Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.
Episode 667: Zachäus, der Oberzöllner, Teil vier.
Wir waren stehen geblieben bei Lukas 19,8.
Die Radikalität der Buße bei Zachäus
Zacchaeus aber stand auf und sprach zu dem Herrn: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen. Und wenn ich von jemandem durch falsche Anklage etwas genommen habe, so erstatte ich es vierfach.“
Lasst mich erklären, warum mich dieser Vers so fasziniert. Es liegt nicht so sehr daran, dass Zacchaeus Busse tut, sondern daran, wie viel ihn diese Busse kostet. Von jetzt auf gleich ist erst einmal die Hälfte seines Besitzes weg.
Und dabei sind wir noch nicht bei der vierfachen Erstattung all der Summen, die er durch falsche Anklage anderen weggenommen hat. Mich fasziniert das, was Zacchaeus tut, weil wir es hier nicht mit einem Gleichnis zu tun haben.
Zacchaeus ist keine frei erfundene Beispielgeschichte, die uns durch eine überzogene Darstellung die Radikalität von Busse vor Augen malen soll. Zacchaeus hat das wirklich so gemacht.
Der reiche Oberzöllner war am Ende des Tages nicht mehr so reich. Er war vielleicht auch nicht arm. Aber jeder konnte sehen, dass sich in seinem Leben ein radikaler Bruch vollzogen hatte. Und zwar ein Bruch mit seinem alten Leben.
Aus einem, der für sich gelebt hatte, war einer geworden, der für andere lebt. Aus einem Betrüger wurde jemand, der sich zu seinen Fehlern stellt und sie, soweit es ihm möglich ist, wiedergutmacht.
Umkehr als bewusster Neuanfang
Ich hatte am Ende der letzten Episode Jesaja 55 zitiert, und zwar Jesaja 55,7: „Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken. Und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott. Denn er ist reich an Vergebung.“
Wer Gottes Barmherzigkeit erleben und Vergebung erfahren will, muss zu Gott umkehren – mit Betonung auf „umkehren“. Das bedeutet, den alten Weg und die alten Gedanken bewusst zu verlassen. Zu Gott umkehren heißt, einen neuen Weg einzuschlagen, neue Gedanken zu denken und neue Prioritäten zu setzen.
Manchmal frage ich mich, ob uns heute noch wirklich bewusst ist, was Buße eigentlich bedeutet. Mir fehlt oft die kostbare Buße eines Zachäus im Leben vieler junger Gläubiger. Versteht man, was ich meine? Da bekehrt sich jemand zu Gott, aber praktisch betrachtet geht er seinen alten Lebensweg fast unverändert weiter.
Vielleicht kommt jetzt noch ein Gottesdienstbesuch hinzu, der obligatorische Hauskreis und ein bisschen Interesse an der Bibel beziehungsweise ein schlechtes Gewissen, weil man so wenig betet. Das war’s dann aber auch. Ich frage mich also, wo die Bekehrungen sind, an deren Ende eine komplette Neuausrichtung des Lebens steht. Und weil das echte Buße ist, frage ich mich auch, wo die Menschen sind, deren Leben sich ums Geldverdienen und Reichwerden drehte, die nach ihrer Bekehrung erst einmal die Hälfte ihres Besitzes den Armen geben.
Es mag sie geben, aber ich kenne sie nicht.
Die Herausforderung echter Buße im Alltag
Ich kenne allerdings Christen, die ein Haus besitzen und dann noch eines wollen, die sich in ihren Jobs verlieren und scheinbar nie genug haben. Sie trachten kein bisschen zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit – ich meine damit ganz praktisch danach zu streben. So dass es sie etwas kostet, sagen wir mal die Hälfte ihres Besitzes.
Wir alle kennen solche Christen, denen ein gutes Leben wichtiger ist als Evangelisation, und die trotzdem denken, dass sie irgendwie umgekehrt sind.
Ich suche frisch Bekehrte, die ihr Leben auf Götzen hin untersuchen. Überall dort, wo sie fündig werden – also bei Themen wie nichtige Dinge treiben, auf Kosten anderer leben, die Welt lieben, sich um Hobby, Urlaub und Familie drehen, Selbstdarstellung, Faulheit, Dummheit oder sich in Sorgen, Sex und Spaß verlieren.
