Serie•Teil 1 / 18Die Offenbarung des Johannes
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einführende Orientierung für die gemeinsame Woche
Okay, so, guten Morgen zusammen. Es ist super, bei euch zu sein. Jetzt fängt der Winter wieder richtig an, und die Woche ist schön. Mir kommt vor, der Winter hat ja erst letzte Woche begonnen, darum wird er dieses Jahr besonders kurz. Aber das ist okay.
Diese Woche haben wir 18 Stunden zusammen. Die Vormittagsstunden sind ja ein bisschen kurz, sie dauern nur dreiviertel Stunde, also fünfundvierzig Minuten. Dafür ist die Abendstunde ein bisschen länger, sie dauert eine Stunde und ein Viertel oder so. Und so haben wir tatsächlich 18 Stunden, und da sollte man das mit dem Buch der Offenbarung hinkriegen.
Ihr bekommt gerade Zettel ausgeteilt. Insgesamt bekommt ihr dann ungefähr 35 oder so. Unten steht immer eine Zahl dabei, unten in der Mitte. Das ist die Seitenzahl, damit ihr nicht durcheinanderkommt. Es soll auch einfach ein Leitfaden sein durch diese Woche hindurch, wo ich ein bisschen helfen möchte.
Ich möchte nur anfangs ein paar einleitende Sachen sagen, nur ein paar Minuten. Und zwar vielleicht für die, die mich gar nicht kennen: Lutz hat meinen Namen schon gesagt, aber ich bin jetzt schon fast 18 Jahre verheiratet. Ich habe eine extrem liebe Frau, die Hannelore. Sie macht zuhause die Frühstückspension, da ist sie jetzt beschäftigt. Und wir haben auch drei Kinder, die sind jetzt 14, 13 und 9: Lukas, Lisa und Eva.
Ich bin seit 15 Jahren am Dauernhof, dem anderen Fackelträgerzentrum in Schladming. Und da haben wir zurzeit keine Bibelschulen oder so, sondern zurzeit Skifreizeiten, 15 Stück hintereinander. Kommende Leute, ich habe da zwölf Skilehrer. Wir fahren mit den Gästen den ganzen Tag Ski, erzählen ihnen von Jesus auf der Piste, und in der Früh und abends haben wir Bibelunterricht. So funktioniert das den ganzen Winter über, das ist zurzeit so.
Schladming ist ja bei der Planei. Da ist morgen dieser große Nachtslalom. Und das Zaunhofzentrum ist direkt im Zaun drinnen, weil wir direkt da beim Zielhang wohnen. So ist es ein ganz idealer Platz eben für diese Skifreizeiten.
Gut, das genügt einmal. Mehr will ich gar nicht dazu sagen. Wir lernen uns noch ein bisschen mehr kennen im Laufe dieser Woche.
Grundannahmen für das Bibelstudium
Einleitend nur ein paar Worte, und zwar erstens: Wenn wir jetzt diese Woche das Buch der Offenbarung studieren, werde ich mir keine Zeit nehmen, zu argumentieren, ob die Bibel das Wort Gottes ist. Diese Woche setze ich das einfach voraus. Das wäre zwar auch ein gutes Thema: Warum ist die Bibel das Wort Gottes? Aber das wird nicht das Thema dieser Woche sein. In meinem Unterricht setze ich diese Woche also voraus, dass es das Wort Gottes ist. Ich werde keine Zeit darauf verwenden, darüber zu reden.
2. Timotheus 3,16 ist eine bekannte Stelle. Die 3,16 müsst ihr euch merken, gell? Johannes 3,16, Maleachi 3,16 usw. Die 3,16 hat man also schon gut gewappnet. Aber in 2. Timotheus 3,16 lesen wir: „Alle Schrift“, das heißt, alle Schrift, darunter ist auch das Buch der Offenbarung, „ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung und zur Unterweisung in der Gerechtigkeit.“ Also, ich setze dies einmal voraus.
Im zweiten Petrusbrief lese ich vielleicht noch einen Vers. In 2. Petrus 1,21 lesen wir: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist.“ Also, das ist die Voraussetzung.
