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Gesegnet, weil Gott kleine Lichter strahlen lässt

16.12.2018
SerieTeil 7 / 14Blessed - gesegnet, weil...
Du bist kein Zufall in deinem Umfeld. Gott will gerade durch unscheinbare Menschen Hoffnung weitergeben – und oft reicht schon ein ehrliches Gespräch, damit jemand den ersten Schritt zu Gott findet.

Ein verborgenes Kapitel am Anfang der Kirche

Lasst mich euch heute Nachmittag einmal kurz mit hineinnehmen in ein Stück Kirchengeschichte, das man ganz leicht überliest, obwohl es eigentlich von größtem Interesse ist.
Also: Kirche, oder das, was man Gemeinde nennt, wann beginnt das eigentlich? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Im Allgemeinen würde man sagen: nach der Himmelfahrt, und dann kommt Pfingsten. Und an Pfingsten fängt das an, was wir Gemeinde nennen.
Wir feiern an Weihnachten, dass Jesus auf die Erde kommt, dass Gott Mensch wird. Wir feiern an Ostern, dass er sich für unsere Sünden kreuzigen lässt. Dann kommt Himmelfahrt, und dann kommt Pfingsten. Petrus hält in Jerusalem eine Predigt, die Pfingstpredigt, und mit einem Mal entsteht eine komplett neue Bewegung, die es so vorher noch gar nicht gab und die man dann ein bisschen später Christentum nennen wird.
Am Anfang, weil das ja in Jerusalem war, bei einem Fest, das die Juden so gefeiert haben, waren also alle Bekehrten Juden. Petrus predigt an Pfingsten zu Juden, und das sind die Leute, die sich bekehren. Das ist auch irgendwie naheliegend, weil Petrus ihnen predigt, dass Jesus ihr Messias ist.
Die Juden warteten auf einen Retter, auf einen Messias, und Petrus sagte: Er ist gekommen, er ist da, das war er. Den habt ihr jetzt verpasst, die meisten von euch. Ja, das ist ein bisschen schade, aber trotzdem war er da, und ihr habt jetzt die Chance, an ihn zu glauben.
Dieser Messias, oder lateinisch, wir kennen den lateinischen Namen Christus, ist der, an den jetzt die ersten Christen glauben. Die ersten Christen waren von ihrem Hintergrund her alle Juden, auch ethnisch. Sie gehören ja auch zum Volk der Juden, nicht nur zum Glauben der Juden. Also auch vom Volk her sind sie noch Juden, und an diesen Jesus fangen sie jetzt an zu glauben.
Die erste Kirche, die es so gibt, besteht in Jerusalem also nur aus Leuten, die man heute Judenchristen nennt: Nationalität Jude, Glaube Christ. Und der Clou ist: Niemand denkt sich dabei etwas. Also fast niemand.
Es gibt natürlich immer ein paar Leute, die so etwas nicht so toll finden, denen diese Bewegung dann relativ schnell ein Dorn im Auge ist und die dann anfangen, wie das meistens dann eben der Fall ist, leider in der Kirchengeschichte, durch Pogrome und durch Vertreibungen dafür zu sorgen, dass diese kleine Bewegung wieder kaputtgeht. Also Leute werden relativ schnell, nachdem sie zum Glauben an Jesus gekommen sind, aus Jerusalem wieder vertrieben.
Und es sind Leute, die in ihrem Herzen eine Botschaft haben. Sie sagen: Hey, wir haben Petrus gehört, und wir haben begriffen, wie man Vergebung für Sünde bekommt. Wir haben begriffen, wie man einen Neuanfang mit Gott macht. Wir haben begriffen, wie das funktioniert: Erlösung und ewiges Leben. Und wir haben begriffen, dass all diese Dinge an Jesus hängen.

