Serie•Teil 3 / 44Johannes-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitende Bemerkung und Rahmen der Predigt
Nur eine Vorbemerkung, weil es dem einen oder anderen aufgefallen ist: Vielleicht habe ich bei den Johannispredigten ein ganz, ganz klein wenig meine Art zu reden verändert. Das hat damit zu tun, dass wir einen Deal mit der Kinderkirche haben, dass die nämlich dabei sind und Fragen beantworten. Und ich an der einen oder anderen Stelle einfach darauf Rücksicht nehmen möchte, dass wir also ganz junge Zuhörer haben.
An der einen oder anderen Stelle werde ich dann auch mal etwas machen, wo man sagt: „So wie letztes Mal? Erklärt ihr mir jetzt wirklich, wie so ein Bibelvers da oben zusammengesetzt ist?“ Ja, habe ich euch erklärt, schadet niemandem was. Aber ich gehe davon aus, dass die Kinder das eben noch nicht wissen. Und das wird jetzt immer mal passieren. Also wenn ich euch nächstes Mal wahrscheinlich erkläre, was ein Prolog ist, machen wir nicht dieses Jahr, nicht dieses Mal, machen wir nächstes Mal, dann weiß ich natürlich, dass die Erwachsenen schon wissen, was ein Prolog ist. Keine Frage. Ich hoffe, dass ihr wisst, was ein Prolog ist. Wenn nicht, könnt ihr dann nächstes Mal etwas lernen.
Gut, wir stecken also in einer Reihe zum Johannesevangelium. Es war ganz lustig, als ich die Predigt schrieb, dachte ich mir: Ich mache jetzt den Schluss vom Prolog, Johannes 1, die Verse 14 bis 18. Und dann schrieb ich die Predigt und schrieb die Predigt, und nach fünf Seiten Skript, da ist nämlich immer so das Skript vorbei, hatte ich einen Vers. Und deswegen gibt es heute eine Ein-Vers-Predigt, sprich eine Predigt, die sich um einen Vers dreht, nämlich um Johannes 1,14.
Das ist nun ein wirklich toller Vers. Alles das, was wir hier miteinander machen, sind in meinen Augen absolute Bible Basics. Also das ist so, dass ich mir sage: Jeder, der zehn Jahre gläubig ist, den müsste ich eigentlich hier vorne auf die Kanzel holen können und sagen können: Komm mal, übernimm du, weil das ist das Einmaleins. Ich weiß aber aus der Bibel, dass das Einmaleins etwas ist, was man schnell vergisst. Im Gegensatz zur Schule: Wenn man das mal so drin hat, dann bleibt das irgendwie drin, wie Fahrradfahren. In der Theologie ist das anders. Man vergisst manchmal die einfachsten Sachen. Und deswegen genießt auch ihr, die ihr schon länger dabei seid, diese einfachen, schönen Wahrheiten, die vor allem in diesem einen Satz hier zum Ausdruck kommen:
Johannes 1,14:
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Und wenn ich so einen Vers habe, dann möchte ich immer sagen: Bäm! Also das ist einfach mal so, das ist so ein Wow!
Die großen Kinder im Kindergottesdienst, die jetzt auch alle mit den Klemmbrettern da sitzen und dann die Fragen beantworten dürfen, ich weiß nicht, haben wir noch Fragezettel übrig? Sind noch welche übrig? Nö, okay, dann kann ich leider keine mehr weiter anbieten. Ansonsten habt ihr noch zwei Fragen, ja? Also möchte noch jemand die Fragen mit beantworten, dann könnt ihr euch in Benei wenden.
Also Johannes 1,14, ich lese noch mal vor:
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Ihr Großen, ihr habt das auswendig gelernt, den Vers. Ich hoffe, heute sitzt er. Holger wird euch abfragen, anderer Vers, der saß ja schon letztes Mal. Okay, wenn er noch nicht sitzt, den müsst ihr auswendig lernen. Und wenn ihr älter seid, den müsst ihr können. Und wenn ihr sagt: So, ich kenne Leute, die können nicht gut auswendig lernen, ja, trotzdem probieren. Das ist wirklich so ein Vers, wo ich sage: Hey, den muss man mitnehmen. Das ist Christentum pur.
Wenn du wissen willst, wo sich Christentum unterscheidet von allen anderen Religionen, an genau dieser Stelle. Wenn du wissen willst, was der ultimative Test ist, an dem ich eine Sekte, eine christliche Sekte oder einen falschen Propheten oder irgendwie eine göttliche Erscheinung, scheinbar göttliche Entscheidung, woran ich das festmachen kann: Hier, Sektentest.
1. Johannes 4,1:
Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.
Hieran erkennt ihr den Geist Gottes. Woran erkennt man den Geist Gottes? Also woher weiß ich, dass das jetzt wirklich von Gott kommt? Und jetzt kommt die Auflösung:
Jeder Geist, der Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist aus Gott.
