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Die Renaissance des Evangeliums in Nordamerika: Der neue reformatorische Aufbruch

22.08.2011
Treue statt Show: Nicht große Programme verändern Gemeinden, sondern Menschen, die das Evangelium klar leben, weitergeben und andere dabei mitziehen. Oft beginnt echte Wirkung ganz klein.

Einleitung und erste Rahmung

Nun freuen wir uns, dass wir auch heute Abend noch einmal unseren Bruder Matt Schmacker hören werden. Wir haben diesen Seminarblock mit den neuen Merkmalen einer gesunden Gemeinde abgeschlossen, und heute Abend werden wir etwas von Matt hören über die Renaissance des Evangeliums in Nordamerika, den reformatorischen Aufbruch.
Matt ist ja auch der Geschäftsführer und Mitinitiator der großen Together for the Gospel-Konferenz in den Vereinigten Staaten, bei der sich beim letzten Mal bis zu 7.000 Pastoren getroffen haben. Sie findet alle zwei Jahre statt. Und dort ist ein Aufbruch in Amerika zu sehen. Matt wird uns jetzt ein wenig mit hineinnehmen und uns dazu einige Dinge sagen.
Danach werden wir von Matthias Lohmann hören, was es mit Evangelium 21 auf sich hat, welche Ziele und welche Vision dahinterstehen. Wie geht es weiter? Was stellen wir uns eigentlich vor? Wohin soll die Reise gehen? Wir sind ganz gespannt auf euch beide.
Also herzlich willkommen noch einmal, Matt Schmacker, vielen Dank für deinen guten Dienst, und Matthias, dir auch. Die beiden begrüßen wir noch einmal mit einem richtig kräftigen Applaus.
Ich wurde gebeten, etwas dazu zu sagen, was wir an ermutigenden Entwicklungen erleben durften in unserem eigenen Werk, in unserem eigenen Land. Aber ich muss euch sagen, ich tue das mit einer gewissen Vorsicht.

Vorbilder, Nachahmung und geistliche Weitergabe

Also, bei so einer Konferenz zu sprechen, da könnte man denken, dass ich irgendwie ein ganz professioneller bin, vielleicht eine erfolgreiche Person. Und in gewisser Weise erhebt man sich selbst so ein bisschen als Vorbild. Das ist etwas Gefährliches, das zu tun.
Aber ist es nicht interessant, dass der Apostel Paulus genau das auch tut? 1. Korinther 11,1 ist ein kurzer Vers. Paulus sagt: „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin.“
Dann sagt er in 1. Thessalonicher 1,6 noch einmal dasselbe. Dort heißt es: „Und ihr seid unsere und des Herrn Nachahmer geworden, indem ihr das Wort unter viel Bedrängnis aufgenommen habt, mit Freude des Heiligen Geistes.“ So dass ihr Vorbilder geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaia.
Jetzt helft mir doch mal: Warum sagt Paulus, „Seid meine Nachahmer“? Weil er Christus nachahmt. Ist das Stolz, Hubris, Übermut, Arroganz? Nein, es ist Ermutigung. Er motiviert sie.
Was sagt Paulus also zu Leitern? Sollen wir diesen nachahmen? Es gibt also ganze Ketten von Gehorsam, und Gott ist immer der Erste.
Okay, Frank, steh auf. Christian, steh auf. Wo ist Andy? Andy, welcher Pastor fehlt mir noch von der Arche? Wolfgang, steh auf. Du besonders, steh auf. Fehlt mir noch irgendein Pastor? Noch irgendein Pastor aus der Arche, der hier ist? Teil des pastoralen Teams? Solltet ihr diesen Leuten nachahmen? Also, zumindest einer glaubt das. Ihr könnt euch wieder hinsetzen, danke.
Wir haben über die Qualifikationen von Ältesten aus 1. Timotheus und Titus gesprochen. Warum haben wir solche Qualifikationen, solche Ansprüche? Weil Gott uns das Geschenk gibt von Menschen, denen wir nachahmen sollen. Folgt nicht einfach jedem nach. Seid Nachahmer von Menschen, die so leben, wie es hier steht. Lebt diese Form von Leben: qualifiziertes Leben, nicht als Trunkenbolde, sondern als Leute, die ihrem Haushalt gut vorstehen, die in der Lage sind zu lehren. So solltet ihr leben, Gemeinde. Folgt diesen nach, ahmt sie nach.
Und nochmals zu 1. Thessalonicher 1,6: Paulus lobt sie hier, weil sie ihm und dem Herrn gut nachahmen, weil sie das Wort von Paulus aufgenommen haben. Und was sagt es dann? Hört es da einfach auf? Nein, sie wandten sich um und wurden ein Beispiel für alle Gläubigen. Es ging dann weiter, und nun wurden sie wieder zu Vorbildern für alle anderen Gläubigen.
Seht ihr das? Nachahmen und dann Vorbild sein. Also sollt ihr nachahmen, und dann sollt ihr selbst Vorbilder sein.
Wenn ich heute Abend überhaupt irgendeine Ambition habe, dann ist es die, dass ich in gewisser Weise ein Vorbild für euch sein darf. Denn alles, was ich gelernt habe, habe ich wiederum von jemand anderem gelernt. Ich habe andere nachgeahmt.
 Galater 6,14: „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“
Ich habe mehr bekommen, als ich es verdiene. Ich habe alles bekommen. Wenn ich irgendetwas mit euch teilen kann, dann nur, weil ich es vom Herrn empfangen habe. Und wenn ich überhaupt irgendetwas weiterzugeben habe, dann nur, weil ich es vom Herrn bekommen habe.
Der Herr hat uns reich beschenkt, und ich habe Dinge bekommen, die ich nicht verdient habe. Er hat mir ganz treue Vorbilder gegeben, was es bedeutet, ein Vater für meine Kinder zu sein. Er gab mir treue Vorbilder von Männern, die ihrer Gemeinde gut vorgestanden und sie betreut haben. Er zeigte mir durch andere Männer, wie ich mit Gottes Wort umgehen sollte.
Ich weiß, wie man hoffen und geduldig sein kann. Aber alles, was ich weiß, alles, was ich überhaupt weiß, ist, weil ich es von anderen Menschen gelernt habe.
Und von daher komme ich einfach nur als ein Nachahmer, und trotzdem hoffe ich, ein gewisses Vorbild zu sein.