Der Schritt über die eigenen Grenzen

Ihr Lieben, warum erzähle ich euch das? Weil jetzt, nachdem diese Leute vertrieben sind, aus Jerusalem etwas total Witziges passiert.
Wenn man im Alten Testament über den Messias liest, dann wird er als Retter beschrieben. Und das ist der Clou: nicht nur als Retter des jüdischen Volkes, sondern als Retter aller Menschen. Ich habe euch auf den Predigtnotizen ein paar Bibelverse abgedruckt. Der erste ist Jesaja 49,6. Da geht es um den Messias, da geht es um Jesus Christus. Und da spricht Gott der Vater zu Gott dem Sohn. Er sagt ihm:
Es ist zu wenig, dass du als mein Bevollmächtigter nur die Stämme Israels wieder zu Ansehen bringst und alle zurückführst, die von den Nachkommen Jakobs übrig geblieben sind. Jetzt kommt es: Ich mache dich auch zum Licht für die anderen Völker, damit alle Menschen auf der Erde durch dich meine rettende Hilfe erfahren.
Jetzt merkt ihr so ein bisschen: Das ist fast eine Weihnachtspredigt hier. Da kommt etwas in diese Welt, was alle Menschen retten möchte. Gott hat im Alten Testament ein Volk erwählt, das Volk Israel, und er brauchte dieses Volk, damit aus diesem Volk der Messias kommt. Aber dann, weil Gott alle Menschen liebt, durfte es dabei nicht stehenbleiben.
Und jetzt schauen wir uns ein Stück Kirchengeschichte an. Es ist so versteckt, dass ich, wenn ich euch gefragt hätte, wo das ungefähr steht, dann hätten wahrscheinlich auch die, die ihre Bibel besser kennen, nicht gesagt: Na klar, genau da.
 Apostelgeschichte 11. Wie kommt es dazu, dass das Evangelium, diese Botschaft davon, dass Jesus jeden Menschen retten will, wie kommt es dazu, dass das nicht nur von Juden geglaubt wird, sondern auch von Heiden? Apostelgeschichte 11. Ihr habt die Verse auch bei euch auf dem Zettel: Apostelgeschichte 11,19-21.
Die von der Gemeinde, die in der Verfolgungszeit, das ist genau diese Phase in Jerusalem, Verfolgung der ersten Christen, die von der Gemeinde, die in der Verfolgungszeit nach der Ermordung von Stephanus aus Jerusalem geflohen waren, kamen zum Teil bis nach Phönizien.
Ihr müsst jetzt nicht genau wissen, wo das ist. Phönizien, Zypern und Antiochia sind einfach weiter weg. Zypern kennt man vielleicht noch, Antiochia ist etwa da, wo wir heute von Syrien reden, und Phönizien ist auch da, ungefähr in der Ecke. Merkt euch einfach: Die wurden vertrieben und haben halt das gemacht, was man machen kann, wenn man vertrieben wird. Man läuft erst mal los.
So, jetzt machen die was. Sie verkündeten die Botschaft Gottes zunächst unter den Juden. Logisch, was soll man auch anderes machen? Es war ja eine Botschaft von Juden für Juden. Aber einige von ihnen, die aus Zypern und Zyrene stammten, kamen nach Antiochia und verkündeten dort auch den Nichtjuden die gute Nachricht von Jesus, dem Herrn. Gott stand ihnen zur Seite, so dass viele Menschen zum Glauben kamen und Jesus als den Herrn annahmen.
Das steht so ganz einfach da. Das ist der Anfang von dem, wo man heute sagt: Heidenmission. Und wenn ich das lese, dann muss ich total schmunzeln. Wisst ihr, ihr Lieben, seht ihr, was hier steht? Hier wird der vielleicht bedeutendste Schritt in der Kirchengeschichte beschrieben. Das Christentum bricht das erste Mal aus. Es bricht aus dem Korsett eines jüdischen Nationalismus aus, und es wird Weltreligion, eine Religion für alle Völker und für alle Kulturen.
Und wer ist daran schuld? Keine Ahnung, einige von ihnen. Wir wissen nicht, wie sie heißen. Wir wissen gerade, woher sie kommen: aus Zypern, das ist eine Insel, Zyrene ist eine Kolonie, wo man heute Libyen hat. Wir wissen nicht, warum die das gemacht haben, dass sie plötzlich nicht nur zu Juden reden, sondern auch zu Heiden. Die kamen so ein bisschen woanders her. Vielleicht war ihr Griechisch besser. Vielleicht hatten sie weniger Berührungsängste mit den Heiden, weil sie selber jetzt nicht in Israel wohnten. Vielleicht waren sie aber auch einfach nur so restlos begeistert von dem neuen Glauben, den sie gefunden haben, dass sie dachten: Ich kann doch das jetzt nicht nur den Juden erzählen.
Und dann bist du irgendwie beim Brötchen einkaufen, und dann steht da die Bäckerei-Fachverkäuferin, und dann denkst du: Ich muss dir das auch sagen. Versteht ihr? Ich weiß nicht, woran es liegt, aber da ist jemand restlos begeistert von seinem Glauben an Jesus, von der Vergebung von Schuld, und er tut das, was noch nie jemand vor ihm getan hat: Er predigt das Evangelium, die gute Nachricht, den Nichtjuden. Und die kommen zum Glauben, und sie nehmen Jesus als ihren Herrn an. Halleluja, oder? Wahnsinn!
Ihr Lieben, Gott ist ein Gott, der mit Leuten Geschichte schreibt, deren Namen es nicht einmal in die Geschichtsbücher schaffen. Gott ist ein Gott, der kleine Lichter benutzt, um sein Licht in die Welt scheinen zu lassen. Und darum soll es heute gehen. In dieser haben wir eine Reihe, die heißt blessed oder gesegnet. Heute siebte Predigt, gesegnet, Nummer sieben: Weil Gott kleine Lichter strahlen lässt.

