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1. Timotheus 5, 17 - 1. Timotheus 6, 5

1. Timotheus 5,17-6,508.06.2013
SerieTeil 12 / 13Neuwied 2013 - Der 1. Timotheusbrief
Leiter brauchen Schutz vor Gerede – aber auch klare Grenzen bei Fehlern. Wer Verantwortung trägt, muss fair geprüft, bei Schuld aber offen korrigiert werden.

Ehre und Schutz für dienende Leiter

 1. Timotheus 5,17 Anweisungen für den Umgang mit Ältesten
Die Ältesten, die in edler Weise vorstehen, sollen doppelter Ehre wertgeachtet werden, am meisten die, die in Wort und Lehre arbeiten.
Hier geht es jetzt um das, was wir gerade schon bei dem Thema hatten. Gerade das Thema wird hier angeschnitten: die Gemeinde. Es ist also möglich, dass zum Beispiel die Gemeinde einen Bruder freistellt oder dass er sonst unterstützt wird. Jedenfalls sind die Gläubigen aufgerufen, ihn doppelter Ehre wert zu achten.
Doppelte Ehre: Da ist also einerseits der Respekt, aber andererseits auch Ehre in dem Sinn, dass man das, was Wert hat, sieht und dafür sorgt, dass es erhalten bleibt. Wenn er stirbt, weil er nichts mehr zu essen hat, oder wenn er seinen Dienst nicht mehr tun kann, weil er sonst nichts zu essen hätte, dann ist das schade. Dann verliert man diesen Wert. Also ist hier nicht nur der finanzielle Aspekt gemeint, sondern grundsätzlich das, was Wert hat, will man bewahren.
Und dass man sie über die Massen in Liebe achtet, um ihres Werkes willen. Das heißt, man spricht nicht gegen die Ältesten. Der Dienst wird anerkannt, ihr Vorbild wird anerkannt. Man hört auf das, was sie sagen. Man spricht eben nicht negativ, sondern positiv von ihnen. Man sieht, wo man ihnen helfen kann, wo man sie unterstützen kann, auch ideell unterstützen kann. Wenn sie also ein Anliegen haben, dann unterstützt man das Anliegen, das sie haben.
Grundsätzlich macht es viel aus, welche Haltung Geschwister einem Leiter gegenüber haben und wie man das auch an andere Christen weitergibt, damit man ihm den Rücken stärkt. Wenn irgendwo etwas Negatives fällt, dann sagt man: Aber Moment mal, du hast die andere Seite nicht beachtet, und das und das und das. So legt man ein positives Wort ein.
Ist das immer noch nicht genug oder schon? Ist das eine Hilfe?

Maßstäbe für Anerkennung und gerechte Beurteilung

Denn die Schrift sagt: „Einem dreschenden Rind sollst du keinen Maulkorb anlegen“, und: „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“
Hier sind zwei Zitate. Das eine ist aus 5. Mose 25,4, und das andere ist ein Zitat aus Lukas 10,7, oder jedenfalls ein mündliches Zitat von Jesus Christus. Der Herr Jesus Christus hat dieses Wort gesagt, und Paulus zitiert es. Aber woher weiß er es? Vielleicht aus dem Lukasevangelium, das damals schon im Umlauf war, Jahre 65 nach Christus. Lukas 10,7.
Beides heißt: die Schrift. Also wird auch das Lukasevangelium als Schrift anerkannt. Die Schrift sagt also, da muss das geschrieben worden sein: „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“ Und das ist das Lukasevangelium. Es ist in der Relativität zu verstehen.
Timotheus wird von Paulus aufgefordert, dass er das an die Geschwister weitergeben soll, dass die Ältesten, die ihren Dienst gut versehen, besonders geehrt werden sollen. Das ist gleichzeitig natürlich für die Ältesten ein Anreiz, ihren Dienst gut zu versehen. Die hören das ja auch, was Timotheus lehrt.
Also sind die Ältesten aufgerufen, ihren Dienst gut zu tun, und Timotheus ist aufgerufen, den Geschwistern zu sagen, dass solche Ältesten unterstützt werden sollen, also doppelt geehrt werden sollen. Es gibt ja auch Älteste, die ihren Dienst nicht gut tun, die die Gemeinde ausnützen. Ein Diotrephes zum Beispiel war auch ein Leiter in der Gemeinde irgendwo in Asien. Johannes schreibt einen Brief, den dritten Johannesbrief, und muss leider negative Sachen sagen über diesen Mann, der unter ihnen hochgeachtet werden möchte und so weiter, und er stößt etliche aus der Gemeinde.
Wenn der Dienst nicht gut getan wird, wenn Älteste ihren Dienst nicht gut tun, dann sollte Timotheus schauen, dass das in Ordnung gebracht wird. Timotheus hat ja auch hier eine Arbeit mit den Ältesten zu tun. Das wird er ja gleich nachher sagen, das kommt ja dann in späteren Versen: Älteste, die sündigen, die sollen vor den anderen zurechtgewiesen werden.

