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Einführung und Zielsetzung des Videos
Nun betrachten wir die fünf stärksten Argumente gegen das Christentum. Wir analysieren die härtesten Kritiken am Christsein und stellen fünf einfache Fragen vor, auf die jeder Christ eine Antwort kennen sollte.
Im Anschluss daran zeige ich dir, wo du noch mehr solcher Inhalte finden kannst. So bist du besser vorbereitet auf Fragen von außen und kannst deinen eigenen Glauben stärken.
Zum Abschluss dieses Videos gibt es den schlechten Witz der Woche.
Bevor wir starten, kannst du der Community kurz helfen, damit christliche Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen bleiben. Wenn du gerade auf Instagram bist, tippe einfach schnell zweimal auf dein Handy.
Und wenn du auf YouTube bist, drücke die Glocke unter diesem Video. Das gibt YouTube ein Signal, mehr christliche Inhalte auch nichtchristlichen Nutzern anzuzeigen, die daran interessiert sein könnten. Ziemlich gut, oder?
Also, drücke kurz die Glocke – das ist anonym und bewirkt wirklich etwas. Vielen Dank!
Bewertungsmethode und persönliche Hintergrundgeschichte
Falls du zum ersten Mal ein solches Bewertungsvideo siehst: Es funktioniert so, dass es verschiedene Stufen gibt. Die S-Stufe für „Superior“ steht ganz oben, danach folgen weitere Abstufungen bis hin zu D. Das entspricht der Schulnote vier, also nicht so gut.
Unten findest du die Kritiken am Christentum, die wir bewerten wollen. Es ist klar, dass das hier alles nur meine subjektive Meinung ist. Ich bin sehr offen dafür, meine Meinung zu ändern. Schreib einfach in die Kommentare unter diesem Video, warum du etwas anders siehst. Ich bin gern bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen und nehme das gern für das nächste Video auf.
Zum Hintergrund: Ich bin selbst als Atheist unter Atheisten aufgewachsen und kenne deshalb beide Seiten recht gut. Als ich damals noch Atheist war, war ich ein relativ militanter Atheist. Ich habe mich mit jedem Menschen angelegt, der an irgendetwas Übernatürliches glaubte, vor allem mit Leuten, die in Richtung Christentum gingen. Dabei war ich darauf aus, deren Glauben argumentativ zu zerreißen.
Jetzt, als Christ, trete ich in sozialen Medien auf und versuche Schritt für Schritt, den christlichen Glauben zu stärken und atheistische Argumente zu widerlegen. Manchmal fühle ich mich dabei ein bisschen so, als ob ich zwischen den Zeiten hänge. Aber das ist okay.
Der Grund, warum ich Christ bin, ist nicht, weil es irgendein emotionales Geschwurbel gibt, das mich unbedingt anspricht. Es liegt auch nicht daran, dass ich so aufgewachsen wäre – das war überhaupt nicht der Fall. Auch nicht, weil all meine Freunde damals Christen waren – keine Chance. Es ist auch nicht so, dass ich ein Gefühl von Halt, Gemeinschaft oder etwas Übernatürlichem brauchte. Und als ich Christ wurde, hatte ich keine krassen Glaubenserfahrungen oder Lebenskrisen. Das kam alles später.
Der Grund, warum ich Christ geworden bin, ist, dass mich gesunde Argumente überzeugt haben. Das Christentum ergibt für mich tatsächlich viel Sinn und ist einleuchtender und logischer als viele andere Weltanschauungen, vor allem der Atheismus, in dem ich damals aufgewachsen war.
Das heißt, ich kenne tatsächlich beide Seiten und denke, ich kenne sie ganz gut. Viele Jahre später bin ich beruflich unter anderem Dozent. Neben anderen Tätigkeiten habe ich Lehraufträge an Universitäten und Hochschulen. Dort lehre ich Studenten Argumentation und Logik. Das schadet nicht.
Wenn man das beruflich macht, sieht man, dass viele Behauptungen, die Leute gegen das biblische Christentum vorbringen, in Wirklichkeit gar nicht so gut sind. Häufig handelt es sich um emotionale Probleme oder Kämpfe, die Leute fälschlicherweise auf dem Boden des Christentums austragen wollen, obwohl sie dort eigentlich nichts zu suchen haben. Das ist ganz spannend.
