Mitten im Sturm
Johannes 6,16-2125.08.2024
Serie•Teil 13 / 17Jesus - Gott als Mensch
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Generierte Mitschrift
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Einleitung: Eine Frage nach Gottes Wegen
Im Laufe der vor uns liegenden Woche werden unsere Missionare Martin und Annette ihr Einsatzland verlassen müssen. Manche von euch haben das in den letzten Wochen schon mitbekommen.
Die Situation ist so, dass sie nach 16 Jahren ihres Missionsdienstes in diesem Land nun dort nicht mehr sein können. Und das, nachdem Martin vor gut einem Jahr die Entscheidung getroffen hatte, sich noch einmal ein wenig neu zu orientieren und sich ganz in den Dienst einer dortigen internationalen Gemeinde einzubringen. In der Erwartung, dass das von Gott so gewollt ist und auch gebraucht werden würde, um dieser Gemeinde in einer schwierigen Situation weiterzuhelfen. Denn der bisherige Pastor hatte das Land ebenfalls verlassen müssen.
Und nun müssen sie feststellen: Es geht nicht weiter. Sie dürfen nicht mehr im Land bleiben. Die Arbeit, ihre Arbeit zumindest, kommt dort zu einem ungeplanten Ende.
Wenn wir solche Dinge hören und erleben, dann stellt sich die Frage: Wie ordnen wir so etwas ein? Warum lässt Gott das zu? Martin und Annette haben doch eigentlich getan, was Gott will: hinzugehen zu allen Völkern und ihnen Gottes Wort zu bringen. Warum müssen sie, obwohl sie doch darauf bedacht waren, Gottes Willen zu tun, solch stürmische Zeiten durchleben?
Nun, das ist eine Frage, die sich nicht nur Martin und Annette im Moment vielleicht stellen. Das ist eine Frage, die sich Menschen immer wieder stellen. Tatsächlich war das wohl auch die Frage, die sich Jesu Jünger stellten, als sie nachts mitten auf dem galiläischen Meer, auch See Genezareth genannt, in einen mächtigen Sturm gerieten. Dabei hatte Jesus selbst ihnen gesagt, dass sie in ein Boot steigen und über diesen See fahren sollten. Was hatte es damit auf sich?
Nun, unmittelbar bevor es dazu kam, waren die Jünger noch Zeugen eines großen Wunders geworden. Sie hatten gesehen, wie Jesus in seiner göttlichen Vollmacht und in seiner liebevollen Fürsorge 5 Männer und wahrscheinlich auch einige Frauen und Kinder mit nur fünf Broten und zwei Fischen versorgt hatte. Das war großartig gewesen. Die Nahrungsmittelknappheit stellte für Jesus kein Problem dar. Und jetzt so etwas.
Vielleicht hatten die Jünger sogar noch die zwölf Körbe mit den Resten, die sie eingesammelt hatten, mit auf das Boot genommen, wahrscheinlich nachher mehr als zuvor. Und nun das. Was hatte es damit auf sich? Darüber wollen wir heute nachdenken.
Nun, Jesus hatte die Jünger von sich gesandt, das wissen wir, weil er sich selbst zurückziehen wollte. Er wollte sich der Menschenmenge entziehen, um auf einen Berg zu gehen und dort zu beten. In drei der Evangelien, in Matthäus, Markus und eben auch in unserem Text im Johannesevangelium, lesen wir, was dann unmittelbar nach dieser wunderbaren Brotvermehrung geschah.
Das bringt uns zum heutigen Predigttext, den ich gegen alle Gewohnheit, deswegen könnt ihr die Bibel gleich wieder zumachen, gar nicht aus der Luther 84 predigen werde, sondern im Gottesdienstblatt steht die Luther 2017. Das hat den ganz einfachen Grund, dass in der Luther 84 eine ganz kuriose Übersetzung ist. Da steht nämlich an einer Stelle, dass sie eine Stunde auf dem See waren. Das steht da aber gar nicht, und das werden wir gleich sehen.
Ich lese uns den Predigttext, wie gesagt heute ausnahmsweise mal aus der Luther 2017. Das ist der Text, den ihr auch in euren Gottesdienstblättern vorfindet. Bis auf ganz kleine Unterschiede ist er identisch mit dem Luther-84-Text:
Am Abend aber gingen seine Jünger hinab an das Meer, stiegen in ein Boot und fuhren über das Meer nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Und das Meer wurde aufgewühlt von einem starken Wind.
Als sie nun in etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert waren, sahen sie Jesus auf dem Meer gehen und nah an das Boot kommen, und sie fürchteten sich. Er aber sprach zu ihnen: Ich bin’s, fürchtet euch nicht. Da wollten sie ihn ins Boot nehmen, und sogleich war das Boot am Land, wohin sie fahren wollten.