Eine Gemeinde lernt, was Treue bewirken kann

Ich möchte euch einfach ein paar ermutigende Berichte geben, aus unseren eigenen Erfahrungen mit Gemeindereform und dem Wachstum, das wir in unserer eigenen Gemeinde gesehen haben.
Es ist 1994, und Mark Dever ist gerade neu als Pastor eingesetzt. Die Gemeinde ist größtenteils alt, und fast leer. Mark kommt aus ländlichen Gebieten in Kentucky. Ich komme aus ländlichen Gebieten in Pennsylvania. Und hier finden wir uns mitten in einer Stadt wieder, die im Großraum drei Millionen Menschen hat. Wir glauben nun, dass wir helfen sollen, in dieser Gemeinschaft etwas aufzubauen. Wir denken, dass wir berufen sind, hier in dieser Stadt ein Zeugnis aufzubauen.
Wir brauchen sehr schnell jemanden, an dem wir uns orientieren können. So rufen wir James Montgomery Boice an. Er ist inzwischen leider sehr früh an Krebs verstorben, aber 1994 war er noch sehr lebendig. Er war erst der dritte Pastor in ungefähr 80 Jahren in Philadelphia, in über 80 Jahren der Gemeinde, der Zehnten Presbyterianer Gemeinde in Philadelphia. Und wir haben gefragt, ob wir zu ihm kommen könnten und einen Tag mit ihm und seinen Mitarbeitern verbringen dürften.
Wer von euch hat schon einmal von James Montgomery Boice gehört? Und wer von euch hat schon einmal seine Stimme gehört? Das war ein älterer Mann, oder war ein älterer Mann, der die Stimme Gottes hatte. Als jüngere Männer, die wir in seine Gegenwart kamen, war das ziemlich einschüchternd. Wir hatten nichts, worauf wir hätten stolz sein können, und er hatte eine ganze Menge.
So machten wir uns auf den Weg nach Philadelphia. Wir kamen früh in der Stadt an. Wir wollten nicht zu früh auftauchen und zu eifrig wirken, also liefen wir zunächst durch die Stadt. Dabei entdeckten wir die First Baptist Church of Philadelphia, die für amerikanische Verhältnisse erstaunlich ihren 300. Geburtstag feierte. Das ist sehr alt für eine amerikanische Gemeinde. Und wir dachten: Mensch, den Pastor wollen wir kennenlernen, lass uns mal reingehen.
Wir klopften an die Tür, klopften noch einmal, und niemand kam. Wir sagten: Oh Mensch! Wir drehten uns schon um und wollten gehen, und auf einmal ging die Tür dann doch auf. Da kam dieser ältere Mann mit diesem ganz langen Bart und öffnete die Tür. Er sah aus wie ein Amisch. Er hatte diese kleine Brille, diese kleine Nickelbrille.
Dann fingen Mark Dever und dieser Pastor an, miteinander zu reden. Sie versuchten, sich gegenseitig theologisch einzuordnen, und es war ein bisschen so, als würden zwei Hunde aneinander riechen. Wir merkten ziemlich schnell, dass dieser Pastor nichts von dem glaubte, was wir glaubten.
Also sagten wir einfach: Können wir euer Heiligtum sehen, euer Gebäude? Vielleicht dürfen wir mal dein Gebäude sehen. Wir gingen hinein, und dort war dieses wunderschöne Heiligtum. Als wir da reinkamen, war es eine herrliche Gemeinde. Man hätte nicht einmal einen kleinen Riss an der Wand finden können. Und dieses Gebäude war 300 Jahre alt. Wer hat denn dieses Gebäude eigentlich entworfen, sag mal?
Der Teppich war wunderbar, keine Flecken. Es hatte diesen goldenen Bogen. Wir sagten: Das ist ja wunderbar. Wie schafft ihr es zu finanzieren, dass ihr das so in diesem Zustand erhaltet? Ihr müsst ja unheimlich viele Leute haben, die ganz viel Geld geben. Sie hatten nur vielleicht ein Dutzend oder zwei Dutzend Leute. Wie macht ihr das? Wie könnt ihr das so wunderbar renovieren?
Und er sagte, wir hätten Geld von einer Stiftung bekommen, von der Andy Warhol Foundation. Kennt ihr den Namen Andy Warhol? Einige von euch sagen vielleicht, er sei ein berühmter Popkünstler aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren in Amerika gewesen. Er war berüchtigt für sein sehr gottloses Leben. Ich habe überhaupt keine Hoffnung, dass er mit Christus gestorben ist. Und es war das Geld dieses gottlosen Mannes, durch das diese Baptistengemeinde, dieses Gebäude, renoviert wurde.
Habt ihr das Bild vor Augen? Da geht kein Wort Gottes aus, das Gebäude ist wunderschön, und es ist mit gottlosem Geld renoviert worden.
Wir gingen dann schnell hinaus und machten uns auf den Weg zur Zehnten Presbyterianer Gemeinde. Jetzt war es Zeit für den großen Boice, James Montgomery Boice. Und wenn du dann auf dieses Gebäude zukommst, siehst du überall Leute. Die Baptistengemeinde war leer, erinnert euch? Im Keller der Kirche ist eine Schule für 200 unterprivilegierte, also arme Kinder. Und oben gibt es eine Mission für die Armen. Und hinten ist ein Outreach-Programm für Aidskranke und HIV-Infizierte. Außerdem laufen dort mehrere christliche Radioprogramme.
An diesem Ort wurde die Allianz der bekennenden Evangelikalen in den USA begründet, die ähnlich gesinnte Pastoren für Gemeinschaft und Lehre zusammenbringt. Aber vor allem ist die Gemeinde seit 80 oder vielleicht inzwischen 100 Jahren dort, und Gottes Wort wird jeden Sonntag gepredigt. Die Gemeinde ist am Sonntag proppenvoll. Da sind so viele Leute da, dass der Teppich total abgelaufen ist und die Wände schmutzig sind. Und sie haben sicher einen Riss an der Wand.
Seht ihr den Unterschied? Wir waren hingegangen, um etwas zu lernen, um es nachzuahmen, und wir haben dieses lebendige Bild davon bekommen, was das Wort Gottes tut und was es nicht tut.
No word, no people, godless money. The word, lots of people, lots of ministry.
Und das war das, was wir für unsere kleine Gemeinde wollten.

