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Offene Fragerunde (Teil 2)

29.10.2015
Event•Teil 8 / 11Spurgeon-Konferenz 2015
Gott hält, was er verspricht – auch wenn du warten musst. Die eigentliche Frage ist: Vertraust du ihm noch, wenn sich sein Plan nicht sofort erklärt?

Die ursprüngliche Hörerschaft und die bleibende Verlässlichkeit Gottes

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir müssen jetzt etwas schneller machen, und ich versuche jetzt, nicht mehr ganz so lange zu brauchen.
Die Frage ist: Wer war denn die ursprüngliche Zuhörerschaft von Jesaja 48? Wenn es also die Menschen oder das Volk Israel vor dem Exil waren, was war dann die Hauptbotschaft Jesajas an sie?
Ja, es ist das Volk Israel vor dem Exil. Was war also die Hauptbotschaft für sie? In den ersten sechs Versen dieses Kapitels wird das Volk in Jesajas Tagen beschrieben. Gott spricht zu ihnen, und sie widerstehen seinen Worten und vertrauen den Götzen.
Gott spricht zu ihnen, und sie widerstehen ihm und vertrauen den Götzen. Für sie ist also die Botschaft, dass Gott bereits zu ihnen über die Zukunft gesprochen hat. Dann spricht er über die Zukunft Babylons und erklärt das Exil. Und: „God prophesied in Isaiah's day and it came true, God has prophesied about our day and it's become true.“
So werden also die Menschen dann im Exil oder nach dem Exil sagen: Ja, Gott hat für die Menschen vor dem Exil prophezeit, und es ist eingetroffen. Und Gott hat auch für uns bereits prophezeit, und auch das wird eintreffen.
So ist also die Hauptbotschaft: Vertraue diesem Gott und höre auf diesen Gott, denn er wird erfüllen, was er seinem Volk verheißen hat. Und es ist also irrelevant, ob du im Israel vor dem Exil lebst, in Babylon oder wieder im Israel nach dem Exil. Dieser Gott, der hier vorgestellt wird, ist immer derselbe, und seine Botschaft ist immer wahr.

Die Gottesknechtslieder und der Blick auf Christus

Are the songs of the servant only interpretable with focus on Jesus, or also with regard to the near future of the audience back then? What do the servant songs mean for the audience back then, with regard to the first peak of the three hills?
Also, die zweite Frage ist: Sind die Lieder des Knechtes, die Gottesknechtslieder, nur auf Jesus auszulegen oder auch auf die nahe Zukunft der damaligen Hörer Jesajas? Was bedeuten diese Knechtslieder für die Hörer damals?
Ich denke, dass wir sie eben nur auf Jesus hin auslegen können, wegen der Auslegung oder der Lehre des Neuen Testaments. Ihr erinnert euch an das Luther-Zitat: Wir lesen die Bibel zwar vorwärts, aber wir verstehen sie rückwärts. So verstehen wir also diese Gottesknechtslieder durch die Brille Jesu.
Aber sie konnten damals natürlich nicht wissen, dass es 700 Jahre dauern wird, bis er kommt. Wir wissen das, aber sie konnten es nicht wissen. Es hätte ja in einem Jahr oder so passieren können. Also, wir wissen natürlich, es konnte nicht so passieren, weil es ja Gottes Plan war. Aber aus ihrer Perspektive, aus ihrer Sicht, hätte es ja direkt passieren können.
So I think for them hearing this message for the first time it's a terrific encouragement to hold on to God. He's going to send a Messiah. He's going to do a great work of deliverance.
Ich denke, für sie ist es wirklich eine unglaubliche Ermutigung, dass Gott einen Messias senden wird, der uns erretten wird, und das kann bald passieren. It's a bit like us holding on to the promise of the second coming.
Und es ist in etwa so wie mit uns, wie wir auf das zweite Kommen Jesu vertrauen. When the apostles taught about the second coming I don't suppose they knew.
Einige der Apostel haben vom Zweiten Kommen Jesu geschrieben, und ich denke, sie gingen nicht davon aus, dass es über zweitausend Jahre dauern wird. Aber da nun mal tausend Jahre für Gott nur ein Tag sind, ist es eben keine kurze Zeit für Gott. Also halten wir auch fest an den Verheißungen, auch wenn es eine lange Zeit ist.
Und ich denke, eben deshalb wurden diese Gottesknechtslieder so für die Generation Jesajas gegeben, damit sie diese Sicht wahrnehmen.

