Serie•Teil 53 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein ganz normaler Abend und doch mehr als das
Also, Freitagabend, dieser Freitagabend: Wir haben ein paar Freunde besucht. Und ich weiß nicht, ob ihr das kennt: Ihr seid bei jemandem zum Essen eingeladen, und während ihr esst, wird euch schlecht. Im Magen fängt es an zu rebellieren, und man legt sich dann im Verlauf des Abends – es geht ja doch immer ein bisschen länger, wenn man bei Freunden ist – so auf die Couch und fährt dann mit Magenschmerzen nach Hause.
Etwa um halb vier hing ich dann über meiner Kloschüssel. Und während ich so spürte, wie in mir die Übelkeit aufstieg, hatte ich einen fast lustigen Gedanken. Ich dachte, der passt so unglaublich jetzt. Ich habe in dem Moment gedacht: Mann, wie normal ist eigentlich Christsein? Ich hänge da so über meiner Schüssel und denke mir: Wie völlig normal ist es, als Christ zu leben? Mal sind wir gesund, mal sind wir krank, mal sind wir gut drauf, mal sind wir niedergeschlagen, mal sind wir so richtig hoffnungsvoll, mal mutlos, mal haben wir völlig den Durchblick, und dann sind wir wieder völlig verpeilt.
Ich hing da so über meiner Kloschüssel und dachte: Mann, wie lustig ist das? Ja, wir führen eigentlich als Christ ein ganz normales Leben. Und als ich das dachte, dachte ich: Nee, stimmt ja doch eigentlich nicht. Wir haben zwar auf der einen Seite dieses normale Leben mit seinen Aufs und Abs. Wir haben aber auf der anderen Seite hinter dieser Fassade des Normalen etwas ganz Einzigartiges, was sich dahinter versteckt. Wir haben eine ganz besondere Berufung, die Gott uns gegeben hat, und die möchte ich mir heute mit euch anschauen.
Lukas-Evangelium abschließen. Ja, es ist geschafft, letzte Predigt zum Thema Lukas. Lukas-Evangelium, Kapitel 24, ganz ans Ende, ab Vers 36. Eine etwas merkwürdige Predigt vielleicht zu Weihnachten. Zum Glück ist es erst der zweite Advent, am dritten hätte ich mich vielleicht schon nicht mehr gewagt, darüber zu predigen, weil eigentlich ist es Ostersonntag. Es ist eigentlich nicht so ganz unser Kirchenjahr.
Jesus ist auferstanden. Er war gestorben, wenige Tage zuvor auferstanden. Er ist den ersten Jüngern auf dem Weg nach Emmaus begegnet. Und dann heißt es in Vers 36, Lukas-Evangelium, Kapitel 24, genau Vers 36:
Während sie aber dies redeten – und ihr müsst euch vorstellen, ganz dramatische Sache: Die Emmaus-Jünger kommen gerade zurück und sie erzählen den anderen: Er ist nicht tot. Ich meine, das hätte man auch vorher schon glauben können, weil die Frauen dasselbe erzählt hatten, aber denen hatte man nicht geglaubt. Also jetzt sind da die zwei und sagen: Er ist nicht tot, er ist wirklich lebendig. Während sie aber dies redeten, stand er, Jesus selbst, in ihrer Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch.
Ich glaube, es ist eine Sache, davon zu hören: Er lebt. Und es ist eine ganz andere Sache, in diesem Moment ihn vor sich stehen zu sehen.
Der Auferstandene ist kein Geist
Ver 37 Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist.
Wenn man das zum ersten Mal erlebt, ist Auferstehung ja nichts, was man alltäglich hat. Wenn man zum ersten Mal jemandem begegnet, von dem man weiß, dass er gestorben ist, der wirklich begraben worden ist und jetzt wieder vor einem steht, dann versucht man zunächst, eine logische Erklärung dafür zu finden. Und das Logischste wäre dann zu sagen: Na ja, das ist ein Geist.
Die Bibel spricht davon, dass es Totengeister gibt. Sie sagt, dass, wenn Menschen sterben, der Körper nicht alles ist, der irgendwo dann verwest, sondern dass es da einen unsichtbaren Teil am Menschen gibt, der vielleicht doch irgendwie sichtbar gemacht werden kann: ein Totengeist. Und die Bibel spricht nicht nur davon, sie sagt auch, dass wir mit diesen toten Geistern keinen Kontakt haben dürfen. Sie verbietet ausdrücklich den Umgang damit. Deswegen: Hände weg von all diesen Spielereien wie Gläserrücken oder irgendwelchen Hexendingern, da, wo man dann Pendel oder Seancen oder Medien benutzt. Einfach die Hände weg. Gott sagt: Lass die Finger davon, das macht dich kaputt.
Entsprechend ängstlich sind im ersten Moment auch die Jünger. Und die Frage steht im Raum: Wie unterscheidet man einen Auferstandenen, einen wirklich Auferstandenen, von einem Geist? Und weil diese Frage geklärt werden muss, sagt Jesus in Vers 38: Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestürzt? Warum steigen Gedanken auf in euren Herzen?
