Zum Inhalt

Lukas 12,13-34: "Geld: Wie Sorgen und Furcht uns davon abhalten, Gottes Reich zu bauen"

Lukas 12,13-12,3404.10.2010
Serie•Teil 28 / 53Lukas-Evangelium
Wofür lebst du wirklich: für mehr Sicherheit oder für Gottes Reich? Der Blick auf Geld, Besitz und Zeit zeigt gnadenlos, woran dein Herz hängt.

Einleitung: Was unsere Gewohnheiten über uns verraten

Kann ich die Folie vom Refrain des letzten Liedes bitte noch mal haben?
Wenn ich meinen Internetbrowser hochfahre, dann kriege ich eine Startseite. Diese Startseite, das sagt, glaube ich, viel über den Menschen aus, was man sich zeigen lässt. Lange Zeit waren das Nachrichten, und irgendwann dachte ich mir: Ich mag keine Nachrichten mehr, ich brauche irgendwas Schöneres.
Ich habe eine Seite gesucht mit christlichen Zitaten. Und da stand irgendwann, die Woche ist immer so eine Reihe von Zitaten, stand irgendwann etwas total Fieses. Und ich wollte euch das nicht vorenthalten. Da stand: Sünder lügen, wenn sie den Mund aufmachen, Christen, wenn sie singen.
Ich weiß nicht, ob ihr den kennt. Mir ist das Lachen so ein bisschen im Halse stecken geblieben, als ich das las. Und ich dachte mir: Okay, es hat jemand gesagt, der für markante Sprüche bekannt ist, jemand, der auch schon tot ist. Man kann ihm also auch nicht mehr wehtun oder noch eine böse Karte schreiben.
Aber wenn ich so etwas lese hier, beziehungsweise wir haben das ja gesungen: Lass mich vor dir knien, mein Leben hin, mache mich ganz neu, ich gehöre dir. Ich hoffe, dass uns da so ab und an noch der Schauer über den Rücken läuft, wenn wir das singen. Das ist ja nicht so: Herr Jesus, zwei Prozent meines Einkommens bin ich gerne bereit, dir zu opfern. Da steht was anderes. Nimm mein Leben hin, nicht: Nimm den Rest meines Lebens hin, wenn alles schon verbraucht ist, was ich für das, was ich sowieso gerne tun würde, aufgewandt habe. Nimm mein Leben hin.
Und auf die Frage, wie könnte man das Thema Erntedankfest und 20 Jahre Deutsche Einheit miteinander verbinden? Ich glaube, es gibt ein Thema, das einem sofort ins Auge fällt. Das Thema müsste lauten: Wie gehe ich richtig um mit dem Besitz, mit dem Wohlstand, den Gott mir schenkt?
Weil es ist das Thema, was beides miteinander verbindet. Ja, wir sind beschenkte Leute, Erntedank. Und gleichzeitig stellt uns die Wiedervereinigung vor die Frage: Wie machen wir das denn, wenn so beschenkte Leute, die vielleicht nicht gleich beschenkt worden sind, zusammenkommen?
Wie kriege ich denn so einen Apfel und so eine Birne beieinander gehalten, wenn der eine so ein bisschen größer und fetter und der andere so ein bisschen kleiner und mobbiger ist? Wie mache ich das denn?

Der größere Zusammenhang im Lukasevangelium

Interessanterweise führt uns unser Text im Lukasevangelium genau auf diese Frage zu.
Wir stehen im Lukasevangelium, Kapitel 12. Und wer schon eine Weile dabei ist und ich predige fortlaufend durch das Lukasevangelium, der weiß, dass der große Block, um den wir uns drehen, sich mit der Frage beschäftigt: Was sind die Prioritäten im Leben eines Christen?
Wir haben angefangen damit, und zwar in Lukas 10 am Ende mit Martha und Maria. Dort haben wir uns vor Augen gehalten: Der erste große Block, wenn man über Prioritäten im geistlichen Leben nachdenkt, hat zu tun mit der Frage: Wie höre ich auf Gott?
Und dann geht es auch schon gleich weiter mit dem Gebet, ja, wie rede ich mit Gott? Wir könnten das zusammenfassen: Der erste große, wichtige Block lautet: Wie gehe ich mit Gott um? Wie ist mein Leben mit Gott? Wie sieht meine Beziehung zu Gott aus?
Jeder, der sich dieses Thema vor Augen hält, merkt sofort: Ja, das ist die eine Seite der Medaille, aber da muss noch mehr sein, stimmt? Und da machen wir heute weiter. Es gibt nämlich ein zweites, ganz, ganz großes Thema, und dieses Thema lautet Geld.
Luther hat mal gesagt: Das Letzte, was sich bekehrt, ist der Geldbeutel. Und ich glaube, er hat recht. Das ist hässlich, aber es ist wahr. Am Umgang mit dem, was wir haben, sieht man am allerdeutlichsten, wer wir sind.
 Lukas 12. Und wir schauen uns heute die Verse 13 bis 34 an. Wir wollen uns die Frage beantworten lassen: Wie sollte unser Umgang mit Besitz und Wohlstand sein? Wie gehen wir damit um, dass unsere Ernte größer ist als das, was wir wirklich brauchen, dass wir beschenkte Leute sind?

