Persönliche Erfahrungen und Motivation im Glauben
Das war eher nur eine schnelle Antwort, damit ich meinen Plan durchbekomme und er an Bord ist. Für mich ist das der Punkt, an dem ich weiß, dass es sich lohnt, zu investieren. Ich habe ja gesehen, was Gott mit mir gemacht hat.
Erinnerst du dich noch, wie ich da gesessen und einfach geweint habe? Ich war so: Ich will diesen Schritt machen, ich will diesem Gott mein Leben abgeben. Ich glaube, das ist irgendwo auch der Ansporn zu sagen: Leute, es ist nicht perfekt, es ist schwierig.
Es gab keinen Tag, an dem es nicht so war. Im ersten Jahr haben wir uns nicht mehr gezeigt. Die Leute wussten gar nicht, wer wir sind. Ich habe die ungesundesten Lehren überhaupt aufgesogen, weil ich keine Gemeinde hatte, niemanden, der mich korrigieren konnte, und niemanden, den ich fragen konnte.
Die Bibel kann Menschen verändern. Gott kann durch die Bibel Menschen erreichen und sie komplett umpolen. Warum? Weil ich es erlebt habe.
Um Nachfolge zu verstehen, mache ich Hashtag Bibelfit. Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge: Wir versuchen, tiefer in die Bibel einzusteigen. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.
Zu alldem gibt es Dutzende kostenfreie Tools. Es gibt Hörbücher, Online-Kurse, Tageschallenges und praktische Alltagsgegenstände, die du dir auf der Website gratis mitnehmen kannst.
Zur Transparenz: Finanziert wird all das hier durch kleine monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist sehr hilfreich, weil dieses Projekt langsam Fahrt aufnimmt.
Vorstellung der Gäste und Ursprung des Kanals
Ich freue mich sehr, dass wir heute Esther und Chris von Together in God zu Gast haben dürfen. Esther und Chris gehörten damals zu den ersten Menschen in Deutschland, die regelmäßig christliche Inhalte in den sozialen Medien erstellt und geteilt haben. Was für ein Segen sie dabei für andere geworden sind!
Die beiden waren einer der ersten Kanäle, die ich damals auf Instagram abonniert habe. Jetzt, wo sie auch auf YouTube aktiv sind, folge ich ihnen dort ebenfalls. Ihre Beiträge habe ich selbst am regelmäßigsten gelesen und gesehen. Wie für über zehntausend andere Menschen sind Esther und Chris auch für meine Frau und mich eine große Bereicherung und Inspiration. Ich durfte damals viel von ihnen lernen.
Damals hatten die beiden noch kein Theologiestudium absolviert und waren weder von einer Universität noch von einer Gemeinde angestellt. Sie waren beide noch ganz jung – auch im Glauben – als sie angefangen haben, ihren Weg durch die Bibel zu teilen. Als sympathisches christliches Paar begleiteten sie ihre Community bis zu ihrer Hochzeit vor wenigen Monaten. Und was aus dieser Zeit alles erwachsen ist!
Das zeigt dir, dass du keine besonderen Gaben oder ein göttliches Zeichen oder die Erlaubnis von anderen brauchst. Du darfst einfach da anfangen, wo du gerade bist – so habe ich es damals auch gemacht.
Deshalb ist es mir eine ganz besondere Ehre und Freude, heute hier Esther und Chris begrüßen zu dürfen.
Bevor wir starten, kannst du der Community hier kurz helfen, damit solche christlichen Videos in den sozialen Medien nicht verborgen bleiben? Wenn du gerade auf Instagram bist, dann doppeltippe doch mal schnell auf dein Handy.
Und an alle auf YouTube: Vielen Dank an diejenigen, die jede Woche die Glocke hier drücken. Das ist eine technische Sache, und nur weil Hunderte Menschen vor dir diese Glocke gedrückt haben, wird dir dieses Video überhaupt angezeigt. Vielen Dank!
Die Entstehung von Together in God
Liebe Esther, lieber Chris, ganz herzlichen Dank, dass ihr euch heute hier dazugeschaltet habt. Es ist wirklich eine große Freude und Ehre für mich. Ich habe mich lange auf diesen Abend gefreut.
Ich habe eine einleitende Frage an euch: Ihr habt diesen Kanal „Together and God“. Woher kommt eigentlich dieser Name? Ich glaube, das ist eine ziemlich witzige Geschichte, denn viele sind schon auf uns zugekommen und haben sehr viel in den Namen hineininterpretiert. Sie haben darüber nachgedacht, wie der Name zustande gekommen sein könnte.
Esther, erzähl doch mal.
Also tatsächlich war das einfach eine spontane Idee. Als wir angefangen haben, war das so: Ich hatte ursprünglich die Idee, dass wir, weil wir gerade noch jung im Glauben sind, eine Plattform auf Instagram brauchen. Ich kannte nicht viele Seiten, die aktiv und lebendig waren. Da dachte ich: „Okay, wir müssen auch so etwas machen.“ Das habe ich Christian vorgeschlagen.
Er fragte mich dann: „Wie soll das denn heißen?“ Ohne groß darüber nachzudenken, sagte ich einfach „Together in God“. So nach dem Motto: Wir sind einfach zusammen in Gott. Du und ich, wir sind zusammen und wir sind in Gott. Das war es. Es gab kein großes Konzept dahinter, das war eher eine schnelle Antwort, damit ich meinen Plan durchkriege und er mitmacht. Da hat auf jeden Fall der Heilige Geist gewirkt.
Warst du dann auch schnell an Bord, oder warst du noch etwas zögerlich?
Nee, voll! Ich war direkt dabei. Einfach, weil ich von Social Media gar keine Ahnung hatte. Bis zu dem Zeitpunkt war ich gar nicht auf sozialen Medien unterwegs. Ich war froh, dass ich WhatsApp hatte, so ein bisschen, aber der Rest hat mich nicht wirklich interessiert. Dann kam Esther mit der Idee, und ich war am Anfang eher skeptisch gegenüber der Idee als gegenüber dem Namen. Der Name war cool, kurz und griffig. So wie ich. Nein, Spaß.
Von daher war das okay für mich. Lass uns den Namen nehmen. Ich hatte auch keinen besseren, weil ich vorher nicht darüber nachgedacht hatte. Also haben wir diese fünfminütige spontane Idee genommen und gesagt: „Dann gucken wir mal.“
Krass! Wann war das gewesen, Esther?
Das war zum Jahresende 2017.
2017, Leute, wir werden alt!
Ja, 2017. Wir hatten am 1. Januar 2018 unseren ersten Beitrag.
