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1. Johannes 4, 7

1. Johannes 4,702.01.2012
SerieTeil 15 / 18Der erste Johannesbrief
Wer Gott wirklich liebt, kann den Bruder nicht ignorieren. Seine Liebe zeigt sich nicht im Gefühl, sondern daran, ob du dem anderen mit derselben Geduld begegnest, die du selbst empfangen hast.
Jetzt hast du das schöne Lied abgebrochen.

Einordnung der zweiten Ermutigung zur Bruderliebe

Also, wir sind in Kapitel vier, Vers sieben, klein c, die zweite Ermutigung hier, klein c, die zweite Ermutigung.
Diese Liebe ist, also Bruderliebe, diese Liebe ist ein Kennzeichen der Geburt aus Gott und offenbart Gottes Wesen, Gottes eigentliches Wesen. Nochmal: Diese Liebe ist ein Kennzeichen der Geburt aus Gott und offenbart Gottes eigentliches Wesen, Gottes innerstes Wesen.
Kapitel vier, Vers sieben, Ende, plus Vers acht: Jeder, der liebt, ist aus Gott geboren worden und kennt Gott. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht, weil Gott Liebe ist.
Jeder, der liebt, jeder Liebende, haben wir wieder dieses, das kennen wir ja jetzt schon von Johannes, jeder Liebende, durativ, das heißt andauernde Handlung, jeder Liebende ist aus Gott geboren. Das kann nur wirklich lieben, kann ja nur jemand, der aus Gott geboren ist, auf die Dauer wirklich lieben. Und erkennt Gott. Wer nicht liebt oder der Nichtliebende, also der, dessen Leben nicht von dieser Liebe gekennzeichnet ist, kennt Gott nicht, hat ihn nicht kennengelernt, eigentlich hat ihn nicht kennengelernt, hat ihn nicht erkannt, weil Gott Liebe ist.
Das eigentliche Wesen Gottes ist die Liebe, das ist der eigentliche Charakter. Das Charakteristische an seinem Wesen ist die Liebe. Das Zweite ist die Heiligkeit. Wir haben es schon gehabt: Licht, Gott ist Licht, und Gott ist Liebe. Das sind diese zwei Pole des Charakters Gottes.
Das soll jetzt also eine Ermutigung sein zur Bruderliebe. Wir merken, wie der Apostel Johannes die Christen, wenn er sie zur Liebe aufruft, nicht einfach sagt: Ja, ihr sollt lieben, fertig, sondern er gibt Begründungen und motiviert zum Lieben. Das ist ein hervorragender Lehrer, mit dem wir es hier zu tun haben. Er begründet. Gott begründet, wenn er will, dass wir etwas tun. Dann begründet er das, und dann motiviert er uns dazu. Das sollen wir übrigens auch machen. Bei anderen und auch bei den Kindern in der Familie. Wir sollen begründen, warum ist das jetzt so wichtig, warum will ich, dass du das tust, und warum will ich das? Und dann, also er ist ein motivierender Gott. Hier ist es Johannes, den er gebraucht dazu.

Die Grundlage der Liebe in Gottes Sendung des Sohnes

Dritte Ermutigung in Vers neun und zehn, dritte Ermutigung, das ist jetzt klein d. Ja, ich habe jetzt hier meine ganze Gliederung geändert, also man muss jetzt einfach korrigieren. Also ich wiederhole: klein a war die Aufforderung zur Liebe, klein b war die erste Ermutigung: Diese Liebe ist aus Gott, klein c war die zweite Ermutigung: Diese Liebe ist ein Kennzeichen der Geburt aus Gott und offenbart Gottes eigentliches Wesen, klein d: dritte Ermutigung, die Grundlage für unsere Liebe ist Gottes Liebe. Sie wurde geoffenbart dadurch, dass er seinen Sohn sandte.
Also klein d, dritte Ermutigung: Die Grundlage für unsere Liebe ist Gottes Liebe. Gottes Liebe, geoffenbart in der Sendung seines Sohnes, oder? Diese Liebe wurde geoffenbart darin, dass er seinen Sohn sandte. Verse 9 und 10: In diesem wurde die Liebe Gottes unter uns geoffenbart, dass Gott seinen einzig geborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn lebten. In diesem besteht die Liebe nicht, dass wir Gott liebten, sondern dass er uns liebte und seinen Sohn sandte als Sühnung für unsere Sünden.
Also: Er liebte uns, als wir ihn noch nicht liebten. Eine Parallelstelle dazu ist ja Römer 5,8 und 5,10. In Vers 10: Gott erweist seine Liebe zu uns damit, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Als wir Feinde waren, wurden wir mit Gott versöhnt durch den Tod seines Sohnes. Gott hat uns zuerst geliebt, oder?
Und darauf weist er hin, sagt: Schau, die Grundlage für eure Bruderliebe ist, dass er euch zuerst geliebt hat. Das ist gut, wenn Geschwister zusammen sind und man vielleicht ein bisschen Schwierigkeiten miteinander hat und es irgendwie Krach oder Streit gibt. Dann macht man sich bewusst: Wir sind so geliebt von Gott. Dann wollen wir uns doch jetzt einander lieben und nicht eifersüchtig aufeinander sein. Wir sind alle gleich geliebt.

