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Ganze Sache machen mit Jesus

1. Könige 18,2122.01.1995
Halbherzig mit Gott? Elija stellt die Frage brutal klar: Entweder ganz für ihn – oder gar nicht. Wer immer zwischen zwei Stühlen sitzt, verliert am Ende beides.

Die Entscheidung am Karmel

 1. Könige 18 aus der Elija-Geschichte, 1. Könige 18,21. Wir sind also im neunten Jahrhundert vor Christus. Israel ist schon lange in seinem Land, aber es schwankt hin und her zwischen dem wahren, lebendigen Gott und Baal.
Nun tritt Elija zum ganzen Volk, in Vers 21, und sagt: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der Herr der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach. Wenn aber Baal, dann folgt ihm nach. Aber das Volk antwortete ihm kein Wort.
Etwas, was uns sicher allen zu schaffen macht, ist, wenn wir mit Menschen zu tun haben, die immer nur halbe Sache machen. Wenn uns das schon zuwider ist, wie viel mehr dem lebendigen Gott?
Durch die ganze Bibel hindurch finden Menschen mit der Charaktereigenschaft, ganz, gerade, ungeteilt zu sein, Gottes Wohlgefallen. Es wird zum Beispiel über Noah ausgesagt: Er war ganz. Es wird über Hiob ausgesagt: Er war ganz, er war ungeteilt. Das heißt nicht, dass er perfekt war oder ohne Sünde, aber er hing mit ganzem Herzen an dem Herrn.
Die Schrift zeigt uns allerdings auch andere Beispiele, wo Menschen oder Gruppen eben nicht ganz bei dem Herrn waren: das Volk Israel, Saul, der erste König, Ahas oder im Neuen Testament Pilatus, Judas, Demas oder eine ganze Gemeinde, Pergamon, die hin und her schwankte zwischen dem Herrn und der Welt.
Und hat uns nun dieses Wort etwas zu sagen aus 1. Könige 18: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der Herr der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach. Wenn aber Baal, dann folgt ihm nach.
Das Volk Israel hinkte auf beiden Seiten. Das heißt, sie schwankten, sie waren hin- und hergerissen. Sie hatten eine geistliche Slalomfahrt, einen Zickzackkurs. Da war ein Wankelmut, eine innere Zerrissenheit. Sie hinkten auf beiden Seiten.
Sie kamen nicht los von dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, aber sie liebäugelten auch mit Baal, dem Sex- und Fruchtbarkeitsgott der heidnischen Kanaaniter.
Und Elija stellte nun das Volk vor eine Entscheidung. Gott will keine halben Sachen. Gott will klare Entscheidungen.

