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Wahre Jüngerschaft – Teil 7

Jesu Leben und Lehre, Teil 569/696
08.05.2025Lukas 14,33-35
SERIE - Teil 569 / 696Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Bedeutung der Jüngerschaft

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 568: Wahre Jüngerschaft, Teil sieben.

Lasst uns ein letztes Mal anschauen, was der Herr Jesus über Jüngerschaft sagt. In der letzten Episode ging es um die Stelle Lukas 14,33: „So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.“

Mir war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass hier eine Haltung beschrieben wird, nicht ein Lebensstil. Es geht nicht darum, dass jeder Christ alles weggeben muss, was er hat, um in Armut zu leben. Wohlstand kann ein Segen sein, auch ein geistlicher Segen. Aber nur dann, wenn er mich nicht versklavt und ich ihn als Auftrag betrachte, Gutes zu tun – so wie Paulus es den Reichen in Ephesus vorschreibt.

In 1. Timotheus 6,17-19 heißt es: „Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss. Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, indem sie sich selbst eine gute Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.“

Merkt ihr, den Reichen wird nicht gesagt, sie sollen alles weggeben. Aber sie werden aufgefordert, Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig und mitteilsam zu sein – das heißt, spendenfreudig. Wer viel hat, darf auch viel weggeben.

Gleichzeitig muss uns klar sein, dass die Gefahr einer Versklavung des Lebens durch Habsucht real ist. Lange bevor Geld zum Götzen wird, kann ein zu hoher Lebensstandard mich geistlich lähmen. Er raubt mir Kraft und Zeit, die besser ins Gebet, ins Nachsinnen über Gottes Wort und in die Sorge um Menschen investiert wären.

Die Exklusivität der Jüngerschaft und ihre Bedeutung

Aber kommen wir zurück zu Jesus. Warum formuliert er so drastisch? Warum ist Jüngerschaft so exklusiv? Die Antwort hängt damit zusammen, dass wir wichtig sind. In der Nachfolge braucht es die richtigen Leute. Es braucht diejenigen, die dort weitermachen, wo Jesus aufgehört hat.

 Johannes 20,21 sagt: „Friede euch! Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.“ Damit setzen wir den Bau des Reiches Gottes dort fort, wo Jesus aufgehört hat.

Deshalb lesen wir in Lukas 14,34-35 folgendes: „Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich, man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre.“

Wozu wurde Salz verwendet? Es diente als Gewürz, als Dünger und als Konservierungsmittel. Doch wie kann Salz kraftlos werden? Das hängt wohl damit zusammen, wie das Salz gewonnen wurde.

Häufig geschah das am Toten Meer, indem man Meerwasser in Becken verdampfen ließ. Zurück blieb das Salz, das leider oft mit Gips und anderen Mineralien verunreinigt war. War der Grad der Verunreinigung zu hoch, wurde das Salz kraftlos und konnte nicht mehr verwendet werden.

Die symbolische Bedeutung des Salzes für Jünger

Worauf spielt Jesus hier an, wenn er vom Salz spricht, das kraftlos geworden ist und weder für das Land noch für den Dünger tauglich ist? Vom Kontext her liegt es nahe, dass er mit dem Salz weiterhin die Menschen meint, die ihm nachfolgen oder es zumindest versuchen.

Salz hatte in der Antike einen enormen Wert. Um nicht alles wiederholen zu müssen, empfiehlt es sich, Episode 179 anzuhören. Dort bezeichnet Jesus seine Jünger als das Salz der Erde. Es sind also seine Leute, die der Welt Geschmack, Fruchtbarkeit und Bewahrung bringen. Genau das ist unsere Aufgabe in der Jüngerschaft.

Wir leben Nachfolge nicht allein, damit wir ans Ziel kommen – das auch –, aber unsere eigene Errettung ist, betrachtet man unsere Berufung, eher ein Abfallprodukt der Nachfolge. Versteht ihr, was ich sagen will? Wir kommen aus einer unglaublich individualistischen, auf Selbstoptimierung ausgerichteten Gesellschaft. Menschen denken viel über sich selbst nach: Wie kann ich mein Leben immer besser machen? Wie kann ich mich noch mehr selbst verwirklichen? Wie finde ich mein persönliches Glück?

