Event•Teil 6 / 10Spurgeon-Konferenz 2016
Generierte Mitschrift
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Überblick und Einordnung
Guten Morgen! Nicht schlecht, sehr gut. Ich bin froh, wenn wir Johannes Kapitel 9 aufschlagen können und bei den Unterlagen auf Seite 11, glaube ich. Stimmt das? Danke!
Beten wir zusammen!
Vater, danke, dass diese Worte, die wir gerade gesungen haben, wahr sind. Danke, Herr Jesus, dass du das alles für uns getan hast. Danke, dass du der Gerechte bist und für uns, die Ungerechten, gestorben bist. Wir loben dich, wir beten dich an. Und wir danken dir, dass du uns durch dein Kreuz zu Gott geführt hast. Danke, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, und dass wir in dir Leben haben. Vater, bitte sprich jetzt durch dein Wort zu uns und rüste uns aus, damit wir auch anderen helfen können, deine Stimme in deinem Wort zu erkennen. Wir beten im großen und starken Namen Jesu. Amen.
Okay, wir machen jetzt in dieser Einheit den vierten Teil, Kapitel 9, Vers 1 bis Kapitel 11, Vers 57. Schauen wir uns den Überblick an.
Ich werde irgendwann einmal entdecken, wie er darauf reagiert. Es gibt wieder zwei Ereignisse und drei Einheiten, aber die zwei Ereignisse liegen nicht nebeneinander und auch nicht direkt hintereinander. Das verunsichert mich ein bisschen. Aber meiner Meinung nach ist es deswegen so, weil es Johannes ein großes Anliegen ist, dass er die Reihenfolge richtig schreibt. Ich glaube, dass die Chronologie, also die Reihenfolge der Ereignisse, Johannes sehr wichtig ist.
Es ist interessant: Im Johannesevangelium schreibt er immer wieder „danach machte Jesus das“, „danach“; das heißt, er betont irgendwie, dass es die Reihenfolge ist. Im Gegensatz dazu zum Beispiel das Markusevangelium: Markus ist oft kritisiert worden für seinen griechischen Schreibstil, weil er immer wieder sehr selten sagt: „danach“, oder „und am nächsten Tag“, oder irgendetwas in der Art. Er sagt fast immer: „Und Jesus ging in die Synagoge“ oder „Und eine Frau kam zu Jesus“. Und man sagt, das sei ein bisschen lahm, das sei nicht sehr interessant; man möchte etwas Interessanteres am Anfang haben. Ich glaube, dass Markus uns damit sagen will, dass nicht alles chronologisch ist.
Aber Johannes verwendet diese Ausdrücke: „danach, danach, danach“. Also denke ich, dass die zwei Ereignisse hier, Jesus heilt einen Blindgeborenen in Kapitel 9 und Jesus erweckt einen Verstorbenen in Kapitel 11, nicht nebeneinander stehen, weil Kapitel 10 dazwischenkommt und weil diese Dinge dazwischengekommen sind. Aber wenn ihr nicht meiner Meinung seid, kann ich sehr gut damit leben. Ich bin sehr tolerant und viel flexibler, als ich wirke, wie man schon festgestellt hat, oder nicht?
Also: Jesus heilt einen Blindgeborenen, Jesus erweckt einen Verstorbenen, das ist Lazarus, und dann die drei Einheiten: Jesus, der gute Hirte; Jesus, wer ist dieser Mensch?; und die Reaktion nach der Auferweckung des Lazarus: die Entscheidung, Jesus soll sterben, die Entscheidung der religiösen Führer.
Steigen wir ein: Ereignis A, Jesus heilt einen Blindgeborenen, Kapitel 9, Verse 1-41. Und wie wir Johannes kennengelernt haben, wissen wir, dass es hier natürlich um eine physische Heilung von einem Blindgeborenen geht. Aber man weiß auch, dass Johannes oft an etwas anderes denkt. Es gibt auch eine geistliche Blindheit. Also sind wir durch die Sünde von Natur aus geistlich gesehen blind. Wir sehen nicht, dass Gott da ist. Wir sehen nicht, dass wir Sünder sind. Wir brauchen ein Wunder in unserem Herzen. Johannes Kapitel 3: Der Heilige Geist schenkt uns die Wiedergeburt. Aber wenn Gott uns die Augen nicht aufmacht, bleiben wir blind.
Die erste Begegnung mit dem Blinden
Zunächst einmal die Verse 1 bis 12 in Kapitel 9, die Heilung.
Vers 1: Und als Jesus vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war, von Geburt an. Das ist sehr wichtig: Dieser Mann ist nicht blind geworden, er ist blind geboren. Und da ist der grosse Unterschied. Dieser Mann hat noch nie etwas gesehen. Blind geboren.
Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, sodass dieser blind geboren ist, er oder seine Eltern? Das war damals ein sehr gängiges Verständnis. Wenn jemand zum Beispiel leidet oder blind geboren ist, dann ist das, so dachte man, wegen Sünde. Wegen Sünde, die er eines Tages selbst begehen wird, oder wegen etwas, was seine Eltern getan haben.
Und Jesus hat hier eine klare Antwort. Vers 3: Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden. Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Er wiederholt diesen Ausdruck „Ich bin das Licht der Welt“ aus Kapitel 8, weil er jetzt diesem Mann, dem Blindgeborenen, Licht schenken wird. Jesus weiss hier, was er vorhat, in den Versen 2 bis 5. Er weiss, was er vorhat. Er weiss, dass es kein Zufall ist, dass er diesem Mann begegnet ist. Er weiss, was er tun wird, und er weiss, wozu er das tun wird: dass die Werke Gottes, Vers 3, offenbar werden.
Lies mir weiter.