Umgang mit Vorwürfen und öffentlicher Zurechtweisung

Vers 19 Gegen einen Ältesten nimm keine Anklage an. Wenn es also irgendeine Anklage gibt, jemand zu Timotheus kommt und negativ über einen Ältesten spricht, dann soll Timotheus diese Anklage nicht annehmen, es sei denn auf Aussage von zwei oder drei Zeugen. Einzelne Aussagen werden also nicht akzeptiert. Dadurch schützt Timotheus die Ältesten, damit sie Älteste bleiben. Er selbst hat also zu überwachen.
Man sieht hier, dass Timotheus eine Stellung hat, dass andere zu ihm kommen und klagen. Warum kommen sie zu ihm? Weil Timotheus eine gewisse Stellung hat. Er ist in diesen Gemeinden bekannt, er ist ein Vorbild, und man wendet sich an ihn, weil er anstelle des Apostels Paulus da ist. Wir müssen immer daran denken: Das sind junge Gemeinden, und diese Leute hatten keine gute Ausbildung und brauchen Hilfe. Timotheus ist da, um diese Hilfe zu geben.
Also: Anklagen nur mit zwei oder drei Zeugen. Das ist ein biblisches Prinzip. Es ist ja oft so, dass wir übertreiben, oder jemand kommt und übertreibt, oder sieht nur die eine Seite. Wenn aber drei Leute kommen und alle dasselbe sagen, dann muss man dem wirklich nachgeben.
Sündigende, also sündigende Älteste, sollen öffentlich zurechtgewiesen werden, Vers 20. Die, die sündigen, weil sie vor allem zurechtgewiesen werden sollen, damit sich auch die anderen, nämlich die anderen Ältesten oder die anderen Christen überhaupt, fürchten. Also wahrscheinlich allgemein die anderen Christen. Die müssen offen zurechtgewiesen werden.
Ich habe das Beispiel, das war in Rumänien. Da sagt einer: Weißt du, was das für Älteste sind da? Der sitzt stundenlang vor dem Fernseher und schaut alle möglichen Filme an und so weiter. Wo sind die Fakten? Klar, wann war das und so weiter, und ja, wo hast du Beweise? Ja, der und der. Gut, jetzt gehen wir hin, sprechen mit dem. Was ist hier nicht in Ordnung? Und wenn das herauskommt, ja, das ist sein neues Hobby, stundenlang Fernsehen in der Nacht, dann wäre es wichtig, dass jetzt die ganze Gemeinde erfährt: So geht das nicht. Du wirst versorgt, unterstützt, du hast einen Ruf in der Gemeinde, du bist ein Vorbild. Willst du jetzt ein Vorbild sein, als Vorbild jetzt der Gemeinde dienen, als Ältester? Das geht nicht. Und dann sollen die anderen Christen Ehrfurcht bekommen.
Bitte? Durch die Ermahnung, durch die öffentliche Ermahnung. Vor allen Ältesten oder vor allen Christen? Ja, die Wirkung wird erzielt, wenn das vor allen Christen geschieht. Da hat das eine große Wirkung. Alle sollen wissen: Der hat sich vergangen.
Der Text selbst lässt es offen. Das heißt: Wenn es offen ist, dann müssen wir es auch so verstehen, dann müssen wir es allgemein anwenden. Der Text selbst schränkt nicht ein auf eine ganz gewisse Sünde gegenüber anderen Ältesten oder so. Die, die sündigen. Es geht um Sünde, man vergeht sich. Die Frage ist natürlich, welche Sünde. Das Thema sind ja die Ältesten. Das geht ja gegen einen Ältesten, nimm keine Anklage an. Da war ja eine Sünde. Und jetzt sagt dann die, die sündigen. Das ist vom Vers 19 her ganz dasselbe Thema, es geht immer noch um die Ältesten. Also sind Älteste die Sündigen. Damit die anderen auch sich fürchten, damit sie sehen: Oh, das ist aber eine ernste Sache hier, das kann man sich nicht leisten.
Eine gute Frage. Da kommt es wahrscheinlich darauf an, was geschehen ist, was geschieht. Oder?

Schwere Verfehlungen und ihre Folgen für die Gemeinde

Also zum Beispiel, wenn ein Ältester Ehebruch begangen hat, dann muss das an die Öffentlichkeit kommen. Denn das darf nicht vorkommen, so etwas darf nicht vorkommen. Die ganze Gemeinde muss informiert werden, auch wenn er Busse tut, auch wenn es ihm leidtut.
Stellen wir uns vor, was geschehen würde, wenn man das nur im Privaten mit ihm abhandeln würde und er im Privaten Busse tut. Ja, und dann? Irgendwann erfährt es der eine oder der andere, und dann geht es los: Warum habt ihr uns nichts gesagt? Und der darf weiterhin Ältester bleiben und so weiter. Es kommt schon darauf an, was für eine Tat, was für eine Sünde geschehen ist. Bei groben Dingen muss man unbedingt die Gemeinde informieren, die ganze Gemeinde.
In so einem Fall muss auch der Älteste von seinem Dienst zurücktreten, jedenfalls vorerst. Sonst wird er gar nicht mehr geschätzt und geachtet. Vielleicht kann später, wenn Zeit vergangen ist, Wiederherstellung geschehen, keine Frage. Aber für den ersten Moment muss die Sache ganz offen vor die Gemeinde kommen. Das wird auch eine grosse Auswirkung in der Gemeinde haben. Die Geschwister werden sich fürchten. Die Sache hat Konsequenzen.
Oder jemand hat bewusst gelogen, ganz bewusst. Man kann es ihm ganz klar beweisen, und er gibt es dann zu: Ja, es stimmt, ich habe gelogen. Dann müssen wir die Gemeinde informieren. Solche Sachen. Oder er hat Geld hinterzogen, einfach Geld für sich von der Gemeinde genommen, also Gelder veruntreut. Das muss an die Öffentlichkeit gebracht werden, und zwar an die Gemeinde, an die Christen, nicht an die Nichtchristen. Also eine eigene Versammlung. Und dann sind die anderen Ältesten oder die anderen leitenden Brüder hier gefragt.
Bitte? Ob wir das so sagen dürfen: Ein Ältester hat einen besonderen Schutz von den anderen. Aber wenn er schuldig ist, wird er behandelt. Und das betrifft ihn dann genauso wie jeden in der Gemeinde. Ja, das ist ja schon so. Es geht nicht anders. Der Älteste ist zwar einerseits geschützt, klar, und wir stehen hinter ihm und schützen ihn vor Angriffen. Aber wenn die Sachen ans Licht kommen, dann muss man das so behandeln wie bei jedem anderen Christen.
Bei ihm hat das aber mehr Auswirkungen, oder? Und das wird auch für die Gemeinde gesund sein. Wenn das an die Öffentlichkeit gebracht wird, dann werden die Geschwister sich fürchten. Wenn da einfach Schwamm darüber gemacht wird, wenn man das einfach vertuschen möchte, dann wird sich das negativ auf die Gemeinde auswirken.
Ein öffentlicher Verkündiger, einer in der Leitung, der in der Leitung steht, das darf nicht einfach so übergangen werden. Ich denke, da war auch mal ein Fall. Wie war das mit dem Fernsehprediger, der mit einer Hure ertappt wurde, oder? Und was haben Sie da gemacht? Dann hiess es ja: Er geht drei Wochen auf Seelsorge, und nach drei Wochen hat er seinen Dienst fortgeführt. Ja, jetzt ist ja alles geklärt, der Seelsorger war bei ihm, jetzt geht es weiter.
So geht es nicht. Damit ermutigt man nur zum Sündigen. Der darf seinen Dienst jedenfalls nicht weiter tun, zumindest eine gewisse Zeit sicher nicht. Das ist auch für die anderen, für jeden Ältesten, eine riesengrosse Mahnung und für jeden, der in verantwortlicher Stellung steht.
Als Mose gesündigt hat und nur einmal zornig wurde, gab es eine saftige Strafe. Wenn irgendein Israelit einmal zornig wurde, dann wurde er zornig, aber das hatte nicht so grosse Auswirkungen. Wenn Mose zornig wird, dann hat das riesengrosse Auswirkungen, und Gott hat das gezeigt. Und als Strafe darfst du nicht in das Land hinein, sagt Gott. Du hast nicht die Ehre, das Volk Gottes in das Land Kanaan einzuführen.