Die Konsequenz: Liebe als bleibende Schuld und Gemeinschaft mit Gott

E, kleine E, die Schlussfolgerung, Vers.
Die Schlussfolgerung ist also: Wir sind es schuldig, einander zu lieben. Aufgrund dieser Liebe sind wir schuldig, einander zu lieben. Geliebte, wenn Gott uns so liebte, sind auch wir schuldig, einander zu lieben.
Wir sind immer schuldig, oder? In Römer 13 sagt der Apostel Paulus, wir sollen keine Schulden machen, oder? Bleibt niemandem etwas schuldig, ich glaube, es ist Vers acht: Bleibt niemandem etwas schuldig, als nur einander zu lieben. Dann bleiben wir immer schuldig.
Eine vierte Ermutigung: Nachdem er jetzt als Schlussfolgerung gesagt hat, wir sind schuldig, einander zu lieben, jetzt, klein f, die vierte Ermutigung: Die Bruderliebe ist ein Kennzeichen dafür, dass Gott in uns bleibt oder in uns wohnt, in uns weilt. Vers zwölf.
Die Bruderliebe ist ein Kennzeichen dafür, dass Gott in uns weilt. Niemand hat Gott je angesehen oder angeschaut. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns zum Ziel gekommen.
Er ermutigt also weiterhin zur Bruderliebe, immer noch hier in Vers zwölf. Er sagt: Schaut, niemand hat Gott je gesehen, aber wenn wir lieben, dann wird etwas von diesem Wesen Gottes sichtbar. Daran wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr untereinander Liebe habt, hat der Herr Jesus den Jüngern gesagt, in Johannes 13, Vers 35. An diesem werden alle merken, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Johannes 13, 35.
Niemand hat Gott je gesehen. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns oder weilt Gott in uns. Das heißt, die Liebe, die Bruderliebe, erhält diese Gemeinschaft mit Gott. Wenn wir in der Liebe bleiben, dann genießen wir auch weiterhin diese Gemeinschaft mit Gott. Das ist erstens einmal ein Kennzeichen dafür, dass wir sie schon haben, die Gemeinschaft mit Gott, und zweitens bleiben wir dann auch dabei in dieser Gemeinschaft mit Gott.
Wenn wir nicht lieben, dann begeben wir uns ein bisschen aufs Glatteis, dann wird es gefährlich. Sollen wir schnell wieder zurückkommen zur Liebe?
Seine Liebe ist in uns zum Ziel gekommen. Manche Übersetzungen haben ja: Seine Liebe ist in uns vollendet. Aber das Wort für telos ist ja eigentlich auch das Ziel, oder? Nicht nur eigentlich, es ist sogar die erste Bedeutung des Wortes. Und deshalb dürfen wir hier schon die erste Bedeutung nehmen: zum Ziel gekommen. Darin ist seine Liebe in uns, also seine Liebe ist in uns zum Ziel gekommen.
Dass die Bruderliebe das war das Ziel Gottes in uns, er wollte, dass in uns diese seine Liebe sichtbar wird. Und die äußert sich dann in der Bruderliebe. Also er kam in unser Leben, damit wir lieben können. Damit wir ein bisschen so werden wie er in Bezug auf Liebe. Deshalb kam er, das war das Ziel seiner Liebe zu uns, dass wir mit ihm Gemeinschaft haben und dass wir aus dieser Gemeinschaft heraus den anderen lieben. Damit haben wir dann auch Gemeinschaft mit dem Anderen, mit dem Bruder und mit der Schwester.
Auch Christen müssen sich immer wieder entscheiden zur Liebe. Das ist nicht so automatisch, oder? Die Welt sagt uns, die hämmert uns immer wieder ein: Liebe ist ein Gefühl, das kommt über dich, und wenn es nicht da ist, ist es einfach nicht da, oder? Das ist falsch. Völlig falsche Auffassung von Liebe herrscht in der Welt. Die Liebe ist kein Gefühl, die Liebe ist etwas, wozu man sich entscheidet. Entscheide dich zu lieben.
Aber du brauchst eine Quelle, und wenn du die Quelle nicht hast, dann hilft dir alle Entscheidung nichts zum Lieben, oder? Die Quelle ist die Liebe Gottes zu dir, dass du ein geliebtes Kind bist. Und dann schöpfst du aus seiner Liebe, die er ausgegossen hat in deinem Herzen, und dann kannst du auch den anderen lieben mit dieser Liebe. Das war also das Ziel der Liebe Gottes, dass wir lieben können und sollen.
Bruderliebe ist eine Frucht des Wirkens des Heiligen Geistes in uns. Die Bruderliebe ist eine Frucht des Heiligen Geistes in uns, und dadurch erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt. Die Bruderliebe ist Frucht des Geistes in uns. Dadurch erkennen wir, dass wir in ihm weilen und er in uns weilt.
Kapitel vier, Vers dreizehn: An diesem erkennen wir, dass wir in ihm bleiben oder weilen und er in uns weilt, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. Es war sein Geist, der uns diese Liebe vermittelt hat. Durch den Heiligen Geist ist die Liebe Gottes ausgegossen worden in unseren Herzen, als wir zum Glauben kamen, und sie ist jetzt da, also der Geist Gottes. Die Bruderliebe als Frucht des Geistes Gottes.
An diesem Geist Gottes, der in unseren Herzen ausgegossen wurde und Gottes Liebe mitgebracht hat, an diesem Geist der Liebe erkennen wir, dass wir in ihm sind und er in uns, dass wir in ihm wohnen und er in uns. Es ist ein Liebesgeist, ein Geist der Liebe.

