. Und dann kam hinterher ein Lehrer auf mich zu und hat gesagt: Ich heiße auch Hartmut, aber soll ich da mal was sagen? Zu mir hat mal jemand gesagt, du bist ein Hartmut, also nur ein E einfügen, ein Herzhart, nicht hart, sondern Hartmut. Und dann habe ich gedacht: Genau, das bin ich. Dann hat er zu mir gesagt: Du bist jemand, der mutig ist, sein Herz zu teilen. Und das entspricht mir. Ich habe den Mut, das habe ich tatsächlich, mich verletzlich zu machen. Und das spüren die Schüler. Und die können damit umgehen.
Wenn man sich verletzlich macht, auch vor Schülern, das ist ja auch eine Rollendefinition als Lehrer. Du hast eine gewisse Autoritätsperson, du bist der, der lehrt. Wenn du dich durch das Öffnen deines Herzens so verletzlich machst, wird das nicht auch manchmal missbraucht, oder wirst du dann auch verletzt?
Tatsächlich habe ich das selten erlebt. Da staune ich, dass die Schüler damit sehr, sehr gut umgehen können. Die spüren, dass es etwas Intimes ist, was ich ihnen da anvertraue. Ich habe Ihnen erzählt, auch mal von der Geschichte, das rührt mich jetzt noch, vielleicht ist das das Verrückte, was ich damals, was ich je gemacht habe in meinem Leben: Ich habe meinem Apothekermädchen erzählt, damals, wo mein Sohn verloren war. Der hat vom Glauben nichts mehr wissen wollen. Und das hat mich so mitgenommen, dass die Schüler das natürlich gespürt haben, dass es mir nicht gut geht. Und dann habe ich ihnen die Geschichte erzählt von der verlorenen Tochter, weil es war ein Mädchen, das Gleichnis von der verlorenen Tochter. Und dann habe ich ihnen das erzählt, und dann musste ich weinen, so wie jetzt, weil es mich so berührt hat. Da war es mucksmäuschenstill, und dann haben sie gesagt: „Herr Weber, das haben Sie erlebt?“ Da habe ich gesagt: „Ja, ich erlebe es gerade eben, mit meinem Sohn.“
Und dann kam er über das Verlorensein ins Gespräch, und ein paar Wochen später kam dieser Sohn zurück. Mein Sohn hat sich bekehrt, und das habe ich ihnen dann auch erzählt. Diese Klasse habe ich dann eingeladen zu meinem 50. Geburtstag, die waren mit als Gäste. Eine davon ist jetzt Lehrerin geworden. So Geschichten, ja. Aber ich habe den Mut, wenn ich etwas spüre, erzähle ich das und erzähle das. Und die Schüler können das so ... Da hat mich nie, die Schüler schreiben ja dann Abizeitungen. Ich habe denen so viele Gelegenheiten gegeben, mich in die Pfanne zu hauen, also mich darzustellen als Spinner, als Verrückter, als was weiß ich noch alles. Das kam nie. Die haben da sehr einfühlsam mich behandelt und sich immer bedankt. Also ich habe das tatsächlich, mir fällt da nichts ein.
Ja, und da möchte ich den Lehrern auch Mut machen, sie brauchen da keine Angst zu haben. Und wenn, was kann passieren? Das heißt ja auch Herzblut. Weiß nicht, ob du es gelesen hast: Mein Direktor, der meinen ersten Unterrichtsbesuch gemacht hat, hat mich besucht und hat mich auf die Seite genommen und hat gesagt: „Herr Weber, geben Sie Acht, dass Sie nicht so viel Herzblut vergießen, Sie verbluten sonst.“ Das war sein Satz. Alles gut, was Sie machen, aber geben Sie Acht, damit Sie nicht so viel Herzblut ... Das habe ich nie vergessen, und deswegen heißt das Buch ja auch so. Und letztendlich kann ich nach 33 Jahren sagen: Ich bin nicht verblutet. Und wenn, Jesus ist auch verblutet. Aus seinem Herz flossen Wasser und Blut, und daraus ist etwas entstanden. Hab den Mut, dein Herz zu zeigen und es mit ihnen zu teilen, natürlich im entsprechenden Rahmen, gemäß deiner Persönlichkeit, wie es zu dir passt. Ich bin da wieder einzigartig, du bist einzigartig. Lehre, lass dich von Jesus lehren, wie du das tun darfst. Muss nicht im Unterricht sein, das kann auch abseits des Unterrichts sein. Natürlich hast du viele, viele Gelegenheiten, wenn du Schülern begegnest und sie dich fragen und so: Wie geht’s Ihnen, wie geht’s dir?
Je länger du Lehrer bist, umso mehr, je größer wird dein Erntefeld. Du begegnest ja Schülern immer wieder. Wenn ich evangelisieren gehe an Weihnachten oder so im Einkaufszentrum, da kommen immer ehemalige Schüler auf mich zu. „Herr Weber, was machen Sie hier? Kommen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk?“ Sag ich: „Nein, nein, ich habe schon ein Weihnachtsgeschenk, ich verteile Eintrittskarten in den Himmel.“ „Echt?“ „Ah ja, Sie waren ja unser Religionslehrer.“ Da sage ich: „War ich nicht euer Religionslehrer, ich war dein Sportlehrer, weiß ich nicht mehr, oder BWL-Lehrer.“ Das heißt, sie haben alles vergessen, was ich da drei Jahre mit denen gemacht habe, aber sie wussten noch den Impuls von Weihnachten. Und dann sind wir schon im Gespräch.
Und dann habe ich vor kurzem an Weihnachten es gemacht, habe ich gefragt: „Und hast du schon ein Geschenk für deine ... naja, ich habe gerade was gekauft für meine Freundin.“ Sondern nicht für deine Freundin, für das Geburtstagskind. „Okay, ich hoffe, du weißt, wer Geburtstag hat.“ „Ja, ja, ja, Jesus.“ „Ja, gut, dass du es weißt. Hast du schon ein Geburtstagsgeschenk für das Geburtstagskind?“ „Oh, nee, was kann ich denn dem schenken?“ Da habe ich gesagt: „Also etwas, was er noch nicht hat, ist ein gutes Geschenk.“ „Ja, der hat doch alles, Gott hat doch alles.“ „Nee, eine Sache hat er noch nicht. Weißt du was? Dich. Dein Herz. Das kannst du ihm schenken.“ „Ja, cool, coole Brücke.“ So Sachen passieren dann.
Wenn du von deinem, was war das, Prof oder Studienrat oder was, der dir das gesagt hat mit dem Herzblut?
Mein Direktor. Die müssen ja am Anfang, wenn du kommst, dich beurteilen, und dann schaut er dir halt ein, zwei Mal in deinen Unterricht und muss dann eine Beurteilung schreiben. Und das hat er mir gesagt, bei meiner ersten Beurteilung.