Zwischen Ja und Nein

Stellt euch einmal vor, da steht ein junges Paar vor dem Standesamt. Und dann fragt der Standesbeamte: Willst du so und so, die so und so, heiraten? Und dann antwortet er: Jein. Das wäre doch unmöglich. Ja oder nein, alles andere ist unsinnig. Entweder oder.
Und wenn wir das auf unsere Beziehung zu Christus übertragen, dann gibt es auch nur ein klares Ja oder Nein. Wer sich nicht entscheidet, der entscheidet sich auch, nämlich gegen Christus. Es braucht eine ganz klare Entscheidung: Ja oder Nein.
Unsere Teenager haben diese Woche eine Kassette gehört von einem Mann, der auch in diese Entscheidung gestellt war, der einmal Gangsterboss war, drüben in den Staaten: Nicky Cruz. Und er hat sich ganz klar für Christus entschieden.
Ich höre schon förmlich den Einwand: Warum macht ihr Christen immer alles so schwarzweiß? Ihr malt immer schwarzweiß, ja oder nein, entweder oder. Das ist doch Schwarzweißmalerei. Es gibt doch meistens im Leben einen Mittelweg.
Nun, Heinrich Kemner, der deutsche Evangelist aus Niedersachsen, wurde einmal wegen seiner klaren evangelistischen Verkündigung vor den Oberkirchenrat in Hannover geladen. Und dann saßen da einige Herren und sagten: Herr Kemner, ist ja alles schön und gut, was Sie machen, aber warum denn immer so schwarzweiß? Sie reden immer von Bekehrung und davon, dass man errettet werden muss, und von Himmel und Hölle, immer so schwarzweiß.
Und dann hat Heinrich Kemner sehr weise geantwortet und diesem Herrn eine Gegenfrage gestellt. Er sagte: Darf ich Sie etwas zurückfragen? Wird es im jüngsten Gericht graue Schafe geben?
Dann mussten sie verstummen. Wird es dort graue Schafe geben? Nein. Weiß oder schwarz, gerettet oder verloren, für Christus oder gegen ihn. Da gibt es keinen Mittelweg.
Darum möchte ich die unter uns heute Morgen bitten, die noch vor dieser Entscheidung für Jesus Christus stehen: Überleg dir die Sache gut, prüfe die Argumente redlich, überschlage die Kosten gründlich. Aber dann triff eine klare Entscheidung. Entweder oder. Pro oder kontra. Für oder gegen Jesus.
Unsere Väter haben gesagt: Sei ganz sein oder lass es ganz sein. Eins von beiden. Aber besser: Sei ganz sein.
Mach es eben nicht wie Pilatus, der sich nicht entscheiden konnte, als er vor Jesus stand. In manchen Bibeln steht da oft die Überschrift über dem Abschnitt: Jesus vor Pilatus. Das stimmt nicht, da stand Pilatus vor Jesus, umgekehrt. Ja, und dann konnte sich Pilatus nicht entscheiden und drückte sich so herum und wusch angeblich seine Hände in Unschuld.
Er wird einmal einen langen Zug zur Hölle hin anführen: Leute, die nie etwas gehört oder gesehen haben, Leute, die immer ihre Hände in Unschuld gewaschen haben, Leute, die zu feige waren, mal ganz klar und profiliert und eindeutig auf eine Seite zu treten und zu sagen: Ja, das will ich, und dazu stehe ich von ganzem Herzen.
In der Offenbarung 21, im vorletzten Kapitel der Bibel, wird eine Gruppe von Menschen aufgezählt, die nicht in der neuen Welt Gottes sein werden. Und eine ist mir aufgefallen. Da heißt es: die Feigen. Nicht die auf den Bäumen wachsen, die Feigen, sondern die Feigen, die sich nicht entscheiden wollten. Die werden nicht dabei sein im neuen Himmel und in der Vollendung.
Und darum: fort mit aller Halbheit! Jemand hat einmal gesagt: Die Freiheit und das Himmelreich gewinnen keine Halben, nur Ganze. Die Freiheit und das Himmelreich gewinnen keine Halben. Und darum: Sei ganz sein oder lass es ganz sein.

Halbheit in der Nachfolge

Aber dieses Thema der Halbheit betrifft nicht nur Menschen, die vor der Entscheidung für Jesus stehen. Die Israeliten, von denen wir hier gelesen haben, waren zur Zeit des Elija ja das Volk Gottes. Sie lebten bereits im Bund mit dem Herrn, und dennoch musste Elija sie erneut in die Entscheidung stellen: für oder gegen den Herrn.
Es gibt also auch Halbheit in der Nachfolge. Wie kommt es dazu? Nun, das kann ganz verschiedene Ursachen haben, wenn Christen nur mit halber Kraft, mit Halbmast, nachfolgen. Vielleicht hat es schon mit einer halben Bekehrung angefangen.
Es gibt eine alte Hebammenweisheit, die lautet: Wenn die Geburt klar ist, ist das Leben halb gewonnen. Das stimmt auch. Eine gute Geburt ist allemal eine gute Grundlage für ein menschliches Leben. Wenn die Geburt klar ist, ist das Leben halb gewonnen. Und umgekehrt heißt das: Wenn die Geburt kritisch verläuft, dann kann das Folgen für das ganze Leben haben. Es gibt solche kritischen Geburten auch im geistlichen Bereich.
Zum Beispiel, wenn Leute Jesus nur als Heiland wollen, aber nicht als Herrn. Der eine hat vielleicht große Gewissensnot. Er hat da etwas angestellt in seinem Leben, und das hätte er schon gerne irgendwie losgebracht. Er will die Vergebung dafür, damit er wieder ruhig schlafen kann. Aber ansonsten will er weiterleben wie bisher.
Oder der andere will Jesus annehmen, damit er seine Krankheit loswird. Der Nächste hofft insgeheim, dass mit Jesus seine marode Firma wieder besser läuft. Wenn du so zu Jesus gekommen bist, dann solltest du das erkennen und dich gründlich bekehren. Sonst wird auch deine Nachfolge immer eine jämmerliche Halbsache bleiben.
Wie sieht eine gründliche Bekehrung aus? Da heißt es: ganz brechen mit dem alten Leben, mit der Vergangenheit, und dann ein neues Leben zu Gottes Ehre, mit Christus als Herrn, wie wir es vorhin auch schon in der Lesung gehört haben, durch Herbert.
Also, das ist eine Ursache: eine halbe Bekehrung. Das führt immer in eine halbe Nachfolge.

