Hallo zusammen,
ich habe heute für dieses Video keinen ewig langen Stichpunktezettel, keine Sorge. Stattdessen möchte ich ein paar lose Gedanken mit euch teilen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Vielleicht hilft es dem einen oder anderen gerade gegen Ende des Videos. Denn da wird es persönlich und auch ein bisschen tiefgründiger.
Einführung in das Thema Gesetzlichkeit und Fremdbezeichnungen
In den letzten Tagen habe ich mir einige Instagram-Accounts von sogenannten Postevangelikalen oder Exvangelicals angeschaut. Das sind Menschen, die von sich sagen: Früher waren sie christlich oder evangelikal, heute aber nicht mehr. Ein Thema, über das dort häufig geschrieben wird, ist das der Gesetzlichkeit und des gesetzlich Seins.
Diese Worte lösen bei manchen Menschen sofort starke Reaktionen aus, und die Diskussionen werden schnell sehr emotional. Das ist selten hilfreich. Deshalb ist es besonders wichtig, jetzt einmal tief durchzuatmen und in Ruhe zu überlegen: Was genau meint man eigentlich mit Gesetzlichkeit? Und was meint man damit nicht?
Eine Sache fällt dabei besonders auf: Manchmal bezeichnen wir andere Menschen als gesetzlich. Aber wie viele Menschen hast du in den letzten Jahren getroffen, die sich selbst als gesetzlich bezeichnen und ganz stolz sagen: „Ich bin gesetzlich, das ist großartig, seid alle so gesetzlich wie ich“? Wahrscheinlich nicht viele.
Das ist eine Besonderheit. Nehmen wir als Beispiel die Religion: Stell dir vor, du würdest jemanden, der muslimisch ist, als Muslim bezeichnen und ihn fragen: „Bist du Muslim?“ Und er sagt: „Ja.“ Dann passt das ja. Er bezeichnet sich selbst so, und du tust es auch – das stimmt überein.
Oder du bezeichnest jemanden als Mitglied einer Partei, sagen wir Partei XY. Du fragst: „Bist du Mitglied der Partei XY?“ Und die Person sagt: „Ja, bin ich.“ Auch hier stimmt die Bezeichnung.
Aber wenn kaum jemand, um den es geht, sagt: „Ja, ich bin genau so gesetzlich, wie du mich als gesetzlich bezeichnest“, dann ist das ein Problem. Denn das bedeutet, wir haben keinen klaren Ansprechpartner, zu dem wir gehen können, um zu fragen: Was bedeutet „gesetzlich“ genau? Warum sollte man gesetzlich sein? Was ist daran gut?
Das ist deshalb ein wichtiges Thema, weil „gesetzlich“ in diesem Zusammenhang vor allem eine Bezeichnung von außen ist – eine Fremdbezeichnung. Sprachwissenschaftlich bedeutet das, dass wir dieses Wort oft unbewusst nutzen, um uns von anderen Menschen abzugrenzen. Zwischen den Zeilen sagen wir damit: „Wir sind nicht so wie diese Gruppe der Gesetzlichen, und du solltest auch nicht so sein wie sie.“
Die Frage ist also: Wie genau soll man denn nicht sein? Oder anders gefragt: Was ist eigentlich Gesetzlichkeit?
Damit herzlich willkommen beim Bibelfittdienst! Hier versuchen wir, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.
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Gesetzlichkeit im Spannungsfeld von Gefühlen, Liebe und Regeln
Wir verwenden den Begriff Gesetzlichkeit oft, um etwas Negatives zu beschreiben, von dem wir uns abgrenzen wollen. Aber was genau bedeutet das eigentlich?
Zwei Aspekte werden bei den Instagram-Accounts, von denen ich gesprochen habe, häufig erwähnt. Das Erste ist, dass Gefühle und Beziehungen wichtiger sein sollen als Dogmen und Regeln. Ich formuliere das jetzt mal in meinen Worten. Das klingt auf den ersten Blick ansprechend, oder? Doch bei genauerem Hinsehen ist das nicht wirklich überzeugend. Solche Aussagen können Menschen dazu verleiten, Regeln zu missachten, solange Gefühle vorhanden sind und eine Form von Beziehung besteht.
Überlege kurz logisch: Es wäre so, als würde man sagen, Mord sei nicht schlimm, solange du das Opfer wirklich hasst – also Gefühle im Spiel sind. Oder als dürfe ein verheirateter Mann mit einer anderen Frau schlafen, solange er emotional involviert ist. Oder dass Blasphemie, also die Gotteslästerung und der respektlose Gebrauch von Gottes Namen, kein Problem sei, solange man Gott nicht absichtlich entehren will. Diese Beispiele sind natürlich absurd, und du erkennst sicher, dass sie logisch keinen Sinn ergeben.
