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Ist das Heil sicher?

Der Brief an die Römer, Teil 6/18
04.05.2010Römer 5,1-11
SERIE - Teil 6 / 18Der Brief an die Römer

Einführung in die Thematik des Römerbriefs

Ja, ich habe am Sonntag bereits ein wenig Werbung für den Text gemacht, den wir heute Abend lesen werden – allerdings nicht für meine Predigt. Ich werde versuchen, diesem Text einigermaßen gerecht zu werden, aber zunächst eine Einleitung, wie jedes Mal.

Petrus hat gesagt, und auch unser geliebter Bruder Paulus schreibt davon, dass manche Dinge schwer zu verstehen sind. Das gilt auch heute noch. Es gilt immer, wenn man den Römerbrief liest – und bei manchen anderen Paulusbriefen natürlich ebenfalls.

Für diejenigen, die beim Römerbrief dabei waren, ist das jetzt eine Wiederholung; für alle anderen eine ganz kurze Zusammenfassung: Bisher hat Paulus uns im Römerbrief die Grundlagen des Evangeliums gezeigt. Er erklärt, warum ein Evangelium überhaupt nötig ist und was der Inhalt dieses Evangeliums ist.

Wir haben in den ersten Kapiteln gesehen, wie Paulus schreibt, dass letztlich alle Menschen Sünder sind. Er sagt, dass alle Menschen so sind, dass sie – wie wir gleich noch einmal sehen werden – die Herrlichkeit Gottes nicht erreichen können. Sie haben eigentlich keine Chance, eine Beziehung zu Gott zu bekommen und einen Platz im Himmel zu erhalten.

Die verschiedenen Menschentypen im Blick des Evangeliums

Er hat uns den Menschen gezeigt – den Menschen, von dem ich einmal gesagt habe, dass es zwischendurch auch den befreiten Menschen gibt. Jenen Menschen, der sagt: „Es ist mir egal, wie ich lebe.“ Dieser Mensch geht moralisch völlig vor die Hunde und tut Dinge, die Gott einfach ein Gräuel sind. Paulus zeigt uns, wie das in den Augen Gottes aussieht.

Dann hat er uns den moralischen Menschen gezeigt. Das ist der Mensch, der sagt: „Nein, ich will besser sein als diese Leute, von denen ab und zu Überschriften in der Bildzeitung stehen. Ich will ein moralisch gutes Leben führen.“ Ich denke, darunter hat er sowohl Menschen verstanden, die ihre eigene Moral haben und ihre eigene Vorstellung davon, was gut und böse ist, als auch Menschen, die die Bibel in die Hand nehmen und sagen: „Da sind gute Maßstäbe drin, da gibt es die Zehn Gebote und die Bergpredigt, und wir versuchen, uns danach zu richten.“ Paulus sagt: „Leute, es ist ganz schön, was ihr da macht, aber letzten Endes seid ihr nicht wirklich besser als diese Menschen, auf die ihr herabschaut. Ihr tut diese Dinge nicht so offensichtlich, aber in euch drin, in euren Gedanken und Wünschen, sieht es eigentlich genauso aus.“

Als dritte Gruppe von Menschen zeigt Paulus den religiösen Menschen. Dabei meint er nicht einfach den religiösen Menschen, wie ich ihn eben beschrieben habe – also jemanden, der irgendwelche religiösen Bücher oder vielleicht auch die Bibel als Maßstab nimmt, um moralisch besser zu sein. Sondern er meint den religiösen Menschen, der religiöse Riten befolgt. Jemanden, der sagt: „Weil ich getauft bin, gehöre ich dazu“, oder „Weil ich beschnitten bin, bin ich Jude und gehöre dazu.“ Paulus sagt: „Nur weil du dazugehörst, nur weil du irgendeinen Namen hast und etwas in deinem Pass steht, bist du nicht besser.“

Die Gleichheit aller Menschen vor Gott und die Rettung durch Gnade

Vorletztes Mal, letztes Mal, haben wir einen Ausdruck von Paulus betrachtet. Vorletztes Mal haben wir die Schlussfolgerung von Paulus gesehen: Es gibt keinen Unterschied.

Paulus sagt, dass es in den Augen Gottes keinen Unterschied gibt zwischen dem völlig losgelassenen Menschen, der tut und lässt, was er will, und dem Menschen, der sich irgendwie moralische Maßstäbe setzt oder religiös ist. In einem Punkt sind sie gleich: Sie haben alle gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. Keiner von ihnen kommt in den Himmel.