Viele denken, wenn man sich so einen Dienst anschaut, dass das vielleicht voll geplant und strukturiert ist und dass wir mit einem großen Missionsanliegen gestartet sind. Aber es war viel eher so: „Komm, wir führen eine Fernbeziehung, wir müssen zusammen mehr Bibel lesen, lass uns das auf Instagram machen.“ Wir hatten kein Konzept, wir haben einfach angefangen. Und dann ist das alles so ins Rollen gekommen.
Total crazy! Total cool!
Die ersten Schritte und Herausforderungen
Und was habt ihr am Anfang gemacht? Du hast gesagt, ihr habt zusammen über Instagram Bibel gelesen?
Ja, genau. Die Idee war so: Wir waren zusammen, also ein Paar. Aber es gab eine Sache, die wir aufgrund verschiedener Umstände kaum gemacht haben. Esther hat im Ausland gelebt, ich war faul – wie auch immer. Auf jeden Fall haben wir sehr, sehr wenig in der Bibel gelesen. Das haben wir einfach nicht gemacht.
Ich denke, das lag vor allem daran, dass wir noch sehr jung waren. Wir waren damals achtzehn und kamen aus keinem christlichen Elternhaus. Das war unsere erste christliche Beziehung. Wir wussten, wir wollen Gott nachfolgen und auch mit unserer Beziehung Gott ehren. Die Idee war dann, das auf Social Media zu machen, indem wir gemeinsam Bibel lesen und Leute dazu animieren, sich mit uns auszutauschen.
Als wir angefangen haben, kam Esther direkt mit der Idee. Damals gab es ein paar christliche Seiten, die mittlerweile größer sind, aber am Anfang noch sehr klein waren. Die haben eine Challenge gestartet. Einige haben sich zusammengetan und gesagt: „Okay, lass uns ab dem ersten Januar ein Bibelbuch zusammenlesen.“ Das war sozusagen der Startschuss für die Challenge.
Esther meinte dann: „Wir wollten doch immer Bibel lesen, also lass uns anfangen und versuchen, da mitzumachen.“ Also haben wir jeden Tag einen Beitrag zu einem Kapitel aus dem Johannesevangelium gepostet. Das war, glaube ich, damals unser allererster Start im ganzen Januar.
Ab Februar haben wir dann unser eigenes Ding gemacht. Wir haben quasi das gleiche weitergemacht, aber mit anderen Büchern. Dieser Januar mit der Challenge war unser Start: Wir haben gesagt, dieses Buch lesen wir jetzt jeden Tag ein Kapitel.
Damals hatten wir noch kein Vorwissen in Theologie oder so. Wir haben einfach gesagt: Wir lesen ein bisschen und teilen ein bisschen. Das war cool.
So haben es die ersten Christen auch gemacht, und es hat funktioniert.
Stimmt, die Apostel hatten es ja ganz anders. Total krass.
Ihr habt gesagt, ihr kommt beide aus nicht-christlichen Elternhäusern?
Genau. Esther, du hast das vorher schon erzählt, aber bei dir, Chris, ist das auch so?
Ja, genau, bei mir genauso. Ich bin ohne den Glauben groß geworden. Mein erster Kontakt zur Gemeinde war früh, so mit zwölf oder dreizehn ungefähr. Aber das konstante oder bewusste Hingehen kam erst später, so zwischen sechzehn und achtzehn.
Das ist also noch gar nicht so lange her. Aber ich bin definitiv auch nicht christlich groß geworden.
Passt, da sind wir schon drei hier.
Erste Begegnungen mit dem Glauben
Und die, die uns zuschauen und zuhören, da sind viele Leute dabei, die einen ähnlichen Hintergrund haben. Wenn es nicht zu persönlich ist – wie gesagt, wenn es zu persönlich wird, überspringen wir es einfach, das ist gar kein Problem – könntet ihr vielleicht ein bisschen erzählen, wie eure ersten Berührungspunkte waren, wie Gott auf euch zugekommen ist und wie ihr das erlebt habt, wenn es für euch in Ordnung ist.
Ja, klar. Erster erzählt gern, danach ich.
Also ich... Hey, du warst auch zuerst im Glauben, dann kommt der Patient an. Ihr seid doch auch zusammen in Gott.
Nein, bei mir kam der allererste Kontakt mit der Gemeinde tatsächlich über eine Kinderfreizeit zustande. Das bedeutet – ich weiß nicht, viele Gemeinden machen das mittlerweile noch –, dass man im Sommer alle Kinder der Gemeinde nimmt und für eine Woche wegfährt. Dort macht man zusammen Sport und behandelt nebenbei ein paar biblische Themen.
Das war mein allererster Kontakt, weil ich über zwei, drei Ecken eingeladen wurde. Dort habe ich dann die ersten Leute kennengelernt, die ersten Christen – sowohl die Leiter als auch die anderen Kinder – und so den ersten Kontakt zur Gemeinde bekommen.
Gerade was die spätere Zeit anging, war es bei mir so, dass ich eine Zeit lang gemerkt habe, dass ich zwei Welten lebe, zwei verschiedene Welten um mich herum habe. Auf der einen Seite die Leute, die ich von früher kenne, die ich so ein bisschen von der Straße kenne, bei uns vor der Haustür und in unserer Gegend. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht.
Je mehr ich jedoch in die Gemeinde gegangen bin, desto mehr habe ich mich dort mit den Leuten angefreundet. Das bedeutete, dass das teilweise gegeneinander lief. Auf der einen Seite habe ich biblische Wahrheiten gehört, zum Beispiel: Seid ehrlich, liebt euch und so weiter. Das passte für mich, aber ich wusste, dass ich diese Dinge nicht in dem Kreis lebe, in dem ich mich sonst bewege.
Ja, das kenne ich. Ich weiß nicht, Gott hat mir das irgendwann gezeigt: Du musst dich entscheiden, auf welche Seite du gehen möchtest. Mir kam es irgendwie plausibler, ehrlicher und vor allem richtiger vor, meinen Platz in der Gemeinde zu suchen.
Irgendwann kam dann so ein Bruch, bei dem ich gesagt habe: Okay, ich investiere mich in die Gemeinde. Dort habe ich dann auch noch mal ein paar Leute kennengelernt, die mich über zwei, drei Jahre hinweg begleitet und sehr geprägt haben.
Sie haben mich in Fragen begleitet wie: Warum kommst du in die Gemeinde? Kommst du wegen der Leute oder wegen des Glaubens? Liest du die Bibel? Wie ernst und wie regelmäßig liest du sie? Es ging nicht nur darum, fürs gute Gewissen hinzugehen, sondern sich selbst zu hinterfragen: Warum machst du das alles überhaupt?
Krass, das war bestimmt streckenweise ein bisschen unangenehm, weil man so ein bisschen mitgeschwommen ist und dann plötzlich entscheiden musste.