Und das ist dir hängen geblieben und hast du selber auch erlebt, also dass da was dran ist. Du investierst so viel und zurückkommt verhältnismäßig wenig, richtig?
Ja, du siehst es nicht. Du siehst es halt erst nach vielen, vielen Jahren oder im Himmel bestenfalls. Ich darf nicht erwarten, dass ich da was sehe. Ich mache es ja auch nicht deswegen, ich mache es mit Jesus. Ich mache es nicht mit dem Ziel, etwas zu säen. Ich bin ja sein Sämann und ich möchte einfach mit ihm unterwegs sein.
Aber das musst du mir erklären, wenn du Sämann bist. Also als Sämann säe ich aus, dann möchte ich schon Frucht sehen.
Nicht unbedingt.
Als Bauer.
Ja, aber das geschieht ja auch über viele Monate.
Ja, es braucht Zeit.
Ja, es braucht Zeit. Aber du säst ja auf Hoffnung, dass etwas geschieht.
Ja, aber ich sehe es oft nicht. Gerade die Grundschullehrer, die haben die Kinder drei, vier Jahre und dann gehen sie weiter. Die sehen nicht, was aus ihnen wird.
Aber wie ermutigst du deine Lehrer?
Da ermutige ich sie, wenn ich ihnen zum Beispiel Geschichten erzähle, die mir wieder Lehrer erzählt haben. Zum Beispiel erzähle ich meinen Grundschullehrerinnen, die ja nichts sehen, die sehen, aber sehen nichts, dann habe ich ihnen ein Video eingespielt von einer Lehrerin. Von einer Frau in München, die ich besucht habe, und sie hat mir erzählt: Hartmut, stell dir vor, als ich Schülerin war, in der zweiten, dritten Klasse, hatte ich eine gläubige Lehrerin und ich war ein ganz renitentes Kind und ich konnte mit dem Glauben nichts anfangen. Ich habe immer den Religionsunterricht gestört, aber diesen einen Satz von meiner Religionslehrerin habe ich behalten, und sie hat gesagt: Wenn es mir schlecht geht, dann bete ich. Und diesen Satz habe ich 20 Jahre später behalten, als es mir 20 Jahre später schlecht ging, habe ich gebetet, und heute bin ich Gemeindeleiterin in München.
Das meine ich damit. Ihr dürft nicht erwarten, dass ihr das, was ihr sät, erntet. Der eine sät, der andere erntet. Es ist nicht der Gleiche, heißt es ja in der Bibel. Also von daher, ich gehe in dem Bewusstsein in die Schule, dass ich im Himmel sehe, was Jesus daraus gemacht hat, nicht jetzt schon. Aber manchmal dürfen wir ein bisschen sehen, weil ich ja schon so lange Lehrer bin und war und auch viele Leute kenne, versuche ich, die Lehrer zu ermutigen: Schau mal, was passieren kann.
Oder eine andere Geschichte: Ich habe letzte Woche einen väterlichen Freund mitbeerdigt, der ist 88 Jahre, der war ein Mentor von mir. Und er hat zu mir gesagt, ich bin mit ihm spazieren gegangen, 88 Jahre, der hat mir erzählt von seiner Grundschulzeit vor 80 Jahren. Der konnte mir den Namen des Lehrers nicht mehr nennen, sondern der war wie ein Vater für mich. Mein Vater ist im Krieg gestorben. Und der hat mir Sachen erzählt, was dieser Lehrer für ihn war. Das hat der Lehrer aber nicht gewusst, das hat er nie gewusst, nie erfahren. Das heißt Sämensein, ja.
Vielleicht muss ich das noch ein bisschen konkreter, ich verstehe das schon, vielleicht muss ich meine Frage noch ein bisschen konkreter machen: Als Lehrer steht man ja irgendwie in so einer gewissen Spannung. Einerseits möchte man die Schüler prägen, ihnen auch etwas über den Glauben weitergeben, andererseits kann und darf man auch fremde Kinder nicht einfach so beeinflussen wie die eigenen. Also so offen reden. Klar, du kannst neugierig machen, und wenn die Schüler dich fragen, gibst du auch ehrlich Antwort. Das ist richtig so. Aber wie gehst du mit dieser Spannung? Verstehst du die Spannung, die ich meine?
Ich empfinde es gar nicht mehr so als Spannung.
Aber wenn du sagst, gar nicht mehr so, dann war es mal eine Spannung? Oder sind das nicht typische Fragen, die Lehrer auch haben, wenn sie auf dich zukommen?
Genau das versuche ich, ihnen zu entspannen.
Okay, entspann mich mal.
Ja, ich spüre, du willst immer noch was von mir hören. Nee, ich bin ja kein Religionslehrer.
Und man muss unterscheiden: Reden wir jetzt von einem Religionslehrer an einer christlichen Schule?
Ja, gut, das sind ja alle Möglichkeiten. Der hat natürlich ganz andere Möglichkeiten. Der macht ja natürlich hier seine Andacht jeden Morgen. Ja, das ist klar. Und er soll das, oder da muss es ja sogar. Das muss ich nicht, das darf ich gar nicht.
Also du hast noch nie Stress vom Rektor gekriegt oder außerhalb der Schule, dass du den Schülern irgendwas über deinen persönlichen Glauben teilst?
Bis 2018 habe ich gesagt: Nein. Aber da gab es ein Ereignis. Weil genau diese Frage haben mir die Leute gestellt: Hartmut, hast du da nie Stress? Er sagt: Nee, wenn ich mit dem Heiligen Geist in die Schule gehe und das tue, was er macht, dann bist du total gechillt. Genau, dann sollte es passieren, was passiert. Wenn ich Stress bekomme, dann ist es auch in seinem Willen. Und ich hatte noch keinen Stress, habe ich schon ein bisschen vielleicht hochmütig bis 2018 gesagt.
Müssen wir da noch drüber reden, über diese letzten Jahre meines Schullebens. Dann habe ich tatsächlich Stress gekriegt. Aber ich konnte gar nichts dafür. Ja, weil es war in einem Jahr, wo ich ganz bestimmt nichts gesagt habe. Ich war so beschäftigt mit meinen Abi-Vorbereitungen, dass ich zu Jesus gesagt habe: Hey Jesus, warum darf ich nichts mehr von dir sagen? Ich bin so beschäftigt mit meinem Lehrersein und so. Also in dieser Phase kam das auf. Aber ich muss dazu sagen: Am Anfang war ich allein als Lehrer, als gläubiger Lehrer, so relativ allein. Und dann gab es einen Schülerbibelkreis, dann gab es einen Lehrergebetskreis, dann haben sich Lehrer bekehrt. Am Ende waren wir mittendrin mal zehn gläubige Lehrer. Wir hatten einen Lehrergebetskreis, und dann haben neue Lehrer, die dazukamen, auf Fortbildungen gehört: Was bist du auf dieser Sektenschule? Ja, also anscheinend hat sich das herumgesprochen, dass an dieser Schule gläubige Lehrer sind, die da auch ... Einen Schülerbibelkreis, einen Lehrergebetskreis, die da so verrückte Sachen machen, soziale Projekte. Ich habe ein soziales Projekt mit einer Schule in Afrika, war ja auch lang Verbindungslehrer. Wir haben Geld gesammelt, haben das Geld nach Afrika gebracht. Ich hatte eine Schülerin, die Leukämie hatte. Wir haben als SBK da eine Blutspendenaktion gemacht.