Also jetzt Gedanken, fragende Gedanken: Wer bist du? Was geht hier vor? Und dann zeigt er ihnen Hände und Füße: Seht meine Hände und meine Füße. Und jetzt nicht nur schaut sie euch an, sondern wahrscheinlich noch mehr: Schaut sie euch an, und wenn ihr wollt, könnt ihr sie auch betasten. Ihr könnt sie anfassen.
Im Johannesevangelium lesen wir davon, dass einer der Jünger sagt: Ich werde erst an ihn glauben, wenn ich meine eigenen Finger da in seine Wundmale legen darf. Und jetzt steht Jesus da: Seht meine Hände und meine Füße, dass ich es selbst bin. Betastet mich und seht, fasst mich an.
Woher weiß ich, dass Jesus in diesem Moment wirklich ein Auferstandener ist? Man kann ihn anfassen. Denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, dass ich habe. Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.
Also: Geister kann man nicht anfassen, Auferstandene schon. Das heißt, wenn wir später einmal auferstanden sein werden, kann man uns auch anfassen. Wir werden auch nicht nur als Geistwesen durch die Ewigkeit wabern.
Aber es gibt noch einen Unterschied. Es scheint mir so, als wären die Jünger noch nicht restlos davon überzeugt. Ich weiß nicht, wie man sich das vorstellen muss. Ich stelle es mir wirklich so vor: Jesus steht in der Mitte, und dann gibt es so den Ersten, der sich traut, mal, ja, und da ist dann wirklich etwas, ja, und dann kommen alle und fassen ihn einfach so an.
Und jetzt erlebt er das. Und dann sagt Jesus, als sie aber noch nicht glaubten vor Freude. Ich finde das eine ganz merkwürdige Formulierung. Sie fassen ihn an, sie sind total begeistert, ja, das ist ja wirklich er. Sie freuen sich, aber glauben können sie es nicht. Es ist einfach zu schön, um wahr zu sein.
Nochmal: Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen. Und das ist das zweite Erkennungszeichen. Also: Wenn du jemals einem Geist begegnest und nicht weißt, ob es ein Geist ist oder ein Auferstandener, der eine Test: anfassen. Der zweite Test: gib ihm was zu essen.
Hier sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen? Sie reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch, und er nahm und aß vor ihnen. Das ist, wenn du wissen willst, was du da vor dir hast: Hol dein Pausenbrot raus. Mama naps, okay, wunderbar.
Doppelt, und das ist jetzt einfach nur, wie es beschrieben wird, der Schwerpunkt der Geschichte: Doppelt macht Jesus klar, ich bin kein Geist, ich bin auferstanden, ich lebe wirklich. So, wie ihr euch Leben halt vorstellt, so mit Anfassen, Essen und Trinken und miteinander reden können. Ich bin wirklich lebendig, ich bin vom Tod auferstanden.
Und das ist ganz wichtig, weil Lukas diesen Schwerpunkt bringt. Für ihn steht es außer Zweifel, dass im Zentrum unseres Glaubens eine reale Person steht. Eine reale Person, die gestorben ist und auferstanden ist, die den Tod tatsächlich besiegt hat.
Was die Schrift über den Messias sagt
Vers 44 Und er sprach zu ihnen: Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen.
Dieses Gesetz Mose, die Propheten und die Psalmen, wir würden heute sagen: im Alten Testament. Jesus sagt, im Alten Testament sind Dinge über mich beschrieben. Ich bin im Alten Testament vorhergesagt. Und all das hat sich jetzt ereignet.
Vers 45 Dann öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden. Das heißt, er erklärt ihnen die Bibel. Er geht mit ihnen durch das Alte Testament, und er zeigt ihnen, dass das Alte Testament über den Messias drei Dinge ganz wesentlich betont.
Erstens:
Vers 46 Und er sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so musste der Christus leiden.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Im Alten Testament, wenn wir vom Messias lesen, dann lesen wir von einem leidenden Messias. Wenn ihr jetzt nichts vor Augen habt, schaut euch heute Nachmittag noch einmal Jesaja 53 an, die wahrscheinlich bekannteste Stelle dazu. Aber ihr könntet auch an anderen Stellen in der Bibel hineingehen, überall dort, wo Menschen für Gott etwas erreichen und mit ihrem Leben quasi eine Messiasfigur abgeben. Das ist nie ein Durchmarsch. Es ist immer von Leid geprägt, immer davon geprägt, dass etwas schwierig ist, dass man etwas erringen muss.
Und der zweite Punkt: Also musste der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen. Wir werden nach dem Lukasevangelium mit der Apostelgeschichte weitermachen, und ich werde euch das dann noch einmal zeigen, wie Petrus diesen Aspekt anhand von Psalm 16 beleuchtet. Man könnte aber genauso gut das nehmen, was der Prophet Jona erlebt hat. Wo Jesus selbst sagt, wie Jona drei Tage im Bauch des Wales quasi begraben sein musste, so muss ich das sein. Und so findet das im Alten Testament seinen Niederschlag, dass der Messias leidet, dass er wirklich stirbt und dass er aus den Toten aufersteht.