Dann sagt Paulus aber, es gibt ein Evangelium. Gott hat sich etwas ausgedacht, und man kann gerettet werden. Aber nicht durch Anstrengung, indem man moralisch besser ist, nicht durch das Verrichten von Gebeten oder das Erfüllen religiöser Formen. Man kann gerettet werden durch Gnade.

Gott kann dich begnadigen. Man wird gerettet durch Glauben, wenn man wirklich Gott vertraut, wenn man sich ihm anvertraut. Dann bist du nicht besser als andere, du kannst dich nicht abstrampeln. Es gibt keinen Grund, anzugeben oder sich zu rühmen. Aber du kannst begnadigt werden, wenn du Gott vertraust.

Wir haben gesehen: Es ist durch Glauben, es ist durch Gnade, durch die Erlösung, die in Jesus Christus ist, und es ist durch Blut. Es ist durch Gnade. Gott begnadigt uns aber nicht einfach so – nicht einfach so, weil du ein netter Mensch bist oder weil du gebetet hast. Nein, es hat ihn etwas gekostet. Es war durch Blut, eine teure Erlösung.

Wir werden gerettet, weil Jesus so viel für uns getan hat. Er hat sein Blut für uns vergossen. Aber wir werden auch gerettet durch Glauben. Gott sagt nicht, dass er etwas für euch tut und dann alle automatisch gerettet sind und in den Himmel kommen. Nein, er sagt, euer Glaube gehört dazu.

Ihr müsst wirklich euer Vertrauen auf ihn setzen. Ihr seid durch seine Gnade als freies Geschenk gerettet, aber es hat ihn viel gekostet. Er hat sein Blut für dich vergossen. Ihr seid gerettet durch sein Werk am Kreuz, aber es gehört etwas von dir dazu: eine Antwort. Du musst ihm wirklich vertrauen und ihm wirklich glauben.

Rückblick auf die Rechtfertigung und die Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes

Letztes Mal haben wir gesehen, dass Paulus einen Gedankengang verfolgt, in dem er den Juden helfen möchte. Er will ihnen zeigen, dass man schon immer durch Glauben gerettet wurde. Vielleicht dachten sie, unsere Vorfahren seien durch das Gesetz gerettet worden. Paulus sagt jedoch: Nein, eigentlich werden immer diejenigen gerettet, die wirklich Gott vertrauen und glauben.

Wir haben keine Chance, in den Himmel zu kommen, wenn Gott uns nicht begnadigt. Niemand erreicht die Herrlichkeit Gottes, wenn nicht sein Erlösungswerk da wäre, wenn er nicht sein Blut vergossen hätte. Wir müssen genau das glauben und genau ihm vertrauen.

Nachdem Paulus Kapitel vier geschrieben hat, kommt er in Kapitel fünf genau darauf zurück. Deshalb schließt dieser Text hier genau an. Paulus sagt: Da wir jetzt aus Glauben gerechtfertigt worden sind, weil Gott uns eine Gerechtigkeit geschenkt hat – du warst nicht gerecht, du warst nicht gut, du warst nicht besser als andere Leute – aber Gott hat dir eine Gerechtigkeit geschenkt. Er hat gesagt: In meinen Augen bist du gerechtfertigt.

Und jetzt haben wir, sagt Paulus, Frieden mit Gott. Darauf werden wir später noch zurückkommen: Wir haben Frieden mit Gott, unserem Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir mittels des Glaubens auch Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen.

Nun kommt der Satz, mit dem Paulus an Kapitel drei anknüpft, an das große Evangelium, das er verkündet hat. Wir rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes. Wisst ihr noch, in Kapitel drei? Dort heißt es, alle sind Sünder und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. Paulus sagt jetzt: Und jetzt rühmen wir uns der Hoffnung, dieser Herrlichkeit Gottes. Unsere feste Hoffnung und Zuversicht ist es, diese Herrlichkeit Gottes einmal zu erreichen, bei Gott zu sein in seiner Herrlichkeit, in seinem Himmel.

Die Frage nach der Sicherheit des Heils

Wow, jetzt stellt sich eine Frage – und das ist die Frage dieses Kapitels. Bisher war das nur die Einleitung. Die Frage lautet: Ist dieses Heilsein sicher?

