Zum Inhalt

Ein gesundes Auge

Jesu Leben und Lehre, Teil 497/696
12.12.2024Lukas 11,31-36
SERIE - Teil 497 / 696Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 496: Ein gesundes Auge.

Rückblick auf herausfordernde Aussagen Jesu

Bevor wir weitermachen, werfen wir einen kurzen Blick zurück. Dies dient dazu, uns immer wieder vor Augen zu führen, wie herausfordernd Jesus formuliert.

In Lukas 11,31-32 heißt es:
„Eine Königin des Südens wird auftreten im Gericht mit den Männern dieses Geschlechts und wird sie verdammen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo.
Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas hin, und siehe, hier ist mehr als Jona.“

Mir geht es besonders um die Formulierungen „Hier ist mehr als Salomo“ beziehungsweise „Hier ist mehr als Jona“. Können wir uns vorstellen, wie sich das für die Menschen angehört hat, die damals dabei standen? Was sie wohl in diesem Moment über Jesus dachten?

Ich stelle mir diese Frage, weil ungläubige Menschen theologische Aussagen oft sehr schnell als arrogant empfinden. Und hier stellt sich ein Rabbi hin und behauptet, dass er weiser als Salomo sei, ja, dass er für Israel bedeutsamer ist als Jona für Ninive war.

Wir glauben, dass Jesus Gott in Menschengestalt ist. Deshalb fällt es uns leicht, diesen Behauptungen zuzustimmen. Für die Zuhörer Jesu aber muss das, was er sagt, oft eine Zumutung gewesen sein – also etwas, das Gott ihnen zumutet, weil die Wahrheit manchmal wirklich herausfordernd ist.

Die Frage nach der Selbsterkenntnis bei bösen Menschen

In der letzten Episode waren wir bei der Frage stehen geblieben, was böse Menschen tun können, um ihren wahren Zustand zu erkennen.

Ich möchte einen sehr herausfordernden Text heranziehen, um diese Frage zu beantworten: Lukas 11,33-36.

Niemand aber, der eine Leuchte angezündet hat, stellt sie ins Versteck, auch nicht unter den Scheffel. Sondern auf das Lampengestell, damit die Hereinkommenden den Schein sehen.

Die Leuchte des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib Licht. Wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.

Sieh nun zu, dass das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist. Wenn nun dein ganzer Leib Licht ist und keinen finsteren Teil hat, so wird er ganz Licht sein, wie wenn die Leuchte mit ihrem Strahl dich beleuchtet.

Gehen wir Vers für Vers durch diesen Text.

Das Bild der Lampe als Symbol für die Wahrheit

 Lukas Kapitel 11, Vers 33: Niemand zündet eine Leuchte an und stellt sie dann ins Versteck, auch nicht unter den Scheffel. Stattdessen stellt man sie auf das Lampengestell, damit die Hereinkommenden den Schein sehen.

Dieser Satz versteht sich von selbst. Wer eine Öllampe anzündet, stellt sie nicht in den Keller oder unter einen Eimer, sondern auf das Lampengestell. Eine Leuchte soll allen, die hereinkommen, Licht geben.

Die Frage ist: Was will Jesus damit sagen? Die Antwort darauf ist nicht ganz einfach, weil im Text selbst kein direkter Vergleichspunkt präsentiert wird.

Nehmen wir an, dass es sich, dem Kontext entsprechend, beim Licht um die Worte Jesu handelt. Das Licht steht dann für die Predigtinhalte. Unser Vers würde durch das Bild der Lampe erklären, warum Jesus so kontroverse Themen wie die Verlorenheit der Israeliten und die Bedeutung seiner eigenen Person so offen anspricht.

Die Antwort lautet: Wahrheit sollte so ausgesprochen werden, dass sie für alle zugänglich ist, die sie benötigen. Genau so, wie eine Lampe so aufgestellt werden muss, dass alle Hereinkommenden ihren Schein sehen.

Das Auge als Spiegel der geistlichen Verfassung

 Lukas 11,34: Die Leuchte des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib Licht. Wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.

Die Sache mit dem Auge finde ich unter den Gleichnissen Jesu besonders spannend. Hier steht, dass mein Auge wie eine Lampe funktioniert. Es kann entweder lauter, also gesund sein, oder böse. Je nachdem, wie es ist, sieht es dann in mir drin entweder hell oder dunkel aus.