SBK ist was?
Schülerbibelkreis. Haben mit der DKMS eine Aktion gemacht. Und da, Aktion Tamara hieß es damals, und da kamen ganz viele Eltern und Leute aus Rastatt und die haben Blut gespendet. Und darauf hat sich tatsächlich dann jemand gefunden, der diesem Mädchen Blut spenden konnte, und dieses Mädchen wurde heil. Das hat sich natürlich wahrscheinlich herumgesprochen über die vielen Jahre, ja. Und da musste ich auch gar nichts mehr sagen. Ich war in der Schule der Jesusweber oder der Fahrradweber, weil wir hatten zwei Weber. Ja, ja, und ich war halt einer. Und dann hieß es immer: Ja, welcher Weber? Ah, der Jesusweber, ah klar. Also da muss man gar nichts mehr sagen, weil die Schüler ja ... Weil die Schüler die Fragen ... Ah, den Weber, ah ja, guter Kerl, aber da ist schon Jesusmäßig drauf oder so irgendwie. Also von daher, ich muss ja gar nichts mehr sagen, die beobachten mich nur.
Und da kam es eben 2018 zu dieser Situation, dass wir einen pädagogischen Tag hatten, wo dieses Thema Sektenschule Thema war. Ich war gar nicht da. Dann ging es darum, was da anscheinend alles gemacht wird an unserer Schule, und parallel dazu hatten an unserer Schule weniger Oberstufenschüler, und dann hat man gedacht, dieser Sektenschule-Verdacht wäre schuld, dass da jetzt weniger Oberstufenschüler kommen. Und deswegen wurde es ein pädagogischer Tag. Und dann habe ich natürlich Stress gekriegt, weil dann hat man mir einen Maulkorb gegeben. Es hieß, der Hartmut ist schuld. Und dann hat man mir einen Maulkorb gegeben, ich durfte dann nichts mehr sagen. Es hieß dann, nur noch Religionslehrer dürfen im Unterricht von Jesus erzählen, und das darf ein Schulleiter machen. Und daran habe ich mich auch gehalten. Ich habe dann auch selbst, wenn sie mich gefragt haben, mich sehr zurückgehalten. Aber dann ist noch etwas viel Schöneres passiert.
Ja, weil ich habe dann in dieser letzten Abi-Klasse, die ich hatte, eigentlich war das mein letztes schönstes Erlebnis, was ich als Lehrer erlebt habe. Sie sind nicht auf den Stühlen gestanden, aber ich kam rein, dann 2020, meine letzte BWL-Klasse als Klassenlehrer, und dann war ich so verunsichert wie ein Referendar. Was darf ich noch, was soll ich noch, was kann ich noch, habe ich alles falsch gemacht? Ich komme da rein, erster Schultag, und die stehen alle auf. Und ich habe gedacht: Jetzt machen sie mich fertig. Wieso stehen die auf? Ja, wir wollen Ihnen Wertschätzung geben. Dann habe ich gedacht: Das habe ich ja noch nie erlebt in meinen dreißig Jahren hier. Ich finde es toll, also können wir das jeden Morgen machen? Und dann habe ich gesagt: Wenn ihr das macht, dann behandle ich euch genau so wertschätzend.
Und dann habe ich Ihnen erzählt, es gibt da einen Film, der heißt „Teufels Werke und Gottes Beitrag“, und da bringt ein weißer Vater seine Kinder abends ins Bett, kennst du den? Ich kenne das Buch. Ja, und da bringt ein weißer Vater seine Kinder abends ins Bett mit den Worten: „Gute Nacht, meine lieben Prinzessinnen und Prinzen aus Neuengland.“ Und den Satz habe ich genommen und habe gesagt: „Guten Morgen, meine lieben Prinzen und Prinzessinnen aus Baden, schön, euch zu sehen.“ Das habe ich nicht nur gesagt, das habe ich in Sie hineingesprochen, gebetet, während Sie so da saßen, Ihre Handys noch so kurz, so eine Minute, jetzt ist er da und so. Und dann habe ich gewartet, und dann sind Sie jeden Morgen aufgestanden, drei Jahre lang, bis zum Abitur, selbst in Corona vor dem Bildschirm. Und das haben wir tatsächlich durchgezogen, und ich muss es jetzt abkürzen: Auf jeden Fall hat diese Klasse das beste Abi je geschrieben in BWL, 11,9 Punkte, normal sind es sechs bis acht Punkte. Und das war so krass, es kam das dran, was wir wiederholt haben, und nur das. Und deswegen haben die abgesahnt, das war alles richtig.
Und am Schluss, wo ich sie verabschiedet habe in der Halle, wollte ich noch ein paar Worte zu Ihnen sagen, dann sind Sie noch mal alle aufgestanden. Und das war mein Club-der-Club-Erlebnis. Ich konnte da nichts mehr sagen. Aber ich habe gespürt: Ohne dass ich etwas gesagt habe, ich habe es gelebt. Ich war mit Jesus bei ihm. Und das hat gereicht.
Und was ich noch dazusagen möchte: Das war ja dann mein letztes Schuljahr, ich hatte noch zwei Jahre Lehrer, und ich hatte immer noch diesen Stress, auch mit Kollegen, weil es stand ja im Raum, ich musste mich vor versammelter Mannschaft erklären, am Gründungsstag 2018. Na ja, und da habe ich mich verteidigen müssen, aber was mache ich da überhaupt? Dann habe ich gesagt: Ich mache nur das, was ich versprochen habe. Im Schulgesetz oder in Baden-Württemberg heißt es, wer soll im Geiste christlicher Nächstenliebe in Ehrfurcht vor Gott erziehen? Das habe ich geschworen, und das mache ich. Und wenn die Schüler mich fragen: „Herr Weber, glauben Sie das oder so?“, dann kann ich doch nicht lügen. Und ich bringe doch meinen Schülern bei, dass sie ihre Quellen nennen, wenn sie eine schriftliche Arbeit schreiben, dann muss ich auch meine Quellen nennen dürfen. Ich nenne nur meine Quellen, weil wenn ich das nicht tun würde, wäre ich ein Plagiat. Und das habe ich zu Ihnen gesagt.