Der Streit um das Erbe und die Warnung vor Habsucht

 Lukas 12,13-21
Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile.
Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zu einem Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?
Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht; denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht durch seine Habe.
Er sagte aber zu ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll.
Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all mein Korn und meine Güter einsammeln. Und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter da liegen, auf viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich!
Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?
So ist der, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.
Also, ihr merkt schon, ich mag diesen Text auch, weil Jesus sich nicht in diese Erbstreitigkeiten einfach so hineinziehen lässt. Und er warnt die Leute vielmehr. Er sagt: Pass auf, es kann sein, dass, wenn du in deinem Leben Recht einforderst, das eine ganz, ganz falsche Seite deines Denkens offenbart.
Es könnte sein, dass du dein Recht einforderst, weil es dir eigentlich um Habsucht geht, weil du eigentlich von Habgier motiviert wirst. Und wenn du das tust, wenn das deine Motivation ist, wenn du mit der falschen Motivation daran gehst, dann hast du danach womöglich mehr Geld, aber es ist für dich nicht wirklich gut. Es tut dir nicht gut. Es schadet dir.
Und deswegen heißt es in Vers 15: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht. Oder anders ausgedrückt: Wenn ich mehr habe als das, was ich wirklich brauche, und das Gleichnis danach führt uns das vor Augen, jemand, der richtig viel mehr hat, wenn ich mehr habe als das, was ich tatsächlich brauche, dann ist das kein Selbstzweck.
Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht, denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht durch seine Habe. Der Wert deines Lebens lässt sich nicht daraus ermessen, was du hast, ein Mehr an Besitz.
Dass dein Bankkonto sich in den letzten zehn Jahren vielleicht gefüllt hat, auch dass der Trabbi nicht mehr vor der Tür steht und bei 120 nicht motortechnisch abgeregelt wird, das ist an sich noch kein Plus für das Leben. Das ist an sich noch nicht Lebensqualität. Das ist noch nicht einmal das, was Gott sich unter Leben versteht.

Die Torheit des Sammelns für sich selbst

Der reiche Mensch in diesem Gleichnis weiß nicht, wohin mit seinem Überfluss, und er beschließt, das Problem zu lösen. Er sagt: Haha, ich habe so viel, ich brauche größere Scheunen, viel größere Scheunen. Ich halte das fest.
Und Gott muss zu ihm sagen, in Vers 20: Du Tor, du Narr! Du Dummkopf, du völlig Verblödeter. Das ist ganz grob. Das ist nicht so ein bisschen: Na ja, das hätte man auch anders machen können, das war jetzt nicht ganz so schick. Gott sagt: Du spinnst. Du bist völlig an dem vorbeigegangen, was irgendwie richtig, wichtig und sinnvoll gewesen wäre.
Ich bin mir sicher, dass wir das neu hören müssen, weil diese Tendenz uns natürlich immer trifft. Warum? Na ja, Gott sagt es ihm: In dieser Nacht ist dein Leben vorbei. Zack. Er hat diese Riesenscheunen. Kannst du dir das vorstellen? Du gehst abends ins Bett und wirfst einen letzten Blick auf diese gigantische Scheune, ja? Und du schläfst quasi träumend ein mit dem Gedanken, wie du von morgens bis abends auf der Veranda sitzt, isst, trinkst, den anderen beim Arbeiten zuschaust und immer mal wieder einen Blick auf die Scheune wirfst und sagst: Steht noch da.
Und du träumst von den nächsten dreißig Jahren: auf die Scheune schauen, auf der Veranda sitzen, essen und trinken und ausruhen. Und dann kommt der Herr mit der Sense und sagt: Nee, gibt’s nicht. Ist das nicht blöd? Du schläfst mit einem Gedanken ein: Wann habe ich es gut? Und in Wirklichkeit bist du einfach jemand, der gar nichts hat. Du bist einfach nur dumm.
Damit er mich nicht falsch versteht: Gott hat kein Problem damit, dass wir sinnvoll Geld beiseite legen und sparen, wo das nötig ist. Es gibt in 1. Korinther 11,24 einen Vers, den möchte ich euch vorlesen: Einen Vers, da heißt es, da ist einer, der ausstreut, und er bekommt immer mehr, und einer, der mehr spart, als recht ist. Darum geht es mir: der mehr spart, als recht ist. Es gibt eine kluge Verwalterschaft, die Geld beiseite legt und sagt: Na ja, je nachdem, wo ich gesellschaftlich stehe, brauche ich eine gewisse Rücklage. Kein Problem. Aber es gibt ein Mehr-Sparen, als recht ist. Es gibt ein Habsüchtigsein. Wer mehr spart, als recht ist, dem gereicht es nur zum Mangel.
Und hier, bei diesem reichen Mann, haben wir jemanden, der so viel bekommt, dass er nicht sagt: Wahnsinn, Gott vertraut mir eine solche gigantische Ernte an. Ich kann mich freuen. Und jetzt möchte ich mal darüber nachdenken: Wie könnte ich mit dem umgehen, was Gott mir hier anvertraut? Stell dir mal vor: Was kann ich damit machen, mit diesem Besitz? Gott beschenkt mich mit so viel Wohlstand. Ich möchte das einfach investieren. Ich möchte in sein Reich investieren. Ich will mich darüber freuen.