Dieses „im Fleisch gekommen“. Wenn jemand sich hinstellt und sagt, ich bin Christ, dann muss er diesen einen Punkt bringen. Wenn du christlich sein willst, dann muss das klar sein. Du glaubst daran, wie es davor hieß: Und das Wort wurde Fleisch. Das ist der Punkt. Gott wird Mensch.
Johannes hatte ganz am Anfang im Johannesevangelium davon gesprochen, dass es dieses Wort gibt, Wort als ein Teil der göttlichen Dreieinigkeit. Und Johannes nennt diesen Teil der göttlichen Dreieinigkeit Gott, das Wort. Und dieser Teil Gottes, wenn man das mal so ganz platt aus einer menschlichen Perspektive beschreiben möchte, dieser Teil Gottes wird Fleisch, wird Mensch. Das ist irre!
Durch den Heiligen Geist wird etwa im Jahr vier vor Christus in Galiläa in einer Jungfrau, Maria, ein Kind gezeugt. Hast du das plötzlich? Wir haben ja dieses Jahr, das Jahr der Neugeborenen, hat man den Eindruck, das flutscht ja nur so raus. Und da hast du plötzlich, mit einem Moment, entsteht da in dieser Maria ein Embryo, so ganz klein, und nistet sich ein. Und dann, vierzig Wochen später, wird ein Baby geboren: Jesus. Das bedeutet: Und das Wort wurde Fleisch.
Jetzt weiß ich aus Gesprächen mit Leuten, dass das ein Konzept ist, was man sich nur ganz schwer vorstellen kann. Was heißt das, das Wort wird Fleisch? Und ich möchte euch an einem Beispiel illustrieren, was das bedeutet.
Das hier ist meine Frau Bärbel. Und obwohl ich euch an der Stelle ein Foto zeige, ist bis auf Holger keiner auf den Gedanken gekommen, zu sagen: falsch. Und der kannte das Skript. Und trotzdem, ihr versteht ja: Ich zeige euch ein Bild von meiner Frau und sage, das ist meine Frau. Wenn man so Referent ist, muss man das manchmal sagen. Sage ich: Ja, ich habe so eine Hübsche abgekriegt, das ist doch nett, ja? Ja, die nicken dann immer alle. Und jeder weiß: Das ist nicht meine Frau, das ist das Foto meiner Frau.
Und bei Gott ist das jetzt ganz genau so. Hier zeige ich euch ein Foto, aber dahinter steht eine Person. Und diese Person ist quasi Foto geworden. Und um Foto zu werden, na ja, ist vieles auf der Strecke geblieben. Also dieses Foto, obwohl es meine Frau abbildet, kann nicht reden, kann nicht küssen, mit der kann sie nicht frühstücken. Du siehst schon einiges: Du siehst, dass sie hübsch ist, schöne Augen hat, dass ihr Rosa steht. Das kannst du zeigen, das kann ein Foto. Aber mehr kann ein Foto eben nicht. Wenn also ein Mensch Foto wird, dann bleibt vieles auf der Strecke.
Und bei Gott ist das genauso. Wenn Gott Mensch wird, also nicht der Mensch Foto, sondern wenn Gott Mensch wird, dann bleibt auch viel auf der Strecke. Wie viel? Das ist ganz lustig, da heißt es dann hier in Philipper 2,7:
Aber er, Jesus, in diesem Moment, wo er bereit wird, Mensch zu werden, machte sich selbst zu nichts.
Das ist dieser Sprung. Also nicht Mensch-Foto, sondern Gott-Mensch. Und um das zu beschreiben, da bleibt eigentlich nichts übrig. Wenn Gott ein Mensch wird, er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist.
Das ist das, woran wir glauben. Das Wort wurde Fleisch, Gott wurde Mensch. Und wenn er das tut, so wie bei meiner Frau, da bleibt dann das Küssen auf der Strecke, wenn sie Foto wird, oder das Frühstücken, oder das Reden, oder das Denken, oder das Lachen oder sonst irgendwas. In dem Moment, wo Gott Mensch wird, in dem Moment bleiben Dinge auf der Strecke. Und zwar bleiben die Eigenschaften auf der Strecke, die Gott zu Gott machen.
Also es gibt bestimmte Dinge, die schreibt man eben Gott zu. Und sagen wir mal, wenn Gott Gott ist, dann ist er das. Ich bringe mal ein Beispiel: Gott kann, sagt die Bibel in Jakobus 1,13, vom Bösen nicht versucht werden. Das geht einfach nicht. Also der Teufel kann machen, was er will, aber der kommt da keinen Millimeter weiter.
Jetzt wird Gott Mensch, und mit einem Mal kann der Teufel diesen Menschen Jesus von Nazaret in der Wüste versuchen.
Anderes Beispiel: Gott ist allwissend. Und plötzlich wird Gott, das Wort, Mensch, und er ist plötzlich nicht mehr allwissend. Jesus hält eine Rede, die sogenannte Endzeitrede, und dann steht so ein bisschen die Frage im Raum, wann würde das alles passieren? Und dann gibt Jesus unumwunden zu: Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater.