Und dann der dritte Punkt: Und in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden, allen Nationen, anfangend von Jerusalem.
Man könnte ja denken, dass der Messias der Juden, was seinen Auftrag angeht, einen sehr starken Bezug auf Israel hat. Aber das stimmt nicht. Schon das Alte Testament macht klar, dass der Horizont messianischer Rettung weit darüber hinausgeht. Das fängt in Jerusalem an, geschenkt, und es geht dann über Juda und über das gesamte Israel hinaus bis an die Enden der Erde. Das ist die Idee Gottes: Menschen überall auf der Welt zu retten.
Worin die besondere Berufung besteht
Jetzt kommen wir zu den Jüngern, jetzt kommen wir zu diesem Punkt. Was ist unsere Berufung, worin besteht sie? Was macht mich zu etwas Besonderem in dieser Welt, wo mein Leben doch, Herr, von so einem kleinen Virus oder ich weiß nicht was, genauso umgeworfen werden kann wie das Leben meines Nachbarn? Was macht mich zu etwas Besonderem?
Und ich glaube, es ist der Auftrag, den Jesus uns gegeben hat. Ein Auftrag, der am Ende des Lukas-Evangeliums noch einmal ganz klar herauskommt. Vers 48: Ihr seid Zeugen hiervon. Das ist der Punkt: Zeuge sein. Ihr seid Zeugen, ihr habt das erlebt.
Ein Zeuge ist jemand, der über etwas berichtet, was er selbst gesehen hat. Und die Jünger sind Leute, die Jesus gesehen, ihn angefasst und ihm zugehört haben. Und jetzt kommt Jesus und sagt: Ich möchte, dass ihr mit dem, was ihr erlebt habt, meine Zeugen seid.
Und ich finde das so schön, weil an der Stelle für mich irgendwie klar wird: Ich muss als Christ nicht der große Theoretiker sein, ich muss nicht der sein, der eine Philosophie verstanden hat. Ich muss ehrlich zugeben, ich habe das mit den Philosophien nie wirklich verstanden. Also, ich habe ein paar Bücher über Philosophie gelesen und mich versucht, durch diese ganzen Denkkonzepte durchzuarbeiten, und ich bin nie wirklich glücklich geworden. Ich hatte immer, wenn ich eins gerade so halb verstanden hatte, kaum hatte ich das nächste gelesen, das erste schon wieder vergessen. Das ist ganz komisch, ich kann mir das einfach nicht merken. Leute haben so große Gedankengebäude, und irgendwie liest man dann: Das ist alles ganz toll. Aber ich kriege es einfach nicht in meinen Kopf rein.
Und dann kommt Jesus und sagt mir: Ey, du brauchst das auch gar nicht, das ist gar nicht nötig. Mir reicht es eigentlich, dass du ein Zeuge bist. Mir reicht es völlig, dass du anderen Leuten erklärst, was du selbst erlebt hast. Und übrigens: Noch nicht mal das musst du aus eigener Kraft heraus schaffen. Sondern ich möchte, und jetzt gehen wir noch einmal zurück in den Text: Ihr seid meine Zeugen, aber ... Und dann geht es weiter in Vers 49: Und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch.
Und das ist jetzt ein Blick nach vorne, ein Blick Richtung Pfingsten, wenn der Heilige Geist kommt. Siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch; ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe. Das ist die Erfüllung mit dem Heiligen Geist an Pfingsten.
Also Jesus sagt: Meine Berufung für euch ist, ihr sollt meine Zeugen sein. Und wenn ihr wissen wollt, woher ihr die Kraft dafür nehmt, die möchte ich euch gerne geben. Und in dieser Kraft, und das ist der Hammer, werdet ihr die Welt aus den Angeln heben.
Und wenn man das liest, dann denkt man sich vielleicht: Na ja, das ist ja für die Jünger auch ganz okay, die waren ja auch damals dabei. Also, die haben ja wirklich die Wunder gesehen, die haben ja wirklich die Auferstehung erlebt, die haben ja wirklich Jesus gehört. Frage: Wie kann ich Zeuge sein, wenn ich Jesus nicht angefasst habe? Ja, ich stand ja nicht dabei und habe mal so gemacht. Wie kann ich Zeuge sein, wenn ich nicht gesehen habe, wie Jesus diesen Fisch gegessen hat? Wie kann ich Zeuge sein, wenn mir Jesus nicht die Bibel erklärt hat, sondern ich vielleicht noch eine ganze Menge Fragen habe und noch nicht alles verstanden habe? Wie kann ich dann Zeuge sein?
