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Reise ohne Rückkehr

26.06.2004
Du hast nur dieses Leben, um die Weiche zu stellen. Nach dem Tod gibt es kein Zurück – nur die Frage: mit Jesus ins Leben oder getrennt von ihm in die Dunkelheit?

Einleitung und historische Bilder

Wir wollen uns herzlich grüßen an diesem Abend, und wir wollen wieder über eine ganz bestimmte Frage nachdenken.
Es war früher an den Königshöfen so, dass die Könige sich am Hof bestimmte Leute hielten. Da gab es einen Hofkapellmeister, und der war zuständig für die Musik. Also, ich kann mir vorstellen: Wenn die so einen Chor gehabt hätten! Die Könige hätten sie nie wieder losgelassen. Oder die Sängerin, die wir vorhin gehört haben, das war gewaltig.
Manche Könige hielten sich einen Hofastronomen. Da gab es Könige, die sich für die Dinge interessierten, die am Himmelsgewölbe geschehen. Und da hatten sie speziell einen eigenen Astronomen, der dafür zuständig war. Und der russische Zar hielt sich sogar einen Hofmathematiker. Und zwar interessierte sich der Zar besonders für Mathematik, und er konnte einen bekannten Mathematiker ausfindig machen. Das war Euler. Und es gab einen Vertrag, den der Zar mit Euler gemacht hatte. Euler sollte nämlich in jeder Woche eine neue mathematische Formel herausfinden. Das war die Bedingung.
Euler war so begabt, dass er es wirklich geschafft hat. Und aus diesem Grunde haben wir heute in den Mathematikbüchern dieser Welt immer wieder Formeln, die von Euler stammen. Das liegt daran, dass es einen solchen Vertrag gab, dass man dort diesen Hofmathematiker hatte.
Es gab aber auch noch eine andere Person, die man an Königshöfen hatte, und das war der Hofnarr. Der Hofnarr hatte eine ganz bestimmte Funktion: Er durfte dem König auch bittere Wahrheiten vermitteln, was ein anderer nicht so ohne Weiteres dem König sagen konnte. Aber wenn der Hofnarr eine bittere Sache gesagt hatte und das ging dem König schwer an, dann sagte er: Na ja, das hat ja nur der Hofnarr gesagt, nicht so wichtig.
Und der eine König hatte nun einen Hofnarren, der war so vortrefflich, er erfüllte sein Amt so großartig, dass der König ihm einen goldenen Narrenstab überreichte. Und er sagte zu dem Narren: Weil du ein so guter Narr bist, will ich dich belohnen, und du sollst diesen goldenen Narrenstab bekommen. Das soll eine besondere Auszeichnung für dich sein. Aber wenn du irgendwann einmal in deinem Leben jemanden findest, der ein noch größerer Narr ist als du, dann gib den Stab an diesen weiter.
So sagte er: Das werde ich tun. Aber es wird nicht geben, ich bin schon der größte Narr.

Die Reise ohne Rückkehr

Die Zeit verging, und eines Tages wurde der König schwer krank. Da ließ der König den Hofnarren zu sich rufen. Und der König sagt: Ich werde jetzt eine große Reise antreten. Ich bin schwer krank, und ich werde von dieser Reise nicht mehr zurückkehren.
Dann sagt der Narr: Dann hast du diese Reise ja sehr gut vorbereitet. Wenn man nie wieder zurückkommt, wenn du so eine große, so eine ferne Reise antrittst, da hast du ja alles großartig geplant.
Nein, sagt der König, überhaupt nicht. Ich hatte keine Zeit. Ich war ständig mit anderen Dingen beschäftigt, und ich konnte diese Reise überhaupt nicht planen.
Da nimmt der Hofnarr den goldenen Stab, legt diesen auf das Königsbett und sagt: König, du bist wirklich der größte Narr. Du wusstest, dass du diese Reise antreten wirst, und hast sie überhaupt nicht vorbereitet. Das ist schlimm, da bist du der größte Narr. Und du hast gesagt, diesen Stab soll ich dann weitergeben, wenn ich einen noch größeren finde. Jetzt habe ich ihn gefunden, das bist du selbst.
Das darf uns nicht passieren, denn wir alle, ohne Ausnahme, die wir heute hier sind, werden einmal diese Reise auch antreten müssen. Und niemand von uns weiß, wann das sein wird, ob das schon in der kommenden Nacht ist, in 14 Tagen oder in 10 Jahren. Das wissen wir nicht. Aber wir sollen vorbereitet sein auf diese Reise, denn es ist eine Reise ohne Rückkehr. Wir werden nie wieder zurückkommen auf diese Erde.
Viele Menschen haben darum auch über diese Frage nachgedacht, und wir wollen einmal hören, was so einige Leute dazu gesagt haben.

Stimmen aus Kultur und Öffentlichkeit

Der weltberühmte Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt wurde von einem Journalisten gefragt, kurz vor seinem Tod: Haben Sie Angst vor dem Tod? Das war kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag. Darauf antwortete Dürrenmatt wie folgt: Die Beschäftigung mit dem Tod ist eine Wurzel der Kultur. Aus Angst vor dem Tod hat man das Jenseits erfunden, hat man die Götter erfunden, hat man Gott erfunden. Die ganze Kultur ist gegen den Tod gebaut. Aber wir sollten den Tod als natürlich und notwendig begreifen, denn ohne ihn gibt es keine Evolution.
Merkwürdige Kombination, was er hier so alles sagt.
René Kollo ist einer der bekanntesten deutschen Opernsänger, und er sagte in Berlin bei einer Premierenfeier Folgendes: Ich glaube nicht an Gott, ich glaube an die Kirche und den Katholizismus als Kulturform. Was das Sterben angeht, halte ich es mit Voltaire. Der war wie ich Sternzeichen Skorpion, auch im Glauben. Auf dem Sterbebett hat man einen Priester gefragt, ob er sich nicht mit Gott aussöhnen wollte. Voltaire antwortete: Gott wird mir vergeben, das ist ja sein Metier. Wenn es einen Gott gibt, dann wird er auch mir vergeben.
Merkwürdige Vorstellung, die die Leute von Gott haben.
Vor einiger Zeit war ich in Travemünde an der Ostsee, dort im Hafen. Als ich dort mit meiner Frau an der Pier vorbeiging, sah ich plötzlich ein Schild direkt am Hafen. Dort stand: „Von hier aus Abfahrt zur Seebestattung.“ Es ist also offenbar eine übliche Sache geworden, dass, wenn jemand stirbt, die Leiche verbrannt wird. Dann macht man einen Termin mit so einem Schiff und fährt dann außerhalb der Drei-Meilen-Zone. Dort wird die Urne irgendwo in die Ostsee versenkt, ein Kranz hinterhergeworfen, und dann war es das. So glauben viele Leute, damit ist es zu Ende.
Viele Leute denken über den Tod nach, aber es gibt auch viele Merkwürdigkeiten, die dabei herauskommen.