Verantwortung des Menschen und Gottes souveräne Wahl

Die dritte Frage: zwei Bibelverse, die zusammenzunehmen sind. Jesaja 30,15. Hier gibt es zwei Verse, die zusammengenommen werden. Zunächst Jesaja 30,15. Lasst uns Jesaja 30,15 lesen. Da heißt es:
Denn so spricht der Herr, Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe würdet ihr gerettet werden, im Stillsein und im Vertrauen würde eure Stärke sein. Aber ihr habt nicht gewollt.
Das letzte Stück ist die wichtige Frage. Verknüpfe es mit Matthäus 23. Das letzte Stück ist die wichtige Passage, und jetzt verbinden wir das mit Matthäus 23. Matthäus 23,37. Da heißt es:
Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und die zu dir gesandt sind steinigst! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihren Flügeln sammelt; und ihr habt nicht gewollt.
Auch hier haben wir wieder diese Aussage: Ich wollte euch sammeln, aber ihr habt nicht gewollt.
Hier ist die Frage: Wie passen diese beiden Verse, die eine Verantwortung und Entscheidung des Menschen für Gott und seine Rettung implizieren, zusammen mit Gottes souveräner Erwählung einiger durch Gnade zum Heil? Vor allem, da die Verse nicht sagen: Ihr konntet nicht, weil ihr nicht wiedergeboren wart.
Ich lese euch die Frage noch einmal vor: Wie passen diese beiden Stellen, die ja eine Verantwortung und Entscheidung des Menschen für Gott und seine Rettung implizieren, zusammen mit Gottes souveräner Gnadenwahl einzelner Menschen zum Heil? Es steht ja dort nicht: Ihr habt nicht gekonnt, weil ihr noch nicht wiedergeboren wurdet.
Das ist eine Frage, der wir uns immer wieder stellen müssen und die sich viele Menschen schon in vielen Situationen gestellt haben. Wie können wir einerseits von der Souveränität Gottes sprechen und andererseits von der Verantwortung des Menschen? Weil ich aber nicht denke, dass der Mensch einen freien Willen hat. Unser Wille ist durch die Sünde gebunden, und weil wir von Natur aus sündig sind, haben wir nicht die Freiheit, diesen Willen auszuüben. Eben weil wir von Natur aus Sünder sind, haben wir nicht die Freiheit, das zu tun, was wir wollen.
Muss man daraus also schließen, dass wir nicht verantwortlich sind, dass Gott uns programmiert hat? Muss man daraus also schließen, dass wir nicht verantwortlich sind für unser Tun, dass wir wie Roboter sind, die Gott geschaffen hat? Nein, sicherlich nicht. Denn die Bibel will uns immer wieder dahin bringen, dass wir verstehen, dass wir vor Gott verantwortlich sind.
Verstockt euer Herz nicht. Ihr seid verantwortlich. Wir haben vorhin gesagt: Wenn ihr meine Stimme hört, dann verstockt eure Herzen nicht. Ihr seid verantwortlich.
So muss ich diese beiden Dinge zusammenhalten: dass Gott souverän ist und dass ich für mein eigenes Leben verantwortlich bin. Und ich muss beides glauben. Mir bleibt letztendlich nichts anderes übrig, als zu sagen: Ja, es gibt die Souveränität Gottes, und es gibt die Verantwortung des Menschen. Und beide stimmen, auch wenn ich es nicht verstehen kann.
Und ich glaube beides, nicht nur, weil ich ein Mensch mit sehr wenig Verstand bin, sondern weil die Bibel beides lehrt. Und wenn du und ich dieses Rätsel lösen könnten, dann würden wir den Verstand Gottes verstehen. Denn wenn du und ich, wenn wir dieses Rätsel lösen könnten, dann wüssten wir sozusagen über Gottes Verstand Bescheid. Wir hätten ihn in der Hand. Und das würde letztendlich bedeuten, dass dieser Gott, den wir dann verstanden hätten, kleiner wäre als unser Verstand, weil wir ihn sozusagen entschlüsselt hätten. Und jeder Gott, der kleiner ist als mein kleiner Verstand, der ist es nicht wert, als Gott angesehen zu werden.
Das ist also das, was die Bibel ein Geheimnis nennt. Es ist etwas, das über das Verständnis des Menschen hinausgeht. Aber es ist nun einmal so, wie es praktisch funktioniert: Wir hören das Wort Gottes gepredigt, und manchmal sagen wir: Nein, ich will das nicht. Wir verhärten unser Herz, und wir selbst sind dafür verantwortlich.
Und wir können am Tag des Gerichts nicht sagen, dass Gott gesagt habe: Ich wollte, dass du dich nicht bekehrst, weil ich dich nicht erwählt habe. Und keiner von uns kann am Gerichtstag zu Gott kommen und sagen: Ja, ich wollte ja umkehren, aber ich konnte nicht, weil du mich nicht erwählt hast. Denn die Bibel sagt, dass jeder, der will, kommen wird. Wir wissen, dass Gott die Seinen kennt, denn ihre Namen sind von Ewigkeit an im Buch des Lebens geschrieben.
Wir sind verantwortlich. Wir müssen unseren Glauben auf Christus setzen. Ich stehe vor der Tür des Evangeliums, und da steht: Tut Buße und glaubt der guten Nachricht. Und der Heilige Geist befähigt mich dazu, indem er mir neues Leben gibt und mich Buße tun lässt.
Und ich gehe durch die Tür des Evangeliums. Und ich drehe mich um, und auf der anderen Seite steht: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich euch.
Und beide Wahrheiten stimmen. Also jubelt.