Der zweite Punkt, den ich oft auf diesen Accounts gelesen habe, lautet: Liebe steht über allem, Hauptsache Liebe. Das klingt zunächst auch sehr schön, doch auch das ist nicht überzeugend. Wenn Liebe wirklich das Einzige wäre, was zählt, dann würden im religiösen Kontext alle Menschen gerettet werden und am Ende beim jüngsten Gericht in den Himmel kommen. Das entspricht jedoch definitiv nicht der biblischen Lehre.
Dazu habe ich ein ausführliches Video gemacht, das ich dir unten verlinkt habe. Nur kurz zusammengefasst: Wenn es angeblich keine Hölle gäbe, warum spricht Jesus dann so häufig darüber? Und wenn es keine Verdammnis gäbe und niemand in die Hölle käme, warum warnt Jesus dann einundachtzig Mal davor? Du kannst das selbst nachzählen.
Und wenn das jüngste Gericht angeblich keine Rolle spielen würde, warum ist es Jesus dann so wichtig, seine Zuhörer einhundertsiebzehn Mal darauf vorzubereiten? Auch hier kannst du gern selbst nachzählen.
Das heißt: Die Vorstellung, dass nur Liebe zählt, passt überhaupt nicht zum biblischen Befund. Das macht, ehrlich gesagt, auch wenig Sinn.
Ganz nebenbei: Rein logisch betrachtet kannst du auch aus Liebe und mit guten Absichten katastrophale Entscheidungen treffen. Einfach nur zu sagen, Hauptsache Liebe oder gute Absichten, klingt zwar nett, aber ernsthaft – so kommen wir nicht wirklich weiter.
Die Ehe als Bild für die Beziehung zu Gott und die Bedeutung von Regeln
Also, wie ist es denn jetzt zum Beispiel in der Bibel? Wer die Bibel häufiger liest, weiß, dass die Beziehung von Menschen zu Gott immer wieder mit einer Ehe verglichen wird.
Natürlich ist eine Ehe zwischen Mann und Frau etwas anderes als die Beziehung zwischen Gott und Mensch, das ist klar. Aber ich denke, Gott nutzt diesen Vergleich in seinem Wort immer wieder, um uns bestimmte grundlegende Prinzipien vor Augen zu führen, die jeder intuitiv versteht. Dazu muss man nicht verheiratet sein.
Bleiben wir doch mal ganz kurz bei diesen Prinzipien. Das hilft uns nämlich gleich, das Thema Gesetzlichkeit ein bisschen besser zu verstehen.
Thema Ehe, Thema Regeln: Eine Ehe komplett ohne jede Form von Regeln gibt es eigentlich nicht. Das fängt schon bei ganz grundlegenden Dingen an, wie Treue oder dass du dich in deiner Ehe gemeinsam mit deinem Ehepartner nach Gott ausstreckst. Vielleicht habt ihr Kinder, dann habt ihr gemeinsame Erziehungsprinzipien für sie. Es geht bis hin zu Kleinigkeiten, wie dem Umgang mit dem gemeinsamen Geld, Einkommen, Schulden oder Erspartem. Nach welchen Regeln handeln wir? Immer wieder stellt sich die Frage: Was wollen wir tun? Was wollen wir lassen? Was genau sind in diesem und jedem Lebensbereich unsere Regeln?
Das heißt, in einer Ehe gibt es Regeln. Es gibt bestimmte Dinge, die wir tun. Aber das ist nicht das, was die Ehe ausmacht. Die Ehe besteht nicht aus den Dingen, die ich tue, nicht aus Regeln, sondern aus der Beziehung, dem Bund zwischen den Ehepartnern. Das ist die Grundlage.
Diese Dinge, die ich tue, und die Regeln, die ich setze, bauen auf dieser Grundlage auf. Du hast also die Beziehung und die Dinge, die du tust, die Regeln. Das sind zwei verschiedene Sachen, und sie gehören zusammen. Merk dir das mal für gleich.
Dann gibt es ein zweites, sehr wichtiges Element, das direkt mit der Beziehung zu tun hat, nämlich die Herzenshaltung.
Nimm mal wieder das Beispiel Ehe: Natürlich kann ich meiner Frau Blumen kaufen, ihren Namen schön schreiben oder wir gehen zusammen tanzen. Aber diese Dinge machen nicht die Ehe aus. Die Beziehung zwischen uns beiden kommt zuerst. Und ich mache diese Dinge aus der Beziehung heraus.
Es gibt hunderte Dinge, die meine Frau und ich miteinander tun. Aber es geht nicht um diese Dinge, die wir aus der Beziehung heraus tun, sondern um die Beziehung selbst, die dahintersteht.
Ich bin jetzt wirklich kein Ehespezialist, aber was ich verstanden habe, ist folgendes: In einer guten Ehe machst du diese Dinge nicht, weil du dadurch etwas von deinem Ehepartner bekommen willst. Du machst es nicht, um etwas Konkretes aus ihm oder ihr oder aus deiner Ehe herauszuholen.
