Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Einstieg und erste Orientierung
Ich freue mich sehr, dass du da bist, dass ihr da seid. Ich möchte euch gleich gratulieren: Ihr habt euch für das Seminar im kühlsten Raum entschieden, und das ist gerade nach dem Wettergeschehen nicht unentscheidend.
Ich freue mich wirklich, dass auch Interesse an dem Thema da ist. Für mich persönlich ist es eines, mit dem ich immer wieder ringe. Von daher freue ich mich sehr, dass wir uns in den nächsten Minuten gemeinsam damit beschäftigen dürfen.
Ich würde mich sehr freuen, euch alle persönlich kennenzulernen. Das ist nicht nur ein rhetorischer Gag am Anfang, das meine ich wirklich so. Es interessiert mich, wer ihr seid. Das wird uns jetzt aber nicht ganz gelingen, ohne dass ich dann auch noch etwas von dem sagen kann, was ich vorbereitet habe. Darum nur ein ganz kurzes Stimmungsbild.
Mich würde interessieren: Wer von euch ist denn aktuell nicht berufstätig, weil er oder sie zum Beispiel in Ausbildung ist, Schüler oder Student? Wer von euch ist aktuell noch nicht berufstätig, weil noch in Ausbildung? Okay, spannend. Schön, super, dass ihr trotzdem an dem Thema Interesse habt.
Wer von euch ist denn Angestellter, Arbeiter, Beamter, wer geht einer Beschäftigung nach, für die auch bezahlt wird? Na ja, überraschend viele.
Wer von euch ist denn selbständig? Ah ja, sehr gut, schön.
Und noch vielleicht die Kategorie: Wer von euch ist denn Vollzeit angestellt, bekommt aber kein formales Gehalt? Also wer ist Vollzeit Vater oder Mutter? Okay, niemand, trotzdem schön.
Und wer fällt in keine dieser Kategorien? Gut, denn ansonsten wärst du wahrscheinlich in einem Seminar falsch.
Ich möchte mich ganz kurz vorstellen. Mein Name ist Alex Reindl, ich bin 30 Jahre alt, verheiratet und habe zwei süße kleine Töchter. Wir wohnen in Tirol im Westen von Österreich, im schönen Bergland, und sind dort gut verwurzelt, beheimatet und fühlen uns auch sehr wohl.
In meiner Brust schlagen zwei Herzen, würde ich sagen: einmal das Herz eines Wirtschaftsingenieurs. Ich arbeite leidenschaftlich als Wirtschaftsingenieur. Zum anderen auch das Herz eines Theologen. Ich arbeite seit sechs, sieben Jahren in der Wirtschaft, am Anfang Vollzeit, jetzt Teilzeit, und habe vor acht Jahren begonnen, Theologie zu studieren, weil es für mich eine ganz entscheidende Sache war, Gott und sein Wort besser kennenzulernen.
Heute sieht meine reguläre Woche so aus, dass ich 20 Stunden pro Woche als Unternehmensberater in der Wirtschaft tätig bin. Ich versuche das meistens an zwei Tagen zu machen. Die anderen 20 Stunden, die dann vielleicht von so einer vollen Stelle noch übrig bleiben, arbeite ich auch wiederum meistens in zwei Tagen für Evangelium 21 als Geschäftsführer und versuche dort zu helfen, dass das, was wir tun, im Überblick bewahrt und gut gelingt.
Von Freitag bis Sonntag habe ich dann Zeit für meine Familie und die Gemeinde und auch noch eine Masterarbeit, die fertigzuschreiben gilt. So wird einem dann in Summe nicht langweilig.
Das Anliegen hinter dem Thema
Ich stehe also heute nicht hier als Experte, der zu dem Thema alles weiß oder euch hier jetzt die richtigen drei Schlüssel an die Hand gibt, sondern als Lernender. Das ist mir ganz wichtig zu sagen. In dem Thema bin ich selbst wirklich Lernender. Ich bin Nachfolger Jesu, der genau wie ihr alle in dem täglichen Schaffen, das wir alle tun, lernen will, es so zu tun, wie der gute und ewige Schöpfer es sich für uns gedacht hat.
Das ist mein Anliegen. Und auch darum habe ich mich sehr gerne mit diesem Seminarthema beschäftigt.
Wenn du etwa 40 Stunden die Woche für etwa 40 Jahre in deinem Leben Zeit in einen Job investierst, dann bedeutet das, dass du 75 Stunden deines Lebens damit verbringst. 75 Stunden. Da ist noch nicht mit eingerechnet, dass du Zeit in die Ausbildung investierst oder jeden Tag pendelst.
Wenn wir so viel Zeit mit dieser Sache verbringen, dann macht es mir Mut und hoffentlich auch dir gut, darüber nachzudenken, warum und wie wir das tun. Es wäre jetzt vermessen zu behaupten, dass wir in diesen wenigen Minuten erschöpfend über diese Frage nachdenken können oder dass sich manche Frage oder Spannung auch in unserem eigenen Leben in dem Bereich auflöst.
Das Ziel des Seminars wird es auch nicht sein, dir fünf Tipps für den Montag an die Hand zu geben oder drei Sprüche, die du dir selber auf den Spiegel klebst, die dann dafür sorgen, dass du den Berufsalltag nicht mehr an manchen Tagen herausfordernd findest. Das ist nicht mein Ziel.
Mein Ziel ist es, dass wir alle in den wenigen Minuten neu Mut fassen, diesen Lebensbereich zu nehmen und ganz neu vor die Füße Jesu zu legen. Und dass wir ihm im Gebet gemeinsam sagen: Lehre du uns, hilf du mir, dass ich dein gutes Design für diesen Lebensbereich neu verstehe, neu entdecke und in diesem Lebensbereich maximale Freude finde, sodass du maximale Ehre hast. Denn das ist der Anspruch, den Gott für uns hat.
Der Aufbau des Vortrags
Ich möchte Folgendes versuchen: Ich möchte uns erstens einen gewissen Rahmen geben für das Nachdenken über Arbeit, über Beruf. Es sollen uns so in gewisser Masse die Leitplanken sein.
Und dann wollen wir zweitens überlegen, wie wir zwischen diesen Leitplanken die Straße befahren können. Dazu werden wir konkret versuchen, eine Stellenbeschreibung zu skizzieren. Wie würde eine Stellenbeschreibung von der Bibel her für jeden von uns aussehen? Leitplanken: Wie befahren wir die Straße mit einer Stellenbeschreibung?
Und dann drittens möchte ich gern ganz konkret auch mit euch ins Gespräch kommen und eure Anregungen, eure Fragen, eure Gedanken zu dem Lebensbereich Beruf, Christus in der Arbeitswelt, hören. Also wir werden Leitplanken abstecken, biblisch-theologisch einen Rahmen versuchen zu skizzieren. Wir werden überlegen, wo und wie wir dazwischen fahren können, was das für uns bedeutet als Stellenbeschreibung. Und dann wollen wir auch ein bisschen interaktiv Auto fahren und über manche Fragen miteinander sprechen.
Ich möchte mit uns noch kurz zu Beginn beten.
Herr Jesus, wir danken dir so sehr für diese Konferenz. Wir danken dir für die Möglichkeit, einmal mehr und uns jetzt unter dein Wort zu stellen, unter dein gutes Reden zu stellen und zu überlegen und hoffentlich einiges davon zu verstehen, wie du über diesen Lebensbereich unseres Berufsalltags denkst. Ich danke für jeden Einzelnen, der hier ist, für das Interesse, die Mühen, die Bereitschaft, und ich möchte dich bitten, dass du sie segnest und dass diese Zeit fruchtbar für sie wird. Amen.
Der große heilsgeschichtliche Rahmen
Ich möchte beginnen mit unseren Leitplanken, mit dem biblisch-theologischen Rahmen. Wir können die Geschichte Gottes mit den Menschen ganz grob in vier Bereichen verstehen. Wir können von der Schöpfung sprechen, von dem Fall, von der Erlösung und von der neuen Schöpfung. Die Schöpfung, der Fall, die Erlösung und die neue Schöpfung.
Es ist sehr hilfreich, wenn wir eine Arbeitstheologie anhand dieser Vierteilung erarbeiten. Wie können wir Arbeit verstehen? Beginnen wir mit dem ersten Bereich, der Schöpfung.
Innerhalb des Schöpfungsaktes sollten wir zwei Dinge über Arbeit festhalten. Das Erste ist: Gott arbeitet. In 1. Mose 1,1-7 greife ich nur ein paar Dinge heraus: Gott ist es, der schuf. Gott sprach. Er schied Licht von Finsternis. Er machte die Himmel, heißt es. Er formte den Menschen, er bildete den Menschen aus dem Staub und hauchte dem Menschen Lebensatem ein. 1. Mose 2,7. Gott pflanzte einen Garten. Gott arbeitet als Gärtner. Gott arbeitet. Das ist die erste Sache, die wir festhalten und beobachten sollten.