Vers 6: Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Siloah. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
Ich finde es interessant, dass Johannes sagt, in Vers 7, im Teich Siloah, das heisst übersetzt: der Gesandte. Es war nicht notwendig, dass Johannes das schreibt, aber offensichtlich will er wieder diese Idee aufnehmen: Wer ist wirklich der Gesandte? Denn Jesus sagt immer wieder, er spricht vom Vater, und er sagt, es ist der, der mich gesandt hat. Und jetzt sendet er den Blindgeborenen, um sich im Teich zu waschen.
Und wenn du mich fragst, warum hat er das so gemacht, diese Heilung? Manchmal hat er Blinde so geheilt, einfach so. Manchmal hat er Speichel verwendet, nur ohne Erde, ohne was auch immer das ist, ohne Erde, ja, ohne ... Hm, ich weiss nicht, was das Wort ist, aber ohne das. Manchmal verwendet er nur Speichel. Wenn du mich fragst, warum verwendet der Herr Speichel und Erde, ist die Antwort leicht: Ich weiss nicht.
Vers 7: Am Ende von Vers 7: Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
Und die Gefahr ist bei uns: Wir kennen das schon. Keiner von uns liest das neunte Kapitel des Johannes-Evangeliums jetzt zum ersten Mal. Wir lesen das und denken: Ja, ja, habe ich schon gewusst. Aber überlege mal, das ist erstaunlich, was hier passiert. Es ist ein blindgeborener Mensch. Er hat noch nie etwas gesehen. Er hat Beschreibungen von Dingen gehört, aber man kann sich nichts darunter vorstellen, wenn man noch nie etwas gesehen hat, oder? Und jetzt sieht er. Jesus ist wunderbar.
Vers 8: Die Nachbarn nun, die ihn zuvor als Blinden gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der, welcher da sass und bettelte? Etliche sagten: Er ist es. Andere aber: Er sieht ihm ähnlich. Ja, man versteht, dass die Leute sich schwer damit taten, das zu glauben, oder? Also: Dein Zwillingsbruder ist auf einmal aufgetaucht, der sehen kann.
Er selbst sagte: Ich bin’s. Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heisst, machte einen Brei und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Geh hin zum Teich Siloah und wasche dich. Als ich aber hinging und mich wusch, wurde ich sehend. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiss es nicht.
Das ist die Heilung. Das ist ein langes Kapitel, 41 Verse, und die Heilung und das kurze Gespräch nachher mit den Nachbarn ist mit Vers 12 schon vorbei. Das heisst, offensichtlich ist es Johannes ein grosses Anliegen, etwas anderes zu erzählen, was im Zusammenhang mit dieser Heilung passiert ist. Es ist sehr wichtig, was jetzt kommt.
Aber hören wir bitte nicht auf, darüber zu staunen, dass Jesus einen Blindgeborenen geheilt hat. Wer kann so etwas tun? Das ist ein Werk Gottes. Diese Zeichen sind da, und wir sollen sehen, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes, ist, und glauben und durch ihn Leben haben, Kapitel 20, die Verse 30 und 31.
Ist das ein Wasserkocher drüben? Nein, ich kann damit leben, aber es klingt, als ob jemand auf der Intensivstation wäre. Und okay, das ist okay, super. Ich habe mir nur Sorgen gemacht um diesen Menschen drüben. Ja, sehr gut, super.
Okay, das war die Heilung.
Die Befragung durch die religiösen Führer
Zweitens, in den Versen 13 bis 34, die Untersuchung. Das ist ein langer Abschnitt und offensichtlich ein sehr wichtiger Abschnitt, den Johannes jetzt geschrieben hat. Jetzt schalten sich die Pharisäer ein. Hier sehen wir, wie die Pharisäer auf diese Heilung Jesu reagieren.
Es gibt drei Teile bei dieser Untersuchung. Teil eins: Sie untersuchen den Blindgeborenen. Teil zwei: Sie untersuchen die Eltern des Blindgeborenen. Teil drei: Sie untersuchen den Blindgeborenen noch einmal. Ist das Deutsch? Sie befragen den Blindgeborenen, sie befragen die Eltern, und sie befragen den Blindgeborenen noch einmal. Schauen wir es uns kurz an.
Zunächst einmal die Verse 13 bis 17, das ist Teil eins. Sie befragen den Blindgeborenen. Da führten sie ihn, der einst blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete. Jetzt kommt es wieder mit dem Sabbat. Der Sabbat ist so wichtig für die Pharisäer, dieses Sabbatgebot ist das Allerwichtigste. Bis jetzt haben wir es nicht gewusst, dass es am Sabbat war, was eh wurscht ist. Aber es war Sabbat, und deswegen die Pharisäer: Hurra, die müssen was machen, sie müssen sich einschalten.
Vers 15: Nun fragten ihn auch die Pharisäer wieder, wie er sehend geworden war. Und er sprach zu ihnen: Einen Brei hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend. Man erwartet, dass die Pharisäer sagen: Halleluja, Gott ist groß, das ist wunderbar, wir freuen uns mit dir, es ist so toll, dass dein Leben verwandelt worden ist durch das, was dieser Mensch getan hat. Oder? Stattdessen sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Ist das traurig oder ist das traurig? Richtig.
Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Es entstand eine Spaltung unter ihnen. Das heißt, nicht alle Pharisäer waren dagegen, einige waren eher offen. Sie sprachen wiederum zu dem Blinden, das ist Vers 17: Was sagst du von ihm, weil er dir die Augen geöffnet hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.
Ein Prophet tut Werke, macht Wunder, um zu bestätigen, dass er tatsächlich ein Prophet Gottes ist. Und dieser Mann, dieser Blindgeborene, er kann jetzt sehen. Und seine geistliche Sehkraft wird immer klarer. Interessant, zwei Dinge auf einmal.