Zeugnis durch Vertrauen und gelebte Geschichte
Ich glaube, es gibt zwei Antworten darauf. Die erste Antwort hört sich erst einmal komisch an, aber ich wünsche mir, dass sie ihr trotzdem eine Chance gibt.
Die erste Antwort heißt: Ich kann Zeuge sein, auch wenn ich selbst damals nicht dabei war, indem ich einfach den Zeugen von damals glaube. Das ist komisch, oder? Ich kann Zeuge sein, indem ich denen glaube, die damals Zeugen waren. Und wer das hört, der denkt sich wahrscheinlich zuerst: Mann, ich glaube niemandem mehr. Wie komme ich auf so einen Gedanken, überhaupt irgendeinem Menschen zu glauben?
Aber ich möchte euch einen Hinweis geben, was mich beeindruckt an diesen Leuten, warum ich ihnen wirklich Vertrauen schenke, warum ich sage: Ich glaube tatsächlich einem Petrus, dass er damals etwas erlebt hat. Ich glaube einer Maria, dass sie damals wirklich etwas erlebt hat. Ich glaube es, weil: Überlegt euch mal, ihr habt eine kleine Gruppe von Handwerkern und Hausfrauen, die völlig verängstigt nach der Kreuzigung sich in Jerusalem irgendwo versteckt. Und dann, zwei Monate später, wird dieselbe Truppe zum Stoßtrupp einer geistlichen Entwicklung, die das gesamte Römische Reich umkrempelt, und das Ganze ohne Krieg. Ist das Wahnsinn?
Ich habe mir irgendwann mal versucht vorzustellen oder versucht zu verstehen, an welchen Stellen das Christentum das Abendland geprägt hat, hinter welchen gesellschaftlichen Entwicklungen eigentlich Christentum steckt. Und es ist absolut der Hammer, wenn ich mir dieses kleine verschreckte Grüppchen anschaue, was am Anfang steht. Es ist nicht zu erklären, wie es irgendwie sein kann, dass diese kleine Gruppe zweitausend Jahre Geschichte prägt, wenn das, was sie sagen, nicht auch wahr ist und wenn dahinter nicht wirklich die Kraft Gottes steckt.
Ich gebe euch mal ein paar Ideen mit, was mir so vor Augen steht. Ich schaue hinein in die Entwicklung der Geschichte nach Jesus, und ich stelle fest: In dem Maß, wie Christentum sich entfaltet, in dem Maß wird Leben heilig. Damit meine ich: Die Christen sind diejenigen, die sich um ausgesetzte Kinder kümmern. Die Christen sind diejenigen, die diese Findelkinder retten. Die hatten sonst überhaupt keinen Fürsprecher. Sie sind diejenigen, die sie adoptieren, die sich gegen Abtreibung wenden und die dafür sorgen, dass die Gladiatorenspiele aufhören. Leben wird heilig, und überall da, wo Christentum als Christentum gelebt wird, findet das wieder statt. Und überall da, wo das Heidentum einzieht, da verliert das Leben wieder seinen Wert.
Anderer Punkt: Die Ehe wird heilig. In einer römischen Kultur, geprägt von Gruppensex, Pädophilie, Ehebruch und Prostitution, entwickelt sich eine Sexualethik, in der man verantwortungsvoll gelebte monogame Ehe zwischen Mann und Frau zum Maßstab macht.
Arbeit wird heilig. Die Gesellschaft, in der das Christentum groß wird, da war Arbeit etwas, das die Sklaven erledigt haben, aber das haben nicht die freien Bürger gemacht. Jetzt plötzlich wird Arbeit ehrenhaft, nicht nur etwas für Sklaven. Der Arbeiter ist plötzlich seines Lohnes wert.
Und mehr noch: Wenn ihr euch jemals mit der Geschichte der Sklaverei beschäftigt, dann werdet ihr feststellen, dass es evangelikale Christen sind, die an der vordersten Front der Abschaffung gekämpft haben. Oder darf ich über etwas anderes reden, über die Unterdrückung von Frauen? Darüber, dass mit dem Aufkommen des Christentums Frauen sich nicht mehr in separate Räume zurückziehen müssen, wenn ein männlicher Gast erscheint, dass Mädchen nicht mehr weniger wert sind als Jungen, dass sie nicht mehr als Kinder schon verheiratet werden, dass man Witwen nicht mehr verbrennt, dass man Frauen nicht mehr Teile ihrer Geschlechtsorgane entfernt. Wo Christentum entsteht, hören diese Praktiken auf.
Wo Christentum entsteht, da beginnen wunderbare Sachen. Christen kümmern sich als die Ersten um Witwen. Sie haben eine Liste von bedürftigen Personen. Sie gründen als Erste Waisenhäuser, führen Heime für Geisteskranke ein, gründen Häuser, die wir heute Krankenhäuser nennen würden, also Häuser, in denen man sich um die Pflege von Kranken gekümmert hat, Armenhäuser, Blindenhäuser, all das bis zum fünften Jahrhundert. Könnt ihr euch das vorstellen? Es ist Wahnsinn, wenn ich mir anschaue, was für eine Revolution von Nächstenliebe und Barmherzigkeit ganz, ganz praktisch von dieser Bewegung ausgeht.