Das ist unser heute sehr kurzer Predigttext, und wir wollen diesen Text in drei Abschnitten betrachten. Wirklich einen Satz, den ihr auch im Gottesdienstblatt abgedruckt seht, wollen wir entfalten, nämlich: Mitten im Sturm erscheint der Mensch gewordene Gott und bringt die, die ihn aufnehmen, sicher ans Ziel.
Bevor wir aber Gottes Wort zu uns sprechen lassen, möchte ich mit uns und für uns zu Gott sprechen und ihn bitten, uns zu helfen, sein Wort zu verstehen, sodass es uns ins Leben spricht, uns ermutigt und stärkt. Ich bete mit uns.
Himmlischer Vater, wir wollen dir danken, dass du uns in deinem Wort Offenbarung deiner selbst gibst. Danke, dass wir dich kennen können, weil du dich uns offenbarst. Und doch sehen wir, dass wir ganz oft vieles nicht verstehen. Vieles ist für uns furchtsam und erschreckend oder unklar. Und so erkennen wir, dass wir die Hilfe deines Heiligen Geistes brauchen, der uns hineinführen muss in die Tiefe der Erkenntnis.
Und so wollen wir dich bitten, dass du durch deinen Geist uns die Herzen auftust, uns bereit machst, dein Wort zu hören und zu verstehen, sodass dein Wort uns wirklich treffen, ermutigen und zurüsten kann. Zum Glauben und zu jedem guten Werk.
Und so beten wir in Jesu Namen. Amen.
Der Weg der Jünger in die Dunkelheit
Also hatte Jesus seine Jünger am Abend am See Genezareth ans Ufer gesandt und dort gesagt: Steigt in ein Boot und fahrt über das Meer, über das galiläische Meer nach Kapernaum.
Wir können uns vorstellen, wie die Jünger zum See gingen. Wahrscheinlich waren sie total begeistert von dem, was sie gerade erlebt hatten. War das nicht grossartig gewesen? Sie dachten, Jesus müsste seine Predigt jetzt unterbrechen, wegen der vielen Menschen, die dazugekommen waren, als sie gehört hatten, dass Jesus da ist. Sie wollten Jesus hören, sie wollten ihn sehen. Sie hatten gehört, dass er grosse Wunder tat. Sie hatten gehört, dass er fantastische Dinge zu sagen hatte. Sie waren gekommen, und nun war doch der Punkt gekommen, wo es spät wurde, es nicht genug zu essen gab und man weit weg vom nächsten Ort war. Die Leute sollten gehen.
Und Jesus sagte: Die müssen nicht gehen. Dann stellte er einen seiner Jünger auf die Probe, und er versorgte sie auf wunderbare Weise. Er nahm fünf kleine Brote, zwei Fische und teilte aus. Und in seinen Händen vermehrten sich das Brot und die Fische, und alle wurden satt. Und die Jünger waren dabei. Sie sahen das und staunten.
Dann sagte Jesus: Nun nehmt Körbe und sammelt ein, was übrig geblieben ist. Und sie trugen zwölf Körbe davon, vielleicht noch unten mit ans Boot, und sagten: Die nehmen wir mit. Wer weiss, bevor wir das nächste Mal landen, vielleicht sind da auch wieder viele Menschen. Wahrscheinlich sind da viele Menschen, dann haben wir gleich etwas da.
Sie sind begeistert, ganz sicher. Und dann fahren sie los. Jesus hat gesagt: Fahrt ohne mich los. Und sie fahren los.
Wir lesen in den Parallelberichten bei Matthäus und bei Markus, dass Jesus sich auf einen Berg zurückzieht, um zu beten. Es war schon spät, es wird langsam dunkel, aber das war für die Jünger kein Problem. Die meisten von ihnen waren Fischer, sie waren gewohnt, auf diesem See unterwegs zu sein. Und so machen sie sich auf den Weg.
Aber dann, in der Finsternis der Nacht, zieht ein gefährlicher Sturm auf. Das geschah auf dem See Genezareth regelmässig. Durch die geografische Lage zogen immer wieder Winde über die Berge hinunter in den See, sodass es dort zu gefährlichen Stürmen kam. Sie merkten, dass Segeln keinen Sinn mehr machte. Sie griffen zu den Rudern, in der Hoffnung, so vielleicht nach Kapernaum zu kommen. Aber es gab kein Vorankommen.
Matthäus und Markus berichten, dass das, was dann geschieht, tatsächlich zur Zeit der vierten Nachtwache mitten auf dem See geschah. Um das einzuordnen, weil wir mit den Nachtwachen wahrscheinlich nicht ganz so vertraut sind: Die Zeit wurde damals eingeteilt in Tag und Nacht. Die Nacht war von achtzehn Uhr bis sechs Uhr morgens. Und die Zeit während des Tages, das wissen wir, wurde dann in Stunden eingeteilt, die ab Sonnenaufgang gezählt wurden. Das kennen wir von der Kreuzigung, wo wir dann immer diese etwas seltsamen Zeiten haben, zur sechsten Stunde, zur neunten Stunde. Das ist nicht sechs oder neun Uhr, das ist immer plus sechs, weil die Stunden dann von Tagesanbruch an gezählt werden.