Also Teil eins der Untersuchung: Sie befragen den Blindgeborenen. Jetzt befragen sie die Eltern, Verse 18 bis 23. Vers 18: Nun glaubten die Juden nicht, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen gerufen hatten. Und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren ist? Wieso ist er denn jetzt sehend?
Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist. Das ist eine sehr vorsichtige Antwort. Wieso er aber jetzt sieht, das wissen wir nicht. Und wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug, fragt ihn selbst. Er soll selbst für sich reden. Letztlich muss er antworten. Ja, das ist unser Sohn, er war blind, jetzt kann er sehen, das wissen wir alles. Aber wie das alles passiert ist, frag ihn, er kennt sich aus.
Man versteht, warum sie vorsichtig sind. Man wird das bald noch klarer verstehen. Das war 18 bis 23.
Es geht weiter mit Vers 22: Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten. Denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn einer ihn als den Christus, den Messias, anerkennen würde, dieser aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. Und aus der Synagoge ausgeschlossen zu werden bedeutet nicht einfach, dass man samstags nicht hingehen darf. Es bedeutet, man wird letztlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Viele Leute würden nicht mehr mit dir reden, weil du ausgeschlossen bist, weil die religiösen Führer gesagt haben: Diese Menschen sind nicht würdig, sie dürfen nicht mehr zu unserer Gesellschaft gehören. Und deswegen haben sie Angst, und deswegen sagen sie, und wir verstehen das, oder? Deswegen sagen sie: Frag unseren Sohn, er kann die Fragen eh beantworten.
Vers 23: Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.
Der dritte Teil der Untersuchung: Sie befragen den Blindgeborenen noch einmal. Das ist 24 bis 34. Vers 24: Und jetzt wird der Blindgeborene, der jetzt sehend geworden ist, stark. Er ist begeistert von diesem Mann, der ihn geheilt hat. Er wird meiner Meinung nach sarkastisch, aber vielleicht hat er nicht meine Meinung. Ich finde es großartig, wie er jetzt mit dieser Untersuchung umgeht. Seine Eltern haben Angst, ich kann nicht von diesem Mann sagen, dass er Angst hat. Er ist mutig, er ist fröhlich, er ist begeistert.
Vers 24: Da riefen sie zum zweiten Mal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Wir wissen es. Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eins weiß ich: Ich war blind und bin jetzt sehend.
Wow, tolle Antwort, oder? Ja, ja, ja, es kann sein, dass ihr recht habt, das weiß ich nicht. Ihr könnt eure eigene Meinung bilden, was Jesus betrifft. Tatsache ist: Ich war blind und jetzt sehe ich. Ja, ich sehe euch. Super, oder? Wow, jetzt sollten die Pharisäer sagen: Ja, der Match ist vorbei, wir gehen nach Hause. Nein, nein, sie geben nicht auf.
Vers 26: Sie sprachen aber wiederum zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Das ist toll. Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht darauf gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?
Also, ich finde das großartig. Auf jeden Fall mutig. Ja, ich finde das super. Und natürlich weiß er sehr wohl, dass sie nicht gerade vorhaben, jetzt gläubig zu werden an Jesus und Jesus nachzufolgen. Er spürt diesen Widerstand, er spürt diesen Hass, er sieht dieses Vorurteil, oder? Ich finde das super, Vers 27.
Vers 28: Sie beschimpften ihn nun. Das ist jetzt die nächste Strategie. Die haben die Argumente alle verloren, jetzt geht es einfach darum, zu beleidigen. Wenn du das Gefühl hast, in einem Streitgespräch nicht gut rauszukommen, dann fang an zu beleidigen. Also wenn du Notizen schreibst, schreib das auf, das ist ein Ratschlag.
Vers 28: Sie beschimpften ihn nun und sprachen: Du bist sein Jünger, wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen, dass Gott zu Mose geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist. Das ist wieder wahrscheinlich eine Sache: Sie wissen nicht, wo er geboren wurde, und vielleicht wollen sie auch damit sagen, dass er vom Teufel gekommen ist. Sie wissen nicht, wie sie diese Sache einordnen sollen, dass er besessen ist, dämonisiert ist.
Da antwortet der Mensch, Vers 30, und sprach zu ihnen: Das ist doch verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat doch meine Augen geöffnet. Er verwendete ein bisschen Logik. Wir wissen aber, dass Gott nicht auf Sünder hört, sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. Von Ewigkeit her hat man nicht gehört, dass jemand einem blind Geborenen die Augen geöffnet hat. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts tun.
Dann bleibt uns nur übrig, dass wir wieder die Beleidigungslösung verwenden. Aber mehr als das: Sie antworteten, Vers 34, und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus. Und ich glaube nicht, dass das bedeutet, sie stießen ihn nur aus dem Raum, obwohl das wahrscheinlich auch der Fall war. Ich glaube auch, dass dies dasselbe ist, was in Vers 22 schon erwähnt worden ist. Ich denke, sie haben ihn ausgestoßen aus der Synagoge. Sie haben ihn, sagt man, exkommuniziert, exkommuniziert oder irgendetwas in der Art.
Also, das ist sehr heavy, sehr stark, die Untersuchung. Aber ich finde es so super, dass man sieht, wie dieser Mann fröhlich ist, begeistert ist, dass er mutig ist, dass er vielleicht sarkastisch ist, dass er Argumente verwendet, dass er bereit ist, alles offen und klar zu sagen. Aber es ist ein Preis damit verbunden. Und der Preis ist, dass er ausgeschlossen wird. Der Preis, deswegen ist das auch ein Grund, warum ich diesem Teil die Überschrift gegeben habe: der Preis.
