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Umkehr zu Gott: Das Angebot - Was Gott getan hat, damit ein Mensch umkehren kann

15.09.2008
SerieTeil 2 / 4Umkehr zu Gott
Gott offenbart sich in der Schöpfung und in der Geschichte. Gott hat durch Jesus am Kreuz für die Sünden bezahlt.

Die Spannung zwischen Gewissen und Wirklichkeit

Gut, also das ist die Reihe. Unser Thema heute wird, nachdem wir letztes Mal das Problem hatten, das Angebot heißen. Aber bevor ich zu dem Angebot komme, also zu dem, was Gott uns gibt oder macht, noch einmal das Problem.
Mir war es wichtig, beim letzten Mal zu sagen, dass der Mensch in einem Dilemma steckt. Auf der einen Seite hat er ein Gewissen. Der Mensch weiß, das ist böse, und das ist gut. Er hat so ein wirklich eingebautes Misstrauen gegen die Idee, dass mit dem Tod alles aus sein könnte. Er möchte ganz tief darin wissen, warum er hier auf der Erde lebt.
Und wenn er dann sagt: Na ja, ich bin hier und ich bin ein verantwortungsvoller Mensch, merkt er, da ist irgendwie Schuld da. Das sind so Dinge, die laufen nicht so, wie es gehen sollte. Und selbst wenn er sagt: Na ja, ich möchte eigentlich ein verantwortungsvolles Leben führen, merkt er: Je mehr er das will, umso mehr stößt er an Grenzen. Grenzen, an denen er sagt: Na ja, ich weiß eigentlich nicht so ganz genau, was eigentlich richtig ist.
Und der normale Mensch erlebt die Welt um sich herum immer so ein bisschen als Bedrohung, immer als etwas, wovor man ein Stück Angst hat. Ein paar tausend Jahre Kulturgeschichte, auf die können wir zurückschauen. Am Freitag bei meiner Geburtstagsfeier gab es dieses Geo Epoche Ägypten, das war nun mal von Hand zu Hand. Da kann ich auch mal schauen. Also, wir schauen in die Kulturgeschichte hinein, und was stellen wir fest? Na ja, x-tausend Jahre Kulturgeschichte haben eigentlich nicht dazu beigetragen, dass der Mensch irgendwie freundlicher mit seinen Nächsten umgeht. Tief innen drin ist der Mensch weiterhin böse, und so wirklich liebt es eigentlich keiner.
Jetzt kann jemand sagen: Das ist mir irgendwie ein bisschen zu platt. Und ich muss sagen: Doch, also ich bin jetzt 42 und habe so das eine oder andere erleben dürfen mit Menschen. Ich hatte das Vorrecht, sicherlich auch aufgrund meines Dienstes, so hinter die Fassade von manchen Leuten mal schauen zu dürfen, die äußerlich so heil und glücklich wirken. Und dann gräbst du mal so ein bisschen an und lernst die Leute mal kennen. Und dann sagen sie, wie es wirklich aussieht. Und ich kann sagen: Hinter der heilen Fassade der meisten Menschen, wo ich wirklich mal graben durfte, da versteckt sich eine ganze Menge Leid, Resignation, manchmal auch Grobheit und vielleicht auch so Dinge wie Hass oder einfach auch so ein dumpfes Desinteresse am Leben, wo man merkt: Äußerlich alles in Ordnung. Wie geht’s dir? Hey, mir geht’s gut, super, klasse. Ja, und dann bist du mal ehrlich, dann schaust du mal dahinter und stellst fest: Nee, so ist es nicht.

Die nüchterne Diagnose der Schrift

Die Bibel beschreibt den Menschen sehr ehrlich. Ihr wisst, dass ich es genieße, die Bibel zu lesen, und da macht mir keiner etwas vor. Also schaue ich in die Bibel hinein, und ja, so ist es.
Im Römerbrief gibt es einen Begriff, der heißt: dahingegeben. So ein ganz dramatischer Begriff. Da liest man so: Der Mensch ist dahingegeben. Gott hatte ihn als seinen Repräsentanten auf die Erde gesetzt, um die Erde zu bebauen und zu bewahren. Das hat etwas mit Fortschritt und Bewahrung zu tun, etwas zu entwickeln. Und statt sich für ein Leben mit Gott zu entscheiden, entscheidet sich der Mensch für die Rebellion.
Und ich habe mir vor ein paar Jahren mal diesen Teil aus dem Römerbrief genommen, das ist Römer 1,18 folgende, und habe ein Lied dazu geschrieben. Es ist nie vertont worden. Also wenn jemand möchte, es heißt: dahingegeben. Und da heißt der Refrain so:
Dahingegeben, Gott lässt dich ziehen, lässt dich seine eigenen Wege gehen. Im Charakter verdorben, das Gewissen sieht rot, es wartet der Henker, sein Name: der Tod. Dahingegeben, die Saat geht auf, und das Unglück deines Lebens nimmt seinen Lauf.
