Zum Inhalt

Schön für Gott

In Gottes Seelsorgeschule, Teil 12/24
SERIE - Teil 12 / 24In Gottes Seelsorgeschule

Einführung: Familie in einer kinderfeindlichen Welt

Nun, bei der Überschrift könnt ihr euch wahrscheinlich schon denken, worum es heute geht. Von wem wurde gesagt, er war schön für Gott? Von Mose, ja. Es geht aber jetzt nicht so sehr um Mose selbst, sondern um seine Eltern.

Wer weiß, wie die beiden hießen? Jochebed war die Mutter, Amram war der Vater. Jawohl, es geht also darum, wie Gott frühkindliche Erziehung segnet. Wir könnten es auch so ausdrücken: Familie in einer kinderfeindlichen Welt. Wir leben heute ebenfalls in einer kinderfeindlichen Welt, und man könnte sich fragen: Kann man heute noch Kinder in die Welt setzen?

Wir wollen uns mit diesem Abschnitt wieder mit diesen Fragen beschäftigen, die wir uns in den vergangenen Tagen immer wieder bei diesen Gottesbegegnungen gestellt haben. Wir wollen uns die Hintergründe und die Vorgeschichte ansehen. Außerdem wollen wir sehen, welche Probleme Amram und Jochebed hatten, wie Gott vorgeht, wie er ihre Herzen erreicht, wie er den Fall löst und was wir daraus lernen können.

Zunächst einmal eine kurze Vorbemerkung: Auch wir leben in einem Staat, in einem Land, in dem Kinderfeindlichkeit vorhanden ist. Deutschland ist Spitzenreiter unter den nachkommend schwächsten Ländern Europas. So gesehen können wir ausrechnen, wann Deutschland aussterben wird.

Und es stellt sich die Frage, woher wir den Mut nehmen können, in Zeiten der Rezession, der Umweltverschmutzung und des Kampfes der Kulturen Familien zu gründen und Kinder in die Welt zu setzen. Zum anderen: Wenn Gott uns Kinder anvertraut, was sind die wichtigsten Jahre für ihre Erziehung?

Wenn ich euch so ansehe, muss ich sagen, die meisten von euch haben dieses Problem wahrscheinlich schon hinter sich. Aber wahrscheinlich denkt ihr dann darüber nach, wie es euren Enkelkindern gehen wird.

Wir leben in einer Welt der Kinderfeindlichkeit und der Emanzipation. Wir haben einen bestimmten Lebensstandard und wollen ihn halten. Die öffentliche Meinung, die Umweltverschmutzung – all das stürzt auf uns ein. Die Frage ist: Wie können wir dem als Christen begegnen?

Persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Beobachtungen

Ich sagte in einem Gespräch bereits, dass ich im vergangenen Jahr auf einem Klassentreffen zum 50-jährigen Realschulabschluss war. Wir waren damals in der Knam-Realschule. Zu diesem Treffen kamen elf ehemalige Klassenkameraden zusammen. Gemeinsam haben wir dann zusammengerechnet, wie viele Kinder und wie viele Enkelkinder wir haben.

Dabei war ich doch erschrocken. Alle hatten Kinder, aber nur einer hatte zwei Enkelkinder. Ich hingegen fiel mit acht Enkelkindern aus der Reihe. Die anderen fragten mich: „Wie kann man sich das heute noch leisten?“ Ich antwortete: „Ich sorge für eure Rente.“ Das ist schon erschreckend.

Auch der moralische Verfall wurde mir dabei sehr deutlich. Alle meine Klassenkameraden waren verheiratet, und keiner von ihnen war geschieden. Doch alle ihre Kinder waren nicht verheiratet. Ich habe ihnen sehr deutlich gesagt: „Was habt ihr euren Kindern beigebracht und was habt ihr ihnen vorgelebt?“

Es war ein sehr interessantes Wochenende, muss ich sagen. Ich bin auch sehr dankbar, dass der Herr Gnade geben konnte, sodass man wirklich Zeugnis vom Glauben geben konnte. Gerade zu dieser Zeit stand die katholische Kirche wegen der Missbrauchsfälle stark in den Medien.

Dann fing einer an zu lästern. Ein anderer sagte daraufhin: „Hast du eigentlich nicht zugehört? Eberacht hat gar nicht über die Kirche gesprochen, sondern immer nur von Jesus erzählt.“ Ich sagte ihm: „Gratuliere, du hast etwas verstanden.“

Ja, wir leben in einer Zeit, die katastrophal ist.

Historischer Kontext: Das Volk Israel in Ägypten

Damals lebte das Volk Israel in Ägypten. Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits ungefähr 350 Jahre dort. Wir lesen im zweiten Buch Mose, im ersten Kapitel ab Vers sieben:

„Die Söhne Israels aber waren fruchtbar, wimmelten und mehrten sich und wurden sehr, sehr stark, und das Land wurde voll von ihnen. Da trat ein neuer König die Herrschaft über Ägypten an, der Joseph nicht mehr kannte. Er sagte zu seinem Volk: ‚Siehe, das Volk der Söhne Israel ist zahlreicher und stärker als wir. Auf, lasst uns klug gegen es vorgehen, damit es sich nicht noch weiter vermehrt. Sonst könnte es geschehen, wenn Krieg ausbricht, dass es sich auch noch zu unseren Feinden schlägt und gegen uns kämpft und dann aus dem Land hinaufzieht.‘“

Daher setzten sie Arbeitsaufseher über das Volk Israel, um es mit schweren Lastarbeiten zu bedrücken. So bauten sie für den Pharao die Vorratsstädte Python und Ramses. Aber je mehr sie das Volk bedrückten, desto mehr nahm es zu und breitete sich aus. Das erfüllte die Ägypter mit Schrecken vor den Söhnen Israels.

