Johannes 20,25-2601.09.2026
Serie•Teil 3 / 5Vom Sterben des Menschensohnes
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Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 747
Vom Sterben des Menschensohnes
Teil 3
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 747 Vom Sterben des Menschensohnes Teil 3
Der scharfe Kontrast zwischen Selbstliebe und Christusbindung
Johannes 12,25 Wer sein Leben liebt, verliert es, und wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren.
Wenn der Herr Jesus davon spricht, dass wir unser Leben hassen sollen, dann ist das semitisch zugespitzte Kontrastsprache. Inhaltlich geht es darum, dass Jesus für mich einen höheren Stellenwert hat als selbst mein eigenes Leben. Hier wird also weder Selbstverachtung gepredigt, noch bekommen die Jünger einen moralischen Auftrag zum Selbsthass. Es geht um Prioritäten. Was ist mir in dieser Welt das Wichtigste? Liebe ich mein Leben oder liebe ich den Herrn Jesus?
Man merkt diesen Bezug zu Jesus und zum Evangelium viel deutlicher, wenn man die Parallelstellen liest.
Matthäus 16,25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.
Markus 8,35 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.
Lukas 9,24 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.
Diese drei Verse stellen den Christusbezug deutlich heraus. Der Jünger soll bereit sein, das eigene Leben um Jesu willen zu verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, steht hier. Wenn der Herr Jesus also davon spricht, dass wir unser Leben in dieser Welt hassen sollen, dann geht es ihm nicht einfach um Askese. Wir werden nicht durch Leiden, Selbstverleugnung, Verzicht oder ein Armutsgelübde gerettet. Entscheidend ist immer unsere Bindung an ihn.
Wenn wir unser Leben hassen, dann leben wir nicht mehr für unsere persönlichen Wünsche und Träume. Wir folgen vielmehr dem guten Hirten, gehen dorthin, wohin er uns führt, und tun das, was er uns aufträgt.
Nachfolge als Weg der Hingabe
Johannes 12,26 Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach. Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren.
Jetzt sehen wir, was Jesus meint, wenn er davon spricht, dass man sein Leben in dieser Welt hasst. Inhaltlich geht es hier um Nachfolge und Dienst. Diese beiden Aspekte des geistlichen Lebens gehören ganz eng zusammen.
Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach. Dienst ohne Nachfolge ist bloßer Aktivismus, Nachfolge ohne Dienst ist ein leeres Bekenntnis. Und das „Folge er mir nach“ bekommt im unmittelbaren Kontext eine besonders ernste Bedeutung. Jesus geht ja gerade auf das Kreuz und den Tod zu. Nachfolge bedeutet deshalb die Bereitschaft, denselben Weg der Selbsthingabe zu gehen.
Es geht hier nicht nur um das Übernehmen von ethischen Prinzipien. Jesus sagt nicht: Wenn jemand mir dient, soll er nett sein und immer die Wahrheit sagen.
Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Jünger Jesu folgen ihrem Herrn überall hin. Es ist wichtig, dass wir diesen Aspekt gut verstehen. Der Jünger sucht sich seinen Lebensweg nicht länger aus. Er folgt seinem Herrn.
Wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Hier geht es nicht darum, dass Jesus immer bei mir ist. Die Bewegungsrichtung des Satzes ist umgekehrt. Der Diener wird dort sein, wo Jesus ist. In der Nachfolge richtet sich das Leben der Jünger an Jesus aus. Es geht nicht länger um meine Pläne, sondern um die Pläne Jesu. Ich höre auf, meine Vorstellung vom Leben zu lieben, und lasse mich radikal auf Jesu Gedanken ein. Ich hasse mein Leben in dem Sinn, dass ich mich vor Jesu Karren spannen lasse und ein Leben für ihn lebe.
Der Vers betont dreifach den Christus: mir dienen, mir folgen, mein Diener sein. Nachfolge ist eben nicht primär Zugehörigkeit zu einer religiösen Sache, zu einer Theologie oder einer Kirche, sondern die persönliche Bindung an Jesus.
Wenn jemand mir dient, hier geht es um eine Entscheidung. Jesus behandelt Menschen grundsätzlich als verantwortliche Personen. Jeder darf sich gegen die Selbstverwirklichung und für die Christusnachfolge entscheiden. Und ganz wichtig: Nur wer das tut, wird sein Leben zum ewigen Leben bewahren.
Das ewige Leben als gegenwärtige und zukünftige Wirklichkeit
Kurz zum ewigen Leben.
Für Johannes ist das ewige Leben mehr als eine bloß endlose Existenz nach dem Tod. Johannes 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“
Das ist Punkt eins: Ewiges Leben beginnt mit der Bekehrung. Wer glaubt, hat ewiges Leben.
Punkt zwei: Ewiges Leben ist eine Lebensqualität, eigentlich eine Beziehungsqualität. Johannes 17,3: „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“
Erkennen hat hier ganz viel mit persönlichem Kennen, dem Leben einer Beziehung oder dem Sich-mit-dem-Anderen-verbunden-Wissen zu tun.
Und nun Punkt drei: Ewiges Leben beginnt mit der Bekehrung, dreht sich um eine Beziehung zum Schöpfergott und zu seinem Christus, aber es stellt auch das Lebensziel des Jüngers dar. Der Jünger besitzt das ewige Leben schon jetzt im Glauben an Christus und wird es am Ende in seiner vollendeten Gestalt empfangen.
Auch wenn es komisch klingt: Als Jünger Jesu haben wir das ewige Leben, um das ewige Leben zu gewinnen.
Hier sind drei Stellen, die diesen zukünftigen Aspekt schön zeigen:
Markus 10,30: „... der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.“
Römer 6,22: „Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben.“
1. Timotheus 6,12: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.“
Die Verheißung der göttlichen Anerkennung
Kommen wir zur abschließenden Zusage: Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren. Ist das nicht grandios?
Gerade der Weg, der gesellschaftliche Ausgrenzung, Ablehnung, Angst, Not, vielleicht sogar den Tod bringt, endet mit Gottes Anerkennung. Am Ende wird nicht die gegenwärtige Welt ein Urteil über mich sprechen, sondern Gott selbst. Und wer für Jesus lebt, der wird vom Vater geehrt. Der treue Diener wird mit ewigem Leben beschenkt.
Matthäus 25,34 und 46: Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an. Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Der abschließende Ruf zur Selbstprüfung
Was könntest du jetzt tun? Frage dich selbst, wofür du lebst. Folgst du Jesus nach? Bist du dort, wo dein Herr dich haben will, oder bist du eigenmächtig unterwegs?
Das war’s für heute. Wenn du meine Homepage www.frogwords.de noch nicht kennst, schau sie dir gern einmal an. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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