Nicht das, was man so im Gottesdienst singen kann, glaube ich. Aber die Idee dahinter, genau in dem Text, ist: Der Mensch ist als Mensch ein Dahingegebener. Er entscheidet sich, ohne Gott leben zu wollen, und Gott sagt: Okay, dann löffel die Suppe aus, ernte, was du säst, führ das Leben, das du führen möchtest.
Und wir wollen uns das anschauen. Ihr habt eine Bibel, Römerbrief, Kapitel 1. Was kommt dabei heraus, wenn der Mensch einfach sein Leben lebt? Römerbrief, Kapitel 1, Vers 28. Wie ist der Mensch ohne Gott unterwegs? Und da heißt es in Römer 1,28:
Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt, erfüllt mit aller Ungerechtigkeit und Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit, voll von Neid, Mord, Streit, List, Tücke, Verbreiter übler Nachrede, Verleumder, Gotteshasser, Gewalttätige, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, den Eltern Ungehorsame, Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige.
Jetzt versteht ihr, warum ich denke, dass die Bibel so unglaublich nüchtern ist. Das ist die Welt, in der wir leben. Die nettesten Typen, denen du begegnest, sind, wenn es darauf ankommt, doch Schweine. Sie wühlen sich im Dreck, und ich glaube einfach jetzt, nach so langer Zeit, dass das, was hier in Kapitel 3 steht, ihr müsst nur einmal umblättern, ab Vers 10, dass das eine Beschreibung für den Menschen ist, und zwar immer schon gewesen ist.
Da kannst du in Geo Epoche Ägypten reinschauen, oder du kannst die Zeitung von morgen früh aufschlagen, und du wirst immer wieder auf denselben Menschen stoßen. Das ist der Mensch. Da heißt es in Römer 3,10, wie geschrieben steht:
Da ist kein Gerechter, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden, da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen handelten sie trügerisch, Otterngift ist unter ihren Lippen, ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit, ihre Füße sind schnell, Blut zu vergießen, Verwüstung und Elend ist auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt.
Er hat Tausende, die gekennzeichnet sind von Krieg und Hass und Bosheit. Der Mensch, der geschaffen ist, um ein Segen zu sein, wird für die Welt, auf der er lebt, für die Menschen um ihn herum zum Fluch. Er will das vielleicht gar nicht. Das ist das eigentliche Drama. Er will eigentlich ein Leben führen, in dem er zum Segen wird. Er sehnt sich nach einem Sinn, in dem er anderen etwas abgeben kann, in dem er irgendetwas macht, was auf Dauer irgendwie gut ist. Und dann erlebt er sich doch immer wieder genau so, wie es in Vers 9 heißt, wo Paulus sagt, dass sie alle unter der Sünde sind. Sie sind im Griff der Sünde. Die Sünde ist der Tyrann, der die Menschen gefangen hält.
Und so bleibt dieses Dilemma. Schlag noch einmal zurück in Römer 1, bitte, Römer 1,32. Dieses Dilemma, diese Spannung, und zwar negative Spannung, in der jeder Mensch irgendwie, der anfängt nachzudenken, gefangen ist. Da schreibt Paulus über den Menschen, über die Menschen:
Obwohl sie Gottes Rechtsforderung erkennen.
Also der Mensch hat ein Gewissen. Er kann gut und böse voneinander unterscheiden. Nicht ganz genau und auch jetzt nicht jedes einzelne Gebot, aber der Mensch geht nicht durch diese Welt und sagt: Bei mir ist alles neutral. Ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, dass irgendwie Lüge falsch sein könnte, und dass man bei der Kasse bezahlen muss. Ja, logisch, ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, dass man natürlich der Mensch weiß, was gut und böse ist.
Obwohl sie Gottes Rechtsforderung erkennen, dass die, die so etwas tun, des Todes würdig sind, üben sie es nicht allein aus. Der Mensch tut es. Er weiß, Lügen ist falsch, und er lügt. Er weiß, zornig sein ist eigentlich falsch, macht Beziehungen kaputt, und ist zornig. Er übt es nicht allein aus, sondern sie haben auch Wohlgefallen an denen, die es tun.
Ein denkender Mensch weiß im Grunde seines Herzens, dass er seine wahre Berufung nicht lebt. Er weiß, dass die Fähigkeit, Gutes und Böses zu unterscheiden, eigentlich dafür da ist, das Gute zu tun. Er weiß tief drin, dass er einmal für jeden Gedanken, für jedes Wort und für jede Tat zur Verantwortung gezogen wird. Er kann nicht anders. Er möchte, aber er kann nicht. Und das ist das Problem. Das ist das, was wir uns letztes Mal angeschaut haben. Dieses: Ich bin befangen. Ich stehe als Mensch, als Sünder, vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Beziehung mit Gott, und ich treibe auf mich selbst gestellt durchs All.