Paulus stellt sich hin und sagt: „Ich rühme mich dieser Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.“ Doch was ist, wenn du in zwei Jahren abfällst? Was ist dann aus deiner Hoffnung geworden? Ist es wirklich sicher, dass du die Herrlichkeit erreichst?

Diese Frage ist das Thema, über das Paulus in diesem Kapitel spricht – beziehungsweise in der ersten Hälfte dieses Kapitels. Heute Abend betrachten wir nur bis Vers elf.

Wir rühmen uns der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes. Wir rühmen uns, weil wir eine Hoffnung haben, in den Himmel zu kommen. Warum? Weil wir Gott vertrauen. Er hat seinen Sohn gesandt, und sein Sohn hat sein Leben für uns gegeben. Dadurch hat er uns eine Eintrittskarte in den Himmel gegeben.

Ich freue mich darauf und bin so froh darüber. Ich sage es den Leuten: Ich freue mich auf den Himmel! Und alle sagen: Ja, ja.

Gut, dein Glaube ist also der Grund für deine Freude und dein Rühmen. Aber wie geht es weiter? Wie kannst du sicher sein?

Die menschliche Ebene der Heilsgewissheit: Freude an Trübsalen

Gott sagt, es gibt zwei Ebenen, und wir betrachten zunächst die erste Ebene, die menschliche Ebene. Wie kannst du sicher sein? Er sagt: Wir rühmen uns nicht nur der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes, sondern auch der Trübsale. Wir freuen uns sogar über Schwierigkeiten.

Ich weiß nicht, ob du dich über Schwierigkeiten freust, aber Paulus sagt, er freut sich darüber. Warum? Er erklärt, dass, wenn alles immer glatt laufen würde und er keine Probleme hätte, er ehrlich gesagt nie wüsste, ob sein Glaube echt ist. Wenn alles glatt geht, wird der Glaube nie geprüft.

Stell dir vor, Gott hätte gesagt: „Komm zu mir, und ich gebe dir immer genug zu essen und zu trinken, eine schöne Villa, eine Yacht, einen wunderbaren Ehepartner und herrliche Kinder, die garantiert gut geraten.“ Er würde sagen: „Komm nur zu mir, ich mache dich reich.“ Was würde passieren? Wie sollte man herausfinden, ob jemand wirklich Gott vertraut, ob ihm wirklich an Gott liegt oder nur an all den Dingen, die er anbietet?

Paulus sagt: „Ich freue mich, dass es Schwierigkeiten gibt.“ Denn wenn es Schwierigkeiten gibt, können wir ausharren. Wir können uns mit Gott gemeinsam durch diese Schwierigkeiten durchbeißen. Durchhalten heißt ausharren.

Er sagt weiter: Trübsale und Schwierigkeiten bewirken Ausharren. Und wisst ihr, was Ausharren bewirkt? In der nicht revidierten Elberfelder Bibel steht „Erfahrung“, in der revidierten Elberfelder „Bewährung“. Gemeint ist, dass etwas geprüft ist.

Schwierigkeiten bewirken also, dass wir ausharren. Obwohl Schwierigkeiten da sind, stehen wir zu Gott. Selbst wenn Leute über uns lachen, stehen wir zu unserem Gott. Selbst wenn wir den Eindruck haben, alle anderen haben schon einen Freund oder eine Freundin in unserem Alter, und wir vielleicht der alte Junggeselle oder die alte Jungfer werden, stehen wir zu unserem Gott.

Auch wenn wir den Eindruck haben, alle anderen werden reich mit ihren Aktien, und wir geben unser Geld immer nur für die Mission aus und sind ein armer Schlucker, stehen wir zu unserem Gott. Selbst wenn wir uns bekehren und danach erst einmal eine chronische Krankheit bekommen, stehen wir zu unserem Gott. Das ist Ausharren.

Paulus sagt: Es ist so schön, dass es Probleme gibt, denn wenn es Probleme gibt, können wir ausharren. Und wenn wir ausharren, bekommt unser Glaube einen Echtheitsstempel. Das ist es, was wir mit Bewährung oder Erfahrung meinen – den Echtheitsstempel auf unserem Glauben.

Paulus fragt: Wie willst du herausfinden, ob dein Glaube echt ist, ob du wirklich dazugehörst, wenn alles glatt läuft? Aber wenn du zu deinem Gott stehst, trotz Schwierigkeiten, dann werden andere merken, und du selbst wirst merken, dass dein Glaube wirklich echt ist. Und das ist wichtig.