Ich erinnere mich auch ganz deutlich an Zeiten, in denen ich mich häufig gefragt habe und oft traurig darüber war, einige Leute losgelassen zu haben, mit denen ich nicht mehr so viel Zeit verbracht habe.
Aber ja, das war so ungefähr mit sechzehn, siebzehn, achtzehn Jahren, als ich mir viele Fragen gestellt habe und mein Leben Gott übergeben habe.
Krass, krass. Sechzehn war das? Das war so ein Prozess, oder? Du warst in der Gemeinde und hast immer mehr biblische Wahrheiten mitbekommen. Dann hast du gemerkt: Das ist es jetzt?
Ja, genau, voll. Das war wirklich ein langer Prozess, meiner Meinung nach. Der gesamte Prozess dauerte etwa drei bis vier Jahre. Aber zwischen sechzehn und achtzehn waren zwei sehr entscheidende Jahre.
Man ist oft in die Gemeinde gegangen, hat viel mitbekommen, viele Botschaften gehört, viel aus der Bibel. Dann gab es Kinderstunden oder andere Angebote. Freitags war man in der Gemeinde, sonntags auch. Man hat einfach sehr viel aufgenommen und dadurch viel im Hinterkopf gehabt.
Irgendwann kam dann der Moment, an dem man sich selbst gefragt hat oder auch durch eine Predigt gefragt wurde: Warum kommst du in den Gottesdienst? Warum ist dir das wichtig? Stehst du sonntags auf, nur um mit den Leuten Zeit zu verbringen? Was natürlich cool ist, keine Frage.
Aber was ist dein Herzensgrund? Ist dir Gott wirklich wichtig? Bist du dir bewusst, was er für dich getan hat? Machst du das aus Liebe? Hast du das angenommen?
Ja, ja, dann kam auf jeden Fall eine sehr entscheidende Phase.
Und wie hat dein nicht-christliches Umfeld darauf reagiert?
Eigentlich relativ entspannt. Da war nichts Großartiges, gerade weil... Ich weiß nicht, ich bin vielleicht nicht gläubig groß geworden, aber mein gesamtes Umfeld war immer gläubig.
Die meisten waren Moslems, das heißt, das Thema Gott war nicht etwas, worüber man nicht gesprochen hat oder das gar nicht präsent war. Man hat es immer mitbekommen.
Gerade als dieser konkrete Bruch kam, in die Gemeinde zu gehen, war das für die meisten auch okay. Dann geh deinen Weg, es ist in Ordnung. Man ist sich auch mit vielen Leuten noch über den Weg gelaufen.
Da gab es keine Probleme oder so. Ich glaube, wir waren auch noch viel zu jung, um wirklich böse aufeinander zu sein.
Das Leben war einfach sehr dynamisch. Jeder ist seinen Weg gegangen. Eine Zeit lang war man sehr intensiv gemeinsam unterwegs, dann mal weniger.
Böse war niemand, es wurde auch nicht schlecht über andere geredet. Eigentlich war es sehr entspannt.
Ich hatte keine großen Anfeindungen oder so.
Schön, das freut mich wirklich. Vielen Dank für die Einblicke.
Bedeutung der Kette und spirituelle Hintergründe
Und ich sehe, Esther, du bekommst ja hier auf deinen Instagram-Stories immer so eine Kette gezeigt, die mich an einen Davidstern mit einem Kreuz darin erinnert. Hat das etwas mit deinem Hintergrund zu tun?
Nein, tatsächlich nicht. Ich habe keinen jüdischen Hintergrund, obwohl viele sagen, Esther sieht sehr jüdisch aus. Ja, das ist so ein richtiges Vorurteil: Jüdin, wenn man das Aussehen betrachtet – dunkle Haare, helle Haut, helle Augen und dann die große Nase. Das sind so die Vorurteile, die man oft hört. Aber ich finde das vollkommen okay. Es stimmt oft, wenn man dieses Bild mit Juden assoziiert, aber es ist in Ordnung.
Meine Familie ist tatsächlich katholisch, aber nicht gläubig. Ich würde schon sagen, dass meine Familie spirituell ist. Sie würden nicht leugnen, dass es so etwas wie Gott gibt. Aber ich denke, sie sind eher der Meinung, dass jeder seine eigene Wahrheit haben soll und es keine konkrete gibt.
Als ich dann Christian im Abitur kennengelernt habe, war das für meine Familie auch so ein bisschen okay. Erst dann ging es für sie in Ordnung, dass ich meinen Weg gehe. Dann bin ich mit Christian in die Gemeinde gegangen und habe mich taufen lassen. Danach bin ich nach Israel gegangen, und eine Freundin von mir hat mir die Kette gegeben.
Ich fand es besonders am Anfang faszinierend, Gott im Alten Testament kennenzulernen. Das ist ja das, was der Davidstern bedeutet: die Geschichte dahinter, wie diese zwei Dreiecke zeigen, dass Gott und wir miteinander kommunizieren können. Das Dreieck nach unten symbolisiert, dass Gott zu uns spricht, und das andere, dass wir zu Gott sprechen. Diese Beziehung ist so besonders.
Ich finde, ein einfaches Kreuz kannte ich auch aus der katholischen Kirche, aber ich kannte dort keine Beziehung zu Gott. Durch den Davidstern mit dem Kreuz darin wird für mich deutlich, dass diese Beziehung nur durch Jesus am Kreuz möglich geworden ist. Ich finde, das ist eine unglaubliche Geschichte.
Tatsächlich freue ich mich sehr, dass ich diese Kette habe. Sie ist immer wieder ein Gesprächsthema, und ich kann damit Leuten das Evangelium erklären. Wenn sie dann skeptisch sind, sage ich: „Du hast gefragt, du wolltest es hören. Ich habe es dir gesagt.“ Deshalb freue ich mich sehr über diese Kette, die mir meine Freundin damals gegeben hat. Ich bin einfach begeistert.
Leute, hört ihr das? Das ist eine großartige Möglichkeit zur Evangelisation hier.
Ja, auf jeden Fall.
Was? Voll cool!
Persönlicher Weg zum Glauben
Willst du ein bisschen erzählen, wie dein Weg zum Glauben war? Also nur, wenn es nicht zu persönlich ist.
Also, so persönlich ist das gar nicht. Bevor ich Christian kennengelernt hatte, habe ich mein Leben ganz normal in der Welt gelebt – mit all den Problemen, die so dazugehören, wenn man Teenager ist. Man hat viele Gedanken, ein falsches Umfeld, und ich bin sehr abwegig gegangen. Ich war einfach sehr verloren in diesem Freundeskreis. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich mein Leben in eine Richtung entwickelt, die ich gerne hätte – zumindest nicht in Bezug auf die Interessen dieses Kreises.