Und wir wünschten uns alle so wie Münchhausen, ich weiß nicht, ob ihr diese Märchen noch kennt. Als ich klein war, hat man noch so Münchhausen-Märchen gelesen. Der fällt in einen Sumpf, und dann zieht er sich an seinen eigenen Haaren da wieder raus. Das ist für ein Kind ganz toll. Da denkst du dir: Ja, das geht doch gar nicht. Ja, es stimmt, das geht nicht, weil es ein Lügenmärchen ist. Aber so gehen manche Leute durchs Leben. Sie sehen ihr Leben. Sie können Gottes Gebote nehmen, dann nimmst du die Zehn Gebote, oder wenn dir das zu viel ist, nimm die letzten fünf, keine Ahnung, du brauchst wahrscheinlich nur eins. Du nimmst das, und du schaust dir dein Leben an und stellst fest: Ja, ich bin tatsächlich irgendwie strange, ich bin irgendwie kaputt, ich bin irgendwie nicht das, was Gott sich gedacht hat, und ich kann mich nicht an den eigenen Schopf aus dieser Lage rausziehen. Es geht nicht.
Und das ist die schlechte Nachricht. Das ist das Problem.

Der Übergang zur guten Nachricht

Jetzt heißt aber Evangelium aus dem Griechischen Euangelion, das heißt ja gute Nachricht. Also muss es ja nach der schlechten Nachricht, nach dem Problem, noch eine gute Nachricht geben. Das heißt, die nächsten zwei Predigten, die heute und die nächstes Mal, sind die gute Nachricht: heute das Angebot, das Gott uns macht, und nächste Woche dann, wie man das Angebot auspackt.
Also, ich hatte ja Geburtstag. Das Angebot ist quasi hier, das ist ein Geschenk. Da habe ich das alles bei mir im Wohnzimmer da oben draufgestellt, auf dieses Sideboard. Das stand dann da. Das war quasi das, was wir heute machen: das Angebot. Und als ihr alle schon weg wart, bin ich am nächsten Morgen dann hinten hin und habe ausgepackt. Das ist dann das, was wir nächsten Sonntag machen. Wie komme ich dahin, dass das Angebot in meinem Leben zur Entfaltung kommt?
Also heute, wie gesagt: das Geschenk auf das Sideboard. Nächstes Mal: wie packe ich das Geschenk aus?
Gut, kommen wir zum Geschenk. Wie lautet Gottes Angebot an den Menschen, der gefangen ist in diesem Wissen um die Notwendigkeit, anders zu sein?
Ich will erst mal sagen, wie es nicht heißt, weil das ganz wichtig ist. Gott kommt jetzt nicht und sagt: Streng dich an. Wenn du nur so richtig in die Hände spucken und mal was schaffen würdest, dann würdest du das schon hinkriegen. Nein, das ist nicht das, was Gott sagt. Das ist Religion.
Ich glaube, ich habe euch das schon oft gesagt, aber ich will heute einfach noch mal etwas, was auch zu der Predigt passt, noch mal sagen. Ich kann alle religiös-philosophischen Systeme, die es irgendwie gibt, nehmen und mir anschauen, worum es dabei geht. Jedes dieser Systeme erkennt, dass irgendwas mit dem Menschen nicht in Ordnung ist. Dass ihm, weiß ich nicht, nehmen wir den Buddhismus, dass es da Leid gibt, und baut auf dieser Idee des Leids ein System auf. Oder im Islam gibt es die fünf Säulen des Islam, wo gesagt wird: Wenn du das tust, dann bist du ein rechter Gläubiger. Auch im Buddhismus geht es darum: Wenn du tust, Meditation, wenn du dich anstrengst.
Aber auch das, was heutzutage verkauft wird, so ein bisschen dieses: Jetzt sei doch mal ein guter Mensch, leb mal ein bisschen nett, so dass die anderen sich an dir nicht stoßen, ist auch letztlich der gleiche Gedanke: Streng dich an, leb richtig. Und wenn du richtig lebst, dann muss doch irgendwann Gott mit dir zufrieden sein. Wenn du genügend meditiert hast, wenn du die richtigen Rituale über dich ergehen lassen hast, so alles Mögliche, was es da so in der ganzen Welt gibt, wenn du genug gespendet hast, wenn du genug Zeit investiert hast, irgendwann muss doch Gott mal zufrieden sein. Das ist Religion.
Und wie gesagt, wir schauen uns alle Systeme an, und bis auf ein System sagen alle: Streng dich an, gib Gas. Mach was! Und Menschen probieren das und zerbrechen unter diesem Ansatz, können es nicht. Egal ob es Meditation ist, egal ob es irgendwie mit einem Wachturm an der U-Bahn steht, keine Ahnung, wo du da einsteigen willst.