Ernsthafte Weisung an Timotheus

Anweisungen für Timotheus in diesem Zusammenhang, 5,21: Ich bezeuge mit Ernst. Hier haben wir wieder ein ganz strenges Wort. Ich bezeuge mit Ernst, nicht nur: Ich bezeuge gründlich, mit Ernst und mit Furcht und Zittern.
„Vor dem Gott und Herrn Jesus Christus und den erwählten Engeln, dass du diese Anweisungen ohne Vorurteil bewahrst.“
Hier haben wir in diesem Vers mehreres. Das Erste ist die Übersetzung: „Vor dem Gott und Herrn Jesus Christus.“ Ich hoffe, das ist auch so in den anderen Übersetzungen. „Vor Gott und dem Herrn“ ist nicht gut. Ich bezeuge vor dem Gott und Herrn Jesus Christus.
Man nennt diese grammatische Regel die Granville-Sharp-Regel. Das heißt: Der Artikel wird nur einmal verwendet, aber zwei Nomen kommen, die mit einem „und“ verbunden sind. Dann wird das, was im Genitiv steht, als eine Einheit betrachtet. Es ist der Gott und Herr. Es ist nicht der Gott und der Herr, sondern es ist eine Person, und diese eine Person heißt Jesus Christus. Und was ist er? Er ist Gott und Herr.
Also müsste man von der griechischen Grammatikregel her übersetzen: „vor dem Gott und Herrn Jesus Christus.“ Wenn man aber, ah, jetzt sehe ich, das Problem ist hier noch das Wort Herr. Der Elberfelder hat das Wort Herr gar nicht. Ja, das ist schlecht. Wenn man jetzt aber nach der anderen Handschrift geht, nach den anderen Handschriften, dann wird es bei der Elberfelder Übersetzung so gemacht: Wenn das Wort Herr fehlt, dann ist klar, dann heißt es: vor Gott und vor Jesus Christus.
Aber wenn das Wort Herr so steht, und das steht in den meisten Handschriften, wenn man das Wort Herr jetzt im Text hat, dann muss es heißen: der Gott und Herr Jesus Christus, nicht: vor Gott und vor dem Herrn Jesus Christus, sondern: vor dem Gott und Herrn Jesus Christus.
Es ist also wieder eine Handschriftenfrage und zweitens eine Grammatikfrage. Schlachter hat was? Schlachter: „vor Gott und dem Herrn“? Hier sollte man Schlachter korrigieren: vor dem Gott und Herrn Jesus Christus. Das darf man ruhig korrigieren. Ich bin in einem bibelgriechischen Forum, und wir hatten diese Stelle unter anderem diskutiert. Wir kamen alle zu dem Schluss: Bei dem Text, beim Textus receptus oder Mehrheitstext, wenn man nach diesem Text geht, dann muss man übersetzen: vor dem Gott und Herrn Jesus Christus.
Also hier ein weiterer Hinweis auf die Gottheit Jesu Christi.
Und vor den erwählten Engeln. Die erwählten Engel: erwählt, bitte, erwählt ist ein Beziehungswort. Sie sind erwählt, weil sie ganz kostbar sind. Das, was man sich erwählt, ist kostbar. Und hier wird also erwählt im Sinne von erlesen, erlesene Engel, also eine kostbare Schar. Alle Engel sind Erlesene, weil sie köstlich, kostbar, wertvoll sind in den Augen Gottes. Vor den Erlesenen, vor den erwählten Engeln, dass du diese Anweisungen ohne Vorurteil bewahrst.
Also lass dich nicht irgendwie bestechen durch imponierende Worte oder sonst etwas, ohne Vorurteil, und dass du darüber wachst und nichts aus Parteizucht oder aus parteischer Zuneigung tust. Ohne Vorteil und ohne Zuneigung zu irgendjemandem, zu Freund oder Feind. Keine tendenziöse Behandlung sei gerecht.
Nicht nur diese Dinge von Vers 17 bis Vers 20, sondern alles. Diese Dinge bezieht sich auf mehr als auf diese Verse 17 bis 20. Sondern es geht um das, was Paulus hier dem Timotheus aufgetragen hat, grundsätzlich.