Ich habe mich unglaublich einsam gefühlt. Niemand hat sich um mich gekümmert, und diese Gemeinschaft war einfach nicht da. Wir haben eher in Parks gechillt, Drogen konsumiert und solche Sachen gemacht.
Dann habe ich Christian während des Abiturs kennengelernt. Er war sehr charmant, definitiv, aber jemand, der das komplette Gegenteil gelebt hat von dem, was ich kannte. Ich habe ihn kennengelernt, als er gerade angefangen hatte, in die Gemeinde zu gehen und sich entschieden hatte. Er ist mir in Gesprächen begegnet und hat ehrlich gesagt: „Wenn du Fragen hast, komm in die Gemeinde.“
Ich dachte mir: „Okay, dieser charmante Junge will mir etwas über sein Leben erzählen und welche Werte er vertritt. Ich gehe mal mit, um ihm zu zeigen, dass die Bibel falsch ist.“ So war mein Gedanke. Ich fand es interessant, was er machte, aber ich wollte ihm das Gegenteil beweisen.
Christian hat mich immer wieder zu evangelistischen Gottesdiensten mitgenommen, also Jugendgottesdiensten. Das hieß damals „Plus Eins“. Sie waren sehr klein, und es waren nur wenige Leute da. Deshalb konnte man gute Gespräche führen. Die Leute haben mir sofort eine Bibel in die Hand gegeben, waren offen und haben mich ermutigt, Fragen zu stellen und Zweifel zu äußern.
Das war nicht das, was ich von der Kirche früher kannte. In der katholischen Kirche war es so: Man tut das, weil man es so macht. Die Tradition ist das Höchste, und es wird nie erklärt. Es ergibt eigentlich keinen Sinn.
Plötzlich waren da Menschen, die sich um mich kümmern wollten, die Hoffnung hatten und Verantwortung übernommen haben. Ich glaube, Christian und die Gemeinschaft haben mich am meisten gefesselt. Leute haben organisiert, wie man zu zwanzig Leuten irgendwo hinfährt und gemeinsam essen geht. Die Leute hatten Dienste in der Gemeinde. Sie wurden erkannt und gefördert. Das war genau das, was ich wollte.
Dann gab es eine Evangelisationswoche, in der auch sehr harte Themen angesprochen wurden. Das war damals von Ulrich Pazani. Es war sehr, sehr heftig für mich.
In unserer Gemeinde gab es einen Glaubensgrundkurs, den es auch heute noch gibt. In kleinen Gruppen konnte man grundlegende Fragen zum Glauben anhand der Bibel klären. Ich bin mitgegangen, aber im Anschluss wird dort immer eine Taufe gefeiert. Ich dachte: „Nee, ich brauche keine Taufe. Ich kann einfach mitgehen. Ich finde das, was Christian macht, ganz cool, aber es ist nicht das, was ich brauche.“
Dann haben sich die anderen taufen lassen. Ich hatte vorher noch nie eine Taufe gesehen. Als ich sie sah, dachte ich: „Okay, ich brauche das. Ich will diesen Schritt mit Gott machen.“ Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Erinnerst du dich, wie ich da saß und einfach geweint habe? Ich wollte diesen Schritt machen. Ich wollte Gott mein Leben abgeben.
Ab da wurde ein Prozess losgetreten, nachdem ich mich bewusst entschieden hatte. Ich wollte es so verstehen, dass ich nicht etwas von Gott will, sondern dass Gott mich wollte. Dass ich von Gott geliebt und angenommen bin und meine Sünden vergeben wurden.
Das hat sich dann im Laufe der nächsten Jahre herausgestellt. Man lernt jeden Tag dazu, kommt immer näher an Gott heran und versteht seine Pläne ein bisschen mehr.
Das ist jetzt wahrscheinlich fünfeinhalb bis sechs Jahre her. Ich habe mich am 2. Juli 2017 taufen lassen. Ja, passt doch – fünf Jahre, vier, vier, fünf Jahre. Wenn du mich fragen würdest, hätte ich gesagt, ich habe mich vor zwei Jahren taufen lassen. Das ist immer noch in meinem Kopf. Es fühlt sich noch ganz frisch an.
Entwicklung des Kanals und Wachstum der Community
Das ist meine Frage sozusagen, und ich bin sicher, dass viele Leute das gerade im Hinterkopf haben. Ihr habt eure ersten Schritte im Glauben gemacht. Christian war da, hat dich ein bisschen eingeladen, und dann seid ihr beide zaghaft, aber dennoch irgendwie diesen Weg gegangen. Irgendwann kam die Taufe. Das war in gewisser Weise das Ende eines Weges und gleichzeitig der Startschuss.
Die Frage, die mir jetzt ein bisschen unter den Nägeln brennt, ist: Okay, das kann ich irgendwie verstehen und einordnen, aber wie kommt man von da zu dem, wo ihr jetzt seid? Ihr habt eine Community mit über zehn Menschen, die eure Inputs hören, hören wollen und sehr gerne hören – ich selbst eingeschlossen. Ich bin ein großer Fan von euren Inhalten.
Ja, also wir sind zusammengekommen und haben beide unseren Weg so gegangen. Dann ist Esther nach dem Abitur irgendwann Mitte 2017 ins Ausland gegangen. War das nach dem Ziel? Also zuerst nach London bin ich einen Monat nach meiner Taufe gegangen.
Genau, Esther war zuerst in London, dann in Israel. Das war die Zeit, in der wir beide, vor allem Esther, sehr frisch im Glauben waren. Aber auch ich nicht unbedingt. Ich war on fire, möchte ich wetten. Das Ding ist: Wir haben uns halt, das war so ein bisschen der Nachteil unserer Fernbeziehung, unabhängig voneinander entwickelt. Wir waren räumlich getrennt. Das bedeutete, Esther war mit ihrem Glauben erst mal für sich, und ich genau so für mich, eher im Kontext unserer Beziehung.
Ende 2017 kam dann Together in God, so dieses „Okay, lass uns zusammen Bibel lesen, lass uns anfangen“. Für mich war das sehr besonders. Für keinen von uns beiden kam jemals in den Sinn, dass uns wirklich viele Leute folgen würden. Denn das war nicht unser Beweggrund. Unser Beweggrund war, weil wir ein Problem hatten: Wir wollten die Bibel lesen.
Zweitens ist es total schön, das wirklich einfach zu hören. Es bewegt mein Herz sehr. Und drittens hatte ich vor allem gar nicht diese Weitsicht, warum Christen auf Instagram halbwegs groß werden sollten. Ich habe das für mich gar nicht gesehen. Wir beide hatten keine Vision, wirklich groß zu werden.
Aber direkt nach dem ersten Monat, also schon im Februar, erinnere ich mich noch, haben wir uns über die ersten zwanzig Follower gefreut. Im Februar waren es dann schon tausend oder sogar mehr als tausend innerhalb eines Monats. Das war für uns sehr besonders. Wir dachten: Hä, warum interessiert das die Leute so?