Die zweite Sache, die wir im Bereich der Schöpfung erkennen sollen, ist, dass Gott den Menschen beauftragt zu arbeiten. Nicht nur Gott arbeitet, sondern Gott beauftragt den Menschen zu arbeiten. 1. Mose 1,28ff. Ich lese das jetzt kurz vor: Gott sprach zu den Menschen: Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde. Macht sie euch untertan, herrscht über die Fische und die Vögel. Und dann weiter: Alles, was auf der Erdoberfläche wächst, das soll euch zur Nahrung dienen, also ihr sollt es ernten. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.
1. Mose 2,15, wenige Verse weiter: Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten, damit er ihn bebaue. Du kannst das Wort auch mit bearbeiten übersetzen, damit er diesen Garten bearbeite und ihn bewahre.
Wir halten also fest, dass Gott arbeitet und dass er ruht. Ja, das gehört dazu. Dass er arbeitet und dass er der Arbeit damit Wert und Sinn gibt. Und wir halten fest, dass Gott den Menschen beauftragt zu arbeiten. Arbeit gab es noch vor der Sünde. Arbeit war sehr gut, und der Mensch ähnelt Gott, indem er arbeitet.
Der Bruch durch die Sünde
Aber wie wir alle wissen, endet die Geschichte nicht nach zwei Kapiteln. Es kam zum großen Fall, 1. Mose 3: Das Geschöpf streckte dem Schöpfer die Faust entgegen und sagte ihm: Ich will ohne dich sein. Nicht du sollst Autorität sein, sondern ich.
Und diese Rebellion, das ist der Fall aus der hellen und geborgenen Gottesbeziehung hinunter in die dunkle Gottesferne. Der Mensch, der per Definition abhängig vom Schöpfer ist, der auf ihn hingeschaffen war, versteckt sich jetzt vor ihm. Es war der Tod in der Beziehung zu Gott und der Tod in der Beziehung zu Menschen. Alles, was Gott sehr gut gemacht hat, wird nun ohne Gott leer und sinnlos.
Was hat das an der Arbeit geändert? Sehr viel. 1. Mose 3,16: die Konsequenzen dieses Falls. Und Gott sprach zur Frau: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen. Mit Schmerzen sollst du Kinder gebären. Und zu Adam sprach er: Mit Mühe, Vers 17, sollst du dich nähren dein Leben lang; Vers 18: Dornen und Disteln soll dir das Feld tragen; Vers 19: Im Schweiße deines Angesichts sollst du Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden.
Merk dir den Unterschied? Die Arbeit, die sehr gut war, ist nun unter einem Fluch. Sie ist schweißtreibend, mühevoll, schmerzhaft. Und der Prediger Salomo geht in seiner Ausführung im Buch Prediger noch weiter, und er hilft uns zu sehen, dass Arbeit sehr oft ein Haschen nach Wind ist. Du versuchst, echte Veränderung in deinem Umfeld zu bewirken. Aber du versagst dabei. Du kannst keine bleibende Veränderung dadurch schaffen. Du kannst nicht kreativ etwas schöpfen, wie der Schöpfer Arbeit gedacht hat, nicht letztlich.
Die Arbeit ist durch die Sünde nicht eliminiert worden, das sehen wir an diesen Konsequenzen, aber sie ist ganz anders. Der Virus der Sünde hat auch diesen Lebensbereich befallen. Und ich frage dich ganz ehrlich: Erlebst du das? Spürst du diese Leere und diesen Schmerz auch in der Arbeit? Ich mache das fast jeden Tag.
Denn erst wenn du die Sünde so dunkel wahrnimmst, wie sie ist, auch in diesem Lebensbereich, erst dann siehst du die Radikalität des Evangeliums, weil die Sünde nicht das letzte Wort hatte. Halleluja!
Erlösung und neue Schöpfung
Gott schenkte Erlösung. Vor Grundlegung der Welt schuf Gott bereits einen Weg aus diesem Fall. Jesus Christus selbst ist der Schlangenzertreter, nach ihm sehnt sich die ganze Schöpfung seit 1. Mose 3.
Gott selbst kam in diese vom Virus befallene Welt, und er lebte als Einziger ohne diese rebellische Faust gegen den Vater. Er starb als Einziger unverdient die Konsequenz der Sünde. Und er ist dadurch allein fähig, für die Schuld der Menschen zu bezahlen. Er tauscht sein heiliges Leben gegen unseren Dreck und nimmt damit dem Tod die Macht. Dieser Fluch wurde aufgehoben für alle, die sich in ihm, in dieser Arche, bergen. Der gerechte Zorn Gottes, die Wasser können die, die in der Arche sind, nicht mehr treffen. Durchs Wasser hindurch bringt er jene zurück zum Schöpfer, die ihm gehören.
Und dieser Jesus wird für sie zum Erlöser, aber auch zum Chef ihres Lebens. Die ehemaligen Diener der Sünde, so sagt uns die Bibel, sind jetzt Diener Jesu. Alles, was wir tun, geschieht aus dieser Identität. Wir sehen alles, was wir sehen, durch die Brille unseres Gnadenstandes vor Gott, ganz angenommen von dem, dem ich die Faust entgegenstreckte und den ich bespuckt habe. Was für ein Evangelium, was für einen Unterschied! Das machen wir auch in unserem Arbeitsalltag.
Das Endziel dieser Erlösung ist die neue Schöpfung. Der neue Himmel und die neue Erde, die ewige Gemeinschaft mit dem Schöpfer, nur ganz ohne Sünde. Dieser Ort wird viel besser sein als der Garten damals. Die Möglichkeit, vertrieben zu werden, wird es nicht mehr geben. Dort werden wir weiter arbeiten. Aber nicht mehr sinnlos und ermüdend. Arbeit wird sehr gut sein, sie wird maximal zur Ehre Gottes sein. Wir werden uns durch die Arbeit an ihm erfreuen.
Oh, wie ich mich darauf freue, jede Sekunde des Schaffens maximale Freude an dem Herrlichsten, den es gibt: Gott selbst. Oh, ich wünsche dir, dass du dich darauf freust.
Die Zwischenzeit und ihre Spannungen
Wo stehen wir heute? Wir stehen heute dazwischen. Wir stehen zwischen der Erlösung und der Neuen Schöpfung, und wir warten, wir warten aktiv auf die Neue Schöpfung.
Die Theologen nennen das sehr oft das already but not yet. Das Königreich Gottes ist bereits Realität in uns, gelangt jedoch erst zur vollständigen Sichtbarkeit, zur vollendeten Sichtbarkeit in der Zukunft.
Wir leben noch in der ermüdenden und sinnfreien Konsequenz des Falls. Salomo sagt: unter der Sünde. Wir leben noch darin. Wir können aber bereits durch das Evangelium den Blick über die Sonne richten und damit in allem, was wir hier tun, Sinn sehen.
Wir sehen die Auswirkungen von dem Fall noch, wir sind aber als Erlöste nicht mehr darin gefangen, nicht mehr darunter geknechtet, nicht mehr ausgeliefert. Wir streben dann der neuen Schöpfung entgegen, und wir erleben, wie jeder Wassertropfen an uns, der in Form von einer Träne oder in Form von einem Schweiß in der Zwischenzeit vergossen wird, dieser Wassertropfen wird in der Perspektive der neuen Schöpfung bedeutsam. Dieser Tropfen wird in der Perspektive der neuen Schöpfung bedeutsam.
Und genau darum wollen wir über die Arbeit in dieser Zwischenzeit nachdenken, weil uns das im Jetzt betrifft. Dort stehen wir. Und ich denke, ich hoffe, dass uns diese Leitplanken, dieser biblisch-theologische Rahmen, hilft, die Arbeit entlang dieser Heilsgeschichte nachzuvollziehen und auch zu sehen, woher wir kommen und wohin wir gehen.
Ich glaube, wir stehen in dieser Zwischenzeit in unseren Jobs in der Gefahr, unseren Beruf, unseren Berufsalltag entweder zu wichtig zu nehmen oder zu unwichtig zu nehmen. Und ich habe folgendes Bild für mich selber skizziert, und ich hoffe, dass dir das hilft.
Was soll dieses Bild illustrieren? Unsere Hauptidentität ist, dass wir für den König Jesus arbeiten. In allem, was wir tun, das ist unsere eigentliche Berufung. Wir arbeiten für niemand Geringeren als den König. Wir gehören ihm, wir leben für ihn, wir lieben ihn, wir laufen zu ihm.
Nun ist es aber so, dass in dieser Zwischenzeit die Schlange und unsere sündige Natur nicht wollen, dass wir das tun. Die Sünde will Jesus die Ehre rauben. Sie will nicht, dass wir für den König arbeiten und alles, was das bedeutet. Und darum glaube ich, dass unsere zwei Hauptgefahren diese beiden sind. Ich glaube, dass wir einerseits Arbeit entweder im Modus Götzendienst tun oder Arbeit im Leerlauf tun. Götzendienst oder Leerlauf.