Vorsicht bei der Einsetzung von Leitern und persönliche Reinheit

Lege niemandem schnell die Hände auf und mache dich nicht fremder Sünden teilhaftig. Ja, hier haben wir die Verantwortung des Timotheus, auch er. Er soll, und da steht ja auch in diesem Dienst, dass er andere Älteste oder Diakone oder so einsetzt und für sie betet und öffentlich betet, ihnen die Hände auflegt. Aber er soll das nicht zu schnell tun. Er soll nicht zu schnell Leute in eine Stellung der Verantwortung einsetzen. Denn würden sie ihre Sache nicht gut machen, dann wäre er mitschuldig, weil er sie zu schnell eingesetzt hat.
Mache dich nicht fremder Sünden teilhaftig. Das heißt, wenn die dann sündigen, weil du sie einfach schnell, schnell eingesetzt hast, dann bist du mitschuldig an ihren Sünden. Also es sind fremde Sünden, nicht deine eigenen, sondern ihre Sünden. In dem Sinne nicht identifizieren schon, aber identifizieren heißt, dass ich mich zu dieser Person stelle, die jetzt diese Stellung hat. Ich stehe hinter ihr, in dem Sinne schon Identifizierung, aber nicht so, dass ich jetzt, wenn er schon Sünden hat, seine Sünden mittrage. Nein, sondern wenn der dann etwas tut, was nicht recht ist und sündig ist, dann bin ich mitverantwortlich und habe mich mitschuldig gemacht, für den Schaden mitverantwortlich, der jetzt entstanden ist durch diese Sünde.
Also die Beispiele, die wir haben, wären Apostelgeschichte 6, da waren es Diener, und Apostelgeschichte 14,23, da sind es Älteste. Apostelgeschichte 19, da sind es einfach Gläubige. Ja, das ist Apostelgeschichte 19, da sind es einfach Gläubige, aber da bittet er ja um den Heiligen Geist, da war es. Vom Zusammenhang her denkt man wohl an ein Einsetzen in irgendeine verantwortliche Stellung, muss man wohl denken. Eine öffentliche Handlung, Handauflegung deutet auf die Öffentlichkeit hin, klar. Halte dich selber rein, verbinde dich nicht mit Sünden anderer Leute, halte dich rein.
Trinke nicht länger Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein. Hier geht es um einen persönlichen Rat noch bezüglich seiner Gesundheit. Wenn man Wein getrunken hat, hat man ohnehin das mit Wasser vermischt. Aber hier sollte er sein Wasser, das er trinkt, auch ein bisschen mit Wein vermischen, weil das seinem Magen guttut. Also eine Gesundheitsanweisung, angeregt durch das Wörtchen „rein“, das er vorher erwähnt hat: „Halte dich rein.“ Jetzt spricht er von der gesundheitlichen Beimischung von Wein in Wasser. Warum, das weiß ich nicht, warum das geschehen war, aber der war anfällig für Krankheiten.

Verborgenes und Offensichtliches im Licht Gottes

Viertens eine Ermutigung, Vers 24, über die Folgen von Sünden einerseits und über die Folgen von guten Werken andererseits. Etlicher Menschen Sünden sind zuvor offensichtlich und gehen voran zum Gericht, etlichen folgen sie auch nach.
Er schließt hier wahrscheinlich an das an, was er in Vers 22 geschrieben hat. Vers 23 ist wie ein Einschub, aber in Vers 22 hat er ja von Sünden gesprochen. Wie sollen wir diesen Vers verstehen?
Etlicher Menschen Sünden sind zuvor offenbar, zuvor offen, und gehen ihnen voran zum Gericht, etlichen folgen sie auch nach. Ebenso sind auch die guten Werke offensichtlich, und die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen werden. Eines Tages kommt alles ans Licht, lieber Timotheus. Eines Tages kommt alles ans Licht.
Was du jetzt nicht sehen kannst, kannst du nicht sehen, aber der Herr wird es offenbar machen. Bitte keine vorschnellen Urteile, wo nicht Beweise vorliegen. Wenn keine Beweise da sind und keine zwei oder drei Zeugen da sind, dann lassen wir es. Eines Tages wird das alles offenbar werden, am Tag des Gerichts. Bei manchen auch schon früher wird es schon früher offenbar, spätestens am Tag des Gerichts. Aber warte.
Du kannst ja auch dafür beten, dass es offenbar wird. Das darf man übrigens wirklich. Wenn man Verdacht hat, darf man wirklich beten: Herr, mach es klar. Hier ist ein Verdacht, dass der etwas tut, was nicht in Ordnung ist, aber wir haben keine Beweise. Herr, dann bitte mach es klar. Lass die Sache irgendwie platzen, ans Licht kommen. Und dann kommt es ans Licht bei etlichen Menschen eben schon vorher, bevor das Gericht kommt, bevor das Endgericht kommt.
Einigen gehen also die Sünden schon voraus, sie sind schon offen da, bevor das Gericht kommt. Bei einigen kommt das Gericht später, und die Sünden werden dann offenbar; in dem Sinn folgen sie ihnen nach. Vers 25: Ebenso ist es auch mit den guten Werken. Das ist auch eine Ermutigung, oder auch für Timotheus eine Ermutigung.
Gute Werke, gutes Handeln, auch wenn es andere nicht verstehen und nicht einsehen wollen, das wird nicht verborgen bleiben. Timotheus darf darauf vertrauen: Wenn er nicht verstanden wird, Gott wird ihn belohnen. Gott wird sich zu ihm stellen, auch wenn andere das nicht nachvollziehen können, was er tut.
Gute Werke werden eines Tages offenbar, für einige jetzt schon und für einige erst spät. Wenn sie jetzt nicht offenbar werden, dann später. Es kann nicht verborgen bleiben bis in alle Ewigkeit. Es ist sehr ermutigend, gerade dann, wenn man Schwierigkeiten hat mit Geschwistern und sie legen einen falsch aus und legen einem Worte in den Mund, die man nicht gesagt hat, und man hat richtig Mühe. Das Herz ist aber rein. Und man muss dazu stehen, und man hat Widerstand und Widerstand und Widerstand. In solch einer Situation ist es sehr gut zu wissen: Der Herr kennt dein Herz, und zu seiner Zeit macht er es offenbar.
Von Watchman Nee zum Beispiel erzählt man sich, dass er so Angriffe von der eigenen Gemeinde hatte. Sie haben ihn so angegriffen, einige Brüder, und er musste dann zurücktreten von seinem Ältestendienst oder Leiterdienst, den er hatte. Und dann war es so, dass später herauskam, viel, viel später kam heraus, dass Watchman Nee dieselben Leute, die ihn angefochten haben, finanziell unterstützt hat. Watchman Nee hat diese Leute unterstützt, die gegen ihn waren. Das wurde dann offenbar. Dann standen sie da, beschämt über ihr Handeln.