Und dann gibt es eine Alternative. Das ist, wenn Gott kommt und sagt: Soll ich dir was sagen? Du kannst dich nicht retten. Das ist Bibel. Du kannst dich nicht retten. Du wirst immer ein Sünder bleiben. Die Schuld, die du auf dich geladen hast, wird immer deine Schuld bleiben. Keine gute Tat, die du tun kannst, wiegt auch nur eine einzige Sünde, eine einzige böse Tat, auf.
Uns ist das völlig klar. Wenn wir zehnmal die Wahrheit sagen, dann dürfen wir nicht einmal lügen. Das wäre lustig, wenn du zehnmal die Wahrheit sagst und dann denkst du dir so: Jetzt habe ich einmal Lügen frei. Da denken wir sofort: Es geht doch nicht. Aber mit diesem Denken gehen Leute an ihr Leben ran und sagen: Na ja, ich bin doch in 90 Prozent aller Fälle ein feiner Kerl, und die 10, die muss ich doch dann irgendwie mit den 90 verrechnen können. Und das stimmt eben nicht.
Und deswegen ist jeder Ansatz, der daherkommt und sagt: Streng dich an, tu mehr, der scheitert an der Realität, dass wir Sünder sind. Und er scheitert einfach daran, dass jede böse Tat, jede Schuld, die wir auf uns geladen haben, immer in unserem Leben drinbleiben wird. Wir kriegen sie einfach nicht los. Das Gute, was wir nicht schaffen, aber gerne tun wollen, das ist eigentlich die Norm. Das ist das, was Gott von uns haben möchte.
Also Gottes Angebot lautet nicht: Ich gebe dir jetzt mal hier 500 Gramm Regeln mehr, und das sind jetzt meine 500 Gramm Regeln, die ich ins Spiel werfe, und jetzt viel Spaß. Das ist nicht das, was Gott sagt, sondern Gott geht einen ganz anderen Weg. Gott weiß um unsere Verlorenheit, Gott weiß um unsere Hoffnungslosigkeit, um die Unfähigkeit, auch nur im Ansatz ein bisschen was von dem so zu machen, wie er sich das eigentlich gedacht hat.
Und deswegen lässt Gott uns mal so beiseite. Er fängt jetzt mal an, auf seine Weise Rettung und Erlösung und Befreiung und Hoffnung zu bringen. Und das sind zwei Dinge, die Gott tut. Erstens: Gott offenbart sich in der Schöpfung und in der Geschichte. Und zweitens: Gott bietet jedem Menschen einen Neuanfang an. So ein Doppelangebot, wenn man das so will.
Kommen wir zum ersten Punkt. Wenn Gott sich gesagt hätte: Ich zeige mich nicht, dann hätten wir nichts von ihm gewusst. Ich denke da an die Muppet Show. Kennt ihr die Muppet Show? Ihr müsst sie kennen, also irgendjemand muss noch die Muppet Show kennen. Also ihr wisst, dass diese kleinen Muppet-Figuren Puppen sind, oder? Okay, und hinter den Puppen sind Puppenspieler. Hast du schon jemals die Puppenspieler gesehen? Ich schon, weil ich mal eine Reportage über die Muppet Show gesehen habe. Aber im Allgemeinen sieht man die Puppenspieler nicht, und genauso ist das bei Gott.
Wenn Gott dich nur die Figuren, einfach nur das, was da so sich bewegt auf der Bühne, sehen lassen will, wirst du ihn nicht sehen. Wenn Gott entschieden hätte zu sagen: Ich zeige mich nicht, dann hätten wir suchen und kramen können, wir hätten nichts entdeckt. Das heißt: Das Erste, wenn ich mir die Frage stelle, wo startet Gottes Angebot an den Menschen? Das Erste, was ich feststellen muss, ist, dass wir es mit einem Gott zu tun haben, der sich offenbart, Offenbarung, Enthüllung, der sich zeigt. Das ist eine fantastische Sache.
Wir haben uns so daran gewöhnt, gerade die, die wir schon länger in so einem gemeindlichen Umfeld sind, wir haben uns so unendlich daran gewöhnt, dass man Gott finden kann. Wir schreiben das sogar hier auf unsere Zettelchen vorne drauf. Da ist ein Bibelvers, wo es genau darum geht: Gott spricht, ihr werdet mich suchen und finden, denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.
Die Tatsache, dass du Gott finden kannst, ist eine unglaublich fantastische Sache, die Gott dir schenkt, weil es wäre nicht nötig gewesen.

Gottes Sichtbarkeit in Schöpfung und Geschichte

Jetzt habe ich gesagt, Gott offenbart sich dem Menschen in der Schöpfung und in der Geschichte. Ich möchte mit euch noch ein bisschen im Römerbrief lesen, weil er dazu einfach am meisten sagt. Und immer noch beginnt Römerbrief 1,18.
Ich habe mir extra drei Übersetzungen mitgebracht, um diesen Vers vorzulesen. Also Römer 1,18, und es geht sogar noch ein bisschen weiter bis Vers 22. Da heißt es:
Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten, also in der Schöpfung, wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien, weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten.