Die Frage nach der eigenen Eignung zum Predigen

Die Frage Nummer vier: to standing in front of people and preach or talk about a topic because of knowing my own sinfulness should I then stand in front of people? Was tun, wenn man sich selbst ein Hindernisgrund ist, vorne zu stehen und zu predigen, Themen zu halten, weil man seine eigene Sündhaftigkeit im täglichen Leben kennt? Sollte man dann vorne stehen?
Das ist eine wirklich sehr gesunde geistliche Frage. Die Situation, in der wir wirklich keine Furcht haben sollten, ist dann, wenn wir eben nicht zittern, weil wir solche großen Sünder sind.
My own heart and what a sinful person I am, how can I speak to these people? Wir werden immer wieder in diese Situation kommen, wo wir sagen können: Wie soll ich zu diesen Menschen sprechen, da ich doch selbst ein wirklich so verdorbenes Herz habe, ein so sündiger Mensch bin? But there is repentance, there is confession, there is the precious blood of Christ. Aber es gibt eben die Buße, es gibt das Sündenbekenntnis und es gibt die Vergebung Jesu Christi.
Not in my own righteousness, because I have none, but clothed in the righteousness of Christ. Und ich stelle mich also vor die Gemeinde Gottes nicht durch meine eigene Gerechtigkeit, weil ich die nicht besitze, sondern durch die Gerechtigkeit, die Christus mir gibt.
Und dann sage ich demütig zum Herrn: Herr, möchtest du mich gebrauchen? Du kannst mich nutzen, wenn du willst. Der Tag, an dem ich denke, dass ich es wert bin, dies zu tun, ist der Tag, an dem ich aufhören muss.
Preist den Herrn, dass du wirklich diese Erniedrigung selbst spürst, und vertrau ihm, dass er dich wachsen lässt, dass er dich stärken wird, dass er dich stärken wird, damit du immer mehr in das Bild Christi verwandelt wirst.