Das Zeugnis des Apostels über die im Sohn sichtbare Liebe Gottes

Kommen wir zu Punkt Arabisch 2: Johannes bezeugt die im Sohn verkörperte Liebe Gottes.
Ich habe auch die Gliederung ein wenig geändert. Johannes bezeugt die im Sohn verkörperte Liebe Gottes. Verkörpert wurde die Liebe Gottes darin, dass er den Sohn gesandt hat, oder? Und jetzt bezeugt das Johannes. Er bezeugt die Liebe Gottes, so wie sie im Sohn geoffenbart oder verkörpert wurde. Johannes bezeugt die im Sohn verkörperte Liebe Gottes. Du kannst auch sagen: die geoffenbarte Liebe Gottes.
Johannes bezeugt die im Sohn verkörperte Liebe Gottes, 1. Johannes 4,14-16. Und wir haben ihn geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer irgend bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in ihm bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben die Liebe kennengelernt, die Gott unter uns hat, und haben geglaubt, oder haben unser Vertrauen darauf gesetzt: Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.
Also zuerst wird bezeugt, dass der Vater den Sohn gesandt hat, in Vers 14. Wir bezeugen, wir haben geschaut, wir haben den Herrn Jesus angeschaut, wir haben ihn gesehen, und wir bezeugen, wir, die Apostel, das ist die Gemeinde. Wir haben ihn gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Zuerst wird das bezeugt. Also: Wir bezeugen diese Liebe. Johannes bezeugt diese Liebe Gottes, die sich darin geoffenbart hat, dass er den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.
Dann wird in Vers 15 das Bekenntnis zum Sohn als Bedingung der Lebensgemeinschaft mit Gott bezeugt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der bleibt in ihm und er in Gott. Also er bezeugt hier, dass das Bekenntnis zum Sohn die Bedingung ist für die Lebensgemeinschaft, für das Bleiben in ihm und er in ihm. Das ist Vers 15.
Und in Vers 16 wird das Kennen bezeugt. Er kennt die Liebe Gottes. Johannes bezeugt hier, dass er die Liebe Gottes persönlich kennengelernt hat. Wir haben die Liebe kennengelernt, die Gott unter uns hat, und wir haben sie geglaubt, wir haben unser Vertrauen auf die Liebe gesetzt. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott.
Natürlich wiederholt sich Johannes hier ein bisschen. Er will das betonen. Man muss auf Gottes Liebe vertrauen. Der Ehemann und die Ehefrau sagen auch: Da sagt der Mann, vertrau mir. Glaubst du, dass ich dich liebe? Die Frau sagt: Ja, ich vertraue darauf, dass du mich liebst. Ich habe gesagt, das Vertrauen ist der Schlüssel für die Beziehung, oder? Die Frau vertraut darauf, dass der Mann sie liebt, und der Mann vertraut darauf, dass die Frau ihn liebt. Und wir, wir haben die Liebe kennengelernt, und jetzt vertrauen wir auf diese Liebe. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.