Besitz als Auftrag und die Frage nach dem Schatz

Es gibt so einen Traum, den ich manchmal habe. Den hat Gott noch nicht erfüllt, und das ist wahrscheinlich auch gut so. Aber manchmal träume ich davon, dass ich eine Million hätte, die ich einfach so für evangelistische Aktionen verwenden könnte. Also nicht nur mal zehntausend Euro, wie sich das anfühlt, weiß ich schon. Aber so eine Million, wenn man einfach mal sagt: Ich plaste mal ein Jahr lang sämtliche Stellwände in Berlin mit gutem Predigtmaterial. Kostet mich siebzigtausend Euro im Monat, habe ich schon mal durchgerechnet. Also, das wäre einfach so ein Traum.
Ja, du hast einfach die Möglichkeit, aus dem Vollen zu schöpfen. Du musst nicht überlegen: Kann ich mir das noch leisten? Ja, so einfach mal ein bisschen. Ja, gut. Also, das sind so Träume, die man halt hat.
Der hier träumt in die genau andere Richtung. Der sagt: Meins, größere Scheunen bauen. Die nächsten paar Jahre habe ich Ruhe. Vielleicht habe ich die nächsten Jahrzehnte Ruhe. Ich muss mich vielleicht nie wieder darum kümmern, wovon ich morgen oder übermorgen lebe. Und dann sagt Gott: „Du Thor, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?“ So ist der, der für sich Schätze sammelt.
Das ist der Clou, das ist der wichtige Punkt. Ein Dummkopf ist jemand, der für sich Schätze sammelt. Der also an dem Punkt, an dem man vernünftig überlegt: Was brauche ich? Was brauche ich für meine Familie, von mir aus für die Ausbildung meiner Kinder, wo muss ich vernünftigerweise Rücklagen bilden? – an dieser Stelle nicht stehenbleibt, sondern rafft, nie genug kriegt, immer noch mehr anhäuft und sich irgendwann nur noch mit seinem Denken darum dreht, wie es ihm gut geht, weil er ja so viel hat. Und sich damit weit entfernt von dem, was er eigentlich mal ursprünglich wollte, nämlich einen Schatz im Himmel.
So ist der, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.
Das ist die Lektion von heute Morgen. Reichtum und Überfluss sind uns von Gott geschenkt. Wir sind Verwalter unseres Geldes, unseres Wohlstandes, und ich werde das nachher noch ein bisschen weiterziehen: unserer Talente und unserer Zeit. Wir sind Verwalter, damit wir unseren Reichtum für Gott investieren. Wir sind dazu berufen, Materielles, das, was uns gehört, was zeitlich ist, in ewige geistliche Schätze zu verwandeln.
Und eines muss uns klar sein: Diese Schätze sind das Einzige, was sich wirklich lohnt.

Die Gefahr des endlosen Mehr

Das mögen wir nicht gerne hören, aber es ist so. Wir alle, die wir auf ähnliche Weise handeln wie dieser dumme reiche Mann, sammeln Schätze auf der Erde und legen immer noch etwas darauf. Unser Lebensstandard wächst Stück für Stück, immer weiter. Wir sind eigentlich nie angekommen, nie zufrieden, nie mit genug.
Wir sind Dummköpfe, und wir müssen aufpassen, dass sich unser Leben nicht um die Frage dreht: Wie kann ich noch mehr bekommen? Wie kriege ich das neue Handy? Wir müssen das ja nicht immer gleich auf Autos beziehen, ja, Autos sind für manche Leute ein Thema. Wie kriege ich das neue Handy? Warum hast du dir das letzte Handy gekauft? Warum? Ist es wirklich das, was du für das Reich Gottes brauchst? Ist es wirklich so, dass dir das Alte nicht mehr genügt hätte?
Warum hast du dir das letzte Auto gekauft? Ist es genau das, was du brauchst, oder steckt da eine ordentliche Portion Prestige, Angeberei, so dieses Hubraum statt Spoiler, so dieses: Was steckt dahinter, hinter der Kaufentscheidung? Kleidung, die letzten drei Blusen, die du gekauft hast, warum?
Ich bin dafür, dass ihr mich ein bisschen kennt. Ich darf diese Fragen vielleicht stellen, ohne dass man mir gleich unterstellt, ich würde euch irgendetwas verbieten. Aber einfach mal so diese Frage: Ja, ich habe etwas, und ich kaufe mir noch etwas dazu. Ich will noch etwas haben. Warum? Warum eigentlich?
Und der Text hier, ihr merkt schon, ist nicht nur für die Reichen geschrieben, die sich große Scheunen bauen. Er ist eigentlich für jeden geschrieben, der genug hat, der abends ins Bett geht, ohne dass der Magen knurrt, und der sich die Frage stellen muss: Wenn ich nicht zufrieden bin mit dem, was ich habe, wenn ich eigentlich so jemand bin, der auf dieser Erde Schätze aufhäuft – und ich weiß, das passiert manchmal fast von allein, da muss man sich fast nicht anstrengen –, wenn ich mir anschaue, wie viel Müll ich im Keller stehen habe, der irgendwann mal in meiner Wohnung stand, irre! Das entwickelt sich einfach. Und wenn wir nicht aufpassen, dann frisst uns das einfach auf.