Merkt ihr? Selbstverwirklichung statt Selbstverleugnung, Habsucht statt Genügsamkeit. Und ganz schnell wird daraus „Ich statt Jesus“ oder „Jesus als mein persönlicher Coach auf dem Weg zu meinem besseren Ich“. Wir sind als Menschen immer auch Kinder unserer Zeit, und die gegenwärtige Zeit ist überaus verwirrend.

Aber jetzt kommt Jesus und bezeichnet uns als wertvoll, als Salz. Er will, dass wir vollständig und nicht übereilt in die Nachfolge eintreten. Er tut das, weil er nicht will, dass das Salz der Erde, also seine Jünger, auf dem Weg der Nachfolge irgendwann kraftlos werden. Dazu ist der Auftrag einfach zu wichtig.

Die Aufforderung zum Hören und Verstehen

 Lukas 14,34-35: Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich. Man wirft es hinaus.

Wer Ohren hat zu hören, der höre.

Die Ohren stehen hier nicht nur für das akustische Hören, sondern auch für das Nachdenken und Verstehen. So heißt es zum Beispiel in den Sprüchen: Sprüche 18,15: Das Herz des Verständigen erwirbt Erkenntnis, und das Ohr des Weisen sucht Erkenntnis.

Hören bedeutet also, dass ich Erkenntnis suche und wirklich verstehen will. Wer Ohren hat zu hören, der höre – Jesus gibt seinen Zuhörern eine Aufgabe: Sie sollen über das Gehörte nachdenken.

Es macht keinen Sinn, dass ein Mensch unbedacht in die Jüngerschaft hineinstolpert, aber dann irgendwann auf dem Weg damit wieder aufhört. Salz, das kraftlos wird, und Jünger, die ihren Glauben verlieren – beides ist nutzlos für die Welt und noch schlimmer aus der Perspektive unserer Aufgabe als Jünger Jesu, die ihrem Herrn folgen, um in der Kraft und unter der Führung des Heiligen Geistes das Reich Gottes zu bauen.

Die Gefahr der halbherzigen Nachfolge

Aus der Perspektive der Aufgabe sind Jünger, die anfangen, aber nicht vollenden, schlimmer als solche, die gar nicht erst anfangen. Diesen Punkt darf man nicht unterschätzen. Von denen, die für eine Zeit lang geglaubt und dann wieder alles hingeschmissen haben, geht für das Reich Gottes eine immense Gefahr aus.

Ihre Bücher und Videos gegen den alten Glauben sind eine Fundgrube für die Feinde des Evangeliums und ein Stolperstein für junge Gläubige. Was soll man gegen Ex-Insider sagen, die vermeintlich nur berichten, was sie erlebt haben? Ihre Halbwahrheiten werde ich nicht sofort durchschauen. Ich werde nicht merken, wo ich verführt und betrogen werde.

Wenn das Ganze mit Demut und Pseudoaufrichtigkeit garniert wird, eloquent und humorvoll vorgetragen, entsteht ein Cocktail, der gerade heute, in Zeiten der Toleranz, zum Abfall vom Glauben förmlich einlädt.

Es gibt Gründe, warum Paulus dazu auffordert, sich von solchen Menschen abzuwenden. Sie sind gefährlich, besonders für noch ungefestigte Christen – also genau für solche, die am Anfang stehen und sich nach Vorbildern sehnen.

Aber es sind nicht nur die jungen Christen, für die eine Gefahr von halbherziger Nachfolge ausgeht. Viel schlimmer ist die Situation für Menschen, die von Pseudo-Jüngern verschreckt werden und sich deshalb gar nicht erst für das Evangelium interessieren.

Abschluss und Ausblick

Du kannst jetzt handeln. Höre dir Episode 179 an und denke über deinen Wert für die Welt nach.

Das war es für heute. Falls du den YouTube-Kanal meiner Frau noch nicht kennst, schau ihn dir an: Why Not Glaubensfragen? Christliche Videos für Jugendliche. Den Link findest du im Skript.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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