Darauf zwangen die Ägypter die Söhne Israels mit Gewalt zur Arbeit und machten ihnen das Leben bitter durch harte Arbeit an Lehm und Ziegeln sowie durch allerlei Feldarbeit. All diese Arbeit wurde ihnen mit Gewalt auferlegt.

Der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra und die andere Pua hieß, und befahl: „Wenn ihr den Hebräerinnen bei der Geburt helft und seht, dass es ein Sohn ist, dann tötet ihn. Ist es aber eine Tochter, dann lasst sie am Leben.“

Doch weil die Hebammen Gott fürchteten, taten sie nicht, wie der König von Ägypten ihnen befohlen hatte. Sie ließen die Jungen am Leben. Daraufhin rief der König die Hebammen zu sich und fragte: „Warum habt ihr das getan, dass ihr die Jungen am Leben gelassen habt?“

Die Hebammen antworteten dem Pharao: „Ja, die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen. Denn sie sind lebenskräftig; ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie schon geboren.“

Gott tat den Hebammen Gutes, und das Volk vermehrte sich und wurde sehr stark. Weil die Hebammen Gott fürchteten, schenkte er ihnen Nachkommen.

Doch der Pharao befahl seinem ganzen Volk: „Jeden Sohn, der geboren wird, sollt ihr in den Nil werfen. Jede Tochter aber sollt ihr am Leben lassen.“

Das war eine schlimme Zeit. Man könnte sagen, im Grunde ist das nichts anderes als heute Abtreibung. Der Pharao vollzog sozusagen Abtreibung nach der Geburt, während heute in Deutschland Abtreibung vor der Geburt praktiziert wird.

Wer die Zeitschrift idea verfolgt, liest dort jede Woche in einer Rubrik, wie viele Kinder bis zum jeweiligen Tag in Deutschland abgetrieben worden sind. Wir haben uns daran gewöhnt, und niemand schreit mehr auf oder empört sich darüber.

Im Grunde müssen wir sagen: In Deutschland sind mehr Kinder abgetrieben worden, als im Dritten Reich Juden umgebracht wurden. Das soll die Größenordnung verdeutlichen.

Wir leben in einem Staat und in einem Land, das kinderfeindlich ist. Das wurde uns besonders bewusst, als unser viertes Kind geboren wurde. Wir zählen zu den kinderreichen Familien.

In der Gesellschaft ist das schon erschreckend. Menschen in unserem Umfeld fragten: „Jetzt hören Sie aber mal auf.“ Und der Arzt fragte, ob er die Pille verschreiben solle. Das ist eine eigenartige Moral – im Grunde nichts anderes als damals in Ägypten.

Die Lage des Volkes Israel und die Bedeutung der Familie Lefi

Wir haben gelesen, dass das Volk Israel, das damals durch Joseph nach Ägypten geholt worden war, weil in Kanaan Hungersnot herrschte, sich ausgebreitet hatte. Doch die nachfolgenden Generationen hatten nicht mehr daran gedacht. Sie erinnerten sich auch nicht mehr daran, dass ihr eigentliches Land Kanaan war, das Gott Abraham verheißen hatte.

Die nachfolgenden Pharaonen, sowohl die von Unterägypten als auch die von Oberägypten, schlossen sich später zusammen und unterdrückten das Volk Israel. Auch das ist interessant, was wir gelesen haben. In der Schule haben wir alle von der Kultur der Ägypter gelernt, von ihrer Geschichte und von dem, was dieses Volk geleistet hat.

Habt ihr gelesen, dass der Pharao sagte, die Israeliten seien stärker und zahlreicher als sie selbst? Daraus wird deutlich, wie klein eigentlich das Volk der Ägypter war. Wenn man später sieht, wie viele Israeliten aus Ägypten ausziehen, dann sind das laut der Bibel 600 Mann plus Frauen und Kinder. Hochgerechnet könnten das vielleicht zwei Millionen Menschen gewesen sein.

Das bedeutet, das Volk der Ägypter war nicht einmal so groß. Um eine Größenordnung zu nennen: Köln hat heute etwa eine Million Einwohner. Die Größenordnungen sind also nicht vergleichbar mit dem, wie wir heute Völker einschätzen.

Wenden wir uns nun unserer Geschichte zu und lesen weiter in Kapitel 2. Wir schauen vom globalen Blick auf das Volk hin zu einer Familie. Dort lesen wir:

„Und ein Mann vom Haus Levi ging hin und nahm eine Tochter Levis zur Frau. Die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn. Als sie sah, dass er schön war, verbarg sie ihn drei Monate lang. Als sie ihn nicht länger verbergen konnte, nahm sie für ihn ein Kästchen aus Schilfrohr, verklebte es mit Asphalt und Pech, legte das Kind hinein und setzte es in das Schilf am Ufer des Nils. Seine Schwester aber stellte sich in einiger Entfernung hin, um zu sehen, was mit ihm geschehen würde.