Noch einmal in einer anderen Bibelübersetzung. Jetzt kommen wir zur Guten Nachricht. Die ist ein bisschen einfacher. Da heißt es in Römer 1,18:
Alle Menschen sind nämlich dem Gericht Gottes verfallen, und dieses Gericht beginnt schon offenbar zu werden. Sein heiliger Zorn wird vom Himmel herab alle treffen, die Gott nicht ehren und seinen Willen missachten. Mit ihrem verkehrten Tun verdunkeln sie die offenkundige Wahrheit Gottes. Denn was Menschen von Gott wissen können, ist ihnen bekannt. Gott selbst hat ihnen dieses Wissen zugänglich gemacht. Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und seine göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen. Sie haben also keine Entschuldigung. Obwohl sie Gott kannten, ehrten sie ihn nicht als Gott und dankten ihm nicht.
Eine noch etwas freiere Übertragung. Ihr wisst schon, was jetzt kommt: die Volksbibel. Also so würden die Jesusfreaks das ausdrücken. Römer 1,18:
Gott wird ein vernichtendes Statement abgeben. Er wird klar machen, was er über den ganzen Mist denkt, über die ganze Ungerechtigkeit und darüber, dass viele keinen Bock auf die Wahrheit haben. Und dabei kann sich keiner rausreden. Das, was man von Gott begreifen kann, hätten schon alle Leute seit langem begreifen können. Auch wenn Gott unsichtbar ist, so wird er doch sichtbar durch die Natur, die er gemacht hat. Daran können alle erkennen, wie er drauf ist, und deshalb kann sich am Ende auch keiner rausreden. Obwohl jeder wusste, dass Gott existiert, hatten sie keinen Bock, ihm die Ehre dafür zu geben und ihm mal Danke zu sagen.
Drei Übersetzungen, derselbe Gedanke: Gott ist zornig, und der Zorn ist gerechtfertigt, weil Gott sagt: Der Mensch kann mich sehen, der Mensch kann in der Schöpfung mich erkennen. Vorsicht, das ist jetzt nicht im umfassenden Sinn gemeint. Die Schöpfung sagt nicht: Du musst an Jesus glauben. Es ist eine allgemeine Offenbarung, ganz allgemein. Kann auch eine gefallene Schöpfung, in der Vergänglichkeit und Tod regiert, uns etwas darüber zeigen, dass hinter ihr mehr stehen muss als blinder Zufall und das Nichts? Das ist das, was Gott sagt. Ich erwarte eigentlich von jedem Menschen, dass er nachdenkt, wo das herkommt.
Ich habe mir überlegt, wie man das illustrieren kann, dass in einer gefallenen Schöpfung das möglich ist. Ich dachte an Tschernobyl. Also Tschernobyl, der Atomreaktor, ja, du lachst, Ukraine, ihr erinnert euch: Im April 1986 gab es dort einen nuklearen Super-GAU. Das ist etwas, was man überhaupt nicht mag. Und erinnert ihr euch, das war die Zeit, wo wir Trockenmilch gekauft haben, also ich zumindest. April 86, Kernschmelze im Kernreaktor in Tschernobyl. Heute sieht man da nur noch eine Ruine, und man hat da so einen Betonmantel drüber gegossen. Der ist blöderweise inzwischen schon wieder ein bisschen rissig, deswegen verhandelt man nach, wo man Geld dafür herkriegt, dass er wieder ein bisschen gepflegt wird. Aber du siehst eigentlich nur noch eine Ruine.
Und trotzdem: Wenn du diese Ruine untersuchen würdest, würdest du etwas über die Intelligenz der Ingenieure, die ihn konstruiert haben, ableiten können. Also obwohl das Ding kaputt ist, kannst du aus einem kaputten einen Rückschluss ziehen auf das, was an Intelligenz in dem drinsteckt, der sich das mal ausgedacht hat. Und so ist das bei Gott auch. Der Sündenfall ist so etwas wie der Super-GAU der Schöpfung, wenn man so will der ultimative Bedienfehler des Menschen im Umgang mit der Schöpfung. Seine Sünde, sein Nein zu Gott, reißt die ganze Schöpfung ins Verderben, und trotzdem bleibt die Schöpfung, wenn auch nicht in jedem Detail, ein Hinweiszeichen auf Gott. Ich kann an einer gefallenen Schöpfung ablesen, dass es dahinter einen Schöpfer geben muss.
Mindestens kann ich drei Dinge sehen, die hier in Kapitel 1, Vers 20 stehen. Entschuldigung, Römer 1,20. Ich kann sagen: Der Schöpfer ist unsichtbar. Warum? Okay, mach die Augen auf, dann ist die Frage geklärt. Das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt, weil es so ein paar Sachen gibt, die man nicht sehen kann und die trotzdem da sind, angefangen von radioaktiver Strahlung über Magnetismus, Strom, Liebe und solche Sachen.