Zweitens werden wir versuchen, wenn wir das Buch der Offenbarung lesen, die Bibel mit der Bibel auszulegen. Das heißt: Im Buch der Offenbarung haben wir Dutzende von Symbolen, wir haben viele Zahlen darin, wir haben viele Bilder, und wir versuchen, all diese Bilder und Zahlen mit der Schrift zu interpretieren, das heißt mit den anderen 65 Büchern. Ihr wisst ja, die Bibel hat 66 Bücher, 39 im Alten und 27 im Neuen Testament. Eins davon ist das Buch der Offenbarung, und wir versuchen, das eine Buch mit den anderen 65 zu verstehen.
Wir werden dann auch immer Zeit für Fragen haben. Und ich würde sagen, es wäre super, wenn ihr Fragen habt, dass ihr sie euch notiert und am Abend dann fragt. Denn die Morgenstunden sind ziemlich kurz, dann kommen wir nicht weiter. Am Abend haben wir immer am Schluss des Abendunterrichts noch Zeit für Fragen. Dann nehmen wir uns nur eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, was immer nötig ist, und dann können wir die Sachen behandeln, die für diejenigen interessant sind, die es interessiert.
Eins noch möchte ich euch sagen: Heute habt ihr das ja nicht gewusst, aber bitte lest am Nachmittag oder am Abend die kommenden zwei oder drei Kapitel zweimal durch. Das wäre super, wenn ihr das macht. Das heißt, wenn wir dann morgen starten, am Dienstag, dann habt ihr bereits die drei Kapitel gelesen, die wir dann morgen durchnehmen. So ungefähr soll das funktionieren, dann tun wir uns leichter.
Ich habe euch eben auch diese Übersichten gegeben. Und ich lege dieselben auch immer auf den Overhead, weil das so unsere Handelsstange sein wird, an der wir uns entlanghangeln, damit wir nicht den Überblick verlieren über diese achtzehn Stunden.
Arbeitsweise, Übersetzung und Bedeutung des Titels
Noch eins: Manchmal werde ich nicht lehren, sondern nur einen Gedankenanstoss geben. Und für die, die es interessiert, können dann selber weiter studieren. Denn wenn ich alles lehre, dann sind wir nie fertig. Manches werde ich, vor allem das Schwierige, aber manchmal gebe ich nur einen Anstoss, damit ihr dann selbst weitermachen könnt.
Ich lese übrigens aus der Elberfelder Übersetzung, weil das die inspirierte ist. Und nur damit ihr wisst: Es klingt ein bisschen anders. Im Prinzip ist es egal, welche Übersetzung du hast, Luther, Gute Nachricht, Hoffnung für alle oder Zürcher, was immer es ist. Es ist egal. Nur damit du weisst, ich habe halt zufällig die Elberfelder, und deshalb klingt es manchmal ein bisschen anders.
Gut, dann jetzt zum Buch der Offenbarung. Offenbarung ist das griechische Wort Apokalypsis, habt ihr vielleicht schon gehört. Apokalypsis heisst im Wörterbuch, wenn du nachschaust, Enthüllung. Das ist, was es heisst. Und Apokalypse wird heute, wenn du so einen Film im Fernsehen schaust, meistens für die katastrophalen Ereignisse am Ende der Zeit verwendet. Das stimmt auch zum Teil, aber es ist ein bisschen zu eng.
Apokalypsis heisst die Offenbarung von Gottes Heilsplan. Nicht nur ein paar Katastrophen am Ende, sondern der gesamte Heilsplan Gottes wird hier enthüllt: Apokalypsis. Das lateinische Wort dafür ist Revelatio. Darum heisst es auf Englisch The Book of Revelation, etwas offenbaren.
Das Buch als offener Zugang zu biblischen Bildern
Gut, und dann fangen wir jetzt gleich mit unserer Übersicht an, und zwar erstens: Das Buch der Offenbarung ist kein versiegeltes Buch, sondern ein offenes Buch.
Schlagt bitte gleich Offenbarung 22,10 auf. Manchmal habe ich die Verse auch dazugeschrieben, dann fällt es euch leichter. Übrigens: Die Zettel nehmt ihr auch als Notizen, die ihr dazuschreibt. Ich möchte euch aber noch mehr ermutigen, Notizen in die Bibel hineinzuschreiben. Die Bibel ist kein unantastbares Buch. Mainz ist inzwischen ein totaler Fetzen, die können keine ordentlichen Bibeln mehr binden. Aber schreibt hinein, weil die Bibel habt ihr sehr oft dabei. Diese Unterlagen dagegen enden dann bei euch irgendwo in einem Kästchen. Die schaust du vielleicht noch einmal an, die meisten von euch aber nie mehr. Darum ist es besser, in die Bibel hineinzuschreiben, als auf die Zettel da. Aber fühl dich frei, auch die Zettel als Hilfe zu gebrauchen.