Das heißt, du machst das nicht für etwas, sondern für jemanden – für sie, für ihn, für euch beide, für eure Ehe und für eure Beziehung. Du investierst in die Beziehung hinein, weil sie dir kostbar ist.
Die Bedeutung der Herzenshaltung bei Gott und die Verbindung von Beziehung und Taten
Zunächst genug zum Thema Ehe. Jetzt wenden wir uns wieder Gott und der Beziehung zwischen Gott und den Menschen zu.
Denk einmal darüber nach, was Gott den Menschen damals, den Israeliten, gesagt hat und was auch zur Zeit von Jesus noch Gültigkeit hatte. Er sagte nämlich: „Ja, ihr sollt mir bestimmte Opfer bringen.“ Opfer bringen sind also wieder Taten. Gleichzeitig betont er aber mehrfach, dass es ihm nicht hauptsächlich um die Opfer geht, sondern um die Herzenshaltung dahinter.
Hier zeigt sich etwas Wichtiges: Gott möchte, dass wir weiterhin Opfer bringen. Das bestätigt auch Jesus. Er sagt, die damaligen Israeliten sollten die Opfer bringen. Gleichzeitig betont er, dass noch wichtiger als die Opfer die Herzenshaltung dahinter ist – also die Beziehung, die die Israeliten damals zu Gott hatten oder heute du und ich zu Gott haben.
Das ist etwas anderes als die äußeren Handlungen. Natürlich gehören sie zusammen, aber sie sind nicht dasselbe.
Stell dir zum Beispiel vor, du machst dir Sorgen um das Glaubensleben eines lieben Menschen. Du kannst dann äußerlich einen Faktencheck machen und ihn fragen, wie häufig er in welche Gemeinde geht. Nur, damit wir uns richtig verstehen: Regelmäßige Gemeinschaft ist sehr wichtig. Ohne sie geht es auf Dauer nicht. Du brauchst sie mehr, als du denkst.
Aber du brauchst zusätzlich etwas sehr Wichtiges: eine lebendige Beziehung zum lebendigen Gott. Deshalb ist vielleicht die bessere Frage für diesen Menschen, wenn du wissen willst, wie es ihm geistlich geht, nicht nur: „Wie oft gehst du in den Gottesdienst?“ Sondern eher: „Wie geht es deinem Glaubensleben?“
Auf diese Weise wirst du wahrscheinlich eine tiefere und umfassendere Antwort bekommen. Und ganz nebenbei wird er wahrscheinlich automatisch erzählen, welchen Gottesdienst er besucht und in welcher Gemeinde er ist.
Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Eine Beziehung zu Gott ohne Gemeinschaft mit anderen Gläubigen ist keine gute Idee. Ich habe es probiert, glaub mir, tu es nicht. Aber nur Gottesdienste zu besuchen ohne die Herzenshaltung dahinter bringt es auch nicht.
Es geht also darum, das eine zu tun, ohne das andere zu vernachlässigen. Du brauchst beides.
Deshalb ganz einfach auf den Punkt gebracht: Eine Beziehung ohne daraus wachsende Taten ist leer, da ist nichts drin. Und Taten ohne die Beziehung dahinter sind blind.
Ich wiederhole es noch einmal: Eine Beziehung ohne Taten ist leer, und Taten ohne Beziehung sind blind.
Gesetzlichkeit verstehen: Freiheit, Regeln und Grenzen
Das war jetzt wichtig. Schauen wir uns nun genauer das Wort „Gesetzlichkeit“ an und betrachten ein paar konkrete Beispiele. Außerdem möchte ich zeigen, wie du mit gesetzlichen Dingen, sage ich mal, gesünder umgehen kannst.
Dazu empfehle ich dir, dir das Bibelfeld-Lexikon für die wichtigsten biblischen Begriffe herunterzuladen. Das hilft dir sehr. Es ist schön gestaltet und bringt die Inhalte auf den Punkt. Es unterstützt sowohl Menschen, die neu im Christentum sind, als auch viele erfahrene Christen, die manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Das ist eines meiner persönlichen Lieblingsmaterialien auf der Website. Du kannst es dir gern kostenlos herunterladen. Den Link findest du unter diesem Video.
Lass uns nun schauen, was das sprachliche Gegenteil von Gesetzlichkeit ist. Das Gegenteil von Gesetzlichkeit ist – rein sprachlich – Freiheit und Freiwilligkeit. Das hilft uns weiter.
Das heißt also: Bei Gesetzlichkeit geht es in Wahrheit um die Frage, wie wir mit Freiheit umgehen. Und bei Freiheit kannst du auf zwei Arten „vom Pferd fallen“: Entweder du missbrauchst deine Freiheit oder du nutzt sie gar nicht.
Also nochmal: Entweder Freiheit missbrauchen oder Freiheit nicht gebrauchen.