Und genau, das war natürlich schon eine heikle Lehrerversammlung. Aber am Ende, am 24.7.2024, an meinem letzten Schultag, da hat es Gott so geschenkt, dass ich als Abschiedsrede mein Vorwort von meinem Buch vorgelesen habe. Ich habe das deswegen gemacht, weil am Abend zuvor meine erste Klasse mich überrascht hat, meine erste Abi-Klasse. Die kamen zu mir und haben mich verabschiedet. Ich wusste es nicht, die haben mich überrascht an unserem Grillfest von meinen Kollegen und haben mich besucht. Dann wollten sie noch mal mit mir ins Klassenzimmer, und dann sind wir hoch ins Klassenzimmer, und als sie so saßen und ich vorne stand und so jeder auf seinem Platz vor dreißig Jahren ... 1994, jetzt war 2024, also war die erste Abi-Klasse dreißig Jahre zurück ... die haben mich überrascht und wollten mich verabschieden. Ja, toll. Und dann war ein Regenbogen überrascht, und dann schaut einer raus und sagt: „Hartmut, schau mal raus, der Regenbogen.“ Da habe ich gesagt: Wow, ja, wisst ihr, wo der steht? Er steht in 1. Mose 9,17. Dann habe ich ihnen den Regenbogen erklärt, und dann sagt einer: „9,17, wir sind neun Schüler von siebzehn heute hier.“ Das war ein unheiliger Moment. Das war am Abend vor meiner Verabschiedung.
Als ich als einziger Lehrer verabschiedet wurde an dem Tag, hat meine Frau gesagt: „Hey, das musst du jetzt thematisieren, das war ja so der Hammer, was du da erlebt hast.“ Und dann habe ich ihnen das einfach vorgelesen, mein Vorwort. Und dann habe ich mich bei meinen Kollegen entschuldigt. Und ich habe gesagt: Es tut mir leid, dass ich in den letzten Jahren nicht mehr so oft im Lehrerzimmer war. Ich war mehr in der Sporthalle, okay, ich hatte fast nur noch Sport und habe mich bei euch nicht mehr so wohl gefühlt, weil ich gespürt habe, da ist was im Raum, aber keiner hat mit mir geredet, nur immer so hinten herum. Das hat mir wehgetan in meiner Seele. Um mich zu schützen, habe ich mich da ein bisschen zurückgezogen. Ich wusste gar nicht mehr, wie ich euch begegnen soll. Und ich fand es schade, dass ihr das nicht mir gesagt habt, weil dann hätte ich mich entschuldigen können, wenn ich etwas falsch gemacht habe. Aber ich möchte mich heute bei euch entschuldigen, dass ich mich da ein bisschen zurückgezogen habe. Das hätte ich gerne anders gemacht. Und wenn jetzt noch etwas ist zwischen mir und euch, dann können wir das jetzt besprechen, und dann kann ich gehen.
Und dann ist es tatsächlich passiert, dass noch Versöhnung stattgefunden hat. Es haben sich einige Kollegen, es haben sich alle bei mir verabschiedet, und es sind viele Tränen geflossen. Wir haben uns in den Arm genommen, wir haben wirklich noch Vergebung erfahren untereinander, und am Ende hat sich sogar noch mein Chef entschuldigt.
Ein starker Abschluss.
Ja, es war ein starker Abgang. Weißt du, und das habe ich erlebt, Christian: Ich habe erlebt, in völliger Schwachheit angefangen, ich habe gedacht, ich kann das nicht, ich brauche Jesus bei jeder Stunde. Dann habe ich eine Berufung erlebt, 1997, sah man an der Autobahnausfahrt, ich habe eine kleine Erweckung erlebt, ich habe Wachstum erlebt, ich habe Verleumdung erlebt, ich habe Versöhnung erlebt, ich habe alles erlebt in den dreißig Jahren. Und das habe ich erlebt, nicht weil ich so toll bin, sondern weil ich jetzt eine Sendung habe, Lehrer zu ermutigen, mit dem, was man alles erleben kann. Und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht mehr angeschaut wird. Ich weiß, wie es sich anfühlt, ich kann auch da Leute ermutigen. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Und deswegen ist es mein Auftrag, mit dem, was ich erleben durfte, Lehrern Mut zu machen: Du kannst tolle Sachen erleben. In meiner Schule würden Schüler, die jetzt meine Freunde sind ... Schau dir das an: dreitausend Lehrer in Deutschland, die da dabei sind, Schüler, die mich verabschieden usw. Das kann Jesus auch in dir machen. Aber geh mit Jesus ganz eng an deine Schule.
Cool, boah, ich habe noch so viele Fragen, ich muss aber gerade überlegen. Doch, das mache ich hier noch. Über das LET reden wir gleich noch, aber vielleicht, ja genau, in deinem Buch wird deutlich, dass Gebet eine zentrale Rolle ist in deiner Alltagsmission. Und du schreibst auf Seite 33: Gebet soll als Haltung der liebenden Aufmerksamkeit eingeübt werden. Was bedeutet das ganz praktisch im Schulalltag? Wie sieht das bei dir aus oder wie sah das bei dir aus? Habe ich dich richtig verstanden, du unterrichtest selber gar nicht mehr aktuell?
Nein, ich bin jetzt tatsächlich seit 24.07.24 ... kann man sich gut merken. Deswegen wusste ich auch, dass ich an dem Tag gehen soll.
Du BWLer, du hast es echt mit den Zahlen.
Wie weit siehst du die Zahlen?
Ja, ich habe es mit den Zahlen, nicht mit Namen. Ich verwechsel Namen oft. Mir fallen manchmal nicht mehr die Namen einer meiner Kinder oder Enkel ein.
Aber du weißt, wann sie Geburtstag hat.
Ja, das weiß ich nicht. Das ist gut. Aber gestern fiel mir der Name von meinem Schwiegersohn einen Nachhang an, peinlich, aber ich habe es mit Zahlen. Aber in der Bibel ist es ja auch so, die Zahlen ... das ist ja auch ganz, ganz spannend. In der Bibel gibt es ... Aber das haben wir heute nicht so im Thema. Aber mit Zahlen. Wie kam man jetzt auf die Zahlen? Wie kam man auf die Zahlen? Ah ja, 24,7. Ja, genau. Ja, ich bin ja am 24.7. in Ruhestand gegangen. Und ich darf jetzt 24,7 Alltagmissionar sein, nicht nur 24,7 unterwegs sein als vollzeitlicher ehrenamtlicher Lehrer, Ermutiger. Deswegen wusste ich, ich gehe am 24.7. in Pension und darf das jetzt die ganze Zeit tun, nicht nur in den Ferien.
Reden wir noch über das LET. Kurz und knapp erklärt: Was ist das Lehrerermutigungstreffen? Was macht ihr da konkret?