Die Nacht wurde aufgeteilt in vier Nachtwachen à drei Stunden. Die vierte war also die letzte Nachtwache. Das heisst, es war zwischen drei Uhr und sechs Uhr morgens. Die Jünger plagten sich also ganz offensichtlich stundenlang vom Sonnenuntergang an, an stundenlangem Rudern, irgendwie voranzukommen, irgendwie in Sicherheit zu kommen. Wahrscheinlich waren sie inzwischen mit ihren Kräften völlig am Ende. Vielleicht hatten sie Angst, von diesem Sturm letztendlich getötet zu werden. Wir wissen gar nicht, was in ihnen los war, aber ganz sicher gab es grosse Fragen bei den Jüngern.
Sie hatten doch getan, was Jesus gesagt hatte. Und Jesus hatte doch eigentlich immer Recht gehabt. Hatte er sie dieses Mal auf eine Mission gesandt, der sie letztendlich nicht gewachsen waren?
Die Gefahr für uns als Zuhörer ist, dass wir das hören und vielleicht so ein bisschen wie wir Eltern auf jüngere Kinder hinabschauen und sagen: Ja, das ist eine gute Frage, aber wir wissen es ja. Ich möchte, dass wir uns ein bisschen mit in die Situation hineinnehmen lassen. Ich weiss übrigens, dass auch die Kinder das wahrscheinlich schon so sehen könnten, weil ihr die Geschichte wahrscheinlich auch schon kennt aus dem Kindergottesdienst und sagt: Ja, ich weiss ja, das geht gut aus, und man muss sich ja keine grossen Sorgen machen. Ich möchte, dass wir uns mal einen Moment in die Situation hineinversetzen.
Da kommen Fragen auf, oder? Jesus schickt dich auf eine Mission, und plötzlich peitscht dir der Wind ins Gesicht, und du merkst, du kommst nicht voran. Und du bist mitten auf diesem grossen See, kein Land in Sicht. Stundenlang ruderst du und bist mit deinen Kräften völlig am Ende. Ich glaube, es ist gar nicht so schwer für uns, uns das vorzustellen. Ich glaube, dass der eine oder andere solche Situationen in seinem Leben schon erlebt hat. Nicht unbedingt in einem Boot auf dem See, aber doch stürmische Zeiten. Zeiten, in denen wir denken: Was ist hier los? Hat Gott mich vergessen? Warum lässt er das zu? Warum greift er nicht ein? Wir werden das oft nicht wissen. Wir werden es immer mal wieder erleben.
Um das deutlich zu sagen: Manche Stürme erleben wir, weil wir nicht im Willen Gottes unterwegs sind. Ich hoffe, das ist uns klar. Manchmal begeben wir uns ganz bewusst auf Wege, die Gott überhaupt nicht gefallen. Wir rebellieren gegen ihn, und in seiner grossen Vaterliebe gebraucht Gott dann Stürme in unserem Leben, um uns zu disziplinieren, um uns in väterlicher Liebe zurückzubringen, damit wir einsehen, dass wir auf falschen Wegen unterwegs sind.
Aber das war hier nicht der Fall. Diese Jünger waren im Gehorsam Gott gegenüber unterwegs, und doch mussten sie erleben, dass sie von den Stürmen nicht verschont geblieben sind. Das sehen wir hier im Text, und das kennen wir aus unserem Leben. Manchmal können wir uns ehrlich fragen und sagen: Ich weiss nicht, dass ich jetzt hier irgendetwas getan habe, was in Rebellion gegen Gott war, und doch erlebe ich Leid, doch erlebe ich, dass hier ein Sturm aufzieht.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es Martin und Annette in den letzten Wochen genauso ging. Wir sind hingegangen in dieses Land, um unserem Herrn zu dienen. Das war oft nicht leicht, aber wir haben es getan, weil wir unseren Herrn lieb haben und weil wir ihm dienen wollen. Wir sind jetzt hier, und wir haben extra noch eine Kurskorrektur vorgenommen, auch in der Überzeugung, dass wir damit das tun, was Gott will, um Menschen zu dienen. Und jetzt schlägt ihnen der Sturm ins Gesicht, und sie merken: Wir kommen nicht an unser Ziel.
Nun, so ging es Jesu Jüngern. Die Jünger waren schon einmal mitten in einem gefährlichen Sturm gewesen, wir wissen das aus den Evangelienberichten. Aber damals war Jesus mit ihnen im Boot. Ich denke, die meisten von uns kennen die Geschichte, wo Jesus mit seinen Jüngern nachts unterwegs ist, als ein heftiger Sturm aufzieht, so heftig, dass die Jünger denken: Das überleben wir nicht. Und was macht Jesus? Er schläft. Und was machen die Jünger? Sie wecken den Zimmermann.