Samen säen, Bücher übersetzen und Bewegung auslösen

Noch eine andere Geschichte: Richard Denham hat in den 1950er-Jahren mit seiner jungen Frau aus Amerika in Brasilien gelebt. Ein Mann namens Richard Dannen ist mit seiner Familie in den Fünfzigerjahren aus den USA nach Brasilien gezogen. Seine Frau war Konzertpianistin und besaß einen großen Flügel.
Um ihren Mann zu unterstützen, hat sie in seiner Vision dieses Klavier verkauft und ist ihm nach Brasilien gefolgt. Von dem Flügel, also von dem Geld daraus, haben sie dann ein Aluminiumboot gekauft und sind damit den Amazonas hinuntergefahren, zu einem kleinen Stamm von Indianern, unerreicht im Dschungel.
Ihr Männer, könnt ihr euch vorstellen, eure Frauen zu so etwas zu überreden? Die Frau, das ist mein wahrer Held!
Sie haben zehn Jahre im Dschungel verbracht und eine Bekehrung erlebt. Aber Richard hatte ein größeres Verlangen. Er wollte alle portugiesisch sprechenden Menschen erreichen. Das Evangelium gab es dort nicht. Und dann ist er aus dem Dschungel in die Stadt São Paulo gezogen.
Dort nahm er Bücher, von denen er dachte, dass das das sei, was Pastoren lesen müssten, und er hat sie übersetzt. Mit all dem Geld, das er irgendwie bekommen konnte, hat er diese Bücher übersetzt. Dann hat er sie gedruckt und verschenkt. Über viele Jahre, Jahr für Jahr, hat er so viele Bücher gedruckt und verschenkt, wie er nur konnte.
Was macht Richard? Er sät Samen. Und ich kann euch sagen: Dieser Mann hat 50 Jahre später Tausende von Pastoren zugerüstet, sie um sich versammelt und Tausende von Büchern übersetzt. Das Wachstum der evangelikalen Gemeinden in Brasilien geht auf einen Mann und seine Frau zurück, die ein Piano verkauft und ein Brot gekauft haben.
Und jetzt übernimmt ihr Sohn, der dort in Brasilien aufgewachsen ist, den Dienst, weil Richard jetzt sehr alt ist.
Das ist Richard Denham in Brasilien.
Es gab einen anderen Mann, der Ernie Reisinger genannt wurde. Und dann gibt es noch einen anderen Mann, Ernest Reisinger, der in den 50er- und 60er-Jahren angefangen hat, Bücher von einem Mann namens Spurgeon zu lesen. Als er das las, merkte er, dass die Theologie in den USA nicht bekannt war. Er hat dann sein eigenes Geld genommen und angefangen, Bücher wieder auf den Markt zu bringen.
Er hat diese Kisten voller Bücher zu den Bibelseminaren in den USA gebracht und sie dort verteilt, Seminar zu Seminar, Jahr zu Jahr. Und dann haben sich die Gedanken verändert, das Denken der Menschen hat sich verändert. Die Leute haben auf einmal entdeckt, dass die Theologie von Spurgeon dieselbe Theologie war, die auch die Begründer der südlichen Baptisten in den USA vor vielen Jahren hatten.
Dieser Gemeindebund der Southern Baptists wurde 1850 begründet, und deren Theologie damals war ganz richtig und ganz tiefgehend. Aber nach vielen Generationen hatten wir diese Theologie komplett vergessen.
Er fing dann einen kleinen Dienst an, der sich Founders nennt. Das Ziel war, Pastoren bei den Southern Baptists daran zu erinnern, was ihre Founders glaubten, also woran ihre Gründerväter geglaubt hatten.
Über mehrere Jahrzehnte war dieser Dienst von Founders sehr klein, in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren ganz klein. Diese jungen Männer, die in dieser Zeit im Seminar waren und mit dieser Theologie konfrontiert wurden, kamen dann irgendwann aus dem Seminar heraus und in die Kanzeln der Gemeinden. Oder sie leiteten später selbst die Seminare als Präsidenten. Im Laufe der Neunzigerjahre und in den Zweitausendern fing diese Bewegung dann auf einmal an, hochzukommen und zu wachsen.
Und ganz ehrlich, ich glaube, das hat teilweise mit Technologie zu tun. Das Internet macht es möglich, dass wir einander finden. Wir sind inzwischen nicht mehr auf die Menschen beschränkt, die wir physisch einfach so treffen können. I can find a man in California and in Massachusetts and have fellowship with them. Ich kann fast gleichzeitig jemanden in Kalifornien und in Massachusetts, also an der Ost- und Westküste, finden und mit ihnen gleichzeitig Gemeinschaft haben. Ich brauche jetzt keinen baptistischen Bürokraten mehr, der uns irgendwie vernetzt und zusammenbringt.
Wir haben uns dann kennengelernt und gemerkt: Mensch, wir haben hier verschiedene Gruppen, die Dinge gemeinsam haben. Und dann haben wir auf einmal gemerkt, dass unsere kleine Gemeinde vielleicht auch andere Gemeinden unterstützen kann.