Was ein einzelnes Leben bedeuten kann

Ich weiß nicht, wie du über dich denkst, also welche Bedeutung du dir ganz persönlich für dein Leben gibst. Ich rede jetzt ganz bewusst zu Leuten, die Gott kennen, sich sehr bewusst zu Gott bekehrt haben und auch wissen, dass sie Kinder Gottes sind.
Hast du dir schon einmal vor Augen geführt, dass du als Kind Gottes ein Geschenk Gottes an diese Welt bist? Hast du dir einmal bewusst gemacht, dass du als Kind Gottes Gottes Geschenk an diese Welt bist?
Du hast das Evangelium verstanden. Du weißt, was Jesus für jeden Menschen getan hat. Du weißt, wie sich das anfühlt, wenn man sich auf Jesus einlässt. Du weißt, wie sich das anfühlt, wenn man zerbricht, wenn man erlebt, dass die eigene Schuld von einem abfällt. Du weißt, wie es ist, in der Bibel zu lesen, Jesus mehr und mehr kennenzulernen, so zu beten, erste Glaubensschritte zu wagen und Teil einer geistlichen Gemeinschaft zu werden. Du hast erlebt, dass Gott dein Herz berührt und es gereinigt hat. Du kennst die Kraft des Evangeliums, und das macht dich wertvoll.
Und zwar völlig egal, was du jetzt über dich selbst denkst. Was macht dich so wertvoll für diese Welt? Vielleicht fühlst du dich in dieser Gesellschaft wie ein kleines Licht, als jemand, der kaum Bedeutung hat. Aber das ist nicht wahr. Gott will dich gebrauchen.
Ihr Lieben, Gott hat, ich nenne sie mal No-Names aus Zypern und Kyrene, benutzt. Kleine Lichter, deren Namen wir nicht kennen. Er hat mit ihnen Kirchengeschichte geschrieben. Meint ihr nicht auch, dass er dann auch uns benutzen kann, in dieser Welt, um mit uns Geschichte zu schreiben?
Als Jesus auf die Erde kam, hat er das Evangelium gepredigt. Und dann hat er diesen Auftrag, das Evangelium zu predigen, weitergegeben. Er sagt dann zu seinen Jüngern: Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.
Man liest das so, das ist so ein Halbsatz im Johannesevangelium, wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch, und denkt: Aha, ja gut, und liest weiter, weil dann kommt gleich der ungläubige Thomas, da geht es ein bisschen spannender weiter. Aber bleiben wir bei diesem Satz kurz hängen.
Wie der Vater den Sohn in die Welt hineinschickt, um die Welt zu retten, so schickt der Sohn uns in die Welt, um die Welt zu retten. Das ist unser Auftrag. Wir sind Leib Christi im ganz wörtlichen Sinn. Wir sind er. Wo er angefangen hat, das Evangelium zu predigen, da lässt er uns weitermachen. Gott lässt uns kleine Lichter strahlen. Ist das nicht schön?