Im ersten Moment keine so clevere Idee, wie mir scheint. Denn wenn ich Fischer bin und ich habe einen Zimmermann dabei, dann lasse ich den Zimmermann pennen, weil der nur im Weg steht. Also stelle ich mir das mal so vor. Den kann man gebrauchen, wenn das Boot nachher kaputt ist. Aber sie wecken ihn.
Und was macht Jesus? Er steht auf und schaut Wind und Wellen an und sagt: Schweig, sei still. Und schlagartig legt sich der Wind, und der See wird ganz still. Damals gebrauchte Jesus den Sturm, um seine göttliche Autorität selbst über die Natur zu erweisen.
Aber dieses Mal war es anders. Dieses Mal war Jesus nicht dabei. Und Johannes berichtet das sehr klar. Er schreibt hier im Text, dass Jesus eben noch nicht gekommen war, er war nicht dabei, und das Meer war aufgewühlt, und es war ein starker Wind. Johannes berichtet das als Augenzeuge, der war ja dabei.
Im Markusevangelium, Markus war kein Augenzeuge, bekommen wir die Szenen aus einer etwas anderen Perspektive geschildert. Markus beschreibt nämlich, wie Jesus, während die Jünger sich auf dem See abmühen, zur vierten Nachtwache, also in diesen frühen Morgenstunden, auf einem Berg betet und die Jünger sieht. Und, ihr Lieben, das ist die Perspektive, die wir im Sturm meist nicht haben, nicht wahr? Wir sehen Jesus nicht. Wir fragen uns: Wo ist Jesus? Was ist hier los? Und das macht uns Angst. Für uns scheint es meist so in solchen Situationen, als wäre alles ausser Kontrolle geraten. Aber das ist nicht der Fall.
Ja, lieber Christ, es ist gut für uns, dass wir uns daran erinnern: Jesus ist der Herr aller Dinge, Wind und Wellen inklusive. Er hatte seine Jünger nicht aus dem Blick verloren. Sie waren genau da, wo sie sein sollten. Denn Jesus hatte mit all dem etwas vor. Das werden wir gleich noch genauer bedenken.
Aber lieber Christ, ich hoffe, dass du inmitten der Stürme deines Lebens das weisst. Du darfst Jesus vertrauen. Du darfst ihm vertrauen, gerade auch, wenn er dich durch stürmische Zeiten gehen lässt. Du darfst darauf vertrauen, dass er damit etwas vorhat, weil er immer etwas vorhat und weil er immer gut ist und es gut meint mit den Seinen. Wir dürfen wissen: Selbst im grössten Sturm, wenn wir seine Kinder sind, wird er uns nicht zugrunde gehen lassen, sondern er wird diese Situation gebrauchen zu unserem Besten.
Genau das hatten die Jünger eigentlich gerade erlebt, nicht wahr? Da waren Menschen zu ihm gekommen, weil sie ihn hören wollten, und das ist ja genau das, was Jesus von uns will: dass wir zu ihm kommen, dass wir uns zu seinen Füssen setzen, dass wir auf ihn hören. Und dann hatten sie auf einmal eine Hungersnot. Aber das war kein Problem. Jesus gebrauchte genau das, um sich noch mehr zu offenbaren, um sich noch mehr zu offenbaren als der Allmächtige, dem nichts unmöglich ist. Die Notzeiten der Menschen sind oft die Zeiten, wo Gott sich am deutlichsten zeigen kann in seiner Allmacht.
Lieber Christ, das ist mein Wunsch für dich, dass du das erkennst in Zeiten, wenn du mitten im Sturm bist. Das ist mein Wunsch für Martin und Annette, dass sie das erkennen und darin Trost und Zuversicht finden. Jesus lässt uns nicht allein. Wenn er uns in einen Sturm führt, dann hat er damit etwas vor, und genau das sehen wir im Fortgang.
Die Erscheinung des Ich Bin im Sturm
Wir lesen in den Versen 19 und 20, wie Jesus mitten im Sturm erscheint. Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert waren, sahen sie Jesus auf dem Meer gehen und nahe an das Boot kommen. Und sie fürchteten sich. Er aber spricht zu ihnen: Ich bin’s, fürchtet euch nicht.
Wir lesen hier, dass sie fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert waren. Das ist eine Maßeinheit, mit der wir ja nicht vertraut sind. Ich musste das auch erst einmal nachlesen: Ein Stadion sind einhundertfünfundachtzig Meter. Das heißt, fünfundzwanzig bis dreißig Stadien sind so plus minus fünf Kilometer.