Die Tochter des Pharao ging hinab, um am Nil zu baden, während ihre Dienerinnen am Ufer hin und her gingen. Sie sah das Kästchen mitten im Schilf und sandte ihre Magd hin, es zu holen. Als sie es geöffnet hatte, sah sie das Kind, und siehe, ein weinender Junge lag darin. Da hatte sie Mitleid mit ihm und sagte: ‚Das ist eins von den Kindern der Hebräer.‘

Seine Schwester sagte zur Tochter des Pharao: ‚Soll ich hingehen und dir eine stillende Frau von den Hebräerinnen herbeirufen, damit sie das Kind für dich stillt?‘ Die Tochter des Pharao antwortete: ‚Geh hin.‘ Da ging das Mädchen und rief die Mutter des Kindes herbei.

Die Tochter des Pharao sagte zu ihr: ‚Nimm dieses Kind mit und stille es für mich, dann werde ich dir deinen Lohn geben.‘ Die Frau nahm das Kind und stillte es. Als das Kind groß geworden war, brachte sie es der Tochter des Pharao zurück. Es wurde ihr zum Sohn, und sie gab ihm den Namen Mose, indem sie sagte: ‚Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.‘“ (2. Mose 2,1-10)

Die Familie Amram und Jochebed: Glaube und Mut in schwierigen Zeiten

Nun, ich denke, diese Geschichte ist uns allen bekannt. Amram, so haben wir hier gelesen, heiratet Jochebed. Beide stammen aus dem Stamm Levi. Zu diesem Zeitpunkt war der Stamm Levi noch nicht ausgewählt, wie später, als Gott das Gesetz gab und die Anordnung zum Bau der Stiftshütte sowie die Opferangaben machte. Damals wurde der Stamm Levi ausgesucht, um Gott zu dienen. Aus diesem Stamm kommen also Amram und Jochebed.

Wir merken bei den beiden, dass sie Gott mehr fürchten als den Pharao. Es wird hier nicht ausdrücklich berichtet, aber es geht daraus hervor, dass die Schwester von Mose bereits älter war. Später wird ihr Name genannt: Mirjam. Außerdem gab es noch einen älteren Bruder, Aaron.

Man könnte fragen: Amram, wenn du vom Gebot des Königs weißt, dass Jungen getötet und in den Nil geworfen werden sollen, wie kannst du es wagen, noch Kinder in die Welt zu setzen? Damals gab es noch keinen Ultraschall, mit dem man vorher erkennen konnte, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Doch daraus, dass sie erneut ein Kind erwarteten, wird deutlich, dass sie Gott mehr fürchteten als den König.

Außerdem haben wir von den gottesfürchtigen Hebammen gelesen. Das war schon mutig. Gott hat offensichtlich ein Wunder in Israel getan. Ich glaube nicht, dass die beiden gelogen haben, als der Pharao sie zur Rede stellte. Gott hat ein Wunder getan, indem die Frauen Jungen schneller geboren haben, als die Hebamme kam. Gott sorgt vor, aber sie fürchteten den König nicht. Es wird ausdrücklich gesagt, sie fürchteten Gott.

Auch das, glaube ich, ist eine wichtige Sache für uns heute. Krankenschwestern haben es heute nicht einfach. Nicht nur Hebammen, sondern auch Krankenschwestern, vor allem in Kliniken, wo auch Abtreibungen durchgeführt werden. Wenn sich eine Krankenschwester weigert, daran teilzunehmen, ist das oft ein Kündigungsgrund.

Ich glaube, auch hier ist es wichtig, von diesen beiden Hebammen zu lernen: Gott mehr zu fürchten als die Angst vor Arbeitslosigkeit.

Voraussetzungen für eine krisenfeste Ehe

Man könnte hier vielleicht noch einschieben, wenn man das Ehepaar Amram und Jochebed betrachtet: Was sind die Voraussetzungen für eine krisenfeste Ehe? Für die meisten ist das Thema vielleicht vorbei, aber vielleicht habt ihr die Gelegenheit, euren Kindern beziehungsweise später den Enkeln Hilfestellung zu geben.

Ich habe sieben Punkte aufgeschrieben, die ich für sehr wichtig halte als Voraussetzungen für eine harmonische, gottgewollte Ehe.

Als erstes ist Voraussetzung eine saubere Moral, Reinheit vor und in der Ehe. Das heißt, Gott hat genaue Prinzipien für unser Sexualverhalten, auch wenn in der heutigen Zeit selbst in christlichen Kreisen vieles anders gehandhabt wird. Ich weiß von manchen christlichen und auch evangelikalen Kreisen, in denen man nichts dagegen hat, wenn junge Leute, auch wenn sie nicht verheiratet sind, zusammenleben. Sexualität aber gehört nach Gottes Gedanken ausschließlich in die Ehe, in den Schutzraum der Ehe, und nirgendwo anders hin.

Das zweite ist die gottgewollte Partnerwahl. Das wäre wahrscheinlich auch ein Thema für sich: Wie finde ich den richtigen Ehegatten? Was sind die Voraussetzungen? Viele meinen, die Grundvoraussetzung sei die Liebe. Natürlich ist es schön, wenn die beiden sich lieb haben. Aber Liebe ist nicht die Grundlage für eine harmonische Ehe. Das klingt vielleicht komisch. Ich liebe meine Frau. Aber das ist nicht die Grundlage, das ist sozusagen das Sahnehäubchen oben drauf.