Jedenfalls habe ich zusammen mit Leuten aus dieser Community ein Buch veröffentlicht. Darin sind viele Anekdoten, Geschichten, Erzählungen und Hintergrundwissen zu all diesen Fragen enthalten. Das Buch hat schon Tausenden Menschen weitergeholfen. Du kannst es sehr gern kostenlos über den Link in der Videobeschreibung mitnehmen. Der Link steht hier unten unter dem Video.
Warum kostenlos? Weil dieses ganze Projekt hier, Hashtag Wiebefit, tatsächlich spendenfinanziert ist – von den Leuten aus der Community. Vielen Dank euch!
Erste Kritik: Warum gerade das Neue Testament?
Also direkt ins Thema: Eine häufig gestellte Frage lautet, warum ausgerechnet das Neue Testament gelesen werden soll. Diese Kritik wird oft gegen das biblische Christentum vorgebracht. Warum nicht den Koran lesen? Warum nicht die Bhagavadgita? Oder zum Beispiel die Enetik von Scientology, das Buch Mormon und so weiter? Das ist eine berechtigte Frage.
Bevor wir jedoch auf inhaltliche Aspekte eingehen, betrachten wir das Ganze einmal aus einer Außenperspektive. Ich spreche hier als früherer Atheist: Die Bibel, speziell das Neue Testament, ist seit Jahrhunderten der Weltbestseller schlechthin. Es gibt kein anderes Buch, das so häufig gekauft, gedruckt und gelesen wird wie die Bibel beziehungsweise das Neue Testament.
Das ist ein nüchterner Fakt, unabhängig davon, was man darüber denkt, ob man die Hintergründe kennt oder den Inhalt versteht. Auch spielt es keine Rolle, ob man dem Inhalt zustimmt oder nicht. Allein die Tatsache, dass das Neue Testament in den letzten fünf Jahren unangefochten jedes Jahr wieder auf Platz eins der meistgekauften, meistgedruckten, meistbestellten und meistgelesenen Bücher liegt, sollte zu denken geben – vor allem, wenn man sich mit Weltanschauungen auseinandersetzt.
Stell dir vor: Du wirst Redakteur oder Redakteurin in der Feuilleton-Abteilung einer großen Zeitung wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Du möchtest dich mit den großen welthistorischen Literaturtexten beschäftigen, aber nicht unbedingt Werke wie „Herr der Ringe“, „Harry Potter“ oder „Fifty Shades of Grey“ rezipieren. Du musst diese Bücher nicht mögen, darum geht es gar nicht. Aber es erscheint unglaubwürdig, wenn du sagst, du willst wirklich wissen, was viele Menschen über diese Themen denken und welche Literatur sie in diesem Genre lesen – und gleichzeitig das Neue Testament außer Acht lässt. Die Bibel steht einfach auf Platz eins.
Es gibt noch viele weitere spannende Fakten, auf die wir hier nicht näher eingehen. Zum Beispiel, dass das Neue Testament über Jahrhunderte hinweg weitergegeben wurde, obwohl es zahlreiche Versuche gab, es zu vernichten. Ein besonders großer Versuch fand unter Kaiser Diokletian statt. Schritt für Schritt wurde versucht, das Neue Testament vom Erdboden verschwinden zu lassen, indem alle Kopien gesucht, konfisziert, verbrannt und zerstört wurden. Doch es hat nicht funktioniert.
Vor etwa 150 Jahren glaubte man noch, dass alles, was im Neuen Testament steht, spätere Legenden seien, die erst hunderte Jahre nach den Ereignissen niedergeschrieben wurden. Die jüngere Forschung, Manuskriptfunde und archäologische Grabungen haben jedoch gezeigt, dass das Neue Testament aus historischer Sicht extrem früh aufgeschrieben wurde.
Die ersten Augenzeugenberichte im Neuen Testament stammen aus einem Zeitraum von etwa zwölf Jahren nach den Ereignissen, also nach der Auferstehung von Jesus. Andere Texte sind sogar noch näher an den Geschehnissen verfasst worden. Im historischen Kontext der Antike, wo Texte oft zwei, drei oder vierhundert Jahre später niedergeschrieben wurden, ist das praktisch wie ein Livestream. Das ist absolut außergewöhnlich.