Eine biblische Stellenbeschreibung für den Alltag
Und ich möchte nun versuchen, eine Art Stellenbeschreibung aus der Bibel abzuleiten, also eigentlich den ersten mittleren Teil kurz beschreiben: Was heißt dieses Arbeiten für den König Jesus? Und dann kurz über diese beiden Gefahren reden. Welche Punkte helfen uns jetzt in dieser Stellenbeschreibung, um unseren eigentlichen Job besser zu verstehen?
Das Erste, was wir in dieser Stellenbeschreibung festhalten müssten, ist, dass Jesus selbst unser Vorgesetzter ist. Römer 6,17 heißt es: Wir waren Sklaven der Sünde, sind nun aber Diener der Gerechtigkeit. Epheser 6,5 ist ein Kerntext in der Frage der Arbeitstheologie. Dort heißt es: Gehorcht euren leiblichen Herren als dem Christus. Vers 6: Nicht um Menschen zu gefallen, sondern als Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun. Dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen.
Für wen du arbeitest, ist viel wichtiger als das, was du tust. Was sollte es für uns Bedeutsameres geben, als für den König Jesus zu arbeiten?
Die zweite Sache, die in unserer Stellenbeschreibung Platz finden sollte, ist: Das Hauptziel mit deiner Arbeit ist, Gott die Ehre zu geben. 1. Korinther 10,31 ist in einem konkreten Kontext, in dem es nicht um Arbeit geht, aber im Prinzip etwas, das wir auf ganz vieles anwenden können. Dort heißt es: Ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, ob ihr arbeitet oder ruht, tut alles zur Ehre Gottes.
Praktische Auswirkungen der so tiefen und weitreichenden Theologie des Römerbriefes, Kapitel 12, Vers 1, dort heißt es, unser ganzes Leben ihm hinzulegen als lebendiges, gottwohlgefälliges Opfer. Dein Job und mein Job ist letztlich Anbetung.
Wenn mein ganzes Leben, alles, was ich mit meinen Fingern, mit meinen Füßen, mit meinen Augen, mit meiner Zunge tue, wenn all das zur Anbetung wird, dann wird es ein Weg, um den Wert und die Würde von Jesus zu veranschaulichen. Und andere werden das sehen. Darum geht es bei unserem Hauptziel.
Erwartungen, Lohn und Motivation
Was sind unsere Erwartungen? Die Erwartung ist nicht einfach nur äußerliche Pflichterfüllung, sondern ein Dienst mit ganzem Herzen. In Kolosser 3 heißt es ab Vers 23: Kolosser 3,23 Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen. Und Gleiches finden wir in Epheser 6 an der genannten Stelle.
Unser Gott ist kein alter Opa mit grauem Bart, dessen Laune steigt, wenn du brav bist. Was für ein groteskes Gottesbild wir jedoch so oft durch unsere Einstellung an den Tag legen. Er ist kein Automat, der sich mit einem Euro korrektem Verhalten bezahlen lässt. Er hat alles gegeben, um alles von dir zu haben: dein ganzes Herz. Darum ist unsere Erwartung für das, was wir tun, nicht einfach nur äußerlich in irgendeiner Form Dinge richtig abzuhaken, sondern ihm mit unserem ganzen Herzen zu dienen.
Wie sieht es mit unserer Bezahlung aus? Unsere Bezahlung sollten wir aus der Bibel ableiten. Für unsere Stellenbeschreibung ist mehr als Geld vorgesehen, unser Lohn ist mehr als Geld. Auch wieder Kolosser 3, ab Vers 22: Tut all das von Herzen, da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn zum Lohn das Erbe empfangen werdet; denn ihr dient Christus, dem Herrn. Oder die berühmte Stelle in der Bergpredigt, Matthäus 6,19: Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen; sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Worauf ist mein Blick gerichtet? Auf die paar Euro am Ende des Monats? Das ist sehr unbefriedigend. Wenn du es mir nicht glaubst, frag die, die massenweise davon haben, dass das nicht befriedigend ist. Nein, dein Blick ist auf die Ewigkeit gerichtet, dein Lohn ist letztlich ein ewiger Lohn. Meine Motivation für meine Arbeit in unserer Stellenbeschreibung ist überirdisch.
Worum geht es hier? Hier geht es um die Frage: Warum komme ich jeden Tag ins Büro? Warum tue ich jeden Tag als Mutter und Vater das, was ich mit den Kindern tue? Warum studiere ich jeden Tag? Die Bibel nennt uns und will uns damit zu Gott führen folgende Gründe.
Arbeite, um Gott und sein Evangelium zu ehren. Titus 2,9: Die Knechte ermahne, dass sie sich ihren eigenen Herren unterordnen, in allem gern gefällig sind, damit sie der Lehre Gottes, unseres Retters, in jeder Hinsicht Ehre machen. Mein und dein Alltag kann das Evangelium ehren und es zieren, wie die alte Lutherübersetzung es nennt, es schmücken und schön anzusehen machen.
Arbeite aber auch, um Gott zu lieben. Matthäus 22,37: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Das ist das größte Gebot.
Aber arbeite auch, um andere zu lieben. Das nächste ist ihm gleich, Matthäus 22,39: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wir haben in unserem Berufsalltag eine unglaubliche Chance, Menschen zu lieben. Und auch das darf sich bewegen, wenn du arbeiten gehst und fährst.
Die Bibel macht uns aber auch klar, dass wir arbeiten sollen, um Geld zu verdienen und um zu versorgen. Die Bibel ist kein idealistisches Märchenbuch. Nein, in 2. Thessalonicher 3,10 schreibt Paulus: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen. Oder noch viel stärker im Epheserbrief, in Kapitel 4, Vers 28, dort schreibt er an jene, die früher gestohlen haben: Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern er bemühe sich vielmehr, mit den Händen etwas Gutes zu erarbeiten, damit er dem Bedürftigen geben kann. Arbeite, um Geld zu verdienen, um zu versorgen, um anderen Gutes zu tun.
Und zu guter Letzt: Arbeite, weil es Freude macht, auch in dieser Zwischenzeit. Der Prediger hilft uns hier, das einzuordnen. Er sagt in Kapitel 5 des Predigerbuches, ab Vers 18: Auch wenn Gott irgendeinem Menschen Reichtum gibt und ihm gestattet, das zu genießen und sich zu freuen in dieser Mühe, so ist das eine Gabe Gottes. Arbeite, weil es Freude macht. Nicht immer, nicht uneingeschränkt, aber Gott möchte Freude schenken in dieser Arbeit.
Diese Dinge, wenn sie in deiner persönlichen Stellenbeschreibung ganz oben stehen, werden allem anderen, was danach kommt, ganz praktisch eine andere Stoßrichtung geben. Davon bin ich überzeugt, und das erlebe ich immer wieder in meinem persönlichen Arbeitsalltag. Wenn diese Dinge in deiner Stellenbeschreibung ganz oben stehen, dann wird es allem anderen, was du tust, eine andere Richtung geben.
Die Gefahr, Arbeit zum Götzen zu machen
Ich möchte nur noch kurz über diese beiden Alternativen sprechen. Wie sieht es in meinem Arbeitsleben aus, und zu welchen Alternativen versuchen mich mein Fleisch und auch der Teufel immer wieder zu drängen?
Die erste Alternative zur Arbeit für den König Jesus ist, die Arbeit als Götzendienst zu sehen. Das Problem dabei beginnt, wenn unser Streben nach Erfüllung, Einfluss oder Status dazu führt, dass unsere Arbeit zur Quelle unserer Erfüllung wird. Die Bibel macht deutlich, dass unsere Herzen zur Anbetung neigen, und zwar auch zur Anbetung von Götzen. Wir sind alle Anbeter. Wir finden immer eine Person, vor der wir uns beugen, oder eine Sache, der wir unser Leben verschreiben.
Unsere Neigung zur Anbetung ist aber nicht das Problem. Gott schuf uns nämlich so. Anbetung ist nur dann etwas Gutes, wenn das Objekt der Anbetung es wert ist. Und genau das ist der Punkt: Das einzig würdige Objekt meiner Anbetung ist Gott.
Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber im Alten Testament scheinen die Götzen manchmal so viel materieller gewesen zu sein, so viel plastischer: ausgemalt, aus Stein gehauen, aus Holz geschnitzt und irgendwo hingestellt. Manchmal denken wir dann: Na ja, die haben wirklich mit Götzendienst ein echtes Problem gehabt. Aber ich glaube, wenn wir ehrlich sind, dann merken wir, dass wir darin kein bisschen besser sind. Ich glaube, wir sind nur sehr gut darin geworden, diese Götzen zu tarnen.
Jede gute Sache, sagt John Piper, wird zu einer schlechten Sache, wenn sie die wichtigste Sache in deinem Leben wird, ausser Gott. Jede Sache wird zu einer schlechten Sache, wenn sie die wichtigste Sache in deinem Leben wird, ausser Gott.
