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Sei treu in deiner Berufung! – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 526/696
19.02.2025Lukas 12,35-40
SERIE - Teil 526 / 696Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Berufung und Vertrauen

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 525: Sei treu in deiner Berufung, Teil 1.

Am Ende von Episode 518 hatte ich gesagt, dass Reichtum im Blick auf Gott mit Vertrauen in Gott, mit Nächstenliebe und damit zu tun hat, dass ich meine Berufung lebe. Die ersten beiden Punkte haben wir ausführlich unter der Überschrift „Warnung vor Sorgen“ betrachtet.

Kommen wir heute zum dritten Punkt: Berufung, Leben. Was ist unsere Berufung als Christen? Ganz einfach: Wir sind Jesu Mägde und Knechte. Wir sind dazu berufen, den Auftrag zu erfüllen, den er uns gegeben hat.

Was genau dieser Auftrag ist, hängt stark mit unseren Gaben, unserer Biografie sowie mit unseren körperlichen, intellektuellen und emotionalen Ressourcen zusammen. Unabhängig davon, in welchem Leben wir uns wiederfinden – und das haben wir uns ja nicht ausgesucht – haben wir einen Auftrag zu erfüllen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir den Willen Gottes erkennen. Noch etwas ist wichtig: Auf dem Weg der Nachfolge dürfen wir nicht irgendwann müde oder selbstsüchtig werden.

Das Gleichnis von den wachsamen Knechten

Um diese Lektion an seine Jünger zu vermitteln, erzählt der Herr Jesus ihnen ein Gleichnis. In Lukas 12,35 heißt es: "Eure Lenden sollen umgürtet und die Lampen brennend sein."

Die Lenden zu umgürten bedeutete, das lange Gewand hochzubinden, um sich besser bewegen zu können. Dies ist ein Bild für das Vorbereitetsein. Die brennenden Lampen bringen dasselbe zum Ausdruck: Es ist Nacht, aber ich bin vorbereitet. Worauf? Auf die Wiederkunft des Herrn.

In Lukas 12,36 steht: "Und ihr? Seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich öffnen."

Wir müssen an dieser Stelle verstehen, dass Hochzeitsfeiern in der Antike länger dauern konnten. So heißt es im apokryphen Buch Tobit 8,20: "Dann rief er Tobias und sagte zu ihm: Vierzehn Tage sollst du noch nicht von hier abreisen, sondern bleib, um mit uns zu essen und zu trinken."

Ein Herr, der sich auf einer Hochzeitsfeier befindet, und niemand weiß genau, wann er zurückkommt – das ist das Bild, das Jesus verwendet.

In Lukas 12,36 heißt es nochmals: "Und ihr seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich öffnen."

Was will Jesus seinen Jüngern sagen? Lebt wie Knechte, die nicht wissen, wann ihr Herr zurückkommt. Wir sollen damit rechnen, dass Jesus heute wiederkommt. Und wenn er wiederkommt, dann soll uns das nicht überraschen. Er soll uns nicht unvorbereitet finden.

Wenn Jesus kommt, dann soll das für uns ein Moment der Freude sein – so ein Tschaka, ich bin bereit. Nur schade, dass wir nicht genau wissen, wann er kommt.

Das überraschende Bild des dienenden Herrn

Habt ihr Bibelverse, die ihr nicht glauben könnt, weil sie sich irgendwie völlig falsch anhören? Ich habe ein paar davon. Und keine Sorge, natürlich glaube ich sie, weil sie in der Bibel stehen. Ich hätte nur nie erwartet, sie dort zu finden.

Ein für mich ganz markantes Beispiel ist der nächste Vers. Immer wenn ich ihn wiederhole, muss ich innerlich ein wenig den Kopf schütteln: Lukas 12,37
„Glückselig sind jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet; denn ich sage euch: Er wird sich umgürten, sie zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen.“

Ich hoffe, ihr könnt die Absurdität beziehungsweise das Überraschende an diesem Bild wahrnehmen. Die Knechte warten auf den Herrn, sie tun ihren Job. Und dann, wenn er kommt, belohnt der Herr sie mit einem Festmahl. Aber damit nicht genug: Er selbst macht sich für sie zum Knecht. Er bindet sich eine Schürze um, lässt sie Platz nehmen, tritt hinzu und bedient sie.