Übergang zu den Anweisungen über Sklaven und Arbeit

Das bringt uns zu Kapitel sechs: Anweisungen für christliche Sklaven. Wir haben heute ja keine Sklaven mehr, aber einige Prinzipien kann man auch auf den Arbeitnehmer von heute anwenden. Zum Teil gibt es ja in dieser Hinsicht tatsächlich moderne Sklaverei.
Es geht also um das Verhalten der Sklaven gegenüber ihren Herren, ihren ungläubigen, heidnischen Herren gegenüber. Vers 1: So viele als Sklaven unter dem Joch sind, sollen die eigenen, über sie verfügenden Herren aller Ehre wert halten. Ja, unter einem Joch ist so mancher auch heute. Christen, die in so einer Situation sind, sollen also den Arbeitgeber ehren, auch schwierige Arbeitgeber. 1. Petrus 2 spricht auch davon, auch die Wunderlichen, die Schwierigen. Sie sind zu ehren, aber sündigen sollen sie nicht. Sie sollen sich auch nicht zum Sündigen zwingen lassen. Da dürfen sie nicht mitmachen.
Jetzt kommt die Begründung, oder vielleicht vorher noch: Man soll immer daran denken, der Mensch, mit dem ich es zu tun habe, ist im Bilde Gottes geschaffen. Das ist eine Hilfe. Der Mensch, der schwierige Mensch, mit dem ich es hier zu tun habe, der Chef, ist im Bilde Gottes geschaffen. Und er verdient allein deshalb, weil er ein Mensch ist, der in diesem Bilde Gottes geschaffen ist, einen gewissen Respekt. Auch wenn er sich sonst respektlos verhalten sollte, er verdient Respekt. Und zweitens ist er in einer Stellung: Ich bin untergeordnet und er ist übergeordnet. Auch deshalb verdient er Respekt.
Wie waren die Verhältnisse zusätzlich eigentlich im Hellenismus, oder gab es dort Unterschiede? Also die Sklaverei war schon um vieles humaner, als man es von den Südstaaten und Nordstaaten, also den Südstaaten in Amerika, hört. Die Sklaven waren oft sehr hoch angesehene Erzieher. Wenn sie gebildet waren, hatten sie eine sehr gute Stellung als Lehrer in Familien. Manchmal hatten sie auch ein schweres Joch, wo sie einfach sehr viel arbeiten mussten. Aber wie gesagt, das war nicht so: Der Sklave war Besitz seines Herrn, aber sie wurden jetzt nicht dazu Tode geprügelt, jedenfalls nicht in dem Maße, in dem man das von der Sklaverei, moderneren Sklaverei oder Sklaverei in der Geschichte, vor Augen hat. Es gab aber auch schwierige Situationen, je nachdem, welchen Herrn man bekommen hat, so oder so.
Könnte man daher eine Begründung finden, warum die Bibel den christlichen Herrn nicht ausdrücklich auffordert, einfach die Sklaven auszuschaffen? Also, für mich persönlich ist das schon die Frage, weil ich die Sklaven nun in Amerika zum Glück habe. Ich zeige, warum das dort nicht den christlichen Herrn betrifft, dass sie zumindest die Sklaven freilassen sollten. Ich weiß es nicht. Das ist natürlich schon auch eine geschichtliche Entwicklung. Das Christentum hatte über Jahrhunderte dann Einfluss genommen, und dann wurden durch das Christentum ganze Staaten verändert, so dass das Gesetz verändert wurde. Insofern ist es gut, dass die Sklaverei als solche abgeschafft wurde. Das ist schon eine Auswirkung des Evangeliums.
Aber in der damaligen Zeit hat Paulus ja nicht einen politischen Auftrag, dass die Sklaverei abgeschafft wird, und auch Gott wohl nicht. Das wäre ja auch gar nicht möglich gewesen in der damaligen Zeit. Man könnte sagen: Ja, aber die Christen könnten es ja einfach so tun, die könnten ihre Sklaven freilassen, ohne dass die Sklaverei abgeschafft wird. Das ist die eine Möglichkeit. Oder sie können die Sklaven so behandeln, dass sie sich wirklich wohlfühlen. Es ist ja ein zweites Problem, wenn es viele Sklaven gibt und die sind dann alle frei. Was machen die Sklaven jetzt? Das haben wir ja in Amerika auch gehabt, oder? Die waren befreit, große Sklavenbefreiung, und jetzt kam die große Not: lauter freie Sklaven, die hungern und keine Arbeit haben usw. Von daher ist dieser Gedanke viel besser, dass jetzt der christliche Herr den Sklaven anders behandelt.
Also sollen die Sklaven selber die Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre gelästert werden. Also das ist der Zweck, eigentlich der Grund. Damit nicht der Name Gottes und die Lehre gelästert werden. Also der christliche Sklave soll sich weiterhin unterordnen, damit nicht irgendein schlechtes Reden über die Christen entsteht. Das gilt auch für uns: Wenn man in einer schwierigen Situation ist und jetzt mitschimpft über den Chef und respektlos ist, dann ist man ein schlechtes Zeugnis für den Herrn. Und Timotheus soll dafür sorgen, dass das nicht gemacht wird, damit nicht der Name Gottes und die Lehre gelästert werden. Also die christliche Lehre. Denn dieser Sklave bezeugt ja Jesus Christus als seinen Retter. Das setzt Paulus voraus, dass der Sklave von Christus zeugt und etwas von der Lehre weitergibt. Und jetzt wird diese christliche Lehre schlecht gemacht, weil der Sklave sich schlecht benimmt.