Die Wirkungen der göttlichen Liebe im Leben der Glaubenden

Arabisch drittens, Arabisch drei. Johannes erklärt die Auswirkungen der göttlichen Liebe, das sind die Verse 17 bis 20. Johannes erklärt die Auswirkungen der göttlichen Liebe, Verse 17 bis 20. Diese Liebe hat sich ausgewirkt. Wie wirkt sie sich aus?
A, klein a: Die Liebe bewirkt Freimütigkeit am Tag des Gerichts, Verse 17 und 18.
Wir brauchen keine Angst zu haben. Wer geliebt ist, der braucht keine Angst zu haben. Also bewirkt die Liebe Freimütigkeit am Tag des Gerichts, Vers 17:
In diesem ist die Liebe mit uns zum Ziel gekommen, dass wir Freimütigkeit haben am Tage des Gerichts, weil so wie er ist, auch wir in dieser Welt sind.
Warum haben wir Zuversicht in Bezug auf den Tag des Gerichts? Freimütigkeit heißt Zuversicht, freudige Zuversicht. Warum freuen wir uns schon auf den Tag des Gerichts? Das ist komisch, oder? Die anderen müssen sich vor dem Tag des Gerichts fürchten. Eines Tages stehen sie vor dem Gericht. Aber wir freuen uns auf den Tag des Gerichts. Wieso können wir uns auf den Tag des Gerichts freuen? Er sagt: weil so wie er ist, so sind auch wir in der Welt.
Ja, wie ist er? Wir haben vorher gelesen: Christus ist gerecht. Und wir? Wir sind auch gerecht, sagt er. Aber wir sind, obwohl wir noch in dieser Welt sind, Gerechte. Wir sind gerecht. Die Grundlage für unsere Freimütigkeit am Gerichtstag ist, dass wir so sind wie Jesus. Er ist gerecht im Himmel oben, und wir sind gerecht auf der Erde unten. Er ist die Liebe in Person, und wir sind seine Glieder. Er ist das Haupt. Er ist die Liebe, und wir sind seine Glieder. Wir haben auch diese Liebe in ihm, die in uns ausgegossen worden ist.
Wir sind eins mit Christus. Er ist in der himmlischen Herrlichkeit, aber wir sind eins mit ihm. Paulus sagt einmal: Wir sind mit ihm gestorben, wir sind mit ihm begraben und auferweckt, wir sitzen mit ihm in der Herrlichkeit, in unserer geistlichen Stellung. Also haben wir alles, was Christus gehört. Wenn wir Christus haben, haben wir alles, was Christus gehört. Wir sind eins mit ihm. Wir sind so gerecht, wie er gerecht ist. Gott hat uns seine Gerechtigkeit gegeben, und das alles, obwohl wir uns noch in dieser Welt bewegen.
Christus ist der Gegenstand der Liebe Gottes, und wir sind auch der Gegenstand der Liebe Gottes, während wir noch auf dieser Welt sind. Bei Christus war es auch so: Der Vater war in ihm, und er war im Vater. Und wir sind in Christus, und Christus ist in uns, während wir noch auf dieser Welt leben. Wir haben eine ganz enge Gemeinschaft mit Christus. Wir haben eine Lebensverbindung mit Christus. Und deshalb haben wir Zuversicht auf den Gerichtstag eines Tages, weil wir Geliebte sind.
Johannes setzt fort und sagt: Furcht ist nicht in der Liebe. Furcht hier im Sinne von Angst, oder? Das Griechische hat nicht zwei Wörter, es hat nur ein Wort. Für Angst und Furcht ist das gleiche Wort. Im Deutschen haben wir zwei Wörter. Also: Furcht oder Angst ist nicht in der Liebe, sondern die zum Ziel gekommene Liebe treibt die Furcht aus, die Angst aus, weil Angst es mit Strafe zu tun hat.
Aber wer sich fürchtet, wer sich ängstet, der ist in der Liebe nicht zum Ziel gebracht worden. Wenn jemand Angst hat vor dem Gerichtstag, dann hat er die Liebe Gottes noch nicht wirklich erfasst. Vielleicht ist er noch nicht wiedergeboren. Dann hat er ja zu Recht Angst vor dem Gericht. Und du sollst Angst haben vor dem Gericht, wenn du noch nicht wiedergeboren bist, oder? Das ist ja die Schlussfolgerung, die logische Schlussfolgerung.
