Von flatterigen Tauben und der Ruhe in Gott #4
Matthäus 6,6-1313.12.2015
Serie•Teil 4 / 4Ruhe in Gott
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Einleitung und Ausgangspunkt
Bei der folgenden Aufnahme gab es kleine Aufnahmeprobleme, aber es ist nichts wirklich Wesentliches verloren gegangen. Wer genau wissen will, was ich gesagt habe, kann sich das Skript durchlesen.
Also: zehn Wochen, in denen wir Gott das Kostbarste schenken, was wir haben. Und ihr wisst, was das Kostbarste ist: Zeit. Das ist in unserer Zeit immer irgendwie zu wenig.
Zehn Wochen, in denen wir schauen, was passiert, wenn wir damit anfangen. Wie wir merken, dass unser Fleisch sich windet, weil es viel zu viel Gott ist. Und wie der Teufel so im Hintergrund Amok läuft. Ganz bestimmt wird euch jemand genau in dem Moment anrufen, in dem ihr sagt: Jetzt nehme ich mir richtig Zeit für Gott. Irgend so etwas wird passieren, wenn wir anfangen, Gott zehn Wochen lang richtig Zeit zu geben, uns auf ihn zu konzentrieren, auf ihn hören zu wollen und bei ihm zur Ruhe kommen zu wollen.
Die Frage ist: Wie mache ich das? Und das finde ich total schwer. Wie finde ich Ruhe bei Gott? Praktisch ist das eine ganz andere Sache. Zu sagen, warum man das machen sollte, ist relativ einfach. Das kriegen wir schnell hin. Es dann aber auch wirklich zu tun, und zwar so lange und so, dass es funktioniert, ist etwas anderes. Dass ich am Ende wirklich rausgehe und sage: Hey, das war eine richtig gute Zeit. Ich merke, wie meine Seele aufblüht. Ich merke, wie meine Ängste wirklich passé sind. Ich merke, wie an die Stelle von Sorgen, Problemen und Ängstlichkeit eine Fröhlichkeit tritt, ein übernatürlicher Friede. Und ich tatsächlich in den Tag hinein starte oder aus dem Tag herauskomme und das wegdrücken kann, was mich im Innersten wie ein Tornado durcheinanderwirbelt, das ist etwas anderes.
Ich habe euch einen Blumenstrauß an Ideen mitgebracht, der mir persönlich hilft, wenn ich bei Gott zur Ruhe kommen möchte. Vier große Überschriften, und die erste Überschrift heißt: Ich glaube, wir werden keine Ruhe bei Gott finden ohne Einsamkeit.
Ich will euch das belegen. Es heißt im Matthäusevangelium, Matthäus 6,6, mitten in der Bergpredigt, kurz vor dem Vaterunser: Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Der erste Schritt: Raum für ungestörte Begegnung
Jetzt geht es mir erst einmal nur um einen Punkt: Wenn wir vor Gott zur Ruhe kommen wollen, dann brauchen wir einen Ort. Jesus hat öfter im Freien gebetet, deswegen ist das Kämmerlein bitte erst einmal nur ein Konzept. Es muss kein Kämmerlein sein.
Es muss ein Ort sein, an dem dich niemand stört. Da ist ein Kämmerlein gar nicht schlecht, aber das kann auch draußen im Wald sein oder irgendwo anders. Du brauchst aber einen Ort, der nicht so belebt ist wie der Weihnachtsmarkt. Am Weihnachtsmarkt zur Ruhe zu kommen, halte ich für schwierig. Oder im Fitnessstudio. So nach dem Motto: „Oh, ich bin auf meinem Stepper, jetzt komme ich vor Gott zur Ruhe“, und im Hintergrund läuft ... Das wird wahrscheinlich nichts werden. Das wird wahrscheinlich nicht klappen.
Auch die U-Bahn ist so ein Ort, bei dem ich denke: ganz, ganz schwer, vor Gott zur Ruhe zu kommen. Da ist wahrscheinlich wirklich eher so etwas sinnvoll wie: Ich setze mich in meinen Lieblingssessel mit einem Pott Kaffee. Ich weiß, die Kinder sind in der Schule, und ich habe so einen Moment, in dem ich weiß: Jetzt kommt hier keiner rein. Oder mein Partner hält mir den Rücken frei, sodass ich einfach Zeit habe. So etwas. Oder ein Spaziergang durch den Wald. Oder ein Gartenhäuschen. Wahrscheinlich sogar das Auto, in das man sich reinsetzt, ist sinnvoller, wenn ich sage: Ich möchte Ruhe finden bei Gott.
Diese Idee der Ruhe funktioniert irgendwie immer nur, wenn ich ungestörte Zeit mit Gott verbringen kann. Ich glaube, egal wo, aber es braucht diesen Moment der Einsamkeit. Wenn der nicht da ist, finde ich es total schwer, selber vor Gott zur Ruhe zu kommen. So ein erster Gedanke.