Zweitens: Der Schöpfer hat ewige Kraft. Hier steht: sowohl seine ewige Kraft. So einen ganzen Kosmos zu machen, das ist schon keine kleine Sache. Insofern muss einfach Pep dahinter sein.
Und drittens: Er ist, wie es hier heißt, göttlich. Seine Göttlichkeit kann wahrgenommen werden. Und damit ist gemeint: Er ist kein Mensch. Er ist von seiner Existenzform über dem, was wir erleben. Wenn du etwas schaffst und baust, musst du drüberstehen. Also ich will gerade Flo, ja? Ein Ableiter, so ein Stromableiter, was ihr da so verkauft, ein Ableiter ist von seiner Existenzform weniger als der Mensch, der ihn gemacht hat. Logisch.
Und jetzt müssen wir diese Idee einfach noch mal weiterziehen, ja? Der, der den Menschen gemacht hat, ist von seiner Existenzform übermenschlich. Es ist einfach so. Immer wenn man etwas schafft, wird es immer ein bisschen kleiner. Und wenn der Ableiter jetzt wieder etwas bauen könnte, was er nicht kann, aber wenn er etwas könnte, dann würde etwas herauskommen, was weniger ist als ein Ableiter, denn du musst drüberstehen. Deswegen: Ein Gott, den du zu Ende denken kannst, ist nie ein Gott, weil er immer unter dir steht, weil du ihn denken kannst. Gott kann nur dann Gott sein, wenn er über dir steht und wenn du ihn nicht mehr wirklich denken kannst, wenn du mit deinem Denken an seine Grenzen stößt und merkst: Ups, das muss irgendwie mehr sein.
Und dieser Gott, der die Grenzen des Innerweltlichen sprengt, der in einer anderen Dimension lebt, der erwartet von einem denkenden Menschen, dass dieser denkende Mensch ehrlich zugibt, dass die Welt um ihn herum in ihrer Schönheit und Komplexität tatsächlich nach so etwas wie einem Designer, einem Ingenieur, einem Schöpfer förmlich schreit.
Dieses Argument ist schön, denn man kann diesem Argument auf zwei Weisen begegnen. Ich glaube, es gibt zwei Typen von Menschen, die ganz unterschiedlich mit diesem Argument umgehen. Es gibt die SU- und die ID-Typen. Ich fange mal mit den SU-Typen an. Die SU-Typen sind die Sonnenuntergangstypen. Du hörst: Gott kann man in der Schöpfung erkennen. Du sitzt am Strand, die Sonne geht unter, alternativ dazu auf dem Gipfel eines Berges mit einem schönen Panorama, Sonne geht unter, und du weißt: Es gibt Gott. Es gibt diese Typen, die einfach sagen: Das geht nicht anders.
Und dann gibt es die ID-Typen. Der Name sagt es schon: Intelligent Design. Das sind also Typen, die riesige Mengen an Fakten und Detailwissen über Aufbau und Funktionsweise von Fröschen, Bäumen, Organen, Naturkonstanten, Ökosystemen sammeln, sammeln, sammeln und irgendwann an den Punkt kommen und sagen: Naja, so fantastisch genial, wie das hier eingerichtet ist, es muss einfach Gott geben. Das ist so der Weg für Physiker und Philosophen.
Im Jahre 2007 kam ein Buch auf den Markt, das heißt There is a God, Untertitel: How the world's most notorious atheist changed his mind, wie der berüchtigste Atheist der Welt seine Meinung geändert hat. Anthony Flew, ganz interessant: Anthony Flew ist also philosophischer Atheist, hat im letzten Jahr die philosophische Szene nachhaltig geprägt, also hat die Standardwerke geschrieben, warum man eigentlich nicht an Gott glauben kann, ist dann älter geworden, hat angefangen, sich mit dem Ursprung der Naturgesetze zu beschäftigen, hat einfach gemerkt, wie immer mehr entdeckt wurde, wie kompliziert alles ist, und Schlussfolgerung dann: Ich habe das mal übersetzt. Er sagt: Die einzige befriedigende Erklärung für die zielgerichtete Entstehung sich selbst reproduzierenden Lebens, wie wir es auf der Erde haben, ist ein unendlich intelligenter Geist.
Der ist noch nicht bei Gott angekommen, aber er merkt: Ich schaue mir an, was ich hier habe, und dahinter muss irgendwie mehr stehen als nichts plus Zufall. Ich brauche da Intelligenz, ich brauche da jemanden, der einen Plan hat, ich brauche da jemanden, der weiß, wo er hin will, damit er da auch irgendwie ankommt. Sondern jetzt musst du über achtzig werden, wie Anthony Flew, und zu den bekanntesten und größten Denkern des 21. Jahrhunderts zählen, oder so werden. Die Aristoteles, der hatte die Idee schon mal zweieinhalbtausend Jahre früher, so die gleiche Idee eigentlich, ja, er hat es ein bisschen anders ausgedrückt, aber es war eigentlich nichts Neues unter der Sonne.