Dank der großen Anzahl an Abschriften des Neuen Testaments können wir, im Gegensatz zum Koran – tut mir leid, aber das ist leider so – sehr genau feststellen, was ursprünglich aufgeschrieben wurde. Das bedeutet, dass das Neue Testament extrem nah an den tatsächlichen Ereignissen verfasst wurde.
Das allein sagt natürlich nicht automatisch aus, dass alles darin wahr oder glaubwürdig ist. Warum das Neue Testament dennoch ein sehr glaubwürdiges Buch ist, wird ausführlicher in dem Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ erläutert, das kostenlos über den Link in der Videobeschreibung erhältlich ist.
Zu versuchen, das Neue Testament zu diskreditieren, ist historisch gesehen Unsinn und eine Form der Geschichtsverfälschung. Das sage ich als ehemaliger Atheist: Das macht einfach keinen Sinn. Heutzutage wird man kaum noch einen säkularen Historiker finden, der solche Behauptungen unterstützt.
Deshalb bewerten wir diese Kritik am Christentum mit der Note D.
Zweite Kritik: Das Leid in der Welt und das Theodizee-Problem
Zweite große Kritik, zweiter großer Angriffspunkt gegen das Christentum: das Leid in der Welt. Das Leid in der Welt kennst du wahrscheinlich schon häufig nach dem Motto: „Ich kann nicht an Gott glauben, weil es Leid in der Welt gibt.“
Ja, diese Behauptung möchte ich mal kommentieren. Für mich als früheren Atheisten spielte sie nie eine Rolle. Ich konnte nie so richtig nachvollziehen, was das eigentlich soll.
Bevor das jetzt vielleicht lieblos klingt, will ich kurz erklären, was ich damit meine. Warum? Ich habe auf diesem Kanal ein eigenes ausführliches Video dazu gemacht. Wenn du das sehen willst, kannst du einfach die Glocke drücken, dann wird es dir angezeigt.
Der entscheidende Punkt, über den wir hier sprechen, nennt sich manchmal das Theodizee-Problem. „Theodizee“ bedeutet so viel wie „Gott soll sich rechtfertigen“. Das Theodizee-Problem gibt es in verschiedenen Ausformulierungen. Ich gebe dir mal die einfachste und leicht verständliche Version:
Entweder könnte Gott das Leid in der Welt beseitigen und will es nicht – dann ist er nicht gut. Oder er will das Leid beseitigen, kann es aber nicht – dann ist er nicht allmächtig. Oder er will nicht und kann nicht – dann ist er nicht Gott.
Das heißt: Wenn es Leid in der Welt gibt, dann passt das irgendwie nicht zu dem, wie Gott eigentlich sein sollte.
Ich will dazu sagen: tief durchatmen. Ich verstehe emotional komplett, was dahinter steht. Viele schreiben mir – weit über hundert Nachrichten, Leserbriefe, E-Mails, Kommentare im Monat. Das kostet Stunden um Stunden, die ich alle lese und meistens auch gerne beantworte.
Was ihr schreibt, was ihr alle schon an Leid durchlebt habt, das geht auf keine Kuhhaut. Ich bin da selbst nicht ganz frei von solchen Erfahrungen. Es gibt eine Menge Leute hier, die jetzt gerade mit dir das Video gucken, und vielleicht bist du einer von denen, bei dem viele Außenstehende sagen würden: „Alter, was du erlebt hast, das reicht für zwei Leben.“
Trotzdem: tief durchatmen, mal alle Emotionen kurz außer Acht lassen. Wir parken die mal kurz.
Die Aussage „Es gibt Leid in der Welt, deswegen gibt es Gott nicht“ ergibt keinen Sinn. Warum? Weil diese Aussage sagt, dass es entweder Leid gibt oder den biblischen Gott. Das ist wie eine Münze, die entweder Kopf oder Zahl zeigt.
Das heißt: Entweder es gibt Leid in der Welt, oder es gibt den biblischen Gott. Und weil es Leid in der Welt gibt, gibt es den biblischen Gott nicht. Zack – damit wäre er angeblich widerlegt.
Der Punkt ist aber: Ist das die richtige Frage? Sind das die richtigen Ausgangsvoraussetzungen? Ist es wirklich Kopf oder Zahl? Ist es wirklich so, dass Leid in der Welt mit dem biblischen Gott vollkommen unvereinbar ist?