Die zweite Voraussetzung: Zeit, die wirklich trägt
Also, wenn du sagst: Ich will diese zehn Wochen probieren, ich möchte das erleben.
Punkt eins: Du brauchst Einsamkeit.
Punkt zwei: Du brauchst genug Zeit.
Ich glaube persönlich, dass wir jeden Tag Zeit mit Gott brauchen. Das merkt man im Alten Testament ganz schön bei den Israeliten. Sie sollten jeden Tag Manna sammeln. Sie sind morgens losgezogen und haben sich ihr Manna gesammelt. Und ich glaube, dass man das übertragen kann.
Ich glaube, wenn das Vaterunser uns auffordert, dass wir für unser tägliches Brot beten sollen, dann heißt das ja, dass ich morgen wieder beten soll für das, was ich dann morgen brauche, und übermorgen für das, was ich übermorgen brauche. Und von daher macht es wirklich Sinn, jeden Tag Zeit mit Gott zu verbringen.
Jetzt kommt aber ein Problem hinein. Wenn ich so etwas sage wie: Wir brauchen jeden Tag Zeit mit Gott, dann möchte ich nicht falsch verstanden werden. Ich möchte nicht verstanden werden als jemand, der sagt, es geht um eine Pflicht wie Zähneputzen. Du musst jeden Morgen Zähne putzen, und so mache ich das mit Gott. Das möchte ich nicht so formuliert sehen.
Also, irgendwie ist es richtig und wichtig, regelmäßig mit Gott Zeit zu verbringen. Auf der anderen Seite muss diese Zeit mit Gott in ein ganz reales Leben mit guten und bösen Tagen eingebunden sein.
Und deswegen habe ich mir, zum Leidwesen aller Singles, noch einmal ein Ehebeispiel ausgedacht. Es tut mir leid, aber ich finde, an dieser Stelle ist mir kein besseres eingefallen. Ich habe überlegt, ja, aber es fiel mir nichts ein.
Zwischen Regelmässigkeit und besonderen Zeiten
Für Ehepaare gibt es nämlich die Einzelregel. Die haben wahrscheinlich die meisten Ehepaare noch nicht gehört, aber die Einzelregel geht so: Wenn du auf Dauer mit deinem Partner glücklich sein willst, dann brauchst du einen Abend in der Woche, du brauchst einen Tag im Monat, du brauchst — jetzt habe ich noch etwas vergessen — du brauchst eine Stunde am Tag, einen Abend in der Woche, einen Tag im Monat und eine Woche im Jahr, in der du einfach nur exklusiv mit deinem Partner zusammen bist.
Und das merkt ihr schon: Das ist etwas anderes, ob wir jeden Tag eine Stunde miteinander verbringen oder ob wir dann mal eine Woche miteinander in Urlaub fahren. Es ist unterschiedlich. Ich will nicht sagen, das eine ist besser als das andere. Aber ich merke als Ehepaar: Es gibt unterschiedliche Zeiten, die uns zusammenhalten. Es gibt so etwas Regelmäßiges, was einfach laufen muss, und dann gibt es so die Zeiten, wo es einfach noch ein bisschen schicker wird.
Und das Gleiche gilt, wenn ich sage: Wir brauchen, wenn wir genug Zeit mit Gott haben, dann reicht es nicht zu sagen: Okay, sag mir genau, wie viele Minuten muss ich jeden Tag einplanen. Das kann ich dir nicht sagen. Ich weiß nicht, was du brauchst. Ich glaube, dass es gut ist, jeden Tag eine Zeit zu haben. Aber ich glaube, dass es genauso gut ist, wenn meine Seele sehr durcheinander ist, darüber nachzudenken, mir meine Bibel zu schnappen und, was weiß ich, mal einen halben Tag im Wald zu sein oder, was weiß ich, an die Ostsee zu fahren und zu sagen: Ich bin da mal am Strand.
Meine Frau war früher dieses Jahr mal für eine Dreiviertelwoche in so einem katholischen Kloster: fünf Tage schweigen, Bibel lesen, beten. Und das hat ihr total gut getan. Ich sage nicht, du brauchst katholische Exerzitien, versteh mich nicht falsch. Aber ich glaube, dass, wenn wir über genug Zeit mit Gott reden, du dich selber fragen musst: Wo stehe ich in meinem Leben? Was brauche ich jetzt?
Wenn die Seele mehr braucht als Routine
Und wenn du merkst, dass dir dieses tägliche, regelmäßige Unterwegssein mit Gott, das an sich gut ist, irgendwie nicht mehr reicht, dann möchte ich dich einfach ermutigen, an dieser Stelle genug Zeit mit ihm zu verbringen.
Das gilt auch für Leute, die merken: Ich rutsche hier in eine Überlastungssituation. Ich rutsche in Glaubenszweifel ab. Ich bin irgendwie nicht mehr so froh mit Gemeinde. Wenn so etwas passiert, dann ist die Routine vielleicht einfach zu wenig. Und vielleicht muss man dann, und ich bin davon überzeugt, dass man dann anders anpacken muss, genauso wie wenn ich in meiner Ehe merke, es wird uns zu viel.