Merkwürdige Vorstellungen vom Ende des Lebens

In London war ein Mann gestorben, und die Witwe hat die Asche des Mannes einer Jagdgesellschaft vermacht. Der Mann war ein leidenschaftlicher Jäger, und so wollte er, dass man seine Asche zu Munition verarbeitet. Die Munitionsfirma mischte die Asche und stellte Schrotkugeln her. Aus der Asche hat man insgesamt 275 Patronen hergestellt.
Diese wurden zunächst einem Pfarrer gegeben, damit er sie segnet. Ich staune manchmal, was Pfarrer alles so machen. Anschließend wurden sie von zwanzig engen Freunden der Familie zum Abschuss gegeben. Die gingen dann zur Jagd, und nachher hat man Bilanz gemacht. Mit Hilfe der Schrotkugeln konnten dann 70 Red-Rep-Hühner geschossen werden, 23 Fasane, sieben Enten und ein Fuchs. Das war offenbar die Bilanz dieses Lebens.
Ich habe von einem anderen Mann gehört, Hugh Hefner in Kalifornien. Der hat sich den Platz auf dem Friedhof gekauft, wo Marilyn Monroe begraben liegt. Sie hat am 4. August 1962 eine Überdosis Tabletten genommen, also sich das Leben genommen, und sie liegt dort auf dem Westwood Memorial Cemetery. Dieser Mann hat hunderttausend Dollar bezahlt für den Platz auf dem Friedhof neben Marilyn Monroe. Er sagte: Ich würde Marilyn so gerne noch einmal wiedersehen, und durch das Grab an ihrer Seite komme ich ihr näher.
Wir sehen, es gibt ganz merkwürdige Vorstellungen darüber, was nach dem Tod gedacht wird.
Am 24. Oktober 1963 ereignete sich in dem niedersächsischen Dorf Lengede ein Grubenunglück, bei dem 29 Bergleute umkamen. Dieses Grubenunglück ist weltbekannt geworden, nämlich dadurch, dass sich elf Bergleute retten konnten. In einem sogenannten „alten Mann“ – das ist ein Stollen, der nicht abgestützt ist, der also in sich zusammenfällt, wo die Steine herunterfallen und irgendwann einmal das Loch dann dicht sein wird – hatten sie sich retten können. Es war Wasser in die Grube eingebrochen, und diese Leute hatten sich dann in einem solchen alten Mann in Sicherheit gebracht.
Sie waren weit über eine Woche eingeschlossen, und es gab keine Hoffnung, da noch einmal lebendig herauszukommen. Aber dann setzte eine außergewöhnliche Rettungsaktion ein. Man hat von oben aus eine Bohrung angefertigt, und man traf genau diese Stelle. Es war unwahrscheinlich, dass man dieses Loch trifft. Das geschah dann mit einer sogenannten Dahlbuschbombe. Man kam genau dort herunter, und die Leute wurden gerettet.
Das Ganze ist auch verfilmt worden. Es gibt diesen Film „Das Wunder von Lengede“. Da ist also etwas ganz Außergewöhnliches geschehen.
Ich kann mich noch erinnern: Das war am 24. Oktober 1993, also genau dreißig Jahre nach dem Unglück. Ich war mit dem Auto unterwegs und hatte das Autoradio eingeschaltet. Da gab es ein Interview mit einem der Überlebenden. Wernhard Wolter wurde von einem Journalisten gefragt: Wie war das eigentlich damals, als Sie in diesem Loch im Dunkeln saßen und einige Leute schon gestorben waren, weil von der Decke große Steine herunterfielen? Was waren Ihre Gesprächsthemen?
Nun, da sagte er: Wir haben uns unterhalten über Arbeit, über Fußball, über Lotterie, alles Mögliche. Ich dachte: Jetzt müsste eigentlich doch die Frage kommen, dass wir dem Tode so nahe sind. Jetzt muss doch mal der Gedanke kommen, was passiert dann mit uns? Da mussten Sie ja hundertprozentig mit rechnen. Diese Frage tauchte überhaupt nicht auf. Das hat mich total entsetzt.
Und der Reporter fragte dann weiter: Sagen Sie mal, Herr Wolter, hat diese Situation eigentlich Ihr Leben verändert? Und darauf antwortete er: Nein, überhaupt nicht.
Merkwürdig! Man ist dem Tode so nah und denkt über die Frage überhaupt nicht nach.

Der Ruf zur Entscheidung

Manche Leute sagen mir: Ja, wenn es irgendein besonderes Ereignis in meinem Leben gibt, dann werde ich mich zu Gott wenden. Irrtum, das werden wir dann auch nicht tun. Das ist mir dann klar geworden.
Der Wille Gottes ist etwas ganz anderes, nämlich dass wir eine Verkündigung über das Wort Gottes hören, dass es uns ins Herz geht und dass wir es dann annehmen. Der Glaube kommt aus der Predigt, sagt die Bibel. Nicht durch einen solchen Unfall oder sonst etwas. Das kann im Einzelfall vielleicht einmal geschehen, aber im Allgemeinen passiert das nicht. Das sehen wir an diesem Beispiel.
Rudolf Augstein war der Herausgeber und Miteigentümer des führenden deutschsprachigen Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Dieses Blatt kann man sagen, ist ein Blatt, das antichristlich orientiert ist. Da werden wir nichts Biblisches finden, und wenn etwas über die Bibel darinsteht, dann ist das massiv dagegen gestellt. Rudolf Augstein war nun der Herausgeber, und er hatte natürlich diese Gesinnung auch.
Kurz vor seinem Tod im vergangenen Jahr stellte man ihm die Frage: Glauben Sie an Gott? Darauf antwortete er wie folgt: Nein, ich glaube nicht an eine Auferstehung irgendeines Toten, und dann muss ich mich auch gar nicht weiter damit beschäftigen. Wenn ich weg bin, dann bin ich eben weg. Das war es.
Hier irrt Augstein gewaltig. Wir wollen jetzt in das Neue Testament hineingehen und hören, was uns der Sohn Gottes zu dieser Frage sagt. Wir sehen aus all diesen Beispielen, dass wir Menschen den größten Unsinn reden, wenn wir aus uns selbst heraus reden. Wir sind darauf angewiesen, dass der lebendige Gott zu uns spricht und uns in dieser Frage Ausrichtung gibt. Nur von ihm können wir die Antwort bekommen.
Jesus hat gesagt: Ich bin die Wahrheit in Person. So werden wir von ihm darüber die Wahrheit erfahren. Dann sind wir gut informiert, besser geht es nicht. Was sagt Jesus uns dazu, was wird sein, fünf Minuten nach dem Tod? Dazu lese ich einen Text aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 16, Verse 19-31.

Das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür, voller Geschwüre, und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel. Dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.
Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
Und nun folgt ein längerer Dialog. Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt. Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, sodass niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann, und auch niemand von dort zu uns herüber.
Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.
Dieser Text führt uns unmittelbar in die Situation hinein, gleich nach dem Tod. Fünf Minuten sind schon viel zu spät, ja sogar die nächste Sekunde. Im nächsten Augenblick, wenn wir hier die Augen schließen, sind wir in jenem Bereich, von dem wir eben gehört haben, wie Jesus uns die Situation schildert.
Es ist teilweise ein schrecklicher Text, wenn wir hören, welche Qual der Reiche nun erleiden muss. Schlimm wäre es, wenn wir heute noch einmal Rudolf Augstein hören könnten, wenn er heute noch einmal einen Artikel für den Spiegel schreiben dürfte. Was würde er wohl schreiben? Ich bin gewiss, er würde die Botschaft von dem bringen, was er jetzt erlebt. Er würde sagen: Ihr lieben Spiegelleser, mit dem Tod ist es nicht aus. Ich habe mich geirrt, ich habe Falsches vermittelt. Ich lebe, und ich muss jetzt leben, und zwar an einem furchtbaren, einem schrecklichen Ort. Wer hierher kommt, der kommt nie mehr weg. Für mich ist es ewig zu spät. Ihr lieben Spiegelleser, kehrt um, damit ihr nicht auch hierher kommt. Ihr lebt noch in der Welt. Jetzt weiß ich es: In dieser Welt gibt es die Möglichkeit der Entscheidung. Hier jenseits der Todesmauer nicht mehr. Ihr lieben Leute, entscheidet, dass ihr auf die richtige Seite kommt.
Und er würde in diesem Spiegelartikel, wenn er ihn schreiben dürfte, sagen: Bekehrt euch zu Jesus, folgt ihm, damit ihr an den schönen Ort kommt. Niemand, der dort ist, bekommt diese Chance.

Die Autorität der Schrift und die Warnung Jesu

Warum nicht? Weil wir die Bibel haben. Weil wir das Wort Gottes haben, das Gott selbst autorisiert hat. Jesus betet in Johannes 17,17: Dein Wort ist die Wahrheit. Und damit hat er alles autorisiert.
Es ist für mich nicht wichtig, was Nietzsche oder Goethe oder wer auch immer zur Bibel gesagt hat. Wir haben alles Mögliche zur Bibel gesagt. Wichtig ist, was Jesus zur Bibel gesagt hat. Und er betet zum Vater: Dein Wort ist die Wahrheit.
Und Apostel Paulus sagt in Apostelgeschichte 24,14: Ich glaube allem, was geschrieben steht. Das ist der Punkt, zu dem wir hin müssen. Und wenn wir allem glauben, dann glauben wir auch diesem Text, den Jesus hier uns gesagt hat.
Dieser Text ist vielen ein Gräuel, dass er in der Bibel steht, und sie würden diesen Text am liebsten aus der Bibel herauswerfen. Alle modernen Theologen würden das herauswerfen, alle Sekten würden den Text herauswerfen wollen, alle möglichen Leute. Wie kann man diesen Text loswerden? Was kann man nur anstellen, damit dieser Text nicht wahr ist? Er regt uns ja tief im Gewissen an, bis in die letzte Spitze des Herzens hinein. Wenn wir diesen Text doch nur loswerden könnten.
Die Theologen haben einen Ausweg gefunden, und sie sagen: Das ist ja nur ein Gleichnis, das ist ja gar keine Realität, die hier geschildert wird. Damit sind sie zwar die Sache nicht los, denn Gleichnisse sagen ja auch etwas Wahres aus. Jesus hat oft Gleichnisse benutzt, aber hier in diesem Fall ist es kein Gleichnis. Warum nicht? Weil hier Personennamen auftreten. In einem Gleichnis gibt es nie Personennamen. Jesus sagt: Ein Sämann ging aus, um einen Acker zu besäen. Allgemein ein Sämann, nicht eine Person.
Hier wird Lazarus beim Namen genannt, hier tritt Abraham auf, und er spricht mit dem Reichen. Hier gibt es einen Dialog. In einem Gleichnis finden wir keine Dialoge. Und der größte Teil dieser Aussage, die Jesus hier gibt, ist ein Dialog. Und so können wir ganz sicher sein: Dieser Text ist kein Gleichnis.
Wir können ihn nicht entkräften, es nicht ungeschehen machen, was immer wir auch tun. Dieser Text bleibt Wahrheit, und wir müssen uns diesem Text stellen. Und das wollen wir tun an diesem Abend. Wir wollen mutig sein und diesen Text auf uns wirken lassen.