Der Name und die Lehre: Der Name ist das Wesen Gottes, und die Lehre ist das Wort Gottes. Das steht hier auf gleicher Stufe. Gott und sein Wort sind gleichrangig. Wer über das Wort Gottes schlecht redet, redet auch über Gott selbst schlecht.
Vers 2: Das Verhalten jetzt gegenüber gläubigen Herren, die gläubige Herren haben. Übrigens ist das Wort hier für Herr ein anderes Wort als Kyrios. Kapitel 6, Vers 2: die, die gläubige Herren haben. Herr ist hier, ich schaue gerade nach, Despotes, der Meister, der Herr, der etwas besitzt, ein Besitzherr, ein verfügender Herr, ein Despotes. Der Despot, wie wir das deutsche Wort haben, ist zu scharf. Das deutsche Wort Despot klingt stärker, schlimmer als das griechische Wort Despotes. Es ist einfach ein besitzender Herr, ein Herr, der etwas besitzt. Also die Gläubigen, also zum Beispiel, wenn man sagt: der Hund und sein Herr, da wäre genau das, oder der Hund und sein Besitzender, der Besitzer, der Herr des Hundes, das ist ein Despotes, nicht ein Kyrios. Hier also: Ein Sklave und sein Herr sollen sie nicht, weil sie Brüder sind, verachten. Man könnte sagen: Ja, es ist ein Bruder im Herrn, wunderbar. Nein, man soll dennoch Respekt entgegenbringen. Und wer einen gläubigen Chef hat, der soll auch dem gläubigen Chef Respekt entgegenbringen. Da haben wir ja nicht verdient, einen gläubigen Chef zu haben, das ist ein Geschenk. Und wenn man ein Sklave ist und einen gläubigen Herrn hat, hat man es auch nicht verdient. Das ist ein Geschenk, das man als Geschenk in Empfang nimmt.
Diese Dinge lehre und dazu rufe auf. Also das sind praktische, ganz praktische Lehrpunkte. Dazu rufe auf, wiederum: aufrufen, ermuntern.
Ja, da sind ja noch Fragen dazu. Kapitel 6, Vers 3 bis 19 ist dann der nächste Punkt: Vom falschen und rechten Umgang mit geistlichen und materiellen Gütern. Hier haben wir den fünften. Römisch fünf, Römisch vier war vom Umgang mit den Christen in verschiedenen Altersstufen und überhaupt, wie er mit Christen und mit Ältesten umgehen soll. Jetzt haben wir den Umgang mit geistlichen und materiellen Gütern überhaupt.
Das ist sehr schwierig zu gliedern, und man muss diese Überschrift, die ich hier habe, nicht als inspiriert akzeptieren und soll sie nicht, sondern das ist nur ein Versuch, das irgendwie zusammenzufassen. Denn was jetzt in Kapitel 6 kommt, ist vielseitig. Aber es geht immer wieder um Güter, immer wieder um Besitz, um Geld, um diese Dinge, geistliche Güter und materielle Güter. Zuerst geht es um Lehrer, falsche Lehrer und richtige Lehrer. Die gehen ja auch mit Gütern um, und zwar mit geistlichen Gütern. Also zuerst Verse 3 bis 5: falscher Umgang mit geistlichen Gütern.
Gott hat uns geistliche Güter anvertraut, die Wahrheit des Wortes Gottes. Und jetzt zuerst das Falsche, Vers 3: Wo jemand anders lehrt und nicht beitritt den gesunden Worten, die unseres Herrn Jesus Christus sind, und der Lehre, die der Frömmigkeit entspricht oder der rechten Ehrfurcht entspricht, der ist aufgeblasen, kennt sich in nichts aus.
Also wenn jemand etwas anderes lehrt, andersartig, aus anderer Quelle letztlich, nicht übereinstimmt mit den gesunden Worten – es steht hier im Griechischen „nicht beitritt“ oder „nicht einverstanden ist mit den gesunden Worten“. Das ist ein eigenartiges Wort hier, ich schaue gerade nach Schlachter etwas, annimmt, annimmt, okay? Ja, also das griechische Wort heißt pros erchome, hinzukommen, mitgehen. Das ist gut: wenn nicht mitgeht mit den Worten, mit den gesunden Worten. Das wäre doch das Beste. Wer da nicht mitmacht, innerlich, mit den gesunden Worten, der ist nicht einverstanden mit der gesunden Lehre. Das würde er natürlich nicht zugeben. Doch, doch, ich will nur die gesunde Lehre. Aber er ist nicht wirklich einverstanden mit der Bibel. Nein, ich sehe das anders, heißt es dann, ich sehe das anders.
Das gibt es nicht. Man kann nicht etwas anderes sehen, man kann nicht etwas anders sehen. Man kann etwas anderes sehen, aber man kann nicht etwas anders sehen. Die Art und Weise, wie wir sehen, die ist entweder genau oder gut oder konkret oder exakt oder mit den Augen. Das höre ich öfters: Ich sehe das anders. Ein Bruder wurde, ich glaube, das war auch der Herbert Jansen, da hat jemand gesagt: Ich sehe das anders. Dann hat er gefragt: Wie sehen Sie das? Dann hat er gesagt: Ich sehe das mit den Augen. Er wollte darauf aufmerksam machen, die Sprache ist hier verkehrt. Vielleicht sind Sie nicht einverstanden, aber man tut nicht etwas anders sehen. Die Polizei fragt nicht, wenn man zum Unfall kommt: Wie sehen Sie das? Sie fragt: Was haben Sie gesehen? Konkret: Was haben Sie gesehen?
