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SoBS 2026 1Kor 10,14-33 (1/2)

Predigt Anton Weidensdörfer
28.07.2026
SerieTeil 1 / 2SoBS 2026 1Kor 10,14-33
Warum manche Dinge deine Seele stumpf machen: Paulus warnt vor unsichtbaren Einflüssen, die du oft erst merkst, wenn deine Beziehung zu Gott bereits leidet. Fliehen statt flirten mit dem Bösen.
Sommerbibelschule 2026. Es geht weiter im 1. Korintherbrief. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich darf euch zwei Wochen lang die Predigten der Sommerbibelschule 2026 präsentieren.
Ich habe am Anfang eine Frage an dich: Wie dankbar bist du eigentlich, dass du in Deutschland wohnst im Jahr 2026?
Ich will dir mal etwas dazu sagen. Stell dir vor, du hättest vor ungefähr 150 Jahren gelebt und hättest eine Operation gehabt. Die Wahrscheinlichkeit wäre sehr, sehr hoch gewesen, dass du infolge dieser Operation eine Blutvergiftung bekommen hättest. Und es wäre gar nicht gering gewesen, dass du an dieser Blutvergiftung gestorben wärst. Denn noch so bis Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts wussten Ärzte noch nichts über Keime. Sie wussten noch nichts über Infektionen. Und sie dachten sogar, dass eine Entzündung mit Eiter zum Heilungsprozess dazugehört.
Deswegen hat man sich auch nicht die Hände desinfiziert. Man hat OP-Besteck nicht gereinigt. Man hat sich, nachdem man Leichen seziert hatte, nicht die Hände gewaschen. Man hat Verbandsmaterial wiederverwendet. Und so kam es, dass viele Leute nach Operationen, die vielleicht gut verliefen, an Sepsis gestorben sind.
Es gab einen ungarischen Geburtshelfer, der als Erster in Wien in einem Krankenhaus auf den Gedanken kam, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Paradoxerweise hat man ihn für dumm erklärt, und er ist am Ende in einer Anstalt für Geisteskranke gelandet. Ein englischer Chirurg hat dann 1865 den Zusammenhang noch einmal dargestellt und Versuche gemacht, mit einfachen Mitteln OP-Besteck zu reinigen. Und wisst ihr was? Die Sterblichkeit nach den Operationen ging um ein Drittel zurück.
Warum erzähle ich euch das? Ich finde, es ist ein super Bild dafür, dass man von etwas umgeben sein kann, das man nicht sieht, und weil man keine Ahnung davon hat, Fehler macht, die im Leben wirklich etwas ausmachen. Und du kannst nicht einfach, nur weil du sagst: Ich sehe das ja nicht, sagen: Das tut mir nichts. Es ist da. Und die Frage ist: Nimmst du es ernst?
Und damit sind wir zurück im 1. Korintherbrief. Paulus schreibt ja diesen Korintherbrief, und er redet in den letzten Kapiteln viel über das Thema Götzenopfer und Götzenfleisch. Und ein Stück weit ging es den Korinthern genauso wie den Ärzten Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie gingen davon aus: Es ist nur das wirklich wahr, was wir gerade sehen. Und von dem, was wir keine Ahnung haben, kann uns auch nichts tun.
Und Paulus geht jetzt an dieses Thema heran und redet mit ihnen noch einmal ganz tief über das Thema Götzendienst. Meine Predigt heute ist überschrieben mit dem Titel: Wie gehe ich um mit dem Götzendienst in meiner Umwelt?
Ich werde zwei Punkte für dich haben, die sich vom Text ergeben. Gehen wir durch den Text, 1. Korinther 10,14 bis 11,2. Das Erste wird sein: die Gefahr des Götzendienstes. Der zweite Punkt wird sein: die Notwendigkeit der Umkehr. Und mein dritter Punkt: Was ist wahrer Gottesdienst?
Und komm noch einmal zu dem Vers aus Kapitel 8. Den habt ihr schon gelesen in der stillen Zeit. Da ging es schon mal um das Thema Götzenopferfleisch. Schönes Wort übrigens. Also wenn du irgendwann mal die Aufgabe bekommst, ein langes Wort zu schreiben, das sich nicht im Duden findet, dann kannst du so etwas nehmen. Das ist richtig gut.