Offenbarung 22,10: Und er spricht zu mir, das ist das letzte Kapitel: „Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches; denn die Zeit ist nahe.“ Das heißt, die Worte dieses Buches sind nicht versiegelt. Das heißt, jeder Christ sollte diese Worte verstehen. Es ist kein versiegeltes Buch, sondern ein offenes Buch. Das ist wichtig für den Anfang. Wir lesen da kein versiegeltes Buch, das keiner kapieren kann, sondern dieses Buch ist so geschrieben, dass es jeder verstehen kann.
Es gibt Zeiten, da hat es Bücher gegeben, die waren versiegelt. Die konnte man nicht verstehen. Wenn du zum Beispiel Daniel 12,9 liest, im Alten Testament, dann siehst du, dass Daniel ja auch unglaubliche Visionen hatte. In Daniel 12,9 lesen wir: Und er sagte: Geh hin, Daniel; denn die Worte sollen geheim gehalten und versiegelt sein bis zum Zeitende. Das heißt, es gab Worte in der Bibel, die wurden über eine gewisse Zeit versiegelt. Die konnte niemand verstehen. Das Buch der Offenbarung ist nicht ein solches Buch.
Zweitens: Wie verstehen wir dieses Buch? In diesem Buch haben wir viele Symbole, Zahlen und Bilder. Und was wir jetzt tun werden in den nächsten 18 Stunden, ist: Wir werden die anderen 65 Bücher überall suchen, wo wir die Erklärung zu diesen Bildern finden. Das heißt, wenn du und ich, wenn wir fließend wären im Alten Testament, wenn wir das Alte Testament auswendig kennen würden, dann wäre das Buch der Offenbarung ein völlig offenes Buch. Denn jedes Symbol, jede Zahl, jedes Bild hast du im Alten, zum Teil auch im Neuen Testament erklärt. Und das wird unsere Schatzsuche.
Das heißt, der Grund, warum für viele Christen das Buch der Offenbarung spanisch ist, ist deshalb, weil sie das Alte Testament nicht kennen. Wenn man das Alte Testament kennt, ist es kein versiegeltes Buch mehr. Und so wird diese Schatzsuche darin bestehen, diese Symbole irgendwo in den 65 Büchern zu finden und dann zu deuten.
Nur ein Beispiel jetzt, damit ihr wisst, wovon ich spreche: Lest mal Offenbarung 1,16. Da ist offen eine Beschreibung von Jesus Christus. Wir kommen dann da hin. Offenbarung 1,16: Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor. Das ist eine Beschreibung von Jesus. Aus seinem Mund geht ein Schwert heraus, und ich habe schon Bilder gesehen von Künstlern, die Jesus malen, wo ein Schwert aus seinem Mund kommt. Das ist ja okay, nur das ist nicht gemeint.
Die Schrift zeigt uns nämlich, was damit gemeint ist, mit einem sehr bekannten Vers, sogar in dem Fall Hebräer 4,12. Geht nur ein bisschen zurück: Hebräer 4,12. Den Vers kennen die meisten von uns. Da lesen wir: Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Das heißt, wenn Jesus Christus beschrieben wird mit einem Schwert aus seinem Mund, dann steckt da nicht so ein Steckchen aus seinem Mund, sondern das ist das Wort, das er spricht. Das Wort, das er spricht, ist ein zweischneidiges Schwert. Das ist ein Symbol, das erklärt wird in Hebräer 4,12, und so kannst du es augenblicklich verstehen.
Ein anderes Beispiel gibt es in der Offenbarung, Kapitel 5, nur damit ihr wiederum versteht, was ich meine. Offenbarung 5,5: Da steht nun: Einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen. Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet.