Was machen wir da konkret? Ja, also hauptsächlich habe ich in den letzten dreißig Jahren Kontakte gesammelt. Weil jeder Lehrer ein Multiplikator ist. Da haben wir halt versucht, wir machen in unserer Gemeinde einmal im Jahr, am Anfang sogar zweimal im Jahr, so ein kleines Treffen gemacht, wo wir Lehrer eingeladen haben, vernetzt haben und versucht haben, in diesen Treffen genau das, was ich jetzt versucht habe, rüberzubringen, ihnen aufs Herz zu legen. Und natürlich auch, dass sie untereinander beten und Unterrichtsmaterialien austauschen und sich ermutigen und so weiter. Einfach Lehrer, glaube ich, Lehrer zu ermutigen: Was hast du für einen wunderbaren Auftrag, was ist das für ein toller Beruf, den du hast. Und wenn du mit Jesus diesen Beruf ausfüllst, wird es leicht und fruchtbar. Und das versuchen wir, möglichst vielen Lehrern mitzugeben, mit dem, was ich ja selber erfahren und erlebt habe, die ganze Bandbreite.
Verstehe ich. Wie ist es denn entstanden, erzähl mal ein bisschen dazu, was ist die Vision dahinter? Ein bisschen hast du es schon anklingen lassen, aber erzähl mal, wie kam das denn?
Ja gut, es war ja diese Autobahnausfahrt, ja, das war der Beginn. Du hast den Sämann gesehen.
Ich habe den Sämann gesehen, das war meine Berufung, und dann habe ich angefangen ... Moment, wie lange ist das denn her? Ah ja, okay. Und ich weiß es deswegen so genau: 25.4.97.
Die Zahlen.
Ja, das ist ein Datum, ich schreibe es in mein Tagebuch, es steht in meiner Bibel. Es steht in meiner Bibel, ja, Sacharja 4. Der goldene Leuchter, aber da kommen wir jetzt wahrscheinlich nicht mehr dazu. Steht in meinem Buch drin, der goldene Leuchter, ja, das ist schwierig, das in kurzer Zeit zu erklären. Ich hänge an diesem Weinstock, da ist ein Ölbaum. Indem ich an diesem Ölbaum hänge, produziere ich geistliches Salböl, und dieses geistliche Salböl ist die Gnade Gottes, die sich im Leuchter verteilt. Also die Berufung war am 25.4.97, und ab da bete ich jede Stunde, weil meine Uhr jede Stunde piept.
Ach, dieses Glockenschlagen, das habe ich eben gehört. Leute, das war nicht im Podcast, war davor. Aber jetzt hast du auf Stunde Zeit.
Ich habe es auch abgestellt. Es war 9.38 Uhr, Matthäus 9,38 steht es. Die Arbeiter in die Ernte sind.
Genau, und die Lehrer sind Mitarbeiter in der Ernte seiner Gnade. Und du betest dafür?
Ich bete seit neunundzwanzig Jahren stündlich dieses Gebet. Ich bete eigentlich gar nicht mehr laut, sondern in meinem Herzen. Es ist so präsent, dass ich gar nicht mehr sprechen muss. Ich habe es mit Jesus in meinem Herzen. Und das ist der Schlüssel.
Okay, aber was passierte da an der Ausfahrt? Der Sämann, deine Berufung, und dann war ja jetzt nicht einfach die Arbeit da.
Nein, und dann war ja dieser Club lebendiger Verse, diese vielen Schüler, die da bei uns sind. Ach, das war der Start. Ja, und dann habe ich das einfach den Lehrern erzählt. 2002 haben wir das erste Treffen gemacht, dann habe ich zu ihnen erzählt, was ich erlebt habe, haben die ja auch schon mitgekriegt, und habe zu ihnen gesagt: Wisst ihr, wenn ich das mache, addiere ich. Wenn ihr alle mitmacht, dann multiplizieren wir mal drei, mal vier, mal fünf, mal zehn, mal fünfzehn. Stellt euch vor, was da passieren könnte. Ja, und so habe ich ihnen das gesagt, und das mache ich heute immer noch. Wenn ich unterwegs bin, dann sage ich: Wenn ihr da mitmacht, dann ist jeder von euch ein Multiplikator mal tausend, der kleinste wird zu tausend werden. Und dann bin ich einfach mittlerweile, was weiß ich, 250 Lehrerermutigungstreffen in den letzten zwanzig Jahren einfach da, wo Gott mich hingeschickt hat, in ganz kleinen Gruppen, einzelnen, ja, denen habe ich das einfach erzählt und habe sie ermutigt: Mach mit. Und die Kontakte habe ich gesammelt. Habe ich jetzt 3000 Leute in Deutschland, und jetzt darf ich die besuchen, die mich einladen. Wenn sie mich einladen, komme ich.
Cool, ihr habt eine Webseite, du machst einen Podcast, habe ich gestern mal reingehört. Mit Christoph, mit meinem Seelenverwandten, mit meinem ersten Schüler, der gläubig wurde, mein bester Freund und Nachbar.
Moment, Christoph war ein Schüler von dir und er ist zum Glauben gekommen und jetzt dein Freund und Nachbar?
Genau, und mit dem mache ich auch Podcast.
Erzähl von Christoph, wer ist Christoph?
Christoph war in der Klasse elf in meinem Sportkurs an meiner Schule. Soll ich das auch noch erzählen?
Ja, klar, wir haben ja noch Zeit. Und ich hoffe, ihr seid auch noch dabei.
Ja, also der Christoph, das war krass. Da habe ich auch in der Freistunde stille Zeit gemacht und dann habe ich eben Matthäus 9,36 gelesen. Soll ich kurz?
Ja, für die Leute, die es nicht wissen.
Bitte den Herrn der Ernte, dass er weiter sendet.
Ja, ja, aber vorher noch. Was haben Sie gesagt, Matthäus?
Da ist 9,38 oder was hast du gesagt?
Genau, jetzt muss ich gerade schon aufblättern. Ja, blätter ruhig, wir haben Zeit. Ja, einen Moment. Genau, du siehst, wie das bei mir markiert ist und alles Mögliche und Datum steht, Christoph 97, aber der Vers vorher ist auch wichtig, Matthäus 9,36. Als aber Jesus die Volksmenge sah, er hat sie gesehen, wurde er innerlich bewegt, splagchnizomai steht da, sein Herz hat sich ... seine Gedärme haben sich herumgedreht, weil sie so erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und daraufhin hat er zu seinen Jüngern gesprochen: Die Ernte ist groß, wir brauchen Mitarbeiter in der Ernte.