Es reicht, wie gesagt, auch ein Sonnenuntergang, wenn du so ein Typ bist. Und es reicht ein bisschen Nachdenken über die Frage: Woher kommt die ganze Ordnung, woher kommt Sprache, woher kommt Funktionalität in dem Kosmos, in dem wir existieren? Ist das wirklich alleine aus Nichts und blindem Zufall entstanden? Und Gott zumindest geht davon aus, dass ein denkender Mensch an der Stelle weiß, dass diese allgemeine Offenbarung ihn lehrt: Es muss mehr geben.
Und deswegen ist Gott zornig. Er ist zornig über den Menschen, weil er sich in der Schöpfung offenbart hat, der Mensch ihn ablehnt, der Mensch die Schöpfung genießt, die Dinge, die Gott geschaffen hat, genießt, sich daran freut, aber nicht Danke sagt, sich als Geschöpf erfährt und trotzdem Gott nicht anbetet, sondern sich andere Idole, Götzen, Vorbilder, Ziele sucht.
Gott offenbart sich, das ist Teil seines Angebots. Gott sagt: Ich bin hier. Er tut das einmal in der Schöpfung, aber nicht in der Schöpfung alleine, auch in der Geschichte. Er geht also noch einen Schritt weiter. Er offenbart sich, dass ein lebendiger Gott Geschichte macht mit einzelnen Menschen. Das kann so persönlich sein, wie wir es heute am Anfang mit Heikos Statement hatten. Das ist aber auch aufgeschrieben worden in der Bibel, wo Gott konkreten Menschen in konkreten geschichtlichen Situationen begegnet ist und Gott dafür Sorge getragen hat, dass wir das jetzt in der Bibel nachlesen können, dass wir davon erfahren. Und es geht dann einen Schritt weiter, dass Gott Mensch wird, in die Geschichte der Menschheit eintritt und einen Weg schafft, tatsächlich dieses Urproblem der Trennung Gott-Mensch zu lösen.
Also der Punkt eins, um den es mir heute ging: dieses „Gott hat sich offenbart“. Der zweite Punkt ist: Er bietet dem Menschen einen umfassenden Neuanfang an. Also Gott offenbart sich mit einem Ziel, mit dem Ziel, dass wir verstehen, wie wir mit ihm ins Reine kommen können. Und wenn Gott das tut, und jetzt muss ich vorsichtig formulieren, menschlich gesprochen hat Gott ein moralisches Problem, wenn er das tut. Also Gott steht da und ist heilig und gerecht, sagt die Bibel. In seiner Gegenwart gibt es keine Sünde, er hasst die Ungerechtigkeit.
Manchmal hört man einen Spruch in der christlichen Szene, der heißt: Gott hasst die Sünde, aber er liebt den Sünder. Ich möchte wenigstens einmal in meinem Leben hier vorne stehen und predigen und sagen, dass dieser Vers falsch ist. Gott hasst die Sünde, und Gott hasst den Sünder. Also, das steht auch in der Bibel, ihr müsst jetzt nicht glauben, dass ich mir das ausgedacht habe. Im Psalm, Psalm 11, um mal eine Belegstelle zu bringen, Psalm 11,5: Der Herr prüft den Gerechten, aber den Gottlosen und den, der Gewalttat liebt, hasst seine Seele.
Das ist noch Teil der schlechten Nachricht, des Problems, könnt ihr euch denken. Das ist noch nicht die gute Nachricht. Gott hat, weil er ein heiliger und gerechter Gott ist, mit jeder Form von Sünde tatsächlich ein Problem. In Jesaja Kapitel 57, ihr müsst das nicht mitschlagen, ich lese euch das vor, in Jesaja 57,21 heißt es: Kein Friede den Gottlosen, spricht der Herr. Es herrscht Krieg zwischen den Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, den Gottlosen, und Gott.
Das ist das eine Ding: Gott ist heilig. Und dann: Gott ist Liebe. Das ist die zweite Seite. Der Gott der Bibel ist ein heiliger, gerechter Gott, der lieben will. Und jetzt kann seine Liebe nicht einfach hingehen und sagen: Komm, dann lassen wir Fünfe gerade sein, Schwamm drüber, alles nicht so schlimm. Weil da steht seine Gerechtigkeit und seine Heiligkeit. Einfach Sünde zu ignorieren, zu vergessen, wäre einfach ungerecht. Und wir leben in einem Universum, in dem moralische Naturgesetze gelten. Du musst für deine Sünde sterben. Die erste Sünde, die du tust in deinem Leben, das ist das Todesurteil über dein Leben.