Und jetzt sagt Paulus dazu: Was nun das Essen von Götzenopferfleisch betrifft, so wissen wir, dass es keinen Götzen in der Welt gibt und dass kein Gott ist als nur einer.
Er sagt also den Korinthern ganz deutlich: Diese Götter, die euch umgeben, diese ganzen Kulte, diese Götter sind eigentlich gar keine Götter. Und dieses Fleisch, das dort geopfert wird, das wird nicht magisch aufgeladen. Das ist sozusagen am Ende trotzdem noch Fleisch. Und er sagt: Du kannst es ruhig essen.
Aber er macht eine Einschränkung. Und Jenny hat es wunderbar zusammengefasst, indem sie es in einen Satz gebracht hat: Das Essen von Götzenopferfleisch wird an der Stelle tabu, wo eine religiöse Intention dahintersteht.
Und was das bedeutet, möchten wir uns jetzt noch einmal genauer angucken, weil Paulus jetzt tiefer in dieses Thema hineingeht und noch einmal tiefer erklärt, was es mit Götzenopfer, Götzenopferfleisch und den ganzen Sachen auf sich hat.
Du musst verstehen: Eine Stadt wie Korinth, da war der Götzenopfertempel das Zentrum des sozialen Lebens. Das war so tief im Denken der Kultur drin. Es gab so viele Götter, es gab Mysterienkulte, wo du irgendwie in Specialkreise reingekommen bist, mit Specialwissen. Es gab einen Kaiserkult. Es gab überall Tempel. Und es war total normal, in den Tempel zu gehen, dort zu opfern und dort zu essen.
Es wurden Opferzeremonien in diesen Tempeln veranstaltet, und das Fleisch, das dann übrig war, hat der Opfernde bekommen. Und er konnte das dann dort irgendwo im Tempel essen. Und wenn du sozusagen in dieser Zeit ins Restaurant gegangen bist, dann hast du dich irgendwo im Tempel getroffen und Fleisch gegessen, das aus diesen Opferzeremonien war.
Du kannst dir das so vorstellen, dass die Mitte des sozialen Lebens in dieser Stadt dort stattgefunden hat. Die Geburtstagsfeier deines Vaters, das Treffen deiner Innung, dein Sportverein, keine Ahnung, die haben sich alle dort getroffen. Wenn du wirtschaftlich irgendeinen Deal machen wolltest, hast du dich dort zum Geschäftsessen getroffen.
Und jetzt könnten die Korinther ganz einfach gegenüber Paulus argumentieren. Die könnten ja sagen: Uns ist das ja klar, Paulus, wir sollen nicht an so einer Götzenopferzeremonie teilnehmen, wo das Tier dann irgendwie direkt geopfert wird. Aber ganz ehrlich, Paulus, wenn wir danach so ein bisschen Fleisch im Tempel essen, komm, du hast uns doch gerade erklärt, dass diese Götter sowieso keine Götter sind, dass es die sowieso nicht gibt. Da können wir das doch machen, oder?
Und jetzt beginnt Paulus eine Argumentation. Und er fängt an mit diesem Satz: Darum, meine Geliebten, flieht den Götzendienst.
Und ich mag das, weil das so eine Aussage ist, die nicht heißt: Darum, meine Geliebten, seid mal ein bisschen vorsichtig und legt ein bisschen ab, so wie ihr das so ein bisschen machen könnt, und schaut mal so ein bisschen. Nein, er sagt: Flieht! Haut ab! Das ist etwas sehr Aktives, oder? Fliehen ist etwas Aktives. Das mache ich, wenn Gefahr besteht. Er sagt: Haut ab vor dem Götzendienst.
Er fordert die Korinther zu einem sehr radikalen Schritt auf. Er sagt ihnen: Dieser Götzentempel, das ist nicht mehr der Ort, wo ihr sein werdet. Ihr werdet dort auch nicht mehr essen. Und merke: Das hat Konsequenzen. Für die Korinther hat das Konsequenzen. Soziale Konsequenzen, wirtschaftliche Konsequenzen, familiäre Konsequenzen.