Leider ist es so, dass die Menschen in dieser Welt sich keine Gedanken machen, und sie haben keine Angst. Früher hatten die Leute noch Angst vor dem Gericht. Heute ist die Gottlosigkeit ziemlich vorangeschritten, oder die Ehrfurchtslosigkeit. Also: Furcht ist nicht in der Liebe. Entschuldigung, Angst ist nicht in der Liebe. Eine sich ängstigende Furcht ist nicht in der Liebe. Wir sind Geliebte, und wir dürfen jetzt schon mit unserem Geliebten Gemeinschaft haben. Und es gibt keinen Grund zur Angst, sondern die zum Ziel gekommene Liebe treibt die Furcht aus, die Angst aus.
Und dieses Wort „Furcht“ ist hier eine Angstfurcht, eine sich ängstigende Furcht. Es gibt ja zwei Arten von Furcht, oder? Das eine ist eine Art Ehrfurcht, Gottesfurcht im positiven Sinne, und eine Angst vor Gott im negativen Sinne. Angst hat zu tun mit Unsicherheit oder Ungewissheit. Wenn ein Kind im dunklen Keller steht, es ist stockdunkel, was hat es? Angst. Warum? Weil es sich nicht sicher fühlt. Steckt da hinten einer und haut mir eine runter oder so. Also hat Angst mit Ungewissheit zu tun, mit Unsicherheit.
Aber Furcht im positiven Sinne hat mit Ehrfurcht zu tun, damit, dass man sich ausrichtet. Zum Beispiel: Ich habe keine Angst vor der Polizei, aber ich habe Furcht vor der Polizei, vor der Schweizer Polizei jedenfalls. Die gehen auf den Geldbeutel, und zwar ziemlich saftig. Zuerst sind es nur 40 Franken, wenn du drei oder fünf km/h drüber bist. Aber wenn du zehn km/h drüber bist, geht es gleich auf 120 Franken. Und dann geht es auf 250 Franken, wenn du 20 drüber bist. Und dann geht es zum Gericht, dann musst du dich ... Dann musst du deinen Führerschein eine Zeit lang abgeben und bekommst eine Zusatzstrafe usw. Das ist dann ziemlich gefährlich. Innerorts sind sie sehr, sehr streng, ausserorts sind sie ein bisschen mässiger, aber innerorts ist es ganz schlimm. Also, ja, die Schweiz: Das funktioniert. Das funktioniert in der Schweiz. Die Leute halten sich an die Regeln. Die Leute haben alle Furcht vor der Polizei. Die richten sich danach aus, heisst das, und es ist eine positive Furcht.
Wir richten uns nach Gott aus, eine positive Furcht, nicht eine negative. Die Kinder richten sich nach den Eltern aus. Sie haben einmal Erfahrung gemacht: Wenn sie nicht parieren, dann gibt es einen auf den Hintern drauf und so. Und dann merken die Kinder: Aha, das kann ich mir nicht leisten, oder? Aber sie wissen: Der Papa, der liebt mich. Und dann, weil sie wissen, sie sind geliebt, ist es keine Angst. Man hat nicht Angst vor dem Papa, aber man hat Furcht, man, ja, bitte. Man braucht keinen Respekt haben, sozusagen, keine Ehrfurcht vor Gott zu haben. Das ist dann zu viel gesagt, das ist nicht ganz richtig, denn es geht um die Angst, das ist eindeutig. Der Grund ist deshalb, dass wir Deutschen eben nur ein Wort haben für Furcht. Aber man sollte hier jedenfalls in der Fussnote wenigstens irgendwie das anmerken, dass es eine Furcht ist, die mit Angst zu tun hat. Damit dieses Missverständnis nicht aufkommt.