Spannend, oder? Allwissend, und jetzt plötzlich Gott als Mensch nicht mehr allwissend.
Oder Gott ist allmächtig, völlig klar, oder? Und dann sieht man Jesus, wie er, das finde ich so eine ganz süße Szene, da sitzt er irgendwann in einem Boot, ist völlig fertig, da gibt es einen Sturm um ihn herum, da schlagen die Wellen in das Boot, und er schläft einfach. Nichts von wegen allmächtig.
Oder Gott ist allgegenwärtig. Jesus kann genau an einem Ort sein. Und dass Lazarus, sein Freund, stirbt, sagt er sogar: Ich bin froh, dass ich nicht dort war.
Das ist, wenn Gott Mensch wird. Es ist ganz wichtig, dass wir verstehen: Gott wird nicht Halbgott. Das ist so klassische griechische Mythologie. Ja, da kommt dann, das sind dann immer so Übermenschen. Aber in unserem Fall ist es so: Gott wird Mensch. Und er lebt das Leben, das wir hätten leben sollen. Also er ist ganz Mensch, mit einer einzigen, mit einem einzigen signifikanten Unterschied.
Ich lese mal Hebräer 4,15:
Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.
Das ist der Unterschied. Also er geht in dieses Leben rein, er macht irgendwie alles mit, ganz Mensch, aber ohne Sünde. Ganz Mensch heißt: Ich will das noch mal betonen, weil es mir so wichtig ist. Jesus war ganz normal. Er war ein Baby mit Blähungen. Er war ein kleines Kind, das Reden, Lesen, Schreiben, Gehorsam und später als Jugendlicher wohl auch einen Beruf erlernen musste. Ganz Mensch.
Stell ihn dir bitte so menschlich vor, wie es irgend nur geht, aber ohne Sünde. Also in der Krippe lag kein Baby, das schon alles wusste. So schaut das erste Mal Maria rein, und das erste, was das Baby sagt: „Ey, gleich mc².“ Nein, das ist da nicht so! Versteht ihr? Da liegt ein Baby, und das hat auch nicht irgendwelche Zaubertricks auf Lager. So die ganze Zeit durch seine Jugend hindurch gibt es apokryphe Evangelien oder auch ganz esoterische Schriften, wo dann aus der Jugend Jesu berichtet wird, wie er, ich weiß nicht, so Tontauben dann zum Leben erweckt und solchen Firlefanz. Davon steht nichts in der Bibel. Er war ein ganz normaler Mensch, ganz normales Baby. Man hatte manchmal Hunger, manchmal die Windeln voll. Ganz menschlich. Bitte haltet das fest.
Jetzt könnte jemand sagen: Aber Jürgen, was ist mit seinen Wundern? Wenn man das so durchliest, wie Jesus so unterwegs war, da gab es doch diese Heilungen und da gab es doch Prophetien. Und da passiert doch eine ganze Menge, etwas ganz Ungewöhnliches. Wie passt das? Wie passt das zu der Idee, dass Jesus einfach nur Mensch ist?
Eigentlich müsste so, wenn jemand so viel heilt, wie Jesus das tut, und ich habe Freunde, die sehr in diesem Heilungstrip unterwegs sind, auch so als Christen, und es ist immer süß, wenn sie mir dann davon berichten, dass wieder irgendwo jemand keine Rückenschmerzen hat oder so, wo ich mir denke: Ja, aber schau dir Jesus an.
Der ist in so ein Dorf reingegangen, und da war völlig Wurst, was da war. Da wurden die Blinden sehend, da wurden die Lahmen gehend, da wurden die, die schon 18 Jahre lang in irgendeiner chronischen Krankheit litten, schnipp, war das Ding weg. Das lief einfach, im wahrsten Sinne des Wortes, bei den Lahmen. Das ist Jesus, das ist doch nicht normal.
Und jetzt muss ich sagen: Doch, weil man sieht das ganz gut an der Stelle, wo die Pharisäer mal kommen und ihm einen Vorwurf machen. Da heilt Jesus jemanden, und die Pharisäer sagen: Hör her, du tust dieses Wunder durch den Oberdämon, den Beelzebul, so heißt er. Du tust dieses Wunder, dass du den heilst, quasi durch einen bösen Oberdämon. Mit diesem Oberdämon kannst du quasi den Unterdämon austreiben.
Und was sagt Jesus dazu? Jesus sagt dazu, und ich zitiere mal aus Matthäus 12, er sagt:
Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe ...
Und das ist ganz spannend: Jesus stellt sich nicht hin und sagt, ich habe die ausgetrieben, sondern er sagt, das, was ich hier tue bei diesem Exorzismus, bei dieser Dämonenaustreibung, das bin nicht ich, sondern da wirkt durch mich hindurch der Heilige Geist. Und es ist wichtig, dass wir das verstehen. Jesus war Mensch, aber wenn ich mir die Heilungen anschaue, die er tut, die Wunder, die Prophetien, das, was er auch lehrt, dann tut er das alles aus der Kraft des Heiligen Geistes.