Ich will dazu etwas Harsches sagen – und ich hoffe, du kannst trotzdem dranbleiben und schaltest jetzt nicht ab.
Weißt du, wir Menschen sind sehr gut darin, uns Dinge rosarot schönzureden und uns Sachen einzureden. Vielleicht kennst du das von dir selbst.
Unsere Freundschaften reden wir uns manchmal schöner, als sie sind. Unsere Jobaussichten, unsere finanzielle Perspektive – da sind Männer ziemlich gut dabei, sich das schönzureden. Frauen sind sehr gut darin, sich ihren Partner rosarot zu reden.
Und wir alle, ich auch, sind leider sehr gut darin, uns Gott schönzureden.
Weißt du, am liebsten hätten wir manchmal so einen lieben, harm- und zahmlosen Kuschelgott, so ein Großväterchen im Himmel, das kein Milligramm Leid zulassen würde.
Aber das ist leider ein Götze, ein falsches Gottesbild.
Warum? Weil der biblische, echte Gott Leid zulässt.
Das dürfen wir auch mal ehrlich aussprechen. Wir tun uns gut daran, diesen echten biblischen Gott, der tatsächlich Leid zulässt, durch sein Wort kennenzulernen, anstatt uns in ein privates Fantasiegebilde zu verlieben, das einfach nicht real ist.
Nur weil ich sage, dass mir nicht gefällt, wie Gott ist, und mir auch nicht immer gefällt, welche Dinge ich denke, dass Gott zulässt – da bin ich auch nicht immer happy mit –, nur weil ich mir vielleicht Sachen anders wünschen würde, und es gibt eine Menge Sachen, die ich mir anders wünschen würde, und nur weil ich mir vielleicht einbilde, wenn ich Gott wäre, würde ich Sachen anders machen – ganz offen gesagt, unter uns beiden –, spielt das überhaupt keine Rolle.
Nur weil ich mir wünsche, dass Gott anders wäre, heißt das nicht, dass Gott nicht existiert.
Weißt du, was ich meine?
Deshalb war das damals schon als Atheist für mich, wenn Leute gesagt haben: „Das Leid in der Welt, deswegen kann es Gott nicht geben“ – das hat für mich nie wirklich Sinn gemacht.
Und deswegen wollen wir dieser Kritik jetzt einfach die Benotung C geben, die Benotung C.
Dritte Kritik: Die Kirche und das Leid in der Welt
Drittes großes Argument gegen das Christentum
Die Kirche hat so viel Leid in die Welt gebracht, weißt du? Das war damals so. Für mich als Atheist hat das zwar eine Rolle gespielt, und es hat mich auch moralisch extrem abgestoßen, all diese Dinge zu lernen und zu lesen, die im Laufe der Kirchengeschichte im Namen Gottes verübt wurden. Aber das war für mich nie ein ernsthaftes Argument gegen das Christentum. Vielleicht ein Argument gegen bestimmte Institutionen, aber nie wirklich gegen das Christentum. Und ich will dir erklären, warum.
Weißt du, nur weil jemand etwas Schlechtes getan hat, heißt das nicht, dass das, wofür er stehen sollte, automatisch falsch ist. Lass mich das an zwei harmlosen und danach nicht harmlosen Beispielen erklären.
Ein vergleichsweise harmloses Beispiel ist Isaac Newton, der berühmte Mathematiker und Naturforscher, Begründer der klassischen Mechanik. Er hat zu Lebzeiten seine Kollegen gemobbt. Er war nach allen Berichten, die wir über ihn haben, wirklich kein netter Mensch. Manche würden ihn sogar mit ganz anderen Worten beschreiben.
Albert Einstein zum Beispiel, der Begründer der allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie, einer der wichtigsten Denker des zwanzigsten Jahrhunderts und einer der klügsten Köpfe – keine Frage – war nach allen Berichten, die wir von ihm haben, in manchen Situationen absolut frauenfeindlich. Er hat Frauen manchmal wie den allerletzten Abschaum behandelt.
Heißt das nun, dass das, was Isaac Newton über die klassische Mechanik begründet hat, falsch ist? Oder dass das, was Albert Einstein über die Relativitätstheorie begründet hat, falsch ist? Nein.
Was will ich dir damit sagen? Weißt du, entweder ist das biblische Christentum richtig oder es ist falsch. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Oder es ist in Teilen richtig oder in Teilen falsch. Aber du weißt, was ich meine.