Aber das ist noch immer nicht das Ende des Kapitels, weil dieser Mann, der jetzt sehen kann, seine geistliche Sehkraft wird jetzt noch immer klarer. Er kann noch immer deutlicher sehen, und er wird noch deutlicher sehen, jetzt ab Vers 35, die Verse 35 bis 41: die Entscheidung. Es geht hier um die Entscheidung, ob man an Jesus glaubt oder an Jesus nicht glaubt.
Zunächst einmal ist Glaube da, die Verse 35 bis 38. Vers 35: Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube? Dieses Herr hier bedeutet, glaube ich, mehr oder weniger Sir auf Englisch. Also es ist einfach eine respektvolle Anrede.
Jesus aber sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es. Also das ist besser: Du hast ihn gesehen. Er hat sich so gefreut, dass er physisch sehen kann, und jetzt sagt Jesus: Du hast den Messias, den Sohn Gottes, gesehen. Und jetzt verwendet dieser Mann das Wort Herr nicht mehr als respektvolle Anrede, sondern als betende Anrede, wie man so sagen kann.
Vers 38: Er aber sprach: Ich glaube, Herr. Und fiel anbetend vor ihm nieder. Er hat das Kapitel angefangen als ein blinder Bettler, und jetzt ist er Jesus begegnet. Er kann physisch sehen, er kann geistlich sehen, er glaubt an Jesus, er sagt es. Vers 38: Ich glaube, Herr. Und jetzt fällt er vor Jesus und betet ihn an. Dazu sind wir geschaffen worden, um Gott, um Jesus anzubeten. Dieser Mann ist ausgestoßen worden aus der Synagoge, aber er ist nach Hause gekommen. Er hat den Sohn Gottes kennengelernt, ihn Herr genannt und ihn angebetet. Das ist Glaube, Verse 35 bis 38.
Und jetzt Unglaube, Vers 39: Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden. Das ist eine typische Jesus-Aussage, wo man das liest und denkt: Wie bitte? Aber es geht weiter.
Dies hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun sagt ihr aber: Wir sehen. Deshalb bleibt eure Sünde.
Also der Mensch, der sich einbildet, dass er alles sehen würde, alles verstehen würde, sich sehr gut auskennen würde mit Gott, mit der Welt, mit der Wahrheit, der ist blind. Wenn ein Mensch einfach unwissend ist, dann ist er nicht schuldig daran. Aber wenn es eine bewusste Sache ist, dann ist er sehr schuldig. Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun sagt ihr aber: Wir sehen. Deshalb bleibt eure Sünde.
Jesus sagt: Bilde dir nichts ein. Bilde dir nicht ein, dass du der große Kenner bist, dass du alles super siehst, dass du nichts mehr zum Lernen hast, weil du alles weißt. Jesus heilt einen Blindgeborenen, und er heilt auch die geistigen Augen.
Vers 41: Es gibt keine Vergebung für die, die meinen, sie wären ohne Sünde. Es gibt keine Erlösung für die Menschen, die nicht erlöst werden wollen. Die sagen: Ich brauche das nicht, ich bin eher ein guter Mensch. Kapitel 9, Verse 30 und 31, das ist überall da in diesem Kapitel.
Erinnert ihr euch an die Samariterin? Die Antwort ist ja. Und während Kapitel 4 hat sie Jesus immer klarer gesehen, immer klarer verstanden, und so ist das auch hier. Könnt ihr bitte zu zweit oder zu dritt das Kapitel 9 noch einmal anschauen und herausfinden, wie dieser Mann, dieser Blindgeborene, der jetzt sehen kann, Jesus beschreibt? Es gibt einige Schritte, wie er Jesus beschreibt. Und wenn euch nichts einfällt, redet über das Wetter, und ich werde denken, dass ihr über meine Frage sprecht. Das heißt, ich werde nie herausfinden, dass ihr euch nicht auskennt. Okay, ihr habt zwei Minuten.
Wir sind einfach geliebt, und wer hat das gemacht? Wahrscheinlich von einem wundervollen Eindruck und dankbar, aber es waren noch keine klaren Erkenntnisse bei den Personen. Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! 30 Sekunden noch.
Okay, schauen wir mal, was wir haben. Vorschläge? Oder vielleicht habt ihr alle über das Wetter geredet. Nein, das stimmt nicht, weil Wolfram eine schöne laute Stimme hat, und einige Gruppen waren absichtlich sehr leise, um einfach zuzuhören, was Wolfram gesagt hat. Also haben wahrscheinlich alle dieselben Antworten wie Wolfram und seine Gruppe hier.
Was ist der erste Schritt zum Beispiel? Einfach sind es ganz ungrundbar. Ein Mensch, genau, Vers 11, Entschuldigung, Vers 11: Er sagt, Jesus ist ein Mensch. Das ist der erste Schritt, das ist eh klar. Ja, nächster Schritt? Ein Prophet, Vers 17, ja, er nennt ihn einen Propheten. Und dann der nächste Schritt? Von Gott, in Vers 33, ja, danke, und dann? Einzigartig. Oh wow, ja super, das habe ich nicht gehabt, aber das ist super. Wer ist es? Ja, okay, einzigartig. Und der Gipfel? Sir, nein, aber es ist nett, dass du mich Sir nennst, danke Hans, ich schätze das sehr. Ja, Herr. Er sagt Herr in Vers 38, also das ist ein Mensch, bitte? Ja, kann man auch machen, ja. Also es ist wunderbar, diese Reise, die er macht: Mensch, Prophet, von Gott, einzigartig, Sohn Gottes, Herr. Und es ist fast, als ob Johannes uns sagen würde: Wo seid ihr auf dieser Reise? Wie weit bist du gekommen?
