Zum Inhalt

Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern – Teil 8

Jesu Leben und Lehre | Episode 730
Lukas 20,45-4707.06.2026
SerieTeil 8 / 8Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern
Fromme Fassade, leeres Herz? Jesus warnt vor Menschen, die Bewunderung, Geld und Scheinheiligkeit suchen. Die Frage ist: Folge ich ihm wirklich – oder nur dem Applaus?
Gott wird Mensch

Gott wird Mensch

Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 730

Die Warnung, die mitten in die Nachfolge trifft

Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern Teil 8
Wir waren bei den Vorwürfen gegen die Schriftgelehrten stehen geblieben. Mitten in seiner Ansprache an die Volksmenge richtet Jesus den Blick auf seine Jünger und sagt ihnen etwas, das für jeden Nachfolger von entscheidender Bedeutung ist. Lukas 20,45-47.
Während aber das ganze Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern, die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
Warum sind diese Warnungen vor einer auf Eitelkeit, Bewunderung, Geldgier und Scheinheiligkeit ausgerichteten Frömmigkeit gerade für die Jünger wichtig? Ganz einfach, weil wir es hier mit Sünden zu tun haben, die leicht unerkannt bleiben. Es sind Sünden, die man leicht hinter einer frommen Fassade verstecken kann. Es sind Sünden, die das Herz umgarnen.
Wer weiß denn, was ich fühle, wenn mich jemand beim Frühstück in einem Freizeitheim nach einem Autogramm fragt? Wer weiß denn, ob ich dann innerlich schmunzle, mich daran freue, dass Gott nicht nur Biliams Eselin zum Reden benutzt, oder ob ich insgeheim genau diesen Moment feiere? Weil alle herüberblicken und sich fragen, wer das wohl ist.
Wer weiß denn, was in mir passiert, wenn nach einer Predigt Menschen zu mir kommen und sagen: Das war wieder unglaublich stark. Wer weiß denn, ob ich mich dann wirklich noch über Gottes Wirken freue oder ob ich innerlich schon lange süchtig nach genau diesem Beifall geworden bin.
Wer weiß denn, was in meinem Herzen passiert, wenn ich auf einer Konferenz nicht irgendwo hinten sitze, unter den Normalos, sondern vorne, mit Namensschild, reserviertem Platz und der Extrabehandlung? Wer weiß denn, ob ich diese Ehre nur dankbar annehme oder ob ich sie inzwischen erwarte?
Ich könnte diese Beispiele beliebig fortsetzen. Natürlich versucht der Teufel die Gläubigen auch mit handfester Sünde, aber viel gefährlicher erscheint es mir, wenn sich im Lauf der Zeit ganz allmählich meine Einstellung zum Dienst ändert.
Die Schriftgelehrten sind doch auch nicht mit dem Wunsch angetreten, ein Paradebeispiel für Selbstinszenierung, Ehrsucht, Eigennutz und Heuchelei zu werden. Da war bei ganz vielen, bestimmt mindestens am Anfang ihrer Karriere, der aufrichtige Wunsch, Gott zu gefallen. Und dann kamen ihnen das Vorbild der älteren Schriftgelehrten und die eigene Empfänglichkeit für Bewunderung und ein gutes Leben in die Quere.

Der Weg muss bis zum Ende tragen

Ich mag das Buch Prediger. Ein Vers, der es mir besonders angetan hat, ist Prediger 7,8: Besser das Ende einer Sache als ihr Anfang.
Gut anfangen ist nicht genug. Es reicht nicht, wenn wir am Anfang die Kosten überschlagen. Wir müssen den Weg mit Jesus auch zu Ende gehen. Der Eifer, mit dem wir gestartet sind, soll uns bis zum Schluss begleiten. Es braucht Glauben und Ausharren, wenn wir ankommen wollen.
 Hebräer 6,11-12: Wir wünschen aber sehr, dass jeder von euch denselben Eifer um die volle Gewissheit der Hoffnung bis ans Ende beweist, damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheißungen erben.
Und genau deshalb sind die Warnungen des Herrn Jesus für seine Jünger so wichtig. Auf dem Weg der Nachfolge, vor allem dann, wenn man auf diesem Weg Verantwortung übertragen bekommt, egal ob als Prediger, Autorin, Gemeindegründer, Seelsorger oder Missionarin, warten Versuchungen. Und zwar genau die, denen die Schriftgelehrten erlegen sind.
Und es kommt noch interessanter. Schauen wir uns die Irrlehrer an, von denen das Neue Testament berichtet, dann finden wir die vier Aspekte, vor denen Jesus warnt, wieder. Schauen wir sie uns an.