Zum ersten Fall, dem Missbrauch der Freiheit, haben wir hier auf diesem Kanal schon ausführlicher gesprochen. Ein Taufschein ist kein Freifahrtschein, einfach zu machen, was man will, und sich aufzuführen wie die „christliche Axt im Walde“. Das räumen wir jetzt nicht noch einmal auf. Ich habe dir hier unter dem Video einen Link dazu verlinkt. Dort kannst du gern reinklicken.
Die Frage ist aber: Wozu führt es, wenn ich meine christliche Freiheit nicht gebrauche? Mal zugespitzt gefragt: Was bedeutet es, wenn ich als Christ ohne Freiheit lebe und ohne Freiwilligkeit unterwegs bin?
Im Duden steht unter Gesetzlichkeit: „ein durch Gesetze geregelter Zustand“. Bezogen auf unsere Frage heißt das: Gesetzlichkeit ist ein durch Gesetze geregeltes Leben, ein durch Gesetze geregeltes Glaubensleben, ein durch Gesetze geregeltes Eheleben, ein durch Gesetze geregeltes Familienleben und ein durch Gesetze geregeltes Gemeindeleben.
Jetzt müssen wir etwas verstehen: Gesetze sind nicht automatisch etwas Schlechtes. Je nachdem, wie engmaschig du das Ganze betrachtest, gibt Gott im Alten Testament schon über dreihundert verschiedene Gebote.
In der rabbinischen Kultur gibt es etwas, das nennt man „einen Zaun um das Gesetz ziehen“. Dahinter steckt oft eine sehr gute Absicht: Jemand will nichts falsch machen. Deshalb macht man lieber zwei Schritte zu wenig als einen zu viel. Das heißt, man geht gar nicht erst an das Gesetz heran, sondern hört schon vor dem Gesetz auf, bevor das Gebot überhaupt zutrifft.
Ich gebe dir ein Beispiel: Intimität. Intimität zwischen Mann und Frau ist natürlich viel mehr als nur Körperliches. Aber wir bleiben kurz beim Körperlichen, weil das immer wieder gefragt wird und auf diesen Accounts oft thematisiert wird.
Rein fachlich ist es so: In der Bibel steht über 114-mal, dass keine Sexualität ohne Ehe erlaubt ist. Das wird auch in allen drei Teilen des Neuen Testaments wiederholt, und Jesus von Nazaret bestätigt das persönlich.
Nochmal: Das ist nichts, was ich irgendwo gehört habe. Das ist keine Meinung, keine Interpretation, sondern belegte historische Tatsache, die du eindeutig sprachwissenschaftlich nachweisen kannst.
Soweit die Ausgangslage.
Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Viele Christen sagen, wir berufen uns auf Jesus von Nazaret, und was er sagt, ist für uns gültig und bindend. Das heißt, wir wollen ernst nehmen, was Jesus sagt. Wenn er auch etwas zum Thema Intimität sagt, dann gilt das für uns. Das ist etwas, was wir uns gemeinsam vornehmen und wozu wir uns verpflichten.
Deshalb sagen viele Christen auch, dass sie nicht nur an der Grenze vorbeischrammen wollen, sondern von vornherein Situationen vermeiden, die sie in Versuchung führen könnten. Das heißt, wenn wir uns bei etwas unsicher sind, ob es gut ist oder nicht, dann lassen wir es einfach.
Deshalb ist es so, dass viele christliche Paare, solange sie nicht verheiratet sind, zum Beispiel nicht zusammen ins Schwimmbad gehen oder nicht alleine zusammen in den Urlaub fahren. Sie wollen vermeiden, dass sie etwas tun, was sie später bereuen.
Intimität oder auch das Zusammenleben und Teilen des Lebens ist ja viel mehr als nur körperlich. Meine Frau und ich finden es sehr klug, wenn ein Paar sich aus Glauben freiwillig solche Grenzen setzt. Das braucht Mut, aber wir sind überzeugt: Gott segnet so etwas.
Aber – und das ist jetzt der Punkt – in der Bibel steht nicht, dass unverheiratete Paare nicht zusammen für ein Wochenende wegfahren dürfen. Das kann eine weise Grenze sein, ein Zaun um ein Gebot, aber es ist kein Gebot selbst.
Das ist ein Unterschied, und diesen müssen wir auch unterschiedlich behandeln. Du hast das Gebot und dann hast du die Grenze um das Gebot. Das Gebot ist etwas anderes als die Grenze.
Problematisch wird es, wenn solche Grenzen, also die Zäune um ein Gebot herum, so behandelt werden wie das Gebot selbst. Wenn wir in der Praxis so tun, als ob das gleich wichtig wäre – vor anderen Menschen oder auch vor uns selbst – führt das zu schwierigen Ausprägungen.
Bleiben wir bei diesem Beispiel: Aus biblisch-christlicher Sicht sollten Mann und Frau, solange sie nicht verheiratet sind, natürlich Grenzen einhalten. Es macht auch Sinn, darüber nachzudenken, welche Zäune um diese Gebote klug sind. Das ist weise, und Gott segnet so etwas.