Der Blick auf den Himmel und die innere Ausrichtung

Und deswegen diese Frage: Für wen häufst du Schätze auf? Wenn du weitergehst mit dem, was du hast, wenn du immer mehr haben willst, für wen ist das dann? Für dich oder ist es für Gott? Für wen machst du das ganz nüchtern? Erntedankfest.
Es ist schön, diesen Text in einem reichen Land zu predigen, wo man fast keine Sorge haben muss, dass einer sagen kann: Mir geht es so schlecht, auf mich trifft er nicht zu. Schön, wirklich schön.
Für wen sammelst du Schätze, für dich oder für Gott? Oder anders ausgedrückt: Bist du reich im Blick auf Gott? Das ist generell so. Jesus hängt noch ein paar Informationen an für die Jünger. Ich lese sie euch mal vor: Verse 22-34.
Er sprach aber zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch, deshalb, weil das so eine Gefahr ist, dass wir doch unsere eigenen kleinen Schatztruhen füllen. Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt. Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.
Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben, und Gott ernährt sie. Wie viel seid ihr mehr als die Vögel? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Wenn ihr nun auch das Geringste nicht könnt, warum seid ihr um das Übrige besorgt?
Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht bekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige!
Und ihr trachtet nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und seid nicht in Unruhe. Denn nach diesem allen trachten die Nationen der Welt. Euer Vater aber weiß, dass ihr dies benötigt. Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch hinzugefügt werden. Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

Schätze im Himmel statt Sicherheit auf der Erde

Entschuldigt, jetzt kommt ein Vers, der mich immer wieder aufrüttelt, wenn ich ihn lese. Es gibt so drei, vier Verse im Neuen Testament, die würde ich gerne streichen. Der gehört dazu. Er gehört deshalb dazu, weil ich es noch nicht gemacht habe, weil ich eigentlich ungehorsam bin an dem Punkt.
Hier steht: Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Die Quintessenz dessen ist ganz einfach: Wo dein Schatz ist, wird dein Herz sein. Sammel dir einen Schatz im Himmel, und dein Herz, das heißt dein Denken, deine Ziele, deine Ambitionen, deine Sehnsüchte, der Kern deiner Persönlichkeit, wird dorthin gezogen. Und es ist leider so, dass der Himmel für die kaum real ist, die nicht bereit sind, ihr Geld dorthin zu überweisen. Und deswegen beweist der Umgang mit dem, was wir haben, was wir besitzen, über das wir verfügen, sehr viel über unser Verhältnis zum Himmel.
Ich habe mir das überlegt. Stell dir vor, du hast einen Freund, der ist ein Briefmarkenliebhaber. Woran erkennt man einen Briefmarkenliebhaber? Also, man erkennt einen Briefmarkenliebhaber daran, dass man sagt: Zeig mir doch mal deine Briefmarkensammlung. Und dann geht so ein Leuchten durchs Gesicht, und er geht irgendwie zu so einem Riesenschrank. Ich mach mal hier drüben weiter, das ist irgendwie sinnig. Und er geht zu seinem Schrank und holt da so ein Album raus, schlägt das auf und sagt: Schau mal, boah, das sind sie. Und dann fasst er da so seligen Blickes vorsichtig drüber.
Ich habe Freunde, die machen LARP. Kennt ihr LARP? Live Action Rollenspieler. Das sind Leute, die sich auf Burgen treffen, sich als Ritter verkleiden und dann tagelang Ritter spielen. Das sind erwachsene Menschen, das mag man nicht glauben. Aber wenn du so einen LARP-Typen triffst, und ich habe mich beim Herr-der-Ringe-Film, als der dritte Teil rauskam, unter die gemischt und im Kino dann mit denen mal mitgespielt, dann merkst du: Nicht nur, dass die Elfisch lernen und sich so spitze Ohren ankleben, die machen sich aus Kleiderbügel-Haken Kettenhemden. Da stehen die Stunden und tagelang und biegen die klein, ja, und dann zeigen sie dir ihr Kettenhemd, mit dem die tagelang rumlaufen. Das ist Leidenschaft, sag ich dir.
Oder wenn du einen Hobbykoch hast, so einen richtigen Hobbykoch, der führt dich in seine Küche, zeigt dir nicht nur seine Kochbücher. Ey, du siehst einen Blick auf seine Messer. Und du weißt, das ist ein Hobbykoch. Der hat Messer, die würden einem Starkoch zur Ehre gereichen. Natürlich hat er seinen Induktionsherd, und er wird da auch drüber streichen, mein Kleiner, mit so einer Wok-Vertiefung. Logisch.
Wenn du von irgendwas wirklich berührt bist, dann investierst du dein Denken, und du investierst vor allem dein Geld. Wo dein Herz ist, wird dein Schatz sein. Ich schaue in das Leben eines Menschen, und ich kann genau sehen, wo sein Herz liegt. Ich muss mir nur anschauen, wo sein Schatz ist. Und wenn der Schatz in den Briefmarken steckt, weiß ich, wo sein Herz sitzt. Wenn der Schatz in dem Kettenhemd sitzt, weiß ich, wo sein Herz liegt. Wenn der Schatz ja in seiner Kücheneinrichtung liegt, weiß ich, wo sein Herz liegt. Und wenn ich euer Leben anschaue, weiß ich, wo euer Herz liegt, sagte der Herr Jesus. Wo dein Schatz ist, da wird dein Herz sein. Es geht nicht anders, es ist so eine Notwendigkeit einfach.
Was deine Gedanken, was dein Geld, deine Zeit frisst, das ist dein Gott.