Ich habe vorhin zu einigen Leuten gesagt: Wenn wir eine gesunde Gemeinde inmitten von neun ungesunden haben, wer gewinnt dann das Zeugnis in meiner Stadt? Die neun ungesunden Gemeinden, weil sie viel mehr sind. Und deswegen ist es so wichtig für die eine gesunde Gemeinde, jetzt die anderen Gemeinden anzusprechen, mit ihnen in Verbindung zu kommen und zu sehen, wie wir ihnen helfen können, gesünder zu werden.
Also, so gut es auch ist, darüber zu reden, eine gesunde Gemeinde zu sein, denke ich, es ist noch viel besser, nicht nur über Gemeindewachstum nachzudenken, sondern darüber, wie das Evangelium in meiner Stadt wachsen kann. Und vielleicht nicht nur darüber, wie das Evangelium in meiner Stadt weitergehen kann, sondern in meinem ganzen Land. Was kann meine Gemeinde tun, um das Evangelium in der ganzen Welt wachsen zu lassen?
Also, wenn ich mit diesen Geschichten ein Ziel habe, dann ist es das folgende, meine lieben Brüder und Schwestern: Denkt größer!

Von kleinen Schritten zu sichtbarer Wirkung

Wir haben also angefangen, uns nach außen hin zu öffnen. Wir haben eine kleine Broschüre gedruckt: Neun Merkmale einer gesunden Gemeinde. Und dann haben wir sie verschenkt, so viele wir konnten, an alle Seminarstudenten und Pastoren, die wir treffen konnten, an jeden, der sie haben wollte.
Nach einiger Zeit hatten wir über hunderttausend dieser kleinen Broschüren verschenkt. Dann kam ein Verleger und sagte, daraus sollten wir jetzt ein Buch machen. Und Mark sagte: Ich schreibe keine Bücher, ich schreibe Predigten. Daraufhin sagte der Verleger: Okay, dann schreib einfach neun Predigten, und wir fassen sie zusammen. Dann ist es ein Buch.
Die erste Predigt, die er gehalten hat, war eine thematische Predigt über textauslegendes Predigen. Aber dann wurde dieses Buch in Tausenden von Exemplaren verkauft.
Wir waren noch gar nicht so darauf konzentriert, uns nach außen zu wenden. Wir waren immer noch dabei, unsere eigene Gemeinde ein wenig in Ordnung zu bringen, das habt ihr ja vorhin gehört. Wir waren ganz sicher noch keine vorbildliche Gemeinde. Aber so unvollkommen wir auch waren, wir hatten ein Herz dafür, andere Männer auszubilden.
Dann haben uns einmal ein paar Studenten aus dem Seminar, aus dem Bibelseminar, angerufen. Sie sagten: Können wir mal kommen und eure Gemeinde besuchen? Wir wollen nur für das Wochenende kommen. Und dann haben wir gesagt: Ja, wir haben ein bisschen Zeit, um mit euch zu sprechen, aber ihr könnt einfach mit uns anbeten.
This young man at the end of the weekend described us this way.
Dieser junge Mann, dieser Student, sagte am Ende des Wochenendes zu uns, er nannte uns den Jurassic Park, ihr kennt den Film mit den Dinosauriern. He said, I've read about dinosaurs. Er sagte: Ich habe über Dinosaurier gelesen, und ich habe sogar ein paar Bilder von Dinosauriern gesehen, aber was hier los ist, hier leben ja Dinosaurier!
Die Predigt von Gottes Wort mit so viel Ernsthaftigkeit und Mitglieder einer Gemeinde, die wirklich Beziehung miteinander leben. Und wir hatten an dem Abend eine Mitgliederversammlung, und an diesem Abend mussten wir Gemeindezucht bei einem Mitglied üben, und der war dabei. Und er sagte: Ich habe in Kirchengeschichtsbüchern über Gemeindezucht gelesen, das habe ich noch nie erlebt. Und er ging dann zurück zu seinen Freunden und sagte: Ihr müsst da hochsehen.
Wir machen jetzt drei Weekender jedes Jahr. Das machen wir jetzt seit zwölf Jahren. Und inzwischen gibt es über tausendfünfhundert Männer, die durch diese Wochenenden gegangen sind.
Wir waren nicht perfekt, und wir sagten nicht, dass wir perfekt sein werden. Wir wollten nur, dass die Tür geöffnet wird und die Leute hereinkommen und sehen, wie wir hier leben. Wir wollen einfach nur ganz ehrlich den Vorhang zur Seite ziehen und sagen: Schaut euch an, wie wir hier leben. Wir sind eine ganz normale Gemeinde. Wir geben den Leuten einfach die Möglichkeit, in unser Leben hineinzukommen und uns anzusehen.
Die Neun Merkmale einer gesunden Gemeinde kamen letztendlich über so einen Gemeindebrief. Zuerst waren sie ein Brief, aber dann hat Mark sie im Gemeindebrief in neun Episoden gebracht, und dann hat Matt gesagt: Lass uns das zusammenführen und ein kleines Büchlein daraus machen.
Das waren nur ganz kleine Schritte, die einfach so zueinander kamen, und daraus ist dann dieser Dienst entstanden.