Wisst ihr, Liebe ist ein Gefühl, ein schönes Gefühl. Aber Liebe ist ganz verschieden. Die Liebe im Mai ist anders als die Liebe im November. Die Liebe ist anders, wenn man gerade eine Gehaltserhöhung bekommen hat, als wenn man gerade gekündigt worden ist. Die Liebe ist anders, wenn man sich ein neues Auto angeschafft hat oder wenn die Frau gerade einen Schaden am Auto verursacht hat. Liebe ist ganz verschieden, schwankend. Und eine Ehe kann nicht auf einem Gefühl aufgebaut werden, denn dann wäre die Ehe schwankend.

Die Grundlage muss sein: Ich muss wissen, so wie damals bei Adam und Eva. Da steht auch nichts von Liebe. Aber die beiden wussten: Gott hat uns zusammengeführt. Wir gehören von Gott zusammen. Das ist die Grundlage. Und wenn das da ist, dann wächst auch die Liebe. Diese Grundlage zu wissen, dass wir von Gott füreinander bestimmt sind, trägt euch in guten wie in schlechten Tagen.

Liebe kann durchaus kalt werden. Dann muss ich Buße tun und Gott darum bitten, dass er mir die Liebe wieder schenkt. Das sehen wir im Sendschreiben an Ephesus, da sagt Gott: "Ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlassen hast." Dort steht nicht: "Dann bitte darum, dass du sie wiederkriegst", sondern es steht: "Dann tue Buße." Das heißt, wenn ich merke, meine Liebe zu meiner Frau wird langsam kalt, dann habe ich Buße zu tun. Dann habe ich nichts zu sagen, meine Frau müsse sich verändern, damit ich sie wieder liebhaben kann.

Der dritte Punkt ist: Vater und Mutter verlassen. Das hatte Gott damals schon bei Adam und Eva gesagt. Man könnte sagen, das war bei Adam und Eva eigentlich unnötig, denn sie hatten keine Eltern. Aber daran merkt man, dass diese Aussage, die Gott damals Adam und Eva gegeben hat, eine grundsätzliche Sache war. Das heißt, eine Ehe kann nicht geführt werden, wenn die Bindung zu den Eltern stärker ist als die Bindung zum Ehepartner. Vater und Mutter verlassen.

Vierter Punkt: Dem Ehepartner oder dem Ehegatten anhängen. Die Bibel gebraucht einen Ausdruck, der so viel heißt wie ankleben. Ihr kennt das mit den Zweikomponentenklebern: Wenn man zwei Teile aneinanderklebt, bekommt man sie nicht mehr auseinander. Wenn man sie auseinanderhaben will, geht etwas anderes kaputt. Und Gott sagt, eine Ehe klebt aneinander.

Wir merken das, wenn Ehen geschieden werden: Dann geht etwas kaputt. Man kann sich nicht einfach wieder trennen und dann wieder einzeln sein, als ob nichts gewesen wäre. Da geht etwas im Herzen kaputt. Dem Ehegatten anhängen – bis dass der Tod uns scheidet. Ehe ist lebenslänglich. Und wirklich lebenslänglich – in unserer Gesetzgebung ist das ja schon lange nicht mehr lebenslänglich –, aber bei der Ehe vor Gott schon.

Wir leben in einer Zeit, in der man das nicht mehr so sieht. Man nennt das dann Lebensabschnittsgemeinschaften. Davon spricht die Bibel an keiner Stelle.

Zum fünften Punkt: Die freiwillige Unterordnung der Ehefrau unter ihrem Mann. Auch das ist ein Prinzip. Gott hatte gesagt, als er Eva schuf: „Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht, die ihn ergänzt.“ Darum hat er unsere Frauen auch anders gemacht als uns Männer. Und das ist gut so.

Die freiwillige Unterordnung der Ehefrau bedingt aber auch sechstens die liebevolle Verwaltung und Versorgung der Familie durch den Mann. Er muss die Verantwortung übernehmen.

Und siebtens brauchen beide die vergebende Liebe täglich, damit man sie auch praktiziert.

Das vielleicht als kurzer Einschub. Ich habe den Eindruck, dass Amram und Jochebed in dieser Weise miteinander gelebt haben, und Gott gibt ihnen Kinder.

Die Herausforderungen von Amram und Jochebed

Welche Probleme hatten die beiden? Nun, wir haben es gelesen. Zum einen gab es das Gebot des Pharao. Zum anderen fürchteten sie Gott mehr als den Pharao. Daraus entstand eine innere Spannung: Wie soll ich mich verhalten?

Wir leben heute ebenfalls in einer Zeit, in der in unserer Gesellschaft Dinge genannt und verlangt werden, die wir als Christen nicht mehr akzeptieren können. Auf der einen Seite wollen wir Gottes Gebote halten, und dadurch entsteht ein Spannungsfeld. Wir müssen uns entscheiden, wie wir leben wollen.

Amram und Jochebed haben sich klar entschieden, für Gott zu leben, und sie nehmen das Risiko auf sich. Ich empfinde es als ungeheuer spannend zu beobachten, was hier mit ganz wenigen Worten gesagt wird, wenn man sich vorstellt, wie die Schwangerschaft, die dritte Schwangerschaft von Jochebed, wohl abgelaufen ist.