Das Besondere war auch, dass wir im ersten Jahr unser Gesicht nicht mal gezeigt haben. Die Leute wussten also nicht, wer wir sind. Ach so, ja, ich glaube, ich kann mich dunkel erinnern, ich bin selbst erst seit 2019 auf Instagram. Vorher hatte ich ein Handy ohne mobile Daten. Ich erinnere mich, irgendwann mal eine Story von euch gesehen zu haben, eine Art Face Reveal. War das der Hintergrund davon?
Ja, wir haben nie unser Gesicht gezeigt. Niemand wusste, dass wir es sind. Damals gab es das Konzept des Influencers oder Christfluencers überhaupt nicht. Wir sind einfach reingegangen mit der Einstellung, Bibelverse und unsere Gedanken zu teilen, Kritik zu hören, Diskussionen zu führen und Ideen auszutauschen. Es ging nicht darum, die Größten zu sein oder Geld zu verdienen.
Deshalb sind wir mit dieser Einstellung und einer gewissen Professionalität gestartet. Wenn du dir unsere ersten Beiträge ansiehst, fragst du dich vielleicht, warum Menschen das überhaupt gelesen haben. Da ist ein großer Unterschied zu heute.
Viele Leute kamen dazu, schrieben uns auch bis heute. Es gibt Accounts, die ihr Profilbild nie gewechselt haben. Ich weiß, die sind seit dem ersten Tag komplett dabei. Das ist sehr ermutigend für uns.
Wir haben von Anfang 2018 bis Mitte 2019 jeden Tag etwas hochgeladen. Anderthalb Jahre lang waren wir täglich aktiv und sind dementsprechend gewachsen. Mitte 2019 hatten wir etwas mehr als 11.000 Follower.
Ab da kam ein Bruch. Ich war im Ausland, und wir hatten mit unserer Beziehung zu kämpfen. Vieles stand auf der Kippe, es gab viele Zweifel. Das war sehr, sehr hart. Das ging ungefähr ein Jahr bis Mitte 2020.
Im Jahr 2020 haben wir geheiratet. Die Zeit davor war sehr intensiv. Es kamen viele Menschen dazu. Danach folgten anderthalb Jahre, die sehr schleppend verliefen. Privat waren wir komplett überladen: mit dem Abschluss des Studiums, der Arbeit, der Hochzeit und unserer Beziehung. Es war sehr viel.
Das war also unser Weg: Anfang 2018 angefangen, anderthalb Jahre durchgezogen, und Gott hat es geschenkt, dass viele Menschen dazu kamen und wir viel gelernt haben. Wir haben verstanden, wie eine Plattform wie Instagram für Christen funktionieren kann.
Das war der Grundstein für das, was wir jetzt vorhaben. Wir haben gesehen, wie Gott diesen Dienst nutzen kann und wie er zu Menschen sprechen kann. Deshalb war das für uns der Schritt: Am 1.1.2018 haben wir ganz klein angefangen. Am 1.1.2022 gehen wir den nächsten großen Schritt mit YouTube, der Website und so weiter.
Jetzt beginnt quasi die nächste Runde.
Zukunftspläne und neue Projekte
Erzähl doch mal von der nächsten Runde, also für diejenigen, die das noch nicht kennen: Ihr habt jetzt einen YouTube-Kanal, The Gathering Guard. Ich habe den selbst abonniert und mir die ersten Videos angeschaut, zum Beispiel die Predigtreihe zum Jakobusbrief. Was da für ein Aufwand drinsteckt, ist ja absolut irre – inhaltlich richtig cool. Das müsst ihr euch selbst ansehen. Was plant ihr denn?
Ja, also letztlich ist das Grundanliegen, das wir uns ein bisschen auf die Fahne geschrieben haben, dass wir die Bibel greifbarer machen wollen. Das bedeutet, wir wollen in erster Linie Themen in den Vordergrund stellen, die mit der Bibel zusammenhängen – wie jetzt zum Beispiel die Predigtreihe zum Jakobusbrief. Wir wollen uns die Mühe machen, den Brief so genau wie möglich zu besprechen und auch von uns Zeugnis zu geben, wo wir können. So möchten wir unseren Zuhörern die Möglichkeit geben, diesen Text auf eine persönliche Art und Weise zu verstehen. Es soll nicht nur ein Text sein, den man irgendwo aus der Distanz liest und dann intellektuell darüber nachdenkt, sondern ein Text, der auch heute mit dir zu tun hat.
Das ist so das Grundanliegen, das wir gerade jetzt mit der Predigtreihe transportieren wollen, aber auch mit den Ideen, die darüber hinausgehen. Wir wollen auf jeden Fall weiter predigen, aber nicht ein Jahr durchgehend, weil das schon sehr heftig ist. Man muss dazusagen – und das wissen viele nicht – dass weder Christi noch ich das Vollzeit machen. Das ist sozusagen unser Abend-, Nachmittags-, Wochenend- und manchmal Frühmorgensprojekt. Es ist unser Ehrenamt, unser Hobby, wenn man so will.
Als ich zum ersten Mal euren Kanal und eure Plattform entdeckt habe, dachte ich: Mensch, na gut, wenn man das Vollzeit macht, ist es irgendwie machbar. Erst durch erste Stories habe ich dann Schritt für Schritt erfahren, dass ihr das gar nicht Vollzeit macht. Da habe ich gleich Depressionen bekommen. Es ist schon krass. Ich glaube, man muss auf jeden Fall ein bisschen aufpassen, wie man mit seinen Kräften umgeht. Klar, es ist cool, hundertprozentig zu investieren, weil Gott auch sehr viel Segen schenkt. Aber es war teilweise schon krass.
Wenn ich das mal so sagen darf: Von Anfang November bis letzte Woche habe ich Vollzeit gearbeitet, und jede Minute meiner Freizeit ist in das Projekt geflossen – wirklich jeder Tag. Es gab keinen Tag, an dem es nicht so war. Das ist schon ziemlich heftig. Ich bin sehr froh, dass Gott so durchgetragen hat, aber es ist auch nicht ohne. Klar, wir machen das sehr gerne, aber viele andere Dinge leiden darunter. Wir sehen das nicht so, als wären wir die Besten oder besonders krass, sondern am Ende des Tages ist es Gott, der das schenkt – vor allem auch die zeitlichen Möglichkeiten.
Das heißt aber auch, dass viele andere Sachen darunter leiden. Wir machen das sehr gerne, aber es leidet einfach viel darunter. Deshalb müssen wir in den nächsten ein, zwei Monaten, während der Jakobusbrief läuft, in andere Bereiche investieren, um ein bisschen aufzuholen und der Verantwortung gerecht zu werden – gerade in der Ehe.