Licht, das sich weiterträgt

Jesus ist das Licht der Welt, und bis heute will er mit seinem Licht die Welt erleuchten. Ihr Lieben, wisst ihr, wie er das tut? Er schickt keinen Engel, sondern er zerbricht und entflammt Menschen. Und dann schickt er diese Menschen in die Welt, damit jeder an seinem Platz ein klein wenig leuchtet.
Und ich dachte mir: Diese Idee, dass Menschen erst vor Gott zerbrechen und sagen: Herr, ich kann nichts anderes, als dir mein Leben anvertrauen, und dass Gott sagt: Super, wenn du das machst, dann möchte ich dich gebrauchen als Licht. Das kann man so schön illustrieren. Und ihr ahnt schon, dass ich ein paar Knicklichter verteile und dass wir hinten einfach mal das Licht ausmachen.
Verteilt das mal ein bisschen. Ich gehe hier mal kurz herum. Ihr kriegt das hin, bitteschön. Ja, hier natürlich, logisch. Und ihr dürft die schon anmachen, ihr dürft die schon anmachen. Und wenn es nicht ganz reichen muss, dann müsst ihr euch melden, ja, und anmachen und hochhalten, genau.
So, wenn irgendwo noch etwas übrig ist, müsst ihr mal schauen. Ist noch was übrig irgendwo? Du kriegst auch einen. Einen muss ich mir behalten, oder machen wir das mal so. Also knickt den mal. Einfach schön knicken und hochhalten. Genau.
Die sind unterschiedlich bunt, weil jeder von uns, wenn Gott ihn gebraucht, ein bisschen unterschiedlich leuchtet. Also jetzt nicht nur unterschiedliche Helligkeit, sondern unterschiedliche Farben. Und sie gehen auch unterschiedlich schnell an. So lassen wir das mal hier.
Und warum ich euch die mitgebracht habe: Jetzt müsst ihr es natürlich schaffen, eure Aufmerksamkeit von einem Knicklicht wieder auf mich zu bringen. Das ist jetzt nicht ganz so einfach, das verstehe ich schon. Aber wenn ihr jetzt herumschaut und jeder mal sein Knicklicht hochhält, dann merkt ihr: Dieses Licht scheint tatsächlich in jedem Winkel von diesem Raum hier. Überall ist irgendwie so ein Lichtchen. Und das ist Gottes Idee. Das Licht der kleinen Lichter scheint in jedem Winkel.
Also lasst uns noch mal bitte das in aller Klarheit sagen, das, was ihr eben gesehen habt, als jedes Licht hochgehalten wurde: Du bist als Kind Gottes Gottes Geschenk an deine Freunde, an deine Arbeitskollegen und Nachbarn. Du hältst dein Licht hoch, und überall, überall sieht man ein kleines Licht. Du bist hier, weil Gott die Menschen liebt, die sich in deinem Lichtkegel befinden.
Und ich sage dir eines: Wenn wir uns trauen, das Evangelium zu predigen, dann wird Gott unser Leben mit Freude fluten. Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Ich habe das 1997 so das erste Mal in aller Klarheit erlebt.
Ich durfte einer ganz einfachen Frau, einer Putzfrau, das Evangelium erklären. Ihr müsst euch vorstellen: Eine ältere Dame, im Krieg vertrieben, hatte Furchtbares erlebt, einen Alkoholiker geheiratet, sechs Kinder zur Welt gebracht, ein Leben lang geschuftet, und sie hat sich immer nach Gott gesehnt, immer danach gesehnt, Frieden zu finden. Ihre Tochter war bei uns in der Gemeinde, und dann haben wir als Ehepaar einen einfachen Bibellese-Kreis über das Johannesevangelium gestartet, und sie war mit dabei.
Es ging nicht lange, weil ihr Mann es ihr dann verboten hat, dabei zu sein. Dann haben wir uns heimlich getroffen. Sie hat pro forma Baby gesittet bei ihren Enkeln, und dann bin ich da auch hingefahren, und wir haben dann da weitergemacht. Eines Abends sagte dann Jürgen: Es ist alles geklärt. Sie musste dann noch mal etwas erledigen, und dann hat sie gesagt: Jetzt möchte ich mich bekehren.
Und dann saßen wir da im Wohnzimmer, diese kleine, ihr müsst euch vorstellen, so ein 45-Kilo-Pässelchen, wirklich eine hagere, kleine, abgearbeitete Frau, die so viel in ihrem Leben schon durchgemacht hat, und sie sagt: Jürgen, ich möchte gern, dass du für mich betest. Dann habe ich ein Übergabegebet für sie gesprochen, und ganz am Ende kam so ein ganz leises Amen. Und dieses Amen war wirklich echt. Da wollte jemand, weit über sechzig, Glauben wagen, und das war so schön. Sie wollte und hat Jesus als Herrn in ihrem Leben aufgenommen.
Und ich bin dann nach Hause gefahren, und ich sehe mich heute noch die Straße entlangfahren, wo plötzlich diese Freude darüber, dass ich gebraucht worden bin, jemanden zum Herrn zu führen. Das war wie so ein Tsunami, so ein Freudenzunami. Der baute sich ganz langsam auf, ja, und dann hat er mich einfach überwältigt. Und ich fuhr da die Straße entlang, und plötzlich war ich so happy, dass ich voller Wucht gejubelt und auf mein Lenkrad eingeschlagen und total begeistert war. Wer mich kennt, weiß, dass ich vielleicht eher der nüchternere Typ bin, der selten auf sein Lenkrad eindrischt.
Aber in diesem Moment, dass Gott mich benutzt hat, um einer Frau Licht zu sein, da ist jemand in meinen Lichtkegel getreten, und ich durfte ihm erklären, wie das geht, mit Gott ins Reine kommen. Ich durfte ihm etwas davon erzählen, was ich mit Gott erlebt hatte. Wahnsinn!
Wisst ihr, das stellt alles so, was man sonst toll findet, in den Schatten. Ich finde Whisky-Tasting toll, ich finde All-Inclusive-Urlaub toll, ich finde Waldspazieren toll, aber ich muss sagen: Im Vergleich dazu ist das toller. Dieses Gefühl, wenn man jemandem über die Schwelle helfen darf, wenn man so Geburtshelfer, so Gottes Hebammerich sein darf, versteht ihr? Das ist einfach so genial.
Und ich glaube, das hat damit zu tun, dass es nichts Wichtigeres und Wertvolleres gibt, als dass wir einem Menschen die Chance geben, Gottes Vergebung und ewiges Leben zu finden. Das ist doch der Grund, warum wir überhaupt noch hier sind: um Licht zu sein, um ein bisschen mit dem, was wir an Strahlkraft haben, in das Leben anderer Menschen hineinzuscheinen.
Gott liebt dich, und durch dich liebt Gott die Menschen um dich herum. Ist das schön? Und immer dann, wenn diese Liebe Gottes ungehindert durch uns hindurchfließen kann, wenn wir uns als seine Knicklichter gebrauchen lassen, dann finden wir unsere eigentliche Berufung als Botschafter Gottes.