Frei werden von Angst und Sorge

Und jetzt möchte Gott uns dabei helfen, dass wir lernen, unseren Besitz und unseren Wohlstand in sein Reich zu investieren. Dazu müssen wir zwei Dinge lernen.
Das eine: Wir müssen frei werden von Furcht. Vers 22: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen sollt, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt. Und Vers 32: Fürchte dich nicht, du kleine Herde. Also müssen wir frei werden von Furcht, und wir müssen frei werden von Sorgen.
Die Hauptsorge unseres Lebens muss nicht sein: Was soll ich essen, und was soll ich anziehen? Ich habe den Körper nicht bekommen wie so eine Barbie-Puppe. Meine Kinder haben das gemacht: Ach, wie können wir noch ein Kleidchen kaufen, noch ein bisschen anziehen? Unser Körper ist mehr als eine Barbie-Puppe, die man anziehen kann, mit der man ein bisschen spielen kann, die man vor den großen Spiegel stellt und sagt: Ach, bitteschön.
Es geht auch mehr darum, dass das nicht die Hauptsorge unseres Lebens sein soll, wie man diesen Körper am Leben erhält. Es geht um mehr als Essen und Trinken. Worum geht es denn? Warum hat Gott uns in diese Welt hineingestellt? Vers 31: Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch hinzugefügt werden. Das ist die Aufgabe, die Gott uns gibt.
Und ihr merkt schon: Genau so, wie das Reich Gottes im Gebetsleben die wichtigste Rolle spielen soll und am Anfang steht, so auch in unserem ganzen Leben. Wenn wir uns weigern, so zu leben wie die Heiden, Vers 30 und 31, war das: Denn nach alledem trachten die Nationen. Wonach denn? Nach Essen und Trinken. Was macht denn der typische Heide? Er kümmert sich darum, wie er auf dieser Erde vorankommt. Essen, Trinken, Kleidung – das ist das, was sein Denken prägt. Wo kriege ich einen besseren Job? Wie kriege ich einen billigeren Handytarif? Wo kann ich hier noch etwas rausholen für mich?
Und jetzt sagt Gott: Wenn du das nicht tust, wenn du Gottes Reich zur eigentlichen Sorge deines Lebens machst, dann wird Gott für dich sorgen. Kannst du das glauben? Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch hinzugefügt werden: Essen, Trinken, Kleidung. Kannst du das glauben?

Gottes Versorgung und die Grenzen menschlicher Kontrolle

Also ihr seid ein Beweis dafür. Das wisst ihr nur nicht, weil ich nicht weiß, ob ich es euch schon mal gesagt habe. Aber als ihr auf mich zukamt und gesagt habt: Möchtest du gerne bei uns predigen, und wir würden dir auch etwas dafür geben, da dachte ich erst: Mann, wozu? Was soll das? Es geht uns doch eigentlich gut. Ich wüsste jetzt gar nicht, wozu. Aber ich habe mich dann darauf eingelassen.
Ein halbes Jahr später kam der Mangel, und ich dachte mir: Das ist ja interessant. Denn da wart ihr schon da. Und mit einem Mal habe ich mir dann einfach mal überlegt: Wenn es euch vor zwei Jahren nicht gegeben hätte, dann hätte ich nicht gewusst, wovon ich überleben soll. Aber ihr wart da. Das heißt, Gott hatte euch schon lange benutzt, um uns zu finanzieren.
Ich finde das so spannend, einfach zu sehen: Man trachtet nach dem Reich Gottes. Ich bin ja nicht auf euch zugegangen, ihr seid auf mich zugekommen. Und Gott hat eure Herzen bewegt, um mich da anzusprechen, und hat dafür gesorgt, dass wir als Familie versorgt sind. Ein ganz kleines Beispiel. Ich könnte euch an der Stelle ewig viel erzählen darüber, wie Gott versorgt, wenn wir uns zuerst nach seinem Reich ausstrecken.
Wir sind mehr, heißt es im Text, als Raben. Ja, wir sind mehr wert als Vögel. Es heißt nicht, dass wir nicht arbeiten sollen. Du darfst Vorratshaltung betreiben, das ist völlig in Ordnung. In den Sprüchen werden die Eichhörnchen oder die Ameisen benannt, und wir kennen die Eichhörnchen. Du darfst dich um das Leben kümmern.
Vers 25: Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Kannst du fünf Minuten länger leben als die für dich vorgesehene Zeit, wenn du dir Sorgen um das Morgen machst? Nein, das kannst du nicht. Du hast es definitiv nicht im Griff. Du kannst den Punkt, an dem Gott dich abberuft, nicht durch Essen und Kleidung hinauszögern.
Warum willst du dann, wenn du das nicht kannst, auf Jahre hinaus planen? Und warum musst du jetzt schon wissen, ob ich wohl mit 87 noch versorgt bin? Ich weiß es nicht. Aber es ist unser Denken, das dahin strebt. Unsere ganze Gesellschaft sagt: Mach dir den Kopf drum.