In beiden Fällen ist es völlig irrelevant, wer heute oder in der Vergangenheit bestimmte Inhalte des biblischen Christentums wiederholt oder ausgesprochen hat oder was seine Vorgeschichte ist. Die Person spielt überhaupt keine Rolle. Warum? Weil nicht der Sprecher entscheidend ist, sondern das Gesagte.
Viele Leute wissen das nicht. Christen galten für die längste Zeit in der Geschichte der Menschheit als eine Minderheit, die bitter verfolgt wurde. Wir wissen von mehreren dokumentierten Genoziden an Christen in den ersten zweihundert Jahren, bei denen versucht wurde, Christen komplett vom Erdboden auszurotten.
Dann kam es durch eine Reihe von extrem unwahrscheinlichen und unerwarteten Zufällen dazu, dass das Christentum tatsächlich Staatsreligion wurde. Später entwickelte es sich sogar zu einer politischen Macht, woraus sich dann die römisch-katholische Kirche entwickelte, wie du sie kennst.
Das heißt, auch wenn wir immer die Macht der katholischen Kirche im Mittelalter sehen – und diese war immens – vergessen wir häufig drei Dinge:
Erstens: Historisch gesehen ist das ein sehr überschaubarer Zeitraum, nur wenige hundert Jahre, in denen die katholische Kirche oder die Kirche insgesamt so mächtig war.
Zweitens: Ob die Kirche im Früh- oder Spätmittelalter wirklich noch so mächtig war, wie das manchmal in Kinderbüchern dargestellt wird, bezweifeln viele heutige Historiker stark.
Drittens: Global betrachtet, also international, ist der Einfluss der Kirche, auch gerade in der Geschichte, extrem überschaubar. Wir denken oft, dass sich die Geschichtsschreibung nur innerhalb der Grenzen von Deutschland oder Europa abspielt und dass alles, was dort passiert, repräsentativ für die ganze Welt wäre – als ob es auf den anderen sechs Kontinenten niemanden gäbe. Das ist natürlich totaler Blödsinn.
Viele Leute hier in der Community haben oft geschrieben, dass es sehr bezweifelt werden darf, ob viele Kirchenopfer der mittelalterlichen Kirchengeschichte damals wirklich Christen waren. Das klingt jetzt vielleicht wie eine steile These, ich begründe sie kurz.
Zum einen: Nur weil sich jemand selbst als Christ bezeichnet, macht ihn das nicht automatisch zum Christen. Nur weil du sagst, du bist Christ, bist du deswegen nicht automatisch Christ. Genauso ist es bei anderen Glaubensrichtungen. So funktioniert das nicht.
Zum anderen: Das, was damals im hohen Mittelalter und nicht nur dort teilweise von manchen kirchlichen Institutionen, die sich selbst als Christen bezeichneten, gelehrt und vor allem praktiziert wurde, war häufig so weit entfernt von dem, was Jesus – um den es ja im Christentum geht, deswegen heißt es ja Christentum und nicht Gottentum – gelehrt und gelebt hat, dass es keine sinnvolle Grundlage gibt, auf der sich manche dieser Menschen als Christen bezeichnen können.
Und das sagen nicht nur wir heutigen Christen oder christlichen Apologeten im 21. Jahrhundert, sondern das sagen sogar Atheisten, zum Beispiel der Kirchenhistoriker Karl-Heinz Deschner. Er hat hier hinter mir eine zehnbändige Reihe geschrieben, zehn Bände über die sogenannte Kriminalgeschichte des Christentums.
Das heißt, er hat jeweils zwei Jahrhunderte zusammengefasst. Das letzte Werk konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht ganz zu Ende bringen, bevor er verstorben ist. In jedem Band – je nach Zählweise mit Fußnoten – fasst er ungefähr sechshundert Seiten zusammen, in denen er die größten Verbrechen der Kirche, der Institution Kirche, in diesen zwei Jahrhunderten darlegt.
Wenn du das Ganze anschaust: sechshundert Seiten pro Band, zehn Bände, also ungefähr fünf- bis sechstausend Seiten. Das ist nur eine oberflächliche Darstellung der Verbrechen und der Kriminalgeschichte dieser Institution.