Es bedeutet auch, dass wir überlegen, welche dieser Zäune biblisch begründbar sind und welche nicht. Welche Zäune sind klug und welche vielleicht überflüssig? Es gibt nämlich auch Zäune, bei denen du dich fragen kannst: Müssen die überhaupt sein?
Ein anderes Beispiel: Ich kenne eine Gemeinde, die besteht darauf, dass ein verlobtes Paar – also ein Paar, das noch nicht verheiratet ist, aber wenige Monate oder Wochen vor der Hochzeit steht – im Gottesdienst nicht nebeneinander sitzen darf. Das findest du vielleicht absurd, aber dort ist es so geregelt.
Es gibt auch Gemeinden, in denen Ehepaare nach Männern und Frauen getrennt sitzen müssen.
Die Frage ist: Hat eine Gemeinde das Recht, so etwas zu sagen? Ja, hat sie. Und du hast das Recht, zurückzufragen, was die Grundlage dafür ist. Aus welchem Kapitel und Vers im Neuen Testament wird das abgeleitet?
Deshalb bitte verstehe mich richtig: Wenn Leute von sich aus solche Regeln einhalten möchten, ist das völlig okay, gar kein Thema. Aber wenn jemand anderes von dir verlangt, wie du dich verhalten sollst, dann ist er dir mindestens eine Begründung schuldig. Und du darfst danach fragen.
Autorität in der Gemeinde und die Grenzen von Regeln
Thema Autoritäten der Gemeinde: Schauen wir uns das doch mal an einem anderen Beispiel an. Darf eine Gemeinde festlegen, welche Kleidung wir im Gottesdienst tragen und wie man sich in ihren Räumlichkeiten anzuziehen hat?
Ganz logisch: Eine Gemeinde hat das Hausrecht. Das heißt, die Gemeinde hat das Haus gekauft oder – hoffentlich – gemietet, in dem der Gottesdienst stattfindet. Diese Gemeinde wird vertreten von der Gemeindeleitung, also vom Kirchenvorstand, Gemeindekirchenrat, Pfarrgemeinderat, Presbyterium – wie immer das bei dir heißt, wie es in deiner Gemeinde oder Kirche geregelt ist.
Diese, ich sage jetzt mal Gemeindeleitung, wird von der Mehrheit der Gemeinde gewählt. Deshalb gilt erst einmal: Du bist in deren Räumlichkeiten, und die Gemeinde, vertreten durch die Gemeindeleitung, entscheidet, was in ihren Räumlichkeiten passiert. Das hat auch einfach etwas mit Anstand zu tun.
Aber – und das ist wichtig – die Gemeinde entscheidet nicht über das Seelenheil. Das Seelenheil entscheidet Jesus, nicht die Gemeinde. Jesus ist das Haupt der Gemeinde. Jede Gemeinde, die sich christlich nennt, muss sich an Jesus messen lassen, an seinen Worten und am Neuen Testament.
Das Neue Testament steht über der Gemeinde, und du sollst Gottes Wort mehr gehorchen als den Menschen. Gerade deshalb ist es dir erlaubt, nachzufragen: Was ist die Grundlage für diese und jene Entscheidung? Und für diese und jene Regel, wie zum Beispiel bei Kleidungsordnungen?
Noch einmal: Wenn die Gemeinde das sagt, solltest du das tun. Aber bitte hör gut zu: Du kannst eine Regel gleichzeitig befolgen und sie gleichzeitig respektvoll hinterfragen. Das geht nämlich respektvoll.
Es kann auch sein, dass die Gemeinde für diese Entscheidung und Regel gute Gründe hat und diese sehr gut biblisch belegen kann. Das solltest du auf keinen Fall ausschließen. Alles okay.
Dann frag einfach nach. Und ein Wort der Ermutigung: Es ist sogar wichtig, dass du dir manche Dinge genauer erklären lässt. Das ist wichtig für dich, um im Glauben zu wachsen. Aber es ist auch gut – und ich denke, wichtig – für die Gemeinde. Denn so wird die Gemeinde auf eine gesunde Weise auf Trab gehalten, schottet sich nicht ab und verhindert, dass sich manche Dinge verselbstständigen.
Deshalb die Kurzfassung: Das Entscheidende bei einer Regel ist die Frage, wie wird das Ganze begründet?
Kategorien von Handlungen und die biblische Begründung von Regeln
Rein logisch gibt es vier verschiedene Kategorien von Handlungen, also vier verschiedene Kategorien von Dingen, die wir tun können, und wie Gott dazu stehen kann.
Kategorie eins umfasst Dinge, zu denen Gott direkt etwas sagt. Zum Beispiel das respektlose Verwenden von Gottes heiligem Namen, wie „Oh Gott“, „Oh mein Gott“ oder „Oh je“, was eine Kurzform von „Oh Jesus“ ist. Solche Ausdrücke sind nicht akzeptabel, da Gott eindeutig etwas dagegen sagt. Auch Steuerhinterziehung gehört in diese Kategorie und ist ebenfalls klar verboten.