Das heißt, Johannes, auch der Seher genannt, sieht hier einen Löwen, er sieht eine Wurzel und er sieht ein Lamm. Natürlich sieht er keinen Löwen, er sieht auch keine Wurzel, er sieht auch kein Lamm. Das heißt, er sieht Jesus Christus. Aber er beschreibt Christus als den Löwen von Juda, als das Lamm, das geschlachtet ist, und als die Wurzel Davids. Das heißt, es sind Bilder, und du findest diese Bilder erklärt im Rest der Schrift. Okay, damit du weißt, wovon ich spreche.
Zahlen als wiederkehrende Deutungsschlüssel
Das andere sind noch die Nummern. Jede Nummer hat eine Bedeutung, und zwar mehr oder weniger konstant. Diese Bedeutung der Nummer findest du durch die 66 Bücher hindurch.
Zum Beispiel ist die Nummer zwei die Nummer der Einheit zwischen Mann und Frau. Links und rechts, oben und unten – das heißt, etwas Zusammengehöriges wird damit beschrieben.
Die Nummer drei ist zum Beispiel die durchgehende Nummer des dreieinigen Gottes. Eine Einheit, drei ist eine Einheit, die drei Seile und so weiter, wie es in verschiedenen Arten und Weisen beschrieben wird.
Die Nummer vier ist zum Beispiel die Nummer der Schöpfung. Wir haben vier Himmelsrichtungen. Sie wird immer wieder in diesem Zusammenhang durch die ganzen Bücher gebraucht.
Die Nummer sechs ist zum Beispiel die Nummer des gefallenen, sündigen Menschen. Der Mensch ohne Gott hat durchgehend die Nummer sechs.
Die Nummer sieben ist die Nummer der Komplettheit und der Fülle, nicht der Heiligkeit übrigens, weil auch Satan sieben Köpfe hat, aber er ist komplett.
Die Nummer zwölf ist die Nummer der Kinder Gottes oder des Volkes Gottes.
So haben verschiedene Nummern durchgehend verschiedene Bedeutungen. Auch diese findest du in der Schrift, in den Büchern.
Verheißung des Segens und prophetischer Charakter
Drittens auf unserem Zettel: Die Offenbarung ist das einzige Buch in der Bibel, das dir verspricht, dass du gesegnet bist, wenn du es liest. Das tut übrigens kein anderes Buch.
Lest mal Offenbarung 1,3. Da steht: Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und sie bewahren, was in ihr geschrieben steht. Das Wort Glückselig ist ein bisschen ein veraltetes Wort. Es kann heissen: glücklich oder gesegnet.
Gesegnet ist der Mensch, der das Buch der Offenbarung liest. Das tust du jetzt gerade. Du bist gerade ein gesegneter Mensch, weil du gerade liest. Und die, die es hören, sind jetzt auch gesegnet, weil ich rede und du hörst. Schon wieder gesegnet. Und das Dritte ist: die es auch bewahren. Dann bist du dreifach gesegnet.
Kein einziges anderes Buch der Bibel hat die Verfrorenheit zu sagen: Wenn du mich liest, bist du gesegnet. Natürlich bist du bei jedem Buch gesegnet, aber nur das Buch der Offenbarung sagt das so. Ich sage es manchmal ein bisschen so: Das Buch der Offenbarung sagt, Lukas und Maleachi sind schon gut und wichtig, aber wenn du mich liest, bist du gesegnet. Ich bin ein bisschen wichtiger. Nicht direkt jetzt, aber ich sage es halt mal so. Lies mich, und du bist gesegnet.
Darum unterrichte ich übrigens gerne das Buch der Offenbarung. Es verspricht einen besonderen Segen.
Viertens: Die Worte im Buch der Offenbarung sind prophetisch und reden darum auch über die Zukunft der Menschheit. Wir lesen in Offenbarung 1,1: Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Etwas, was bald geschehen muss. Da kommen wir noch hin auf das griechische Wort, das ist ganz interessant.
Dann lesen wir in Vers 3: Glückselig, der da liest und die hören die Worte dieser Weissagung. Andere Übersetzungen haben da Prophetie. Das griechische Wort für Weissagung ist Prophetia, das ist das Wort für Prophetie.
Das heisst, du kannst dir viel Geld sparen. Kauf nie eine Auslegung des Buches der Offenbarung, welche sagt, das Buch ist nicht prophetisch, deutet nicht die Zukunft. Du kannst dir viel Geld ersparen, weil hier steht, es ist prophetisch. Und wenn hier steht, es ist prophetisch, dann ist es prophetisch.