Ich suche die Frischbekehrten, die sich einen reifen Christen schnappen, um das eigene Leben auf Abgötter hin zu durchleuchten. Und zwar mit dem Ziel, einen radikalen Bruch zu vollziehen. Es geht nicht darum, nur ein bisschen netter zu werden. Es geht um Umkehr.
Denken wir nur an die Epheser, die ihre Zauberbücher verbrannt haben (Apostelgeschichte 19,19).
Buße als aktives Tun des Guten
Welchen Tipp gibt der Apostel Paulus den Exdieben? In Epheser 4,28 heißt es: „Wer stiehlt, stehle nicht mehr, sondern mühe sich viel mehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas mitzugeben habe.“
Spannend, oder? Für Diebe besteht Buße nicht einfach darin, nicht mehr zu stehlen. Vielmehr sollen sie besonders fleißig arbeiten, damit sie den Armen etwas abgeben können. Das ist Buße: nicht nur das Falsche zu lassen, sondern das Richtige zu tun. Es geht um einen neuen Lebensweg.
Ich mag Petrus, wenn er formuliert in 1. Petrus 4,3: „Denn die vergangene Zeit ist uns genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, als ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, Trunkenheit, Festgelagen, Trinkgelagen und unerlaubten Götzendiensten.“
Es ist genug, es ist genug, dass wir so gelebt haben wie alle anderen. Damit ist jetzt Schluss. Natürlich ist das herausfordernd. Umdenken und die komplette Neuausrichtung des Lebens sind immer herausfordernd. Und mehr noch: so etwas macht Angst.
Und trotzdem gilt: Lasst uns bloß das Thema Buße nicht zu klein denken. Es geht nicht darum, einfach weiterzumachen wie bisher. Zachäus ist uns da hoffentlich ein großes Vorbild. Er sollte uns mit seiner Radikalität jedenfalls mächtig herausfordern.
Wir sollten von ihm lernen, was es heißt, wenn ein Habsüchtiger Buße tut.
Die Zusage der Rettung durch Jesus
Das ist dann auch der Grund, warum Jesus ihm Rettung zusprechen kann (Lukas 19,9-10). Jesus aber sprach zu ihm: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist. Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.“
Jesus spricht Zachäus hier direkt an, aber er tut dies so, dass die ganze Volksmenge als Zuhörerschaft in das Gespräch einbezogen wird. „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.“ Zachäus hat Rettung erfahren. Er war ein Verlorener und ist jetzt ein Geretteter. Warum? Weil er Buße getan hat.
Aber wie kann das sein? Die Antwort lautet: Weil auch er ein Sohn Abrahams ist. Die Volksmenge hielt Zachäus für einen hoffnungslosen Fall. Mit so jemandem wie ihm verbrachte man nicht seine Zeit. Das war vergebene Liebesmüh.
Das ist falsch, ganz falsch! Zachäus ist Israelit, ein Sohn beziehungsweise Nachfahre Abrahams. Und als solcher hat er das Recht darauf, dass der Messias ihn sucht und rettet. Kein Israelit ist so verkommen und sündig, dass Jesus ihn nicht retten wollen würde. Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Das ist also die Berufung des Messias: kommen, suchen, retten. Und das ist übrigens auch der Auftrag, mit dem Jesus uns in die Welt geschickt hat, um dort weiterzumachen, wo er mit seinem Auftrag aufgehört hat.
Deshalb ist Buße in unserem Leben auch so wichtig. Nur wer umkehrt und Gott folgt, kann nämlich auch die Werke tun, die Gott für ihn vorbereitet hat.
Was könntest du jetzt tun? Denke über dein Leben nach. Dienst du modernen Götzen, die deine Nachfolge behindern und dein Leben versklaven?
Das war's für heute. Wenn du eine Episode besonders gut findest, leite sie gern an andere weiter. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Die Bedeutung der Buße für den Glaubensweg
Es scheint, dass kein Text zum Überarbeiten vorliegt. Bitte stellen Sie den Text zur Verfügung, den ich überarbeiten soll.