Wie soll man das übertragen? In der hebräischen Poesie steht das Auge für aktives Wahrnehmen, Bewerten und Prüfen. Es geht also um die Frage, wie ich mit den Informationen umgehe, die mir zugänglich sind.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Mein Auge kann entweder gesund sein. Das heißt, mein Umgang mit Informationen ist erhellend. Oder mein Auge ist böse. Dann ist mein Umgang mit Informationen von Vorurteilen, Stolz, gesellschaftlichen Zwängen, Logikfehlern oder Fake News geprägt.

Die Frage lautet also: Wie gehst du mit den Informationen um, die du hörst und siehst? Die Antwort auf diese Frage ist wichtig, weil sie darüber entscheidet, wie es in mir drin aussieht.

Merkt ihr? Wir sind für unsere geistliche Verfassung selbst verantwortlich. Unser Umgang mit dem, was wir sehen und hören, bestimmt, wer wir sind.

In uns drin ist kein helles Licht, das wir nur finden müssen. Das ist esoterischer Unsinn. In uns drin ist das, was wir in uns schaffen – entweder Erleuchtung oder Finsternis.

Und die Stellschraube ist das Auge, also unsere Fähigkeit, Informationen zu prüfen.

Gottes Gebot zur Selbstprüfung

 Lukas 11,35: Sieh nun zu, dass das Licht, das in dir ist, nicht Finsternis ist.

Dies ist ein Gebot Gottes an ungläubige Menschen. Es bedeutet, dass man darauf achten soll, dass sich in einem selbst keine Finsternis breitmacht. Finsternis steht hier als Bild für Gottesferne, Verlorenheit, Unwissenheit und Dummheit.

Noch einmal: Der Mensch ist für seine geistliche Verfassung selbst verantwortlich. Gott hat uns einen Geist gegeben, damit wir unser Innerstes erforschen können. Dazu gehören auch unsere Motive. Diese Aufgabe der Selbstprüfung kann uns niemand abnehmen.

Mein Umgang mit dem Licht Gottes entscheidet letztlich über meinen geistlichen Zustand. Entweder bekomme ich immer mehr geistlichen Durchblick, oder es wird immer dunkler.

Am Anfang hatte ich die Frage gestellt, was böse Menschen tun können, um ihren wahren Zustand zu erkennen. Die Antwort lautet: Sie können sich fragen, wie sie mit Gottes Licht umgehen.

Das sind dann Fragen wie: Bin ich wirklich bereit, die Idee Gottes zuzulassen? Bin ich wirklich bereit, mich den Fakten zu stellen und religiöse Argumente fair zu prüfen? Wo merke ich, dass ich für bestimmte Ergebnisse gar nicht offen bin? Wo finden sich in meinem Denken Halbwissen, Vorurteile oder eine gesellschaftliche Skepsis gegenüber allem Religiösen? Warum bin ich mir bei meinen Argumenten eigentlich so sicher, und so weiter?

Da das Thema Selbstprüfung für eine einzelne Episode viel zu umfangreich ist, gibt es im Skript einen Anhang mit Faktoren, die unser Denken negativ beeinflussen können. Dies ist ein Service für alle, die ihr eigenes Überlegen einmal kritisch hinterfragen wollen.

Das Ziel: Ein Leben im Licht

Warum lohnt es sich auch als Christ, intensiv darüber nachzudenken, wie man mit göttlichen Offenbarungen umgeht?

In Lukas 11,36 heißt es: „Wenn nun dein ganzer Leib Licht ist und keinen finsteren Teil hat, so wird er ganz Licht sein, wie wenn die Leuchte mit ihrem Strahl dich beleuchtet.“

Jesus beschreibt hier eine geistlich gesunde Person. Die Leuchte steht für die Lehre Jesu, das Wort Gottes. Ihr Strahl darf ungehindert das Innerste eines Menschen erhellen.

Damit wird deutlich, was Jesus sich für jeden Menschen wünscht: ein Leben im Licht.

Abschluss und praktische Empfehlung

Was könntest du jetzt tun? Lies dir den Anhang durch und denke darüber nach.

Das war's für heute.

Ein guter Tipp fürs geistliche Leben: Formuliere für eine deiner Lieblingssünden eine neue, gute Gewohnheit, die du diese Woche ausprobieren möchtest.

Der Herr segne dich, erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.