Wir glauben nicht an ein Evangelium der Unverlierbarkeit des Heils, bei dem man zwei Schritte geht, die Hand hebt und egal, wie man danach lebt, auf jeden Fall in den Himmel kommt. So etwas steht nicht in der Bibel.

Um zu wissen, ob dein Heil unverlierbar ist, musst du wissen, ob dein Glaube echt ist. Das ist oft so: Jemand sagt, er bekehrt sich, war vielleicht länger in einem Bibelkreis oder hatte Kontakt zu Christen und sagt jetzt, er will wirklich zu Gott gehören.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich halte es eher mit denen, die sagen: „Wir werden sehen.“ Dann kommen die ersten Schwierigkeiten im Leben, bei denen es darauf ankommt, ob er zu Gott steht oder nicht. Dann merkst du, wie er reagiert, wie er Nachteile in Kauf nimmt und trotz Schwierigkeiten an Gott festhält.

Er scheint wirklich zu glauben, und in deinen Augen – und hoffentlich auch in seinen – bekommt sein Glaube ein Echtheitszertifikat. Paulus sagt: Wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt, und das Ausharren – wie soll ich sagen – einen Echtheitsstempel.

Dieser Echtheitsstempel bewirkt Hoffnung, weil wir jetzt wissen: Meine Bekehrung scheint nicht nur so etwas gewesen zu sein wie mein Müsli-Trip letztes Jahr, der nach drei Monaten wieder vorbei war. Es scheint tiefer zu gehen. Ich scheine wirklich dazuzugehören. Ich habe es gepackt, ich bin bekehrt. Ich komme wohl wirklich in den Himmel.

Wenn wir merken, dass unser Glaube echt ist, wächst daraus eine Hoffnung. Wir wissen, wir gehören dazu, und dann werden wir auch dazugehören, wenn der Herr die Seinen holt.

Durch diese Erfahrung, die wir mit dem Herrn in unserem Alltag machen, wächst unsere Hoffnung auf die Herrlichkeit und unsere Sicherheit, dass wir wirklich dort sein werden. Das nennt die Bibel Heilsgewissheit.

Ich bin mir gewiss, dass ich wirklich gerettet bin, dass ich wirklich dazugehöre, dass ich mich wirklich bekehrt habe und dass ich wirklich ein Kind Gottes geworden bin. Das ist Heilsgewissheit, und Heilsgewissheit wächst letzten Endes durch die Erfahrungen, die wir mit Gott machen.

Die göttliche Ebene der Heilsgewissheit: Die Liebe Gottes in unseren Herzen

Aber, sagt Paulus, und jetzt kommen wir zur anderen Seite der Medaille: Das ist nicht alles. Deine Rettung beruht nicht nur auf deinem Ausharren.

Dadurch, dass du in Schwierigkeiten ausharrst, merkst du vielleicht, dass du wirklich gläubig bist. Dann bekommst du vielleicht die Gewissheit, dass du das Heil wirklich hast. Aber ehrlich gesagt hattest du das Heil schon vorher. Jetzt hast du nur gemerkt, dass es echt ist. Gott wusste jedoch schon vorher, dass dein Glaube echt ist, bevor du es bemerkt hast.

Paulus sagt etwas sehr Interessantes: Eure Schwierigkeiten bewirken Ausharren. Euer Ausharren zeigt, dass sich euer Glaube als echt erweist. Das führt euch zu einer wirklichen Hoffnung auf den Himmel, weil ihr wisst, dass ihr wirklich Kinder Gottes seid.

Aber wisst ihr was? Diese Hoffnung wird nicht enttäuscht. Paulus sagt: Die Hoffnung beschämt nicht. Manchmal hoffen wir auf irgendetwas. Wir vertrauen auf Menschen, auf Geldanlagen oder auf Autohersteller. Manchmal wird diese Hoffnung enttäuscht. Hollis sagt jedoch: So ist die Hoffnung, die ihr auf den Himmel habt, nicht. Diese Hoffnung wird nicht enttäuscht, sie lässt euch nicht im Stich. Sie wird sich bestätigen.

Und wisst ihr, warum sie sich bestätigen wird? Weil es nicht nur euer Glaube ist, der euch in den Himmel führt, sondern weil Gott etwas getan hat. Es ist nicht das Vorübergehende eures Glaubens, der sich jetzt bewährt hat und vielleicht in zwei Jahren weg sein könnte. Nein, als du dich bekehrt hast und wirklich ein Kind Gottes geworden bist, ist etwas von Gott her passiert.