Und auch wenn wir in die Bibel hineinschauen, ist wichtig: Was steht da, was sehen wir? Nicht: Wie sehen wir was? Hoffentlich sehen wir es genau. Aber es geht also um die Frage: Was steht da, was sagt der Text? Entweder habe ich ihn verstanden oder ich habe ihn nicht verstanden, den Text. Es kann sein, dass ich den Text missverstanden habe. Dann habe ich nicht eine andere Erkenntnis, sondern dann habe ich ein Missverständnis, einen Mangel an Erkenntnis.
Also wenn jemand anders lehrt und nicht mitgeht mit den gesunden Worten, mit den Worten, die unseres Herrn Jesus sind, die unserem Herrn Jesus gehören, mit den gesunden Worten, die unseres Herrn Jesus gehören, die unseres Herrn Jesus gehören, mit den gesunden Worten, die unseres Herrn Jesus gehören, die unseres Herrn Jesus gehören, die unseres Herrn Jesus gehören, die unseres Herrn Jesus gehören, die der Ehrfurcht und der Lehre, die der rechten Ehrfurcht entspricht, die Lehre, die der Ethik entspricht, das Dogma, das der Ethik entspricht. Die Lehre, das ist das Dogma, also das Lehrmäßige, und die rechte Ehrfurcht, die Frömmigkeit, das ist die Ethik. Die Lehre entspricht der Ethik und führt zu ihr. Das Wort „entsprechen“ hier: Man muss hier im Deutschen sich ein bisschen nachhelfen. Man könnte auch übersetzen: die Lehre, die gemäß ist der Gottseligkeit, dem gemäß ist der Ehrfurcht. Die Lehre, die der Ethik entspricht und zu ihr führt. Die Lehre entspricht der Ethik, und sie führt zur richtigen Ethik. Das ist wichtig. Das sind nicht zwei, die stehen einander nicht gegenüber. Gute Lehre führt immer zu gutem Handeln, und gutes Handeln entspricht der Lehre, und die Lehre entspricht dem guten Handeln. Das geht Hand in Hand, das gehört zusammen.
In gesunden Worten. Also es gibt gesunde Worte. Es gibt auch kranke Worte, die machen dann den Hörer krank. Aber wir sollen gesunde Worte verkündigen und die anderen nicht krank machen, geistlich.
Dann ist er aufgeblasen, wer also da nicht mitgeht, der ist aufgeblasen und kennt sich in nichts aus. Vers 4: aufgeblasen oder umnebelt und weiß nichts, sagt Elberfelder, versteht nichts, sagt Schlachter, kennt sich nicht aus. Dann passt es nicht zusammen. Wenn man sich wegwendet von der Mitte der Heiligen Schrift, von Jesus Christus, vom gesunden Wort wegwendet, dann passt es nicht mehr zusammen. Dann hat man kein richtiges Verständnis mehr, der Bezugspunkt fehlt.
Sondern man krankt, man ist krank an Streitfragen. Da wird dann alles Mögliche in Frage gestellt, und das bringt dann Zänkereien mit sich und auch andere Dinge wie Neid und Streit und Lästerungen. Das ist schade. Die gute Lehre sollte zu Freude hinführen, zu Liebe.
Vers 5: Und nutzlose Beschäftigungen oder ständige Zänkereien, unnütze Streitgespräche, nutzlose Beschäftigungen von Menschen, deren Denksinn verderbt ist und die der Wahrheit beraubt sind. Zeitvergeudende Diskussionen möge der Herr uns davor bewahren. Zeitvergeudende Diskussionen, wo man nicht mehr wirklich das Wort Gottes untersucht, sondern wo Meinung gegen Meinung gegenübergestellt wird.
Ein Gespräch ist etwas, wo man auf das hört, was der andere sagt, sich das überlegt, was der andere sagt, sich das zu eigen macht, was der andere sagt, und dann zu dem Schluss kommt. Und es ist nicht so, wie das oft geschieht: Während der andere redet, überlege ich schon, was ich dagegen sprechen werde. Ich muss mir das zu eigen machen, die Meinung des anderen, und muss sie durchdenken. Und dann muss ich überlegen: Könnte es sein, dass er recht hat? Das ist ein Gespräch und nicht dieses zänkische Hin und Her, was letztlich nicht weiterbringt.
Von Menschen, die verderbt sind im Denken, also ungesund im Denken. Merken wir hier, wie das Denken des Menschen angesprochen wird, nicht die Gefühle, das Denken. Der Mensch muss gesund sein im Denken, das ist das Entscheidende. Menschen von verderbtem Denksinn und die der Wahrheit beraubt sind, also Menschen, die nicht mehr die Wahrheit haben. Warum sind sie beraubt? Vielleicht hat man sie ihnen durch ihr Lehren weggenommen, oder man hat sich selbst davon wegbegeben, man hat die Wahrheit verlassen, jetzt hat man sie nicht mehr, dann ist man beraubt. Letztlich ist es der Feind, der einem die Wahrheit weggenommen hat. Hier ist wiederum das Wort für die Witwe verwendet: beraubt.
Vers 6: Die der Meinung sind, die Frömmigkeit oder die Ehrfurcht sei eine Erwerbsquelle, eine Quelle zum Gewinn. Das ist oft bei falschem Lehren so, dass man aufs Geld schaut. Wir wollen alles tun, ohne aufs Geld zu schauen, aus Liebe zum Herrn Jesus. Wir denken nicht: Wie viel bekomme ich dafür? Sondern: Wie viel darf ich geben? Also hier geht es auch wieder um Geld. Falsche Lehre hat mit Geld oft zu tun.