Kategorie zwei umfasst Dinge, die eindeutig aus Gottes Wort ableitbar sind und zu denen es keine sinnvolle Alternative gibt. Ein Beispiel sind Pornos im Internet. Zwar gab es Pornografie zur Zeit des Neuen Testaments bereits, aber das Internet noch nicht. Die Frage ist, ob man aus dem Neuen Testament zu diesem Thema zu einer anderen Schlussfolgerung kommen kann. Die Antwort ist nein. Ein Vers von vielen ist, wo Jesus sagt: Wer eine Frau, mit der er nicht verheiratet ist, begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen die Ehe gebrochen. Daraus folgt, dass Pornografie ausgeschlossen ist.
Kategorie drei betrifft Dinge, die von uns als Christen festgelegt werden. Eine Gemeinde darf zum Beispiel bestimmen, welche Instrumente in einem Gottesdienst gespielt werden. Gott sagt darüber nichts, aber die Gemeinde darf solche Entscheidungen treffen, da es ihr Haus ist. Das ist in Ordnung.
Kategorie vier umfasst tausende Dinge, die moralisch und ethisch neutral sind. Sie sind weder richtig noch falsch, sondern einfach neutral. Beispiele sind die Farbe der Schnürsenkel, die Wahl von Holzbesteck, Porzellanbesteck oder Plastikbesteck beim Essen oder die Entscheidung, ob ein Ehepaar Kinder haben möchte oder nicht. Es ist keine Sünde, Kinder zu haben, und es ist auch keine Sünde, freiwillig kinderlos oder ledig zu bleiben. Das sind persönliche Entscheidungen.
Zu allen vier Kategorien gilt: Weil Gott es sagt, muss das eine ausreichende Begründung sein. Wenn jemand fragt, warum eine bestimmte Regel gilt, ist die Antwort „Weil Gott es sagt“ eine legitime Antwort. Allerdings muss dann auch gezeigt werden, wo genau Gott das sagt und dass es auf die jeweilige Situation zutrifft.
Wenn in einer Gemeinde gefragt wird, warum etwas so gemacht wird, und die Antwort lautet „Weil Gott es sagt“, dann muss auch gezeigt werden, wo Gott das genau sagt. Wer behauptet, dass Gott das sagt, muss das gründlich und ordentlich begründen. Die Frage ist deshalb immer wieder: Was ist die Begründung?
Umgang mit Fehlern und Vergebung im Glaubensleben
So, eine kurze Verschnaufpause, bevor wir zum Höhepunkt des Videos kommen. Es wäre super, wenn du hier unten rechts kurz die Glocke drückst. Dadurch weiß YouTube, dass das hier ein hilfreicher Beitrag ist, und zeigt mehr Menschen in unserem Land christliche Videos an. Vielleicht hilfst du damit sogar, dass jemand anderes genau dieses Video bekommt, der es hören muss. Ich würde mich freuen. Die Glocke ist gleich unten rechts.
Schließlich eine wichtige Frage zum Umgang mit Gesetzen und Regeln: Was ist denn, wenn nicht? Das heißt, was genau passiert, wenn eine Regel gebrochen wird? Ganz konkret: Was ist, wenn ich in Beziehung zum Herrn lebe, gegen Sünden in meinem eigenen Leben kämpfe und mich bemühe, aber trotzdem hier oder da mal scheitere? Habe ich dann Angst, in die Hölle zu kommen?
Mal rein logisch gedacht: Wenn das so wäre, dass ich nach meiner Wiedergeburt niemals wieder scheitern dürfte, um nicht in die Hölle zu kommen, dann heißt das ja, dass all meine Sünden nur bis zu dem Zeitpunkt meiner Wiedergeburt vergeben werden – nur bis dahin. Das bedeutet, der Schulden- oder Sündenzähler in meinem Leben wird nur zwischenzeitlich zurückgesetzt, und das war's.
Aber dann wäre ich ja keine neue Schöpfung, hätte keine neue Identität und wäre kein Kind Gottes. Ganz logisch: Wenn ich mein Heil und meine Errettung nur dadurch behalten kann, dass ich gute Taten tue, dann brauche ich ja Jesus und zum Beispiel gute Taten – also Jesus und weitere Sachen. Das heißt, ein Jesus-Freispruch würde nicht reichen.
Du siehst schon: So richtig neutestamentlich ist das nicht. Wir spinnen es mal ein bisschen weiter, um dir das vor Augen zu führen. Was soll denn dann die Alternative sein, wenn das so wäre, dass ich nach meiner Wiedergeburt wieder sündige? Wie soll ich diese Sünden dann wieder wegbekommen?
Ja, gar nicht, sagt ja Jesus selbst. Was kann ein Mensch geben, um seine Seele auszulösen? Nichts. Wie soll das dann funktionieren? Pech gehabt?