Viele der Menschen, die diese Verbrechen begangen haben, sagt Karl-Heinz Deschner selbst, sind kaum ernsthaft als Christen zu bezeichnen. Sonst hätten wir diese zehn Bände nicht.
Falls du möchtest, dass ich ein eigenes Video zu den Verbrechen und der Kriminalgeschichte des Christentums mache: Das wird ein hartes Video, aber ich mache es gerne. Dann drück gerne die Glocke und schreib es in die Kommentare hier drunter. Dann werde ich dafür recherchieren, mich richtig ins Zeug legen und es machen.
Aber lange Rede, kurzer Sinn: Wie ist dieses Argument hier in unserer Liste zu bewerten? Ich würde sagen: Ja, es ist ein Argument, das viele Menschen vom Glauben abhält, und das ist extrem verständlich. Auch der emotionale Impact ist total nachvollziehbar. Aber ein gutes Argument ist es eigentlich immer noch nicht.
Vierte Kritik: Ich brauche Gott nicht
Vierte große Kritik am biblischen Christentum: "Ich brauche Gott nicht."
Ich brauche Gott nicht, also brauche ich das Christentum nicht. Folglich muss ich nicht Christ werden. Daraus folgt, dass das Christentum, wenn nicht falsch, dann zumindest überflüssig ist. Woher kommt diese Einstellung? Ich finde, das ist ernst zu nehmen.
Diese Haltung entsteht, weil wir meinen, alles in der Realität ohne Gott erklären zu können. Wir denken, Gott wird höchstens noch für Moral gebraucht, also dafür, wie unser Zusammenleben geregelt ist. Und auch das glauben wir, irgendwie selbst regeln zu können, indem wir uns eigene Gesetze geben.
Der Punkt ist: Wir müssen genau hinschauen, was jemand meint, wenn er "Gott" sagt. Der Begriff "Gott" kann vieles bedeuten. Hier bleiben wir kurz beim biblisch-christlichen Gott des Neuen Testaments. Wenn wir uns diesen anschauen, stellen wir fest, dass die Aussage "Ich brauche Gott nicht" so nicht wirklich passt.
Warum? Aus zwei Gründen:
Zum einen gibt es eine Reihe von Phänomenen, die wir in der Realität beobachten können. Im Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ haben wir zehn solcher Phänomene kurz angeschnitten. Diese lassen sich mit dem biblisch-christlichen Gott erheblich besser erklären als mit atheistischen Alternativen. Das heißt, zehn Dinge in der Realität ergeben deutlich mehr Sinn mit der Erklärung, die wir im Neuen Testament finden, als mit atheistischen Erklärungen.
Wenn du wissen möchtest, welche das genau sind, findest du den Link zum Buch in der Videobeschreibung. Dort kannst du dir das Buch gern kostenlos als Hörbuch herunterladen.
Zum anderen spielt es überhaupt keine Rolle, ob du Gott brauchst oder nicht, oder ob du denkst, dass du Gott brauchst oder nicht. Ich begründe das kurz:
Entweder das biblische Christentum stimmt, oder es stimmt nicht. In beiden Fällen ist es völlig irrelevant, ob du daran glaubst oder nicht, oder ob du denkst, dass du daran glaubst oder nicht. Es spielt keine Rolle.
Entweder es ist wahr oder nicht. Es wird nicht dadurch wahr, dass du daran glaubst, und es wird nicht dadurch falsch, dass du nicht daran glaubst.
Ein Beispiel: Das ist so ähnlich wie das Gesetz der Schwerkraft auf dem Planeten Jupiter. Entweder gibt es dort wirklich Schwerkraft oder nicht. Wenn ja, ist es völlig egal, ob du daran glaubst, ob du das brauchst oder nicht. Wenn nein, ist es ebenfalls egal, ob du daran glaubst oder nicht.
Die Existenz der Schwerkraft auf Jupiter ist völlig unabhängig von deiner Meinung oder deinem Glauben.
Das ist wirklich wichtig zu verstehen: Entweder das Christentum ist wahr oder es ist nicht wahr. In beiden Fällen spielt es keine Rolle, was du darüber denkst oder wie dir das in deinem Leben helfen würde. Das ist entscheidend.