Gesandte mit einer Botschaft

In 2. Korinther 5,20 heißt es: So sind wir nun Gesandte oder Botschafter an Christi statt. Merkt es: an Christi statt. Er ist nicht mehr da, aber wir sind noch da. So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt. Wir bitten für Christus, und jetzt, was sagen wir? Lasst euch versöhnen mit Gott.
Wir sind Gottes Geschenk an die Welt, weil wir Gottes Gesandte sind. Und als Gottesbotschafter haben wir eine Botschaft. Und die klingt natürlich erst einmal komisch, zu jemandem hinzugehen und zu sagen: Lass dich versöhnen mit Gott. Klingt ja schon irgendwie erst einmal schräg, aber das ist das, was wir tun. Wir bitten für Christus, anstelle von Jesus. Wenn du vor jemandem im Mund stehst und sagst: Lass dich versöhnen mit Gott, dann steht eigentlich Jesus da und bittet denjenigen: Hey, ich habe da etwas für dich, lass dich versöhnen.
Jesus ist im Himmel, wir sind auf der Erde, und wir übernehmen seinen Job, wenn wir das predigen. Franz von Assisi hat wohl gesagt: Predige das Evangelium zu jeder Zeit, und wenn nötig, gebrauche Worte. Das ist so einer der Sätze, die gut klingen und doch falsch sind. Warum? Natürlich kann mein Leben so abschreckend und komisch sein, dass mir niemand mehr zuhört, wenn ich das Evangelium predige. Aber wenn Gott mir eine Botschaft anvertraut, wie wir es eben gelesen haben, dann ist das etwas, was man predigen muss. Du kannst eine Botschaft nicht anders an den Mann bringen als mit Worten. Und deswegen, wenn jemand sagt: Wenn nötig, gebrauche Worte – Entschuldigung, das ist immer nötig.
Ja, es ist einfach so: Unsere guten Werke und unsere freundliche Art dürfen die Botschaft natürlich nicht durchstreichen, sondern sie müssen das Evangelium unterstreichen. Das ist doch logisch. Aber gute Werke und all das andere können die Botschaft selbst, das Predigen, nicht ersetzen. Wir sind Gottes Botschafter, du hast etwas zu sagen. Gott möchte durch uns, und das Wort klingt hart: ermahnen. Aber hey, wenn es da steht, lassen wir es doch einfach mal kurz da stehen.
Du darfst auf jemanden zugehen und sagen: Hey, ich weiß, das passt jetzt vielleicht nicht, und ich habe da jetzt auch ein komisches Gefühl dabei, wenn ich dir das sage, und das fällt mir auch jetzt wirklich nicht leicht, aber ganz ehrlich: Du brauchst Versöhnung mit Gott. Ich habe den Eindruck, du bist noch nicht versöhnt mit Gott, und ich wüsste, wie es geht. Ich könnte es dir erklären, wenn du möchtest, weil ich es selber erlebt habe.
Versteht ihr, da ist eine gewisse Dringlichkeit dahinter, mit der Gott uns in diese Welt schickt. Ihr Lieben, wenn wir das Evangelium nicht predigen, wird es niemand tun.