Man könnte sogar formulieren: Seine Wunder sind kein Zeichen seiner Göttlichkeit, sondern seines Gehorsams. Ich will das gern noch mal sagen, weil ich ihn dazu wertvoll finde. Seine Wunder sind kein Zeichen seiner Göttlichkeit, sondern seines Gehorsams. Jesus macht uns auf vollkommene Weise vor, was es heißt, durch den Heiligen Geist zu wandeln, das zu leben, was Gott mit mir vorhat. Und das ist in seinem Fall natürlich, was diese Dinge gerade angeht, der Wunder, vielleicht ein Tick mehr als in deinem Fall. Das stimmt schon. Es gibt keine Verheißung im Alten Testament, dass wenn du geboren wirst, du durch deine Wunder alle davon überzeugst, dass du der Messias bist. Stimmt, der war schon da.
Und trotzdem bleibt bestehen, was ich gerade gesagt habe. Jesus ist Mensch, und die Wunder, die er tut, also egal, ob das jetzt diese Exorzismen sind oder irgendwelche Prophetien, Heilungen, Lehre, also alles Geistesgaben, die auch später von den Aposteln wieder praktiziert werden, wenn er das tut, dann tut er das durch den Heiligen Geist.
So, das war der eine wirklich wichtige Punkt: Jesus ist ganz Mensch, bitte lasst uns das festhalten. Das ist der Punkt, an dem du festmachen kannst: Gott wird Mensch. Das ist das Zentrum von Christentum. Ich weiß nicht, ob du es bis heute geglaubt hast, aber wenn, fang heute damit an. Es ist wirklich wichtig.
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes geht jetzt weiter und sagt: Gott, das Wort, wird Mensch, wird, und jetzt wohnte der, er wohnte unter uns. Was Johannes hier tut: Er greift so ein Stückchen vor, er beschreibt rückblickend, was die Apostel mit Jesus erlebt haben. Wörtlich, dieses Wörtchen, was hier „er wohnte unter uns“ ist, das ist fast richtig übersetzt. Wörtlich steht da: Er zeltete unter uns. Und du denkst dir: Ich kann verstehen, dass man hier „wohnte“ übersetzt hat, weil „zeltete“ macht ja gar keinen Sinn. Doch, macht es. Und zwar steckt dahinter eine Idee. Dahinter steckt eine Idee aus dem Alten Testament.
Im Alten Testament befreit Gott sein Volk Israel aus Ägypten. Es gibt da zehn Plagen, und dann ist Israel raus. Und kurz nachdem sie ausgezogen sind, schließt Gott am Berg Sinai mit dem Volk Israel einen Bund, den sogenannten Alten Bund. Und es ist diese Zeit, wo Gott den Mose bittet, auf den Berg zu kommen, und er zeigt ihm oben auf dem Berg das Muster eines Tempels. Dieser Tempel hat dann so einen Fachbegriff, nennt man Stiftshütte. Muss man sich irgendwann mal merken, gehört wirklich ihr Kleinen dazu, muss man sich mal merken: Stiftshütte. Muss man nicht heute merken, gibt auch keine Frage dazu, aber grundsätzlich braucht man das.
Also Mose geht auf den Berg, er sieht das Muster der Stiftshütte, er kommt wieder runter vom Berg und geht zu seinem Volk, und dann fängt er an, diesen Tempel, diese Stiftshütte, zu bauen. Der Clou ist jetzt: Wenn man das Wort Tempel hört, dann denkt man vielleicht an etwas aus Steinen. Aber hier, da seht ihr das, das ist ein Nachbau eins zu eins. Der Tempel, um den es hier geht, das ist eigentlich eher ein großes Zelt.
Weil das Volk ja unterwegs in der Wüste war. Und von daher wollte Gott mit seinem Volk unterwegs sein, und Gott zeltete quasi in Form von dieser Stiftshütte, in Form von diesem, ich sage immer, Ikea-Tempel. Das ist so etwas, was man schnell auseinanderbauen, wieder zusammensetzen kann. Das konnte hier am Lagerplatz abbauen, mitnehmen, am nächsten Lagerplatz zack wieder hinstellen, und wir konnten einfach weiter Gottesdienst feiern.
Der Hintergrund zu dem Vers, dass das Wort, welches Fleisch wird, unter uns zeltete, so wie mitten im Lager der Israeliten die Stiftshütte zeltete, so zeltete Gott in der Person Jesu mitten unter seinem Volk. Für die Apostel muss das eine total komische Sache gewesen sein. Stell dir mal vor, du wachst morgens auf. Und er hat vielleicht irgendwo draußen übernachtet, so als Apostel mit Jesus. Du wachst auf, und dann siehst du: Jesus ist schon wach, okay, und macht sich vielleicht gerade so an einem Feuer fürs Frühstück zu schaffen. Und du schaust Jesus an, und während du da so zu ihm rüberschaust, stellst du dir die Frage: Wer ist das eigentlich? Der sieht ja wirklich aus wie ein richtiger Mensch. Wer ist das eigentlich? Weil er sieht zwar so aus, aber er ist auf der anderen Seite auch ganz anders. Und er sagt so komische Sachen. Kann das wirklich sein, dass Gott Mensch wurde?