Gott hat geantwortet. Jetzt möchte ich euch einen Vers erklären oder versuchen zu erklären, wie ich ihn verstehe und denke, wie er im Zusammenhang gemeint ist: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen.

Ich habe schon oft gehört: Ja, ich kann die Leute um mich herum lieben, selbst wenn sie noch so fies sind, weil die Liebe Gottes in mein Herz ausgegossen ist. Jetzt kann ich diese Liebe weitergeben. Leute, das ist zwar wahr, aber im Zusammenhang mit Römer 5 geht es, glaube ich, um etwas anderes. Hier geht es nicht darum, dass eine Liebe in mein Herz ausgegossen wird, damit ich sie weitergeben kann. Hier geht es um Heilssicherheit.

Paulus sagt: Gott hat etwas getan. Er hat seinen Heiligen Geist genommen und dir gegeben. Wie man manchmal sagt: Ich vertraue dir mein Auto an, um dir mein Vertrauen zu zeigen. Ich schenke dir von meinem letzten Geld einen Brillantring, um dir meine Liebe zu zeigen.

Hier sagt Paulus: Gott hat es genauso gemacht. Er sagt: Leute, ich nehme euren Glauben ernst. Ihr habt geprüft, ob euer Glaube echt ist. Gott wusste es schon vor euch, denn er kennt euch durch und durch. Weil ich gesehen habe, dass euer Glaube echt ist, zeige ich euch meine Liebe folgendermaßen: Ich gebe meinen Heiligen Geist in euer Herz und gieße so meine Liebe in euer Herz aus.

Aber wisst ihr, was das Besondere ist, was Paulus hier sagt? Er sagt nicht, Gott habe seine Liebe irgendwie uns erwiesen, irgendwo auf Golgatha damals, als er seine Liebe allen Menschen gezeigt hat. Nein, er sagt: Weil ich dich liebe, habe ich meine Liebe nicht nur am Kreuz gezeigt, sondern ich habe sie in deinem Leben gezeigt. Ich habe dir ganz persönlich in deinem Herzen meine Liebe ausgegossen, indem ich dir meinen Heiligen Geist gegeben habe.

Paulus verwendet hier nicht zufällig das Wort „ausgegossen“. Es ist im Alten Testament und in seinem Denken ein Bild, das etwas beschreibt, das nicht zurückgenommen werden kann. Ich habe deshalb diesen Topf mitgebracht, um es zu zeigen.

Gott hat seinen Heiligen Geist genommen und ihn in dein Herz „ausgegossen“. So wie man Pflanzenerde in einen Blumentopf gießt, hat Gott seinen Heiligen Geist und seine Liebe in dein Herz ausgegossen.

Samuel hat im Alten Testament einmal Wasser für Gott ausgegossen, um zu zeigen: Unsere Hingabe zu dir ist endgültig, wir werden sie nicht mehr zurücknehmen. Genauso wenig, wie man das Wasser aus dem Boden wieder in das Glas zurückbringen kann.

Du kannst den Heiligen Geist aus deinem Herzen nicht zurücknehmen. Du kannst die Liebe Gottes, die in dein Herz ausgegossen ist, nicht zurückbringen. Es ist etwas passiert, das man nicht rückgängig machen kann.

Der Heilige Geist hat sich mit deiner Persönlichkeit verbunden. Du kannst das nicht mehr trennen. Gott hat in dein Herz geschaut und gesehen, dass dein Glaube echt ist. Er hat nicht nur gesehen, dass du irgendwann ein Gebet gesprochen hast oder die Hand gehoben hast. Er hat gesehen, dass dein Glaube echt ist.

Daraufhin hat er den Heiligen Geist genommen und in dein Herz ausgegossen. Er hat gesagt: „Du gehörst endgültig mir. Ich gebe dir etwas, das man nie mehr zurückholen kann.“

Herr, es ist ausgegossen in dein Herz. Das ist es, was dieser Vers meint. Nicht, dass wir jetzt irgendeine Liebe im Herzen haben, die wir weitergeben können, sondern dass Gott gesagt hat: No Return, keine Umkehr. Ich tue etwas Endgültiges, das man nicht ungeschehen machen kann. Das ist ausgegossen.