Was ich hier interessant finde: Die Kritik der Pharisäer hat ihn eigentlich dazu gebracht, Jesus zu erkennen. Hat ihm geholfen, ja, das stimmt, stimmt, ja, das stimmt. Also ungerechtfertigte Kritik kann oft ein Punkt sein, der einen überzeugt. Ja, okay, ja, das glaube ich. Ja, Marek.
Ich habe einen Kommentar aus 41: Er sagt, Herr Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun aber sagt ihr: Wir sehen, daher bleibt eure Sünde. Dass wir eigentlich nicht davon ausgehen können, dass Menschen nicht wissen, dass sie sündig sind. Eigentlich sollte jeder Mensch wissen, dass er sündig ist, weil er sündlich blind ist.
Ja, aber es gibt Menschen, die sich einbilden, sie wären keine Sünder. Ja, ja, aber eigentlich wissen sie es. Also wenn sie sich selber aufrichtig fragen würden, müssten sie eigentlich erkennen, dass ...
Ja, aber wir sind nicht alle aufrichtig, oder? Ich meine, du vielleicht schon, aber ich nicht.
Aber dieser, ich möchte es noch einmal sagen, mit Mensch, Prophet, von Gott, einzigartig, Sohn Gottes, Herr: Wo bist du auf dieser Reise? Und ich schätze, dass wir alle hier sagen: Ja, ich kann Jesus Herr nennen. Und wenn wir das jetzt alle hören und denken: Ja, ja, das kann ich, das tue ich, dann ist das noch eine Erinnerung daran, dass du ein Wunder bist, weil Jesus dir Sehkraft gegeben hat. Jesus hat dich geheilt, wie er diesen Blindgeborenen geheilt hat. Es ist super, Christ zu sein, oder?
Auch Vers 27 noch verwenden: Wollt auch ihr seine Jünger werden? Also wenn ich sage: Willst du so ein Jünger werden?, dann gehe ich davon aus, dass der andere ein Lehrer, ein Rabbi oder ich weiß auch nicht was ist. Ja, okay, das kann man auch. Ich glaube, man kann immer mehr finden, ja. Offensichtlich sieht er, dass Jesus jemand ist, dem man nachfolgen sollte, ja. Okay, wir gehen weiter, aber hören wir nicht auf, Jesus anzubeten. Das ist wunderbar, Kapitel 9, oder? Die Antwort ist ja.
Der gute Hirte und die Frage nach seiner Identität
Einheit A ist Kapitel 10, Verse 1 bis 21, Jesus, der gute Hirte. Aber diese Stelle werden wir heute Nachmittag in unseren Gruppen anschauen. Deswegen werden wir das jetzt nicht anschauen.
Wir gehen gleich zu Einheit B. Das ist auf Seite zwölf in euren Unterlagen. Einheit B, Kapitel 10, Verse 22 bis 42: Jesus, wer ist dieser Mensch?
Das ist ein Gespräch bei einem Fest, Vers 22: Es fand aber in Jerusalem das Fest der Tempelweihe statt. Das war das Feiern von etwas, was zwischen den beiden Testamenten geschehen ist, und es war Winter. Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Messias, so sage es uns frei heraus.
Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir. Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.
Also, hier ist das Thema: Bist du der Messias? Ich glaube, dass Johannes uns von diesem Gespräch erzählt, weil er will, dass wir Leser uns auch diese Fragen stellen. Die Frage ist immer: Wer ist dieser Jesus? Kapitel 20, Vers 31. Ist er der Messias? Ist er der Sohn Gottes? Und hier in diesem Abschnitt, Verse 22 bis 30, geht es darum: Ist er der Messias?
Vers 27: Jesus sagt: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach. Und ich gebe ihnen ewiges Leben. Ich meine, dieser Satz ist großartig, oder? Ich gebe ihnen ewiges Leben. Schau die Vollmacht an von diesem Mann. Er gibt Menschen ewiges Leben. Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
Das heißt nicht, dass sich Menschen ewiges Leben geben und dass sie das irgendwann einmal zurückgeben oder dass ich das zurücknehme. Sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen. Es ist so toll, Christ zu sein. Das wisst ihr, das weiß ich. Aber es ist so super, dass ich sagen kann: Heute in hundert Jahren, etwas früher schätze ich, werde ich beim Herrn sein. Nicht wegen dem, was ich getan habe, sondern wegen dem, was Jesus getan hat.
Das ist das Schöne. Es wäre schrecklich, wenn ich sagen würde: Ja, ich werde beim Herrn sein, weil ich wirklich in meinem Scham mich an, bin toll. Schau mich an, nicht nur die Kleider, also alles, ich bin super. Das ist Stolz, das ist Arroganz, das stinkt. Nein, nein, ich weiß, wo ich heute in hundert Jahren sein werde, wegen dem, was Jesus getan hat.
Uns ist vergeben nicht wegen dem, was wir für Gott tun. Uns ist vergeben wegen dem, was Gott für uns getan hat am Kreuz. Halleluja!
Ich bete oft, dass Menschen, wenn ich predige, anfangen, Gott anzubeten. Wir können zwei Dinge auf einmal machen, dass Leute zwei Dinge auf einmal machen: während sie zuhören und lesen, dass sie auch beten und anbeten. Das verwandelt einen Vortrag in ein übernatürliches Ereignis, dass etwas passiert, dass der Heilige Geist etwas macht in unserem Herzen, während wir das Wort Gottes lesen, weil das Wort Gottes ein Begegnungsort mit Gott sein will.