Wisst ihr, die Idee, dass Gott Mensch wird, ist ja gar nicht vom Alten Testament her so fremd. Gott verheißt den Messias, und er sagt Dinge wie: Denn ein Kind ist uns geboren. Und denkst ja: Weihnachten, richtig, den Vers werden wir definitiv an Weihnachten wieder kriegen, weil er immer an Weihnachten kommt. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und jetzt wird dieses Kind, das geboren wird, beschrieben mit: Und man nennt seinen Namen wunderbarer Ratgeber, starker Gott.
Denkst du: Hoppla, da wird ein Kind geboren, und wer ist das? Es ist der starke Gott. Das Wort wird Fleisch, Gott wird Mensch. Ich weiß nicht, wann es bei den Jüngern Klick gemacht hat. Aber irgendwann war ihnen klar, was Johannes mit diesem „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns“ zum Ausdruck bringt. Gott ist da, und zwar in Gestalt eines Menschen.
Ich weiß, dass ihr das alles wisst, die ihr älter seid. Die Kleinen sind vielleicht noch ein bisschen überrascht, aber auch ihr seid nicht wirklich überrascht. Ich denke, das ist nicht wirklich neu. Aber überlegt mal, was das bedeutet. Gott in seiner Ewigkeit sieht dich und sagt: Okay, ich investiere mich. Ich werde da. Ich werde in diesen Kuddelmuddel, in diesen Schlamassel, ich werde da reingehen und ich werde das Licht und die Rettung bringen, die die Menschen brauchen.
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Der Blick auf Jesu Wesen
Ich muss jetzt zwei schwierige Begriffe klären. Einmal das Wort Herrlichkeit und einmal das Wort Eingeborener.
Ich fange mal mit dem leichteren von beidem an: Herrlichkeit.
Der Begriff Herrlichkeit wäre, wenn man ihn ganz modern übersetzen wollte, der Begriff Charakter. Herrlichkeit ist also das, was ausstrahlt. Es ist das, was von jemandem ausgeht. Du begegnest jemandem und stellst fest: Was ist das für ein Typ? Das ist seine Herrlichkeit, sein Charakter.
Gott wird Mensch. Und ich hatte vorhin gesagt: Wenn Gott Mensch wird, dann muss er die Eigenschaften, die ihn zu Gott machen, also die definieren, was er ist, auf der Strecke lassen. Allmacht, Allwissenheit, Allgegenwart – diese Dinge bleiben alle auf der Strecke.
Was nicht auf der Strecke bleibt, wenn Gott Mensch wird? So wie bei diesem Bild: Was bleibt alles nicht auf der Strecke? Die Augenfarbe meiner Frau bleibt nicht auf der Strecke, versteht ihr? Da gibt es Dinge, die gehen rüber. Und so ist das auch bei Gott. Das eine bleibt auf der Strecke: Das, was Gott zu Gott macht, bleibt auf der Strecke. Aber wer Gott ist, sein Charakter, das bleibt nicht auf der Strecke.
Ja, jetzt weiß ich: Aha, das ist Gott. Aber was für einen Charakter hat Gott? Das, was später dann der Apostel Paulus zusammenfasst, wenn er sagt: die Frucht des Geistes. Also Dinge wie Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Unterhaltsamkeit. Diese Dinge bleiben natürlich nicht auf der Strecke. Das ist Gott im Himmel. Und jetzt kann er diese Dinge, so wie ein Foto die Augenfarbe abbilden kann, wenn Gott Mensch wird, den Charakter Gottes abbilden. Und das ist das, was Jesus in Vollendung tut. Und in dem Moment, wo er das tut, wird er für uns auch zum Vorbild.
Hier mal zwei Verse, die das zum Ausdruck bringen: Römer 8,29.
Denn die er, gemeint ist Gott, vorher erkannt hat, finde ich ganz schön. Gott weiß, dass du dich bekehrst, bevor du es tust. Ist das schön? Also wenn du denkst, ich habe Gott damit überrascht, nein, hast du nicht. Die er vorher erkannt hat – Gott wusste von Anfang an, wer Ja sagt und wer Nein.
Jetzt steht Gott da und denkt: Was mache ich mit denen, die sich bekehren? Was könnte ich da tun? Wie könnte ich die belohnen, die jetzt wirklich an mich glauben? Und er entscheidet sich zu dem Irsten, was man sich vorstellen kann. Er sagt: Wenn jemand sich zu mir bekehrt, wenn jemand wirklich an meinen Sohn glaubt, mit dem mache ich Folgendes:
Denn die er Gott vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
Also er sagt: Wenn du Christ wirst, dann möchte ich, dass etwas von der Herrlichkeit, von dem Charakter Jesu Stück für Stück, Stück für Stück, das ist ein Prozess wie so ein Sonnenaufgang, aber Stück für Stück und immer mehr in dir sichtbar wird.