Wer uns kennt, der weiß: Wir haben Praktikanten bei uns wohnen, ein 100-Tage-Programm. Es gibt Momente, wo uns unsere Praktikanten zum Halse heraushängen, uns einfach zu viel werden, wo ich sie mir wegwünsche. Das ist der Moment, wo ich meiner Frau sage: Du, ich habe da ein kleines Hotel in Dresden gebucht, wo wir einfach verschwinden, weil wir wieder mal einen Tag nur für uns brauchen, wo nicht noch jemand mit in der Wohnung wohnt.
Versteht ihr? Ich kann ja keine Regel daraus machen. Ich merke nur in meiner Beziehung zu meiner Frau: Das ist irgendwie so, wir brauchen mal wieder nur uns. Nur du und ich. Und Ende.
Und das Gleiche gibt es auch im Blick auf Gott. Wenn du merkst, meine Seele ist einfach nicht bei Gott dran und das tägliche ist zu wenig, dann rate ich dir zu einem Gotttag, einem Gottwochenende, von mir aus einer Gottwoche, um bei ihm all das loszuwerden und wieder anzudocken.
Das war der zweite Punkt: Du brauchst genug Zeit.
Mehr als Technik: Beziehung statt Routine
Dritter Punkt
Ich glaube, der dritte Punkt ist mir der wichtigste, und ich weiß gar nicht genau, wie ich ihn predigen soll. Ich finde ihn total schwer zu predigen. Er heißt: Du brauchst mehr als eine Methode. Es gibt nicht die richtige Methode, um Gott so zu begegnen, dass unsere Seele vor ihm zur Ruhe kommt.
Aber selbst wenn du ein strukturierter, stetiger Typ bist, der vielleicht noch am leichtesten sagt: Ich mache es jeden Tag gleich, und das funktioniert immer, das glaube ich nicht. Ich glaube, dass Menschen, wenn sie sich auf eine Methode einlassen, irgendwann in der Routine landen. So sehr ich glaube, dass Disziplin eine Frucht des Geistes ist, so wenig glaube ich, dass leidenschaftslose Pflichterfüllung biblisch ist.
Denn biblische Frömmigkeit, das, was die Bibel beschreibt, hat damit zu tun, dass wir eine Beziehung aufbauen. Und im Zentrum einer Beziehung, da steht etwas ganz Wichtiges, was man leicht vergisst, und trotzdem steht es im Zentrum. Im Zentrum einer Beziehung steht nicht die Zeit, die ich mit dem anderen verbringe, die ist irgendwie nur die Voraussetzung dafür. Im Zentrum einer Beziehung steht der Wunsch, jeden Tag neu über den anderen zu staunen.
Also wenn ich aufhöre zu staunen, dann habe ich verloren. Wenn ich Gott immer auf die gleiche Weise routiniert begegne, dann besteht diese große Gefahr, dass ich ihm begegne, ohne ihm zu begegnen. Dass ich irgendetwas tue, was sich nach Gottesbegegnung anhört. Ich sage schon die richtigen Worte, und ich lese auch nicht im Koran, sondern in der Bibel. Und trotzdem ist die Frage: Komme ich wirklich bei Gott an? Bin ich der, der merkt, dass kein Moment einer Gottesbegegnung banal ist?
Dass der intime Umgang mit Gott, und das kann Gebet sein, das kann Bibellesen sein, das kann sein, dass man nachsinnt über das, was Gott einem da in seinem Wort sagt, das kann Singen sein und Schweigen sein, aber habe ich noch verstanden, dass, egal was ich da tue, ich in jedem Moment dem Heiligen begegne, dem Ewigen, dem Einmaligen, dem tatsächlich Unvergleichlichen. Das ist das Zentrum von Beziehung.
Staunen, Heiligkeit und echte Gegenwart
dass ich, wenn ich Gott begegne, wenn ich vor ihm um Wahrheit ringe, wenn ich Trost oder Vergebung bei ihm suche, merke, dass das Augenblicke sind, in denen etwas aus der Ewigkeit in die Zeit hineinweht. Das ist etwas ganz Kostbares. Dass ich, entschuldigt dieses Wort, als Wurm in den Thronsaal des lebendigen Gottes trete und ihn dort anbete, dass ich dem Schöpfer begegnen darf, das ist so etwas Großartiges, dass ich, wenn jemand sagt: Mach es auf die und die Weise, und es wird funktionieren, sagen muss: Nein, das glaube ich nicht.