Die Liebe Gottes und das Opfer Christi

Denn, sagt Paulus, Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zu bestimmter Zeit für Gottlose gestorben. Kaum wird jemand für einen Gerechten sterben, und für den Gütigen möchte vielleicht jemand zu sterben wagen. Selbst für einen gerechten Menschen, der immer versucht, alles richtig zu machen, wird kaum jemand sein Leben geben.

Manchmal, sagt er, ist es in der Geschichte vorgekommen, dass jemand so gütig war, so vielen Leuten geholfen hat und so ein großes Herz hatte, dass die Menschen meinen, er solle wirklich weiterleben und sich für jemanden geopfert haben. Vielleicht gibt es das ab und zu.

Aber Gott erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Paulus macht sehr klar: Christus ist für dich gestorben, als du ein verlorener Sünder warst, der Dinge getan und gesagt hat, die Gott missfallen haben, der von Gott entfernt war.

Paulus sagt und wiederholt es: Viel mehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn gerettet werden vor dem Zorn. Er sagt Folgendes: Früher warst du ein Sünder. Weißt du, was Jesus damals bereit war, für dich zu tun, für dreckige Sünder? Er war bereit, sein Leben für dich zu geben.

Jetzt bist du durch sein Blut gerechtfertigt worden. Was denkst du, wäre Jesus jetzt bereit, für dich zu tun? Als du noch ein Sünder warst, hat Jesus sein Leben für dich gegeben. Nun wirst du in den Augen Gottes gerechtfertigt. Denkst du, er würde dich jetzt verloren gehen lassen?

Was glaubst du, was Jesus einsetzen wird? Wenn er schon sein Leben für Sünde eingesetzt hat, was glaubst du, wird er für die Gerechten tun, um alles zu tun, sie zu bewahren? Noch viel mehr, sagt Paulus. Was würde er tun?

Weißt du, die Garantie, dass du nicht verloren gehst, ist nicht die Beständigkeit deines Glaubens oder die Garantie, dass sich deine Einstellung nie ändert. Die Garantie, dass du nicht verloren gehst, ist Jesus, der auferstandene, lebendige Jesus. Er wird dich retten vor dem kommenden Zorn, weil er für die Gerechten noch mehr tut als für Sünder, und für Sünder ist er schon gestorben.

Da musst du dich schon ganz schön anstrengen, um verloren zu gehen. Und wenn du dich so anstrengen würdest, verloren zu gehen, dass selbst Jesus dir nicht mehr helfen kann, dann frage ich mich, ob du jemals verstanden hast, was Bekehrung ist.

Versöhnung mit Gott und die Sicherheit der Beziehung

Denn wenn wir, sagt Paulus, Feinde waren, dann waren wir nicht nur Sünder, sondern Feinde Gottes. Wir waren nicht einfach nur Sünder, sondern letzten Endes Gegner Gottes. Es herrschte eine Feindschaft. Gott hasst die Sünde, und er hasst sie so sehr, dass er zornig ist – letzten Endes zornig auf den Sünder.

Paulus sagt: Als wir Feinde waren, sind wir durch das Blut seines Sohnes mit Gott versöhnt worden. Wenn wir an dieses Lied denken, das irgendwo in den grünen Liederbüchern steht, finden sich ganz tolle Vergleiche. Manche gefallen mir, manche nicht, aber das ist egal.

So ist Versöhnung wirklich: Es ist wie bei zwei Feinden, zwei Menschen, die sich nicht mehr angeschaut haben. Die nur noch schlecht übereinander gedacht haben und nichts miteinander zu tun haben wollten. Versöhnung geschieht, wenn diese Feindschaft überwunden wird.

Wir sind mit Gott versöhnt. Wir waren Feinde, und Jesus hat uns versöhnt. Paulus sagt noch einmal: „Als wir Feinde waren, hat Jesus uns versöhnt.“ Jetzt sind wir Versöhnte, wir haben Frieden mit Gott. Das war das, was er hier oben gesagt hat: Wir haben Frieden mit Gott, wir haben eine Beziehung mit Gott.

Wenn Jesus damals fähig war, aus Feinden Versöhnte zu machen, wie viel mehr werden wir jetzt gerettet werden, wo wir schon versöhnt sind? Jesus war bereit, so viel für Feinde Gottes zu tun. Wie viel mehr wird er für Freunde Gottes tun?