Al Cooper hat einmal gesagt: Wenn das klare Wort der Schrift einen klaren Sinn ergibt, dann suche keinen anderen. Wenn das klare Wort der Schrift einen klaren Sinn ergibt, dann suche keinen anderen. Denn wenn hier steht, dass das Buch der Offenbarung eine Weissagung, eine Prophetie ist, dann ist es eine Prophetie. Du brauchst keinen anderen Sinn zu suchen.
Nun, was heisst Prophetie? Prophetie hat zwei Bedeutungen. Zum einen deutet Prophetie zukünftige Ereignisse, ganz klar. Das ist eine Auslegung oder eine Bedeutung des Wortes Prophetie. Die zweite Bedeutung ist, dass ein Prophet, ein Kind Gottes, das Wort Gottes in die Situation hinein in prophetischer Weise spricht und genau das Problem anspricht, das es zurzeit gibt.
Ich zum Beispiel bete fast vor jeder Predigt, dass Gott meine Worte prophetisch macht. Und es ermutigt mich immer sehr. Es ist nicht so oft, aber ab und zu kommt es vor, dass nach der Predigt ein Mensch nach vorne kommt. Ich reise irgendwo herum, predige da, und dann kommt ein Mensch und sagt: Woher weisst du das?
Dann sage ich: Woher weiss ich was?
Ja, das, was in meinem Leben gerade geschieht.
Er hat gesagt: Ich habe dich noch nie gesehen, ich habe keine Ahnung, was bei dir geschieht.
Ja, aber das, was du gesagt hast, das ist genau meine Lebenssituation.
Das sage ich: Ja, das kommt deshalb, weil Gott Bescheid weiss. Und weil Gott Bescheid weiss, hat er mich gebraucht, um das zu reden. Das ist prophetisch, okay? Das ist nicht besonders weise oder weil man klug ist, sondern das Wort ist prophetisch.
Also, Prophetie hat zwei Bedeutungen: Es deutet in die Zukunft, und es spricht in die Situation hinein. Und das Buch der Offenbarung tut eben beides.
Die letzten Worte Jesu an seine Gemeinde
Und dann noch fünftens: In den Kapiteln zwei und drei finden wir die letzten Worte Jesu an die Gemeinde, an seine Gemeinde. Die letzten Worte Jesu findest du nicht in Matthäus 28, auch nicht in Apostelgeschichte 1, sondern hier in diesem Buch. Denn Jesus hat sieben Briefe geschrieben, und diese sieben Briefe sind die letzten Worte, die Jesus gesprochen hat.
Okay, gut. Ich glaube, dann ist es Zeit, ins Buch hineinzusteigen.
Noch einen Satz, den ich euch aufgeschrieben habe. Der kommt nicht von mir. Wer hat den geschrieben? Irgendwo immer so aufgeschrieben. George MacDonald hat das gesagt, ein kluger Mann. Er hat gesagt: Wenn ich euch nicht helfen kann, ein bisschen mehr von Jesus Christus zu verstehen, dann war meine Arbeit umsonst. Wenn ein Menschenherz nicht näher zum Vaterherz kommt, dann war meine Anstrengung vergeblich.
Ich habe nur ein Gebet: dass wir diese Woche Jesus Christus ein bisschen mehr verstehen. Mein einziges Gebet. Denn darüber hinaus gibt es eigentlich nichts.
Der Einstieg in die Auslegung des ersten Kapitels
Offenbarung 1,1
Jetzt steigen wir gleich in den Text hinein, so wie wir es machen werden. Wir studieren das ganze Buch Vers für Vers. Es wird also ziemlich intensiv, das muss ich euch gleich sagen. Tut mir leid, aber ihr seid freiwillig gekommen, euer Kaffee.
Die einzigen zwei Kapitel, die ich mehr oder weniger auslassen muss, was mir irgendwie leid tut, sind Kapitel 2 und 3. Das sind diese sieben Briefe an die sieben Gemeinden. Der Grund, warum ich diese beiden auslasse, ist nicht, weil sie weniger wichtig wären. Im Gegenteil: Für unser Leben sind sie unheimlich wichtig. Aber sie sind nicht so schwer zu verstehen. Du kannst Kapitel 2 und 3 lesen, und du findest dich selbst darin wie nur was. Das ist nicht schwierig zu verstehen, sondern unheimlich praktisch.