Ich glaube, es ist gut, Strukturen zu haben. Und der Herr Jesus wird uns dazu auch noch etwas sagen, das werden wir uns gleich anschauen. Aber mir ist total wichtig, dass wir begreifen, was diese Begegnung mit Gott nie sein darf. Diese Begegnung darf nie durchdrungen sein von Passivität, nie durchdrungen sein von Gedankenlosigkeit. Wisst ihr das? Man spult so plappernd seine Gebete ab und ist im Hintergrund schon bei den ersten Terminen am Tag. Was kommt denn heute noch? Vater unser, du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe. Und du bist schon wo ganz anders. Und das kann passieren.
Und deswegen: So sehr ich für Struktur bin, so sehr bin ich gegen die Methode zu sagen: Wenn ich das mache, ja, ich habe hier mein Fünf-Punkte-Programm, immer wenn ich das mache, komme ich super bei Gott an. Da sage ich: Vorsicht. Ich gebe euch ein Sechs-Punkte-Programm, weil Jesus es uns gegeben hat. Aber ich gebe es euch nicht als Methode, sondern ich gebe es euch als mögliche Strukturelemente, als etwas, wo Jesus sagt: Wenn du mit mir, wenn du mit dem Vater redest, denk an den Punkt und den und den, nimm das mit rein.
Und wenn du jetzt denkst: Okay, jetzt weiß ich, wie es geht, dann sage ich dir: Nein, das weißt du nicht. Und deswegen staunst du noch über Gott, wenn du ihm begegnest. Das ist noch so etwas Heiliges, so dieses, was man nicht so fassen kann, was man am besten in so einer Gespenstergeschichte wiederfindet, so dieses leichte Schaudern, weil ich merke, ich begegne hier dem Heiligen.
Und da ist tatsächlich jede Form von Passivität, jede Form von Gedankenlosigkeit, auch jede Form von Erwartungslosigkeit, die gilt es abzuschütteln, weil ich Gott begegne und ihn erfahren will. Und deswegen diese Gefahr, dass wir über eine Methode versuchen, etwas zu simulieren, was vielleicht in unserem Herzen schon gar nicht da ist, vielleicht noch nie da war, weil wir überhaupt noch nie gehört haben, dass Gott Beziehung will.
Aber wenn wir das glauben, wenn wir sagen: Stimmt, Jürgen, du hast recht, es ist tatsächlich so, wir brauchen mehr als eine Methode, weil Beziehung nicht über Methode funktioniert, dann ist die Frage: Was brauche ich denn dann, damit meine Seele zur Ruhe kommt?
Das Gespräch mit Gott als Zentrum der Ruhe
Und deswegen mein vierter, längster und letzter Punkt, der lautet: Du brauchst das Gespräch mit Gott.
Ich lasse bei dem, was ich jetzt sage, ganz bewusst das Thema Bibellesen und das Hören auf Predigten weg. Ich glaube, dass die Liebe zum Wort Gottes ein Spiegel meiner Liebe zu Gott ist. Ein Christ, der keine Leidenschaft für die Bibel hat, ist fast ein Widerspruch in sich selbst. Wenn mich nicht interessiert, was Gott mir zu sagen hat, dann bin ich nicht von ihm ergriffen.
Aber, und das ist jetzt ganz wichtig: Bibellesen führt mich nicht automatisch in die Ruhe Gottes. Das mag jetzt ein bisschen erschrecken, wenn ich das so sage. Bibellesen macht dich nicht einfach ruhig vor Gott. Bibellesen ist wie Informationen sammeln. Und ich brauche diese Informationen. Ich bin dafür, dass wir eifrig in der Bibel lesen. Studiere so viel du Zeit hast die Bibel.
Warum? Die Bibel befähigt mich dazu, sinnvoll mit Gott zu reden und sinnvoll zu verstehen, was Gott mir zu sagen hat, was Gott über mich denkt, was Gott von mir will und was er nicht von mir will. Die Bibel gibt mir Sprachfähigkeit, um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Die Bibel ist, wir wissen das ja, vom Geist eingehaucht; es ist Gott gegebenes Wort. Der Heilige Geist möchte das, was ich an Bibelwissen habe, benutzen, damit Gott zu mir hineinsprechen kann.
Ich habe das erst letzte Woche wieder erlebt. Total mutlos am Montag, und dann fange ich an, nur simple Bibelverse zu wiederholen. Und dann kommt da eine Verse daher, so: Bamm. Danke, danke. Und dann war es wieder klar. Das war einfach gut. Dann war wieder im Kopf, was gerade gerückt war, und dann konnte ich wieder mutig weitergehen.
Das brauchen wir. Und das ist eben ganz wichtig: Das Studieren der Bibel allein bringt uns so gut wie nicht zur Ruhe vor Gott. Nicht das Lesen der Bibel, sondern das Reden mit Gott. Vielleicht über das, was wir gelesen haben, das kann sein, aber das Lesen selber macht es nicht.
Also wenn du jetzt zwei Stunden Bibel liest und sagst: Ich fühle mich immer noch gar nicht so richtig ruhig, ja, das kann sein. Ja, das ist dann eher so mantra-mäßig. Das, was uns wirklich ruhig macht, ist das Reden, das Beten mit Gott.