Und wie sehr diese Ideen miteinander verschmolzen sind, Bild und Charakter oder Herrlichkeit und Bild, das merkt man in 2. Korinther 3,18:
Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an, gemeint ist Jesus.
Du liest die Bibel und du kriegst etwas mit von Jesu Charakter. Und es ist nicht so, dass du immer sagst: Hilfe, ich verstehe das nicht. Das ist ziemlich simpel, okay, das ist nicht so schwer zu verstehen. Jesus ist einer, der nicht lügt, einer, der sich für andere Leute investiert, einer, der Gott die Ehre gibt in seinem Leben. Du siehst das!
Wir schauen uns das an, und in dem Moment, wo wir das anschauen – und im Griechischen steht ein Wort für reflektieren – es ist anschauen wie in einem Spiegel. Also ich schaue es mir nicht einfach nur an, sondern ich schaue es mir an, denke darüber nach, überlege: Wie kann ich das umsetzen? Und in dem Moment, wo ich das mache, wo ich sage: Hey, ich möchte auch so werden, greift der Geist Gottes zu und verändert mich Stück für Stück in das Bild Christi.
Das ist Christentum. Christentum startet damit, dass ich glaube, und dann kommt Gott und sagt: Super, jetzt packe ich dich, und jetzt mache ich dich wie meinen Sohn. Jetzt mache ich dich so vom Charakter, dass man ihn in dir wieder sieht. Jetzt lasse ich quasi das Licht, was in ihm ist, Stück für Stück in dir aufgehen. Du darfst immer mehr strahlen. Das ist die Idee von Christentum, also viel mehr als nur zu sagen: Wir kommen auch mal in den Himmel. Ja, das Ticket in die Ewigkeit haben wir auch, und wir kommen nicht ins Gericht, Amen!
Und trotzdem: Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild.
Ich frage dich: Wo hat Gott dich verwandelt in den letzten fünf Jahren? Wo bist du ein Stück weitergekommen? Vielleicht sagst du: Das ist noch so viel nicht fertig. Weiß ich, ich weiß auch, wie sich das anfühlt. Aber schau doch auf die Dinge, die vorangegangen sind, und freu dich darüber. Mann, du hast ja noch zwanzig, dreißig, vierzig Jahre Zeit. Warum muss denn Gott morgen schon fertig sein, bis du übermorgen stehst und da sagt: Es gibt nichts mehr zu tun, Heiliger Geist? Das wird nicht passieren.
Also, wir werden verwandelt in dasselbe Bild. Und jetzt kommen die beiden Begriffe Bild und Herrlichkeit: Herrlichkeit gleich Charakter, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht. Hier ist der Heilige Geist gemeint, er ist Herr, und er verwandelt uns.
Du möchtest wissen, was der Heilige Geist mit dir vorhat, warum er dein Leben so einrichtet, wie er es gerade tut? Ich würde diesen Vers nehmen und sagen: Er möchte dir die Herrlichkeit des Herrn Jesus zeigen und dich dann Stück für Stück in dasselbe Bild verwandeln. Charakterzug für Charakterzug, das ist das Ziel.
So, jetzt wird es schwierig. Ich hatte gesagt, es gibt zwei Begriffe: einmal der Begriff Herrlichkeit und jetzt kommt der Eingeborene. Okay, der Eingeborene ist zugegebenermaßen wirklich schwer.
Seine Herrlichkeit ist die Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater. Das Wort Eingeborener ist in meinen Augen heutzutage gelinde gesagt irreführend. Wenn ich an einen Eingeborenen denke, dann denke ich im Allgemeinen – und das soll jetzt nicht rassistisch sein, das ist einfach nur, woran ich sofort denke – an irgendwelche kleineren braun gebrannten Herren mit Speer. Das ist für mich so klassisch Eingeborener. Und das ist hier überhaupt nicht gemeint.
Also egal, was du bei dem Wort Eingeborener dachtest, wenn das irgendwie klein, braun und Speer beinhaltet: streichen. Damit hat das definitiv nichts zu tun. Der Eingeborene hier ist kein Ureinwohner, sondern hier steht einfach ein Wort im Grundtext: Monogenes. So, und das muss man jetzt irgendwie übersetzen. Es bedeutet einzigartig oder einziger. Der Eingeborene ist also der einzigartige oder der einzige Sohn, darum geht es.
Ich nehme jetzt mal diese Übersetzung mit ran, weil es dann tatsächlich deutlich klarer wird, worum es geht:
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, wir haben uns seinen Charakter angeschaut, eine Herrlichkeit, und jetzt habe ich es ein klein bisschen verändert, damit es nur leichter verständlich ist, wie die eines einzigartigen Sohnes von einem Vater voller Gnade und Wahrheit.