Das Totenreich und die beiden Wege

Der Jesus sagt uns, dass wir unmittelbar nach dem Tod weiterleben. Es stimmt nicht, was die Atheisten sagen: Es gibt keinen Gott, es gibt kein Weiterleben. Alle, die dort sind, merken es sofort, augenblicklich. Augenblicklich wissen sie, dass sie leben müssen, alle, und zwar ewig.
Wir sind von Gott konzipiert als Ewigkeitsgeschöpfe. Und je nachdem, wie wir unser Leben auf dieser Welt gestaltet haben, gelangen wir in den einen oder in den anderen Bereich. Die Bibel nennt diesen Ort das Totenreich. Im Griechischen steht dort das Wort Hades, und der Hades hat zwei Bereiche. Wir sehen, der eine wird von Engeln getragen in Abrahams Schoß. Das ist der eine Bereich des Totenreichs. Da sind alle diejenigen, die im Glauben an Jesus Christus gestorben sind, dort in einem schönen Bereich. Die Bibel nennt das auch das Paradies.
Als der Jesus am Kreuz war und der eine Schächer sich zu ihm wendet, da sagt der Jesus diesem Schächer, der erkennt, dass er gesündigt hat: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Das ist dieser Ort, von dem der Jesus hier spricht. Wo der Lazarus in Abrahams Schoß ist, ist derselbe Ort, nur mit einer anderen Bezeichnung.
Der andere, so übersetzt Luther hier, ist in der Hölle. Aber genau genommen ist er nur in einer anderen Abteilung des Totenreiches. Er ist noch nicht in der wirklichen Hölle, das ist die Vorhölle. Aber das reicht schon, was da passiert.
Wir müssen uns die Frage stellen: Warum erzählt der Jesus uns diese Situation so klar und so messerscharf, dass wir es alle verstehen können? Warum? Will er uns schocken, will er uns Angst machen? Überhaupt nicht. Das ist überhaupt nicht das Anliegen Jesu. Der Jesus will uns nur warnen.
Ich bin oft mit dem Auto unterwegs, und manchmal fahre ich durch das Siegerland. Im Siegerland haben wir in Deutschland die Autobahn A 45. Das ist die teuerste Autobahn, die in Deutschland je gebaut wurde. Diese Autobahn ist darum so teuer geworden, weil man sie über große Täler hinweg gebaut hat. Das ist ein tiefes Tal, und damit die Autos nicht ins tiefe Tal hinunterfahren und dann wieder hinauf müssen, hat man eine Autobahnbrücke gebaut, auf Betonpfeilern errichtet. So fährt man dann immer schnurgerade durch das Siegerland.
Als ich einmal nachts dort fuhr, hatte ich den Gedanken: Was wäre eigentlich, wenn jetzt mitten über so einem Tal die Autobahnbrücke eingebrochen wäre? Was dann? Na ja, das würden wir alle tun: Wir würden sofort bremsen, damit wir zum Stehen kommen und nicht in den Abgrund fallen. Und was würden wir weiter tun? Das würde jeder von uns tun: Wir würden die Blinkanlage einschalten. Und wir würden alles daransetzen, damit wir andere Autofahrer warnen. Wir würden Warndreiecke aufstellen, wir würden alles tun und würden den Leuten sagen: Hier geht es in den Abgrund, seid vorsichtig, bremst!
Da kann ich mir vorstellen: Da kommt ein Geschäftsmann, der sagt, ich muss unbedingt nach Frankfurt, ich habe einen Millionenvertrag dort zu unterschreiben, haltet mich nicht auf, um neun Uhr muss ich in Frankfurt sein. Wir können ihn nicht aufhalten, warnen können wir ihn.
Und schaut, genau das sagt der Jesus. Der Jesus sagt: Ich möchte euch warnen. Bitte haltet an, haltet ein in euren Gedanken, haltet ein mit eurem Leben, denkt neu darüber nach, damit ihr nicht an diesen Ort kommt, den es wirklich gibt. Er ist nicht erfunden von irgendwelchen Leuten, sondern diesen Ort gibt es, er ist Realität.
Von dem Jesus hier spricht, ist jenseits von Raum und Zeit. Er gehört nicht mehr zu dieser Welt, darum sehen wir ihn auch nicht. Wir sehen nur das Dreidimensionale, und das trifft für beide Bereiche des Totenreiches zu. Da gehen nicht mehr unsere Uhren. Wir können sagen, da ist so etwas wie ewige Gleichzeitigkeit, da gibt es keine Atomuhren, nichts.

Hoffnung, Auferstehung und das kommende Fest

Wer ist dort in der guten Abteilung, wer ist dort im Paradies? Na ja, da ist Abraham, haben wir schon gehört, da ist Mose, da wird Paulus sein und viele Millionen von Menschen, die den Herrn Jesus angenommen haben und gestorben sind. Und sie sind jetzt im Totenreich. Und sie sind in einem Wartezustand. Sie warten, worauf? Sie warten auf die Auferstehung. Der Herr Jesus nämlich wird sie mit seinem mächtigen Wort rufen, und dann werden sie teilnehmen an der ersten Auferstehung, und dann geht es ab in den Himmel.
Ich stelle mir das vor, so hat sich Gott das vorgestellt, damit keiner einen Vorteil hat, einen zeitlichen Vorteil, damit der Paulus nicht eher im Himmel ist als wir heute Abend. Gott will, dass wir gleichzeitig dort ankommen. Und dann wird das eine riesige Kolonne. Millionen von Menschen werden plötzlich auferstehen, und sie werden in den Himmel einmarschieren. Das wird eine riesige, eine gewaltige Sache sein. Ich freue mich, da möchte ich dabei sein.
Und darum verkünde ich auch so gerne: Ich möchte möglichst viele Menschen mitnehmen, die sagen: Da will ich dabei sein, bei diesem riesigen Ereignis, wo Millionen von Menschen in einen gewaltigen Himmel einmarschieren und vor den Thron Gottes kommen. Und alle werden singen und sich freuen und dem Herrn Jesus dafür danken, dass wir durch sein Blut, durch sein Kreuz erlöst worden sind. Wir haben ja nichts, was wir tun können. Wir sind ja nicht deswegen im Himmel, weil wir so gut sind. Wir sind dort im Himmel, weil der Herr Jesus uns teuer erkauft hat. Das ist der einzige Grund.
Und das wird ein Jubel sein, das wird ein riesiges Fest sein. Alle gleichzeitig marschieren wir ein. Das muss ein gewaltiges Ereignis sein. Lass dich heute rufen, damit du dabei bist, ganz gewiss. Es sollte heute Abend niemand nach Hause gehen, der sagt: Ich bin mir nicht ganz gewiss, ob ich dort hinkomme. Bei mir sind das nur so achtzig Prozent. Dann aber zurückbleiben, damit wir die Sache festmachen mit dem Herrn Jesus, um gewiss zu sein, dass wir dann ewig einmal bei ihm sein werden.
Die Bibel sagt: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Sie sollen ruhen von ihrer Mühsal, und sie werden teilnehmen an dieser ersten Auferstehung. Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Offenbarung 20,6. Wenn es eine erste Auferstehung gibt, dann gibt es auch noch eine zweite Auferstehung. Die zweite Auferstehung ist zeitlich, wenn man es überhaupt so sagen kann, etwas später. Und die zweite Auferstehung wird sein für alle Menschen, die dort in der anderen Abteilung des Totenreichs sind, die in der Vorhölle sind. Die Bibel hat keine extra Bezeichnung für diesen Ort, aber es ist schon schrecklich, dort zu sein.
Und dann werden diese Menschen auferstehen müssen, ob sie es wollen oder nicht. Und dann landen diese in der endgültigen ewigen Hölle. Das muss schrecklich sein, das muss ganz, ganz schlimm sein, dort rauszuwollen und dass man dort nie wieder den Ort verlassen kann. Und dass der Herr uns anredet und uns deutlich macht, dass wir uns warnen lassen, dass wir ja nicht an diesen Ort kommen.