Wir leben ja heute in einer ehrfurchtslosen Zeit, oder? Die Menschen sind ohne Respekt vor Gott, und leider kommt es auch in die christlichen Gemeinden hinein, diese Respektlosigkeit. Das ist in der Bibel schon vorausgesagt. Im Judasbrief steht ganz oft, dass die Menschen ehrfurchtslos sind. Bei eurer Bibelübersetzung steht vielleicht „gottlos“, aber „gottlos“ ist falsch übersetzt. Tut mir leid. Gottlos ist nicht richtig. Das steht nicht gottlos. Gottlos kommt nur einmal in der Bibel vor, ein einziges Mal das Wort gottlos, also jedenfalls im Neuen Testament. Das heißt atheos, atheistisch. Das steht in Epheser 2: Ihr wart ohne Gott in der Welt, ateoi, ohne Gott, gottlos. Ansonsten steht immer ehrfurchtslos, asebos, sebos, asebeia. Sebastian kommt davon. Sebastian ist der Verehrenswürdige. Der Kaiser heißt Sebastos, der Verehrenswürdige. Und asebos ist der, dem man keine Verehrung gibt, also verehrungslos, ehrfurchtslos. Das ist das Wort, das hier überall verwendet wird, wo in unserer Bibel gottlos steht. Deshalb sollten wir überall ausbessern, besser statt gottlos ehrfurchtslos schreiben, weil dann verstehen wir: Die Menschen sind ja nicht gottlos. An einen Gott glauben darfst du ruhig, wenn du willst, ja. Aber sie sind ehrfurchtslos gegen den wahren Gott, sie haben keinen Respekt. Und leider kommt das auch in christliche Kreise hinein, dass man diesen Respekt vor Gott verliert.
Jetzt wieder zurück: 1. Johannes 4,19. Wir sind jetzt bei klein b. Klein a war: Die Liebe bewirkt Freimütigkeit am Tag des Gerichts. Jetzt klein b: Die Bruderliebe ist die natürliche Folge der Gottesliebe.
Die Bruderliebe ist die natürliche Folge der Gottesliebe. Wir lieben ihn, weil er uns zuerst liebte. Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, er ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann er Gott lieben, den er nicht gesehen hat?
Die Bruderliebe ist die natürliche Folge der Gottesliebe, Verse 19 und 20. Ja, die Folge der Liebe Gottes zu uns ist, dass wir ihn lieben, und die Folge, dass wir ihn lieben, ist, dass wir die Brüder lieben. So argumentiert Johannes, oder? Wir lieben ihn, weil er uns zuerst liebte. Und wenn wir ihn lieben, dann lieben wir auch die Brüder. Und wenn jemand sagt, er liebt ihn und liebt den Bruder nicht, dann belügt er sich, bedrückt er sich selbst. Wer den Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann er Gott lieben, den er nicht gesehen hat?
Übrigens hier wieder, wir kennen das schon von Johannes: Wer seinen Bruder nicht liebt, wörtlich der den Bruder nicht liebende. Es geht hier um einen andauernden oder fortgesetzten Aspekt, der andauernd nicht liebt oder im fortgesetzten Sinne nicht liebt.
Übrigens auch hier möchte ich noch etwas hinzufügen. Er sagt: Wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann er Gott lieben, den er nicht gesehen hat? Das ist das Normale, oder? Man hat Gott nicht gesehen. Die Charismatiker, ich habe einmal eine junge Frau kennengelernt, die hat mir gesagt, im Studium war das, ja, sie sieht Gott immer, der Herr erscheint ihr immer im Gebet. Ich denke mir: komisch, mir erscheint er nicht. Und diese Stelle hier zeigt: Wir haben Gott nicht gesehen. Und Johannes kennt die Christen nicht mit Namen, an die er schreibt, er kennt sie nicht, aber eines weiß er: Sie haben Gott nicht gesehen.
Die Charismatiker würden sagen: Na, das stimmt nicht, wir haben Gott schon gesehen, er zeigt sich in Visionen und so weiter. Aber das ist nicht der Fall. Wir leben nicht aus Visionen heraus, wir leben im Glauben, nicht im Schauen. Christen sehen Gott nicht. Haben ihn nicht gesehen. Eines Tages werden wir ihn sehen.