Merkt ihr, worum es Johannes hier geht? Es ist die Herrlichkeit wie die, die einen Vater mit seinem einzigartigen Sohn verbindet.
Ich dachte, ich mache ein Beispiel. Ich mache das Beispiel mal ganz bewusst, auch wenn ich jetzt meine Töchter lobe, aber ich finde das auch sehr wertvoll.
Meine Töchter sind beide treu. Das heißt, wenn du ihnen eine Aufgabe gibst, werden sie diese Aufgabe erfüllen. Sie werden es durchziehen. Wenn sie sagen: Ja, werden sie es machen. Und wenn sie es nicht können, dann ist irgendwas ganz schief, aber sie werden es tun. Sie sind treu.
Frage: Warum sind sie treu? Ich habe sie so erzogen. Ich bin auch treu. Du gibst mir eine Aufgabe, ich werde versuchen, diese Aufgabe zu erfüllen. Es ist eine Familienähnlichkeit. Ich bin treu, und ich gebe diese Familienähnlichkeit einfach an meine Kinder weiter. Mein Charakter wird sich in ihnen wiederfinden.
Und so ist das hier auch. Es ist eine Herrlichkeit, es ist ein Charakter, wie die, die zwischen einem Vater und seinem einzigartigen Sohn besteht.
Der himmlische Vater, den ich nicht sehen kann – wisst ihr, im Alten Testament kommt Gott und sagt: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und Gott sagt: Blöde Idee, ja, weil niemand kann mich sehen und am Leben bleiben, 2. Mose 33,20. Machen wir mal lieber nicht. Aber ja, und dann geht die Geschichte irgendwie weiter.
Jetzt schafft Gott im Neuen Testament aber genau das. Ich kann Gott in seiner ganzen Herrlichkeit nicht sehen, aber Gott kann seine Herrlichkeit reduzieren, zurücknehmen auf das Niveau eines Menschen. Und mit einem Mal kann ich den Charakter des Vaters auf dem Niveau eines Menschen eins zu eins abgebildet sehen. Und das ist die Idee dahinter.
Du möchtest Gott sehen? Ja, dann schau dir Jesus an.
Wie heißt das in Hebräer 1? Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat, in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn. Das ist wieder Jesus, er, der Sohn Jesus, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abbruch seines Wesens ist. Der Sohn stempelt quasi den Charakter Gottes in Menschsein rein. Du erlebst den Sohn und du triffst auf den Vater.
Es gibt eine schöne Szene im Johannesevangelium, da kommt der Apostel Philippus und sagt: Zeige uns den Vater, ja, ich würde gern mal den Vater sehen. Und man spürt förmlich – steht nicht da, aber man spürt förmlich, wie Jesus so einmal durchatmet, ja, so, ja – und dann sagt er hier, dass Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus!
Das ist der Vorwurf. Du möchtest den Vater sehen, du möchtest Gott sehen, und jetzt sind wir schon irgendwie gefühlte drei Jahre miteinander unterwegs, und du hast immer noch nicht verstanden, worum es geht, wer ich bin, immer noch nicht. Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
Du siehst Jesus und du triffst auf Gott, ja, aber das ist doch nur Gott im Fleisch. Ja, aber mehr kannst du auch nicht aushalten. Verstehen Sie? Man stellt sich nicht neben eine Atombombe, das macht man einfach nicht. Und das wäre wahrscheinlich noch ein harmloser Vergleich, wenn es um Gott geht. Gott muss klein werden, damit wir so dicht an ihn rankommen, dass wir ihn überhaupt anschauen können und sagen können: Ah, jetzt habe ich eine Vorstellung davon, wie Gott ist. Wunderbar.
Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie sagst du: Zeige uns den Vater? Jesus sehen und erleben heißt Gott sehen und erleben. Jedenfalls so weit das irgendwie möglich ist in der Gestalt eines Menschen.
Und jetzt zum Schluss noch: Was macht diesen Charakter so besonders? Nochmal ein Blick zu unserem Leitvers:
Und das Wort wurde Fleisch, das haben wir jetzt verstanden, und wohnte unter uns, okay, zeltete, Gott wird Mensch, ist hier auf der Erde unter seinen Jüngern, und wir haben seine Herrlichkeit, seinen Charakter angeschaut, eine Herrlichkeit wie die eines einzigartigen Sohnes von einem Vater voller Gnade und Wahrheit.
Das sind die zwei Dinge, die hier der Apostel abfeiert. Zwei Dinge: Er schaut zurück auf seine Zeit mit Jesus, er schaut sich den Charakter Jesu an und denkt sich: Was ist so das, was mich so fasziniert hat an Jesus? Warum habe ich mein ganzes Leben an diesem Jesus verloren? Ich weiß nicht, warum ihr euer ganzes Leben an Jesus verloren habt. Ich weiß es nicht, ich kenne euer Herz nicht. Was hat euch so sehr an Jesus fasziniert, dass ihr sagt: Das war es wert? Die Begegnung mit Jesus, diese Aspekte seines Seins waren es einfach wert, mein ganzes Leben zu investieren.