Die Kraft treuer Tage und die Frage nach echter Grösse

Ich möchte dazu noch Folgendes sagen: Wie viele von euch haben eine christliche Biografie gelesen? Wie viele von euch waren beim Lesen von Biografien richtig ermutigt? Und ist das nicht erstaunlich? Auf vielleicht ein paar hundert Seiten bekommst du das ganze Leben eines Mannes oder einer Frau mit.
Whitfield, Wesley, von Whitfield oder von Wesley oder von Martin Luther oder von Spurgeon. Und ich habe meinen Kindern aus dem Leben von Susanna Wesley vorgelesen. Das war unheimlich ermutigend.
Sind diese Leute nicht hervorragend? Weiß ich das gar nicht so genau. Und wisst ihr, das ist, was ich glaube, was tatsächlich geschieht: Wir können relativ schnell durch so ein Buch lesen und sagen: Oh, was für ein wunderbares Leben. Aber ich glaube, wenn du neben diesen Leuten gelebt hättest, dann hätte es sich nicht so großartig angefühlt. Es hätte vielleicht sogar ein bisschen normal gewirkt.
Ich glaube, ein großartiges Leben ist die Ansammlung von vielen treuen Tagen. Ein ordentliches Leben ist die Ansammlung durchschnittlicher Tage. Ein großartiges Leben ist die Ansammlung durchschnittlicher Tage. Und ein großartiges Leben ist die Ansammlung von treu gelebten Tagen. Jeden Tag einfach aufstehen und es wieder tun.
Ich werde diese stille Zeit haben, und dann gebe ich das Wort weiter an meine Frau und an meine Kinder. Und ich werde zu meinen Freunden und zu meinen Nachbarn die Wahrheit sprechen. Und ich nehme vielleicht Unannehmlichkeiten auf mich, um jemand anderem zu dienen. Und ich werde etwas unternehmen, um das Evangelium weiterzugeben an die Leute, die ich kenne.
Ich glaube, das ist das, was wir bei all diesen Leuten gesehen haben, von denen ich hier gerade vorgelesen habe. Ja, ihr kennt Whitfield und Wesley. Wie viele Tage haben diese Leute auf dem Pferderücken, durchnässt vom Regen, verbracht, aber sie sind einfach immer weitergegangen.
Also hatte ich neulich ein Mittagessen mit einem jungen Seminarstudenten. Und ich fragte ihn: Warum bist du eigentlich im Bibelseminar? Und dieser Mann, der hatte ganz viel, das war ein junger Mann mit ganz viel Dampf, aber er war auch demütig. Und er sagte: Ich möchte großartige Dinge für Gott tun.
I hear this a lot from young men. I want to do great things for God. I said, Brother, I don't want to discourage you. But how about if you just do faithful things for a great God?
Treue Dinge für einen großen Gott tust. Seht ihr den Unterschied? Wo ist die Betonung? Meine großartigen Dinge für Gott oder meine treuen Dinge für einen großartigen Gott?
Was machen wir? Wir stehen auf und sehen die Saat. In 1. Korinther 3,6 sagt Paulus: Ich habe gesät, Apollos hat gewässert. Und wer gab das Wachstum? Gott.
Alles, was ich tun kann, ist pflanzen. Alles, was ich tun kann, ist wässern. Und dann stehen wir zurück und sehen, was der Herr tut. Und dann gehe ich einen Schritt zurück und schaue, was Gott tut.
Ich habe keine Ahnung, warum er manche scheinbar so übermäßig segnet, andere nicht so sehr. Ich habe von einigen von euch eure Geschichten gehört, und ich habe nicht die Antwort, warum. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum es bei manchen wirklich schwer ist, überhaupt nur einige zu sammeln, und bei anderen das scheinbar so ganz leicht von der Hand geht.
Aber das weiß ich: Ich kann sehen und ich kann gießen. Ich kann nicht das Wachstum herbeibringen, das kann nur Gott.