Und das Ursprüngliche ist ja, diese Schüler zu sehen, das barmherzige Herz, dieses splagchnizomai zu empfinden für meine Schüler. Ich komme da gerade aus einer tollen Zeit mit Jesus, und dann komme ich in meine Klasse, und die sitzen da mit leeren Augen, und ich denke: Boah, ich würde Ihnen so gern von Jesus erzählen. Und als ich zum ersten Mal dieses splagchnizomai gespürt habe, ist was passiert. Das werde ich nie vergessen. Ich habe das gelesen in meinem Lehrerzimmer und laufe runter zum Bäcker und sehe in dieser Aula drei-, vier-, fünfhundert Schüler vor mir, und dann hatte ich zum ersten Mal dieses splagchnizomai, dieses herzliche Erbarmen, es hat sich mein Magen umgedreht. Ich konnte es nicht ertragen, dass die alle Jesus nicht kennen, und dann schreie ich zu Jesus: Wo soll ich denn anfangen? Und in dem Moment läuft der Christoph an meinem Weg. Schüler meiner Klasse elf. Und da habe ich gewusst, mit dem soll ich irgendwann mal, wenn es passt, von Jesus reden.
Und zwei Wochen später saß er bei mir im Auto, weil er den Bus verpasst hat, als er ja in meinem Sportkurs war und nachmittags nicht mehr nach Hause kam. Es hat geregnet, und dann habe ich ihn mitgenommen. Und während er bei mir im Auto saß, da hat wieder mein Herz geklopft. Dann habe ich mich getraut, ich habe das immer mit zitterndem Herzen gesagt, ich habe da immer: Soll ich, darf ich, muss ich? Und dann habe ich gesagt: Christoph, weißt du noch, letzte Woche oder vor zwei Wochen, als wir uns begegnet sind auf der Treppe? Und habe dem Gott erzählt, kann das sein, dass du nach Gott suchst? Mehr habe ich nicht gesagt. Das war sehr direkt.
Es war direkt, weil ich das gespürt habe, das war konkret, und dieser Schüler, das war konkret, und dann wusste ich auch, den soll ich konkret ansprechen. Das war dann kein Säen mehr, das war dann schon wie Jesus dann Netzauswerfen, keine Ahnung, aber das war ja fast schon wie Jesus, der den Einzelnen dann auch angesprochen hat. Das habe ich nur einmal erlebt, mit Christoph, das war der erste. Und dann habe ich ihm das gesagt, und daraus wurde ... Ich habe dann bei dem in der Bibel gelesen, ich habe seine Mutter gefragt, ob ich das darf, und er hat sich relativ schnell bekehrt. Er war dann auch nicht mehr mein Schüler, da war zum Glück dann ja ein anderer Sportkurs. Und als er dann fertig war mit dem Abi, hat er mich gefragt: Du Hartmut, was siehst du in mir, was soll ich denn machen? Dann sage ich zu ihm: Christoph, ich sehe einen Lehrer in dir, geh doch nach Mannheim und studiere BWL und mach nicht nur Sport, so wie ich Religionslehrer.
Und das hat er gemacht. Und Jahre später wurde er an meine Schule versetzt, und wir sind beste Freunde, Seelenverwandte, wir machen zusammen Podcasts und erzählen diese Geschichte ganz ausführlich von Anfang an, was wir so miteinander erlebt haben, wie Schüler und Lehrer zu den besten Freunden wurden. Diese Geschichte habe ich erlebt, und davon profitiere ich am allermeisten, weil Christoph mein bester Freund und Nachbar ist. Und er hat auch vier Kinder, und wenn wir uns treffen, dann müssen wir gar nicht viel reden, wir sind eins, das hat mir Gott geschenkt.
Toll, so eine Erstlingsfrucht.
So eine Erstlingsfrucht, genau, steht ja auch in der Bibel drin. Genau, wie kam er da drauf, wie es angefangen hat, und das habe ich halt meinen Lehrern erzählt, was passieren kann, wenn du einmal in dem Moment, in dem Jesus es wichtig macht, erzählst du ihm. Und dieses splagchnizomai ist wichtig, dieses herzliche Erbarmen, das hast du aber nur, wenn du mit Jesus connected bist. Dann schenkt er dir dieses Erbarmen, und dann kann er auch durch dich wirken. Und so hat es angefangen.
So hat es angefangen, und es sind diese Lehrerermutigungstreffen entstanden, du bist herumgereist und tust es jetzt quasi vollzeitlich, ermutigst einzelne Lehrer auch. Sag mal, was ist die Vision für das Lehrerermutigungstreffen? Kannst du das in einem Satz sagen?
Die Segenskette.
Moment, was heißt das?
Es ist ein Bild im Buch. Ich muss dir sagen, ich habe ja gestern eine Podcast-Folge gehört, weil ich mich vorbereiten wollte. Dann hast du gesprochen mit dem Christoph, jetzt weiß ich ja jetzt, dass es der Christoph ist, über Elefanten und Mäuse, und ich habe gedacht: Worüber reden die? Ich verstehe gar nichts. Aber das ist jetzt nicht das Thema, das musst du mir nachher mal, wenn das Mikro aus ist.
Man muss es, um es zu verstehen, von Anfang an hören.
Ja, aber im Podcast höre ich doch nur eine einzelne Folge, und dann erzählst du irgendwas von Elefanten und Mäusen.
Aber weißt du, uns ist auch nicht wichtig, wie viele da zuschauen, vielleicht machen das noch fünf, keine Ahnung. Wir stehen auch da immer nur auf einzelne. Aber der, der inspiriert ist, der hört dann vielleicht auch die anderen Sachen noch nach.
Alles klar. Wir verlinken auf jeden Fall euch den Podcast, dann könnt ihr mal hören von Elefanten und Mäusen.
Ja, das ist schon verrückt. Da geht es im Moment ums Hohelied der Liebe, da geht es gar nicht um Schule. Da geht es um die Liebesbeziehung zu Jesus. Weil der Christoph will immer das wissen, was mich bewegt. Und er sagt immer, wenn ich zu dir komme und du erzählst von deinem Liebes-, von deinem Bräutigam, vom Hohen Lied: Erzähl mir mal, was erlebst du da? Und dann ist es ganz so. So ist es dann. Und dann erzähle ich ihm einfach, was ich da erlebe. Und dann flashen das, und so machen wir das.
Zurück zur Vision. Weißt du, kann man das zeigen? Ah, okay, sogar ein richtiges Bildchen. Ja, das hat meine Frau gemalt. Weißt du, ob man das zeigen kann? Ja, kann man zeigen. Das ist im Buch auf der Seite keine Ahnung 229, und da ist es gut erklärt. Ich kann es vielleicht gerade mal kurz ... Also ich frage dann auch die Lehrer immer wieder: Stellt euch vor, was passieren könnte, wenn ein Kind ohne christliche Sozialisation, ohne gläubige Eltern im Kindergarten eine gläubige Erzieherin hat. Und diese Erzieherin hat es einfach lieb, segnet das Kind, liest ihm vielleicht auch mal eine biblische Geschichte vor, und dann geht dieses Kind in die Grundschule und hat dann da eine gläubige Lehrerin, zum Beispiel die Miriam, wo ich jetzt gerade übernachte, und die macht da weiter. Ja, die geht mit Jesus da rein und ermutigt dieses Kind weiter im Geiste christlicher Nächstenliebe und so weiter, betet für das Kind, führt es wieder einen Schritt näher, auf diese Schritt-für-Schritt-Skala näher zu Jesus. Dann kommt dieses Kind in die Sekundarstufe I und lernt vielleicht mal einen gläubigen Mann kennen. Es sind ja nicht so viele in der Schule, Schule ist weiblich, aber es ist gut, wenn sie auch mal einem gläubigen Mann, vielleicht einem Religionslehrer begegnen und er durch sein christliches Vorbild eine christliche Lebensperspektive aufzeigt, vielleicht oder eine Lebensvision ihnen mitgibt und dieses Leben in Fülle mit Christus vorlebt. Dann frage ich Sie: Stellt euch vor, was passieren kann, wenn wir Gläubigen, Lehrer und Erzieher in Deutschland so unterwegs sind und uns als Segenskette begreifen.