Widerstände, Zweifel und der Mut zum Reden

Und das ist so ein bisschen die Kehrseite, das ist ein bisschen Moll. Ja, bis eben war alles Dur und schön, wir sind Knicklichter und so weiter, und jetzt plötzlich Moll.
Ich bete, dass Gott mir einen Zugang zu meinen Nachbarn schenkt. Und ich will ehrlich sagen: Das fällt mir schwer. Ich bin nicht dieser Kaltakquise-Evangelist. Also, es gibt Leute, die können jedes Gespräch innerhalb von zwei Sätzen aufs Evangelium bringen.
Ich habe so einen Freund, der schaut mich immer verblüfft an und sagt: Hä, du kannst mit Leuten nicht über das Evangelium reden, das ist doch ganz einfach. Da frage ich ihn: Wie machst du das? Dann sagt er: Na ja, dann schaut er an sich runter, sagt: Ach schau, hier ist mein Gürtel. Dann ziehe ich meinen Gürtel raus und sage zu dem anderen: Weißt du, woraus dieser Gürtel ist? Na, aus Leder, richtig, dafür musste ein Tier sterben. Weißt du schon, dass der Herr Jesus für dich gestorben ist?
Und du denkst dir: Das kann man doch nicht bringen. Doch, es gibt Leute, die bringen das. Die nennt man Evangelisten. Ja, ich bin so jemand nicht. Ich bin wirklich so jemand, ich kann das nicht. Es fällt mir nicht leicht, auf jemanden zuzugehen und zu sagen: Lass dich versöhnen mit Gott.
Und gleichzeitig gehe ich davon aus, dass meine Nachbarn wahrscheinlich keinen anderen Christen in ihrem Umfeld haben, der ihnen sagt, wie das geht: Versöhnung mit Gott, wohin das führt, wenn man das nicht macht, warum es wichtig ist, das Thema Versöhnung in diesem Leben wirklich anzugehen, und so weiter. Ich bin wahrscheinlich wirklich der einzige.
Und das belastet mich ein bisschen, das liegt so ein Stückchen auf meiner Seele, dieser Gedanke. Ich bin ein Geschenk Gottes an das Wohnhaus, in dem ich wohne. Verrückt, oder? Immer wenn ich da hochgehe, denke ich: Da geht gerade das Knicklicht hoch und strahlt so in jede Wohnung rein. Wie erreiche ich das, wie kriege ich das hin?
Und dann dieses Komische: Es fällt mir total leicht, hier vorne zu stehen und eine Predigt zu halten. Aber dann mit anderen Menschen über das Evangelium, da fühle ich den Mund manchmal wie zugeklebt, fühle ich mich irgendwie fehl am Platz, ein bisschen gelähmt. Verrückt, oder? Ist aber so.
Und worum geht es mir heute? Der Titel der Predigt lautet: Gesegnet, weil Gott kleine Lichter strahlen lässt.
Die meisten von uns sind jetzt nicht so die, die unendlich viel Geld verdienen. Ja, ich weiß, dass manche von uns Schulden haben, vielleicht nicht mal einen Job. Aber wir haben etwas, was viel wertvoller ist als ein Heilmittel gegen Krebs oder gegen HIV. Wir haben das Evangelium. Wir wissen, wie Menschen Versöhnung mit ihrem Schöpfer finden können. Wir kennen tatsächlich, so verrückt das klingt, wir kennen den Weg zum ewigen Leben.
Und wir kennen ihn witzigerweise nicht nur so als Theorie, noch als Ideologie, noch als Bekenntnisschrift, sondern wir haben eine Erfahrung gemacht. Wir können Zeugen sein. Wir wissen, wie sich das anfühlt, mit Gott zu leben und mit Gott versöhnt zu sein.
Ihr Lieben, Gott gebraucht kleine Lichter. Gott gebraucht schwache Menschen, um eine Hammerbotschaft in die Welt hinauszuschreien: Lasst euch versöhnen mit Gott! Was ist das für ein Segen, dass man an so einem Projekt mitarbeiten darf?