Gott schenkt den beiden drei Kinder. Wahrscheinlich haben sie so ausgesehen – ich habe ein Foto von ihnen gemacht: Mirjam, Aaron und Mose. Stellt euch Folgendes vor: Die ersten beiden waren geboren, und Jochebed ist schwanger. In der Regel kann man das ja nicht geheim halten. Die Nachbarn bekommen es mit. Da kommt ein weiteres Kind.

Wahrscheinlich sagten die Nachbarn, wenn sie noch weitere Hebräerinnen um sich hatten: „Hoffentlich ist es ein Mädchen. Was machst du, wenn es ein Junge ist?“ Die Ägypter hatten ihren Landsleuten gesagt: Sobald ein Junge geboren wird, soll er in den Nil geworfen werden – eine Aufforderung zum Kindermord.

Man hat den Eindruck, die Ägypter, die sowieso die Israeliten in ihrem Land hassten, lagen auf der Lauer. Sie konnten sehr schnell sehen: Da wird eine Frau rundlich, da wird wahrscheinlich bald ein Opfer da sein. Und dann wird der Kleine geboren.

Es heißt hier: „Als sie sah, dass er schön war.“ Stephanus sagt später in der Apostelgeschichte 7 bei seiner Verteidigungsrede vor dem Hohen Rat: Sie sahen, dass der Knabe schön für Gott war. Ich meine, jedes Baby ist schön. Wenn ein Baby geboren wird, schauen alle Verwandten und sagen: „Ganz der Papa, ganz die Mama.“ Und sie sagen alle: „Das ist wunderschön, das schönste Baby, das es gibt“, auch wenn es noch fürchterlich schrumpelig ist, wenn es auf die Welt kommt.

Vor allem Mütter sehen natürlich das Baby als schön an. Aber Stephanus sieht hier noch mehr. Er sagt, sie merkt: Er ist schön für Gott. Was heißt das? Jochebed sieht nicht nur: Das ist ein Junge für uns, sondern er ist für Gott. Sie scheint die Ahnung zu haben, dass Gott mit diesem Jungen etwas vorhat. Und sie will ihn natürlich bewahren.

Wir haben gelesen, sie verbarg ihn drei Monate lang. Wer von euch hat Kinder gehabt? Kann man ein Baby drei Monate verborgen halten? Schwer, oder? Die hatten damals wahrscheinlich keine Thermopenscheiben und keine schalldichten Häuser. Kindergeschrei! Wie verbirgst du ein Baby?

Können wir uns vorstellen, wie das gewesen ist? Mit was für einer Angst die Mutter das Kind beobachtet hat. Vielleicht hat sie ihre beiden älteren Kinder – ich phantasiere jetzt – aufgefordert: Wenn das Baby schreit, dann sollen sie laut singen, damit man das nicht so hört. Auf was für Ideen kommt man, um das zu tarnen?

Was muss das für eine schwere Zeit gewesen sein! Dann heißt es: „Und als sie ihn nicht länger verbergen konnte.“ Wir merken, in welch einer Spannung die Eltern gelebt haben. Du kannst ein Baby dann nicht mehr geheim halten. Und was dann?

Ich muss mich schon wundern, was Amram und Jochebed dann tun. Sie bauen ein Kästchen, machen es wasserdicht und legen es ins Schilf am Nil. Ich würde gerne Amram und Jochebed interviewen: Was habt ihr euch dabei gedacht?

Sie wussten, wenn ein Ägypter das Baby findet, dann hat er die Aufgabe, es in den Nil zu werfen, damit es ertrinkt. Und sie legen dieses Kind wie in eine Nachbildung der Arche in dieses Kästchen und in den Todesfluss.

Ich nehme an, dass sie von der Geschichte Noahs kannten, obwohl es die Bibel ja in der heutigen Form noch nicht gab. Aber aus dem Erzählen der Vorfahren werden sie das schon gewusst haben. Gott hat Noah damals und seiner Familie durch die Arche, die verschlossen war, durch den Todesfluss oder durch das Gericht hindurch gerettet.

Sie machen ein Kästchen, legen das Kind hinein und setzen es in den Todesfluss. Damit es nicht fortgeschwemmt wird, stecken sie es ins Schilf. Sie konnten nicht wissen, was dann passiert. Sie schicken die ältere Tochter hin, damit sie aufpasst, was geschieht.

Ich muss mich wundern über die Weisheit der älteren Schwester. Was muss ihr vorgegangen sein, als sie dort am Ufer saß und sah, wie die Tochter des Pharao mit ihrem Gefolge kam?

Gottes Eingreifen und die Rettung Moses

Gott greift ein, dort, wo wir Menschen nicht mehr weiterwissen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wo der Mensch am Ende seiner Kräfte ist, da wirken mächtig Gottes Hände.

Gott lässt die Tochter des Pharao dieses Kind finden, und das ist schon eigentümlich. Der Vater hatte das Gebot erlassen, das Kind zu töten, doch die Tochter findet es und hat Mitleid. Gott geht eigentümliche Wege.

Wenn man später sieht, dass die Tochter den Jungen als eigenen Sohn annimmt und mit an den Hof des Pharao nimmt, ist das bemerkenswert. Ich weiß nicht, was die Tochter ihrem Vater erklärt hat. Es ist schon sonderbar, wie Gott Wege führt.