Weil wenn das so wäre – ich setze noch mal eins drauf, damit du siehst, wie absurd diese Logik ist – dann würde es ja heißen, dass sich jeder Mensch auch nur in der allerletzten Minute seines bewussten Lebens bekehren sollte, damit er danach ja nicht mehr sündigen kann. Logisch ist ja klar: Deshalb schicken wir ja Missionare und Evangelisten ausschließlich in Hospize, deshalb wird ja nirgendwo in der Bibel über das christliche Leben vor dem Hospiz geschrieben, und deshalb sind Gemeinden völlig überflüssig, weil es nur um ein schnelles Gebet auf dem Sterbebett geht oder so.
Also, ich denke, du siehst schon: Das ist nicht logisch und auch nicht neutestamentlich.
Was ist denn neutestamentlich? Jesus sagt in Johannes 5: „Ich versichere euch: Wer auf meine Botschaft, wer auf das Evangelium hört, der hat das ewige Leben, wird nicht für seine Sünden verurteilt werden, sondern ist bereits den Schritt vom Tod ins Leben gegangen.“
Martin Luther, der das ein bisschen anders übersetzt, sagt: „Wahrlich, wahrlich, sagt Jesus, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“
Das heißt: Natürlich geht es darum, uns um Heiligkeit in unserem Leben zu bemühen und im Kampf mit der Sünde zu sein. Na klar! Aber einen Rückschlag im Kampf einzustecken, ist nicht das Ende. Du kannst vielleicht eine Schlacht hier oder da verlieren, aber der Krieg ist gewonnen – warum? Weil Christus für dich kämpft. Und wer zu Jesus Christus hält, auch wenn er scheitert, der bleibt bei ihm.
Jesus sagt dazu in Johannes 11: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Ich formuliere es mal leicht um: „Ich bin der Weg zum Vater“, sagt Jesus, „und die Tür zur Versöhnung. Wer sich an mir festklammert, dem wird vergeben, auch wenn er mal fällt.“
Und das ist ja das Wesen des Christentums, mit dem wir uns später dieses Jahr im Basics-Buch beschäftigen werden. Das ist die Kernbotschaft: Jesus starb für dich, du kannst freigesprochen sein.
Also nochmal, das Evangelium in acht Worten zum Mitschreiben: Jesus starb für dich, du kannst freigesprochen sein. Nicht in Zukunft vielleicht, möglicherweise freigesprochen werden, wenn du bestimmte Sachen machst – freigesprochen sein, jetzt schon.
Und dieser Freispruch, das ist die Hauptsache in meiner Beziehung zu Gott. Alles andere folgt daraus: Die Regeln folgen daraus, dass wir uns nach Gott ausstrecken. Dass wir nicht Dinge tun, mit denen wir uns von Gott entfernen. Dass wir eine Beziehung zu Gott haben und nah bei ihm sein wollen. Dass wir Jesus ähnlicher werden wollen.
Und es ist sehr, sehr wichtig, dass wir genau das unseren jungen Menschen lehren. Warum? Weil Regeln ohne diese Beziehung zur Rebellion führen. Noch einmal: Regeln ohne Beziehung führen zur Rebellion.
Sieben Anzeichen für Gesetzlichkeit
Also, der Höhepunkt dieses Videos sind die sieben Anzeichen für Gesetzlichkeit. Falls das noch nicht geschehen ist, kannst du vorher gern die Glocke unter diesem Video drücken.
Hier sind sieben Anzeichen, dass du anfängst, gesetzlich zu werden:
Erstens: Du kannst Regeln nicht so begründen, dass Außenstehende, die nicht Teil dieser Gemeinschaft sind, oder auch Nichtchristen, nur durch deine Argumente zu den gleichen Schlüssen kommen. Zum Beispiel behauptet jemand, im Gottesdienst dürfe man nur Orgel spielen, aber keine Gitarre, weil die Gitarre angeblich neumodisch und gotteslästerlich sei. Dann stellt sich die Frage: Mit welcher Begründung?
Es gab vor einigen hundert Jahren in Mitteleuropa eine Zeit, in der Orgeln noch eine neumodische Errungenschaft waren und als Hightech galten. Die Frage ist also, wie lange ein Instrument existieren muss, damit es nicht mehr als neumodisch gilt. Und was genau macht ein Instrument – nicht die Musik, sondern das Instrument an sich – gotteslästerlich, während ein anderes das nicht ist? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser angeblichen Gotteslästlichkeit und dem Neumodischen? Wenn ja, was genau ist dieser Zusammenhang? Das würde ich mir einfach begründen lassen.
Noch einmal für dich: Du kannst gleichzeitig Regeln befolgen und um eine Begründung dieser Regeln bitten.
Zweitens: Du machst keine Unterscheidung mehr zwischen der Form und den eigentlichen Inhalten. Zum Beispiel behauptest du, es gibt nur eine richtige Bibelübersetzung, und alle anderen seien untersagt. Das ist schwierig, weil es ja um den Inhalt der Bibel geht und nicht um die Form der Übersetzung.