Und ich habe noch nicht darüber gesprochen, wenn wir reingehen in Meilensteine des Bildungswesens: Wo kommen die ersten Universitäten her, wo kommen die ersten Schulen her, wo kommen Kindergärten her, allein die Idee? Überall, ihr greift da rein, und ihr werdet überall Christen finden. Es ist irre, es ist absolut irre, wenn ich mir anschaue, was diese kleine Bewegung ausgehend von diesem kleinen Häufchen in ganz kurzer Zeit erreicht hat und wie sie diese Welt einfach geprägt und verändert hat.
Ich glaube, dass ich diesen Leuten, die so viel Gutes gewirkt haben und die bereit waren, für ihren Glauben zu sterben, das ist ja auch noch ein Aspekt, niemand stirbt für eine Lüge, vielleicht für eine Utopie, aber doch nicht für eine Lüge, ich glaube, wir können diesen Leuten, die so viel Gutes geschafft haben, die bewiesen haben, wie viel Kraft hinter ihnen und hinter ihrem Gott steckt, wir können denen vertrauen.
Mehr als das Zeugnis der ersten Jünger
Aber ich möchte noch einen Schritt weitergehen. Ich möchte gerne sagen, dass ich, wenn wir darüber nachdenken, was es heißt, Zeugen zu sein, glaube, dass es nicht reicht, sich hinzustellen und zu sagen: Ich glaube an das, was damals die Apostel erlebt haben. Ich glaube, dass ihr Zeugnis wahr ist. Das scheint mir zu wenig. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Es ist deshalb wichtig, weil wir, wenn wir die Bibel lesen, etwas über das Zeugnis der Apostel wissen. Aber es gibt noch etwas anderes. Ich kann mehr bezeugen. Und ich möchte euch Matthäus 28 vorlesen. Da heißt es, Jesus spricht, oder Matthäus schreibt über das, was Jesus sagt: Geht nun hin, Matthäus 28,19, und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.
Der Clou im Christsein ist der, dass Jesus jetzt hier ist. Dass wir heute Morgen aufgestanden sind und Jesus ist da. Ich bin bei euch alle Tage, ich bin da. Jesus ist da. Und wenn das stimmt, dass Jesus heute hier ist, dass Jesus heute in mein Leben hineinsprechen möchte, heute mir begegnen möchte, heute sich von mir finden lassen möchte, mir begegnen will, wenn das stimmt, dann habe ich nicht nur etwas zu bezeugen, was Leute vor zweitausend Jahren erlebt haben. Dann kann ich sagen: Ich habe ein Zeugnis von dieser sehr persönlichen Begegnung, die ich mit Jesus habe.
Es gibt diese Verteilbücher, die man so weitergibt an Leute, die mit dem Glauben noch nicht so viel am Hut haben. Und ich habe jetzt gerade wieder eines angefangen mit Lebensberichten, so ganz kurze Lebensberichte, fünf Seiten, zehn Seiten lang. Und ich bin total beeindruckt, wie mich das persönlich anspricht, dass da Menschen sagen, wie sie Gott gefunden haben. Ich lese die jetzt im Moment durch, weil, wenn wir auf dem Büchertisch dann Bücher anbieten, dann möchte ich einfach wissen, was da drinsteht. Und dann fliegt man darüber, und man merkt: Jesus ist ein ganz persönlicher Gott. Ein Gott, der heute Menschen begegnet, der heute da ist, um mir persönlich nahe zu sein. Und mich beeindruckt das einfach extrem.
Und ich merke, wie hier Leute sind, die legen ein Zeugnis ab, die schreiben das auf, wie sie zum Glauben gefunden haben. Und die erleben Dinge, und ich sage: Ja, ich habe das auch erlebt. Ich habe andere Sachen erlebt, keine Frage, aber ich habe das auch erlebt, dass Gott nicht tot ist, dass Jesus nicht irgendwo verrottet, sondern dass Jesus da ist. Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters, ich bin da.
Und deswegen, wenn wir darüber nachdenken, was es heißt, Zeuge zu sein, wovon können wir Zeugnis ablegen? Ich glaube, es sind ganz wesentlich drei Dinge, wovon wir, wenn wir gläubig sind, Zeugnis geben können. Schaut man in den Text von Lukas 24, stellt man fest, dass die Begegnung mit dem Auferstandenen von drei Dingen gekennzeichnet ist, vielleicht sogar noch von ein bisschen mehr. Aber ich habe jetzt mal drei wesentliche Dinge herausgezogen. Zum einen in Vers 36 das Thema Friede, dann in Vers 41 und noch einmal in Vers 52 das Thema Freude und in Vers 49 das Thema Kraft.