Sie sollten über den See hinweg segeln, und der See Genezareth ist 21 Kilometer lang und 13 Kilometer breit. Das heißt, wenn ich über den See hinüber soll, dann bin ich, je nachdem, wo genau ich bin, vielleicht zehn oder auch ein paar mehr Kilometer unterwegs. Wenn Sie also fünf Kilometer unterwegs waren, fünf Kilometer hinter sich gebracht hatten, wo waren Sie zu diesem Zeitpunkt? Mittendrin, weit weg vom rettenden Ufer.
Wie gesagt, in Parallelberichten wissen wir, dass das zwischen drei Uhr und sechs Uhr morgens war, Stunden nachdem sie gestartet waren. Und dann kommt Jesus. Endlich kommt Jesus. Er läuft übers Wasser. Und die Jünger sehen, dass da jemand kommt. Aber sie erkennen Jesus nicht. Und sie geraten in Panik, sie fürchten sich, wie es hier heißt.
Ich glaube, auch das können wir nachvollziehen. Stellt euch die Situation noch einmal vor: stundenlang abgeplagt, mitten auf einem riesigen See, und auf einmal kommt irgendetwas übers Wasser gelaufen. Okay, also wenn ihr jetzt sagt: Ja, ist doch klar, dass das Jesus ist, okay, Respekt! Sie geraten in Panik, sie fürchten sich. In den Parallelberichten lesen wir, dass sie meinen, das müsse ein Geist sein.
Aber dann ergreift Jesus das Wort. Wenn Jesus spricht, wenn Gottes Wort erscheint, werden Dinge klar. Und so ist es auch hier. Er spricht zu ihnen und sagt: Ich bin’s! Und er ermutigt sie dann: Fürchtet euch nicht!
Was hier in der deutschen Übersetzung mit dem Wort Ich bin’s nicht so ganz deutlich wird, ist, dass das tatsächlich die gleiche griechische Formulierung ist, die das griechische Neue Testament in Übersetzung des hebräischen Alten Testaments gebraucht, immer da, wo sich Gott selbst offenbart, als der Ich bin. Jesus sagt: Ich bin. Er nennt sich bei dem Gottesnamen, bei dem Namen, den Mose einst gehört hatte, als er Gott das erste Mal wirklich erkannte und mit ihm in Verbindung kam, dort an einem brennenden Busch, nachdem er aus Ägypten geflohen war.
Ich bin ist ein sehr passender Name für Gott, oder? Der ewige Gott: ich bin, er war, er ist, er wird sein. Ich bin. Ewig. Ich bin. Und so gibt Jesus sich hier zu erkennen: Ich bin! Deswegen: Fürchtet euch nicht!
Ich weiß nicht, ob die Jünger in dem Moment in der Lage waren, das zu verstehen, wie viel sie davon genau verstanden haben. Klar war: Sie haben Jesus erkannt. Aber die viel entscheidendere Frage für uns heute ist eigentlich nicht die, was die Jünger genau verstanden haben in dem Moment, sondern die Frage ist, ob wir das verstehen. Verstehst du, dass Jesus der ewige Ich Bin ist?
Wenn wir Jesus für irgendwen oder irgendetwas anderes halten, dann mag er immer noch irgendwie ganz spannend und imposant und interessant sein, aber dann kann er uns letztendlich nicht helfen. Ja, klar, vielleicht könnte es auch jemanden geben, der einfach Wunder tun kann, der Brot und Fische vermehren kann, der vielleicht sogar über das Wasser gehen kann. Aber er könnte uns in letzter Instanz nicht helfen.
Denn der größte Sturm, dem wir uns alle eines Tages stellen müssen, ist eben nicht ein Sturm, wie wir ihn in diesem Leben erleben, sondern das ist der Sturm des Gerichts Gottes. Eines Tages werden wir alle vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen müssen und Rechenschaft ablegen müssen für unser Leben. Die Bibel macht deutlich, dass wir vor dem Heiligen, vor dem vollkommenen Gott nur bestehen können, wenn wir selber heilig und vollkommen sind. Und die Bibel und unsere ehrliche Selbstbetrachtung machen deutlich: Das sind wir nicht.
Wir sind nicht so, wie wir sein sollten. Unser Gewissen bezeugt uns das regelmäßig, dass wir Dinge denken und sagen und tun, die nicht gottgefällig sind, die nicht gut und richtig sind, die nicht heilig und gerecht sind. Und deswegen könnten wir in diesem Sturm des Gerichts Gottes nicht bestehen. Und der einzige Weg, wie wir in diesem Gericht gerettet werden können, ist, wenn Gott selbst kommt und unsere Schuld von uns nimmt, so dass wir befreit von aller Schuld sind, so dass wir vor ihm bestehen können.
Seht ihr, und genau dazu ist Jesus Christus gekommen. Er ist Mensch geworden, um unter uns zu leben. Der ewige Gott, der ewige Ich Bin, wird Mensch und lebt unter uns. Er lebt das vollkommen gute, fürsorgliche, liebevolle, heilige, gerechte Leben, das wir hätten leben sollen. Und dann geht er letztendlich ans Kreuz und nimmt das gerechte Gericht, das wir alle verdient hätten, weil wir eben immer wieder auch Dinge tun, die falsch sind, auf sich.