Und dann machen wir es oft auch ganz praktisch: Am Ende stellen wir uns auf, machen einen großen Kreis, wir halten uns an den Händen. Und wir stellen uns vor, im Kreis ist unsere Klasse, Schule, Stadt, Land, je nachdem wie groß deine Vision ist oder du selber. Und dann machen wir eine Segenskette, und wir beten dann als Abschluss von so einem Lehrerermutigungstreffen dann für unsere Kinder, Schüler, Schule, Stadt und selber. Und das ist dann das Ende, das ist die Segenskette. Das ist unsere Vision, dass die Segenskette geschieht, dass jedes Kind in seinem Schulleben vom Kindergarten bis zur Uni mindestens einem gläubigen Lehrer begegnet, der nicht nur Jesus kennt, sondern für Jesus brennt. Das ist die Vision.
Cool. Wie hat sich das weiterentwickelt und wo steht ihr heute?
Es gab ganz langsames, kontinuierliches Wachstum. Einmal ist es ein bisschen explodiert, das war beim ersten christlichen Pädagogentag 2002. Da hatten wir den Professor Eckstein eingeladen zu einem Lehrertreffen. Wir haben gedacht, da kommen vielleicht 50 Leute, da kamen 500 Lehrer am ersten Pädagogentag in Baden-Württemberg. Und das sollte ich nachmittags davon erzählen. Das habe ich dann gemacht. Ich bin da reingelaufen, als Sämann verkleidet, wie den Sämann, den ich an der Autobahn gesehen hatte, und habe den Weizen auf die Tische gestreut, den 500 Lehrern da in dieser Halle von Waldorf-Hesslach. Und dann durfte ... und dann hatte ich ihre Aufmerksamkeit, und dann habe ich ihnen einfach zwanzig Minuten erzählt, was ich mache, und sie auch gefragt: Macht ihr mit? Es ist gut, wenn ich das mache, aber wenn ihr alle mitmacht, dann ... Jeder an seiner Schule, was könnte da passieren? Und wenn er dabei sein will, dann nimmt er den Zettel, der vor euch liegt, füllt den aus, gebt uns eure Daten und hängt es in die Netze. Vier Netze hatten wir aufgehängt für die vier Oberschulamtsbezirke von Baden-Württemberg, und wir sind gestern mit vollen Netzen aus der Halle gegangen, meine Frau und ich, mit 300 Lehrerkontakten, die haben wir eingepflegt. Und da gab es auch etwas zum Ankreuzen, wer möchte vernetzt werden, wer möchte einen Lehrergebetskreis starten. Und an diesem Tag haben sich 40 Lehrergebetskreise gegründet, von drei auf vierzig. Und seither wächst es kontinuierlich.
Im Moment sind wir, glaube ich, bei 150 Offiziellen, es gibt sicher viele Undercover, weiß ich nicht. Aber schön ist auch, dass es ein paar gibt, die sich outen, und die kamen auf der Homepage. Da kann man schauen, wo in meiner Stadt gibt es so etwas. Und wenn nicht: Hey, du hast vielleicht, glaube ich, einen Lehrerfreund oder eine Freundin oder zu zweit hast du ein Mandat, wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind. Trefft euch zusammen, fangt an für euch selber, für eure Schulen, für euer Erntefeld, für ein barmherziges Herz, für eure Kinder und Schüler zu beten, und dann schau mal, was passieren kann in dreißig Jahren. Ihr braucht einen langen Atem, weil ihr wollt ja nicht nur Kürbisse pflanzen, ihr wollt vielleicht Eichen pflanzen, und da braucht es vielleicht dreißig Jahre, bis da was wächst.
Ja, so, und es ist dann gewachsen. Auch bei uns in den letzten zwanzig Jahren habe ich da einfach kontinuierlich Lehrerdaten gesammelt, habe sie eingepflegt, und dann schreiben wir zweimal im Jahr einen Rundbrief. Mehr machen wir nicht, weil die Lehrer genug Mails kriegen. Wir sagen: Wenn ihr was wissen wollt, kommt auf die Homepage, da könnt ihr einiges finden, was ihr für eure Schule braucht, für euer Lehrersein. Und zweimal im Jahr erinnern wir euch daran, Weihnachten und Ostern, schreiben wir einen kleinen Rundbrief. Und genau, das ist alles. Und da ist es gewachsen, und jetzt haben wir 3000 Leute und 150 Gebetskreise, und jetzt darf ich herumreisen und die ermutigen.
Schön, sehr schön. Ihr hattet 2012 und 13 schon mal einen Podcast, und seit 2022 gibt es einige neue Folgen. Was ist das Ziel mit dem Podcast?
Ja, das ist ja ... 2012 haben wir angefangen, da waren wir mal in Österreich eingeladen, der Christoph und ich, und da hat es nicht geklappt mit der Aufnahme, weiß ich noch gut. Wir wurden aufgenommen, und dann hat die nicht funktioniert. Und dann sind wir nach Hause gefahren, und dann fahren wir durch einen Tunnel, Christoph und ich wissen das beide noch wie eingebrannt. Und dann sagt Christoph zu mir: Weißt du was, wir machen einen Podcast. Das, was du, was wir jetzt zusammen ... Wir haben unsere Geschichte gemeinsam erzählt. Manchmal geht er mit und dann erzählen wir die Geschichte. Ich erzähle, was ich ihm gesagt habe im Auto und wie das kam, und er erzählt dann, wie es auf ihn gewirkt hat. Aber da er ja mit vier Kindern volles Deputat nicht oft mit kann, haben wir gesagt: Komm, dann machen wir einen Podcast, und wir erzählen diese Geschichte im Podcast, und dann können die Lehrer sich das anhören. So ist es entstanden.
Und dann ist es immer wieder eingeschlafen, weil hey, die haben vier Kinder und volles Deputat, wir sind vielleicht einmal im Jahr dazugekommen. Was heißt Deputat?