Warnungen vor falschen Lehren

Wir Menschen haben so viele Dinge erfunden, um diesen schrecklichen Ort wegzudiskutieren, um so etwas Schlimmes in der Bibel loszuwerden, sagen viele Leute. Es wird nirgendwo, habe ich festgestellt, so viel gelogen wie auf den Beerdigungen. Ach, was wird da alles gelogen! Es ist so schlimm. Wenn doch da etwas mehr Wahrheit gesagt würde!
Von Lazarus wird gar nicht von einer Beerdigung gesprochen. Das war ein armer Mann, der war da draußen. Er bekam da mal ein paar Krümel ab, was der Reiche da nicht geschafft hat, hat er sich so mit durchgeschlagen. Der bekam noch nicht mal ein Armenbegräbnis. Ich kann mir vorstellen, es kann so sein, es steht nicht in der Bibel, wir wissen nicht: Der war vielleicht in der Wüste, kippte vor Schwäche um, und dann war er tot. Gar kein Begräbnis. Vielleicht kamen nur die Geier und haben ihn aufgefressen. Er war einfach entsorgt, wie wir so schön heute sagen.
Ja, aber nicht bei Gott. Was macht es, was der Körper ist? Die Seele war gerettet, die Seele kommt dort ins Paradies. Fünf Minuten nach dem Tod gibt es keine Atheisten mehr, null gibt es nicht mehr. Hier trifft man immer wieder Leute, die sagen: Ja, ich bin Atheist. Du wirst dich wundern: Es gibt doch einen Gott. Du merkst es sofort nach dem Tode.
Manche sagen, es gibt keinen Gott. In der früheren DDR wurde die Gottlosigkeit sogar hochstilisiert, in einem Gedicht von Heinz Kahlau. Für die Jugendweihe hieß es:
Ich habe keinen Gott, für alle Taten, die ich begehe, muss ich Täter sein, kein Weltenrichter wartet, mich zu strafen, für jeden Irrtum stehe ich selber ein, ich habe keinen Vater, der mich tröstet, es gibt kein Wort, das unumstößlich ist, mich stützt kein Glaube, keine weise Fügung besitzt ein Maß, das meinen Namen misst.
Ist das nicht schrecklich, so ein Bekenntnis? Und dann gehen diese Menschen in die Ewigkeit hinein und können nichts mehr korrigieren.
Mir fällt auf: Der Reiche hier, der in der Vorhölle ist, er sagt nicht: Es gibt keinen Gott. Überhaupt nicht. Er klagt auch Gott nicht an. Das würden wir doch eigentlich vermuten, dass er jetzt Gott anklagt, dass es einen solchen schrecklichen Ort gibt, an dem er ist. Kein Wort darüber. Denn er stellt fest, er ist gerecht beurteilt worden, nach den Maßstäben, die die Bibel uns nennt. Nicht anders, nach dem, was das geschriebene Wort sagt. Kein Wort von Ungerechtigkeit.

Die Gefahr von Verharmlosung und Irrlehre

Wir erinnern uns vielleicht noch: Am 11. November 2000 gab es eine große Brandkatastrophe in einem Tunnel von Kaprun in Österreich. In einem Tunnel war ein Brand ausgebrochen, und 155 Menschen waren dabei zu Tode gekommen. Ein schreckliches Ereignis.
Dann gab es ein großes Begräbnis, und der Erzbischof von Salzburg hat die Predigt gehalten. Teile dieser Predigt waren bei uns in der Braunschweiger Zeitung abgedruckt, und er hat sie alle ohne Ausnahme in den Himmel gepredigt. Er sagte, weil die Veranstaltung im Dom stattfand: Der Dom ist eine Auferstehungskirche, keine Grabeskirche. Den Opfern sei darum nicht das Leben genommen, sondern das ewige Leben geschenkt worden. „Glaubt mir, sie leben“, rief er den Hinterbliebenen zu. „Denkt nicht mehr an die verstümmelten Leiber, denkt an die Liebe und die Sehnsucht, mit der sie euch erwarten.“
Ist das nicht schrecklich, was er gepredigt hat? Ich habe ihm einen Brief geschrieben. Das hat mich so bewegt, dass er so etwas verkündigen konnte.
Wir kennen eine ähnliche Situation von einem Unglück. In Lukas 13 ist davon berichtet, als der Turm von Siloah umkippte und achtzehn Leute dabei zu Tode kamen. Da kamen die Jünger zu Jesus und sagten: Was nun? Hat Jesus in diese Umgekommenen in den Himmel gepredigt? Nein, er hat die Wahrheit gesagt. Er hat gesagt: „Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch umkommen.“ Und er meinte damit das ewige Umkommen, wenn ihr nicht umkehrt.
In Matthäus 7 sagt der Jesus: „Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden.“ Das ist die Bilanz. Das sagt der Jesus in der Bergpredigt ganz nüchtern. Er sieht, dass die Menschen sich so verhalten, obwohl sie es ganz genau wissen. Es gibt diese beiden Bereiche, und sie leben ihren alten Lebensstil weiter.
Das wäre die Botschaft Jesu gewesen, wenn er im Dom zu Salzburg gepredigt hätte. Er hätte gesagt: Bei den Toten ist alles entschieden, da können wir nichts mehr ändern. Das Urteil über sie ist gesprochen. Aber euch, die ihr hier lebt, alle Bundeskanzler und alle aus der Regierung, alle, die heute hier sind: Entscheidet euch und bekehrt euch, damit ihr in den Himmel kommt. Das wäre die Botschaft gewesen, die hätte Jesus gesagt.
Aber dieser Mann lügt den Leuten, den Zuhörern, etwas in die Tasche. Und ich habe ihm Folgendes geschrieben: Sie haben nun allen Unfalltoten das ewige Leben zugesprochen. Das ist kein Trost, noch nicht einmal ein billiger. Es ist eine krasse Lüge im Angesicht der Botschaft Jesu. Ihren Zuhörern haben sie Sand in die Augen gestreut. Durch ihre falsche Lehre kommen alle in das ewige Leben. Sie haben den Menschen genau das gesagt, was die Leute im Kölner Karneval auch singen: „Wir kommen alle, alle in den Himmel“, aber nicht, was in der Bibel steht.
Ich habe ihm dann noch geschrieben: Stellen Sie sich vor, man hätte eine Meinungsumfrage gemacht, als die Leute in den Tunnel hineingefahren wären, und hätte ihnen die Frage gestellt: Sagen Sie mal, glauben Sie persönlich an den Herrn Jesus? Aber ich kann mir vorstellen, die Leute hätten gesagt: Lassen Sie mich in Ruhe mit solchen religiösen Fragen, ich habe hier Urlaub, ich will jetzt hier hoch mit der Bahn, was soll das? Nein, keine Frage. Und so hätten die Leute einer nach dem anderen geantwortet. Vielleicht ein oder zwei hätten gesagt: Oh ja, eine gute Frage, den Herrn Jesus kenne ich, darüber freue ich mich.
Als ich gestern mit der Bahn herkam und hier im Zug saß, von Basel nach Zürich, saß mir gegenüber eine junge Dame. Und ich habe dieses Traktat mitgehabt: Wie komme ich in den Himmel? Da habe ich gesagt: Darf ich Ihnen etwas zu lesen geben? Und sie guckt das an, und da holt sie aus ihrer Tasche die Bibel raus. Da sagt sie: Ich habe auch eine Bibel, da steht es auch drin. Da habe ich mich gefreut, das kommt selten vor. Immer wenn ich es woanders verteilt habe, habe ich immer so die Antwort gehört: Na ja, da will ich auch hin, aber mal sehen, wie es geht. So war die Antwort.
Aber es ist schön, wenn man mal jemanden trifft und sagt: Ich habe meine Bibel bei mir, und ich weiß, wo ich hingehe. Ich bin davon überzeugt, wir werden im Angesicht Gottes einmal gefragt werden, nicht, was wir Gutes verkündigt haben, sondern wir werden gefragt werden, was wir nicht verkündigt haben, was wir den Menschen verschwiegen haben. Das ist der Punkt. Wir haben die ganze Bibel zu predigen, und das ist der Auftrag Jesu.
Es waren die frommen Theologen in Israel. Sie hatten ein hohes Ansehen bei den Leuten, aber sie haben den Herrn Jesus abgelehnt. Und der Jesus trifft ein scharfes Urteil, und er sagt: „Ihr geht nicht hinein in das Himmelreich, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen.“ Matthäus 23,13.
Wir sehen in unserer Zeit: Wenn das dazu kommt, wenn ein Unfall ist, wenn eine große Feier ist, eine Trauerfeier, ich habe es nie anders gehört: Sie werden alle in den Himmel gepredigt. Und damit werden alle Zuhörer belogen, sie erfahren nicht die Wahrheit. Ja, sie kommen auf den Gedanken, wenn man in einen Unfall verwickelt wird, dann ist man gleich im Himmel. Das stimmt ja gar nicht.
Wir sehen es hier an der Sache, die der Jesus in Lukas 16 erzählt. Es hängt davon ab, ob wir im festen Glauben an den Herrn Jesus stehen.