Er stirbt am Kreuz von Golgatha, um dort die gerechte Strafe der Schuld aller zu tragen, die sich ihm zuwenden im Glauben. Der Ich Bin kommt und lebt und stirbt.
Aber weil er der ewige Ich Bin ist, kann der Tod ihn nicht halten. Jesus Christus ist nicht der Ich war einmal, er ist der Ich Bin, immer noch der Ich Bin. Auferstanden von den Toten lebt er. Und er ist da, auch wenn wir ihn nicht sehen können, er ist da. Er hat es verheißen: Ich bin bei euch, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Er ist der Retter, den wir brauchen. Der Retter, der uns aus dem größten Sturm rettet und der sich hier auch in diesem Sturm zeigt und offenbart als der Ich bin. Und ich hoffe, du erkennst Jesus so, als den Ich bin.
Die Aufnahme Jesu und das sichere Ziel
Am Mittwochabend war im One Book Shop ein wunderbarer Lobpreisabend mit offenen Türen. Viele Menschen kamen vorbei, und ich stand relativ nah an der Tür. Dadurch hatte ich relativ viele Gespräche. Wie das so ist, wenn man an einer Tür steht: viele sehr nette Gespräche, viele, die nicht besonders tief gingen, einige sehr ermutigende und ein relativ schwieriges.
Ein Holländer fand das, was dort gesungen wurde, sehr schön und fragte mich: Was macht ihr hier? Dann kamen wir ins Gespräch, und er meinte: Ja, ich finde Glauben gut. Es ist eigentlich egal, was man glaubt, Hauptsache, man glaubt irgendwas. Na ja, das sehen wir ein bisschen anders.
Das konnte er nicht einfach so stehen lassen, sondern er wurde relativ aggressiv und meinte: Ja, das ist das Problem mit euch. Er erklärte mir, dass das eigentlich die ganzen Probleme überhaupt erst verursacht, dass wir alle meinen, irgendwie unterschiedliche Dinge zu glauben, und eigentlich sei doch alles das Gleiche.
Da habe ich gesagt: Na ja, da ist die entscheidende Frage: Wer ist Jesus? Das ist doch völlig egal, ob er ein Prophet ist, ob er Gottes Sohn ist, ob es ihn überhaupt gegeben hat. Hauptsache, wir haben eine Beziehung mit Gott. Ich habe versucht zu erklären: Aber eine Beziehung mit Gott können wir nur durch Jesus Christus haben. Wir brauchen Jesus Christus, und wir brauchen einen Jesus, der wirklich der Mensch gewordene Gott ist, einen, der der Ich Bin ist.
Das wollte dieser Mann nicht hören, das wollte er nicht wahrhaben. Er ging dann weg. Nun können wir ihm beten, dass der Herr sein Herz noch verändert und er den Ich Bin erkennt.
Die Jünger erkannten den Ich Bin, sie erkennen Jesus. Und seht ihr, was geschieht? Aus Furcht wird Freude. Alle Furcht ist nun weg. Sie nehmen ihn aufs Boot, und sie haben Frieden. Und das ist das, was wir alle brauchen. Wir brauchen den Ich Bin mitten in den Stürmen unseres Lebens.
Ich hoffe, dass du, wenn du Stürme erlebst, wenn du Dinge in deinem Leben erlebst, die dir Angst machen, Dinge, die dir Furcht einflößen, weißt: Jesus ist da. Das beginnt bei euch Kindern, wenn ihr jetzt vielleicht den Schulstart fürchtet, wenn ihr irgendwelche anderen Kinder fürchtet, die vielleicht nicht freundlich sind, wenn ihr Situationen fürchtet. Ja, du musst wissen: Jesus ist da. Er ist der Ich Bin. Er ist da. Er ist nicht der Ich Bin weit weg, er ist der Ich Bin.
Und, ihr Lieben, es ist wichtig, dass wir das auch verstehen. Wir brauchen das. Gerade da, wo wir Chaos um uns herum erleben, wie tröstlich ist es zu wissen, dass der Allmächtige, der selbst übers Meer gehen kann, der Brot und Fische vermehren kann, der selbst den Tod überwunden hat, dass der Ich Bin bei uns ist. Das verändert alles, oder? Wir müssen ihn erkennen. Er ist derjenige, dem nichts unmöglich ist. Er ist derjenige, der uns einlädt und sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.
Jesu Worte verändern alles. Die Angst weicht. Und das sehen wir dann im dritten Punkt, in Vers 21. Da heißt es: Da wollten sie ihn ins Boot nehmen, und sogleich war das Boot am Land, wohin sie fahren wollten. Das heißt, nachdem sie Jesus erkennen, wollen sie ihn bei sich haben. Sie wollen ihn ins Boot nehmen. In Parallelberichten ist klar: Er steigt auch ins Boot. Das wird jetzt hier nicht weiter ausgeführt, aber das ist tatsächlich alles entscheidend.