Und jetzt könnten die Korinther ja entgegenhalten und sagen: Ach, Paulus, wir wissen doch, dass es gar keine Götzen gibt. Mein Bester, entspann dich doch mal ein bisschen. Ich meine, es geht doch nur um ein bisschen Fleischessen im Tempel. Ich meine, du kannst doch jetzt nicht unser gesamtes soziales und gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben hier befehlen, dass wir uns davon fernhalten.
Und deswegen beginnt Paulus jetzt mit seiner Argumentation. Und er beginnt mit seiner Argumentation, und im Hintergrund seiner Argumentation steht ein Bibeltext aus dem Alten Testament, das ist 5. Mose 32. Und er beginnt jetzt genau so zu argumentieren, wie Gott gegenüber Israel argumentiert hat. Und das merkt man schon im ersten Satz. Er sagt: Ich rede zu Verständigen, urteilt ihr, was ich sage.
Also: Ihr Korinther, ihr haltet euch immer für besonders klug. Ich rede jetzt zu Leuten, die sich für klug halten. Jetzt strengt eure Birne an und folgt meiner Argumentation. Und wenn ihr wirklich verständig seid, werdet ihr sie verstehen. Es ist interessant: Gott sagt im Alten Testament zum Volk Israel etwas fast Gleiches. Er sagt: Wenn sie weise wären, würden sie es verstehen. Also er fordert sie nicht nur auf, und jetzt beginnt er mit seiner Argumentation.
Und er sagt Folgendes: Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot.
Paulus beginnt ganz anders, als wir erwarten würden. Er beginnt jetzt mit dem Abendmahl. Er redet über das Abendmahl, und wenn er hier sagt: der Kelch, den wir segnen, dann heißt das einfach: der Kelch, für den wir Gott Danke sagen. Dieses Abendmahl, wir sagen Gott Danke und wir nehmen es an.
Und er beschreibt jetzt, was beim Abendmahl passiert. Ich habe dir das jetzt mal in die Grafik gebracht. Was sagt Paulus? Paulus sagt: Du nimmst am Abendmahl teil. Du nimmst Brot und Kelch. Das ist eine sichtbare Handlung, die du tust. Wir werden heute übrigens auch Abendmahl feiern, da kannst du das dann auch machen.
Und diese sichtbare Handlung an und für sich ist nur eine Handlung. Aber sie stellt sich auf eine unsichtbare, tiefere Wirklichkeit. Denn hinter diesen Symbolen von Brot und Kelch steht die Wirklichkeit, dass Jesus Christus geopfert wurde, dass er seinen Leib und sein Blut gegeben hat.
Und wenn du das Abendmahl nimmst, dann nimmst du sozusagen Anteil an diesem Opfer von Jesus und stellst dich auf eine unsichtbare Wirklichkeit dahinter. Und tatsächlich ist dahinter die Botschaft des Evangeliums, dass du dort, wo du durch das Opfer von Jesus das angenommen hast, in eine Gemeinschaft mit Gott kommst. Dass du eine Beziehung zu Gott hast, dass Gott zu deinem Vater wird und dass du eine Beziehung zu Christen hast, sozusagen eine neue Familie.
Und es ist ganz interessant, was Paulus hier sagt. Er sagt sozusagen: Da gibt es eine sichtbare Handlung, aber diese sichtbare Handlung ist nur ein Symbol. Das Abendmahl, also Brot und Kelch an und für sich, haben keine besondere Wirkung. Einfach nur in dem Traubensaft und Wein oder dem Brot an und für sich ist nichts Besonderes. Das ist ein Symbol.
Aber dieses Symbol stützt sich auf eine unsichtbare Wahrheit. Und diese Wahrheit ist real. Und diese Wahrheit ist eine Wahrheit, die Beziehung schafft. Im Abendmahl bringst du zum Ausdruck: Ich habe Gemeinschaft mit Gott, ich gehöre zu Gott, und ich gehöre zu denen, die hiermit zusammen sind.