Klarheit des Evangeliums und gemeinsames Zeugnis

Eure Theologie spielt hier wirklich eine wichtige Rolle, nicht wahr? Denn was wollen die Gemeindewachstumsexperten euch erklären? Ihr braucht bessere Musik, ihr braucht bessere Beleuchtung, ihr braucht bessere Parkplätze, ihr braucht bessere Schilder draußen, kürzere Predigten, mehr Anspiele. Gib den Leuten, was sie wollen! Wir haben jetzt Predigten über Sex, zehn Wege für besseren Sex. Das wollen die Leute hören!
Ein Schreiber, der für das Wall Street Journal schreibt und von dem ich nicht glaube, dass er Christ ist, hat Folgendes geschrieben. Das war eine Frau, die sagte: Wenn wir tatsächlich Engel haben und wenn die wirklich so um uns herum sind, dann we are embarrassing them. We are embarrassing them with what we say and what we do. She said, I was at a religious university in America and I was asked to speak on faith and politics with other panelists.
Ich war an einer christlichen Universität in den USA und ich wurde gebeten, bei einem Panel mit anderen Leuten über Glaube und Politik zu reden. Und innerhalb von 15 Sekunden haben wir über Sex gesprochen. Ist das, was unsere Kultur will? Lassen Sie die Kirche etwas anderes antworten, aber geben Sie den Leuten die Wahrheit! Aber gib den Leuten etwas anderes, gib ihnen die Wahrheit!
Ich möchte treu sein für einen großartigen Gott. Und ich werde der Beobachter sein, wenn Gott agiert. Wenn wir einen Neubekehrten in der Gemeinde taufen, dann machen wir das nicht so heimlich und wenden uns von ihm ab, am Abend, wo keiner da ist. Ich hoffe, dass ich jetzt hier niemandem auf die Füße trete.
Wir predigen Gottes Wort am Sonntagmorgen, wir singen ein Lied, und dann bringen wir die Frischbekehrten nach vorne und lassen sie ihr Zeugnis geben. Und die sollen sagen: So hat Gott mich gerettet. Und dann bringen wir sie hier zum Taufbecken, und wir taufen sie hier im Angesicht aller.
Wer hat diese Bekehrung herbeigeführt? Diese kleine Baptistengemeinde mit ihrem tollen Predigen? Nein, wir können niemanden retten. We plant and we water, and then we stand back and we watch to see what the Lord does. Wir sehen einfach nur die Saat, und dann gießen wir sie, und dann gehen wir zurück und gucken, was Gott tun wird.
Aber da ist noch etwas mehr, was wir sehen, nicht nur Bekehrte in unserer Gemeinde. Wir sehen jetzt durch neun Merkmale, durch Nine Marks, wie sich diese Ideen in vielen Gemeinden verbreiten. Wir sehen jetzt, wie das, was in den Baptistengemeinden in den USA nicht da war, nämlich Älteste, wieder eingeführt wird. Es gibt wieder gemeinsame Gemeindeleitungen, die die Herde jetzt treu versorgen. Gläubige evangelistische Techniken verschwinden. Und wir sprechen jetzt in unserer Evangelisation wieder von einem Kreuz voll Blut.
Wir sehen jetzt auf einmal wieder, wie in Gemeinden treu Gottes Wort verkündigt wird. Wir sehen jetzt wieder das, worüber ich gestern sprach, nämlich dass die Gemeinde wieder so ganz anders aussieht als die Welt.