Ich habe mich entschlossen, sie ein bisschen auszulassen, weil allein diese Kapitel ein paar Stunden bräuchten, wenn man wirklich hineinschaut. So gehen wir dann von Kapitel 1 eigentlich bei Kapitel 4 weiter. Ich mache ein paar kurze Kommentare zu den Kapiteln 2 und 3, aber wir gehen dort nicht auf den Text ein.
Okay, dann machen wir gleich weiter, und zwar mit grundsätzlichen Fragen zum Buch der Offenbarung. Jetzt lesen wir die ersten drei Verse, und dann schauen wir, was hier steht.
Offenbarung 1,1-3
Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Und indem er sie durch seinen Engel sandte, hat er sie seinem Knecht Johannes kundgetan, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah.
Glückselig der liest und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
Die eigentliche Mitte des Buches: Jesus Christus
Erste Frage: Wer oder was wird in diesem Buch offenbart?
Und wenn ihr alles vergesst, was ihr von dem Buch der Offenbarung gehört habt, vergesst nur das nicht: die ersten drei Worte. Da steht: Dies ist die Offenbarung Jesu Christi.
Das Buch hat nur eine Absicht: Jesus Christus zu offenbaren. Es steht hier, es ist die Offenbarung Jesu Christi. Es ist nicht die Offenbarung des Antichristen, auch nicht die Offenbarung von 666. Es ist die Offenbarung Jesu Christi, übrigens in der Einzahl.
Wir lesen dann als Abschluss ganz zum Schluss des Buches Offenbarung 22,20. Der vorletzte Vers. Da steht: Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen. Komm, Herr Jesus! Das ist das letzte Wort des Buches.
Am Anfang steht: Das ist die Offenbarung Jesu Christi. Das letzte Wort ist: Amen, komm, Herr Jesus. Das ist dieses Wort, das ihr kennt: Maranatha, komm, Herr Jesus, Maranatha. So grüßten sich die ersten Christen. Es ist Aramäisch.
Wenn du alles vergisst von diesem Buch, vergiss nur das nicht: Es ist die Offenbarung Jesu Christi. Viele Christen wissen nicht viel über dieses Buch. Manche Christen haben Angst vor dem Buch. Aber dann müsstest du Angst vor Jesus haben, denn es ist seine Offenbarung.
Im Englischen weiß man sogar schon beim Titel nicht genau: Mal sagt man Revelations. In der Mehrzahl. Es sind keine Revelations, es ist Revelation, die eine Offenbarung. Nur eine wird offenbart, und das ist Jesus.
Wir lesen auch in Kapitel 19, Vers 10. Schlag das noch auf, Offenbarung 19,10. Dort lesen wir, Johannes spricht über sich selbst und sagt: Offenbarung 19,10: Und ich fiel zu seinen Füßen nieder, ihn anzubeten. Das heißt den Engel. Und er spricht zu mir: Steh auf, tu es nicht! Weil er sagt: Was machst du denn für einen Blödsinn? Ich bin ja nur einer im selben Boot. Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! Und jetzt hör gut zu, denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Prophetie.
Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung oder Prophetie. Das heißt: Jede Prophetie, die es in dieser Welt gibt, muss Jesus groß machen. Und wenn eine Prophetie nicht Jesus groß macht, dann ist es keine Prophetie Gottes. Alle Weissagung macht Jesus groß. Es geht um ihn und um ihn allein.
Es stimmt schon, dass es auch wichtig ist, über die Endzeit und über die Ereignisse nachzudenken, zu wissen, dass wir eine Zukunft haben. Wenn wir zum Beispiel die Katastrophen jetzt sehen, den Tsunami und all das, dann wirst du bedroht, wenn du das nicht im Licht Gottes siehst. Aber wisst ihr, es ist ja auch interessant, wir kommen noch dazu.