Wie kann ich jetzt merken, ob meine Arbeit zu so einem Götzen wird? Ich glaube, uns können dabei drei Fragen helfen.
Die erste Frage ist: Ist meine Arbeit meine primäre Quelle für Zufriedenheit? Stell dir diese Frage. Erfüllt der Erfolg auf deiner Arbeit ein grosses Loch in deinem Leben? Erlebst du, wie sich deine Stimmung radikal ändert, wenn deine persönlichen Aktien hoch und runter gehen?
Sebastian Traeger, der ein sehr gutes Buch geschrieben hat, ich empfehle euch das später noch, hat es folgendermassen illustriert. Er sagt, es ist wie mit einem Kind, das einen Roller fährt. Das Kind kann mit diesem Roller auf der Strasse auf und ab fahren und die grösste Freude daran haben. Aber dann wird das Kind plötzlich sehr zornig. Warum? Weil der Roller nicht fliegen kann.
Wenn wir das als Erwachsene sehen, dann finden wir das im ersten Moment sehr amüsant. Vielleicht fast nett: wie ein kleines Kind, das sich über den Roller ärgert. Aber der Junge wird so frustriert, und er fängt an, gegen den Roller zu treten und ihn anzuschreien.
Jetzt sagst du natürlich: Das Problem hier ist sehr einfach, oder? Der Roller ist einfach nicht dazu gemacht, um zu fliegen. Der Junge ist ganz rational, und philosophisch analysiert ist er einfach verwirrt über den Zweck des Rollers. Er soll nicht fliegen können, er soll gefahren werden. Wenn das Kind die richtigen Erwartungen an den Roller hätte, könnte es den Roller mehr geniessen.
Aber genau das Gleiche gilt auch für unsere Jobs. Wenn wir angemessene Erwartungen haben, werden wir uns letztlich mehr erfreuen können. Denn unsere Jobs sind nicht gedacht und nicht gemacht, um die Last zu tragen, uns ultimative Erfüllung zu geben. Das ist nur bei einem zu finden: dem auferstandenen Christus.
Also ist eine Frage, die uns helfen kann: Ist deine Arbeit eine primäre Quelle der Zufriedenheit geworden?
Eine zweite Frage, die mir hilft, ist: Geht es in meiner Arbeit darum, mir einen Namen zu machen? Hier geht es um den Bereich der Exzellenz und der Qualität der Arbeit. Die Bibel macht ganz deutlich, dass gute Arbeit Gott ehrt. Wenn Jesus unser Chef ist, dann wollen wir das Beste geben, das ist völlig klar.
Das Problem ist jedoch, dass unser Wunsch sehr schnell zu etwas wird, bei dem es uns mehr darum geht, von anderen gesehen und anerkannt zu werden. Wir wollen, dass andere uns schätzen, und wir wollen letztlich, dass sie uns verehren. Bin ich so gut wie sie? Bin ich so gut wie er? Bin ich im Ranking weiter vorne oder weiter hinten?
Ich denke, wir alle erleben, dass trotz einer gesunden Form des Wettbewerbs auch im Beruf sehr oft genau das in unseren Herzen passiert. Darum diese Frage: Worum geht es dir? Geht es dir darum, dir einen Namen zu machen?
Eine letzte Frage, die mir hilft, ist: Soll meine Arbeit vorrangig einen Unterschied in der Welt machen? Auch dabei möchte ich ganz klar sagen: Es gibt eine gesunde Komponente. Wir wollen einen Unterschied machen, wir sind als Salz und Licht in die Welt gestellt. Jedoch denke ich, dass auch du siehst und weisst, dass dieser Wunsch sehr schnell zu einem Götzen werden kann.
Wenn wir glauben, dass der Wert unserer Arbeit letztlich dadurch bestimmt wird, welchen Stempel sie in der Welt hinterlässt, wenn mein Wunsch, einen Unterschied zu machen, zu meiner Priorität wird, dann wird sehr oft Gott und seine Ehre zweitrangig.
Ihr Lieben, unsere Arbeit ist so ein schlechter Götze, ein Götze, der per Definition versagen muss. Es gibt nämlich immer mehr zu tun. Es gibt immer mehr, das wir erreichen und optimieren können. Es gibt immer mehr Menschen zu helfen. Es gibt immer noch mehr Dinge, die wir tun können, um die Stadt noch ein bisschen besser zu machen, die Gesellschaft noch etwas mehr zu fördern. Der Zielbalken wandert immer weiter hoch.
Das Fazit jedoch bleibt, dass diese Welt es letztlich nicht wert ist, für sie zu leben. Oh, wie sehr versucht sie uns, das einzureden! Aber wir wissen, dass wir Himmelsbürger sind, dass wir Pilgerreisende sind, die nach Hause gehen und nicht diese Welt retten. Nur Gott ist es wirklich wert, sich so in ihn zu investieren.
Und darum lasst uns, ich möchte dich und mich ganz ehrlich fragen: Suchen wir, suchst du in deinem Job zu viel Freude, zu viel Glück, Erfüllung und Wert? Will ich das Gute, das meine Arbeit verspricht, will ich das mehr als Jesus? Habe ich meine Arbeit zu einem Götzen gemacht?
Wenn ja, dann tu Busse! Wie wunderbar, dass Gott uns das anbietet. Kehr um zu ihm, denke um, sag ihm das. Ich muss mich immer wieder davon abwenden und ihm das sagen. Ich muss mein Denken und mein Handeln von Jesus täglich in diesem Bereich verändern lassen und lernen, wie mein tägliches Arbeiten Anbetung ist.
Die Gefahr, Arbeit leer laufen zu lassen
Ich möchte noch über den zweiten Bereich mit uns reden, und zwar die Arbeit im Leerlauf. Die zweite Alternative beginnt damit, dass wir Gottes gute Absichten mit uns in unseren Jobs nicht sehen, so, als ob Gott diesem Bereich unseres Lebens gleichgültig wäre.
Dieser Leerlauf muss nicht äußerlich sein. Man kann in diesem Sinne leerlaufen, obwohl man sehr aktiv ist. Wie genau? Ich denke, das geschieht durch ein gleichgültiges Herz. Ein Herz, das nicht begreift, wie Gott meinen Job verwenden möchte, um mich zu formen.
Ganz im Kontrast dazu steht, wie es in Epheser 6,6 heißt. Dort wird ein ganz anderes Bild gezeichnet, oder? Dort wird gesagt: Tu die Arbeit mit gutem Willen, als dem Herrn von Herzen. Die Bibel warnt uns aber vor mehr als einfach nur einem Nichtstun, sondern sie warnt uns auch vor einem einfach irgendetwas Tun. Wir tun das, was wir tun, so unbedeutend es scheint, letztlich für den König. Mit einer Herzenshaltung, die dem König würdig ist.
Und diese Arbeitseinstellung, meine Lieben, die bringt Freude. Ich hoffe, dass du das erlebst.
Wie kann ich erkennen, ob ich in Gefahr laufe, meine Arbeit im Modus Leerlauf zu tun? Zwei Fragen helfen mir dabei.
Ist meine Arbeit lediglich ein Mittel zum Zweck oder ein Ort, wo es vorrangig um meine Bedürfnisse geht? Ich persönlich bin in einer Gemeinde aufgewachsen, wo man gelehrt hat, dass Arbeit tatsächlich ein Mittel zum Zweck ist. Ich arbeite, so hieß es, um zu leben. Ich arbeite, um zu leben, ich lebe nicht, um zu arbeiten. Ich bin heute überzeugt, dass dies nicht dem Design Gottes entspricht, das ich in der Schrift finde.
Das nennt man dann oft, ganz krass formuliert vielleicht: Ich arbeite, um mir mit dem Geld, das ich bekomme, etwas zu kaufen, was ich will. Ich arbeite, um zu leben, ich lebe nicht, um zu arbeiten. Toller Kalenderspruch: Ich arbeite, um zu leben, ich lebe nicht, um zu arbeiten.
Aber das Ganze gibt es auch noch in geistlicher Verpackung. Das könnte so lauten: Ich arbeite, um Geld zu verdienen, mit dem Geld ich dann der Gemeinde dienen und spenden kann. Es läuft auf das Gleiche hinaus, oder?
Das Kritische hier ist zu unterscheiden, dass das Geld in der Perspektive Gottes sehr wohl ein Mittel zum Zweck sein soll, aber nicht die Arbeit. Denn auch bei der christlichen Variante, den Job als Mittel zum Geben in der Gemeinde und zum Spenden zu sehen, wird deutlich, dass die Person viel mehr über das Geld nachdenkt als über den Job. In der Regel interessiert uns dann der Job selbst nicht wirklich, sondern nur die Dinge, die wir wegen dem Job nach 17 Uhr tun können.