Und weißt du was? Gott nimmt das ernst. Im nächsten Kapitel wird Paulus uns beschreiben, dass die Korinther das nicht ernst genommen haben, dass die Gemeinschaft im Abendmahl auch eine Gemeinschaft mit den anderen ist. Und Gott hat sich sogar gerichtet, und Leute aus der Gemeinde sind gestorben, weil sie das Abendmahl nicht ernst genommen und ihre Mitchristen verachtet haben. Also Gott nimmt diese geistliche Realität hinter dem Abendmahl total ernst.
Also: Das Abendmahl ist ein symbolisches Essen, bei dem Gott einlädt. Brot und Wein haben keine Wirkung. Aber du stellst dich wie mit einem geistlichen Bekenntnis dabei auf die Wahrheit dahinter, und die hat Kraft.
Und das Prinzip, was Paulus deutlich macht, ist: Eine symbolische Handlung, die an und für sich neutral ist und an und für sich keine Kraft hat, bekommt aber durch das, worauf du dich stellst, auf einmal eine Wirkung.
Und jetzt geht Paulus einen Schritt weiter und geht zurück ins Alte Testament und macht dasselbe Prinzip noch einmal auf: Seht auch das Israel nach dem Fleisch: Sind nicht die, welche die Schlachtopfer essen, in Gemeinschaft mit dem Altar?
Wie war das im Alten Testament? Es gab einen Priester, der hat geopfert, und du hast dein Opferfleisch zurückbekommen, hast es genauso im Tempel gegessen, vielleicht mit deiner Familie. Und jetzt sagt Paulus: In dem Moment, wo du dieses geopferte Fleisch, das du gerade zum Schlachtopfer gebracht hast, und du bist mit deiner Familie jetzt schön da und isst, passiert etwas. Du isst das, und dadurch hast du eine Beziehung.
Das ist wieder so eine sichtbare Handlung. Du hast eine Beziehung zu dem Tempel, zu dieser Opfergeschichte und am Ende eine Gemeinschaft mit Gott. Es ist wieder dasselbe: eine symbolische Handlung, die sich auf eine tiefere Wahrheit stellt.
Und jetzt langsam ahnen die Korinther wahrscheinlich, worauf Paulus mit seiner Argumentation hinaus will. Denn jetzt fängt er wieder an, von dem Götzenopfer um sie herum zu reden. Und er sagt zu ihnen Folgendes: Was sage ich nun? Dass das einem Götzen Geopferte etwas sei oder dass ein Götzenbild etwas sei? Nein, sondern dass das, was sie opfern, sie den Dämonen opfern und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft mit den Dämonen habt.
Wow, so ein Bibelvers! Der würde sich total anbieten für so eine Karte oder für deinen Instagram-Status. Oder den verschenkt man mal zum Geburtstag als Segenswunsch. Das ist doch mal etwas, oder? War mal etwas ganz anderes als Philipper 4,13 oder so, keine Ahnung. Naja, gut. Mach einfach mal. Oder auch nicht.
Was meint Paulus jetzt damit? Was er sagt, ist ziemlich krass. Er sagt: Da ist etwas, ihr lieben Korinther, was sich ziemlich harmlos für euch anfühlt. Ihr denkt: Das ist ja nichts weiter, die Götzen sind ja sowieso tot, ist doch nur so ein bisschen Fleischessen. Und er sagt: Wartet mal, wartet mal. Das wird geopfert, Göttern, aber hinter diesen ganzen Kulten stehen wirklich geistliche Mächte. Die Götter sind nichts, aber dahinter stehen geistliche Mächte, dahinter stehen Dämonen. Und in dem Moment, wo ihr an der Opferzeremonie für diese Gottheiten teilnehmt, kommt ihr in Gemeinschaft mit diesen Dämonen.
Und das ist eine andere Nummer, oder? Was Paulus hier sagt. Und ich finde es wirklich krass. Und vielleicht ist deine erste Frage, die jetzt kommt: Kann denn ein Christ von einem Dämon besessen sein? Gute Frage, oder?
Ich möchte euch noch einmal an diesem Schaubild zeigen, was wir gerade gesehen haben: Die symbolische Handlung des Abendmahls stellt sich auf die geistliche Wahrheit des Kreuzes dahinter und auf die Gemeinschaft mit Gott. Und Paulus sagt: Dasselbe Prinzip zählt für die Götzenopfer. Das Essen des Götzenopferfleischs mit Bezug zum Altar, also mit Bezug im Götzentempel, bringt dich in Gemeinschaft mit den Dämonen.