Ich habe diese drei Aspekte gesehen, und ich dachte mir: Stimmt, wenn ich in mein Leben hineinschaue. Und wenn jemand mich fragen würde: Jürgen, warum, woher nimmst du das, zu glauben, dass Jesus wirklich da ist? Ich glaube, das wären die drei Überschriften, die ich wählen würde: Friede, Freude und Kraft. Ich glaube, ich würde einem Menschen sagen: Weißt du, wenn ich mir mein Leben anschaue mit Jesus, mit seinen Aufs und Abs, aber diese drei Dinge prägen mein Leben.
Frieden, Freude und Kraft im eigenen Leben
Friede! Ich kann es niemandem erklären, aber ich weiß in diesem Moment, als ich in meinem kleinen Studentenzimmer auf die Knie gegangen bin, meine Hände gefaltet habe und gesagt habe: Herr Jesus, ich möchte dieses Angebot, Frieden zu finden. Vergebung meiner Schuld zu finden. Ich möchte dieses Angebot annehmen.
In diesem Moment ist übernatürlich etwas passiert. Ich habe einen Frieden gefunden, den man nicht erklären kann. Mir ist wirklich Schuld vergeben worden. Mir ist wirklich eine Last von den Schultern gefallen. Ich habe wirklich verstanden: Ich bin angekommen.
Im Kleinen erlebe ich das heute immer noch, wenn ich mit meinen Sorgen zu Jesus gehe. Und für mich gehört das zu den ganz schönen Dingen im Christsein, so kleine Schmankerl. Aber ich habe oft Sorgen. Ich habe oft Dinge, die mich umtreiben. Oft Dinge, bei denen ich nicht weiß, wie das ausgehen wird. Und dann heißt es in Philipper 4,6-7: Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.
So ein ganz wichtiger Vers: Wenn du Sorgen hast, gib sie mit Danksagung bei Gott ab. Und dann heißt es: Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Ich weiß nicht, wie oft ich das erlebt habe, dass ich mit meinen Sorgen zu Gott gegangen bin, dass ich sie vor Gott ausgeschüttet habe, gebetet habe, gefleht habe, gedankt habe. Und dann ist da übernatürlich ein Friede, der allen Verstand übersteigt. Da ist übernatürlich etwas passiert. Ich kann das nicht erklären. Aber wenn mich jemand fragt: Hast du das erlebt? Dann sage ich: Ja, immer und immer wieder.
Und wenn du möchtest und wenn dich deine Sorgen umbringen, wenn du nicht weißt, wie du Frieden finden kannst, ich kann es dir sagen. Ich kann dir sagen, was in meinem Leben an dem Tag meiner Bekehrung passiert ist. Und ich kann dir sagen, was jede Woche neu passiert, wenn ich meine Sorgen mit der Sehnsucht nach übernatürlichem Frieden bei Gott abgebe.
Und indem ich das erzähle, werde ich zum Zeugen. Nicht nur zum Zeugen von dem, was Leute vor zweitausend Jahren erlebt haben, sondern von dem, was ich heute erlebe. Weil Jesus heute da ist, weil er sagt: Ich bin bei euch alle Tage, und heute eine Realität sein will. Er will mehr sein als so eine Figur, die ich halt habe wie den Weihnachtsmann, von dem ich mir irgendwie erhoffe, dass er mir ein paar Geschenke bringt.
Freude als neue Perspektive
Der zweite Punkt: Freude.
Wenn ich auf mein Leben schaue, dann könnte ich eine Perspektive einnehmen, in der man sich ständig ärgert, ständig nur ein bisschen das sieht, was nicht gelingt, immer nur das halbleere Glas. Und Gott zeigt mir, dass diese Perspektive ganz falsch ist. Warum? Na ja, weil Gott mir sagt, dass alles, was es in diesem Leben zu erreichen gibt und was wirklich von Belang ist, mir geschenkt ist.
Ist dir das klar? Ich weiß nicht, wie erfolgreich du durchs Leben gehst. Ich weiß nicht, ob du deinen Traumjob hast oder langzeitarbeitslos bist. Ich weiß nicht, ob es dir gesundheitlich gut geht oder ob du überall irgendwo denkst: Boah, ich merke das Alter echt. Ich weiß nicht, ob du in der Familie klarkommst oder nicht.
Aber eines kann ich dir sagen: In dem Moment, in dem Gott in dein Leben hineintritt, hast du alles, was es braucht in diesem Leben. Zu wissen, dass ich zu Gott gehöre. Zu wissen, dass meine Schuld vergeben ist. Zu wissen, dass ich die Ewigkeit mit Gott verbringen werde. Zu wissen, dass dieses Leben hier wirklich nur das Qualifying ist, nur das Vorspiel, nicht das Eigentliche.