Die Vergänglichkeit des Sichtbaren und die Würde des Menschen

Ver 27 betrachtet die Lilien, wie sie wachsen. Sie mühen sich nicht und spinnen auch nicht. Ich sage euch aber: Selbst Salomo war in all seiner Herrlichkeit nicht bekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, Kleingläubige!
Überlegt einmal: Es geht jetzt nicht um den Wert. Es geht nicht um die Langlebigkeit. Es geht darum, dass Gott sich sogar für ein paar Blümchen Mühe gibt, die einfach aufblühen und dann wieder verschwinden. Das ist diese Blumenstrauß-Erfahrung. Du kaufst einen schönen Blumenstrauß für deine Frau, und du weißt: In einer Woche ist er kaputt.
Ich stelle mir dann manchmal die Frage: Was soll das eigentlich? Und ich bin dann auch schon manchmal zu Blümchen im Topf übergegangen, weil die einfach länger halten. Aber selbst bei Blümchen im Topf weißt du: Na ja, in einem halben Jahr ist das Ding hin. Und du schaust dir so eine Orchidee an und denkst dir: Wow, ist die schön. Aber in einem halben Jahr ist sie hin, definitiv. Bei uns sogar früher, weil wir das dann auch mal nicht schaffen, sie zu gießen und so.
Das Beispiel hier: Die Lilien sehen so schön aus, aber nur für eine kurze Zeit. Und du? Ey, du bist für die Ewigkeit gedacht. Glaubst du wirklich, dass Gott sich bei schönen Blumen, die nur mal so plopp machen, so viel Mühe gibt und dass du ihm weniger wert bist? Dass du ihm weniger wert bist als so ein Vogel, weniger wert bist als so eine Lilie, weniger wert als irgendwas?
Warum machst du dir so einen Kopf um dein Leben?

Konkrete Schritte zu einem anderen Umgang mit Besitz

Wie sollen wir mit Geld umgehen? Vers 33: Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.
Mich fordert der Satz unglaublich heraus, weil er irgendwie wie ein Schlag ist. Ich möchte ihn nicht in der Bibel haben. Auf der einen Seite sagt Gott: Es ist in Ordnung, wenn du ganz normal in dieser Gesellschaft lebst. Du darfst ein Handy haben, du darfst ein Haus haben, du darfst Kleidung besitzen, du darfst dir ein Auto kaufen. Aber überleg dir gut: Wie viel Besitz ist wirklich nötig? Wie viel brauchst du wirklich?
Geh auch vor deinen Kleiderschrank. Was hast du davon in den letzten fünf Jahren nicht mehr angezogen? Warum hängt das da noch? Wäre das nicht irgendwo anders sinnvoller untergebracht? Mein Keller, er ist schon geschehen, ja? Ich träume davon, dass ich endlich die Sachen in meinem Keller loswerde, weil irgendjemand vielleicht damit etwas anfangen kann.
Wie viel Besitz ist wirklich nötig? Und wie kann ich mit dem, was ich habe, tatsächlich dem Reich Gottes dienen? Ich finde das so spannend, wie Jesus hier nicht formuliert: Und jetzt noch eins obendrauf. Sondern er nimmt das, was wir haben, und sagt: Ich möchte dich umgestalten. Das, was schon da ist, möchte ich nehmen.
Ich glaube, wir müssen aufpassen, dass wir nicht hineingezogen werden in eine Gesellschaft, in der es nur noch ums Geld geht, in so eine Wohlstandsgesellschaft, die uns so packen möchte. Wir brauchen eine nüchterne Distanz. Eine wirklich nüchterne Distanz zu, ich sage mal, dem Denken der Birne, wenn ihr euch noch an das Bild erinnert. Also, ich habe jetzt mal die Birne für die alten Bundesländer genommen, was da so ein bisschen rübergeschwappt ist: dieses Hauptsache, ich habe es, Hauptsache, ich bin sicher, Hauptsache, mein Bankkonto ist so voll, dass ich auch mit Kursschwankungen und einer Inflation von zwei Prozent die nächsten fünfzig Jahre durchkomme.
Und wenn, dann verteilen wir das ein bisschen: ein bisschen Aktien, ein bisschen Gold, ein bisschen Staatsanleihen, ein bisschen gute, ja, also wir machen das schon so, wir kommen schon durch. Falsch! Ganz, ganz übel, ganz, ganz falsch. Bitte schafft eine natürliche Distanz zu diesem Denken, denn darum geht es überhaupt nicht.
Ich möchte, dass das, was du mehr hast, als du brauchst, dass du das investierst. Alles andere ist Dummheit und letztlich Diebstahl.