Zwei Konferenzen, zwei Modelle, ein gemeinsames Zentrum

Let's see if we can bring many pastors together who believe the same thing, und dann haben wir uns irgendwann gedacht: Jetzt lass uns doch mal versuchen, ob wir viele Pastoren zusammenbringen können, die so ähnliche Dinge glauben.
Let's see if we can gather pastors together who believe the same gospel we believe. Lass uns mal versuchen, Pastoren zusammenzubringen, die das gleiche Evangelium glauben, das wir glauben. We may differ on baptism and Wir haben vielleicht unterschiedliche Meinungen zur Tauffrage oder zur Gemeindestruktur, und vielleicht haben wir auch ganz unterschiedliche Musik. Aber lasst uns mal sehen, ob es da nicht noch genug andere Pastoren gibt, die das gleiche Evangelium glauben wie wir und das treu verkündigen.
Dieser Gedanke kam aus der Freundschaft hervor, aus vier Männern: Mark Dever, C.J. Mahaney, Ligon Duncan und Al Mohler. Ja, du musst ja nie alle wiederholen, genau, Al Mohler. Dann haben sie gesagt, wir nennen das einfach mal gemeinsam für das Evangelium. Together for the Gospel. Und dann haben sie mich gefragt, ob ich das Ganze organisieren würde.
Versuche mal, die vier Leute zu organisieren. Das ist so, wie wenn du versuchst, eine Herde Katzen zusammenzuhalten. Aber woraus besteht eine gute Konferenz? Aus dem Thema und aus den Predigern und Lehrern. Okay, also an Alistair Begg bin ich eventuell interessiert, es kommt ein bisschen darauf an, worüber er redet und wer noch dazukommt. Aber wenn du diese vier Superprediger immer zusammen hast, das könnte schon mal ganz gut sein.
Aber die vier sagten: Ach, weißt du was, wir kommen einfach zusammen und reden über das Evangelium, weil das macht uns Spaß, das machen wir sowieso immer. Und es ist relativ egal, wer dann dazu kommt. Also 2006 haben wir dann einen Raum gemietet, der war ungefähr doppelt so groß wie der hier. Und weißt du, was passiert ist? Da war nicht ein leerer Platz. Da gab es so viele Pastoren, die über das Evangelium reden wollten und zusammenkommen wollten.
Uns wurde auf einmal klar: Es liegt an uns, unserer Generation, das Evangelium immer wieder klarzumachen, immer wieder. Denn ihr wisst doch auch hier in Deutschland, oder, dass die Definition des Evangeliums freiwillig ist? Da kann jeder damit machen, was er will. Und deshalb ist es für euch, für eure Generation, keine Zeitverschwendung, wenn ihr das Evangelium immer wieder ganz klar macht, immer wieder neu verkündigt, für dein Land, für deine Gemeinschaft, für deine Gemeinde.
Und so haben wir uns dann entschieden, 2008 das normal zu machen. Und auf einmal kamen 5 Pastoren. Und dann haben wir es nochmal gemacht, 2010. Und 8 Leute kamen zusammen. Und wir werden das ganze nächste Jahr wieder machen. Und wir brauchten ein neues Gebäude. Ich habe keine Ahnung, wie viele Leute kommen werden. Es ist für uns auch nicht so wichtig. Wir wollen einfach, dass jeder, der das gleiche Evangelium liebt und das nochmal verdeutlicht haben möchte, dass der kommt. Und alle können machen, was sie wollen, wir bleiben bei diesem Evangelium.
Ist euch schon mal aufgefallen, dass fast keiner jemals das Evangelium wirklich komplett ablehnt? Die nehmen nur manchmal so kleine Teile weg, Stück für Stück, und deswegen wollen wir das ganze Evangelium klar machen. Jedem jungen Mann, der aus dem Seminar kommt, für jeden älteren Pastor, der in seiner Gemeinde kämpft, wollen wir, dass Gott die Wachstumssicht schenkt.
Dein Job ist es einfach nur zu säen und zu gießen. Arbeitest du? Du arbeitest und dann gehst du zurück und siehst, wie Gott dann arbeitet. Säe das Wort und bete, und dann schau, was Gott tut.