Weitere Irrlehren und die Einzigkeit des Heils

Es gibt zu diesem Punkt bezüglich des Todes sehr, sehr viele Irrlehren, und aus diesem Grund möchte ich einige davon nennen, damit wir gewarnt und gewappnet sind.
Der Tod ist eine Einbahnstrasse. Es gibt kein Zurück mehr. Die Mormonen sagen: Nein, wir haben noch eine Möglichkeit. Wenn man die Geburtsdaten von jemandem kennt, der schon lange gestorben ist, dann kann man sich bei uns für diese Person taufen lassen, und dann kommt er auch in den Himmel. Tolle Erfindung! Sie haben in Salt Lake City, in Utah, die grössten Computer, und sie speichern die Daten von allen möglichen Leuten, von denen sie Daten kriegen können. Falls mal irgendjemand kommt, das kann auch sieben Generationen zurückliegen, und sagt: Ich habe noch einen Ururgrossvater, und der soll auch noch getauft werden, damit er auch noch gerettet wird, dann geht das so. Es sind menschliche Erfindungen. Niemals wird das so sein.
Die Bibel gibt uns Klarheit, indem sie sagt: Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach das Gericht. Das ist die biblische Botschaft. In Johannes 3,36 lesen wir: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Bleibt, heisst es hier. Da können wir nichts mehr tun. Kein Gebet wird noch etwas ändern. Nichts.
Darum ist auch die Lehre des Fegefeuers falsch. Ich finde es eine schlimme Idee. Sie ist von Menschen erfunden worden, um das, was der Jesus gesagt hat, zu entkräften. Da sagt man: Nun gut, er hat nicht geglaubt und so weiter, aber er wird dann so eine gewisse Zeit im Fegefeuer sein. Er wird schon dafür gestraft, aber dann geht es hinein in den Himmel. Das stimmt gar nicht.
Ich habe mal an einem Ort einen Vortrag gehalten. Das war ein sehr streng katholischer Ort. Und da sagte man mir dort: In unserem Ort haben wir eine Frau, die kann sogar genau sagen, wie viele Jahre der Betreffende noch im Fegefeuer sein wird. Neulich sagte mir jemand anders, der hatte eine Wallfahrtskirche besucht. Und wer dorthin geht und dort eine Wallfahrt macht, dem werden hundert Jahre Fegefeuer erlassen. Was die Menschen alles erfunden haben! Man kann nur staunen, wie viel Irrtum es gibt.
Und dann gibt es noch eine ganz schlimme Lehre, und das ist die Lehre der Allversöhnung. Ich habe den Eindruck, dass sich das auch in der Christenheit überall ausbreitet. Dann wird gesagt: Letztlich, wenn wir durch alle möglichen Gerichte hindurchgegangen sind, dann wird Gott alle erretten, und sie kommen alle in den Himmel. Und wir werden Stalin und Hitler und Ho-Chi-Minh und Saddam Hussein, wir werden sie alle im Himmel sehen. Welch ein Irrtum! Ja, sogar der Teufel wird im Himmel sein! Das ist diese Lehre der Allversöhnung.
Ich habe festgestellt, dass die Menschen, die dieser Allversöhnungslehre nachgehen, aufgehört haben zu missionieren. Es ist ja nicht mehr nötig. Es ist egal, auch wenn sie durch Gerichte hindurchgehen, irgendwann einmal kommen sie dann doch in den Himmel. Aber wenn wir die Wahrheit wissen, was wirklich geschieht, so wie der Jesus uns das sagt, dann wird uns das bewegen, dass wir auch andere Menschen zu Jesus hinbringen, damit sie das ewige Leben bekommen.
Und das ewige Leben bekommt man nur im Diesseits zugesprochen, nur im Hier und Heute. Und auch nur durch die Botschaft der Bibel, nur dadurch. Dem reichen Mann wird gesagt: Sie haben Mose und die Propheten, lasst sie dieselben hören. Was heisst denn das? Sie haben die Bibel. Wir haben die Bibel, und in der Bibel können wir es genau nachlesen. Und die Bibel ist das einzige Buch der Weltgeschichte, das von vorne bis hinten wahr ist. Es gibt kein anderes Buch in der Weltgeschichte, das so ausschliesslich wahr ist wie die Bibel.
Die Bibel musste nie korrigiert werden. Schon in der ersten Auflage war sie gleich vollendet und wahr und richtig. Das kann ich von keinem meiner Bücher sagen. In der nächsten Auflage muss ich schon korrigieren. Wissenschaftliche Erkenntnis hat sich verändert, da sind manche Dinge, die muss ich besser ausdrücken, vielleicht nicht verständlich geschrieben und so weiter. So ist das bei menschlichen Büchern. Aber hier in der Bibel haben wir das lebendige Wort Gottes.