Ja, ich weiß, das ist erst einmal nur ein Bild, aber für mich hört sich das trotzdem völlig falsch an. Ist es nicht, das weiß ich. Aber Jesus, der wiederkommt, um mich zu bedienen – es gibt einen Teil in mir, der instinktiv denkt: Das will ich nicht, das ist falsch. Und vielleicht geht es euch genauso.

Der Herr Jesus hat mir schon so viel gedient und tut es durch seine Fürbitte jeden Tag. Er hat mir Leben und seinen Geist gegeben. Er hat mich durch sein Blut erkauft und mich zu einem Kind Gottes gemacht. Ich bin es, der ihm dienen sollte – jetzt und in alle Ewigkeit. Alles andere fühlt sich falsch an.

Und doch gebraucht der Herr Jesus hier ganz bewusst ein solch drastisches Bild. Das Bild steht natürlich für eine Realität. Das heißt, was Jesus hier zum Ausdruck bringt, ist Folgendes: Wenn ich wiederkomme – und ihr wisst nicht, wann das sein wird – aber wenn ich wiederkomme und ich finde euch vorbereitet, dann werde ich euch auf eine Weise belohnen, die ihr niemals erwartet hättet.

Ich werde euch auf eine Weise belohnen, die eure kühnsten Träume, ja eure Vorstellungskraft, ja euren Sinn für das, was noch richtig ist, übersteigt. Ich hoffe, wir haben verstanden, warum Jesus das hier so formuliert. Er will uns anspornen, bis zum Schluss dran zu bleiben.

Wachsamkeit in der Nacht der Erwartung

 Lukas 12,38: „Und wenn er in der zweiten Wache oder in der dritten Wache kommt und sie so findet, dann sind sie glückselig.“

In der Antike gab es verschiedene Möglichkeiten, die Nacht in Wachschichten einzuteilen. Für die Juden war es typisch, die Nacht in drei Wachen zu unterteilen. Alternativ könnte hier auch das römische System mit vier Wachen gemeint sein.

Unabhängig davon, welches System gemeint ist, spricht Jesus, wenn er von der zweiten und der dritten Wache redet, von einer Zeit um Mitternacht bis hinein in den frühen Morgen. Genau in dieser Zeit macht es am wenigsten Spaß, wach und vorbereitet zu bleiben.

Die Betonung liegt dabei auf dem Bleiben. Die Knechte dürfen nicht schlafen. Natürlich ist dies ein Bild, denn jeder echte Knecht muss irgendwann schlafen. Doch die Knechte stehen hier symbolisch für uns Christen. So wie sie nicht schlafen, sondern wachen und darauf warten, ob sie ihren Herrn zurückkommen hören, sollen auch wir unser Leben führen.

Aufforderung zur Treue in der Berufung

Deshalb sei treu in deiner Berufung. Wir erhalten von Gott einen Auftrag für unser Leben. Dieser Auftrag sieht bei jedem Menschen anders aus, aber jeder Christ hat einen.

Wir müssen darauf achten, dass wir nach der Bekehrung nicht sofort Vollgas geben und dann nach einigen Jahren ernüchtert einen oder zwei Gänge zurückschalten. Voller Begeisterung zu beginnen, das kann jeder. Aber dranbleiben – das ist es, was Jesus sehen will.

Er will zurückkommen und uns dabei antreffen, wie wir für sein Reich Vollgas geben.

In Lukas 12,39-40 heißt es: „Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben wurde. Auch ihr seid bereit, denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint.“

Abschluss und Ermutigung

Was könntest du jetzt tun?

Denke darüber nach, ob du noch mit genauso viel Elan und Begeisterung das Reich Gottes baust wie kurz nach deiner Bekehrung.

Das war es für heute. Bete für deine Gemeindeleitung, denn sie brauchen deine Unterstützung.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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