Ja, auf jeden Fall. Ich denke, es sieht immer einfacher aus, als es tatsächlich ist. Da die Leute keinen Einblick in unser ganzes Leben haben, erscheint es ihnen vielleicht einfacher. Aber wie Christian sagt, gibt es definitiv Bereiche, in denen wir noch viel priorisieren und lernen müssen, wie wir das richtig machen. Wir sind ja auch erst ein Jahr verheiratet. Man ist immer wieder in einer neuen Season im Leben, in einem neuen Bereich, wo andere Dinge erwartet werden und man andere Dinge machen muss. Wir lernen dazu.
Na klar. Könnt ihr so ein bisschen, soweit ihr möchtet, einen Einblick geben, was 2022 auf die Leute in eurer Community – mich eingeschlossen – zukommt?
Ja, was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass noch nichts feststeht. Das beseitigt schon mal Klarheiten. Der Grund ist, dass wir mit Jakobus einfach angefangen haben. Wir sind nicht mit einem Plan für das ganze Jahr ins Jahr gestartet. Es war unser Wunsch, mit YouTube zu beginnen, eine neue Erfahrung zu machen, und das hat Gott geschenkt. Deshalb war Jakobus die allererste Priorität. Wir haben auch bis letzte Woche erst gedreht. Das heißt, wir waren mit dem Kopf noch nicht so richtig im Rest des Jahres.
Aber wir haben viele Ideen, vor allem für eine zweite Predigtreihe. Wir wollen auf jeden Fall wieder durch ein Buch predigen. Das ist uns sehr wichtig. Darüber hinaus ist es auch unser Wunsch oder eine Idee, einen Podcast zu starten. In welcher Form und Art, das ist noch offen und in der Schwebe. Aber es sind auf jeden Fall Ideen da.
Im Laufe des März, also im nächsten Monat, wird dann auch das restliche Jahr geplant. Wir sind ja nicht nur wir beide, sondern ein kleines Team, und gemeinsam müssen wir entscheiden, in welche Richtung wir gehen. Aber Predigtreihe und Podcast sind zwei Themen, die dieses Jahr auf jeden Fall kommen könnten.
Krass. Wenn man euch zuhört, spürt man einerseits deutlich die Verantwortung, die ihr tragt. Ich glaube, ihr nehmt das wirklich nicht auf die leichte Schulter. Es ist etwas, bei dem ihr merkt, dass ihr Einfluss habt – auch wenn der Begriff Influencer nicht unbedingt beliebt ist. Aber Einfluss ist nun mal der Sinn und Zweck der Sache. Ihr übt Einfluss aus und seid euch dessen sehr bewusst. Es ist eine große Verantwortung.
Zum anderen ist da immer wieder diese Freude dabei, diese Energie, dieser Elan, diese Motivation. Wenn ich einfach mal fragen darf: Warum macht ihr das eigentlich? Du hast gerade erzählt, dass fast jede Minute deiner Freizeit dafür draufgeht und so viel Recherche notwendig ist. Viele denken ja, man stellt sich vor die Kamera, labert irgendwas, schneidet Versprecher raus und fertig. Das ist ja nur ein kleiner Teil. 90 Prozent finden hinter den Kulissen statt, das sieht niemand. Allein Recherche und Planung sind enorm.
Was motiviert euch? Was gibt euch die Energie und den Antrieb, immer wieder zu sagen: Ja, das ist mir wert, ich investiere mich da so rein? Das hat ja auch Folgen für andere Lebensbereiche. Es ist nicht so, als würde man das einfach mal so nebenbei auf den Kuchen eines perfekten Lebens klatschen. Nein, es ist eine Abwägungsfrage: Man nimmt hier etwas weg, um es dort zu geben.
Ja, voll, voll, voll! Ich will kurz auf eine Frage eingehen, die bei einigen, die dir bis hierhin zugehört haben, sicher im Hinterkopf ist. Sowohl bei euch als auch bei mir kommen viele Menschen her, die neu im Glauben sind, sich orientieren und einen Überblick gewinnen wollen. Das ist auch etwas, was den „alten Hasen“ immer wieder gut tut: Zurück zu den Wurzeln, eine Besinnung auf die Grundlagen.
Eine der grundlegendsten Fragen überhaupt ist: Wie nähere ich mich der Bibel? Wie lese ich sie? Welche Übersetzung passt zu mir? Wenn du hier bist, bist du genau an der richtigen Stelle. Dafür kannst du dir den Bibelfit-Übersetzungsguide mitnehmen. Dort findest du ganz einfach und auf den Punkt gebracht, welche Bibelübersetzung zu wem passt – in welcher Lebensphase und mit welcher Vorerfahrung.
Dieser Guide hat schon Tausenden Menschen geholfen, die genau die gleiche Frage hatten und sie damit beantworten konnten. Nimm ihn gern gratis mit, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung.
Und jetzt weiter mit Esther und Chris.
Motivation und Herausforderungen im Dienst
Was meine ganz persönliche Motivation angeht, glaube ich, dass gerade diese Motivation mich vor allem dazu bringt, Zeit und Energie in all diese großen neuen Projekte zu investieren. Theoretisch hätten wir einfach weitermachen können mit Instagram. Das war auch schon sehr aufwendig. Aber für uns war es ein bewusster Schritt, den nächsten größeren Schritt zu wagen – mit YouTube, der Website und so weiter.
Eine sehr einschneidende Erfahrung für mich, oder besser gesagt für uns beide, war das Jahr 2020. Das war für uns die herausforderndste Zeit, die wir je erlebt haben. Warum genau, möchte ich hier noch nicht komplett im Detail erzählen. Aber was ich sagen kann, ist, dass unsere Beziehung damals komplett auf der Kippe stand. Es ist viel Sünde passiert, und es hat sehr viel Vertrauen gekostet, sich wieder anzunähern.
In dieser Zeit waren wir beide sehr intensiv in der Seelsorge. Ich weiß, dass ich am Ende dieses Prozesses durch die Bibel eine echte geistliche Veränderung erfahren habe. Das war nicht etwas, das ich nur nebenbei mitbekommen habe. Vielmehr glaube ich, dass Gott selbst durch die Bibel an meinem Herzen gearbeitet hat. So fühlte es sich an: Er hatte es in der Hand, hat es kaputtgemacht und wieder neu gemacht – und das allein durch das Wort.
Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie ich mit meinem Seelsorger zusammensaß. Er hat mir Vers für Vers vorgelesen, je nachdem, worüber wir gesprochen haben. Diese Verse haben etwas mit mir gemacht. Für mich bedeutet das: Die Bibel kann Menschen verändern. Gott kann durch die Bibel Menschen erreichen und ihr Leben komplett umkrempeln. Warum? Weil ich es selbst erlebt habe.