Ursachen für ein geteiltes Herz

Eine andere Ursache für Halbheit in der Nachfolge kann ein oberflächlicher Charakter sein. Es gibt Leute, die von Natur aus alles nicht ganz so eng sehen und auch mal Fünfe gerade sein lassen können. Das mag hier und da die Nerven schonen, aber als Grundhaltung für die Nachfolge Jesu taugt diese Einstellung nicht.
Der Herr sagt: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Da ist nichts von Halbheit. Das passt nicht zu einem oberflächlichen Charakter, sondern da geht es um eine ganze Sache. Zu diesem Bereich wäre noch viel zu sagen, aber das ist ein andermal wichtig. An einem oberflächlichen Charakter müssen wir den Herrn Jesus unser Leben lang arbeiten lassen. Wenn wir das bei uns entdecken, dann wollen wir den Herrn daran arbeiten lassen.
Oberflächlichkeit ist keine gute Eigenschaft, weder charakterlich noch im geistlichen Leben. Und ohne Disziplin kommt man im geistlichen Leben ohnehin nicht weit; da wird man bald irgendwo auf der Strecke bleiben.
Eine dritte Ursache für Nachfolge mit halben Sachen ist, wenn Christen nicht gelernt haben, dem Herrn in allen Dingen zu gehorchen. Mir ist da bei der Vorbereitung etwas ganz neu aufgefallen, bei einer sehr bekannten Aussage im Matthäusevangelium ganz am Ende, dem sogenannten Missionsbefehl, Matthäus 28. Da betonen wir vielleicht oft, dass dort etwas von der Taufe steht. Aber da steht nicht nur etwas von der Taufe.
 Matthäus 28,19: Da sagt der Herr vor seiner Himmelfahrt: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.“
Wie werden Menschen zu Jüngern? Sie sollen den Herrn Jesus als ihren Erlöser annehmen, dann getauft werden und dann gelehrt werden, alles zu bewahren, was Jesus geboten hat. Da geht es um Gehorsam. „Alles bewahren“, „alles halten“ könnte das Wort auch übersetzt werden, was Jesus geboten hat. Da geht es um den Gehorsam dem Herrn gegenüber und seinem Wort.
Ihr jungen Gläubigen unter uns, seht ihr, worauf es ankommt? Gehorsam gegenüber dem Herrn und seinem Wort in allen Dingen, dass wir darin unterwiesen werden. Unser Herr Jesus selbst hat an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und auch wir müssen Gehorsam lernen. Unsere Kinder müssen Gehorsam lernen, und wir müssen als Eltern sehr darauf achten, dass sie gehorsam werden. Denn wenn sie lernen, uns irdischen Eltern gehorsam zu sein, ist das die beste Grundlage dafür, dass sie auch dem himmlischen Vater und dem Herrn Jesus in allen Dingen gehorsam sein wollen.
Darum ist das ein so wichtiger Schwerpunkt in der Erziehung: hin zum Gehorsam. Und wir, die hier in der Gemeinde Verantwortung tragen, ob es nun Schwestern sind, die Gruppen leiten, oder Brüder, wir, die wir Verantwortung tragen, das wollen wir neu hören. Wir sollen junge Christen lehren, alles zu bewahren, alles zu halten, was der Herr geboten hat. In der Gemeinde geht es darum, dass Gehorsam gelehrt wird und Gehorsam gelernt wird, in allen Dingen dem Herrn gegenüber. Darauf kommt es an: Gehorsam.