Als Mirjam merkt, dass die Tochter des Pharao Mitleid hat, kommt sie mutig hinzu und macht den Vorschlag: „Soll ich dir eine stillende Frau bringen?“ Ich muss mich wundern, auf welche Idee Mirjam gekommen ist.

Dann wird Jochebed geholt, und sie darf den Kleinen erziehen. Doch was muss das für die Mutter gewesen sein? Später heißt es in Psalm 127,3: „Kinder sind eine Gabe Gottes.“ Ich möchte sagen, sie sind eine Leihgabe Gottes.

Auch wir haben Kinder nur, wenn Gott sie uns anvertraut hat – nur leihweise. Nach spätestens zwanzig Jahren verlassen sie das Haus, wir müssen sie abgeben, denn sie gehören nicht uns. Gott vertraut uns Kinder an.

Amram und Jochebed erleben das noch viel intensiver. Sie bekommen ihr eigenes Kind leihweise zurück, mit der Aufgabe, es zu stillen, also in den ersten Jahren zu versorgen. Die Prinzessin ist sogar bereit, sie dafür zu bezahlen.

Sie sollen das Kind für die Prinzessin erziehen, aber in Wahrheit erziehen sie es für Gott. Und ich glaube, das ist eine ganz wichtige Sache, die wir an diesem Punkt lernen können.

Die Bedeutung der frühen Erziehung

Ich frage mich, was Amram und Jochebed in den ersten Lebensjahren Mose beigebracht haben. Ich weiß nicht genau, wie lange sie ihn behalten durften. Nehmen wir einmal an, es waren drei oder vier Jahre. Heutige Erziehungswissenschaftler sagen, dass die wichtigsten Jahre der Erziehung die ersten sechs Lebensjahre sind. Was ein Kind in dieser Zeit lernt, bildet die Grundlage für sein ganzes Leben. Das macht die Erziehung in diesen Jahren so wichtig.

Wenn wir Kinder erziehen, plädiere ich immer dafür, dass die Mütter zu Hause bleiben und nicht gleich wieder arbeiten gehen. Denn gerade diese ersten Jahre sind entscheidend für die Erziehung. In dieser Zeit können wir Kinder prägen und die Grundlage für ihr Leben legen. Ich finde es katastrophal, dass unsere heutige Regierung dafür eintritt, dass Eltern arbeiten gehen und die Kinder in den Hort gegeben werden. Früher haben wir uns darüber aufgeregt, dass das in der DDR so war. Heute schafft das eine CDU-Regierung bei uns. Das ist eine Katastrophe, denn der Einfluss der Eltern wird dadurch gekappt.

Was haben vor Jahren die Linken und die sogenannten Roten gesagt? Sie wollten die „Lufthoheit über den Kinderbetten“. Das heißt, sie wollten Kleinkinder prägen, weil sie wussten, dass sie so die nächste Generation beeinflussen können. Wir Christen müssen wissen: Unsere wichtigste Aufgabe ist es, unsere Kinder im Kleinkindalter zu erziehen. Denn damit legen wir die Grundlage für ihr Leben. Mose ist das deutlichste Beispiel dafür.

Ich finde das hervorragend. Man kann im zweiten Buch Mose sehr gut nachverfolgen, was Amram und Jochebed Mose beigebracht haben. Aus dem späteren Leben von Mose kann man Rückschlüsse ziehen, was sie ihm vermittelt haben. Sie haben ihm beigebracht, dass er ein Israelit ist. Sie haben ihm beigebracht, dass er ein Levit ist. Sie haben ihm beigebracht, dass das Volk Israel von Gott auserwählt ist. Sie haben ihm beigebracht, wer Gott ist – der Gott Israels. Außerdem haben sie ihm biblische Geschichte vermittelt und ihm gezeigt, dass Gott ihn gerettet hat.

Woran können wir das erkennen? In Kapitel zwei steht nichts darüber, wie der Tagesablauf war oder ob sie Abendandachten gemacht haben. Aber aus dem späteren Leben von Mose lässt sich das herauslesen. Gerade bei Mose sehen wir, dass die ersten sechs Jahre die wichtigsten in der Erziehung sind. Sie haben ihn sensibel gemacht für die Welt, die auf ihn zukommt.

Ich glaube, das ist auch heute wichtig – und ihr Großeltern solltet darüber nachdenken, auch in Bezug auf die Enkelkinder. Wir müssen unsere Kinder und Enkelkinder sensibel machen für das, was in dieser Welt auf sie zukommt. Viele Eltern gehen völlig naiv an die Erziehung heran und wundern sich dann, dass sie immer hinterherlaufen.

Ich plädiere dafür, dass Eltern sich zu Schuljahresbeginn die Lehrpläne der Schule geben lassen, damit sie ihre Kinder schon vorher „impfen“ können. Wir haben auch gemerkt, dass man sonst immer nur hinterherläuft. Plötzlich kommt der Aufklärungsunterricht, dann das Thema Evolution. Wenn wir wissen, was im Schuljahr dran ist, können wir die Kinder vorher von der Bibel her prägen.

Deshalb gebe ich den gleichen Rat auch an alle Kindermitarbeiter in den Gemeinden: Schaut euch die Lehrpläne an, damit ihr wisst, was ihr euren Kindern in den Kinderstunden beibringen müsst in dem jeweiligen Schuljahr. Wir haben eine große Verantwortung in der Erziehung.