Und jetzt kommt diese Frage: Kann ein Christ besessen sein? Hier geht uns das Problem an dieser Frage. Kann ein Christ besessen sein, ist die Frage an und für sich, die ist ein bisschen schräg gestellt, weil das Wort besessen, was wir gerne nutzen, immer so wirkt, als würde jemand unter eine volle Kontrolle von irgendetwas kommen. Und du hast vielleicht so viele komische Filme geguckt. In dem Sinne kann ein Christ nicht besessen sein, dass er voll dem Bösen gehört. Das geht nicht. Ein Christ gehört Gott, der hat den Heiligen Geist. Du kannst nicht dem Bösen wiedergehören. Du bist versetzt vom Reich der Finsternis ins Reich von Christus.
Aber, und das macht die Bibel deutlich, durchaus kann ein Christ auch unter den Einfluss von bösen Geistern kommen, wenn er es selber zulässt. Und das lesen wir in der Bibel. Das lesen wir, wenn wir nicht vergeben, dass wir dem Teufel Raum geben. Das lesen wir bei Hananias und Saphira, die nicht bereit waren, ehrlich zu sein, und Gott sagt, dass der Satan das Herz erfüllt hat. Das lesen wir an anderen Stellen, ich komme dann später noch einmal dazu im Jakobusbrief. Und das lesen wir hier: Du kannst sozusagen in die Gemeinschaft mit Dämonen kommen. Du kannst unter ihren Einfluss kommen, und das wird immer Auswirkungen auf dein Leben haben.
Paulus sagt: Flieht den Götzendienst. Er meint das sehr ernst. Es wird Auswirkungen auf dein Leben haben, und als Allererstes auch auf deine Gottesbeziehung. Erinnert ihr euch an diese Ärzte aus dem 19. Jahrhundert, die einfach die Umwelt um sich nicht gekannt haben, die unsichtbare Realität? Es hatte trotzdem Einfluss auf sie.
Das Gute ist: Du bist ja zur Sommerbibelschule, du stellst dich ja solchen schwierigen Themen. Und ich will jetzt einfach mal die Frage stellen: Kann es sein, dass auch für uns heute uns Dinge geistlich negativ beeinflussen?
Es kann ja sein, dass du sagst: Haken dran, bei mir gibt es keinen einzigen antiken Tempel in der Stadt, ich war noch nie zu einer Götzenopferfeier, richtig gut, klasse, endlich mal ein Thema aus dem 1. Korintherbrief, was nicht meins ist, juhu. Ja, aber ist es wirklich nur das? Ich stelle dir jetzt ein paar Fragen. Okay, ich stelle dir jetzt ein paar Fragen, und du darfst sie für dich selbst verantworten.
Kannst du Videospiele spielen, die sich um Dämonen, Geister und Monster drehen, die das Böse verherrlichen, die Mord und Brutalität verherrlichen? Kannst du das spielen und dich freuen am Bösen, ohne dass es Eindruck auf dich hat? Kannst du das?
Kannst du in ein Yoga-Studio gehen und dort Übungen machen, die eigentlich den Weg zur spirituellen Erleuchtung und der Vereinigung mit dem Göttlichen darstellen? Kannst du das machen? Kannst du an einem Anbetungsritus einer anderen Religion teilnehmen, ohne dass es auf dich Auswirkungen hat?
Kannst du dich zu Halloween als das pure Böse verkleiden und das Böse feiern, ohne dass das etwas mit deiner Gottesbeziehung macht?
Kannst du auf Konzerte gehen, in denen du weißt, dass eine Band im Mittelpunkt steht, die offen und klar das Böse feiert, Obszönität, Brutalität und das Böse, und bei der Musik tanzen und abgehen, ohne dass du gleichzeitig dieses Böse dadurch anbetest?
Kannst du zu einem Geistheiler oder zu einem esoterischen Wunderheiler gehen, der andere Mächte anbetet, um deinem Körper zu helfen, ohne dass es etwas mit dir macht? Kannst du das?