Und du denkst, du könntest wieder verloren gehen, obwohl Jesus so viel einsetzt? Er wird noch mehr einsetzen für Freunde Gottes als für Feinde. Für Feinde Gottes hat er sein Leben gegeben.

Wir rühmen uns, sagt Paulus, der Hoffnung, der Herrlichkeit Gottes. Wir rühmen uns, weil wir wissen, dass wir eine Zukunft im Himmel haben. Wir rühmen uns der Trübsale, weil wir in ihnen merken, dass unser Glaube wirklich echt ist.

Wir stützen uns auf das Werk Gottes, der in unseren Herzen etwas Unveränderliches getan hat. Sein Sohn im Himmel setzt sich für uns ein und tut alles, um uns bei Gott zu halten. Er tut heute so viel. Wir glauben, dass das sogar für dich und deine Gedanken und dein hartes Herz reicht. Denn er tut alles für versöhnte Freunde Gottes und für gerechtfertigte Menschen.

Die Freude an Gott selbst als Quelle der Hoffnung

Und jetzt sagt Paulus: Nicht allein, dass wir uns der Hoffnung der Herrlichkeit rühmen, und nicht nur, dass wir uns unserer Trübsale rühmen, weil wir daraus lernen können, sondern wir rühmen uns Gottes.

Wisst ihr, was er meint? Wir können uns auf den Himmel freuen, weil es dort goldene Straßen gibt und eine tolle Stadt. Wir freuen uns, weil wir alle Menschen wiedersehen, einen großen Teil von denen, die uns lieb geworden sind. Wir freuen uns, weil wir keine Schmerzen mehr haben werden und keine Tränen mehr weinen müssen. Es wird uns irgendwie gut gehen.

Wir freuen uns also auf den Himmel und rühmen uns der Hoffnung dieser Herrlichkeit Gottes, oder? Paulus sagt: Nein, das ist nicht alles. Er ist dieser Herr, der für mich sein Leben gegeben hat und der momentan so viel für mich tut. Ich rühme mich nicht nur der Herrlichkeit des Himmels, ich rühme mich Gottes.

Das heißt: Ich will nicht nur den Himmel, ich will Gott. Mir gehört nicht nur der Himmel, nein, ich gehöre zu Gott, weil ich mit ihm versöhnt bin. Ich habe Frieden mit Gott durch Jesus Christus. Ich habe wirkliche Versöhnung mit Gott empfangen.

Wisst ihr, da ist nichts mehr zwischen mir und Gott, sondern wir haben eine Beziehung. Eines meiner Lieblingslieder hat leider eine etwas veraltete Melodie und einen etwas veralteten Text. Dort steht: Wenn wir irgendwann in den Himmel kommen, dann kommt uns kein fremder Gott entgegen.

Und genau das meint Paulus: Unser Heil, unsere Heilsgewissheit, dass wir sicher dazugehören, liegt vielleicht in unseren Erfahrungen. Aber unsere Heilssicherheit besteht darin, dass wir nicht nur eine Hoffnung auf eine Herrlichkeit haben, sondern jetzt schon eine Beziehung zu diesem Gott.

Wir können sagen: Das ist mein Gott, jetzt und für immer. Ihr solltet den Text einfach noch einmal für euch zu Hause in einer Übersetzung lesen, die euch eingängig ist. Spürt dabei, dass Paulus fast platzt vor Begeisterung. Er rühmt sich Gottes und ist so begeistert, zu diesem Gott zu gehören und diese ewige Beziehung zu ihm zu haben.

Wissen Sie, es gibt viele Diskussionen darüber, ob man als Gläubiger wieder verloren gehen kann oder nicht. Das war die Argumentation von Paulus zu diesem Thema. Er war sich ziemlich sicher, dass er persönlich nicht mehr verloren geht, weil die Hoffnung nicht beschämt.

Er sagt: Ich habe nicht nur eine Hoffnung, die irgendwann zerstört wird, sondern ich habe einen Gott. Und dieser Gott wird dafür sorgen, dass ich bei ihm bleibe. Er ist stark genug dazu und meine Garantie, dass ich im Himmel ankomme.

Du hast keine Garantie in dir selbst. Unsere Garantie ist Jesus. Er garantiert dafür, dass du ankommst.

Vielen Dank an Gerald Dippell, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen! Ein empfehlenswertes Buch des Autors über das Leben von Paulus ist bei CLV erschienen: Paulus persönlich