Die vier Gefahren im Spiegel der Irrlehrer

Eitelkeit zeigt sich bei den Irrlehrern vor allem darin, dass sie bewundert werden wollen. Sie wollen groß erscheinen. Diotrephes will der Erste sein, die Irrlehrer reden stolze, nichtige Worte, sie sind aufgeblasen, prahlerisch, hochmütig und rühmen sich selbst. Es geht ihnen nicht primär um Lehre, sondern um Wirkung. Nicht um Wahrheit, sondern um den Eindruck, den sie hinterlassen. Nicht um Jesus, sondern um ihr eigenes geistliches Profil.
Oder Ehrsucht. Ehrsucht zeigt sich bei den Irrlehrern nicht nur darin, dass sie Anerkennung genießen. Sie zeigt sich gerade auch darin, dass sie suchende Menschen an sich binden. Sie ziehen Jünger hinter sich her, sie eifern um andere, damit diese wiederum um sie eifern. Sie reden schmeichelnd, bewundern Personen um des eigenen Vorteils willen und fördern Abhängigkeit statt geistlicher Reife. Ihr Dienst macht aus Jüngern Jesu eigene Follower. Solange sie bewundert und gefeiert werden, ist für sie alles gut.
Und dann das Thema Habgier. Finanzielle Vorteilsnahme zeigt sich bei Irrlehrern darin, dass sie Frömmigkeit zur Einnahmequelle machen. Aus Geldgier beuten sie mit betrügerischen Worten ihre Zuhörer aus, sie haben ein in der Habsucht geübtes Herz, sie folgen dem Weg Bileams, sie lehren um schändlichen Gewinnswillen und sie meinen, Gottseligkeit sei ein Mittel zum Gewinn. Es geht ihnen dabei nicht nur um Versorgung, sondern um Bereicherung. Natürlich ist der Arbeiter seines Lohnes wert, aber die Irrlehrer wollen mehr als genügsam leben. Sie machen aus der Religion ein Geschäftsmodell.

Tarnung statt Wahrheit

Und zum Schluss die Heuchelei. Scheinheiligkeit zeigt sich bei Irrlehrern vor allem darin, dass sie eine fromme Fassade benutzen, um eine geistliche Realität zu verdecken. Sie haben eine äußere Form der Gottseligkeit, verleugnen aber deren innere Kraft. Sie kommen in Schafskleidern, sind innerlich aber reisende Wölfe. Sie verstellen sich als Apostel Christi, sind aber Diener des Satans. Sie heucheln und lügen und spüren schon lange keine Gewissensbisse mehr.
Bei alledem geht es ihnen nur um Tarnung. Nach außen die fromme Show, innen drin sieht es aber ganz anders aus.
Warum stelle ich euch die Irrlehrer vor? Weil man an ihnen gut zeigen kann, wo Jünger landen können, wenn sie sich die falschen Vorbilder suchen und die falschen Predigten hören. Und wenn sie die Warnung Jesu nicht ernst nehmen. Wir müssen uns vor solchen Leuten hüten, wirklich hüten. Sie sind gefährlich.
Was könntest du jetzt tun? Bist du sicher, dass du keine Predigten von Leuten hörst, die man eigentlich aufgrund ihres Auftretens in die Kategorie Irrlehrer stecken müsste?
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für die Seelsorger in der Gemeinde und bete dafür. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.