Ja, ich lese weiter. Vers 29: Mein Vater, der sie mir gegeben hat – das hat er mehrmals in Kapitel 6 gesagt – ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Interessant, schau das Ende von Vers 28 an, schau das Ende von Vers 29 an: Niemand wird sie aus meiner Hand reißen, Vers 29: Niemand wird sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ist das ein Widerspruch? Sind sie in Jesu Hand oder in der Hand des Vaters? Die Antwort ist: ja. Super, oder? Beten wir Jesus an!
Und dann der Höhepunkt, Vers 30: Stell dir die Situation vor. Jesus sagt: Ich und der Vater sind eins. Boah. Interessant, dass er nicht sagt: Ich und der Vater sind einer. Das würde bedeuten, ich bin der Vater und der Vater ist ich. Das ist nicht deutsch. Er sagt: Ich und der Vater sind eins. Es gibt mich, es gibt den Vater, aber wir sind eins. Es ist klar, was Jesus sagt.
Jesus ist der Messias, die Verse 22 bis 30. Und jetzt, Verse 31 bis 39: Jesus ist der Sohn Gottes.
Vers 31: Es ist eh klar, was jetzt nach Vers 30 passiert. Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus antwortete. Und die Steine sind da übrigens im Tempel, sie haben sie nicht mitgebracht, die waren noch dabei, den Tempel fertigzubauen. Die Juden, und deswegen sind Steine da, sie sind da, deswegen haben sie diese Steine gehabt.
Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater. Um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen? Die Antwort ist sehr wichtig. Die Juden, das bedeutet die führenden Juden, denke ich, antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung. Und zwar, weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.
Ganz klar, sie bringen das auf den Punkt: Du behauptest, Gott zu sein. Und das ist Gotteslästerung. Du bist nur ein Mensch.
Und jetzt verwendet Jesus ein interessantes Argument. Jesus antwortete ihnen: Es steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: Ich habe gesagt, ihr seid Götter? Wenn es diejenigen Götter nennt, an die das Wort Gottes erging, und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden, wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich gesagt habe, ich bin Gottes Sohn?
Die Verse 6 und 7, Psalm 82, die Verse 6 und 7, das ist das, was Jesus hier zitiert oder teilweise daraus in Vers 34. Und Gott hat das den Israeliten gesagt, hat man geglaubt, als er ihnen das Gesetz gegeben hat am Berg Sinai. Er hat ihnen das Gesetz gegeben, und er sagt, das ist so großartig, dass ihr dieses Gesetz Gottes gehabt habt, ihr seid Götter. Er hat nicht gemeint, ihr seid gleich wie ich, aber er hat diesen Ausdruck verwendet. So heißt es in Psalm 82 in den Versen 6 und 7.
Und deswegen sagt Jesus in den Versen 35 und 36: Warum sagt ihr denn, dass ich sündige, wenn ich sage, dass ich Gott bin? Der Vater und ich sind eins.
Vers 37: Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht. Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm.
Er spricht in Vers 37 davon, dass Gott sein Vater ist. Er spricht in Vers 38 davon, dass Gott sein Vater ist, und er verwendet diesen Ausdruck am Ende von Vers 38, den er wiederverwenden wird in Kapitel 14, wenn er allein mit den Jüngern zusammen ist. Er sagt: Der Vater ist in mir und ich in ihm. Es ist eine enge, intime Gemeinschaft zwischen Gott dem Vater und Jesus.
Vers 39: Die Reaktion hier: Da suchten sie ihn wiederum zu ergreifen, doch er entging ihren Händen, weil die Zeit nicht reif war. Die Zeit war nicht da, es war nicht dran.
Und jetzt gibt es eine Brücke hier, die Verse 40 bis 42, das habe ich vergessen hier aufzuschreiben. Eine Brücke, Vers 40: Er zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb dort. Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan, aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr. Und schau Vers 42 an und freu dich: Und es glaubten dort viele an ihn.
Man sieht, dass die Spannung immer größer wird, oder der Widerstand, der wächst alles. Aber zur gleichen Zeit glauben mehr Leute an Jesus. Sie treffen die Entscheidung, sie denken zu glauben: Ja, Jesus ist der Messias. Ja, Jesus ist der Sohn Gottes. Und sie vertrauen ihm. Das heißt, Glaube ist da.
Aber die Frage ist natürlich: Stimmt es? Ist dieser Glaube wahr? Kann Jesus wirklich Leben schenken? Ja. Wenn wir Zweifel haben, dann soll man Kapitel 11 anschauen. Dann sieht man, dass Jesus Leben schenkt.
Der Weg nach Bethanien
Ereignis B: Jesus erweckt einen Verstorbenen. Das ist die Lazarus-Geschichte. Ich habe das so aufgeteilt. Es gibt natürlich andere Möglichkeiten, wie man fast jede Stelle einteilen kann.
Zunächst einmal die Verse 1 bis 16: Vertraue seinem Plan.
Vers 1: Es war aber ein Kranker, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta. Ich muss sagen, Vers 2 fasziniert mich, nämlich: die Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat. Ich finde es interessant, dass Johannes das da schreibt, weil er noch nicht von dieser Salbung in seinem Evangelium erzählt hat. Komisch, oder?
Ich denke, die beste Erklärung für Vers 2 ist, das habe ich schon wieder gesagt, bezüglich Kapitel 3, Vers 34: Die beste Erklärung für Kapitel 11, Vers 2 ist, dass Johannes mit der Möglichkeit rechnet oder mit der Wahrscheinlichkeit rechnet, dass seine Leser die Markus-Geschichte gelesen haben. Dann wissen sie von der Salbung, weil sie diese Geschichte, wie Markus sie erzählt hat, schon kennen. Und wenn sie Vers 2 hier lesen, denken sie: Aha, ja, ja, kenne ich. Aha, das ist die Maria, die das gemacht hat. Deren Bruder Lazarus war krank.
Vers 3: Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du liebst, ist krank. Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht wird. Das ist großartig.