Logisch gesehen ist der Satz "Ich brauche Gott in meinem Leben nicht" nicht einleuchtend. Dennoch verstehe ich den Reiz, den er für viele Menschen hat. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass vielen Leuten etwas unter Christentum vorgespiegelt wird – nämlich ein emotionaler Allzweckkleber für ihre spirituellen und emotionalen Befindlichkeiten und Verletzungen. Das hat aber mit dem tatsächlichen biblischen Christentum nicht viel zu tun.
Deshalb möchte ich dieser Kritik, trotz ihres Reizes, die Note A geben.
Fünfte Kritik: Gott als menschliche Erfindung
Die letzte kritische Behauptung lautet: Gott ist angeblich nur eine Erfindung der Menschen. Diese Aussage hat es wirklich in sich. Dahinter steckt die sogenannte Projektionstheorie von Sigmund Freud und Ludwig Feuerbach. Das ist ein sehr komplexes Thema.
Mal ganz persönlich gesagt: Diese Behauptung hat mich damals im Studium, im Theologie- und Philosophiestudium, völlig fertiggemacht. Es war nicht nur intellektuell schwierig, die historischen Hintergründe zu verstehen, sondern es hat mich auch spirituell, emotional und psychisch sehr belastet. Seelisch hat mich das wirklich angegriffen.
In einigen Videos werde ich später ausführlich darauf eingehen, welche Hintergründe diese Aussage hat, warum sie so überzeugend wirkt und wie man sie im Detail widerlegen kann. Deshalb lohnt es sich, die Glocke zu drücken, damit dieses Video angezeigt wird.
Hier nur kurz ein Denkanstoß: Ich erkläre es einmal technisch und dann in einfacher Sprache, für alle Mitphilosophen, die das Ganze anschauen.
Dem Vorgang der Projektion kann ein Objekt mit ontologischem Status entsprechen. Auf Deutsch heißt das: Nur weil du dir wünschst, dass deine Frau Vanilleeis mit Karamell mitgebracht hat, bedeutet das nicht, dass kein Eis im Kühlschrank steht.
Ich wiederhole: Nur weil du dir wünschst, dass deine Frau beim Einkaufen Vanilleeis mit Karamell gekauft und in den Tiefkühlschrank gelegt hat, heißt das nicht, dass dort kein Eis ist. Entweder ist das Eis im Tiefkühlschrank oder nicht. Die Tatsache, dass du dir wünschst, dass das Eis dort ist, hat keinen Einfluss darauf, ob es tatsächlich dort ist oder nicht.
Dein Wunsch ändert nichts an der Realität. Entweder das Eis ist drin, oder es ist nicht drin. In beiden Fällen spielt es keine Rolle, was du dir wünschst.
Genauso ist es mit dem biblisch-christlichen Gott des Neuen Testaments: Entweder er existiert wirklich und objektiv, oder er existiert nicht. Das ändert sich nicht dadurch, ob wir uns seine Existenz wünschen oder nicht. Es ändert auch nichts daran, wie wir uns vorstellen, dass er sein sollte oder nicht sein sollte.
Entweder er ist da und so, wie er ist, oder er ist nicht da. Das ist ganz wichtig zu verstehen.
Wer jetzt besonders schlau ist, hat vielleicht schon bemerkt, dass diese Aussage sogar dem vorherigen Argument mit dem Leid widerspricht. Beim Leid war das Argument: „Mir gefällt nicht, wie Gott ist, deshalb kann er nicht existieren.“ Hier ist das Argument: „Ihr macht euch Gott so, wie er euch gefällt, deshalb kann er nicht existieren.“
Wie man es auch dreht und wendet, die Leute sind immer unzufrieden.
Trotzdem hat dieses Argument eine enorme Überzeugungskraft und ist philosophisch sehr stark. Auch wenn man es widerlegen kann, werde ich dir das in ein paar Wochen zeigen.
Deshalb ist es ein sehr gutes Argument, das ich zugeben muss. Es bekommt hier die Note S, die höchste Bewertung unter den guten Argumenten gegen das biblische Christentum.
Da müssen wir fair und sportlich sein und das wirklich anerkennen: Das ist ein knallhartes Argument.
Persönliche Reflexion: Warum bist du Christ?
Und das bringt uns zum Höhepunkt dieses Videos, nämlich zu dir. Sei mal ganz ehrlich zu dir selbst: Warum bist du eigentlich Christ? Warum bist du eigentlich Christin?