Amram und Jochebed machten Mose sensibel für die Welt, die auf ihn zukommt. Wenn er dann als Sohn der Tochter des Pharao am Hof erzogen wurde, wussten sie, dass dort alles anders war. Dort gab es eine andere Religion, Kunst und Wissenschaft. Niemand fragte mehr nach dem Gott Israels.

Sie lehrten ihn beten, und er lernte von ihnen, was Glauben bedeutet. Sie erzählten ihm, wie sie ihn erwartet hatten, wie sie ihn verborgen hatten, wie sie ihn in das Kästchen gelegt hatten und wie Gott ihn gerettet hatte. Mose wurde geprägt.

Das merken wir später in seinem Leben. Der Glaube seiner Mutter und der Gott seines Vaters haben sein Leben geprägt – und dabei war er vielleicht nur drei oder vier Jahre zu Hause im Elternhaus.

Die Wirkung der Erziehung im späteren Leben Moses

Wir merken in der Gefährdetenhilfe, dass wir sofort erkennen, ob ein junger Mann, der vielleicht zwanzig Jahre alt ist, eine kindgerechte Erziehung erhalten hat oder nicht. Es ist ungeheuer schwer, einen Menschen im Alter von zwanzig bis fünfzig Jahren noch zu erziehen. Die Gewohnheiten sind dann bereits sehr tief verankert.

Dann kommt Mose an den Königshof, und es folgt eine Gegenerziehung. In der Bibel lesen wir, dass Mose in aller Weisheit der Ägypter erzogen wurde und mächtig war in Wort und Werk. Wenn man sich die Geschichte Ägyptens anschaut, muss das sehr beeindruckend gewesen sein.

Vor einigen Jahren habe ich in Köln eine Ausstellung über Thutanchamun gesehen. Dabei habe ich mir vorgestellt, dass Mose all diese Herrlichkeit gesehen hat: den ägyptischen Thron, vergoldet und mit Edelsteinen besetzt, die Himmelbetten, die zahlreichen Götzen, die Wandmalereien, die Kunstgegenstände und die Götter – all das hat Mose gelernt.

Oft fragen wir uns, wie unsere Kinder die schulische Erziehung durchstehen und wie wir sie davor immun machen können. Als ich in der Realschule war und die Lehre der Evolution aufkam, habe ich meinen Vater gefragt: „Was soll ich machen? Die Bibel sagt doch etwas anderes.“ Damals gab es noch keine guten Bücher, die gegen die Evolution argumentierten. Mein Vater gab mir einen einfachen Tipp, der mir geholfen hat: „Du musst lernen, was der Lehrer wissen will, kannst es dann aber wieder vergessen und glauben, was in der Bibel steht.“ Ich muss sagen, damit bin ich gut gefahren.

Ich kann mir vorstellen, dass Amram und Jochebed ihrem Mose etwas Ähnliches gesagt haben: „Du kommst jetzt an den Hof des Pharao, du wirst die ägyptischen Universitäten besuchen und alle Weisheit der Ägypter erlernen.“ Die Ägypter verfügten über ein riesiges Wissen. Wenn man sich die Tempelanlagen ansieht, waren das nicht nur Bauwerke, sondern astrologische Kultstätten. Die Säulen waren so ausgerichtet, dass die Lichtführung je nach Himmelssituation bestimmte Dinge verdeutlichte. Sie hatten bereits Berechnungen der Himmelswelt und der Sterne. Es ist erstaunlich, welche Wissenschaft die Ägypter schon besaßen.

All das hat Mose gelernt. Es wird von ihm gesagt, dass er mächtig war in Wort und Werk. Trotzdem, als Gott ihm später am Dornbusch erscheint, sagt Mose: „Ich kann nicht reden, ich habe eine schwere Zunge.“ Gott hätte ihm sagen können: „Hör auf zu labern, ich weiß, du kannst es.“ Aber stattdessen sagt Gott: „Okay, ich gebe dir Aaron, der für dich reden soll.“

Mose hatte alles gelernt. Wenn man sieht, was die Ägypter alles geleistet haben – den Bau der Pyramiden, der Vorratsstätten –, ist das schon erstaunlich. Heute stehen Touristen noch immer staunend vor all diesen Bauwerken. Auch die Kunstwerke der Ägypter bewundern die Menschen noch heute.

All das hat Mose geholfen.

Die entscheidende Prägung durch den Glauben der Eltern

Was ist hängen geblieben? Auf der einen Seite lernt er Karriere, Wohlstand, Bildung und Ansehen kennen, auf der anderen Seite bei seinen Eltern das Vorbild eines gelebten Glaubens. Man könnte sagen, das sind völlig verschiedene Gewichtungen.

Ich muss sagen, ich weiß auch aus eigener Erfahrung: Als ich studierte und langsam die Welt der Kunstgeschichte sowie der Literatur kennenlernte, dachte ich mir, bis dahin hatte ich in einer christlichen Gemeinde gelebt und kannte meine Bibel. Doch vieles war neu und interessant.

Man muss sich dann entscheiden: Wo bilde ich mich weiter? Was prägt die Erziehung unserer Kinder? Ich kann nur sagen, dass das, was damals bei Mose den Ausschlag gegeben hat, nicht die Weisheit der Ägypter war, nicht die Wissenschaft oder die Künste, sondern der gelebte Glaube seiner Eltern.