Johannes würde sagen: Es war Gnade und Wahrheit.
Und schaut man ins Alte Testament, da, wo Gott sich dem Mose offenbart, da ruft Gott dann über sich selber und sagt: Der Herr, der Herr, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue oder Wahrheit – man kann beides übersetzen.
Also Gnade und Wahrheit, das sind die beiden Aspekte, die den Gott des Alten Testaments auszeichnen, wenn er sich den Menschen offenbart. Und es sind die Dinge, die Jesus mitbringt.
Was heißt voller Gnade? Und jetzt müssen die Kinder noch mal aufpassen, weil das eure letzte Frage ist.
Gnade steht für Güte. Gnade steht für seine Güte, für seine Freundlichkeit, für seine Barmherzigkeit. Gnade steht dafür, dass Jesus jemand war, der Menschen beschenken und retten wollte.
Wisst ihr, Jesus ist voller Gnade, weil sich sein ganzes Leben um diesen einen Punkt dreht: Er will für Menschen sein. Und das fängt mit dem Namen Jesus an. Jesus heißt: Gott rettet. Und das ist wirklich Programm bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus. Da ist einer, der sein Leben verliert, um Menschen zu dienen und Menschen aus ihrer Not zu retten. Da ist einer, der Knecht wird. Wir haben vorhin gelesen: Er nahm Knechtsgestalt an, obwohl er der Herr ist. Er gibt einfach alles, damit Menschen glücklich werden. Das heißt: voller Gnade.
Und er ist voller Wahrheit, das heißt, du kannst Jesus bedingungslos trauen. Es steckt keinerlei Boshaftigkeit oder Falschheit in ihm. Was er sagt, ist wirklich wahr, was er verspricht, das hält er. Er ist treu, er wird dich niemals enttäuschen.
Und selbst dann, wenn er Dinge sagt, die total irre klingen. Man muss sich das vorstellen: Er geht zu den Jüngern und sagt, also hört mal her, ich als der Sohn des Menschen, ich muss vieles leiden und verworfen werden und ich muss getötet werden und dann nach drei Tagen auferstehen. Denkst du dir: Wie irre ist das denn? Die ersten drei Sachen kann ich noch verstehen, zu sagen, da wird mich jemand umbringen, das bringe ich vielleicht noch hin, aber nach drei Tagen auferstehen, kann ich so jemandem trauen? Ja, kannst du, denn er ist entweder verrückt oder er sagt dir absolut die Wahrheit. Und Jesus ist einer, der immer die Wahrheit sagt und dazu noch aus dieser Perspektive der Ewigkeit herkommt.
Von daher lasst uns zum Schluss dieses Fazit miteinander ziehen. Johannes 1,14, einer der ganz zentralen Verse der Bibel. Christentum wirst du nicht verstehen ohne diesen Vers. Und deswegen, wenn es dir möglich ist, lerne ihn auswendig, damit diese Prinzipien bleiben.
Was nehmen wir damit?
Punkt eins: Gott meint es mit der Rettung des Menschen so ernst, dass er selbst, um uns zu retten, all in geht, Mensch wird. Und ich weiß nicht, was Grund für Anbetung sein könnte. Wir werden gleich miteinander beten, ich finde, das ist der Grund: Gott wird Mensch, um dich zu retten. Und wenn du noch nicht gerettet bist, wenn du noch nicht weißt, was morgen mit mir sein wird, wenn ich heute sterbe, wo lande ich dann, dann bring das heute mit Gott in Ordnung. Wir sind für dich da.
Zweiter Punkt: Jesus ist ein Mensch, aber wenn wir uns mit ihm beschäftigen, dann erkennen wir in ihm den Charakter Gottes, und zwar den Charakter Gottes, wie er in der Gestalt eines Menschen sichtbar wird. Und das ist erst einmal Grund zur Freude, weil da ist Gnade und Wahrheit. Es ist einfach Grund zur Freude, einen solchen Herrn zu haben, der es nur gut mit mir meint und total ehrlich ist.
Und dann, in dem Moment, wo ich das habe, dann wird sein Charakter drittens für mich zu einem Ansporn, selber so zu werden. Also dass ich selber sage: Ich möchte es lernen zu lieben, wie er geliebt hat. Ich möchte es lernen, mich zurückzunehmen, für andere zu leben, aufrichtig zu sein, etwas von Herrlichkeit, von seinem Charakter in meinem Leben erstrahlen zu lassen.
Aber das erste: Anbetung. Dann kommt die Freude. Und dann kommt dieses: Yeah, jetzt möchte ich auch so werden. Das ist irgendwie ein schönes Ziel und irgendwie das Ziel, was Gott mit uns hat.
Und das Wort wurde Fleisch. Amen.
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