Der Wille, der nicht loslässt

Warum haben so viele Christen Probleme mit dem Gehorsam? Ernst Schreiner schrieb 1921 in seinem sehr lesenswerten Büchlein Der Segen des Gehorsams folgende Sätze:
Er sagt, Gehorsam ist Anerkennung der göttlichen Oberhoheit. Anerkennung der göttlichen Oberhoheit. Gehorsam ist Aufopferung des eigenen Willens, und das ist das Höchste, was der Mensch Gott opfern kann. Der eigene Wille, Zeit, Liebe, Geld, Kraft, Arbeit für den Herrn können auch bei nur teilweisem Gehorsam dargebracht werden. Der König Saul liebte ohne Zweifel den Herrn, aber er behielt sich vor, seinen eigenen Willen durchzusetzen. Das war aber nur ein halber und teilweise Gehorsam, ein Gehorsam, der genau bis hart an die Grenzen des eigenen Willens reichte, der aber in kritischen Stunden versagte.
Leute mit einem geteilten Herzen, Leute mit Reserven, Leute, die alles geben, was man von ihnen verlangt, nur nicht den Schlüssel zu der eigentlichen Kernfestung des alten Lebens, zum eigenen Willen. Ihr eigentlicher Gott, die oberste Instanz, der sie gehorchen, heißt das eigene Ich. Mit solchen Christen, fährt Schreiner fort, hat der Herr nur Kampf und Mühe, ihr eigenes Leben aber ist und bleibt nur ein halbgesegnetes. Die göttlichen Kräfte werden zurückgehalten, die Kraft ihres Einflusses bleibt geschwächt, ihr eigener Friede kann von den kleinsten Hindernissen, von jedem Ansturm des Feindes getrübt und vermindert werden. Das alles kommt von einem halben Wesen her, schließt er, das der Seele nur zu gut bewusst ist, dass sie aber in vielen Fällen nicht aufgeben will, weil sie sich fürchtet, in ein völliges Abhängigkeitsverhältnis zu Gott zu treten.
Ihr habt Verständnis, dass ich einmal dieses längere Zitat gebracht habe, weil es von einer Tiefe zeugt, die man heute sehr selten lesen kann. Wir haben über die Ursachen nachgedacht, wenn Kinder Gottes nur mit halbem Herzen in der Nachfolge stehen. Vielleicht haben sie sich nur halb bekehrt. Vielleicht bringen sie einen oberflächlichen Charakter mit, oder sie haben nicht gelernt, dem Herrn in allen Bereichen des Lebens gehorsam zu sein.
Natürlich darf ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass auch Satan mit allen Mitteln versucht, uns von dieser vertrauensvollen Ganzhingabe abzuhalten. Er will, dass wir mindestens noch ein Gebiet unseres Lebens festhalten, in das Christus keinen Zutritt hat. Das ist mir auch in meinem eigenen Leben aufgefallen. Der Teufel versucht es mit allen Raffinessen, dass wir ein Gebiet noch dem Herrn vorenthalten, in das er dann reinfunken kann, wo er dann unser ganzes Leben immer wieder durcheinanderbringen kann. Dieses Gebiet, das nur wir und nur wir allein regieren.
Ich weiß nicht, was das in deinem Leben ist, aber du weißt es. Und der Herr weiß es auch.