Wenn ich diese Frage vor Corona live in Gemeinden gestellt habe oder jetzt in sozialen Medien als Umfrage, kommen eigentlich immer wieder die gleichen vier Antworten. Die gleichen vier Antworten auf die Frage: Warum bist du Christ?
Entweder bin ich so aufgewachsen. Die meisten Leute sind Christen, weil sie so aufgewachsen sind. Oder zweitens: Ich habe irgendeine Form von Erfahrung gemacht, danach bin ich Christ geworden. Drittens: Ich war nicht immer ein toller Charakter, aber seitdem bin ich ein besserer Mensch. Oder viertens: Alle meine Freunde sind irgendwie Christen, deswegen bin ich halt auch Christ.
Schon mal gehört? Der ein oder andere, der jetzt mit dir zusammen dieses Video schaut, wird sich ertappt fühlen. Und das ist okay. Du darfst dich auch mal ertappt fühlen, das tue ich auch häufig.
Warum? Weil das vielleicht alles ehrliche Antworten sind. Aber das sind keine guten Antworten. Jeder andere aus jeder anderen Weltanschauung kann nämlich dasselbe sagen.
Die Buddhistin kann sagen: Die Leute im Buddhismus sind so nett. Der Mormone kann sagen: Früher war ich kein toller Charakter, aber seitdem ich Mormone bin, bin ich ein besserer Mensch. Eine Studentin kann eine Erfahrung machen und danach zum Islam konvertieren. Und ein Atheist kann Atheist sein, wie ich, einfach weil er so aufgewachsen ist, ohne jemals die Alternativen durchdacht zu haben oder sich bewusst dafür entschieden zu haben.
Aber wer hat jetzt Recht? Wenn es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt, wie die meisten Religionen behaupten, und es wirklich eine echte Hölle gibt, die nicht leer sein wird, sondern in der wirklich Menschen sind, die hineinkommen – wenn das wirklich so ist, dann hat das eine immense Bedeutung. Es spielt eine gigantische Rolle, wie du und ich diesem Schicksal einer ewigen Hölle entkommen können.
Nicht nur für andere, nicht nur, wie wir anderen Leuten helfen können, dem zu entkommen, sondern auch für dich selbst.
Und dafür, für dieses ganz große Thema, reichen einfach diese 08/15-Antworten nicht. Dafür wollen wir tiefer graben und dem wirklich auf den Grund gehen: Stimmt das Christentum, ja oder nein?
Wenn das Christentum stimmt, dann sollten alle Christen werden. Oder wenn das Christentum nicht stimmt, dann sollte niemand Christ sein – auch du nicht und auch ich nicht.
Deswegen habe ich dir mit Hilfe der Community in diesem Buch mehr gute Argumente gegen das biblische Christentum und wie du darauf antwortest zusammengestellt.
Bevor du denkst, das sei ein schamloser Werbeblock, hör ganz kurz zu: „Kein Gott ist auch keine Lösung“ stand wochenlang auf Platz eins der Amazon-Bestsellerliste für Fachbücher zum Christentum.
Das Besondere daran ist, dass dieses Buch ein Gemeinschaftswerk mit dieser Community hier ist. Und dank der Hilfe aller Leute, die hier spenden, ist es gratis verfügbar.
Ich verdiene keinen Cent von jedem Menschen, der dieses Buch kauft – null. Du kannst dir das E-Book und das vollständige Hörbuch direkt hier kostenfrei mitnehmen und in einer Minute anfangen, das Hörbuch selbst zu hören.
Wenn du das gern gratis mitnehmen möchtest, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung.
Abschluss und Ausblick
Okay, ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Du kannst gern einen Kommentar schreiben, was du aus diesem Video mitgenommen hast. In jedem Fall ist es schön, dass du hier bist.
Ich bin Markus Voss, und das ist ein Input zum Thema Nachfolge verteidigen. Um Nachfolge wirklich zu verstehen und zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit.
Dafür lade ich dich ein, gemeinsam mit den anderen auf diese Glocke hier zu klicken. Zeig damit, was es heißt, ein schlagkräftiger und selbstbewusster Christ zu sein. Drücke die Glocke ganz tief, damit dieser Input nicht vor anderen verborgen bleibt.
Während du das tust, endet der Beitrag mit dem schlechten Witz der Woche: Nietzsche sagt, Gott ist tot. Später sagte Gott, Nietzsche ist tot. Denk mal darüber nach.
Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.