Der Auftrag zur Warnung und die Realität der Hölle

Der Reiche wünscht sich, dass jemand von dort aus, vielleicht ein Engel oder wer auch immer, zu seinen fünf Brüdern geht. Wir merken: Jetzt wird er plötzlich evangelistisch. Er sagt nicht: Es ist ja schön, wenn meine Brüder auch hierher kommen. Das sagt er nicht. Sondern er sagt: Das ist so schlimm hier, man möge meine Brüder warnen, damit sie ja nicht hier hinkommen. Aber das wird ihm nicht gewährt.
Was würden wir damit machen, wenn jemand auftreten würde und sagen würde: Ich komme jenseits der Todesmauern und möchte euch etwas sagen? Na, da würden sofort die Reporter da sein. Und die würden sofort für die Zeitung den Bericht haben wollen und gleich ordentlich dafür zahlen, dass sie allein den Bericht abdrucken dürfen. So würde das doch laufen. Und glauben würden wir einem solchen Bericht doch schon gar nicht, wenn wir schon der Bibel nicht glauben.
Und darum der Hinweis: Sie haben Mose und die Propheten, sie haben die Bibel. Dort steht alles drin, man kann alles nachlesen. Ein Engel wird nicht kommen. Gott hat sich das so ausgedacht. Er nimmt schwache Menschen, irgendwelche Leute, die sich für ihn entschieden haben, und sagt: Geh du hin, verkündige das Evangelium, tu es so gut du kannst, ich werde es segnen. Ohne ihn können wir sowieso nichts tun, und das wird Menschen zur Wahrheit führen und in den Himmel bringen.
Da war einmal eine Zeltversammlung, und dann war da jemand, der hat sich immer zwischendurch gemeldet und gelästert. Und dann sagt er auf einmal: Wenn ich hier so viel gegen Gott sage, dann müsste doch, wenn es euren Gott gibt, jemand, dann müsste er doch einen Engel schicken und mich hier verprügeln. Na ja, da steht an der anderen Ecke jemand auf, das war ein Schmied, der war zwei Meter groß, hatte so ein Kreuz, und der sagte: Dazu muss Gott hier keinen Engel schicken, das kann ich jetzt hier sofort erledigen. Gott braucht keinen Engel. Warum er das so verfügt hat, das ist seine Entscheidung.
Die Zeugen Jehovas sagen, dass es keine Hölle gibt. Was in der Bibel als Hölle steht, das haben sie als Grab umdefiniert. Nur die Zeugen Jehovas, die werden einmal auf der Erde bleiben. Denen wird ja so wenig versprochen, ich staune nur darüber. Wenn ich mit denen ins Gespräch komme, sage ich immer, wenn die erzählen, sie kommen auf eine runderneuerte Erde, sage ich: Bloß nicht, ich will hier gar nicht auf der Erde leben, ich möchte im Himmel sein, das ist mir versprochen. Eure Heimat aber ist im Himmel, sagt Paulus, und da möchte ich auch hin. Wenn mir das versprochen ist, nehme ich das auch an. Da staunen die darüber. Sie wollen nur auf einer runderneuerten Erde. Die blutrünstigen Machthaber dieser Welt, Hitler, Stalin, die Massenmörder, sie bleiben im Grab. Was für ein fataler Irrtum!
Ich freue mich immer wieder, wenn Menschen aus dieser Gruppierung ins Nachdenken kommen und erkennen, wie grundfalsch diese Lehre ist. Neulich, nach einem Vortrag, traf ich eine Frau, und sie sagte: Ich komme aus dem Bereich der Zeugen Jehovas. Und sie sagte: Ich bin nachdenklich geworden über all diese Lehren. Und da habe ich etwas getan, was ich eigentlich nicht durfte: Ich habe mir andere Bücher beschafft. Und da habe ich ein Buch gelesen, sagt sie, von Norbert Lied, und das hat mich so ergriffen, da habe ich mich sofort zu Jesus bekehrt. Das hat mich so gefreut.
Diese Frau ist in Bewegung geblieben. Sie hat andere versucht herauszukriegen. Sie sagte mir: Inzwischen habe ich zehn Leute, und wir treffen uns regelmäßig und lesen die Bibel, was wirklich steht. Und sie hat schon eine ganze Reihe von Leuten gewonnen. Und sie hat ihre Familie: Sie hat fünf Kinder, hat sie inzwischen alle zu Jesus geführt. Nur einer, der ist noch so etwas auf der Kippe. Aber der kommt auch, sagt sie. Ich bete weiter für ihn, jeden Tag, der kommt auch.
Ist es nicht wunderbar zu hören, da hat jemand ein Buch bekommen, wieso nur so ein kleines Büchlein, und findet den Herrn Jesus? Das ist das, wie es Gott will. Wir finden die Botschaft, wenn sie wahr ist, und finden darin den Herrn Jesus und finden das ewige Leben. Das ist so großartig, dass wir das wissen können.
Eine andere Gruppierung hat etwas ganz anderes erfunden. Die haben auch gesagt, es gibt keine Hölle, sondern die Ungläubigen kommen in den Feuerpfuhl hinein, wie es in 1. Offenbarung 20,15 steht: Und wenn jemand nicht gefunden wurde, geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl. Dann haben sie gleich eine Idee: Wenn die Ungläubigen in den feurigen Pfuhl geworfen werden, was passiert dann? Sie verbrennen, dann sind sie weg. Stimmt aber nicht, hat der Jesus gar nicht gesagt.
Sie wissen nicht, welche Physik jenseits von Raum und Zeit gilt. Das ist gar nicht unsere Physik. Und Gott zeigt uns etwas von seiner Physik, und davon lesen wir in 2. Mose 3,2-3. Das war der brennende Dornbusch bei Mose, und der Engel des Herrn erschien ihm, dem Mose, in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht zerstört wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.
Die das glauben, dass man in dem Feuersee verbrennt, die irren. Es ist ein unauslöschliches Feuer, wie es der Jesus sagt. Es brennt ewig. Wie schrecklich! Und der Reiche in der Vorhölle sagt: Wenn ich doch nur etwas Wasser kriegen könnte, damit ich nur die Zunge kühlen könnte, das wäre schon ein Gewinn. So schrecklich ist das.

Der Weg zum Leben und die Vergebung am Kreuz

Und darum warnt uns der Jesus sehr eindringlich und sagt: Achte darauf, dass du ja nicht dorthin kommst. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Darin warnt der Jesus: Sieh zu, dass du ja nicht dorthin kommst.
Der Jesus möchte uns retten. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Ist das nicht großartig? Der Jesus fragt mich nicht: Was musst du jetzt alles noch tun, um überhaupt eine Chance zu haben, in den Himmel zu kommen? Er fragt nur: Bist du bereit, mir nachzufolgen? Bist du bereit, deinen Lumpensack abzugeben unter dem Kreuz? Das ist die Frage.
Der Jesus macht einen außergewöhnlichen Tausch mit uns. Wir bringen den ganzen Müll unseres Lebens, all unsere Gedankenwelt und alles, was wir bereut haben in diesem Leben, all die möglichen Sünden, das bringen wir dem Herrn Jesus ans Kreuz. Und er nimmt uns das ab und sagt: Dafür schenke ich dir den Himmel. Das ist ein ungewöhnlicher Tausch. Das macht nur Jesus.
Er macht das, weil wir in seinen Augen so wertgeachtet sind, damit wir nicht an den Ort der ewigen Verlorenheit kommen, wie es in 2. Thessalonicher 1,9 heißt: Die werden Strafe erleiden, das ewige Verderben, vom Angesicht des Herrn her und von seiner herrlichen Macht. Matthäus 25,46 heißt es: Und sie werden hingehen, diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten zum ewigen Leben. Beides ist ewig. Das ist die Lehre der Bibel, und da wollen wir auch nicht einen Millimeter davon abtun, damit die Klarheit erhalten bleibt und damit wir den Ruf Jesu hören, dass er uns im Himmel haben möchte.
Er wäre doch nicht ans Kreuz gegangen, wenn das einfach so billig ginge. Das geht nicht so einfach und so billig. Er selbst musste den Kreuzestod erleiden, damit er uns freikaufen konnte von der Bindung der Sünde, damit wir frei werden und in den Himmel kommen.
Denn eine einzige Sünde reicht aus, um den Himmel auch kaputtzumachen. Darum ist ja die Erde kaputtgegangen, weil es mit einer Sünde anfing. Das war der Grund dafür. Es gab im Garten Eden eine Sünde, dann ist es explodiert, und die ganze Erde ist heute voller Sünde. Wie viel Ehebruch gibt es, wie viel Knatsch, wie viel Zorn, wie viel Zank, was gibt es alles in dieser Welt, wie viele Kriege, dass das alles aus einer einzigen Sünde entstanden ist.
Und darum sagt Gott: Ich lasse in meinen Himmel nicht eine Sünde hinein, nichts, nicht eine. Es ist nur möglich durch Vergebung, und die Vergebung ist geschehen am Kreuz von Golgatha. Jesus ist derjenige, der uns vergibt. Das ist es.