Kannst du an einem Gottesdienst einer anderen Religion teilnehmen, ohne dass es Einfluss auf dich hat?
Kannst du aus Spaß und Spiel okkulte Dinge tun, nur so zum Spiel, ohne dass es etwas mit dir tut?
Kannst du brutale Filme oder abgrundtief brutale Pornos schauen, ohne dass es etwas mit dir macht?
Paulus sagt: Wir sollen das Thema ernst nehmen. Und ich sage dir: Nimm das ernst. Denn Paulus geht es hier nicht darum, und das werden wir gleich noch dazu kommen, Angst zu machen vor Dämonen. Aber er warnt uns davor, an irgendeinem Akt teilzunehmen, wo das Böse angebetet wird. Und er sagt: Dahinter stehen Mächte, und die Mächte sind real.
Und das sagt er jetzt gleich noch einmal. Ich möchte euch diese Folie erst noch einmal einblenden, weil ich glaube, dass sie uns ein bisschen helfen kann, ein bisschen etwas in Bezug auf die geistliche Welt zu klären. Das ist eine Zusammenfassung dessen, was die Bibel über die geistliche Welt lehrt.
Und die Bibel lehrt uns, dass es so drei Ebenen gibt. Es gibt die ewige himmlische Welt Gottes. Die ist ewig. Dort ist Gott, der dreieine Gott. Und wenn du Christ bist, dann hast du dort übrigens deinen Sitz. Dann besitzt du mit Christus das Recht Gottes, das ist dein eigentliches himmlisches Zuhause, die ewige geistliche Welt.
Und dann gibt es zwei geschaffene Welten: eine unsichtbare geistliche Welt und eine sichtbare geschaffene Welt. Und in dieser unsichtbaren geistlichen Welt gibt es Geisteswesen, die sind jetzt hier. Da gibt es Engel, da gibt es Dämonen, die sind jetzt hier, auch wenn du sie nicht siehst. Sie sind jetzt da, weil sie zu dieser geschaffenen Welt gehören.
Und in der sichtbaren Welt, da gibt es auch zwei Gruppen von Menschen, die Gott einteilt. Da gibt es die, die nicht an Jesus glauben, die nicht zu seinem Reich gehören, und die stehen unter der Herrschaft des Bösen. Aber wenn die es vielleicht selber gar nicht so sagen würden oder so sehen würden, der Epheserbrief macht das ganz deutlich: Die stehen unter der Herrschaft des Fürsten der Luft.
Und dann gibt es die Leute, die aus diesem Reich der Finsternis herausgekauft sind. Die gehören schon jetzt, obwohl sie in dieser Welt leben, zu Jesus. Die haben den Heiligen Geist, die haben Befreiung erlebt, die gehören zu einer anderen Welt. Und wenn du an Jesus glaubst, gehörst du schon jetzt zu einer anderen Welt.
Aber trotzdem bin ich zutiefst davon überzeugt, dass der Feind dich nicht mehr reißen kann aus diesem Reich heraus. Wenn du einmal in Christus bist, bist du in Christus. Das ist meine Überzeugung. Aber trotzdem kann dieser Feind dich immer noch belügen, er kann dich betrügen, er kann dich täuschen, und er kann einen gewissen Einfluss auf dich haben und dich damit lähmen und deine Gottesbeziehung lähmen, wenn du nicht bereit bist, dich konsequent von Dingen zu lösen, die mit ihm zu tun haben.
Und das ist, worum es Paulus geht. Er sagt: Ich will nicht, dass ihr mit diesen Dämonen Gemeinschaft habt. Und er macht es jetzt noch einmal ganz deutlich. Er sagt: Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken, jetzt ist es wieder das Abendmahl, ihr könnt euch nicht zu Jesus bekennen und den Dämonenkelch trinken. Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn sitzen und damit zum Ausdruck bringen: Ich gehöre zu Gott, ich habe Gemeinschaft mit ihm, und gleichzeitig am Tisch der Dämonen.
Und jetzt bringt er das Hammerargument. Er sagt: Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen? Sind wir etwas stärker als er?
Es ist sehr interessant, was Paulus hier sagt. Er macht gar keine Angst vor den Dämonen. Er sagt: Wenn du dich auf geistlich falsche Dinge in deinem Leben einlässt, machst du dir Gott zum Gegner. Du machst dir Gott zum Gegner.