Dass ein Tsunami geschieht, dass andere katastrophale Ereignisse geschehen, sollte einen Christen eigentlich nicht überraschen. Seht ihr, als die Sintflut kam, war das eine wesentlich größere Katastrophe. Aber die Leute hätten nicht überrascht sein müssen, denn Gott hat zu den Menschen damals gesagt: Kehrt um, sonst werde ich diese Welt mit Wasser vernichten. Er hat es ihnen jahrelang gesagt. Und dann kam die Flut, so wie er gesagt hat. Es war nicht unvorbereitet.
Und Gott hat auch gesagt: Am Ende dieser Zeit werden schreckliche Ereignisse geschehen. Es sollte uns nicht überraschen. Er hat es gesagt. Es kommt nicht aus dem Blauen, es kommt nicht von ungefähr. Es ist im Wort Gottes drin.
Der Empfänger der Offenbarung und die Menschheit Jesu
Zweitens: Also, wer ist offenbart in dem Buch? Jesus Christus.
Zweitens: Wer ist der Empfänger dieser Offenbarung? Wir müssen jetzt genau lesen. Offenbarung 1, Vers 1. Ich nehme nur die ersten zwei Worte dazu: Dies ist die Offenbarung Jesu Christi. Also, er wird offenbart. Und jetzt: An wem ist sie gegeben? Die Gott ihm gab. Wer ist ihm? Ihr könnt ruhig etwas sagen. Wer ist ihm? Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab. Jesus Christus.
Die Offenbarung ist über Jesus, und sie ist für Jesus. Diese Offenbarung hat Gott Jesus gegeben.
Das ist übrigens ein Vers, den die Zeugen Jehovas lieben, und das aus einem guten Grund. Denn sie sagen: Schau, das ist der Beweis, dass Jesus nicht Gott ist. Weil, wenn Jesus Gott wäre, bräuchte er keine Offenbarung. Aber hier steht ganz klar: Diese Offenbarung hat Gott Jesus gegeben, die Gott ihm gab. Warum gibt Gott seinem Sohn eine Offenbarung, wenn der Sohn doch Gott ist? Das ist ein guter Punkt, um einzusteigen.
Wir haben noch ein paar Minuten übrig. Aber wisst ihr, dieser Vers, so wie manche andere, bezeugen ganz klar die Menschheit Jesu Christi. Und das hier war wahrscheinlich die letzte Offenbarung, die Jesus als Mensch von seinem Vater empfangen hat.
Wir lesen im Neuen Testament, ich glaube, an die achtzig Mal, diesen Titel: Der Menschensohn. Jesus Christus hat zweihundertfünfundachtzig Namen in der Bibel. Einer dieser zweihundertfünfundachtzig Namen ist Der Menschensohn. An die achtzig Mal wird dieser Name genannt.
Wir alle wissen, dass das Leben Jesu völlig sündlos war. Er hatte keine Sünde. Er hat einmal die Leute gefragt: Wer von euch kann mich einer einzigen Sünde überführen? Und keiner konnte ein Wort darauf sagen. Es konnte keiner eine finden.
Jetzt habe ich eine Frage an euch: War Jesus sündlos auf dieser Erde, weil er Gott war oder weil er Mensch war? War Jesus sündlos, weil er Gott war oder weil er Mensch war? Es ist ganz wichtig zu verstehen: Jesus war nicht sündlos, weil er Gott war, sondern weil er Mensch war. Wenn wir das nicht verstehen, dann werden wir uns schwer tun mit vielen Teilen der Bibel.
Und zwar nur ganz kurz: Als Jesus von außen auf diese Erde kam, in Bethlehem vor zweitausend Jahren geboren wurde, als Menschenbaby, zwar von der Frau Maria, aber empfangen vom Heiligen Geist, nicht vom Menschensamen, da wurde er hundert Prozent Mensch. Er hat sich nicht als Mensch verkleidet, das haben die griechischen Götter getan. Die haben sich immer als Menschen verkleidet und so weiter und ihren Spaß daran gehabt. Jesus ist Mensch geworden.
Die Bedeutung der Menschwerdung für das Verständnis Jesu
Schlagt auf Philippa Kapitel zwei, Verse sechs bis acht.
Es geht um Jesus Christus, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Das heißt, er war immer Gott. Aber in Vers 7 heißt es: Er machte sich selbst zu nichts. Er nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, nicht verkleidet hat. Er wurde dem Menschen gleich und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden. Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz.