Die Hoffnung von Jesaja 65 und die Sprache der Ewigkeit

Nr. 5 Does Isaiah 65, 17-25 about the new heavens and the new earth only relate to eternity after the second coming of Christ? If yes, how do the descriptions of death, age and curse in verse 20 fit to this time?
Bezieht sich in Jesaja 65,17-25, in Klammern der neue Himmel, ausschließlich auf die Ewigkeit nach dem zweiten Kommen von Jesus Christus? Falls ja, wie passen dann die Beschreibungen von Tod, Alter und Fluch in Vers 20 auf diese Zeit?
In Vers 20 heißt es: „Und dort wird kein Säugling von einigen Tagen und kein Greis mehr sein, der seine Tage nicht erfüllte; denn der Jüngling wird als Hundertjähriger sterben, und der Sünder als Hundertjähriger verflucht werden.“
Wir brauchen vor Gott immer wieder, dass er zu uns in einer Sprache spricht, die wir verstehen können, damit wir himmlische, ewige Dinge verstehen lernen, die wir sonst nicht beschreiben könnten. Und hier spricht er also von der Tragödie des Todes, zum Beispiel von einem Säugling, der nach wenigen Tagen stirbt, oder von einem Mann, der vor einem hohen Alter stirbt. Aber es sagt, dass eben dann in der neuen Schöpfung diese Dinge nicht mehr passen werden oder passieren werden.
Er nutzt eben diese Sprache, um aufzuzeigen, dass diese ewige Sache so ist, dass jemand, der mit hundert Jahren stirbt, wie ein Jüngling ist. Denn wir würden einen Hundertjährigen für einen sehr alten Mann halten. Aber das soll uns helfen, diese ewigen Dinge zu verstehen, die wir doch eigentlich hier in Zeit gebunden sind.
Diese Aussage nutzt also unsere zeitgebundene Sprache, um eben dieses ewige Leben bei Gott zu beschreiben. Und wenn wir die neutestamentliche Version davon lesen, dann sehen wir die Vollendung: Da ist kein Schmerz, kein Leid, kein Sterben mehr, eine Realität, die über unser Verständnis hinausgeht. Und deswegen, denke ich, nutzt er hier eine ganz irdische Sprache, um uns etwas aufzuzeigen, was über unserer Vorstellungskraft liegt.

Wie eine Predigtreihe durch Jesaja aufgebaut werden kann

Und die letzte Frage ist: Wie kann eine Predigtreihe über das Buch Jesaja aussehen? Nach welchen Kriterien sollte man auswählen, welche Ausschnitte aus Jesaja man predigt, wenn man nicht das ganze Buch am Stück fortlaufend predigen möchte?
Wir haben das meiste vorher schon besprochen. Ich würde nur sagen, dass wir uns wirklich für die großen Ideen interessieren, die das Buch lehrt. Wir müssen uns mit den Hauptgedanken des Buches beschäftigen.
Also brauchst du gewiss eine Predigt, die über die Souveränität Gottes spricht. Vielleicht eine weitere, die über die Souveränität in der Schöpfung und in der Geschichte spricht. Dazu kommt etwas über die Verheißung und die Person des Messias, des Knechtes, und auch über die Aufgabe des Messias, des Knechtes.
Möglicherweise wäre dann die letzte Predigt über den neuen Himmel und die neue Erde, wenn eben die gottlose Stadt zur treuen Stadt wird.
Deine Aufgabe in der Vorbereitung wäre also, dass du dieses Buch studierst und herausfindest, was die großen Pfeiler Jesajas sind, auf denen das ganze Buch ruht. Die großen Säulen des Buches tragen das Ganze.
Also lasst uns die letzten Fragen so schnell wie möglich jetzt durchgehen, damit wir bis neun fertig werden.