Die Themen des Gebets nach dem Vaterunser
Und das Spannende dabei ist, dass, wenn man den Herrn Jesus fragt, was sollen wir denn mit Gott bereden, er uns das Vaterunser gibt. Ich glaube, wenn wir diese Themen des Vaterunsers aufgreifen, dass wir tatsächlich die Themen finden, die wir mit Gott besprechen müssen.
Und in welcher Reihenfolge du das machst, ist mir völlig egal, ehrlich. Und wie lange du das machst, ist mir auch ein Stück weit egal, weil ich ja nicht weiß, was du brauchst. Aber ich glaube, dass die Themen gut sind. Deswegen stelle ich euch diese unterschiedlichen Themen noch einmal kurz vor, und du kannst im Kopf überlegen: Findet sich das in meinem Gespräch mit Gott?
Und vielleicht findest du einen Bereich, wo du merkst: Oh, der ist unterbelichtet. Und dann kannst du dir die Frage stellen: Ist das der Grund dafür, dass ich vielleicht in der Ruhe nicht ankomme, weil ich da einen Punkt habe, den ich gerne ein bisschen außen vor lasse? Der ist mir vielleicht peinlich, oder der ist mir noch nicht so aufgefallen. Und ich habe in meiner Seele vielleicht an der Stelle wie so einen Mangel, so eine Unterernährung.
Also, ich gebe euch mal die insgesamt sechs Punkte, von denen ich glaube, dass sie, wenn wir mit Gott reden, einfach in das Gespräch mit hineingehören.
Ankommen und Sorgen abgeben
Ich hatte euch den einen Vers schon vorgelesen aus Matthäus 6,6. Da ging es darum, anzukommen, die Tür hinter sich zu schließen, und ich glaube, dass das total wichtig ist.
Also, bevor wir mit Gott reden, brauchen wir ein Ankommen. Ich weiß nicht, was das für dich ist, okay? Ja, es gibt da sicherlich die unterschiedlichsten Methoden. Ich weiß von einer jungen Schwester unter uns, die sich tatsächlich den Kaffee kocht und sich erst mal hinsetzt und erst mal gar nichts macht. Weil sie sagt, das brauche ich, um mich erst mal auf Gott konzentrieren zu können.
Ich glaube, dass es Leute unter uns gibt, die sich eine Anbetungs-CD einlegen, einfach um zu sagen: Das ist etwas, was mich ankommen lässt bei Gott. Ich weiß nicht, was du tust, aber ich weiß, dass wir nicht so einfach so in den Alltag hineingehen und sagen: Anbetung, das wird nicht funktionieren. Wir brauchen so etwas. Man muss reinrutschen.
Und dieses Reinrutschen, ich sage euch, was das bei mir ist, und vielleicht ist das jetzt ein bisschen Jürgen-lastig: Bei mir bedeutet das, dass ich mich aufmache zu meinem Gebetsspaziergang. Ich bin oft im Wald, weil ich zu Hause nicht gut beten kann. Und da gibt es diesen Philipper 4,6-7, ja, dass wir mit Danksagung unsere Sorgen bei Gott abgeben.
Die erste Viertelstunde ist bei mir eigentlich immer: Ich gehe mein Leben durch und ich sage ihm, was mir alles auf der Seele liegt. Und ich sage das so lange, bis sein übernatürlicher Friede kommt und sagt: So, Freund, jetzt können wir weiter beten. Ich brauche das. Ich muss erst mal Sorgen, Ängste und Nöte abgeben, bevor ich dann offen bin für andere Sachen. Deswegen, das ist mein Einstieg.
Ihr könnt euch vorstellen, dass an blöden Tagen, vielleicht wenn ich mich mit meiner Frau gestritten habe, der Block länger wird. Und das stimmt. Das ist so das, wo ich dann losziehe und sage: Herr, das liegt mir auf der Seele, und das macht mir Not, und da bin ich völlig durcheinander, und was ich da wieder gehört habe, boah, ey, und dann bringst du das, und du machst es.
Und irgendwo merke ich: So, jetzt bin ich überhaupt erst bereit, Gott zu begegnen. Jetzt versteht er das erst mal, jetzt ist so ein innerer Friede erst mal da, und jetzt machen wir weiter.
Anbetung und Fürbitte als geistlicher Kampf
Was sagt der Herr Jesus? Er sagt in Matthäus 6,9: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name!
Irgendwie lohnt es sich, wenn wir mit Gott reden, dass wir Gott selbst feiern und dass er wieder ins Zentrum unseres Lebens rückt: Anbetung. Nimm dir Zeit, Gott zu sagen, wie genial du ihn findest. Ich weiß nicht, wie du das machst. Ich habe da verschiedenste Ideen für mein Leben: Lobdusche, ich weiß nicht, ob du das kennst. Also, Lobdusche ist ja, dass man einem anderen sagt, wie toll er ist.