Das Licht nicht verstecken

Darf ich dir etwas versprechen? Ich weiß ja nicht, was die Predigt mit dir macht. Vielleicht gehst du raus und sagst: Okay, das nehme ich mit.
Ich verspreche dir: Der Teufel wird alles tun, um dich davon abzuhalten, dass du anderen sagst: Lasst euch versöhnen mit Gott! Der Herr Jesus hat einmal davon gesprochen, dass wir unser Licht nicht unter einen Eimer stellen sollen. In manchen Übersetzungen ist da von einem Scheffel die Rede. Also nicht unter einen Eimer, wo es dann keiner mehr sieht.
Der Teufel wird alles versuchen, damit dein Licht möglichst verborgen bleibt. Das wird er probieren. Er wird alles tun, damit du dich in deiner Umgebung kein bisschen traust, Licht zu sein. Immer wenn da etwas herauskommt, und sei es noch so klein, dann könnte ja etwas passieren. Aber das wird er nicht zulassen.
Ich verspreche dir: Wenn du jetzt nach Hause gehst und sagst: Stimmt, der hat Recht, Gott möchte durch mich strahlen, dann wird der Teufel versuchen, dich aufzuhalten. Er hat mindestens drei Punkte, die er in deinem Leben versuchen wird.
Erstens: Er wird dich beschäftigen. Er wird dich so lange beschäftigen, bis du keine Zeit mehr hast, hinzugehen und zu sagen: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Der zweite Punkt ist: Er wird dich entmutigen. Das geschieht dadurch, dass du auf Leute triffst, die dir sagen: Lass mich mit deinem Scheiß Religion in Ruhe, und ähnliche Sachen. Bis du sagst: Boah, hier will ja eh keiner mehr das Evangelium hören, und einfach die Klappe hältst.
Oder ein dritter Punkt: Er wird dich selbst zur Sünde verführen, bis du zwar noch die Botschaft hast, aber eigentlich erst in deinem eigenen Leben noch etwas aufräumen müsstest und als Werkzeug vielleicht nicht mehr so ganz brauchbar bist. Das wird er probieren.
Also: Er wird dich beschäftigen, entmutigen oder versuchen, dich in Sünde zu verstricken. Aber, ihr Lieben, ich möchte euch einfach bitten: Lasst das nicht zu! Lasst es nicht zu. Es gibt nur uns. Wir sind Gottes Geschenk an diese Welt.
Und ja, wenn ich uns so anschaue, hört sich das ein bisschen nach Witz an, oder? Zu sagen: Wir sind Gottes Geschenk an die Welt. Also, ich empfinde es jedenfalls so. Ich sage mir das und denke mir: Das ist doch albern, Freund. Wenn Bill Gates Gottes Geschenk an die Welt wäre oder irgendein anderer Typ, das könnt ihr ja noch sagen. Aber wir sind Gottes Geschenk an die Welt? Es muss ein Witz sein.
Ich möchte euch etwas sagen: Manchmal ist die Wahrheit witzig. Ja, und wisst ihr, das Unscheinbare kann total wichtig sein. Und wenn du mir nicht glaubst, dass das Unscheinbare total wichtig ist, lass uns einen Test machen. Bau doch aus deinem Auto mal den Bremsschlauch aus. Der sieht nach wirklich nichts aus. Das ist nur so ein kleines Schläuchchen, ein hässliches, verdrecktes, meistens grauschwarzes Ding, wie so ein kleiner Wurm. Mach ihn mal raus. Und du wirst eines lernen: Da ist etwas, das sieht hässlich und unwichtig aus, aber es ist alles andere als unwichtig. Nur weil wir kleine Lichter sind, heißt das gar nichts.