Die beteiligten Leiter und ihre Profile

Hat er wen? Wer sind sie, was machen sie?
Okay, Mark Dever ist einer der vier Männer, die die Together for the Gospel Conference leiten. Mark Dever ist der Pastor der Capitol Hill Baptist Church. Also, die vier Leute von Together for the Gospel – nur weil die Frage gerade gekommen ist – Mark Dever ist der Pastor unserer Gemeinde, der Capitol Hill Baptist Church.
C. J. Mahaney leitet Sovereign Grace Ministries. Das ist eine Gruppe von Gemeinden, also eine Art Gemeindebund mit ungefähr hundert Gemeinden. Und C. J. Mahaney ist der Leiter von Sovereign Grace Ministries.
Ligon Duncan ist der Hauptpastor einer großen presbyterianischen Gemeinde, der First Presbyterian Church in Jackson, Mississippi. Eine wirklich große Gemeinde.
Albert Mohler ist der Präsident des großen Southern Baptist Seminary. Das ist wahrscheinlich das größte Baptisten-Seminar der ganzen Welt.
Und bei jedem Mal kamen dazu Leute wie John Piper, John MacArthur und R. C. Sproul. Dann kamen neue Leute dazu wie Thabiti Anyabwile. Thabiti Anyabwile ist ein Afroamerikaner, der jetzt Pastor auf Grand Cayman ist.
Kevin DeYoung ist ein Pastor in Michigan, ein relativ junger Mann, der einige sehr gute Bücher für junge Leute geschrieben hat.
Matt Chandler ist ein Pastor in Dallas, Texas. Er leitet dort eine große Kirche und erreicht viele junge Menschen. Das ist ein junger Pastor, der inzwischen eine große Gemeinde hat und auch viele junge Leute beeinflusst.
Und dann David Platt. Er ist ebenfalls ein junger Pastor in Alabama und wird auch 2012 dabei sein. Er sagt: Get rid of everything that they can so that they can give more to missions. Das ist eine Gemeinde, die, als er dort hineinkam, sehr reich war. Und er hat dort in dieser Gemeinde dafür gesorgt, dass im Budget über alles nachgedacht wird und alle Ausgaben, die irgendwie nicht notwendig waren, zugunsten von Mission umgeleitet werden. Und seine Gemeinde tut heute wunderbare Arbeit in diesem Zehn-40-Fenster, in diesen unerreichten Gebieten in der Türkei, im Mittleren Osten und so weiter.
Es gibt im Prinzip zwei Organisationen, die sich ein bisschen unterscheiden. Die eine ist eine eher geschlossene Gruppe, also Together for the Gospel, das heißt gemeinsam für das Evangelium. Das ist eine geschlossene Organisation, und die Leiter haben im Prinzip ein Bekenntnis geschrieben. Darin steht, was sie glauben und was sie nicht glauben. Sie glauben an die Wahrheit des Evangeliums und lehnen diese falschen Lehren ab. Und sie haben gesagt: Entweder bist du Teil dieser Box oder du bist es nicht. Es ist eine geschlossene Gruppe. Versteht ihr, was ich meine?
Dann gibt es noch eine zweite Gruppe, die ein bisschen anders organisiert ist. Sie nennt sich „im Zentrum geschlossen“. Das ist im Prinzip wie eine Linie, und mitten auf dieser Linie haben sie, wenn du so willst, einen Punkt festgelegt. Durch ein doktrinäres Statement würden sie sagen: Das ist, was wir glauben. Und durch ein Glaubensbekenntnis haben sie gesagt: Das ist, was wir glauben. Sie sagen, du kannst rechts und links von uns sein. Wir werden immer wieder versuchen, das Argument hier in das Zentrum hineinzubringen. Und genau das ist es, was die Gospel Coalition macht. Sie hat dieses Zentrum also festgelegt. Sie sagen: Das ist, was wir glauben. Und du kannst Teil unserer Vereinigung sein, egal wo du genau stehst.
D. A. Carson und Timothy Keller sind die beiden Leiter dieser Gruppe. Tim Keller ist Pastor in New York. D. A. Carson ist ein sehr bekannter Theologe in Chicago. Sie waren müde, das Christentum in den Medien zu sehen, und müde darüber, dass der christliche Glaube in den Medien immer falsch dargestellt wurde. Immer wenn das Fernsehen eine christliche Stimme wollte, holte es sich irgendeinen Extremisten, entweder einen ganz rechtsfundamentalistischen oder einen ganz linksradikalen. Und beide sollten angeblich repräsentieren, was wir Christentum nennen.
Carson sagte: Ich möchte die Wahrnehmung des Christentums neu zentrieren, und zwar genau hier. Es ist christlich, es ist nicht politisch links oder politisch rechts. Wir wollen hier eine Flanke und eine Flagge setzen, damit die Welt sieht: This is what real Christians are. And this is what they have done.
Sie haben also auch alle zwei Jahre eine Konferenz, in den Jahren, in denen wir keine haben. Wir sind also in den geraden Jahren dort, und sie sind in den ungeraden Jahren dort. Letzten April haben wir uns in Chicago getroffen, und dort waren ebenfalls fünftausend Pastoren versammelt.
Die Zahlen sind nicht wichtig. Amerika ist ein großes Land, deshalb sind die Zahlen natürlich größer. Und wie ihr mir hier während meiner Zeit noch einmal deutlich gemacht habt: Wir denken in den USA schon, dass wir in einer nachchristlichen Zeit leben, aber im Vergleich zu euch sind wir das noch gar nicht wirklich.
Aber um das noch einmal deutlich zu sagen: Worum es uns wirklich geht, bei Together for the Gospel und auch bei der Gospel Coalition, ist, das Evangelium wieder ganz klar zu verkündigen, gesunde Theologie zu leben und Beziehungen zu pflegen.

Gemeinschaft, Vertrauen und das Ende des Misstrauens

Sind wir Christen nicht irgendwie schon ganz schön misstrauische Leute? Und wir mögen es doch ein wenig, in unseren kleinen Gruppen zu sein, nicht wahr?
Also, bei Schmacker habe ich so ein bisschen meine Sorgen. Ich weiß nicht, ob der ganz in Ordnung ist. Und das ist wirklich nicht so gut. Ich bleibe lieber hier ganz bei mir selbst.
Warum machen wir Christen das eigentlich? Ist es Stolz? Angst?
Aber wenn ich hierher komme und Matthias erkenne, dann lebe ich von Verzweiflung. Wenn ich hierher komme und Leute kennenlerne, wenn ich sie richtig kennenlerne und ich wirklich misstrauisch bin, dann geht dieses Misstrauen fast immer weg.
Wir können eine ganze Menge finden, worin wir einer Meinung sind. Wenn wir Christus in unserem Leben haben, werden wir zusammen auf einmal relativ kräftig ganz anders, als wir es alleine könnten. Ein Seil aus drei Strängen reißt nicht so schnell. Nicht wahr, ihr kennt das.
Und Satan will uns trennen. Er will uns trennen. Du gehst mit Paulus, und du mit Apollos. Du gehst mit Carson, und du mit Moeller. Kommt zusammen und dann schaut, was ihr gemeinsam habt. Ermutigt einander, helft einander. Und der Herr wird das immer, immer, immer segnen.
Von daher missachtet nicht den Tag kleiner Anfänge. Kommt zusammen in Gruppen wie diesen und verkündigt neu das Evangelium für eure Generation. Lernt einander so gut kennen, dass ihr wirklich zusammenarbeiten könnt, dass ihr gemeinsam Dienst tun könnt.