Ich fange dann manchmal an und sage: So, Herr, jetzt gibt es fünfzig Mal Danke. Und dann gehe ich durch mein Leben und finde fünfzig Sachen, für die ich danken kann. Oder ein Anbetungs-ABC, dass ich anfange mit einem Begriff für A, den ich bei Gott toll finde, einen für B: Du bist der Anfänger meines Glaubens, ja, du bist, was weiß ich, was euch bei B einfallen mag, bei C einfallen, und ich gehe einmal das ABC durch, einfach um Gott zu sagen, wie toll ich ihn finde.
Oder ich nehme eine Liste mit Namen Gottes, die ich durchbete und sage: Boah, wie genial ist das denn? Und da gibt es im AT ein paar sehr unbekannte Namen, über die man länger beten kann. Oder ich nehme eine Liste mit Eigenschaften Gottes, die ich durchbete, weil ich lernen möchte, Gott zu feiern.
Und ich kann euch ganz ehrlich sagen: Da gibt es keine blöden Ideen. Wenn du sagst, ich bin eher der Kreative, wenn es um Anbetung geht, da singe ich, oder da schreibe ich einen Liebesbrief oder ein Gedicht, das ist super. Mach das. Schaffe Raum dafür, in der Begegnung mit Gott, dass du ihn feierst, dass er wieder ins Zentrum rutscht. Denn da rutscht er ja manchmal weg, da rutschen dann die Sorgen hinein. Und wem du feierst, wem du dankst, der rutscht ins Zentrum deines Lebens.
Und dann sagt Jesus, wenn ihr das getan habt, und ich glaube, dass es gut ist, das Vaterunser so als Abfolge zu sehen, ohne dass man das muss. Aber der Herr Jesus startet damit, und das macht in meinem Leben sehr viel Sinn. Dann sagt er, wenn du dabei bist, Matthäus 6,10, dann fang an, deine Berufung zu leben. Dann präge mit deinem Leben, mit deinem Gebetsleben, die Ewigkeit. Und das hört sich so an: Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Und die Überschrift lautet: Fürbitte.
Ich glaube, das ist der größte Block, den wir im Reden mit Gott haben. Wenn wir Menschen, Gemeinden, ganze Länder mit Fasten, Flehen und Tränen vor Gott bewegen. Wenn wir ringen um die Seelen von Verlorenen. Wenn wir unsere Sehnsucht nach Erweckung zum Ausdruck bringen. Wenn wir unsere Sehnsucht nach Heilung und Heiligung zum Ausdruck bringen. Wenn wir uns wirklich mit Worten stemmen gegen das Dunkel, das real da ist und unsere Familien, unsere Ehen, unsere Gemeinden kaputt machen will, was einbrechen will. Und ich merke förmlich, wie ich im Gebet mich dagegen stemme, wie ich Lastenträger werde, wie ich Hoffnungsspender werde. Das ist Kampf.
Und das Spannende ist: Wenn wir das tun, Fürbitte, dann richten wir durch unser Gebet Gottes Reich auf. Und weißt du was? Es hört sich erst mal so negativ an, wenn ich sage Kampf. Ich möchte euch jetzt ein Geheimnis verraten: Deine Seele sehnt sich nach Kampf. Deine Seele sehnt sich. Du bist dafür geschaffen worden, diesen Kampf zu kämpfen.
Und deswegen mein Tipp: Mach dir eine lange Liste von Menschen, für die du betest. Und du wirst merken, dass in dem Maß, wie du in die Fürbitte eintrittst, du den Sinn deines Lebens findest, wie sich plötzlich Prioritäten ändern, wie du Berufungen lebst, wie du merkst: Boah, Gott hat was mit mir vor. Ich bin tatsächlich Soldat Gottes, Botschafter Gottes, ich bin ein Arbeiter Gottes, der sein Reich aufrichtet.
Und ich weiß nicht, warum. Ich weiß nicht, warum meine Seele zur Ruhe kommt, wenn ich für zwanzig Leute im Gebet einstehe. Aber ich kann euch eines sagen: Meistens am Dienstag zottel ich durch den Wald und habe die komplette Gemeindeliste dabei, jeden von euch. Und ich komme aus dem Wald oft so: Boah, dein Herr, das war jetzt cool, das war wirklich toll.
Und jetzt musst du nicht, vielleicht nicht, also ich würde dir natürlich raten, die ganze Gemeindeliste. Aber vielleicht fängst du mit deinem Hauskreis an und sagst: Hey, für den kämpfe ich. Und dann noch ein bisschen links und rechts davon, wen ich so kenne.
Und du wirst merken, dass die Ruhe in Gott damit zu tun hat, dass deine Seele tut, wozu sie geschaffen ist, und es ist an Gottes Seite, sein Reich aufzurichten.