Almosen, Zeit und die Angst vor dem Loslassen

Und interessant, wie er es formuliert. Wie gesagt, Jesus fordert mich hier persönlich: Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Almosen heißt: Ich gebe mein Geld Menschen, die das Geld brauchen. Ich spende mein Geld nicht unbedingt in die Mission. Ich spende es nicht unbedingt der Gemeinde, es ist nicht unbedingt Zeltlagerarbeit. Jesus denkt an ganz konkrete Menschen.
Und wieder so ein Punkt, wo ich denke: Wann habe ich das letzte Mal über Menschen so nachgedacht, über meine Gesellschaft so nachgedacht? Wo sind die armen Menschen, die ich nicht wahrhaben will, die ich unterstützen kann?
Ich finde dieses Motto von der Heilsarmee so schön, ich weiß nicht, wer es kennt: Seife, Suppe, Seelenheil. Also, ich muss mich erst einmal um die natürlichen Belange kümmern, muss einen Magen füllen, und dann kann ich mit den Leuten über Gott reden.
Der Schatz im Himmel soll unsere Sorge sein, darum soll sich unser Denken drehen. Genau das hatte dieser reiche Bauer vergessen. Und ich habe das gesagt: Wir müssen dieses Thema Schatz im Himmel nicht aufs Geld reduzieren. Vielleicht sagt einer: Hm, ich habe gar nicht so viel Geld. Ja, das sieht bei mir gar nicht so rosig aus.
Okay, wie sieht es aus mit Zeit? Kannst du Zeit investieren für ein Telefonat, einen Besuch, ein bisschen Fürbitte? Kannst du unnötig verplemperte Zeit ummünzen in Almosen?
Für die Jugend: Er hat mich gehört, ich habe da schon auf den Jugendtagen gesagt, ich glaube, dass langweilig die Zeit ist, die Gott uns schenkt, um gute Werke zu tun. Wenn dir langweilig ist, ist es der späteste Moment gekommen, wo du gute Werke anfangen solltest. Weil, wie viel Antrieb brauchst du denn noch? Und es gibt immer jemanden zu besuchen, jemandem zu helfen.
Aber in dem Moment, wo ich das sage, in dem Moment, wo ich sage: Investiere dein Geld, investiere deine Zeit, dann kommt in uns eine Angst hoch. Wir fürchten uns davor, wegzugeben, nicht wahr? Wir fürchten uns vor dem Punkt: Was ist, wenn ich wirklich das tun würde, was hier steht? Wir fürchten uns vor dem Geworfensein auf Gott, dieses Gott mal wirklich ernst nehmen, dieses Ich tue den Schritt im Glauben und irgendwann zieht er den anderen nach, und die Last steht auf der Verheißung.
Was, wenn die Verheißung nicht trägt? Was, wenn Gott mich angelogen hat? Was, wenn das mit den Raben zwar stimmt, aber mit mir nicht? Was, wenn die Lilien zwar hübsch sind, aber ich weiß nicht, was ich anziehen soll, was dann?
Meine Sorge ist, dass wir oft so dastehen: Wir glauben ein bisschen hier, aber wir haben uns noch genug Sicherheit hier aufgehoben. Für den Fall, dass Gott doch nicht hält, können wir uns schnell noch auf unsere Seite werfen.
Das Problem ist: Wir werden keine Erfahrung mit Gott machen, wenn wir so leben. Das Leben mit Gott funktioniert nur, wenn wir alles auf eine Karte setzen, nämlich auf seine. Und dann wird er uns retten.