Vers 4 noch einmal: Man sieht die Prioritäten Jesu. Er will, dass Gott verherrlicht wird. Er will, dass er selbst verherrlicht wird, damit Menschen erkennen, dass er der Sohn Gottes ist. Das, was er jetzt tun wird, ist nicht nur ein Ausdruck von Barmherzigkeit und Liebe. Das ist auch deshalb, weil er will, dass Menschen an ihn glauben, weil er weiß, dass wir ohne das tot sind. Genauso wie in Kapitel 9: Wir sind alle geistlich blind, bis Jesus uns geistliche Sehkraft gibt, sind wir alle geistlich tot, bis Jesus uns auferweckt. Es ist so ein tolles Evangelium.
Die Verse 5 und 6 sind nicht ganz richtig übersetzt in der Schlachter: Jesus aber liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus. Als er nun hörte, dass jener krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war. Eigentlich gibt es am Anfang von Kapitel 6 ein Wort, das mehr oder weniger deswegen bedeutet: Jesus liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus, deswegen, als er das hörte, blieb er noch zwei Tage dort.
Was ist da, bitte? Ich habe eine Frage, aber so steht es im Griechischen: weil er sie liebte, hat er gewartet? Einige Bibeln übersetzen es so, aber ich verstehe die Sorge. Man hat Angst, dass man ausgeschlossen wird. Pause für das Lachen nicht gekommen. Okay, das macht nichts.
Vers 7: Dann erst sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa ziehen. Es kann sein, er hat gewusst, dass Lazarus schon tot ist, aber er wartet noch länger, weil viele Leute der Meinung waren, der Geist von einem Menschen bleibe zwei oder drei Tage nach dem Tod, bis der Geist weggeht. Und Jesus will, dass diese Zeitperiode vorbei ist, damit niemand sagen kann: Ja, ja, sein Geist ist noch immer irgendwie da.
Dann sagte er zu den Jüngern, Vers 7: Lasst uns wieder nach Judäa ziehen. Die Jünger antworteten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, Kapitel 10, und du begibst dich wieder dorthin? Jesus erwiderte: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tag wandelt, so stößt er nicht an, denn er sieht das Licht dieser Welt. Wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
Dies sprach er, und danach sagte er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen, aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sprachen seine Jünger: Herr, wenn er eingeschlafen ist, so wird er gesund werden. Das ist bekannt: Geh schlafen, und dann wird es dir besser gehen. Jesus aber hatte von seinem Tod geredet; sie dagegen meinten, er rede vom natürlichen Schlaf.
Daraufhin sagte Jesus ihnen frei heraus: Lazarus ist gestorben. Wie weiß er das? Weil er der Sohn Gottes ist. Und ich bin froh um euretwillen, dass ich nicht dort gewesen bin, damit ihr glaubt. Alles, was er tut, ist, damit wir glauben, damit wir Vertrauen lernen. Er lädt uns dazu ein, ihm zu vertrauen.
Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern: Ich weiß nicht, ob er ein natürlicher Pessimist war. Ich weiß nicht genau, wie er das gesagt hat. Lasst uns auch hingehen, damit wir mit ihm sterben. Aber vielleicht ist das ein Ausdruck der Liebe, das weiß ich nicht. Oder ist das, wenn ihr Winnie-the-Pooh kennt, kennt ihr Winnie-the-Pooh? Es ist ein wichtiges Buch in der Weltliteratur. Kennt ihr I-Aah? Ja, also Thomas ist der I-Aah der Jünger, glaube ich. Aber vielleicht tue ich ihm Unrecht, und ich muss mich eines Tages bei ihm entschuldigen.
Das waren die ersten ... Bitte? Okay, wollen wir kurz in Kleingruppen über I-Aah reden? Okay, wir gehen weiter.
Vers 1 bis 16: Vertraue seinem Plan. Ich habe das so genannt, weil, wenn ich das predigen würde, was ich jetzt nicht tue, würde ich sagen: Es gibt Dinge manchmal in unserem Leben, die wir nicht verstehen. Und es ist leicht, manchmal zu denken: Alles ist, alles ist, wie sagt man, für die Katz. Alles, alles funktioniert nicht. Wo ist Gott? Schläft er? Aber Gott hat alles in der Hand. Gott hat einen Plan, und wir sollen seinem Plan vertrauen, 1-16.
Hoffnung in der Trauer
Dann 17–27 höre seine Behauptung.
Vers 17: Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grab liegend. Bethanien war nahe bei Jerusalem, und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Martha nun hörte, dass Jesus komme, lief sie ihm entgegen. Maria aber blieb im Haus sitzen. Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärst, mein Bruder wäre nicht gestorben. Sie weiß also, dass Jesus heilen kann. Doch auch jetzt weiß sie: Was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben.
Das ist eine erstaunliche Aussage, oder? Ihr Bruder ist tot. Ihr Bruder liegt schon im Grab. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Martha kennt sich theologisch aus. Martha spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag. Ja, das ist klar, das weiß ich schon.
Jesus spricht zu ihr, Vers 25: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Höre seine Behauptung: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wäre das lächerlich, wäre es Gotteslästerung. Aber jetzt sagt Jesus es: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Und wer immer an mich glaubt – es geht wieder um Glauben, Kapitel 20, Vers 31, und dann das Ende von Vers 26, ganz wichtig – glaubst du das?
Und die Engel, ich verwende meine Vorstellungskraft jetzt, die Engel warten ganz gespannt, was jetzt kommt. Glaubst du das?