Wo Halbheit sichtbar wird

Nun lasst uns in einem letzten Teil noch fragen, wie sich Halbheit in unserem christlichen Leben zeigt, wie sich Halbheit in der Nachfolge auswirkt.
Halbheit wirkt sich aus in der Frage der Prioritäten unseres Lebens. Gott wird nicht uneingeschränkt Vorrang gegeben. Er bekommt nicht die beste Zeit unseres Tages, und das ist immer noch die erste Stunde nach dem Aufstehen, auch wenn man sehr früh aufstehen muss. Die erste Stunde oder die erste halbe Stunde nach dem Aufstehen ist die beste Zeit des Tages. Da sind wir frisch, da sind unsere Herzen noch frei von weltlichen Eindrücken. Da können wir dem Herrn am besten begegnen und ihn auch anbeten.
Er bekommt nicht das Beste von unserem Besitz, sondern nur die überschüssigen Reste. Wir machen es oft wie die Israeliten damals, die dem Herrn blinde und kranke Tiere zum Opfer brachten, die erste Wahl aber für sich behielten. Für die hat man dann die besten Preise erzielt auf dem Markt und konnte sie für die Zucht am besten gebrauchen. Die behielt man für sich, aber die Kranken und Lahmen, die nicht so tauglich waren, die hat man dann für den Opferaltar gebracht.
Noch ein Zitat von William Macdonald aus seinem sehr lesenswerten Andachtsbuch Licht für den Weg. Da schreibt er:
„Wir verbringen unser Leben damit, ein Vermögen aufzubauen, uns einen Namen zu machen, ein Eigenheim im Grünen zu erwerben, uns an den schönen Dingen des Lebens zu freuen und haben dann für Gott nur noch das schäbige Ende eines ausgebrannten Lebens übrig. Unsere besten Begabungen werden ins Geschäft und in den Beruf gesteckt, und der Herr bekommt nur noch unsere freien Abende oder unsere Wochenenden. Wir erziehen unsere Kinder für diese Welt, ermutigen sie, viel Geld zu verdienen, beim Heiraten eine gute Partie zu machen und ein ansehnliches Haus zu kaufen, das mit allem modernen Komfort ausgestattet ist. Wir halten ihnen aber niemals die Arbeit des Herrn vor Augen als einen lohnenswerten Weg, für den sie ihr Leben einsetzen sollten. Das Missionsfeld ist eine gute Sache, aber immer für die Kinder anderer Leute, nicht für unsere. Wir geben unser Geld für teure Autos aus, für Freizeitfahrzeuge, Segelboote und erstklassige Sportausrüstungen, und dann spenden wir auch noch die eine oder andere Mark für das Werk des Herrn. Wir tragen teure Kleider und geraten dann regelrecht in Schwärmen, wenn wir unsere abgelegten Sachen für einen guten Zweck gestiftet haben. Was wir damit ausdrücken, ist letzten Endes, dass für den Herrn schon alles gut genug ist, aber dass das Beste für uns behalten werden soll.“
Ihr Lieben, das ist Halbheit ganz praktisch in der Stellung zu Besitz, Karriere und all diesen Dingen. Das Beste ist gerade gut genug für den Herrn, das Beste an Kraft und an Geld. Ich muss mich da auch fragen: Wo behalte ich Dinge zurück, die eigentlich dem Herrn gehören?
Halbheit in Gemeindefragen: Man geht gerne in die Gemeinde, man genießt die christliche Gemeinschaft und all die Segnungen, die daraus fließen, aber im Blick auf Verbindlichkeit zögert man. Im Blick auf die biblische Taufe zögert man. Im Blick auf konkrete Mitarbeit zögert man und bleibt auf halbem Wege stehen. Warum eigentlich?
Und schließlich noch Halbheit in der Stellung zur Welt und zum früheren alten Leben. Man hat den Herrn Jesus erkannt und angenommen, man weiß um die Vergebung der Sünden und die Gewissheit des Heils, aber man bricht nicht konsequent mit den alten sündigen, weltlichen Lebensgewohnheiten. Man schleppt Dinge mit ins neue Leben, die eigentlich ins Grab gehören. Man macht Kompromisse mit der Sünde und mit Gewohnheiten, die dem Herrn nicht gefallen.
Kompromisse mögen in der Politik ganz hilfreich und nützlich sein, aber im geistlichen Leben nie. Otto Riecker, dieser gesegnete Mann, der Gründer von Adelshofen, hat einmal gesagt: Der Kompromiss ist der Tod der Erweckung. Und bei den Erweckungspredigern können wir es immer studieren, weil sie im persönlichen Leben den Bereich fauler Kompromisse verlassen hatten. Darum konnten sie kompromisslos predigen.
Und bei uns ist es genauso: Wenn wir den Bereich fauler Kompromisse verlassen, dann können wir kompromisslos leben und Zeugnis geben, und das wird Leute ansprechen und überzeugen. Echtheit ist das beste Argument für den christlichen Glauben überhaupt. Echtheit. Wir werden brauchbarer werden für den Herrn und ihm mehr Frucht bringen, wenn wir kompromisslos leben. Denn ich habe schon einmal gesagt in einer anderen Predigt: Die, die zwischen den Stühlen sitzen, halb Christ und halb in der Welt, das sind die Elendesten, die unter der Sonne rumlaufen. Mit denen möchte ich wirklich nicht tauschen.
Keine richtige Freude mehr an der Welt, wenn sie irgendwo hingehen, wo sie genau wissen, dass der Herr sie dort nicht gerne sieht, dann sind sie mit dem schlechten Gewissen da, aber auch keine völlige Freude in Jesus, weil er nicht ungeteilt in ihrem Herzen wohnt. So zwischen den Stühlen, eben auf beiden Seiten hingehen, das ist ein ganz unseliger Zustand. Der ist jämmerlich bis zum Gehtnichtmehr.