Ist eine Arbeit lediglich ein Mittel zum Zweck?
Die zweite Frage, die mir dabei hilft, ist: Ist deine Arbeit von deinem täglichen Christsein getrennt? Was meine ich damit? Geht es dir nicht manchmal auch so, dass du deine Arbeit im Modus neun bis fünf verrichtest? Montag bis Freitag, um dann am Wochenende, am Abend dem echten Leben, dem christlichen Dienst nachzugehen?
Wenn das so ist, dann ermutige ich dich, ganz ehrlich, Kolosser 3 nochmals ganz neu zu lesen. Und ich bete, dass du dort radikal ermutigt wirst, hier umzudenken. Meine Arbeit von neun bis fünf ist nicht etwas, das ich zusätzlich zu meiner Nachfolge für Jesus tue. Unsere Arbeit ist ein Ausdruck unseres Glaubens. Alles, was wir tun, ist Anbetung, egal ob zu Hause, auf der Arbeit oder in der Gemeinde.
„Was immer du tust“, schreibt Paulus, „arbeite daran mit deinem ganzen Herzen“, in deiner und aus deiner primären Identität als Diener und Angestellter für den König Jesus.
Dann wird nämlich noch etwas passieren: Dann werden wir mehr und mehr sehen, in welchen Situationen uns Gott in unserem Berufsalltag ganz souverän stellt. Dann wird Gott uns immer mehr die Augen öffnen für die Menschen, die uns vierzig plus Stunden jede Woche umgeben. Und er wird uns die Augen öffnen wollen für die Not dieser Menschen, weil sie unseren König nicht kennen und Gott dich souverän an ihre Seite gestellt hat, um in sie zu investieren.
Wenn wir unseren Berufsalltag jedoch von unserem Leben als Christen in irgendeiner Weise trennen, ob bewusst oder unbewusst, dann vermissen wir eine entscheidende Verbindung.
Ich persönlich bin durch das Studium dieses Themas wieder ganz neu ermutigt worden. Und ich erlebe und habe erlebt, was das für einen tagtäglichen Unterschied macht, mit dieser Perspektive ins Auto zu steigen und in die Arbeit zu fahren, mit einem Gebet, das ich in etwa so bete: Herr, öffne mir die Augen heute für diese Realität. Danke, dass ich arbeiten kann. Hilf mir, fleißig und eifrig zu sein. Hilf mir, mit Niederlagen und Fehlern so umzugehen, wie es deinem Evangelium würdig ist. Hilf mir, meine Kollegen so zu sehen und ihnen so zu begegnen, dass sie dich sehen und ich dir dadurch letztlich Ehre gebe.
Ihr Lieben, dieses Gebet oder diese Erinnerung an diese Perspektive, die führt natürlich nicht dazu, dass wir in keinem Kampf mehr stehen. Und durch dieses Gebet bin auch ich jeden Tag noch herausgefordert. Und es gibt, trotz dieser Gebete und trotz all dem Gesagten, dem groben theologischen Rahmen und manchen Meilensteinen, an denen wir uns orientieren können, immer noch ganz viele praktische Fragen, die herausfordernd sind.
Aber diese Fragen, und es ist meine Hoffnung und mein Ziel auch für diese Zeit, dass wir sie innerhalb dieser Leitplanken bewegen. Denn wenn wir das tun, bin ich überzeugt, werden wir erleben, mit Gottes Hilfe, wie sich im Denken und Tun etwas verändert. Weil Gott uns sein Wort gegeben hat und, wie es der Apostel Johannes gesagt hat: Deine Wahrheit macht frei. Und wenn das Wahrheit ist, dann will es dich freimachen. Von mancher Schieflage, vielleicht im Verständnis, Herausforderungen in der Praxis und Gott und die Arbeit so zu sehen, wie er sie gedacht hat.
Ich möchte abschließend noch für diesen Teil etwas weitergeben, was Tim Keller sehr gut auf den Punkt gebracht hat. Tim Keller sagt: Deine Arbeit ist Gott wichtig, deine Arbeit ist für Gott entscheidend, und Gott ist für deine Arbeit entscheidend. Es bringt in etwa diese beiden Gefahren und gleichzeitig das Ziel, für Jesus zu arbeiten, auf den Punkt: Deine Arbeit ist für Gott entscheidend, und Gott ist für deine Arbeit entscheidend.
Ihr Lieben, ich hoffe, ich konnte uns Mut machen und etwas in diese Fragestellung hineinnehmen. Wenn ihr euch vertiefen wollt, dann ist es toll, und es gibt sehr gute Literatur dazu, die ich euch im Anschluss gerne empfehle. Ich empfehle euch die im Anschluss.
Offene Runde und Rückfragen
Wir haben jetzt noch zehn bis fünfzehn Minuten, theoretisch sogar länger, aber so lange, wie ihr Lust habt, Zeit, um über manches Gesagte ins Gespräch zu kommen.
Ich habe diesen interaktiven Teil bewusst etwas offen gelassen, damit es möglich ist, Rückfragen zu stellen oder Anmerkungen und Ergänzungen zu machen. Fühlt euch wirklich frei.
Oder wir könnten, wenn euch das lieber ist, je nachdem, was an Feedback kommt, ein bestimmtes Thema noch einmal genauer miteinander bewegen. So etwas wie: Wie gelingt es uns im Alltag? Was sind die Herausforderungen, die Arbeit wirklich als evangelistisches Feld zu sehen? Da gibt es Herausforderungen, Gefahren und Schwierigkeiten. Das könnte ein Thema sein.
Oder auch die Frage: Welcher Job ist jetzt geeignet, und sind da alle dafür geeignet und so weiter? Ganz praktische Dinge, wie zum Beispiel: Wie geht es uns mit dem Ruhen im Alltag? Darüber haben wir heute kaum gesprochen. Über dieses Thema könnten wir reden.
Aber jetzt einfach wirklich: Bühne frei für euch. Es gibt, glaube ich, ein Handmikrofon. Meldet euch gerne, Simon wird es euch bringen. Und ja, bitte um eure Anregungen, eure Fragen, eure Ergänzungen zu dem Gesagten.
Fragen zur Arbeit im Himmel und zur Schöpfung
Bei dem heilsgeschichtlichen Durchlauf wird erwähnt, dass wir im Himmel arbeiten werden. Welche Anhaltsstellen gibt es dafür in der Bibel? Mir ist nicht so viel eingefallen. Das ist ein Rückschluss, den ich daraus ziehe, dass Gott die Arbeit bereits vor der Sünde geschaffen hat und vieles im neuen Himmel, in der neuen Schöpfung, ähnlich sein wird. Wie genau wir dort beschäftigt sein werden, weiß ich nicht.
Wenn man Arbeit als das Gegenteil von Ruhen definiert, dann werden wir dort arbeiten. Wir werden nicht sieben Tage von sieben Tagen ruhen. Was das genau ist, weiß ich nicht. Je nachdem, wie man es genau versteht, habe ich im Moment keine konkreten biblischen Stellen oder Anlässe im Kopf. Aber ich sage: Das macht mir deutlich, dass wir arbeiten werden, allerdings mehr aus der Gesamtperspektive. Ich glaube nicht, dass Gott uns in die neue Schöpfung holt, um dort sieben von sieben Tagen zu ruhen.
Ja, bei mir im System macht das auch voll Sinn. Ich habe aber gedacht, vielleicht geht es mir nicht immer klar. Ich wollte nebenbei sagen: Sie sagen ja sowieso, dass wir bauen und gewiss dort wohnen werden. Also eine gewisse Arbeit werden wir ja wohl in diesem Fall schon haben. Das wollte ich noch einmal nebenbei bemerkt sagen. Ja, die Frage ist dann, wer dort genau baut, in der Stelle aber, ja.
Nochmal kurz zum Arbeiten: Wenn man rückblickend darauf schaut, was die Arbeit von Adam vor dem Sündenfall war, dann hat er zum Beispiel den Tieren Namen gegeben. Dieses harte Arbeiten auf dem Feld kam erst später. Jetzt ist natürlich die Frage: Ich glaube nicht, dass dieses harte Arbeiten auf dem Feld am Ende noch da ist, weil alles wiederhergestellt ist.
Ja, wobei auch: Vielen Dank. Das Ernten ist ja natürlich auch, je nachdem, wie du Arbeit definierst. Die Bibel macht klar, dass es im Fall eine schweißtreibende, ermüdende, sinnlose und mühsame Arbeit ist. Es soll Disteln und Dornen geben und nicht nur Frucht. Das ist der Aspekt, die Konsequenz der Sünde. Aber sie sollten den Garten bebauen und bearbeiten, und da waren sie auch aktiv. Wie auch immer man sich das genau vorstellen kann: Sie sind da jetzt nicht herumgelegen, und die Äpfel sind ihnen in die Hand gefallen, sondern sie waren aktiv.