Im Jakobusbrief wird das sehr dramatisch ausgedrückt, da heißt es in Kapitel 2,10: Denn wer das ganze Gesetz hält, aber in einem strauchelt, ist aller Gebote schuldig geworden. Die erste Sünde ist das, was die Verbindung zwischen dem Menschen und Gott unwiederbringlich zerstört.
Und was jetzt passiert, ist unglaublich. Ich habe einen Gott, der Liebe ist, der vor einem Menschen steht, der sich nicht retten kann, und der Gott der Liebe verschenkt sich an den Menschen. Er verschenkt sich an den Menschen, er wird Mensch, Jesus von Nazaret, Mensch gewordener Gott. Er lebt ein reines, sündloses Leben und macht sich selbst zum stellvertretenden Opfer für die Sünde des Menschen. Der Gott der Liebe bringt ein Opfer für die Schuld des Menschen. Ein Opfer, das so groß ist, wie Gott groß ist, und deshalb für die Sünde der ganzen Welt reicht.
Aber dieses Angebot, „Ich bezahle für deine Schuld“, das gießt Gott jetzt nicht mit so einem kosmischen Füllhorn über alle Menschen, ob sie wollen oder nicht, sondern es ist ein Angebot. Deswegen ist der bekannteste Bibelfers der Bibel, Johannes 3,16, auch genau so formuliert, wie er da formuliert ist, ja, das ist ganz bewusst geschrieben. Denn so hat Gott die Welt geliebt, das ist die eine Seite, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, und jetzt kommt eine Einschränkung, der an ihn glaubt, also nicht jeder allgemein, sondern damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben habe. Und das ist die gute Nachricht. Das ist das Angebot.
Gott stellt sich hin und sagt: Ich bin bereit für deinen Mist und deinen Dreck einzustehen. Ich bin bereit zu bezahlen. Ich bin bereit, dir einen Weg zurück zu schenken. Es gibt Rettung, es gibt Vergebung der Schuld, es gibt Hoffnung auf einen Neuanfang. Es gibt: Du verdienst das nicht, nicht dass wir uns falsch verstehen. Und trotzdem macht Gott das. Er macht das, obwohl niemand sich das Rettung, Vergebung, Hoffnung irgendwie erarbeiten kann. Er sagt: Ich möchte glauben. Wer glaubt, wird gerettet. Und Glaube ist das ganze Gegenteil von sich abmühen und Regeln halten, Gebote haarklein erfüllen.
Glaube fängt an, und ihr könnt das, wenn ihr wollt, weil ich heute nicht mehr dazu sagen werde, auch hier noch ein bisschen nachlesen in unserem kleinen Heftchen, da steht ein bisschen was drin, einen Augenblick bitte, wir haben das ein klein bisschen ausgeführt schon, aber Glaube fängt da an, wo ich mir meiner Hilflosigkeit bewusst werde und wirklich als Bettler, so wie einer, der durch die U-Bahn geht und sagt: Hast du mal einen Euro? In dieser Haltung komme ich zu Gott und sage: Ich bin mir meiner Hilflosigkeit bewusst, ich kann da nicht raus aus diesem Dilemma, in dem ich drinstecke. Ich brauche es, dass du mir vergibst. Ich möchte das, was du anzubieten hast, dieses Angebot möchte ich annehmen.
Deswegen der Titel: das Angebot, was Gott getan hat, damit ein Mensch umkehren kann. Die Antwort eins ist: Er hat sich in der Schöpfung und in der Geschichte offenbart. Gott ist ein Gott, der es darauf anlegt, dass jeder, der ihn sucht, ihn auch finden kann. Nochmal auf dem Liedblatt: Gott spricht, Jeremia 29,13: Ihr werdet mich suchen und finden, denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. Ich glaube daran. Ich glaube, dass Gott sich finden lässt von dem, der sich mit ganzem Herzen auf die Suche macht.
Und der zweite Punkt: Gott hat durch Jesus am Kreuz für die Sünden der Menschen bezahlt, mit dem Blut bezahlt und dafür gesorgt, dass es für den Gläubigen einen Weg zurück gibt in eine Beziehung mit Gott. Dass das Trennende, ihr wisst doch ja, die Kerze war Gott letztes Mal, und ich stand irgendwie da drüben und habe gesagt: So groß, so weit wie möglich bin ich weg. Und dazwischen ein Riesenberg Sünde. Und Gott sagt: Ich nehme den weg. Ich bezahle für dich. Du darfst frei von Schuld an meiner Seite ein neues ewiges Leben beginnen. Das ist das Geburtstagsgeschenk, was Gott jedem Menschen macht.
Jetzt haben wir dieses Geburtstagsgeschenk, ja, das ist das Angebot, und stellen es oben auf das Sideboard. Und nächsten Sonntag überlegen wir uns, wie wir es auspacken. Wie wird dieses Angebot meins? Oder mit der Frage eines Justizvollzugsbeamten aus der Bibel, dem Kerkermeister in Philippi: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Und darüber reden wir dann nächsten Sonntag.

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