Bitte um Segen, Vergebung und Führung
Und wenn wir das tun, dann kommt der dritte Punkt, in der Abfolge dann schon der vierte, der dritte im Vaterunser und der vierte, den ich euch vorstelle: dass wir Matthäus 6,11, „Unser tägliches Brot gib uns heute“, so verstehen, dass wir Segen erbitten, um Segen zu sein. Dass wir Gott um alles bitten. Dass ich sage: Herr, hier sind meine Träume, hier sind meine Projekte, hier sind meine Fragen, hier sind meine Zweifel, hier sind meine Termine. Und ich möchte dich darum bitten, dass du mir Gelingen schenkst, dass du mir Ideen gibst, dass du mir Antworten gibst, dass du mir Weisheit schenkst, dass du mir Geld schenkst. Ja, tägliches Brot, das gehört auch irgendwie dazu. Irgendwo muss man auch leben.
Und das ist für mich diese Zeit, in der ich mit meinen Bedürfnissen vor Gott erscheine. Ich nutze das dann, um Bibelverse zu wiederholen, zum Beispiel, weil es so ein Sprungbrett ist. Ich denke noch einmal über mich nach. Ich denke darüber nach, wo ich in meinem eigenen Heiligungsleben eigentlich stehe. Wer bin ich? Ich weiß nicht, wie oft ich Gott in dieser Zeit gefragt habe: Gott, wer bin ich? Was brauche ich wirklich? Was ist jetzt dran?
Ich bete für unsere Beziehungen, für meine Frau, für meine Kinder. Natürlich bete ich auch für gutes Wetter, einen kaputten Drucker, Bewahrung bei einer langen Autofahrt. Das kommt alles da mit rein. Und ihr merkt schon: An der Stelle ist irgendwie klar, wir brauchen Gottes Hilfe. Und Gott sagt: Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Also bitte ich. Und Gott sagt: Wenn du bittest, dann will ich dir geben. Also bitte.
Und ich kann dir nur den Tipp geben an der Stelle: Bete für alles, was du anfängst. Und für die banalsten Kleinigkeiten. Wenn du daran denkst, fang an, dafür zu beten. Es gibt etwas in meinem Leben, das nenne ich Flow, nicht Flo, sondern Flow. Das ist irgendwie so, als würdest du in Gottes Segensspur hineintreten. Wir leben in einer kaputten Welt. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht ein Glück wünschen, das es nicht gibt. Aber es gibt so etwas wie eine Segensspur. Und die zu finden und zu sagen: Herr, ich erbitte mir einfach alles von dir, damit du mir nicht im Nachhinein sagen kannst: Hättest du was gesagt, hättest du es gekriegt.
Und ihr könnt euch vorstellen, was das mit einem Leben macht, das man einfach einbindet. Ich schaue mir mein Leben an, und egal, was ich da brauche, Herr, ich hätte gern das und das und das. Und wenn ihr wüsstet, wie oft ich schon für meinen Drucker gebetet habe oder für mein Handy gebetet habe oder für meinen Computer, der nicht hochfahren wollte. Es ist einfach ... Du musst das ja okay.
Vierter Punkt war das. Fünfter Punkt: Matthäus 6,12, „Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“ Das meinte ich vorhin bei: Vielleicht machen wir das nicht so oft. Aber wenn wir mit Gott reden, müssen wir nichts verstecken. Du darfst ehrlich sein. Und dazu gehört, dass du kein kleines Sünderlein bist, sondern ein ausgewachsener Sünder. Und dazu gehört, dass wir, wenn wir mit Gott reden, uns die Frage stellen: Herr, was lief eigentlich gestern schief? Und dass wir ehrlich und ungeschminkt vor ihm bekennen, was wir falsch gemacht haben, dass wir ihm ehrlich sagen, was noch nicht klappt.
Er hat eine lange Liste, wo meine Sünden draufstehen, Dinge, die ich schon in meinem Leben erkannt habe. Ich schreibe dann immer dazu, wann mir das aufgefallen ist. Und da gibt es Dinge, die gehen ein halbes Jahrzehnt zurück. Und ich sage: Herr, ich kriege das immer noch nicht unter die Füße. Und du hast das gestern wieder gesehen. Hm, es stimmt. Und dann bekenne ich das und sage es ihm.
Und dann mache ich Folgendes: Ich weiß ja, dass, wenn ich die Sünde beim Namen nenne, er mir vergibt. Und dann gehe ich in Gedanken unter das Kreuz und lasse mich von ihm trösten. Trösten dafür, dass ich nicht leben konnte, was ich mir so sehr gewünscht habe. Ich stehe ja nicht da und feiere meine Sünde. Ich stehe doch da und sage: Herr, ich habe es nicht geschafft, und ich weiß eigentlich nicht, warum. Ich könnte heulen darüber. Ich habe es einfach nicht geschafft.
Und dann brauche ich das Kreuz. Ich brauche keinen Aktionismus, ich brauche das Kreuz, wo Gott mir im Bild gesprochen seinen Arm um die Schulter legt und sagt: Hey, alles gut. Übrigens, ich habe dir vergeben.