Vers 27: Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Stell dir vor, wie sich Jesus fühlt. Stell dir vor, wie sich Martha fühlt. Das, was sie da sagt in Vers 27, ist fast so, als ob sie Johannes 20, Vers 31 gelesen hätte, was sie sicher nicht gelesen hatte: Ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Höre seine Behauptung, und jetzt sieh seine Tränen. Jetzt kommt die andere Schwester, Vers 28: Als sie das gesagt hatte, ging sie fort, rief heimlich ihre Schwester Maria und sprach: Der Meister ist da und ruft dich. Als diese es hörte, stand sie schnell auf und begab sich zu ihm. Jesus war aber noch nicht in das Dorf gekommen, sondern befand sich an dem Ort, wo Martha ihm begegnet war.
Als nun die Juden, die bei ihr im Haus waren – da geht es, glaube ich, nicht um führende Juden, das ist ein schwieriger Ausdruck bei Johannes –, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass Maria so schnell aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach und sprachen: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen. Das heißt, als Maria zu Jesus kommt, sind Zuschauer da.
Als aber Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie zu seinen Füßen nieder und sprach zu ihm: Herr, wenn du hier gewesen wärst, mein Bruder wäre nicht gestorben. Das ist genau das Gleiche wie bei Martha, oder? Sie haben sicher während der Tage seit dem Tod ihres Bruders zueinander gesagt, immer wieder: Wenn Jesus hier gewesen wäre, wäre er nicht gestorben. Wenn Jesus nicht hier gewesen wäre, wäre er nicht gestorben. Sie haben das immer wieder gedacht. Man wiederholt sich Sachen, wenn man fertig ist.
Als nun Jesus sah, wie sie weinte, Vers 33, und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, seufzte er im Geist und wurde bewegt und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprechen zu ihm: Herr, komm und sieh!
Jesus weinte. Warum weint er? Zwei Gründe sind im Text, denke ich.
Grund Nummer eins: weil er Lazarus liebte. Vers 36. Die Juden haben recht, da sagten die Juden: Seht, wie hatte er ihn so lieb! Manchmal reden wir von Jesus, als ob er gefühllos und emotionsfrei wäre, weil er Gott ist, weil er der Sohn Gottes ist. Er hat Emotionen. Er ist traurig, als er jetzt mit dem Tod konfrontiert wird.
Aber der zweite Grund, warum er weint, ist da in Vers 33, ja, Vers 33. Als nun Jesus sah, wie sie weinte und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, seufzte er im Geist und wurde bewegt. Bewegt ist eine etwas schwache Übersetzung. Es ist eher: Er wurde in seinem Geist empört. Er ist zornig. Er ist zornig, wenn er sieht, was die Sünde in unserer Welt alles bewirkt hat. Unsere Welt sollte nicht so sein. Es sollte keinen Tod geben in unserer Welt. Das ist nicht richtig. Das Wort Trauer sollte nicht in unserem Wörterbuch sein. Er ist zornig, wenn er sieht, wie die Sünde unsere Schöpfung kaputtgemacht hat.
Jesus weinte.
Die Macht über den Tod
Vertraue seinem Plan, höre seine Behauptung, sieh seine Tränen und viertens: Erlebe seine Kraft.
Ich habe gerade entdeckt, dass meine Uhr stehen geblieben ist und dass es jetzt halb ist. Wir machen sehr schnell fertig.
Erlebe seine Kraft, Vers 38. „Jesus nun, indem er wieder bei sich selbst seufzte, kam zum Grab. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag darauf. Jesus spricht: Hebt den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier.“ Das würde ich nicht empfehlen, Jesus. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg. Wo der Verstorbene lag, hob Jesus aber die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich alle Zeit erhörst. Doch um der umstehenden Menge willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Und als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Jesus spricht zu einem Toten. Aber wenn Jesus zu einem Toten spricht, gehorcht er. Jesus ist Herr über den Tod. Der Verstorbene kam heraus, seine Hände und Füße mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und lasst ihn gehen.
Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren usw. Halleluja! Das ist der Beweis, dass die Behauptung Jesu in den Versen 25 und 26 stimmt. Jesus erweckt einen Verstorbenen. Es wird immer leichter, an Jesus zu glauben, oder? Wenn man diese Dinge noch einmal liest. Warum würde man nicht an Jesus glauben? Er macht Augen auf. Er erweckt einen Verstorbenen.
Und wir werden das jetzt nicht anschauen, wirklich die Verse Einheit C, die Reaktion „Jesus soll sterben“, was Kajaphas sagt. Ich lese nur einen Vers vor, von dem, was Kajaphas sagt, am Ende von Gebet 11. Das ist Vers 49: Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hohepriester war, sprach zu ihnen: Ihr erkennt überhaupt nichts, und ihr bedenkt nicht, dass es für uns besser ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt, als dass das ganze Volk zugrunde geht.
Ein Mensch soll für das Volk sterben. Es kommt uns bekannt vor, oder? Der Gerechte stirbt für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führt. Dies redete er aber nicht aus sich selbst, sondern weil er in jenem Jahr Hohepriester war, sagte er, ohne es zu wissen, denn Jesus sollte für das Volk sterben, sagt Johannes, falls wir das nicht mitgekriegt haben. Johannes erklärt das Kreuz in Vers 51. Das wird der Preis sein, den Jesus zahlt, um uns Menschen zu Gott zu bringen.
Und dann, was Jesus tut, oben auf Seite 13 in euren Unterlagen: Was Jesus tut, er zieht sich zurück. Und sehr wichtig ist Vers 55, ganz am Ende fast: Es war aber das Passa der Juden nahe, und Jesus ist bereit für das letzte Kapitel seines Lebens, und die religiösen Führer lauern. Vers 57: Sowohl die obersten Priester als auch die Pharisäer hatten aber einen Befehl gegeben, dass, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeigen sollte, damit sie ihn ergreifen könnten.