Jesus ist gekommen, aber nicht alle werden von ihm profitieren. Johannes schreibt ja schon ganz am Anfang seines Evangelienberichts in Kapitel 1, im sogenannten Johannesprolog, ab Vers 1. Er beschreibt, wie der ewige Ich Bin Mensch geworden ist, das Wort, das Licht der Welt, der ewige Sohn. Er kam in sein Eigentum, weil der Ich Bin der Schöpfer aller Dinge ist. Er kam in seine Schöpfung, er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
Seht ihr, die alles entscheidende Frage ist: Was mache ich mit Jesus? Nehme ich ihn auf oder lehne ich ihn ab? Der Mann am Mittwoch im One Book Shop, der wollte Jesus nicht aufnehmen. Dem hilft Jesus dann auch nicht. Nein, wir müssen ihn aufnehmen, wir müssen ihn anerkennen, wir müssen zu ihm kommen. Er sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich. Niemand wird in Sicherheit sein vor dem Richterstuhl Gottes, wenn er nicht zu Jesus kommt. Deswegen kommt zu Jesus.
Also, wenn du heute hier bist und noch Fragen dazu hast, was es heißt, Jesus anzunehmen, ihn als deinen Retter und Herrn aufzunehmen, dann komm bitte mit uns ins Gespräch oder komm gerne auch zum One Book Shop. Dort werden wir im September, vom 9. bis 13. September, Montag bis Freitag jeden Abend um 18.00 Uhr einen Vortrag halten. Ich werde da jeden Abend stehen und einen Vortrag über das Markusevangelium halten und uns diesen Ich Bin vor Augen führen, zeigen, was die Bibel über ihn zu sagen hat.
Das ist eine Einladung an dich, und gerne kannst du auch Freunde mitbringen, die das vielleicht noch genauer verstehen müssen. Diese Flyer liegen unten aus, ausnahmsweise mal nicht hier in der Gemeinde und ausnahmsweise mal nicht unter dem Titel Christsein entdecken, sondern unter One Book Explored. Anderer Name, gleicher Inhalt. Es gibt nichts zu essen, aber es gibt das Brot des Lebens, Jesus Christus.
Denn ganz im Ernst: Mach Gebrauch davon. Es ist alles entscheidend. Die Stürme werden kommen. Es mag sein, dass du gerade in einer Lebensphase bist, wo du denkst, das läuft alles eigentlich ganz gut für mich. Wunderbar, das freut mich. Aber die Zeiten werden sich ändern.
Ich habe gestern Nachmittag eine Trauung gehalten und hatte abends noch ein Gespräch mit einer jungen Philosophin. Ein interessantes Gespräch, eine sehr, sehr nette junge Dame. Und wir kamen auch sofort über Glaubensfragen ins Gespräch, auch tief ins Gespräch. Sie hat gute Fragen gestellt und dabei auch manche Dinge wirklich schon erkannt. Aber dann kamen wir auf den existenziellen Punkt, dass wir Jesus wirklich brauchen, nicht nur irgendwie intellektuell ihn für möglich halten oder bestimmte Konzepte ganz interessant finden.
Und da hat sie mir gesagt: Oh ja, Matthias, weißt du, das brauche ich eigentlich nicht, weil mir geht es auch so gut. Und speichere das mal auf deiner Festplatte für die Zeiten, wenn du merkst, dass du Hilfe brauchst. Die brauchst du jetzt schon, aber du erkennst es noch nicht. Aber wenn du es erkennst, dann hab das bitte präsent, und dann weißt du, wo du mich finden kannst. Sie kennt natürlich das Brautpaar.
Und das ist so wichtig, dass wir das verstehen: Wir brauchen Hilfe. Die Stürme kommen. Der letzte große Sturm kommt gewiss. Und manchmal sind die Stürme, die Jesus ins Leben von Menschen sendet, genau dazu da, dass sie erkennen, dass sie eben nicht alles im Griff haben und dass sie einen brauchen, der alles im Griff hat. Die Stürme des Lebens sind nicht nutzlos. Gott gebraucht sie immer im Leben der Menschen, denen er diese Stürme sendet. Die Jünger durften das erkennen. Wir müssen das auch erkennen.
Vielleicht noch ein Wort an euch Kinder hier in der Gemeinde, die auch heute einige hier sind. Vielleicht ist die Predigt für euch schon viel zu lang, aber vielleicht schenkt ihr mir für einen Moment noch einmal Gehör. Ich nehme an, ihr seid hier, weil eure Eltern euch in der Regel mitgebracht haben. Das heißt, wahrscheinlich habt ihr schon viel von Jesus gehört, vielleicht seid ihr eine Familie, die gemeinsam Jesus auch nachfolgt.