Gibt es dann noch jemanden, auf den du grollig bist oder bitter? Was hältst du davon, wenn du ihm vergibst? Ja, das mache ich dann auch gleich. Genau, mach das, mach das, es gehört dazu. Unsere Seele wird zur Ruhe kommen, wenn wir Vergebung erfahren und wenn wir Vergebung gewähren.
Sechster und letzter Punkt: Matthäus 6,13, „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.“ Der Begriff Versuchung bedeutet hier, wie auch in 2. Petrus 2,9, Umstände, die mir zu schwer werden. „Führe uns nicht in Versuchung“ ist eigentlich die Bitte darum: Führe uns genau in die andere Richtung von Versuchung. Also nicht in Versuchung heißt: Führe uns genau den richtigen Weg. Aber erlöse uns von dem Bösen.
Ganz ehrlich, ich brauche dieses Gebet immer wieder. Ich wäre ja gerne der Superkluge, und ich wäre ja gerne der, der immer weiß, wo es lang geht. Übrigens, ich weiß auch nicht, ob wir als Gemeinschaft zusammenkommen sollen, okay? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß eines: Ich darf Gott darum bitten, dass er uns führt. Ich darf ihn darum bitten, dass er an der Stelle, wo das Böse in unser Leben, in mein Leben einbrechen will, mich errettet. Ich brauche ganz viel Weisheit, und ich brauche Errettung.
Und deswegen dieser Abschluss in diesem Vaterunser, wo ich mich hinstelle und sage: Herr, du siehst, was ich vorhabe. Sorry, wenn ich noch mal frage: Ist das das, was du möchtest? Herr, hilf mir, kluge Entscheidungen zu treffen. Schau an, wie es mir damit geht. David bittet es im Alten Testament. Er sagt: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken und siehe, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist.“
Lasst uns immer wieder Gott darum bitten, dass wir von ihm die Weisheit bekommen, die wir brauchen für den nächsten Schritt unseres Lebens.
Abschluss: Der Weg beginnt mit einem Schritt
Und wenn wir über diese Dinge miteinander reden, wenn wir Gott unser Herz öffnen und genug Zeit da ist, bis wir merken: Jetzt habe ich das alles mal mit Gott besprochen, und das kann länger dauern, dann glaube ich, dass wir vor ihm zur Ruhe finden.
Ich glaube auch, dass du dabei noch etwas sehr Individuelles dazubekommst. Ich glaube, dass Gott dir zeigen wird, was es für dich heißt, ihm zu begegnen. Wenn du sagst: Ich finde das total doof, durch den Wald zu gehen, und das mit den Bibelversen und der Gemeindeliste, ich finde das alles abartig, dann ist das okay. Fang an, deine Beziehung zu leben. Nutz das als Startpunkt, aber finde bitte deine ureigenste Methode, die keine Methode ist, sondern Ausdruck deines Lebens.
Und wenn wir das geschafft haben, dann glaube ich, dass wir auch tatsächlich diese Ruhe erfahren.
Vier Punkte habe ich euch gesagt, die mir praktisch wichtig sind: Einsamkeit, Zeit, echtes Interesse und das Gespräch.
Letzter Punkt:
Wenn du jetzt denkst: Boah, das kriege ich ja nie hin, dann kann ich dir von hier vorne sagen: Falsch. Also irgendwie richtig, weil du wirst es nicht hinkriegen. Richtig, ja, das stimmt schon. Aber der Gedanke ist falsch. Dieser Gedanke sagt: Ich kriege das nicht hin.
Deswegen ist mein letzter Gedanke der, der in Jakobus 4,8 steht. Das ist so ein herrlicher Gedanke, dass er als Abschluss dieser Reihe einfach passt. Da steht: Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen.
Was heißt das? Das heißt, wir haben einen Vater im Himmel, der mir ein Versprechen gibt. Der sagt: Du bist mein geliebtes Kind. Wenn du einen kleinen, trippelnden Schritt auf mich zutust, wenn du versuchst, das irgendwie ernst zu nehmen, was ich dir in meinem Wort sage, wenn du dich ausstreckst und nur einen halben Schritt gehst, die Ruhe zu finden, die ich für dich habe, mir zu begegnen, naht euch Gott. Wenn du einen halben Schritt gehst, ich spring dir entgegen. Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen.
Und das muss uns klar sein: Es geht bei all dem nicht darum, dass wir jetzt plötzlich doch wieder die Gnade durch eigene Leistung ergänzen, sondern es muss an der Stelle Gnade bleiben. Und damit es Gnade bleibt, brauchen wir dieses völlige Wissen, dass da oben einer ist, der unser Vater ist, der uns zutiefst liebt.
Und wenn du etwas mitnimmst aus dieser Reihe und sagst: Ich sehne mich nach dieser Ruhe, ich sehne mich danach, dann geh den Schritt, den du siehst, auf Gott zu, und vertrau ihm, dass er dir entgegenkommt.
Amen.
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