Um die Menschen zu erretten, musste jemand für eine sündige Menschheit sterben. Jetzt habe ich eine Frage an euch: Kann Gott sterben, ja oder nein? Nein, Gott kann nicht sterben. Ist Jesus Christus gestorben? Ja.
Zweitens: Damit Gott seine Botschaft an die Menschenkinder überbringen kann, musste er sich sichtbar machen. Es ist wieder eine Frage: Ist Gott sichtbar, ja oder nein? Die Bibel ist ganz klar: Niemand hat Gott je gesehen, denn Gott ist Geist. Niemand kann Gott sehen. Haben vor zweitausend Jahren die Menschen Jesus gesehen, ja oder nein? Ja, weil er Mensch war.
Drittens: Kann Gott gehorsam sein? Die Antwort ist nein. Wem sollte Gott gehorchen? Es gibt niemanden über ihm. Wisst ihr, was wir über den Sohn lesen? Hebräer 5,8: Obwohl er ein Sohn war, lernte er Gehorsam, weil er Mensch wurde.
Interessant ist auch Lukas 2,52. Schlagen wir Lukas 2,52 auf. Lesen wir: Und Jesus nahm zu an Weisheit. Gott kann an Weisheit nicht zunehmen, Jesus hat es getan. Und an Alter und Gunst bei Gott. Gott kann nicht in Gunst bei Gott zunehmen, aber Jesus hat es getan, und bei den Menschen.
Es ist auch interessant: In Markus 13 lesen wir, wie die Jünger zu Jesus kamen und sagten: Wann wird das geschehen? Und Jesus sagte: Niemand weiß es, weder die Engel noch der Sohn, nur der Vater im Himmel.
Das heißt: Als Mensch hat Jesus freiwillig Abstand davon genommen, als Gott zu agieren. Warum ist das jetzt wichtig? Weißt du, warum das wichtig ist? Wenn Jesus all die Worte gesprochen und all die Wunder getan hat als Gott, dann würde ich sagen: Ja, gar nicht schlecht. Aber es hat mit mir nichts zu tun, denn er ist Gott und ich bin nur ein Mensch.
Wenn Jesus aber all die Worte gesprochen und all die Wunder getan hat als Mensch, der in Abhängigkeit zum Vater lebt, dann wird es für mich interessant. Weißt du warum? Ich bin auch Mensch. Wenn Jesus nur als Gott agierte, dann kann es sein, dass wir beeindruckt sind, aber es hat nichts mit uns zu tun. Wenn Jesus als Mensch agierte, übrigens nicht als Supermensch, sondern als ein kompletter Mensch, dann wird es für mich interessant, denn ich bin auch Mensch. Ich lebe jede Minute abhängig von meinem Vater.
Achtmal lesen wir im Johannesevangelium, dass Jesus sagt: Ich tue nichts von mir selbst, nichts. Ich handle nur, wie mein Vater handelt. Ich tue das, was mein Vater tut. Ich sage das, was mein Vater sagt. Ich tue nichts von mir selbst. Es ist der Vater in mir, der seine Werke tut. Der Vater in mir, der tut’s.
Und dann sagt Jesus übrigens: So wie mein Vater mich als Mensch in diese Welt gestellt hat, so tut er seine Werke durch mich. Übrigens: So sende ich, Jesus, nun euch in diese Welt. Und ihr müsst nichts aus euch selbst tun, ich tue es im Heiligen Geist durch euch.
Das heißt: Jesus Christus hat uns als Mensch vorgelebt, wie ein Mensch in völliger Abhängigkeit zu seinem Vater auf dieser Welt leben kann. Denn so war es von Anfang an gemeint: wie ein Mensch in der Abhängigkeit zu Gott auf dieser Welt leben kann. Das ist die Botschaft.
Ein kurzer Gedankengang zur unverlierbaren Gottheit Jesu
Eins natürlich konnte Jesus nie ablegen. Wisst ihr, was das ist? Seine Gottheit. Die konnte er nicht ablegen, aus einem einfachen Grund: Das ist er.
Ich nehme jetzt ein blödes Beispiel, aber wie heißt du? Die Judith. Angenommen, die Judith ist jetzt nur ein blödes Beispiel, aber die Judith schreibt ihrem Vater und sagt: Vater, ich bin draufgekommen, ich kann dich überhaupt nicht leiden.