Vertrauen, Versorgung und die letzte Entscheidung

Das ist das, wenn ich Leuten erzähle, wie Gott uns in finanziellen Situationen herausgeholfen hat. Dadurch, dass Leute uns anrufen und sagen: Jürgen, ich hatte den Eindruck, ich soll dir Geld schenken. Dann sagen andere Leute: Habe ich noch nie gehört, dass mir das mal passiert wäre. Stimmt, glaube ich gerne. Aber wusstest du auch, dass ich in dem Moment, wenn mir keiner Geld geschenkt hätte, pleite gewesen wäre? Und zwar so richtig pleite. Und dann hätte ich nicht so genau gewusst, wie es weitergeht?
Also, es sind mal zwei Seiten: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes. Und das bitte mit einer Nüchternheit. Und dann vertraue darauf, dass Gott weiß, wie es in deinem Leben weitergeht.
Und damit wir diese Angst verlieren, letzter Gedanke: Vers 32. Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat dem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. Also, wenn du Angst hast davor, etwas von dem wegzugeben, was jetzt dein ist – es ist gar nicht dein, aber nehmen wir mal an, es wäre dein, dein in Anführungs- und Schlusszeichen –, dann sagt hier Jesus: Weißt du eigentlich, wer du bist? Du bist Miterbe Christi. Du bist einer, der ein ewiges Königreich bekommen wird. Du hast es eigentlich schon, das muss nur noch hier vorbeigehen, und dann geht das richtig los. Du wirst in der Ewigkeit der unglaublich Beschenkte sein. Und du möchtest jetzt in der Zeit ein bisschen was zurückhalten von den drei Krümeln, die du hier auf der Erde hast? Das ist doch lächerlich. Das ist doch absolut lächerlich. Worauf stehst du denn eigentlich? Wo ist denn da der Glaube in deinem Leben?
Und ich bete, dass wir nicht in diese Falle hineintappen, die wir letztes Mal bei den Pharisäern gesehen haben. Dass es uns reicht, so ein äußerliches Erscheinungsbild zu haben. Erinnert ihr euch daran? Äußerlich sahen die aus wie Heilige, aber schaut man dahinter, dann merkt man, dass ihr Leben von Habsucht und Gemeinheit geprägt war. Und Jesus sagt zu ihnen genau das Gleiche wie hier zu den Jüngern: Lukas 11,41. Gebt Almosen. Lukas 12,33. Gebt Almosen.
Wir dürfen an der Stelle nicht den Fehler machen, dass wir uns damit zufriedengeben, so ein Logo zu haben. So: Ich bin doch am Sonntag im Gottesdienst, ich habe so diesen Logo-Christen, bups, jetzt muss alles gut sein. Nein.
Kann ich noch mal den Refrain haben vom ersten Lied bitte, also vom letzten Lied den Refrain? Führ mich an dein Kreuz, wo der, der alles hatte, alles aufgegeben hat. Wo jemand am Ende seines Lebens nicht einmal genug Besitz hatte, dass man ihn unter wenige Soldaten hätte verteilen können. Man musste darüber würfeln. Das ist unser Gott. Das ist, was wir am Kreuz sehen. Das ist Gottes Umgang mit Besitz. Ich investiere mich restlos mit meinem Leben in andere Menschen, in das Reich Gottes. Führ mich an dein Kreuz, wo die Liebe floss, lass mich vor dir knien, nimm mein Leben hin.
Es tut mir leid, euch das sagen zu müssen, aber euer Leben ist erst dann von euch weggenommen, wenn die Entscheidung über den Umgang mit eurem Besitz, eurem Wohlstand und eurem Geldbeutel gefallen ist. Und es ist nicht das, was natürlich kommt, sondern: Mache mich ganz neu. Mache mich neu. Lass mich einen neuen Blick haben auf diese Zusammenhänge, worum es wirklich geht. Mache mich neu. Das war ein Gebet, was ihr vorhin gesungen habt. Vielleicht ist hier eine Chance. Ich gehöre dir, ich gehöre dir, mein Wohlstand, Herr Jesus, gehört dir.
Lasst mich noch ein paar Abschlussfragen stellen: Warum dreht sich dein Leben? Bist du immer unzufrieden mit dem, was du hast? Willst du mehr? Denkst du immer an das, was noch fehlt? Oder spielt diese Frage in deinem Leben eine Rolle: Wie kann ich einen Schatz im Himmel bekommen?
Ich wünsche euch das. Es ist Erntedank. Es ist keine leichte Botschaft. Es ist für uns Wohlstandschristen die schwierigste, weil wir alles verlieren, woran wir eigentlich hängen. Wir verlieren unsere Sicherheit. Und erzählt mir nicht, dass euer Bankkonto euch keine Sicherheit gibt.
Bist du bereit, umzudenken? Ich glaube, das ist die Frage, die Jesus uns hier stellt. Und aus der großen Perspektive: Das sind die zwei großen Prioritäten im Leben eines Christen. Auf der einen Seite: Wie gehe ich mit Gott um? Hören auf Gott, reden mit Gott. Und auf der anderen Seite: Wie gehe ich mit Gottes Reich um? Ist mein Leben ein Leben, das sich an der Stelle in andere Menschen und ihre Nöte investiert?
Und wie gesagt, nicht nur ans Geld denken. Denkt an eure Zeit, an eure Talente. Bin ich jemand, der investiert in das Reich Gottes? Und lasst uns bitte, bitte vorsichtig sein, nicht zu schnell zu sagen: Na klar, ich bin doch im Gottesdienst, ich bin doch für eure Veranstaltung, aber ich mache doch mit da und da und da und da. Tritt zurück: Warum machst du das? Und bist du sicher, dass Gott dich da haben will? Und wenn nicht, dann ist das ein Gebet.
Wenn es dir geht wie mir und mich fordert der Text heraus und ich weiß, da ist noch Arbeit in meinem Leben zu tun, dann können wir das immer wieder beten: Herr, mach mich neu, führ mich an das Kreuz, lass mich etwas sehen von deiner Liebe, und dann zerbrich, zerbrich das, was mich da hält.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.