Abgrenzung gegenüber Irrlehre und geistlicher Verführung

Ja, ich denke, wir machen hier Schluss, oder? Wir haben dann nachher noch Zeit für den Rest des Kapitels. Sind noch Fragen vorhanden?
Moment, da möchte ich gerade im Griechischen nachschauen. Logomachia, also ein Streiten um Wörter, ein Streiten um Worte. Das Lexikon sagt hier, das sind beides: Word Battle, also ein Wortstreit, und ein Disput um Wörter, ein Streit um Worte. Gemeint ist das Streiten um Wörter, denn vom allgemeinen Streiten hat er vorher ja schon gesprochen, oder? Er krankt an Streitereien oder strittigen Untersuchungen und Wortgefechten, wo man sich also um irgendwelche Wörter streitet, ja.
Vers 5: Na ja, Abstand nehmen. Wir dürfen Berührungsängste haben mit gewissen Gruppen und Lehren. Sich fernhalten, sich nicht einlassen, auch mit solchen Leuten auf lange Diskussionen.
Das Wort Gemeindeglied meinst du Christen? Der Kontext: Paulus macht hier keinen Unterschied. Er spricht hier nicht von Leuten, die draußen sind, und von denen, die drinnen sind. Es ist ja leider oft so, dass die Irrlehrer einfach da sind, und man weiß es im ersten Moment nicht. Man hat es mit einem wiedergeborenen Christen zu tun oder nicht. So geht es uns ja oft. Wir haben irgendwelche Leute, die hier sind, die aber andere Lehren angenommen haben. Und da weiß man nicht, ob sie gläubig sind oder nicht. Das muss ich im ersten Moment auch noch nicht wissen. Wichtig ist, dass ich mich nicht mit einer falschen Lehre einlasse, einer falschen Lehre.
Ich meine, ich habe sehr viele Diskussionen geführt, zum Beispiel mit Zeugen Jehovas. Irgendwann war ich müde, ich wollte einfach nicht mehr. Das nimmt viel Zeit weg, und ich merke, ich erreiche kein bisschen. Nein, ich komme keine Millimeter weiter. Man ist drei, vier Stunden lang zusammengesessen und hat diskutiert, es war kein Ergebnis. Und dann ziehe ich mich zurück von solchen Leuten. Ich habe genug davon. Oder ich darf kurz ein Zeugnis geben, Christus bekennen und fertig.
Ich habe übrigens gerade mit einem Zeugen Jehovas einen Bruder kennengelernt. Der war zwanzig Jahre bei den Zeugen Jehovas, und der hat sich bekehrt. Und der hat gesagt: Weißt du, wenn du solche Sachen sprichst, Römer 8, über den Geist, die verstehen nichts. Die haben keine Ahnung, die kennen das nicht. Der Geist und das Fleisch, es ging um Römer 8, um geistlichen Wandel. Das ist für die ein Fremdwort. Die haben keine Ahnung, die kennen das neue Leben nicht. Und da darf man das einfach bezeugen, was man hat.
Aber ja, Geschwister in der Gemeinde: Es gibt viele, die sich einschleichen, oder die nicht Christen sind, oder die Christen sind, die sehr, sehr verschrobene Gedanken haben und die Korrektur brauchen. Einige lassen sich korrigieren, andere lassen sich gar nicht korrigieren. Wende dich ab, bitte!
Wie denken Sie an so einen Streit, als es nur um Werte von Wortgefechten etc. geht? Distanzierte Dienste, die es ermöglichen müssen, dass darüber diskutiert wird? Von solchen Wortgefechten wende dich ab, oder von solchen Menschen? Ich denke schon, dass es an die Menschen geht, so wie es ist. Aber ich möchte sagen: aus dem Grund, damit man sich nicht mit ihnen beschäftigt. Es geht ja darum, dass diese Leute ihre Meinung irgendwie rüberbringen wollen, und du merkst, sie lassen sich nichts sagen. Wende dich ab. Sind sie aber hier und stiften Unruhe, dann muss übrigens klargestellt werden: Die ganze Gemeinde muss wissen, hier ist jemand, hier sitzt jemand, ein Besucher oder so, der will seine Meinung weitergeben.
Ich gebe ein Beispiel. Wir waren in Salzburg, bei der Jugendtagung, tausend Leute. Dann wurde die Einleitung gemacht, und dann steht einer der Leiter auf, der eigentlich nicht den Jugendtag geleitet hat, aber einer der Ältesten der Gemeinde, geht nach vorn und sagt: Ich möchte noch mitteilen, wir haben unter uns hier Mormonen, die zwei dort hinten. Seht ihr sie? Stehen sie auf? Das sind Mormonen, und wir haben mit ihnen gesprochen. Sie haben gesagt, sie werden nur zusehen und sie werden nicht von ihrer falschen Lehre etwas weitergeben.
So wussten alle im Raum, tausend Leute: Hier sind zwei Mormonen, und die sind Irrlehrer. Und man braucht nicht zu überlegen, ob sie hören, und sie haben versprochen, nicht ihre Sache weiterzutreiben. Das war genau richtig, so gehört es. Wenn Irrlehrer ihr Werk treiben, müssen sie bloßgestellt werden. Dann muss die ganze Gemeinde informiert sein, dann wissen die Geschwister Bescheid, woran sie sind.
Also auch die ganze Frage der Charismatik: Es gibt solche, die immer wieder anfangen mit ihren Lehren, aber du merkst, sie wollen sich selber nichts sagen lassen. Dann nehmen wir Abstand davon. Das kostet uns viel Zeit und Energie, die wir aber viel positiver einsetzen könnten. Es gibt also einen Punkt, wo man aufhören muss zu reden und wo die Tür dann geschlossen ist, fertig. Und wenn sie kommen, dann muss die Gemeinde informiert werden.
Es gibt so gesunde Hemmungen, die wir haben, Berührungsängste, und das ist auch gut so. Geistliches Schamgefühl. Ehelehre ist eine Gefahr für die Gemeinde Jesu, und wir müssen uns dessen bewusst sein. Und heute ist die Ehelehre nur einen Mausklick entfernt. Früher sind die Ehelehrer in die Gemeindeversammlung gekommen oder haben die Christen besucht. Heute sind sie nur einen Mausklick entfernt, und unsere Geschwister können sehr leicht mit allen möglichen Lehren konfrontiert werden. Deshalb müssen wir aufklären.
Ein Bruder schreibt in einem Blatt: Sie haben unter den Brüdern diskutiert, ob sie einen Kurs in der Gemeinde machen sollen, der von einer Frau geschrieben wurde. Da gab es große Diskussionen hin und her, dafür oder dagegen. Und dann stellt er fest, dass während sie da über diese Frage diskutieren, die anderen sich am Abend Joyce Meyer im Fernsehen anhören und ihre Lehren aufsaugen. Das eine wäre ein guter Kurs gewesen, ja, und es war grundsätzlich die Frage, ob man das mag. Aber man merkt: Zuhause hören sie da das Wohlstandsevangelium von einer Frau, die ein falsches Evangelium bringt, einige gute Dinge hineingemischt und vieles Schlechte. Und eben: Die Ehelehrerin ist im Wohnzimmer schon oder vor dem Bildschirm. Da haben wir Aufklärungsarbeit zu tun. Wir müssen die Irrlehrer mit ein paar Namen nennen und klar sagen, das ist nicht gut und warum es nicht gut ist.