Das ist für mich der Punkt, an dem ich weiß, dass es sich lohnt, in diesen Dienst zu investieren. Ich habe gesehen, was Gott mit mir gemacht hat. Deshalb bin ich bereit, Zeit und Energie zu investieren, damit andere Menschen die Möglichkeit bekommen, dasselbe zu erleben.
Gerade junge Leute sind mir dabei sehr wichtig. Viele schreiben uns, dass sie gerne geistlich wachsen möchten. Sie wollen viel mehr investieren, mehr wissen und mehr erleben. Ich glaube, unser Dienst kann dazu beitragen, diesen Menschen diese Möglichkeiten zu eröffnen. Das ist unser Wunsch und meine ganz persönliche Motivation, warum ich sage, dass es sich lohnt.
Krass! Was hast du dabei auf dem Herzen? Du teilst ja viele persönliche Geschichten. Das ist nicht aus Jux und Dallerei, Egoismus oder Narzissmus, zumindest nicht bei den meisten Menschen. Warum machst du das? Warum gehst du immer wieder die extra Meile und lässt andere an eurer Bibellektüre und euren Erkenntnissen teilhaben? Was treibt dich an?
Ich glaube vor allem, dass ich selbst diese Beziehung mit Gott früher nicht kannte. Ich weiß, dass man sie haben kann – und ich habe sie. Ich habe keine Angst, das im Internet zu sagen. Ich weiß, dass ich Menschen ermutigen kann und dass Gott mich gebrauchen kann. Es ist einfach krass, zu wissen, dass man so leicht die Möglichkeit hat, über seine eigenen Schwächen zu sprechen und andere dadurch zu ermutigen.
Oft sieht man auf Instagram nur das Perfekte. Ich glaube, das ist auch ein Ansporn für mich: Ich möchte zeigen, dass es nicht perfekt ist. Es ist schwierig, es gibt Kämpfe und Anfechtungen. Aber Gott ist gut und treu. Mit seinem Wort können wir durch diese Zeiten hindurchgehen. Das ist auf jeden Fall eine Motivation.
Es gibt tausend Gründe, warum ich denke, dass Christian mithelfen möchte, unser Projekt aufzubauen oder weiterzuführen. Ein weiterer Grund ist, dass ich es einfach toll finde. Es macht mir sehr viel Spaß – oder besser gesagt, es hat mir sehr lange sehr viel Spaß gemacht. Deshalb glaube ich, dass Gott das alles gebraucht hat.
Krass, und ihr habt vor kurzem geheiratet! Ja, bald ist es ein Jahr. Fast ein Jahr, im März. Also nicht mehr so kurz. Mir kommt es trotzdem noch vor wie gestern. Ich erinnere mich noch genau an die Story, als ihr beide in der Gemeinde eingelaufen seid – das war sehr schön.
Könnt ihr vielleicht, weil viele Leute dabei sind, die in eurem und meinem Alter sind und noch relativ jung im Glauben, ein bisschen erklären, was ihr in eurem Prozess erlebt habt? Ich habe diesen Prozess auch durchgemacht, und ich vermute, viele ahnen schon, dass manche Begriffe, die wir als Christen nutzen, in der nichtchristlichen Welt etwas ganz anderes bedeuten.
Einer dieser Begriffe ist zum Beispiel „Beziehung“ oder „Ehe“. Eine christliche Ehe bedeutet etwas anderes als das, was man in der nichtchristlichen Welt darunter versteht. Es geht jetzt nicht um eine Bewertung, sondern einfach um eine Beschreibung.
Ich versuche immer wieder, das auf den Punkt zu bringen. Mir gelingt das noch nicht ganz, obwohl ich inzwischen selbst verheiratet bin. Könnt ihr mal versuchen, für jemanden, der frisch im Glauben ist – zum Beispiel seit einem halben Jahr, einem Jahr oder drei Jahren getauft –, zu erklären, was eine christliche Ehe ausmacht? Was unterscheidet sie von einer nichtchristlichen Beziehung?
Merkmale einer christlichen Ehe
Ich finde, vielleicht kann ich kurz eine kleine Empfehlung aussprechen: Sarah Marie M. Potri hat zu diesem Thema einen Slam gemacht, der „Das Plädoyer der Liebe“ heißt. Ich finde, das trifft den Kern einfach perfekt. Sie beschreibt, was für einen Unterschied es macht.
Eine christliche Ehe oder Beziehung ist darauf ausgelegt, aneinander zu bauen und einander zu begegnen – so, wie Gott uns begegnet ist. Es geht darum, sich immer wieder zu vergeben und Dinge zu reparieren. Das ist anders als in der heutigen Gesellschaft, wo oft gilt: „Es soll mich schnell befriedigen, und wenn nicht, lege ich es weg.“ Das ist nicht das, was wir leben möchten. Wir wollen, wie sie in ihrem Text sagt, wirklich aneinander arbeiten.
Für mich ist das vor allem ein großer Unterschied, wenn ich meine Beziehungen vor meinem Christsein mit denen jetzt vergleiche. Es geht nicht mehr nur um mich, sondern um Gott, meinen Partner und quasi meinen Gottesdienst an meinem Partner für Gott. Das macht für mich einen riesigen Unterschied – auch in der Sexualität und in jedem anderen Bereich.
Ich glaube, der Unterschied liegt vor allem in der geistlichen Ebene, die in einer christlichen Beziehung vorhanden ist. Esther und ich sind verheiratet und leben hundertprozentig füreinander. Aber wir wollen auch das Bild einer Ehe repräsentieren, so wie Gott es sich vorgestellt hat. Das bedeutet: Wenn wir in einem Konflikt sind, geht es nicht darum, wer Recht hat, sondern darum, den Konflikt so zu lösen, dass diese Ehe am Ende so dasteht, dass Gott sagt: „Ihr habt in Liebe gehandelt.“
Das heißt, es geht nicht darum, dass ich Recht habe oder sie Recht hat, sondern darum, über Konflikte hinweg zu vergeben – mit der Haltung, dass Jesus uns vergeben hat und uns deshalb einen Auftrag gegeben hat. Es geht nicht darum, dass ich oder sie am Ende glücklich und gut einschlafen, sondern darum, wie wir im Alltag miteinander umgehen und mit Problemen umgehen. Nicht nur, um sie aus der Welt zu schaffen, sondern so, wie Jesus es sich wünschen würde.
Ein sehr schönes Bild dafür ist das Fußwaschen, das wir in der Bibel finden. Das ist auch unser Trauspruch, der Vers, den wir über unsere Ehe gestellt haben. In Johannes 13,14-15 wäscht Jesus seinen Jüngern die Füße. Wir haben uns bei unserer Hochzeit ebenfalls die Füße gewaschen – als Symbol dafür, dass wir einander dienen wollen, so wie Jesus uns gedient hat. Diese Einstellung ist grundlegend anders.