Was bedeutet das? Verlierst du gleich mein Heil, weil ich ein Computerspiel gespielt habe, was so war? Darum geht es hier Paulus gar nicht. Paulus redet im 1. Korintherbrief hier überhaupt nicht über diese Frage. Er hat vorher schon mal in Kapitel 6 das geklärt. Er hat gesagt: Früher wart ihr Götzenanbeter, und da wart ihr alles Mögliche Schlimme. Und dann sagt er zu ihnen: Aber heute, das sind manche von euch gewesen, das war eure Identität, Götzenanbeter zu sein und sonst welche Dinge. Und sagt: Aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt. Ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.
Also sagt: Deine Identität in Jesus ist klar. Es gibt ein deutliches Früher und ein deutliches Jetzt. Und es wird sich nicht in allererster Linie daran definieren, dass du dich besser benimmst, und daran, welche Rolle Christus in deinem Leben spielt. Seine Frage ist nicht: Fallen die jetzt aus dem Heil? Seine Frage ist: Was macht es mit ihrer Gottesbeziehung?
Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den du jetzt verstehen musst. Dieser Text aus 1. Korinther 10 baut auch auf 5. Mose 32. Und ich möchte mit euch mal hineinschauen, wie Gott in 5. Mose 32 reagiert auf den Götzendienst Israels, und ihr werdet staunen, welche Parallelen da sind. Da steht nämlich: Sie reizten ihn zur Eifersucht durch fremde Götter, durch Gräuel tränkten sie ihn. Und da kommt derselbe Gedanke vor: Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind. Und dann sagt er: Er sprach: Ich will mein Angesicht vor ihnen verbergen, ich will sehen, was ihr Ende ist. In einer Generation voller Verkehrtheit sind sie Kinder, in denen keine Treue ist.
Was bedeutet das, dass du Gott zum Feind hast, wenn du dich mit geistlich falschen Dingen einlässt? Es bedeutet, dass deine Beziehung zu Gott massiv still wird. Er bleibt treu, sagt Paulus vorher. Gott ist treu. Aber deine Beziehung zu Gott wird massiv eingeschränkt. Du wirst nicht die Freude erleben in Jesus. Du wirst nicht die Freiheit in Jesus erleben. Du wirst gebunden sein. Gott wird ein Stück weit sein Angesicht von dir abwenden und sehen, wie es mit dir ausgeht. Nicht, um da zu sitzen mit der Tüte Chips und zu gucken: Mal sehen, wo das hingeht. Sondern mit dem Ziel, dich zur Buße und zur Umkehr zu bringen.
Aber Gott lässt uns manchmal die Folgen unserer geistlich falschen Entscheidungen spüren, damit wir wieder zu ihm umdrehen. Verhülltes Angesicht.
Ich will das jetzt mal auf uns heute beziehen. Wie sieht es heute aus? Ich möchte es mal an den Beispielen machen, an ein paar Beispielen, die ich gerade genannt habe. Jetzt erzähle ich Beispiele, die ich alle entweder selbst erlebt habe oder aus erster Hand weiß, okay? Beispiele, wo Christen in ihrer Gottesbeziehung wirklich massiven Schaden erlitten haben, weil sie sich auf geistlich falsche Dinge eingelassen haben.
Ich kannte einen jungen Mann, der war ein mega unzuverlässiger Mitarbeiter. Die aber tief in Sünde verstrickt waren. Ich habe immer gedacht: Wie kann das denn sein? Bei dem Elternhaus, aus dem er kommt, bei dem, wie sich seine Freunde entwickeln. Und irgendwann hat er mir erzählt, welche Computerspiele er spielt, und die waren zutiefst dämonisch, zutiefst okkult. Und ich habe mir gedacht: Ist doch klar. Wenn du dir jeden Tag Okkultismus pur reinziehst, wie willst du eine freudige, wachsende Jesusbeziehung haben? Du kannst nicht an beiden Tischen essen. Geht nicht.
Das war’s für heute. Die Sommerbibelschule findet nächstes Jahr vom 8. bis 14. August in Volkenroda statt. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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