Ganzheit als Antwort

Und wenn das deine Situation ist, kann ich dich nur bitten: Mach Schluss mit jeder Form von Halbheit in deinem Leben. Mach eine ganze Sache mit dem Herrn, denn er hat doch auch eine ganze Sache für uns gemacht, für dich und mich.
Wenn ich daran denke, wie er in der Wüste versucht wurde, da hat er eine ganze Sache gemacht. Da hat er durchgehalten, bis die Versuchung beendet war. Er war dem Herrn gehorsam. Wenn ich an den Garten Gethsemane denke, wo er bis aufs Blut der Sünde widerstanden hat und dem Vater seinen Willen geopfert hat. Und wenn ich auf den Hügel Golgatha komme und daran denke, wie er durchgehalten hat, bis er am Ende ausrufen konnte: Es ist vollbracht, da hat er wirklich eine ganze Sache gemacht. Keine Spur von Halbheit und Kompromiss.
Und darum zum Schluss heute Morgen die Frage an dich ganz persönlich: Wo stehst du heute Morgen in deinem Leben? Wo ist Halbheit? Wo ist deine Nachfolge oberflächlich und lau? Wo machst du handfeste Kompromisse mit Sünde und Welt? Und wie stehst du in deinem Herzen dazu? Willst du diesen Zustand entschuldigen und beschönigen? Oder ehrlich sagen: Ja, so ist es leider, aber es soll nicht so bleiben. Es soll nicht so bleiben.
Weisst du, in der Mathematik ergeben zwei Halbe einen Ganzen, aber im Reich Gottes ergeben fünfhundert Halbe nicht einen einzigen Ganzen, nicht einen einzigen. Mir sind zehn Ganze in der Gemeinde lieber als fünfundvierzig Halbe. Es ist so wichtig, dass wir das erkennen und das Hinken auf beiden Seiten beenden, aufgeben und eine ganze Sache mit dem Herrn machen.
Uns wurde vorhin durch unsere Schwester das Wort nahegebracht: Ziehe uns dir nach, so laufen wir. Und das Wort ist vom Herrn heute Morgen auch zu dieser Botschaft passend gegeben. Ziehe uns dir nach, dann laufen wir. Es nützt nichts, wenn wir die Ärmel aufkrempeln wollen und sagen: Ja, ich will mich jetzt anstrengen und noch früher aufstehen und noch mehr beten und regelmässiger kommen und so weiter. Das sind alles Dinge, die nicht lange anhalten werden.
Aber wenn wir zu dem Herrn kommen, wirklich zu ihm und sagen: Herr, du meinst es gut mit mir, und du willst mich bewahren vor so einer jämmerlichen Halbheit, die dir keine Ehre macht und mein Leben auch nicht richtig befriedigt. Davor willst du mich bewahren, und ich habe dich doch ganz erkannt in deiner Grösse und in deiner Herrlichkeit. Und da kann doch nur die Antwort sein: eine ganze Sache.
Und das soll wirklich unsere Antwort sein, da, wo der Herr heute den Finger draufgelegt hat. Lass uns einen Augenblick noch still sein in unseren Herzen, vielleicht auch das Gespräch mit dem Herrn aufnehmen, jeder für sich persönlich, und ihm das sagen, was jetzt wichtig ist.
Lieber Herr, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du auch dein Volk Israel damals in die Entscheidung gestellt hast, dass du das nicht mitansehen konntest, dieses Hinken auf beiden Seiten. Du wolltest eine klare Antwort, aber wir haben gelesen, das Volk antwortete nicht. Lass es uns heute Morgen nicht so machen wie die Israeliten damals. Schenk, dass wir dir eine klare Antwort geben.
Ich möchte jetzt einfach mal fragen: Wer von uns weiss wirklich in seinem Herzen, dass er an einer konkreten Stelle Schluss machen soll mit Halbheit in seinem Leben? Dem möchte ich bitten, das auch vor dem Herrn und jetzt hier durch ein Zeichen deutlich zu machen und vielleicht die Hand zu heben, wenn ihm wirklich klar geworden ist heute Morgen: Ich soll Schluss machen mit Halbheit in meinem Leben.
Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du eine ganze Sache gemacht hast, dass du ein ganzer Heiland bist und eine ganze Erlösung erworben hast für uns. Und du hast uns auch völlig erlöst von aller Halbheit und möchtest, dass wir dir ungeteilt gehören, so wie du dich auch uns ungeteilt schenkst. Und so bitten wir dich: Hol uns heraus aus aller Halbheit und zieh uns dir nach, so laufen wir. Amen.