Bei ihnen hat er gemerkt, dass der Glaube an Gott Auswirkungen im praktischen Leben hat. Das macht deutlich, dass wir in unserem Leben, wenn wir erziehen wollen oder auch unsere Enkelkinder erziehen beziehungsweise Einfluss auf sie nehmen möchten, unseren Glauben authentisch leben müssen. So merken sie, dass dieser Glauben nicht geheuchelt, sondern echt ist.

Ich bin überzeugt, dass das bei Mose gewirkt hat.

Die Bedeutung der Kinder Amrams und Jochebeds für Israel

Wir können sehen, was aus den Kindern von Amram und Jochebed geworden ist. Es war ein einfaches Ehepaar; es steht nicht einmal da, welchen Beruf Amram hatte. Wahrscheinlich war er jemand, der auf dem Bau arbeiten musste.

Doch aus ihren drei Kindern wurden bedeutende Persönlichkeiten: Mirjam wird später Prophetin genannt, Aaron wird der Hohepriester des Volkes Israel, und Mose wird der Führer und Prophet.

Wilge Macdonald hat ein Büchlein mit dem Titel „Denk an deine Zukunft“ geschrieben. Darin schreibt er: „Was ist dir wichtiger? Nirgendwo in der Bibel steht, wie man Präsident von Amerika wird, aber an vielen Stellen steht, wie man Ältester einer Gemeinde wird. Demnach ist es für Gott wichtiger, Ältester einer Gemeinde zu sein, als Präsident von Amerika.“ Das ist doch logisch, oder?

Darüber muss ich bei Mose nachdenken. Mose hätte alle Chancen gehabt, als Sohn der Tochter des Pharao später selbst Pharao zu werden. Er hätte sich sagen können: In dieser Position könnte ich meinem Volk helfen. Und tatsächlich will er seinem Volk helfen, als er vierzig Jahre alt ist. Er greift ein, ohne vorher Gott zu fragen – und muss deshalb fliehen.

Dann stellt Gott ihn erst einmal auf die Seite – für vierzig Jahre. Man könnte sagen: Was macht ein Schafhirte in der Wüste am Sinai mit all der Weisheit der Ägypter? Da hilft ihm keine Weisheit der Ägypter mehr. Aber der Glaube seiner Eltern hilft ihm.

Als er dann achtzig Jahre alt ist, begegnet ihm Gott dort am Dornbusch. Wie stellt Gott sich ihm vor? Nein, zuerst sagt Gott noch etwas, bevor er spricht: „Ich bin, der ich bin.“ Er sagt nicht sofort: „Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“, sondern er beginnt mit: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“

Merken wir etwas? Gott knüpft an die Kleinkindererziehung an: „Ich bin der Gott deines Vaters, Mose, du hast mich kennengelernt, als du ein Kleinkind warst bei deinem Papa.“

Erkennen wir, welche Aufgabe wir haben? Wir sollen unseren Kindern Gott vorstellen. Amram hat Mose beigebracht, wer Gott ist, so dass Gott nach achtzig Jahren zu Mose sagen kann: „Ich bin der Gott deines Vaters, den kennst du. Denk daran, was dein Papa dir gesagt hat.“

Das finde ich gewaltig – wie Gott anknüpft an das, was Mose damals als Kleinkind gelernt hat. Dann ist Mose bereit, den Auftrag Gottes zu erfüllen. Zwar hat er zuerst einige Einwände, und Gott muss ihn bestärken, doch später wird gesagt, er war der sanftmütigste Mann.

Natürlich konnte Gott auch all die Fähigkeiten gebrauchen, die Mose in Ägypten gelernt hatte. Sonst hätte er die Stiftshütte nicht errichten können, die ganze Organisation des Volkes und so weiter. All das hat Gott durchaus gebraucht.

Aber die Grundlage dafür ist das, was seine Eltern ihm als Kleinkind beigebracht haben.

Ermutigung zur Kleinkinderziehung heute

Und daher kann ich nur Mut machen: Die Erziehung der Kleinkinder ist das Wichtigste, was wir als Christen haben. Damit prägen wir die nächste Generation.

Glücklicherweise könnten wir das auch so sehen. In der heutigen Zeit haben eigentlich nur die Christen die meisten Kinder. Außer uns haben die Mohammedaner natürlich noch viel mehr. Aber auch daraus kann man nur Mut schöpfen.

Ihr Christen bekommt Kinder und erzieht sie für Gott. Das ist die Chance für die Zukunft – abgesehen davon, dass Menschen zum Glauben kommen. Gott gibt uns diese Chance, und Kindererziehung ist gerade in der heutigen Zeit eine ganz wichtige Aufgabe.

Und ihr, die ihr Großeltern seid, nehmt es euch zu Herzen: Betet für eure Enkelkinder und betet für eure Kinder, dass sie Weisheit haben, ihre Kinder richtig zu erziehen. Es lohnt sich.

Ich möchte auch wieder schließen: Mit einer biblischen Kleinkindererziehung prägen wir das Gottesbild unserer Kinder. Amen.

© Autor, Referent: Eberhard Platte

Vielen Dank an Eberhard Platte, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen! Bücher und CDs können günstig erworben werden auf der Homepage von Eberhard Platte und in jeder Buchhandlung.