Himmel, Hölle und die Entscheidung im Heute

Ich möchte abschließend noch einen wichtigen Gedanken nennen, der uns den Unterschied klar macht zwischen Erde, Himmel und Hölle.
Ich habe zwei Sätze herausgefunden, die ich einmal so formuliert habe: Auf der Erde gibt es keine vorstellbare Situation, die so schön ist wie der Himmel. Noch einmal: Nichts, nichts, nichts, was es auf dieser Erde gibt, ist auch nur annähernd vergleichbar mit dem Himmel. Das ist der eine Satz.
Und der zweite Satz: Auf der Erde gibt es andererseits auch keine so furchtbare und schreckliche Situation, wie es in der Hölle ist.
Wir sind offenbar auf der Erde dazwischen, irgendwo. Zunächst einmal der Vergleich mit dem Himmel und der Erde. Auf dieser Erde gibt es viele schöne Situationen, bei allem Elend, das es hier auch gibt. Ein Mensch findet den richtigen Ehepartner und ist glücklich und freut sich, ein Leben lang den richtigen Menschen gefunden zu haben, mit dem man ein ganzes Leben zusammen sein kann. Wunderbar, wenn man so glücklich ist. Und das ist möglich durch die Liebe.
Die Dichter, alle Welt, haben über die Liebe geschrieben. So hat Schiller in der Glocke ein schönes Liebesgedicht geschrieben. Ich lese das einmal vor: O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, der ersten Liebe goldene Zeit, das Auge sieht den Himmel offen, es schwelgt das Herz in Seligkeit, o dass sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe.
Er beschreibt die Liebe, wie schön das ist, in wunderbaren dichterischen Worten.
Wenn ich von einem Liebeslied rede, dann möchte ich eines nennen, das hat es mir besonders angetan. Und zwar deswegen: Ich bin ja noch in Ostpreußen geboren, und in Ostpreußen ist das schöne Lied entstanden, Ännchen von Tharau. Und das ist, das sage ich aber ganz subjektiv, für mich das schönste Liebeslied, das je geschrieben worden ist.
Da heißt es: Ännchen von Tharau, ist die mir gefällt, sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld. Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut, du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut. Käme alles Wetter gleich auf uns zu schallen, wir sind gesinnt, beieinander zu starren. Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein soll unsere Liebe Verknotigung sein. Würdest du gleich einmal von mir getrennt, lebte es da, wo man die Sonne kaum kennt, ich will dir folgen durch Wälder, durch Meer, Eisen und Kerker und feindliches Heer. Ännchen von Tharau, mein Licht, meine Sonne, mein Leben schließt sich um deines herum.
Das ist ein schönes Lied, ein schönes Liebeslied, sehr weit emporgehoben. Ich muss sagen, man kann ihm nicht mithalten. Durch Kerker, durch Eisen, durch Meer, überall geht er durch für sein Ännchen. Aber das ist Liebe. Und so etwas gibt es auf dieser Welt.
Wir stellen fest: Es gibt schöne Dinge in dieser Welt. Das Schönste ist wohl die Liebe. Eine Frau freut sich, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Das ist eine große Freude. Und so gibt es viele Dinge in diesem Leben, worüber wir uns freuen.
Und wenn ich jetzt den Sprung zum Himmel mache, dann können wir sagen: All das, was wir hier als schön empfinden und was so unser Herz erfüllt und was so großartig ist, wenn wir es aber mit dem Himmel vergleichen, da kommt nichts mit, nichts, gar nichts.
Der Himmel wird auch wahrgenommen mit den Sinnen. Im Himmel werden wir sehen, im Himmel werden wir hören, im Himmel werden wir schmecken, im Himmel werden wir riechen. Alles wird da sein, mit einem neuen, dem Auferstehungsleib. Der Auferstehungsleib wird nicht mehr altern. Wir werden keine Brillen mehr brauchen, keine Hörgeräte. Keine Haare werden grau, oder sie fallen aus. Das wird es alles nicht mehr geben. Es wird alles vollkommen und wunderbar im Himmel sein.
Und darum heißt es in 1. Korinther 2,8: Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschenherz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.
Wer sich auf den Weg macht und sagt: Herr, ich will dich erkennen, ich will dich lieben, dem wird etwas Großartiges bereitet, was wir niemals in diesem Leben irgendwo mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Dazu sind wir geladen. Ist das nicht wunderbar? Der Jesus lädt uns heute dazu ein, dass wir eine solche Hoffnung, eine solche Zukunft haben.
Jetzt vergleiche ich die Erde mit der Hölle. Auf der Erde gibt es auch viele schreckliche, viele schlimme Situationen. Manche Leute sagen, wenn sie eine schlechte Ehe erleben: Ich bin durch die Hölle gegangen. Oder ein Forscherteam war unterwegs im Amazonasgebiet, im Urwald. Sie sagten: Wir haben Malaria erlebt, wir haben Mücken erlebt, wir haben Schlangen erlebt, das war für uns die grüne Hölle. Und so benutzt man das Wort Hölle für Situationen auf dieser Erde.
Man spricht sogar von der Hölle von Auschwitz, weil es ganz schlimm war. Es war hier auf dieser Erde, dass Menschen durch Gaskammern gegangen sind. Auf der Erde, das wissen wir durch die Nachrichten, geschehen ganz schlimme Dinge: Folterungen und Verstümmelungen, Gräuel und Verwüstungen durch Kriege, Kindesentführungen und Misshandlungen, Mord, Totschlag, schreckliche Krankheiten, zerrüttete Ehen. Das gibt es alles in dieser Welt.
Und wenn ich jetzt den Vergleich ziehe mit der Hölle, dann können wir sagen: Das ist noch gar nichts. In der Hölle wird es viel, viel, viel schlimmer sein als das, was wir an Schrecklichem hier auf dieser Erde uns ausmalen können.
Der Jesus beschreibt den Ort wie folgt: Es ist ein Ort der Finsternis, ein Ort des ständigen Heulens und Zähneklappens, ein Ort, wo der nagende Wurm nicht stirbt, ständig nagt da etwas an uns herum, und ein Ort ständiger Flammen, ein Ort des ewigen, nicht verlöschenden Feuers. So beschreibt der Jesus diesen schlimmen Ort.
Auch der Apostel Paulus beschreibt die Hölle als einen solchen schlimmen Ort. Er sagt: Sie sind Feinde des Kreuzes Christi, ihr Ende ist die Verdammnis. Und sie werden sein, so heißt es in Judas 6, mit ewigen Banden der Finsternis gebunden.
So etwas hat weder ein Apostel noch Jesus über die Erde gesagt. Wenn über die Erde gesprochen wird, da sagt Jesus: Die Welt vergeht mit ihrer Lust, die ganze Welt liegt im Argen. Solche Worte benutzt der Jesus, wenn er über die Erde spricht. Aber wenn er über die Hölle spricht, da merken wir, das ist ein ganz anderer Tonfall, eine ganz andere Beschreibung.