Leistungsdruck, Stress und innere Ruhe
Hinten war eine Wortmeldung. Ich fand deinen eigenen Hintergrund spannend. Du arbeitest jetzt ja teilweise so, teilweise so. Es ist auch nicht immer ganz einfach. Die Frage, die ich jetzt habe, zielt auch darauf ab, also persönlich, aber auch darauf, ob du für uns vielleicht aus deiner Geschichte etwas mitgeben kannst, was Leistungsdruck und Stress im Arbeitsleben angeht und was auch jetzt Zuspruch aus der Bibel oder von Gott da sein kann, um da Ruhe zu finden.
Gute Frage, ja. Also Leistungsdruck: Ich denke, es gibt den Aspekt, dass unsere Gesellschaft Leistungsdruck kennt, einfach kulturell. Wir definieren uns über den Götzen, was wir schaffen, in Produktivität, in Ergebnis und so weiter. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, dass es da nicht unbedingt nur um eine Schwarz-Weiß-Betrachtung geht. Ja, auch Gott möchte gute Ergebnisse, und es ehrt ihn. Aber die Frage ist: Ist das eine primäre Sache? Definierst du dich darüber? Da wird es sonst schwierig. Unsere Gesellschaft kennt das tendenziell, also ist das wie Teil unseres Seins. Wir definieren uns darüber.
Von daher würde ich jetzt nicht nur sagen, dass das explizit jemand kennt, der wie ich jetzt in einem Industrieunternehmen im Management irgendwo unterwegs ist. Aber ich gebe dir schon recht, dass es dort in klassischen Modellen von Karriere und sich darüber definieren, dass ich über die 40 oder 45 geforderten Stunden halt doch nochmal 20 drauflege und mich von anderen abhebe und darüber auch erfolgreich bin, schon in vielem das Umfeld ist, in dem ich arbeite.
Und ich muss ganz ehrlich sagen: Es gibt da wahrscheinlich auch viel kompetentere Leute als ich, die dazu etwas sagen können. Von daher auch gerne eure Wortmeldungen. Aber ich bin an dem Punkt sehr bewahrt geblieben. Ich habe sehr früh nach meiner Ausbildung, nach meinem Studium, eine Grundsatzentscheidung in meinem Herzen getroffen, dass ich nicht Karriere in dem Sinne machen möchte, wie die meisten in meiner Branche das verstehen. Diese Grundsatzentscheidung habe ich getroffen. Die muss nicht jeder so treffen. Aber mein Ziel war es nicht, schnellstmöglich Abteilungsleiter zu werden und den Dienstwagen zu haben. Und das sage ich jetzt wirklich, bitte nicht falsch verstehen, nicht als geistliche Wertung. Aber diese Grundsatzentscheidung habe ich getroffen.
Ich möchte eine gute Arbeit machen. Ich möchte meine Arbeit auch so machen, dass andere sehen, dass sie gut ist. Das ist mein Anspruch. Aber es gibt einen klassischen Karrierepfad, gerade in der Wirtschaft, gegen den du dich entscheiden kannst. Den gibt es. Damit sind gewisse Dinge verbaut. Ich habe jetzt die Situation erlebt, dass ich es wirklich nur und möchte es auch von meiner Theologie her Gott zuschreiben kann, dass Gott diese Entscheidung sehr gesegnet hat. Ich habe fast nie einen Nachteil erlebt durch diese Grundsatzentscheidung.
Ich habe jedem meiner Vorgesetzten seither diese Grundsatzentscheidung mitgeteilt. Das ist für die auch immer ganz wichtig, denn in der Regel läuft es so, dass die zwei, drei Steckenpferde wollen, die sie auch weiterbringen und die sie wieder mitnehmen, da, wo sie hingehen, usw. Ich habe mit aller Klarheit, aber auch Offenheit gesagt: Ich bin niemand, auf den du da in der Richtung bauen solltest. Ich werde nicht durch meine 70 Stunden für deine Beförderung sorgen. Ich habe ihnen auch klargemacht, dass ich Familie habe und mir das wichtig ist, und so weiter.
Also diesen Weg hat Gott gesegnet, in meinem Fall. Ich habe Anfragen bekommen, Abteilungen zu leiten, obwohl ich nie mehr als 40 Stunden, 45 Stunden gearbeitet habe, was sehr konträr ist zu dem, wie man es sehr oft erlebt. Also Gott hat das gesegnet. Manch einer, ja. Das ist kein Muster, glaube ich.
Zu deiner Frage: Wie erlebst du das? Ich erlebe diesen Druck sehr stark, und das ist das, was mich dazu bewegt, auch in diesen zwei Kategorien Götzen und Leerlauf zu denken. Das ist ein Bereich, der mich herausfordert, meine Arbeit nicht zum Götzen zu machen, auch jeden Tag, obwohl ich 20 Stunden plus im Unternehmen bin. Die Haltung ist sehr herausfordernd. Und der Zuspruch der Bibel her ist aus meiner Sicht in etwa das, was ich versucht habe zu sagen: also die Erinnerung im Evangelium daran, wer ich eigentlich bin, und dass mein Wert und meine Identität in keinster Weise daherkommen, was ich tue, sondern wer ich bin in Christus.
Ja, vielleicht eine etwas unbefriedigende Antwort, aber das ist das, was ich im Alltag erlebe.
Grenzen, Berufung und konkrete Lebensführung
Gibt es da von euch noch Ergänzungen? Hast du selbst Erfahrungen gemacht, bei denen du sagst: Die Frage kommt aus persönlicher Erfahrung, aber die Antwort war schon, ist es ein persönliches Zeugnis von dir, was jetzt keine falsche Antwort sein kann?
Ich finde es auch immer eher ermutigend, als wenn jemand ein kluges Wort weitergibt und ich dann schauen muss, wie ich das selbst umsetze. Ich habe selbst Maschinenbau studiert und kenne diese klassischen Karrierewege. Ich bin jetzt gerade am Abschluss meiner Masterarbeit. Da steht noch viel vor mir, und da muss ich jetzt auch anfangen, Entscheidungen zu treffen, was ich will und was ich nicht möchte. Irgendwann ist es im Moment wahrscheinlich zu spät, um sich zu entscheiden.
Da merke ich auch an meiner Veranlagung, dass ich sehr zu Stress neige, auch wenn das Umfeld jetzt nicht unbedingt so stressig sein müsste. Da merke ich einfach einen gewissen Ansporn, aber auch Schwierigkeiten. Das können sehr viele von uns nachvollziehen, ja. Vielen Dank für die Wortmeldung.
Vielleicht muss man während das Mikro herumgeht immer auch Dinge klarstellen, wenn man etwas sagt, damit man sich nicht falsch versteht. Ich möchte schon noch sagen, was ich jetzt gesagt habe: Für Christus zu arbeiten, ist kein Widerspruch zu dem, was auch manchmal in der Welt als Karriere verstanden wird. Ich glaube, dass man Karriere in gesundem Maße machen kann. Beruflich mehr Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise auch in seiner Arbeit zu wachsen, dafür besser entlohnt zu werden, mehr Verantwortung zu übernehmen und für Christus zu arbeiten, das schließt sich nicht aus. Ich hoffe also, falls das nicht klar war, dass das in keiner Weise das ist, was ich meine.
Ich habe in meinem Fall aber trotzdem diese Entscheidung getroffen: Das ist nicht mein Weg. Denn natürlich ist mit der klassischen Karriere, mit einer Führungsposition und x Leuten, die man übernimmt, auch ganz praktisch sehr viel verbunden. Dann ist eben unter einer 60-Stunden-Woche sehr vieles nicht machbar. Und das war für mich von Grund auf klar: Das ist nicht mein Weg.
Es gibt sehr, sehr liebe Geschwister, die diesen Weg gewählt haben, darin ringen und unser Vorbild sind.
Dienst am Nächsten ohne Selbstaufgabe
Alex, erstmal vielen Dank für deinen Vortrag, vielen Dank für die wichtigen Anmerkungen. Ich wollte einfach nur zu den zwei Extremen, die du geschildert hast, fragen: Wie schmal ist der Weg dazwischen, also wie schmal ist der Grat? Wir kennen ja alle den Vers aus Lukas 14 oder Matthäus 7, war es, glaube ich.
Jedenfalls würde ich mich als jemanden bezeichnen, der eher aus dem Götzenumfeld kommt und der jetzt versucht, das ein bisschen zu korrigieren. Ich habe auch viele wichtige Erfahrungen mit Gott schon gemacht, die mich auch viel gekostet haben, sage ich mal. Und ich möchte jetzt eben nach Möglichkeit nicht wieder sozusagen von einem Extrem ins andere kommen.
Hast du da einfach einen Hinweis, wie schmal der Weg ist, ob er schmal ist oder ob es einfach der Weg der Gnade ist, wenn man einfach sagen kann: Wenn ich an Gott dranbleibe, dann gehe ich vielleicht erst mal ins andere Extrem um, und wenn ich an ihm dranbleibe, wird er mich zurechtweisen, mir zeigen, wo ich lang muss. Hast du dazu etwas?