Das ist so schön. Und aus dieser Perspektive, was weiß ich, auf meine Kloschüssel zu schauen und zu wissen: Nein, Kloschüssel, du wirst nicht das letzte Wort haben. Du wirst nicht darüber entscheiden, wie ich mich fühle, obwohl ich mich blöd fühle. Nein, ich werde das nicht zulassen, sondern ich werde mich freuen, weil es in meinem Leben richtig etwas zu freuen gibt. Weil ich wissen darf: Ich bin angekommen. Ich habe einen Gott, der mich liebt. Der Geber aller guten Gaben steht auf meiner Seite. Oh, ist das nicht herrlich?
Freude ist in meinem Leben. Und übrigens: Eine Freude, die sich in der Ewigkeit noch einmal auf wunderbarste Weise erfüllen wird. Also können wir uns heute schon freuen, um uns eine Ewigkeit lang zu freuen. Es ist doch der Hammer!
Also, wenn mich jemand fragt: Was begeistert dich am Christsein? Dann ist es diese Perspektive aufs Leben zu haben. Das ist so schön. Ich habe oft nicht verstanden, warum die Apostel immer sagen: Freut euch. Das klingt so ein bisschen nach: Jetzt mach es endlich. Ja, so ein bisschen Druckmacherei.
Und dann dachte ich mir: Hammer, was sie eigentlich sagen, ist: Nimm bitte endlich die richtige Perspektive ein. Schau jetzt nicht auf dein Auto, das kaputt ist. Schau jetzt nicht auf das, was nicht klappt. Schenk dir doch mal einen Blick auf das, was genial ist in deinem Leben.
Und dann dachte ich mir: Ja, stimmt. Eigentlich völlig richtig. Und es gehört zu den grandiosen Erfahrungen meines Lebens, diese Perspektive der Freude einzunehmen, mitten im Chaos, mitten in einer Situation, in der ich nicht mehr ein noch aus weiß, und dankbar zu sein für das, was Gott in meinem Leben zulässt, weil ich weiß: Er macht keinen Fehler.
Also, möchtest du von irgendetwas Zeuge sein? Ich kann von der Freude in meinem Leben Zeugnis geben. Das kann ich machen, ja. Das ist kein Problem. Und ich weiß, woher sie kommt. Sie kommt nicht daher, dass ich mir jetzt so ein Buch über positives Denken gekauft habe, sondern sie kommt daher, weil ich Gott begegnet bin. Und Gott sagt: Hey, freu dich, weil es etwas zum Freuen gibt.
Und ich merke: In mir drin ist ein Widerhall dieser Freude. Da ist diese tiefe Begeisterung, die einfach sagt: Ja, stimmt, eigentlich hast du völlig recht. Und ich merke, wie gut mir das tut, so zu leben.
Kraft zur Veränderung und der Segen des Auferstandenen
Und der letzte Punkt: Friede, Freude und Kraft.
Jürgen, warum glaubst du an Gott? Ich sehe, wie er in mir wirkt. Hat er noch viel zu tun? Ja, definitiv. Er ist nicht fertig, und er wird in diesem Leben auch nicht fertig werden.
Aber sehe ich, wie er in mir wirkt? Wie er mir nicht nur eine neue Perspektive der Freude schenkt, nicht nur eine neue Perspektive im Blick auf Sorgen, sondern wie sich in mir etwas tut? Wie der Heilige Geist mich wirklich verändert? Wie es Kraft gibt, die mein Leben durchdringt? Wie ich merke, dass dieses Leben – und jetzt muss ich vorsichtig formulieren – als Ganzes funktioniert oder als Ganzes gelingt?
Das ist schwierig, weil wir manchmal Bereiche haben, die einen Moment lang aus dem Ruder laufen, und dann kommen sie wieder in Ordnung. Das Leben ist nie so, dass man sagen kann, es gelingt immer als Ganzes. Aber trotzdem schaue ich auf mein Leben und denke mir: Mann, wo bin ich mit zwanzig Jahren gestartet, und was hat Gott aus meinem Leben gemacht? Ich sehe die Dinge, wo Gott mich gesegnet hat, und ich sehe, wo er mich verändert hat. Und ich merke, wie es mir Stück für Stück immer wieder zum Guten geworden ist, wenn ich mich auf Gott eingelassen habe. Wie wirklich Kraft und Veränderung da ist.
Ich finde das so schön. Und ihr wisst das, weil viele von euch bei dem Ehekurs waren. Ein Aspekt für mich ist immer, wie Gott uns in unserer Ehe geholfen hat, anders zu werden. Und ich kann jeden Morgen neben meiner Frau aufwachen und kann sagen, dass ich hier liege, dass ich das genießen darf, dass dieser Jähzorn vorbei ist, dass wir diesen Streit überwunden haben. Das liegt doch nicht an mir. Ich bin doch an meine Grenzen gestoßen. Ich weiß doch genau, wie weit ich komme. Und ich weiß: Gott hat eingegriffen, Gott hat geholfen.
Und vielleicht hast du andere Probleme, wo Gott dir helfen muss. Andere Bereiche, wo Gott dir darüber helfen muss. Aber ich wünsche dir diese Erfahrung. Ich wünsche dir, dass du diese Erfahrung der Kraft machst. Oder dass du auf dein Leben schaust und sagst: Ja, da und da und da hat Gott mich durchgetragen. Wirklich.