Weitere Fragen zu Jesaja 48, 43, 38 und zur Person des Propheten

Ein paar Fragen über Jesaja. Es beginnt mit Kapitel 48, Vers 1. Also, wie ist Israel aus dem Wasser Judas entsprungen, was bedeutet das? Und hier in Vers 1 haben wir drei Namen für die Söhne Abrahams, für die Bundesgruppe. Sie nennen sich das Haus Jakobs, sie werden das Haus Israel genannt, der Name Israel, und sie kommen aus der Linie Judas. Dies ist eben an das südliche Königreich, an Juda, gerichtet. But you go back historically and they were called Israel before the division. Aber wenn man historisch zurückblickt, vor der Trennung mit dem Nordreich, da wurden sie Israel genannt. Und wenn du noch weiter zurückgehst, dann siehst du, sie wurden das Haus Jakobs genannt, weil sie eben Nachfahren Jakobs sind. Also sind es drei verschiedene Beschreibungen für die gleiche Gruppe von Menschen. Und das sind eben die Menschen, die Jesaja in seiner Botschaft anspricht.
Also ist die Frage: Christen zitieren gerne alttestamentliche Passagen, um sich einander zu erbauen, zum Beispiel hier in Jesaja 43, die ersten beiden Verse. Was denkst du darüber, weil diese Verse ja oft eigentlich von Israel sprechen? Ich denke, dass es eben auch von Christen spricht, nämlich zwischen dem zweiten und dem dritten Gipfel. Denn wir haben die Gipfel, die Abraham gemacht hat, uns. Wir haben die Verheißung geerbt, die Abraham gebührt. So wurden wir in diesen Versen also geschaffen, wurden Gottes Volk. Er hat uns erlöst und hat uns beim Namen gerufen durch Jesus Christus. Es ist derselbe Jesus, der auch zu uns gesagt hat: Ich bin mit euch bis ans Ende aller Tage. So, wo immer wir durchgehen, durchs Wasser, durchs Feuer, durch die Flüsse, er ist mit uns.
Also, der erste Hügel ist Israel, das gerade auf das Exil schaut. Hügel zwei ist Jesus Christus, wie er auf das Kreuz von Golgatha blickt, wie er unsere Schuld und Sünde auf sich nimmt, um uns zu erlösen. Und wir stehen sozusagen auf der anderen Seite des Kreuzes und nehmen diese Verheißung in Anspruch durch Christus. Aber die Verheißungen werden erst vollständig in der Ewigkeit erfüllt sein.
Im Galaterbrief spricht Paulus davon, dass die Verheißungen an Abraham uns gegeben wurden. Schaut mal in Galater 3,14. Er hat uns erlöst, damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Nationen käme, damit wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben. So by faith in Christ Jesus we receive the promise of the Spirit. Eben durch den Glauben an Jesus Christus haben wir die Verheißung bekommen und geerbt. Sind diese Verheißungen für die Kinder Abrahams? Ja, natürlich. Bist du ein Kind Abrahams? Ja, natürlich. In Galater 3,29 heißt es: Denn wenn ihr Christus angehört, so seid ihr denn Abrahams Nachkommen und nach Verheißung Erben. Das sind Verheißungen für uns Mitglieder des neuen Bundes, also lasst sie uns in Anspruch nehmen.
Eine weitere Frage aus Jesaja, dieses Mal aus Jesaja 38,7-8. Lasst uns erst einmal die zwei Verse lesen, und dann werden wir die Frage lesen. Jesaja 38, die Verse 7 und 8: Dies wird dir ein Zeichen sein von Seiten des Herrn, dass der Herr dieses Wort tun wird, das er geredet hat. Siehe, ich lasse den Schatten der Stufen, die er an der Sonnenuhr des Ahas durch die Sonne hinuntergegangen ist, um zehn Stufen rückwärts gehen, und die Sonne kehrte an der Sonnenuhr zehn Stufen zurück, die sie hinuntergegangen war.
Hier geht es im Kontext darum, dass Hiskia von Gott geheilt wird, und die Frage ist, warum gibt es denn dieses Zeichen? Die Frage ist also: Eine Heilung wird nun mal erkannt, wenn man die Heilung betrachtet. Entschuldigung, er hat sein Ohr verloren. Also, eine Heilung wird wahrgenommen, wenn man die Heilung betrachtet. Wofür wäre dann also noch ein Zeichen notwendig? Und hier ist es sogar so, dass dieses Zeichen sogar größer ist als die Heilung selbst.
Das ist eine gute Frage. Zeichen können also eher vorausschauend sein für die Zukunft und vorherzusagen, was in Zukunft passieren wird, oder sie können bestätigen, was in der Vergangenheit passiert ist. Und dieses Zeichen bestätigt eben das, was Gott tun will, nämlich die Heilung von Hiskia. Es muss also nicht immer nur vorausschauend sein, sondern es kann einfach auch bestätigen, was passiert ist. Es zeigt einfach, wie wichtig es Gott war, Hiskia zu bestätigen, damit er so ein großes Zeichen getan hat.