Also, so Schaubilder haben Stärken und immer auch Schwächen. Ich würde bewusst hier nicht von einem Pfad sprechen wollen, auch wenn ich den Gedanken sehr gut nachvollziehen kann, weil der Pfad uns missverständlich Anlass geben könnte, zu glauben, dass wir irgendwann draufstehen und dass es passt. Und es ist, denke ich, von dem, wie wir die Zwischenzeit verstehen, nie der Fall.
Wir sind in dem Ringen, im täglichen Kampf. Der Römerbrief macht das ganz deutlich. Paulus sagt: Ich strecke mich aus, habe es am Ende seines Lebens nicht ergriffen. Das heißt, ich möchte das Ziel Christus und das, wie ich arbeiten möchte und warum und alles, was in meinem Alltag das verändert, im Blick haben und mir aber auch im Blick haben, was die Alternativen sind. Das war der Versuch dieses Weges.
Und ich glaube, zu deiner Frage: Es gibt noch viel mehr Fragen, die uns helfen, das konkreter zu verstehen, und ganz praktisch gibt es dann auch immer Herausforderungen, die nicht in ein Schaubild passen. Aber ich würde bewusst anmerken, dass ich nicht von einem Pfad sprechen würde, sondern von deinem Weg als Nachfolger Jesu nach, an dem es alternative Wege gibt, die auch wollen, dass du ihnen nachläufst, und dein Blick und deine Identität von Christus herkommt und auf ihn gerichtet deinen Arbeitsalltag eher gestalten will.
Von einem Pfad, wo man dann irgendwann draufstünde und immer kurzzeitig ruhig ist und quasi safe wäre, würde ich nicht sprechen. Gleichzeitig soll dieses Schaubild auch in keinster Weise, ich hoffe, dass jetzt auch zumindest in den eineinhalb Tagen der Konferenz deutlich ist, was für eine Überzeugung wir hier auch haben, einen Leistungsdruck erzeugen. Aus diesem Schaubild zu sagen: Wo bin ich denn jetzt gerade wieder? Habe ich wieder links und rechts? Und wo stehe ich denn? Sondern es soll uns helfen, uns selbst zu hinterfragen, aber auch sicher zu sein in unserem Stand in Christus.
Er liebt dich und mich als jemanden, der zu Götzen neigt, und er liebt dich und mich als jemanden, der tendenziell die Arbeit unter-, also zu wenig wichtig nimmt, und möchte aber, dass wir in ihm als Alternative dazu die maximale Erfüllung finden. Also hier würde ich einfach nochmal sagen: aufpassen, von einem Pfad zu reden, wo man sagt, jetzt stehe ich drauf. Aber auch nicht immer nur links und rechts zu gucken und in ungesundem Druck zu leben und zu sagen: Uh, habe ich jetzt das getan, was Jesus von mir möchte?
In dieser Spannung leben wir da als Menschen, die im Stand völlig angenommen sind, aber im Wandel dem Stand noch nacheifern. Gibt es dazu andere oder Ergänzungen? Es soll auch keine Frage und Antwort sein, sondern im besten Fall ein Gespräch.
Weitere Rückfragen zu Grenzen und Berufung
Ich hätte eine Frage, und zwar habe ich oft ein bisschen Probleme damit, wenn es ums Dienen anderer Menschen auf der Arbeit geht. Ich bin früher öfter in die Phase abgerutscht, dass ich sozusagen alles mit mir habe machen lassen, dass ich quasi ein Fußabtreter war. Und ich dachte dann: Nein.
Hast du vielleicht Tipps, wie ich damit umgehen kann? Also wie wir natürlich auf der Arbeit den anderen, unseren Kollegen, dienen können, auch welchen Kollegen dienen können, aber nichtsdestotrotz nicht unbedingt Fußabtreter sind?
Deine Berufung als Arbeiter für Jesus ist nicht, Fußabtreter zu sein. Ich glaube, das kann man sich schon einmal festhalten. Gleichzeitig ist es so, ich würde generell sagen, dass diese persönliche Situation, die wir hier in Europa haben, sehr unterschiedlich sein kann. Für dich ist es da wahrscheinlich am hilfreichsten, und mir hilft es in so einem Fall auch, einfach mit Geschwistern konkret über die einzelnen Situationen zu reden.
Meistens hängt das ja an Individuen. Da gibt es dann diese Charaktere und diese Personen, die aus unterschiedlichen Gründen mit uns nicht können oder wie auch immer. Oder das Beziehungsnetz ist sehr schwierig. Oder ich habe auch als Typ vielleicht sehr Mühe damit, Grenzen zu ziehen und auch zu sagen: Diese Kapazität bin ich bereit zu geben, und ich bin kein Fass ohne Boden und so weiter.
Also da denke ich, pauschal etwas darüber zu sagen, wäre schwierig. Es wäre auch wieder: Du bist kein Fußabtreter, und gleichzeitig lebst du von der Haltung, wie sie Jesus dir vorlebt, den anderen höher zu achten, mehr zu lieben als dich selbst, dich unter ihn zu stellen. Was wiederum nicht heißt, dass du ... und so weiter. Also es sind solche Fragen, in denen wir in Spannungen leben.
Ganz persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir das am meisten hilft: mit Geschwistern ganz konkret zu reden. Ich weiß nicht, ob du Leute hast, mit denen du in einer engen Jüngerschaftsbeziehung lebst. Einfach mit denen darüber reden, über die Situation beten, Gott auch vertrauen, dass er hier Veränderungen schenken kann. Mut fassen, konkret auch Dinge anzusprechen oder Grenzen zu ziehen. Aber das mit Geschwistern konkret für deine Situation zu bewegen.
Praktische Fragen zur Berufswahl und zum Alltag
Für deinen Input, deine Gedanken dazu: Ich habe eigentlich zwei Dinge.
Das eine ist die Frage: Kann jeder Christ jede Arbeit tun? Arbeit ist ja nicht in jedem Fall klar definiert. Vielleicht könntest du dazu noch zwei Sätze sagen; das fände ich interessant zu hören.
Und dann noch die Frage, inwiefern man Gott verherrlicht in dem, was man tut. Das ist ja das Ziel, und da stimme ich dir auch absolut zu: Gott groß zu machen in dem, was wir tun, dazu sind wir berufen. Aber mir fällt es oft schwer, wenn ich arbeite. Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin, also sitze ich meistens im Büro und arbeite am Computer und lese Quellen. Ich bin Historikerin. Dann sitzt man eben acht Stunden im Büro und macht das.
Natürlich ist mir klar, dass ich das gerne tue, und es macht mir auch wirklich Spaß. Aber trotzdem ist es manchmal so, dass die Frage nach dem Sinn aufkommt. Dann habe ich oft in den Wochen nach diesem einen Gespräch mit meinen Kollegen das Gefühl, darauf hinzuarbeiten und zu denken: Ja, jetzt habe ich endlich mal wieder etwas von Jesus gesagt. Das heißt, meine Arbeit war in dieser Woche wertvoll.
Vielleicht könntest du noch einmal sagen, wie du das siehst. Du machst ja ganz andere Arbeit in dem Sinn, aber du sitzt wahrscheinlich auch viel vor dem Computer und arbeitest mit Zahlen. Wie verherrlicht man Gott? Was für praktische Wege gibt es, Gott zu verherrlichen, auch in alltäglichen, routinemäßigen Tätigkeiten?
Genau, also erst einmal die Frage, ob man jede Arbeit tun kann und wie du Arbeit definierst. Und dann vielleicht noch ein bisschen ausführlicher das praktische Verherrlichen.
Abschließende Antworten und Ermutigung
Die Zeit ist leider um.
Ja, ich denke, du hast mit den Fragen gezeigt, dass du da in vielen Punkten den Nerv triffst. Das ist sehr, sehr ermutigend, sehr gut. Und diese Fragen beschäftigen mich als jemanden, der sich selbst als Lernenden versteht, ganz genauso.
Nur in aller Kürze: Sollte jeder Christ jeden Job tun? Nein. Es gibt gewisse Jobs. Wenn du zu mir kommst und mich fragst, ob ich jetzt eine super Möglichkeit für 5 Euro im Monat hätte, Betreiber von einem Bordell zu sein, dann würde ich dir sehr abraten, so etwas zu tun. Das ist sehr plakativ und auch nicht sehr hilfreich. Also müssen wir hier ganz konkret fragen: Ist dieser Job, den ich tun möchte, Sünde? Gibt es biblische Anhaltspunkte dafür, dass das etwas ist, was Gott nicht möchte? Willst du eine Abtreibungsklinik betreiben? Also: Wenn du das nicht willst, tu es bitte nicht.