Eine Unterform davon ist, wenn du manche andere Formen nicht akzeptieren kannst – also nicht die Inhalte, sondern die Form, wie zum Beispiel die Liturgie. Du sagst zum Beispiel, diese oder jene Liturgie, also dieser oder jener Gottesdienstablauf, sei falsch. Das ist natürlich schwierig, denn der Inhalt eines Gottesdienstes oder einer Predigt kann sachlich falsch oder nicht neutestamentlich sein, das ist möglich. Aber die Form, also die Art und Weise, wie der Gottesdienst abläuft, müsstest du zumindest gut begründen können.
Drittens: Du konzentrierst dich auf mechanische Taten, aber mehr nicht. Zum Beispiel in der Tanzschule: Dort lernen wir, wie wir uns zum Takt der Musik bewegen können. Ich bin darin nicht besonders gut. Aber stell dir vor, der Tanzlehrer stellt plötzlich die Musik ab, und du hörst nie wieder Musik. Und jetzt sollst du alle Schritte im Takt machen, obwohl du den Takt gar nicht hörst. Das ist doch komisch. Es braucht die Musik, und wir bewegen uns dazu.
Das ist ein Gleichnis für die Beziehung, die wir zu Gott haben. Wir haben eine Beziehung zu Gott und wollen lernen, wie wir passend zu dieser Beziehung durch unser Leben gehen. Deswegen ist es richtig, dass wir auf Taten mit der Motivation dahinter bei uns selbst schauen. Also noch einmal: Es geht nicht nur um die Motivation, sondern um Beziehung und Taten – aber um Taten mit der Motivation dahinter.
Viertens: Du bist nicht mehr in der Lage, Wichtiges vom Unwichtigen zu unterscheiden. Damit beschäftigen wir uns im Basics-Buch ganz genau. Aber das ist ein großes Zeichen, wenn du nicht mehr unterscheiden kannst, was wichtig ist und was nicht.
Zum Beispiel: Eine Gemeinde sagt, dass es heilsrelevant ist, an das Jüngste Gericht zu glauben. Okay. Aber kann die Gemeinde auch zehn Themen nennen, bei denen Christen unterschiedliche Meinungen haben können und trotzdem in den Himmel kommen? Kann deine Gemeinde dir zehn Themen nennen, bei denen sie nicht festgelegt ist und sagt, „Ich weiß es nicht, und es ist okay, das nicht zu wissen“? Kannst du als Christ zum Beispiel sagen, dass du dich in einem Randthema nicht auskennst, und das so stehen lassen?
Fünftens: Es gibt keinen Plan fürs Scheitern, keinen Plan B. Die Frage ist: Was passiert, wenn Regeln nicht eingehalten werden? Gibt es echte Vergebung? Ist das überhaupt möglich und vorgesehen? Und sind du und ich überhaupt vergebungsbereit?
Ich sage das nicht leichtfertig, denn es ist nicht so einfach, wie es klingt. Die Frage ist, wie du besser mit deinen Fehlern umgehen kannst. Die Sprüche in der Bibel sagen dazu: Wer seine Sünden verheimlicht, dem wird es nicht gut gehen. Aber wer sie bekennt und davon lässt, der wird Barmherzigkeit finden.
Hier ein Vorschlag, wie du konstruktiv mit Fehlern umgehen kannst:
Erstens: Den Fehler eingestehen.
Zweitens: Soweit irgendwie möglich – es ist nicht immer möglich – die würdigen Konsequenzen hier auf der Welt versuchen zu beheben.
Drittens: Die Menschen um Entschuldigung bitten. Denk daran, du kannst dich nicht selbst entschuldigen, du kannst nur darum bitten. Du hast keinen Anspruch darauf, dass Menschen dir vergeben.
Viertens: Falls du Christ bist, bring das Ganze vor Gott, bring es vors Kreuz. Wir Christen sagen dazu: Bitte um Verzeihung und darum, dass Gott dich verändert – also nicht nur die Taten wegnehmen, sondern dich auch verändern.
Fünftens: Spiele die Situation wirklich noch einmal durch, notiere dir ganz konkret und nimm dir fest vor, was du besser machen kannst. Ziehe ein konkretes Fazit, um es in Zukunft besser zu machen.
Sechstens: Du suchst die Ehre von anderen Menschen oder auch die Ehre von dir selbst. Das kann ganz schnell zu einer Art von Überheblichkeit führen. Denk an das Gleichnis, das Jesus erzählt hat, vom Pharisäer und vom Zöllner. Das führt zu einer Überheblichkeit nach dem Motto: „Haha, diesen Fehler habe ich nicht begangen.“ Ja, super – dafür hast du ganz viele andere begangen.
Denk daran: Wer ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein werfen.
Und siebtens: Du hast kein Verständnis für Menschen, die religiöses Trauma erlitten haben. Damit beschäftigen wir uns nächste Woche.