Aber mir ist wichtig, dass ihr das versteht, was hier deutlich wird: Jeder von euch ganz persönlich muss Jesus aufnehmen. Es reicht nicht einfach, Teil einer christlichen Familie zu sein. Es ist wirklich entscheidend, dass du für dich irgendwann erkennst: Ich brauche ganz persönlich diesen Jesus. Ich brauche ihn als den Herrn meines Lebens, der mir Wegweisung gibt. Ich brauche ihn als meinen Retter, der mich vor dem Gericht Gottes rettet und der mir beistehen kann in allen Nöten.
Du bist nicht automatisch Christ, nur weil deine Eltern Christen sind. Das war meine Ermutigung. Vielleicht redest du heute beim Mittagessen mal mit deinen Eltern darüber, was es bedeutet, für dich Jesus aufzunehmen und Jesus wirklich in deinem Lebensboot zu haben.
Nun, Jesus kommt zu den Jüngern, sie erkennen den Ich Bin, sie nehmen ihn auf, und dann lesen wir, dass sie quasi schlagartig am Ziel sind: Sogleich war das Boot am Land, wohin sie fahren wollten. Interessant, eben waren sie noch mitten auf dem See, sogleich sind sie am Land. Ich kann mir das nicht anders erklären, als dass auch das ein Wunder ist.
Ruben Wagner hat letzte Woche richtig erklärt, dass alle Wunder, die Jesus tut, immer Zeichen sind. Zeichen, die auf etwas hinweisen sollen. Und ich glaube, hier steckt eine ganz große Ermutigung drin. Wer Jesus im Glauben als seinen Retter und Herrn annimmt, wer ihn aufnimmt, der muss nichts mehr fürchten. Der darf wissen: Ich komme sicher ans Ziel, an das Ziel des Lebens, an dem alle Ängste, alle Nöte, alles Leid, alle Sorgen ein Ende haben werden.
Jesus bringt die, die ihn aufnehmen, sicher ans Ziel. Jesus spricht dir zu, lieber Christ: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Und er nimmt uns mit. Und er bringt uns sicher an dieses große Ziel.
Das heißt, wir werden hier auf Erden schwere Zeiten durchleben. Das ist Teil des Lebens in einer gefallenen Welt. Wir erleben schöne und gute Zeiten, und wir erleben schlimme und schwierige Zeiten. In allem aber ist der Ich Bin bei uns. Wir werden nicht immer verstehen, warum der Ich Bin uns manchmal in Stürme sendet. Aber vielleicht will er Stürme auch in deinem Leben gebrauchen.
Ich bin mir sicher, es sind einige unter uns, die gerade durch solche Zeiten gehen. Vielleicht will der Herr gerade diese Zeiten in deinem Leben gebrauchen, damit du ihn wieder klarer in den Blick bekommst. Mein Gebet für dich heute Vormittag ist, dass diese Predigt, dass dieser Predigttext dir genau dabei hilft, wieder neu zu erkennen, was auch immer gerade los ist. Der Ich Bin spricht zu dir, der Ich Bin sagt: Fürchte dich nicht, der Ich Bin sagt: Keine Sorge, ich bringe dich sicher ans Ufer.
Und so können wir getrost leben, in schweren Zeiten, in guten Zeiten, bis wir das Ziel erreichen. Und so möchte ich mit uns beten.
Himmlischer Vater, danke, dass du uns nicht belassen hast, da, wo wir uns hinbegeben haben, weit entfernt von dir. Da, wo wir von dir weggelaufen sind, wo wir dich ignoriert haben, wo wir unsere eigenen Herren sein wollten, hast du uns nicht in der Verlorenheit gelassen, sondern du hast Fleisch angenommen. In Jesus Christus bist du zu uns gekommen.
Danke, dass du für uns gelebt hast. Danke, dass du uns in deinem Leben gezeigt hast, dass du ein Retter bist, der uns aus jeder Not retten kann. Danke, dass du der Herr bist, der Worte des Lebens hat. Danke, dass du der Ich Bin bist, der den Tod überwunden hat und der ewig sein wird. Und danke, dass du uns einlädst, dich in unserem Leben zu haben.
Und ich bete, dass keiner heute nach Hause geht, der durch die Stürme des Lebens gehen muss ohne dich. Ja, Herr, ich bete, dass gerade auch die, die durch schwere Zeiten gehen, in diesen Zeiten erleben: Du bist da mit deinem Trost, mit deiner Allmacht, mit deiner Liebe und Fürsorge, und dass sie so inmitten auch der größten Stürme keine Furcht haben müssen, sondern getröstet sind.
Das beten wir für Martin und Annette. Tröste sie in diesen Tagen, tröste sie mit dem, was sie brauchen, im festen Vertrauen darauf, dass du einen guten Plan für sie hast. Und so danken wir dir, dass du bei uns bist alle Tage, der ewige Ich Bin. Amen.