Schlussruf und Gebet

Und darum wollen wir uns auf den Weg machen, damit wir nach Hause finden zu unserem Herrn Jesus Christus, der uns den Weg freigekämpft hat, damit wir in den Himmel kommen können, an diesen schönen Ort.
Und jetzt kann jeder kommen. Das ist so grossartig. Wir sind alle aufgerufen, egal, woher wir kommen.
Ich hatte neulich einen Vortrag, und da waren einige Leute zurückgeblieben. Und ich habe gestaunt: Das waren ganz unterschiedliche Leute, so unterschiedlich, wie man es sich kaum vorstellen kann.
Da war eine Frau, die sagte: Ja, ich bin neulich bei einem Frühstückstreffen gewesen, und da hat man auch über Gott gesprochen. Na, das ist ja prima. Da sagt sie: Ja, also ich glaube an Gott, aber heute haben sie über Jesus gesprochen. Mit Jesus kann ich nichts anfangen, so sagte sie. So war sie gekommen.
Am Ende haben wir darüber gesprochen. Als sie ging, sagt sie: Heute wurde bei mir in meinem Glauben der Schlussstein gesetzt, und das war Jesus. Ich habe ihn gefunden. Jetzt bin ich gewiss, ich komme in den Himmel.
Da war eine andere Frau, und die sagte: Ich bin eine Prostituierte, aber sie haben über den Himmel gesprochen, da will ich auch hin. Da hat sie ihr Leben mit aller Schuld und Sünde zu Jesus gebracht und fand nach Hause.
Und dann war da noch eine Ukrainerin. Ich sehe die alle noch vor mir sitzen, ein wunderbares Gemisch, möchte ich sagen, von Leuten, so wie sie in dieser Welt leben. Das war eine Ukrainerin, und sie sagte: Ich habe mit meinem Glauben keinen Grund mehr, ich kann es nicht mehr fassen.
Dann haben wir das in der Nachversammlung besprochen, und als wir fertig waren, verabschiedete sie sich und sagt: Heute habe ich in Jesus wieder Grund gefunden. Sie ist nach Hause gegangen, und sie war errettet.
Und dann war da noch eine Frau, die am Abend zuvor gekommen war. Sie war mit dem Anliegen gekommen und sagte: Wissen Sie, ich will Ihnen das sagen, ich habe eine ganz schlimme Ehe. Wir haben jeden Tag Streit. Was soll ich machen?
Und ich sage: Die erste Empfehlung, die ich Ihnen gebe, ist, bekehren Sie sich zu Jesus, damit Sie selbst neu orientiert sind und damit Sie erst einmal Ihren Streit bewältigen. Das tat sie. Sie entschied sich an dem ersten Abend für Jesus.
Und dann sagt sie: Ja, was mache ich jetzt weiter? Na, ich sage: Jetzt fangen Sie an zu beten, für Ihren Mann, dass der auch zu Jesus kommt und damit der Streit ein Ende hat. Das ist die Lösung. Ich kann Ihnen keine anderen Ratschläge geben.
Und sie ging. Und am nächsten Abend, wo diese anderen Leute auch da waren, da sitzt diese Frau dort, und neben ihr sitzt ein Mann. Na, ich denke, das ist ja bemerkenswert, das wird doch wohl nicht ihr Mann sein. Doch, es war ihr Mann. Und sie hatte ihrem Mann gesagt: Komm doch einmal mit zu dieser Veranstaltungsreihe, da wird so viel über Gott und über Jesus gesprochen, komm doch mal mit.
Und er ließ sich überreden, und er kam mit, und er machte an diesem Abend die Entscheidung für Jesus. Da bin ich gewiss: Jetzt gibt es Änderungen in der Ehe.
Wir sehen immer: Die Entscheidung für Jesus bewirkt immer ein Doppeltes. Die Probleme dieses Lebens, die wir alle haben, lösen sich in einer Weise. Wir haben einen Herrn, wir haben plötzlich einen Herrn, der zuständig ist für alle Dinge, für alles. Der ist zuständig für Beruf, für Ehe, für Krankheit, für Gesundheit, für alles.
Es gibt keinen Bereich des Lebens, wo er sagt: Dafür bin ich zuständig, oder wo er sagen würde: Ja, darüber habe ich keine Macht. Der Jesus hat gesagt: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Das ist genau die richtige Person. Die brauchen wir, ist doch herrlich.
Ob wir Streit in der Familie haben oder ob wir sonst etwas tun, wir brauchen den Herrn Jesus, das ist die Lösung. Und der Jesus ist die Lösung für die Ewigkeit, für das ewige Leben, das ist es. Dann haben wir alles. Wenn wir Jesus haben, haben wir alles.
Ein Ehepaar aus Boston in den USA erwartet ein Kind, und die Frau sagt: Bevor das Kind geboren ist, werde ich noch einmal meine Schwester in Kalifornien besuchen. Und sie bucht einen Flug nach Kalifornien, um dort die Schwester zu besuchen.
Der Mann bringt sie mit dem Auto zum Flughafen, und bevor sie losfahren, beten sie noch im Auto und beten für einen bewahrten Flug. Und sie haben gerade das Abend gesprochen, auf einmal knallt es. Was passiert? Der Autoreifen platzt. Eine hollende Not. Was nun? Jetzt wird sie das Flugzeug nicht bekommen.
Der Mann wechselt in Eile das Rad, und dann flitzt er so schnell er kann zum Flughafen. Aber die Maschine ist weg. Und so fahren beide nach Hause, denken: Schade, ist nichts draus geworden. Sie kommen gerade zu Hause an, da klingelt das Telefon. Der Vater des Mannes ruft an und sagt: Welch ein Glück, dass ihr hier seid!
Ja, Moment, sagte man ihm, wir wollten ein Flugzeug kriegen, wir haben einen Platten bekommen, ich habe es nicht mehr geschafft.
Da sagte er: Habt ihr nicht die Nachrichten gehört? Welcher Flug war das, den ihr gebucht habt?
Da sagen sie: United Airlines UA 175.
Dieses Flugzeug ist soeben in den Südturm des World Trade Centers gerast. Es ist der elfte September zweitausendeins.
Sie jubeln, dass der Platten da war. Das Gebet um eine bewahrte Fahrt hat sich also gelohnt. Beten lohnt sich immer.
Der Vater, der da anrief, ist ein pensionierter Feuerwehrmann, und wenn der irgendwo hört, da ist Not oder was, dann sagt er: Ich bin dabei. Und so macht er sich auf den Weg dorthin und sagt: Jetzt braucht man mich, ich werde dort helfen.
Dieser Mann, dieser Vater, glaubte nicht an den Herrn Jesus. Die haben viel mit ihm gesprochen, aber er war einfach nicht zu überzeugen. Er packte es einfach nicht.
Und jetzt geht er dorthin, sie konnten ihn auch gar nicht halten, und sie vermuten, es kann dort passieren, dass er vielleicht umkommt. Und dann ist er nicht gerettet, der ist dann nicht im Himmel. Welch eine Tragik.
Und es passierte tatsächlich: Dieser Feuerwehrmann kam dort auch um, wie viele, viele Feuerwehrleute, wie wir alle wissen.
Dieser anfängliche Dank an Gott, dass sie gerettet waren, schlug nun um in Groll. Warum musste der Vater jetzt dort hingehen, an diesem Platz, der heute Ground Zero heißt? Dort ist er umgekommen und ist nicht bekehrt. Der ist nicht im Himmel. Und sie waren sehr verärgert über Gott. Und das ging zwei Jahre lang so.
Eines Tages klingelt es an der Haustür, und da steht ein Ehepaar vor der Haustür mit einem kleinen Kind. Und der Mann fragt: Ist der Name Ihres Vaters Jake Matthew?
Ja, sagte man, das war mein Vater, der ist umgekommen.
Und dann sagt der Mann: Ich muss Ihnen etwas erzählen, das ist sicherlich für Sie von Bedeutung. Meine Frau, die hier neben mir steht, arbeitete im World Trade Center. Sie war dort angestellt, und sie war bei dieser Sache so verletzt worden und so mit Geröll verschüttet, dass sie sich selbst nicht mehr befreien konnte. Und da war es ihr Vater, der mich aus den Trümmern rausgezogen hat. Ich war schwanger, und hier sehen Sie das Kind, es lebt, es ist geboren. Nur dadurch, dass Ihr Vater da war und mich rausgezogen hat, lebe ich, und mein Kind lebt.
Und dann erzählte die Frau weiter: Als sie dort im Geröll war, hat sie zu dem Feuerwehrmann, diesem Vater des Mannes, die Botschaft von Jesus gesagt und hat gesagt: Es ist wichtig, dass wir für die Ewigkeit gerettet sind, wir brauchen alle den Herrn Jesus. Wollen wir noch zusammen beten, damit Sie auch den Herrn Jesus annehmen?
Und dann haben sie dort zwischen Geröll und Müll und allem, was da war, gebetet. Und dieser Mann, dieser Feuerwehrmann, hat dort dem Herrn Jesus sein Leben übergeben. Jetzt war die Stunde der Hoffnung, und die Frau wusste: Der Vater ist jetzt beim Herrn. Das hat sich gelohnt.
Mich hat an dieser Geschichte so besonders bewegt, dass diese Frau, die dort im Geröll liegt, wo man denkt, dass sie nur einen einzigen Gedanken hat, so schnell wie möglich hier rauszukommen, den Gedanken hat: Wie kann ich den Mann retten, damit er in den Himmel kommt? Da wurde sie missionarisch. Ist das nicht grossartig, dass sie das noch getan hat, bunt gemischt?
Und so kehrte die Freude wieder ein in dieser Familie, und sie konnten Gott danken. Das, was sie selber nicht geschafft hatten, dem Mann das Evangelium so zu sagen, dass er es annahm, tat diese Frau dort am World Trade Center. Und sie wurde geboren zu einer neuen Hoffnung, wurde er geboren zu einer neuen, zu einer unvergänglichen Hoffnung. Als er dort starb, war er gleich beim Herrn.
Und so will es der Herr. Er ruft uns heute, dass wir nicht an den falschen Ort kommen, sondern dass wir nach Hause finden und dass wir die Botschaft des Herrn Jesus ernst nehmen und uns auf den Weg machen zu ihm und sagen: Herr Jesus, hier bin ich mit meinem ganzen Lumpenkram, mit dem Müll meines Lebens, nimm mich an, so wie ich bin.
Und er nimmt uns an. Egal, woher wir kommen, was wir vorher geglaubt haben, gedacht haben, spielt gar keine Rolle. Der Jesus fragt einzig und allein, wie wir heute diese Halle verlassen. Das ist die wichtige Frage. Wie wir gekommen sind, ist völlig unwichtig. Er hat für alles bezahlt, für alles, was immer wir auch in diesem Leben getan haben.
Wir dürfen kommen. Vielleicht ist manch einer auch hier und sagt: Ich bin irgendwo abgesagt, so wie diese Ukrainerin, die sagt, ich habe den Grund verloren im Glauben, ich habe keine Gewissheit mehr. Dann können wir kommen und machen das auch fest.
Egal, wo wir stehen, wir sollten uns heute auf den Weg machen und diesem Herrn unser Herz geben, vielleicht das erste Mal überhaupt oder vielleicht, wo wir abgedriftet sind, ganz neu wieder, und sagen: Herr, hier bin ich, ich komme. Ich möchte nicht an diesen schrecklichen Ort hin, ich möchte im Himmel sein, ich möchte die Herrlichkeit Gottes erleben, ich möchte das erleben, was du versprochen hast, was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat. Da möchte ich sein. Herr, nimm mich an, wie ich bin.
Und das tut er. Er hat versprochen: Jeder kann kommen.
So wollen wir uns einladen lassen, heute an diesem Abend, dass wir es festmachen und dass wir bei diesem riesigen Fest der Ewigkeit dabei sind, bei diesem grossen Einmarsch, wo Millionen hinmarschieren in den Thron Gottes, zum Thron Gottes. Da wollen wir dabei sein. Ist das nicht grossartig? Das dürfen wir heute festmachen, und wir werden eingetragen im Buch des Lebens und stehen dort drin für alle Ewigkeit.
Der Herr ruft uns, wir wollen ihm Antwort geben, hier und heute.
Ich möchte mit uns beten, dass Herr Jesus, ich möchte dir so herzlich dafür danken, dass deine Botschaft wahr ist. Ich danke, dass du der einzige bist, der uns nicht in die Irre führt. Du sagst uns wirklich, was jenseits der Todesmauer ist. Herr, du warnst uns davor, dass wir nicht an den falschen Ort kommen, den es auch gibt. Gib, dass wir das in unserem Herzen erkennen und uns zu dir auf den Weg machen. Hier und heute, dass wir das festmachen, dass wir das ewige Leben aus deiner Hand bekommen.

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