Deputat heißt Lehrauftrag. Also ein Lehrer in Baden-Württemberg, Berufsschule, hat 25 Stunden volles Deputat, und das ist ein Haufen Holz, wenn du nachher noch vier Kinder hast und Familie. Und als Berufsschullehrer, der ja auch Abitur hat, und Berufsschule ist so breit, weißt du, da hast du verschiedene Berufsschulklassen, du hast Abi, du hast Wirtschaftsschule, Berufskolleg, das ist ja ganz unterschiedliche Niveaus. Da hast du so viel vorzubereiten und so viel Arbeit, da hast du nicht so viel Zeit, mal rumzureisen. Und dann haben wir gesagt, wir machen Podcasts, das können die Leute nachhören. Und das haben wir eine Weile gemacht. Und als wir dann die Geschichte erzählt hatten nach einigen Jahren, ich glaube, es sind 20, 30 Folgen, weiß ich gar nicht mehr, da sind alle noch abrufbar, ich glaube auch auf Spotify sogar. Letztes Jahr, als wir fertig waren, sagt Christoph: Lass uns was machen über das Hohelied, weil ich spüre, da hat sich was bei dir verändert. Du bist anders geworden in den letzten Jahren. Was ist dein Geheimnis? Und das Geheimnis ist diese Liebe, diese Bräutigamsliebe, mit der ich jetzt unterwegs bin.
Schön, und du darfst vollzeitlich unterwegs sein und diesen Lehrerermutigungsdienst tun. Was hast du durch deine Arbeit beim LET gelernt? Hattest du irgendwie eindrückliche Begegnungen, die dich auch geprägt haben?
Ja, habe ich jetzt einige erzählt, also ganz viele.
Ja, jetzt aber durch diese Treffen selber in letzter Zeit?
Auch da könnte ich viele, viele Geschichten erzählen. Das eine, was ich erzählt habe, das, wo mir Jesus gezeigt hat, es kommt nicht auf seine Worte darauf an. Der Vers, der runtergefallen ist, weil du die Sideboard umgeschmissen hast, das war auch bei einem Lehrerermutigungstreffen. Ich mache es nicht, du. Ich komme mal zum Elefant. Ich bin der Elefant und du bist das Mäuschen. Und wir meinen oft, wir sind der Elefant. Die Geschichte ist auch da drin. Es ist eine schöne Geschichte, um zu verinnerlichen: Jesus ist der Elefant und ich bin bei ihm, er macht das Entscheidende. Also von klein und groß und von Kraft und kleiner Kraft und so weiter.
Darf ich Sie kurz erzählen, ganz kurz versuche ich sie zusammenzufassen: Ein Elefant reitet mit einem Mäuschen über eine alte Brücke. Das ist so eine Story, die du darin erzählst.
Ja, ja, eine von der Geschichte, die ich auch vorlese, weil um zu ... Worauf kommt es drauf an? Weil wir meinen immer, wir sind die Elefanten. Und diese Elefanten und Mäuschen reiten über die Brücke, die Brücke fängt an zu schwanken und zu knacken. Und dann hat das Mäuschen Angst, klammert sich an den Elefanten, aber es geht gut, sie kommen auf der anderen Seite an, das Mäuschen etwas mutiger kommt hervor und sagt zum Elefanten: Hast du gemerkt, wie wir die Brücke zum Schwanken gebracht haben? So sind wir oft unterwegs. Wir verwechseln, dass er der Elefant ist und wir das Mäuschen. Das ist die Geschichte mit Mäuschen und Elefanten. Und ich bin das Mäuschen, ich bin vielleicht nur der Floh. Das Mäuschen ist schon groß. Ich bin dabei, ich darf dabei sein, aber er ist der, er macht es. Ich habe es ja vorgelegt. Johannes 10,14,10: Bleib in mir, mit mir verbunden. Ich wirke die Werke. Ich bin der Elefant und du bist das kleine Mäuschen, ich nehme dich mit, du darfst dabei sein. Aber vergiss es nie, das ist da unten, das ist wichtig.
Also das habe ich gelernt, wenn ich was gelernt habe, dann das. Und deswegen bist du auch entspannt, weißt du, es ist egal, ob zwei da sind oder zweihundert. Es ist egal, ob die Sideboard umfällt oder keine Ahnung. Und das, was hängenbleiben soll mit dem Satz, den Jesus berühren möchte, auch in diesem Podcast, das habe ich nicht in der Hand. Von daher bin ich entspannt. Außerdem braucht er mich nicht. Wer bin ich denn? Er kann auch direkt zu irgendwelchen Menschen ins Herz sprechen, die offen sind. Er braucht mich gar nicht, ich darf dabei sein, aber er braucht mich ja überhaupt nicht.
Ich könnte dir noch so lange zuhören, das ist wirklich ermutigend, und danke, dass du dein Herz geöffnet hast und uns hast teilhaben lassen. Und ich lerne von dir auch. Das ist, glaube ich, die richtige Einstellung, die ich auch brauche, diese Demut zu haben. Ich bin nur ein Floh. Was gibt es noch Kleineres als Floh? Und er der Elefant, ja sehr gut.

Abschlussfragen und Ausblick

Ja, wir kommen zum Schluss. Lieber Hartmut, drei Fragen zum Schluss, ich habe Sie schon vorgewarnt.
Welches eine Buch kannst du empfehlen, das unsere Podcast-Hörer unbedingt lesen sollten?
Ich habe keines, das habe ich dir gesagt.
Du hast keines?
Nein, ich habe nur das eine, und das ist das Hohelied der Liebe. Also, wenn ich etwas empfehlen darf: Lies in deiner Bibel. Lies sie als Liebesbrief.
Was ist deine eigene grösste Herausforderung in der Alltagsmission?
Meine Schwachheit. Es ist für mich herausfordernd. Ich muss selber immer ermutigt werden.
Ja, aber das hält dich nah an Jesus.
Und zum Abschluss: Welchen einen Tipp hast du für unsere Hörer, den sie gleich diese Woche umsetzen können?
Schwer, ein Tipp. Verbringt Zeit mit Jesus, zurück zur ersten Liebe, der ersten Liebe. Streck dich nach dieser ersten Liebe aus. Ich weiss nicht, wie das geht, aber ich weiss, Jesus hat das allermeiste Interesse an unserer ersten Liebe. Und wenn du das auch hast, er ist der Herr der Zeit. Er wird die Zeit schenken, diese erste Liebe neu aufflammen zu lassen. Und diese erste Liebe gibt die Kraft für alles, gibt die Freude und ist das Feuer für all deinen Alltag. Dann wird es machbar.
Lieber Hartmut, vielen herzlichen Dank, dass du hier warst und so viel erzählt hast, wie von mir selber auch.
Ja, auch danke euch, dass ihr zugehört habt, zugeschaut habt. Macht's gut bis zum nächsten Mal.

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

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