So dieser ganz grobe Rahmen filtert vielleicht schon etwas. Und dann gibt es, denke ich, aber noch weitere Dinge, die helfen können. So die Frage: Wie ist auch dieser Job zu dem, wie Gott mich gemacht hat? Vielleicht das, was seine Ehre maximiert, wenn wir so wollen. Und ja, bin ich jemand, der gerne mit Zahlen und Texten arbeitet, dann ist es, dass du in diesen Texten und Texten Freude findest, durch die Texte hindurch, an dem, der Sprache und Texte und Schrift gemacht hat, und immer wieder innehältst und sagst: Boah, ich habe etwas gefunden, Herr, du bist gut.
Es soll nicht kitschig sein, ich möchte das nicht kitschig formulieren, aber das ist das, wie es unseren Alltag auch greift. Auch die Frage, was passt zu dir, würde ich als eine valide Frage anstellen, von der Priorisierung her. Es soll nicht Gottes Willen widersprechen, es soll zu dir passen, aber es soll auch einen Lebensalltag fördern, der dir das ermöglicht, was du tun willst.
Das betrifft jetzt in meinem Fall die Entscheidung, dass ich gesagt habe: Obwohl ich könnte und die Möglichkeiten gehabt hätte, möchte ich nicht der Vice President und CEO sein, der sich 70 Stunden in diese Sache investiert, weil es für mich eine Teilberufung gibt, theologisch zu arbeiten und Vater zu sein und so weiter und so fort. Auch da, denke ich, sollten wir fragen: Welcher Job ist dafür gut? Und da würde auch wahrscheinlich nicht jeder Job dann wieder rauspurzeln bei diesem Filter. Da gibt es noch einige mehr. In dem Buch von Sebastian Träger und Greg Gilbert, das ich noch erwähnen möchte, gibt es ein, zwei Kapitel, zu denen es eine Frage ist, die ich sehr gut finde, und die das noch mal viel besser erklärt als ich.
Und die zweite Frage ganz praktisch: Ich sitze sehr viel vor dem Computer. Als Unternehmensberater ist meine Hauptaufgabe, darf man auch nicht wirklich tun, PowerPoint-Folien vorzubereiten für CEOs und andere Leute, die das dann toll finden oder auch nicht. Das heißt, ich beschäftige mich sehr viel mit Zahlen und Prozessabläufen und so weiter. Und ich kenne diese Frage, aus dem Büro zu gehen und zu sagen: Meine Güte, was habe ich jetzt heute gemacht?
Aber auch da gilt für mich genau diese Erinnerung, dass in diesem Tun und Schaffen Gott vollkommen souverän ist. Und auch das Schaffen, das Zusammenstellen von Zahlen in der richtigen Reihenfolge und diese hoffentlich richtig zu interpretieren. Natürlich stehe ich als Unternehmensberater in der Herausforderung, dass meine Chefs eigentlich immer wollen, dass ich etwas verkaufe, was in vielen Punkten nicht verkaufenswert ist, dass ich Konzepte promoten soll und für Hunderttausende Euro verkaufen soll, die es nicht wert sind. Da stehe ich regelmäßig bei meinem Chef und spreche mit ihm darüber und sage: Das kann ich, es ist schwer so, wie findet man einen Weg? Da ja, du wieder mit deinen moralischen und so weiter, ja gut, wie können wir das machen?
Aber auch da ehrlich zu sein, in dem Bereich, was ich praktisch erlebe, ist: Du bist in Interaktion mit deinen Kollegen. Und ich habe schon mehrfach die Situation gehabt, dass ich über Kollegen schlecht geredet habe. Es ist im Büroalltag fast so normal wie das Kaffeetrinken. Und ich bin mehrfach zu Kollegen gegangen und habe mich entschuldigt, und die waren völlig irritiert. Das kostet auch sehr viel in dem Moment. Ich habe super Gespräche gehabt mit Leuten danach. Es ist keine Show. Ich meine es ernst. Ich möchte nicht schlecht über dich reden. Ich habe es getan, es tut mir wirklich leid.
Ganz praktisch: Wie du mit Versagen umgehst, wie du anderen begegnest. Ich hatte mal so einen Gedanken auf dem Weg ins Büro. Ich habe mich darüber geärgert, dass ich zehn Minuten im Stau gestanden bin und jetzt zu spät ins Büro kam. Und dann war ich so spät im Büro, dass ich die Putzdame getroffen habe in unserem Büro, die halt sonst nicht da ist, wenn ich komme. Und habe dann mit ihr ein richtig gutes Gespräch gehabt am Morgen: Wie geht es dir? Hallo. Und wir haben wirklich über den Glauben reden können. Das ist nur vielleicht ein blödes Beispiel dafür, aber Gott hat mich so daran erinnert. Ich habe mich wirklich geärgert im Auto über diesen bescheuerten Stau und so weiter, und Gott hat diese Situation verwendet für eine gute Begegnung.
Also ganz praktisch: Indem du dir Worte anschaust und versuchst, Sinn darin zu finden, und historische Daten aufzuweiten, so klingt es. In dem Schaffen selber liegt Wert. Gott ist einer, der an Geschichte interessiert ist, wie die Bibel uns zeigt. Und darin sollst du Wert und Freude sehen. Und gleichzeitig hast du so viele Möglichkeiten, auch anderen zu begegnen. Wie du mit Fehlern umgehst, ist etwas, was ich im Alltag gelernt habe und was für viele ein richtiges Zeugnis ist. Und es soll keine Show sein. Ich möchte jetzt nicht blöd reden, dass ich dann sagen kann: Entschuldigung, und dann über das Evangelium reden, sondern ich meine es dann ernst.
Ich arbeite als Pastor, und wir werden bald eine Predigtserie dazu haben. Ich stelle mir gerade die Frage, wie können wir unsere Leute dahin bringen, dass sie genau über diese Frage nachdenken: Wie hat meine Arbeit tatsächlichen Wert für Gott? Das irgendwie konkreter zu kriegen, genau die Frage, die du stellst.
Ein paar Beispiele, die mir schon eingefallen sind: Wir haben Leute, die Jura studieren, und denen zu helfen, zu sehen, wie Gottes Leidenschaft für Gerechtigkeit mit ihrem Beruf zu tun hat. Das zu studieren, wie wir Menschen versuchen, das möglichst gut abzubilden, was vor Gott Gerechtigkeit ist, und das umzusetzen. Und ich glaube, dass das tatsächlich mit dazu gehört, dass wir als Menschen mit unserem Beruf dem irgendwie näherkommen. Was bedeutet das tatsächlich in meinem Beruf, in meiner Branche, in dem, was ich tagtäglich zu tun habe, durch die Arbeit Gott Ehre zu machen?
Ich liebe auch Geschichte, insofern finde ich das richtig cool, was du machst. Gott, der Heilsgeschichte schreibt, der Zeit gewählt hat als Medium, in dem wir unterwegs sind. Wenn wir die Bibel geschichtlich lesen, hast du auch die Möglichkeit, Gottes Wirken in der Geschichte zu entdecken. Die Sündhaftigkeit wird dir überall begegnen in deinen ganzen Sachen, aber auch allgemeine Gnade. Und das kann dir zusätzlich dazu helfen. Also: Wenn du kein Christ wärst, hättest du diesen Filter nicht. Der mitlaufen kann da immer mal zwischendurch, kurz in die Anbetung zu kommen, denken: Wow, du hast das echt cool gemacht. Das ist eine Sache, die Gott ehrt. Und da hat ein Maschinenbauingenieur, ein Ingenieur, was weiß ich, jeder hat dann seine eigenen Sachen, die ihm einfallen können, wie Gott das cool gemacht hat. Genau wie Künstler, Musiker.
Vielen Dank, ja, sehr, sehr gute Ergänzung. Gebt mir dann noch den Link zu eurer Homepage, dann höre ich mir die Predigten an. Klingt gut.
Schlussgebet und Segen
Gut, vielen, vielen Dank für euer Interesse, für euer Mitreden, Mitdenken. Ich finde es sehr spannend. Ich möchte zum Abschluss noch mit uns beten und euch auch segnen.
Himmlischer Vater, wir loben Dich als den, der die Arbeit sehr gut gemacht hat. Wir danken dir, dass du Arbeit erfunden hast, dass du ihr Wert und Würde gibst und dass du unser Arbeitgeber bist. Was für ein Vorrecht, dass wir für jemanden arbeiten dürfen, der uns maximal liebt und der uns beruft, in ein Leben hinein Freude an ihm zu finden in allem, was wir tun.
Ich danke dir so sehr für jede einzelne Person hier und auch für jeden Beruf, der hier vertreten ist. Ich danke dir für jede Person, mit der jeder in diesem Raum in Beziehung lebt, in der Arbeit. Ich möchte dich bitten, dass du dein Reich durch unser tägliches Arbeiten baust. Schenke uns, dass wir mit Menschen so in Beziehung und in Begegnung kommen, dass sie dich sehen.
Herr Jesus, baue dein Reich und komme bald. Amen.