Eine letzte Sache, die ich sehr wichtig finde, aber wo wir beide noch viel mehr daran arbeiten müssen, ist das Gebet. Denn auch Nichtgläubige können gnädig miteinander sein, einander vergeben, lieben, loyal und treu sein. Das sind Werte, die auch sie leben können. Aber das Gebet – diese ganz persönliche Verbindung zu Gott, das persönliche Reden mit ihm, das Bitten um Vergebung, sowohl beim Partner als auch bei Gott selbst – das haben Nichtgläubige nicht.
Man kann mit Gott über Zweifel sprechen, die einen begleiten, und so seinen persönlichen Weg mit ihm gehen. Er trägt einen durch die verschiedenen Phasen der Beziehung. Dadurch ist man nicht nur auf sich und seine eigenen Kräfte angewiesen, sondern auch auf die Kraft Gottes, die kommt, wenn man seine Beziehung zu ihm pflegt, ihm nah ist und in seinem Wort liest.
Ich glaube, das macht einen sehr großen Unterschied zu Beziehungen, in denen Gott keine Rolle spielt. Solche Beziehungen sind nicht „together in God“.
Das klingt jetzt vielleicht wie Schleichwerbung. Aber Spaß beiseite: Es gibt das Bild von einem Dreieck. Wenn ich zum Beispiel Paare getraut habe – und das waren nicht viele –, haben wir vorher immer versucht zu erörtern, dass eine christliche Beziehung oder Ehe ein Projekt zu dritt ist. Man ist nie einfach nur zu zweit, sondern immer gemeinsam mit Gott. Together in God.
Empfehlungen für Neu-Gläubige
Eine vorletzte, abschließende Frage: Wenn jemand neu im Glauben ist und versucht, sich ein wenig zu orientieren – also zu verstehen, wo oben und unten ist und so weiter – was glaubt ihr, ist in dieser Phase ein gutes Anliegen? Wenn ihr auf eure eigene Geschichte zurückblickt, wofür sollte man in dieser Lebens- und Glaubensphase besonders beten?
Was mir direkt einfällt, und ich glaube, das wird den meisten ein großer Halt sein, ist, eine Gemeinde zu suchen. Klar, eine Zeit lang kann es okay sein, auch mal mehr alleine zu sein. Aber ich denke, eine Gemeinde mit gesunden Strukturen, die wirklich daran interessiert ist, die Bibel zu leben und nach ihr zu handeln, gibt einem sehr viel.
Wenn ich an mich zurückdenke, weiß ich, dass mir der Glaube lange Zeit irgendwie egal war. Doch allein dadurch, dass ich immer im Gottesdienst war und die Prediger sich an die Bibel gehalten haben, habe ich etwas behalten, das mir weitergeholfen hat. Auf diese Weise verliert man sich nicht so sehr in sich selbst. Wenn man in die Gemeinde geht, versucht, dort wirklich Anschluss zu finden und nicht nur allein zu sein, kann das sehr, sehr viel Halt geben.
Ich kann vielleicht auch an dieser Stelle sagen: Ich hatte mich taufen lassen und bin dann ins Ausland gegangen. Zuerst war ich acht Monate in London, dann 13 Monate in Israel. In dieser Zeit hatte ich keine Gemeinde. Christian kann da, glaube ich, ein ganz lautes Amen sagen. Ich habe in dieser Zeit die ungesundesten Lehren aufgesogen, weil ich keine Gemeinde hatte, niemanden, der mich korrigieren konnte, und niemanden, den ich fragen konnte.
Es gibt so viele Ressourcen, aber ich war auf dem Holzweg. Das nennt man dann, sehr gesetzlich zu sein. Ich habe gesehen, was Gott von uns fordert, und wollte das erfüllen. Doch niemand konnte zu mir sagen: „Esther, guck mal, du musst das nicht machen, nur weil du es für Gott tun willst. Gott hat dich schon angenommen.“ Ich hatte gefühlt alle Gesetze im Alten Testament auswendig gelernt, aber noch nie wirklich über Römer 5,8 nachgedacht, wo steht, dass er für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Das ist für mich einfach so krass.
Deshalb würde ich auf jeden Fall sagen: Eine gesunde Gemeinde ist so, so, so wichtig. Und auch das Gebet dafür.
Wow, vielen Dank! Dann hätte ich nur noch eine abschließende Frage. Das haben wir jetzt nicht abgesprochen, aber würdet ihr uns ganz kurz die Ehre erweisen und zum Schluss noch einmal mit uns beten?
Ja, sehr gerne, klar.
Gemeinsames Gebet zum Abschluss
Gott, ich bin sehr dankbar dafür, was du durch den Dienst, durch Esther und mich in dieser ganzen Internetwelt geschaffen hast. Du hast viele Menschen in ihrem geistlichen Leben geprägt, verändert und näher zu dir gezogen. Dafür danke ich dir von Herzen.
Ich danke dir auch für das, was du uns für die kommende Zeit aufs Herz gelegt hast. Ich bete, dass du uns hilfst zu erkennen, was du vorhast. Gib uns ein offenes Herz, deinen Weg zu gehen – nicht einfach nur unseren eigenen oder unseren Wünschen nach.
Ich bete darum, dass du uns gebrauchen kannst. Hilf uns, uns immer wieder daran zu erinnern, dass nicht wir es sind, die den Unterschied machen, sondern du.
Gleichzeitig möchte ich für all die Menschen beten, die uns zuschauen und dieses Interview sehen. Ich bete, dass du bei ihnen bist – in ihren persönlichen Situationen, Zweifeln und Kämpfen. Lass sie nicht allein, sondern sei ihnen nah. Lass sie spüren, dass du da bist.
Ich bete, dass du sie auf ihrem geistlichen Weg begleitest, dass du sie reifen und wachsen lässt und ihnen begegnest. Besonders denke ich an die Menschen, die keine Orientierung im Glauben haben, die sich verloren fühlen und nicht wissen, woran sie sich festhalten können.
Ich bete, dass du diesen Menschen eine Gemeinde schenkst, in der sie ein geistliches Zuhause finden und wachsen können. Lass du an ihnen sichtbar werden und mach dich selbst groß, damit die Welt sieht, dass du an Menschen arbeitest und sie zu Zeugen für dich werden.
Ja, ich danke dir sehr für diese Zeit und für die vielen Erfahrungen, über die wir uns in den letzten Jahren austauschen konnten. Es ist sehr ermutigend zu sehen, was du machst, was du schaffst und wozu du imstande bist.
Ich bete, dass du uns auf unseren weiteren Wegen begleitest – uns, Markus und alle, die uns jetzt gerade zuschauen. Amen.