Und sorry, das ist etwas ganz Subjektives. Da mag einer von außen sagen: Nee, das gilt nicht. Ja, da kann ich auch nicht helfen. Das ist das Schöne am Zeuge sein. Zeugen sind immer einseitig. Zeugen sind immer subjektiv. Zeuge sein heißt immer: Ich kann dir erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe. Und ich kann dir sagen: Wenn du das auch erleben möchtest, wenn du es erleben möchtest, dass dein Herz zur Ruhe kommt, wenn du das erleben möchtest, dass Gott dir Freude schenkt, und wenn du das erleben möchtest, dass Gott dir die Schrift öffnet und damit die Voraussetzung dafür schafft, dass der Heilige Geist sein Werk in dir, das Werk der Veränderung, beginnt, wenn du das möchtest: Friede, Freude und Kraft, dann musst du lediglich eines tun. Du musst nur dem Auferstandenen begegnen.
Wir brauchen nur diese gelebte Beziehung. Und wo diese Beziehung gelebt wird – und ich weiß, dass das nicht immer einfach ist –, glaube ich, dass das die eigentliche Herausforderung unseres Christseins ist: in dieser Beziehung drin zu bleiben, dass der Alltag uns nicht aus dieser Beziehung rausdrängt, dass am Ende genug Zeit bleibt für diesen ganz persönlichen Umgang mit Jesus.
Aber wo das ist, wo wir uns auf diese Weise an Jesus ankuscheln, ihm begegnen, da glaube ich, dass wir Friede, Freude und Kraft als Ausdruck des Segens Gottes in unserem Leben erfahren werden. Segen, den er uns geben möchte. So wie hier in Lukas 24, wo es ab Vers 50 dann heißt: Er, Jesus, führte sie, die Jünger, aber hinaus nach Bethanien, hob seine Hände auf und segnete sie.
Jesus ist jemand, der uns segnen möchte. Und es geschah: Während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel. Und das ist die Spannung, in der wir drinstehen: eine Spannung einerseits gesegnet und andererseits von Jesus getrennt. Er ist im Himmel, wir sind auf der Erde.
Einerseits möchte Jesus in unser Leben Friede und Freude und Kraft hineinfließen lassen. Er möchte mit uns diese Revolution, die da von diesem kleinen Häufchen irgendwo in Jerusalem versteckt ausging, vorantreiben. Er möchte diese Revolution damals wie heute vorantreiben. Und wir können Teil davon sein, Teil dieser Berufung, wenn wir ihm begegnen.
Kraft, Friede und Freude liegen in der Begegnung, in der beständigen Begegnung mit dem Auferstandenen.
Der grosse Bogen des Evangeliums
Und jetzt machen wir das Lukasevangelium zu. Wir schauen uns den großen Bogen an.
Wo waren wir ganz am Anfang? Ganz am Anfang, in der allerersten Geschichte. Wir begegnen einem frustrierten, alten Priester, der im Tempel eine Engelbegegnung hat und als Zeuge versagt, weil er dem Engel nicht glaubt. Am Anfang steht ein Mensch, der versagt. Und jetzt kommt das Großartige: Aber Gott kommt trotzdem ans Ziel.
Denn am Ende treffen wir wieder auf Menschen. Wir treffen auf Menschen, die sich wieder im Tempel befinden. Nur jetzt heißt es in Vers 52: Und sie warfen sich vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude, und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
Frage: Wie fließen dieser Friede, die Freude und die Kraft in unserem Leben? Ich glaube, das ist das Geheimnis: durch die Nähe zu Gott, allezeit im Tempel und Gott preisend.
Wenn ich das Lukasevangelium lese und wenn ich sehe, wie es mit einem beginnt, der irgendwie versagt, und wie Gott die Geschichte schreibt und am Ende zu seinem Ziel kommt, und da eine Gruppe von Leuten ist, die das Evangelium in ihren Herzen tragen, die restlos begeistert sind, die nicht anders können, als Gott von ganzem Herzen anzubeten, dann sage ich mir: Ich wünsche mir genau das von ganzem Herzen.
Ich wünsche uns diese Begeisterung für Gott, die uns immer wieder in seine Nähe treibt, um von ihm ganz persönlich gesegnet zu werden. Und ich glaube, wenn wir das tun, dann werden wir auf der einen Seite ganz normale Leben führen. Aber hinter der Fassade des Normalen wird sich das verstecken, was die Bibel, gerade die Offenbarung, ein Überwinderleben nennt: ein Leben, das aus einer anderen Quelle gespeist wird, ein Leben, in dem es übernatürlichen Frieden, übernatürliche Freude und übernatürliche Kraft gibt, ein Leben, das gesegnet ist und das sich hemmungslos an Gott freut, ein Leben, das Zeugnis gibt von der Auferstehung Jesu.
Und das wünsche ich uns. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.