Jesajas Leben, sein Gehorsam und offene theologische Fragen

Wir haben es fast geschafft. Könntet ihr uns etwas über Jesaja erzählen, über diesen Mann, über sein Leben und seinen Charakter?
Er war ungefähr sechzig Jahre alt und hatte am Ende seines Lebens graue Haare. Um ehrlich zu sein, wissen wir nicht viel über Jesaja. Es gibt eine starke Tradition in der Kirchengeschichte, die besagt, dass der Hebräerbrief, wenn er von einem zersägten Propheten spricht, von Jesaja redet. Das ist jedoch nur kirchliche Überlieferung, und wir wissen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, ob das historisch wirklich so geschehen ist.
Wir wissen zumindest, dass er ein Mann war, der Gott gegenüber wirklich völlig gehorsam war. Das ging sogar so weit, dass er seinen Kindern Namen gab, für die sie ihn vermutlich verflucht haben. Stellt euch nur vor, wie es sich anhört, wenn euer Sohn Masha'l al-Hashbat heißt. Vielleicht haben die anderen Kinder auf dem Spielplatz ihn einfach Baz genannt. Was ist ein Baz? Nun ja, das ist dann wohl die letzte Silbe des Namens. Stellt euch das im Sandkasten vor: Da haben sie ihn bestimmt einfach nur abgekürzt.
Warum hat Jesaja diese verrückte Sache gemacht? Nun, weil er gehorsam war gegenüber dem, was Gott ihm geboten hatte. Er war ein sehr fähiger Poet unter der Inspiration des Geistes, und er war ein sehr fähiger Prediger. Er war ein Mann, dessen Lippen von der Kohle des Altars berührt wurden, und er wurde ein großer Diener Gottes. Mehr als das weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Das war wahrscheinlich ein Presbyterianer, der die Frage gestellt hat: Was meinst du, befürwortet Jesaja eher ein supralapsarisches oder ein infralapsarisches Verständnis der Erlösung? Und die Antwort ist: Ich habe keine Ahnung. Ich denke, dass die Bibel uns darauf keine wirkliche Antwort gibt. Und gerade weil die Bibel uns darauf keine Antwort gibt, sollten wir uns vielmehr bemühen, einfach auf das zu schauen, was die Bibel sagt, und nicht auf unsere theologischen Strukturen.
Diese beiden Begriffe haben wir ja erklärt, weil ich glaube, 99 von uns wissen nicht, was das bedeutet oder worin der Unterschied in dieser Frage besteht. Vielleicht erklärt der Fragesteller die beiden Begriffe am besten selbst. Ich weiß nur insofern etwas darüber, dass das wohl mit den Ratschlüssen Gottes zu tun hat, glaube ich, in der Reihenfolge. Kann das sein? Wer war das denn?
Wenn Gott Menschen erwählt, hat er dann den Fall und die Sünde schon im Blick, oder erwählt er sie einfach unabhängig von der Sünde und vom Fall Adams? Manche Dinge sind Geheimnisse, und ich denke, wir können viel Zeit damit verbringen, nicht auf das zu schauen, was wir wissen, weil wir darüber streiten, was wir nicht wissen. Also tut es mir leid, ich weiß die Antwort nicht.
Ja, ich kann darauf keine Antwort geben, und ich glaube auch, dass die Bibel uns keine Antwort gibt. Manchmal denke ich, dass wir versuchen, Fragen zu beantworten, die wir gar nicht beantworten können, anstatt die Fragen zu beantworten, die wir anhand der Schrift beantworten können.
Und ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt, es ist neun Uhr, und die Frage ist: Welches Endzeitmodell würdest du als das plausibelste ansehen, und warum? Also, wir wissen jetzt nicht genau, ob das hier um neun Uhr noch die richtige Frage ist, nämlich welches Endzeitmodell du am plausibelsten halten würdest und warum.
Ich werde diese Frage heute Abend nicht mehr beantworten. Morgen werden wir aber Jesaja 56 bis 66 anschauen, und ich werde versuchen, etwas darüber im Zusammenhang mit diesem letzten Abschnitt zu sagen, der sich ganz mit der Endzeit beschäftigt. Vielen Dank für die Frage, aber selbst wenn ihr nicht zufrieden seid, ich werde sie um neun Uhr nicht mehr beantworten.
Also, vielen Dank für die Frage. Aber ich denke, die beste Endzeitlehre ist die jetzt von neun Uhr. Die Kirche hat gebimmelt, und wir werden morgen noch mehr über Jesaja 65 und 66 hören. Dann werden wir uns damit etwas beschäftigen, aber nicht mehr heute.
Es gibt noch zwei, drei weitere Fragen, die wir heute nicht mehr schaffen. Aber morgen haben wir noch einmal ein kleines Zeitfenster in der letzten Session, in der letzten Stunde. Und ich danke euch für euer Zuhören. Ja, genau.