Der Auftrag bleibt bestehen

Letzter Vers, 2. Korinther 4,6: Denn Gott, der gesagt hat: Aus Finsternis wird Licht leuchten, er ist es, der in unseren Herzen aufgeleuchtet ist.
Gesegnet, weil Gott kleine Lichter strahlen lässt. Und jetzt heißt es hier: Er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet. Gott selbst ist in unserem Herzen aufgeleuchtet. Es ist seine Liebe, die uns motiviert, und es ist auch seine Ernsthaftigkeit, die uns motiviert.
Wir sind kleine Lichter, aber bei dem, was wir tun, geht es wirklich um Leben und Tod. Es geht um ewiges Leben, und es geht um ewigen Tod. Wir haben da etwas, was alle Menschen brauchen. Das Evangelium ist für Putzfrauen genauso wie für Manager, für Lagerarbeiter wie für die Familienministerin. Es ist für alle Menschen da. Und Gott möchte, dass wir strahlen lassen.
Gesegnet, weil Gott kleine Lichter strahlen lässt. Du bist für diese Welt ganz, ganz wichtig. Dein Leben macht wirklich einen Unterschied, da, wo Gott dich als Licht hingestellt hat. Du wirst wahrscheinlich nicht die ganze Welt erreichen, vermute ich mal. Und vielleicht bist du auch kein zweiter Billy Graham, der vor Stadien predigt. Ich wünsche es dir, wenn Gott dich benutzt, Halleluja!
Aber wenn du sagst: Ich bin über Einzelgespräche, über den Glauben nie hinausgekommen, ja, dann ist das so. Du bist Licht in deinem Umfeld. Trau dich, den Mund aufzumachen.
Wenn du jetzt sagst: Boah, ich weiß gar nicht, wie das geht. Ich habe das schon so lange nicht mehr gemacht. Ich wüsste gar nicht, wie ich das erklären soll. Kein Problem, komm einfach am 6. Januar wieder. Franzi und ich bereiten gerade etwas vor für den Gottesdienst, da werden wir dir erklären, wie man auf eine ganz simple Weise das Evangelium predigt. Das machen wir am 6. Januar.
Aber bis dahin kannst du noch etwas anderes tun. Du kannst beten, und zwar dafür, dass Gott dir jede Woche Gelegenheiten schenkt, auf irgendeine Weise. Und vielleicht bist du der Typ mit dem Gürtel. Das ist dann die grobe Variante. Wenn du das bist, freue ich mich für dich. Wenn du es nicht so bist, musst du mehr beten. Dass Gott dir Gelegenheiten schenkt, dass dir Leute über den Weg kommen und Ideen dazukommen, wie du mit Menschen ins Gespräch kommen kannst. Bete dafür, dass Gott dir solche Gelegenheiten schenkt.
Für mich ist Evangelisation, das habe ich gesagt, immer dann stressig, wenn ich denke: Du musst jetzt evangelisieren. Vielleicht hilft es dir, wenn du ab heute ein Stück anders darüber denkst: nicht ich muss evangelisieren, sondern Gott möchte kleine Lichter strahlen lassen. Du bist Knicklicht in Gottes Hand. Er hat dich zerbrochen und zum Strahlen gebracht. Und er will mit dir diese Welt evangelisieren.
Genauso wie wir diesen Christen, die wir ganz am Anfang kennengelernt haben, deren Namen wir nicht kennen, die aus Zypern und Cyrene. Und was stand da? Ich möchte noch mal Apostelgeschichte 11,21, diesen einen Vers, den wir vorhin schon hatten, noch mal vorlesen: Gott stand ihnen zur Seite. Wenn du diese Woche rausgehst und wenn du sagst: Ich möchte dafür beten, dass Gott mir eine Gelegenheit schenkt, mit Menschen über das Evangelium zu reden, dann kann ich dir das hier nur sagen: Das ist die Wahrheit. Gott steht dir zur Seite.
Gott schickt dich nicht raus und sagt: Na, mal schauen, wie du scheiterst. Es ist immer so lustig, vom Himmel aus zuzuschauen. Sondern Gott stand ihnen zur Seite, so dass viele Menschen zum Glauben kamen und Jesus als den Herrn annahmen.
Lasst uns beten und wünschen, dass wir genau das auch erleben. Sei Knicklicht! Amen!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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