Der abschließende Aufruf zur beständigen Liebe

Dann der letzte Satz, das ist jetzt Arabisch vier: Johannes fordert abermals zur Liebe auf, Vers 21. Damit schließt er diesen Abschnitt ab:
Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll.
Hier ist wiederum ein Imperativ im Präsens, das heißt im fortwährenden Sinne. Also: Dieses Gebot haben wir von ihm, der Gottliebende soll auch seinen Bruder lieben im fortwährenden Sinne, das heißt immer wieder beziehungsweise andauernd.
Das sind so Feinheiten der griechischen Sprache. Sie kommen in der Übersetzung nicht zum Ausdruck, aber man sollte sie sich hier trotzdem notieren. Das ist wichtig. Es geht um eine Liebe im fortdauernden Sinne, oder? Wir lieben beständig, wir sollen auch den Bruder beständig lieben.
Sind dazu Fragen? Wir sind jetzt durchgegangen zu diesem Abschnitt. Wir waren ganz Arabisch eins: Johannes fordert zur Liebe auf und gibt motivierende Erklärungen zur Bruderliebe, oder? Eins F war eine vierte Ermutigung: Die Bruderliebe ist Kennzeichen dafür, dass Gott in uns weilt.
Was habe ich jetzt gemacht? Wir haben jetzt einfach einen Abschnitt genommen und haben versucht, einfach ein bisschen dem Gedankengang des Johannes nachzugehen und das in eigenen Worten zu formulieren. Das hilft uns, den Text aufzuschließen, oder? Dass wir genau überlegen: Gibt es da irgendwelche Gruppierungen? Gibt es da irgendwie, oder ist es ein Durcheinander? Das kann kein Durcheinander sein, ein Gotteswort ist nie ein Durcheinander, aber das Durcheinander ist in meinem Denken. Jetzt muss ich also schauen, dass ich sehe: Was ist hier der Gedankengang des Apostels?
Und natürlich versucht man dann Verschiedenes, und dann verbessert man seine Gliederung. Aber man kommt immer näher ran. Genau, das sagt, das steht da. Man muss immer schauen: Steht das jetzt da? Ich mache eine Überschrift und schaue: Steht das wirklich da? Nächste Überschrift: Steht es wirklich da? Und wenn es nicht übereinstimmt, muss ich meine Gliederung ändern.
Aber es ist gut, es ist sehr gesund, mal so einen Text zu gliedern. Hier ist es nicht ein leichter Text zum Gliedern, aber es gibt viel, viel leichtere Texte. Doch das ist ein gutes Mittel, um diesem Gedankengang nachzugehen.
Und wir merken: Dem Johannes geht es in dem ganzen Abschnitt darum, um die Bruderliebe. Er zeigt aber die Bruderliebe. Wir haben Gründe, warum wir lieben können. Wir haben wirklich einen Grund, und wir werden ermutigt und wir werden motiviert, die Brüder und die Schwestern zu lieben. Das ist sein Anliegen hier.
Er zeigt, das ist als Kennzeichen von Gemeinschaft mit Gott, das Kennzeichen von wahrem Leben, die rechte Erkenntnis der Liebe Gottes und die Bruderliebe, die daraus resultiert, die daraus hervorgeht. Das Nächste in Kapitel fünf ist dann der Glaube an Jesus Christus als die Offenbarung dieser Liebe Gottes und die Gewissheit, die daraus resultiert.
Wir können jetzt wieder eine Pause machen, und dann machen wir noch einen Anfang von Kapitel fünf.