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Braucht es wirklich noch mehr neue Gemeinden?

05.10.2019
Mehr Gemeinden sind kein Luxus, sondern die Antwort auf eine leere Landkarte: Wo Menschen Jesus kaum kennen, braucht es Orte, an denen Glaube sichtbar, nah und alltagstauglich wird.

Vorstellung und Ausgangsfrage

Mein Name ist Philipp. Ich bin Ire aus Belfast. Ich habe Deutsch in der Schule gelernt, spreche aber nur ein bisschen Deutsch. Ich wollte auf Deutsch sprechen, aber ich kann es nicht.
Ich bin mit Rachel verheiratet. Wir haben fünf Kinder: Julia, 18 Jahre alt, Anne, 16 Jahre alt, Abigail, 14 Jahre alt, Theo, 10 Jahre alt, und Zoe, 7 Jahre alt.
Ich wohne seit 13 Jahren in Frankreich in der Nähe von Paris. Ich bin Pastor und Gemeindegründer, und seit fünf Jahren bin ich Direktor von Acts 29 in Europa.
Brauchen wir wirklich noch mehr neue Gemeinden? Ja, wirklich, aus den folgenden Gründen. Und jetzt werde ich auf Englisch sprechen. Diese sieben Gründe sind die Gründe, warum wir mehr Gemeinden gründen müssen. Wir werden jeden dieser Gründe nacheinander durchgehen. Einige davon sind theologisch und biblisch, einige sind mehr theologisch-biblisch, und einige sind eher praktisch und stammen aus meiner persönlichen Erfahrung.
Ich hoffe, dass Sie am Ende dieses Seminars überzeugt sein werden, dass Sie sich an Gemeindegründung beteiligen müssen, ganz gleich, wo Ihre Gemeinde ist und ganz gleich, wie groß Ihre Gemeinde ist.
Deshalb möchte ich jetzt beten und Gott bitten, uns zu helfen, das zu verstehen, was wir lernen werden. Lasst uns beten.
Himmlischer Vater, danke, dass du der Gott der ganzen Welt bist. Es gibt keinen einzigen Zentimeter dieser Welt, der nicht dir gehört. Und wir wollen, dass du der Herr der ganzen Welt bist, in deiner Souveränität. Wir möchten auch über Gemeindegründung in diesem Licht nachdenken, im Licht deiner großen Souveränität. Du hast die ganze Welt zu deiner Ehre geschaffen. Lass uns also über Gemeindegründung aus dieser Perspektive nachdenken.
In Jesu Namen. Amen.

Die große Linie von Anfang bis Ende

Also, das Erste, was wir uns anschauen wollen, ist die große Erzähllinie der Bibel, die große Erzählung. Denn ich glaube, wenn wir richtig darüber nachdenken wollen, dass wir die Bibel und ihre große Geschichte verstehen, dann werden wir auch mehr Gemeinden gründen wollen. Ich glaube, wenn wir tatsächlich über Gemeindegründung nachdenken und die Bibel mit biblischen Gedanken verstehen wollen, müssen wir die große Erzählung der Bibel verstehen, damit wir auch Gemeindegründung richtig machen.
Am Anfang pflanzte Gott eine Gemeinde. Ich frage mich, ob du das glaubst. Ich frage mich, ob du das glaubst. Am Anfang pflanzte Gott eine Gemeinde. Und Gottes Plan für seine Gemeinde, für Adam und Eva in Gemeinschaft, war, dass sie die ganze Welt füllen würden.
Lasst uns unsere Bibeln aufschlagen und in 1. Mose 1,28 schauen. Gott hat den Menschen in sein eigenes Ebenbild geschaffen, und Gott segnete sie. Und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, füllt die Erde und macht sie euch untertan. Habt Herrschaft über die Fische im Meer und so weiter.
Gottes Wille für die Schöpfung des Menschen war, dass sie die Erde füllen und seine Herrlichkeit der Erde offenbaren würden. Sie sollten seine Herrlichkeit der ganzen Erde offenbaren. Es sollte ein Volk geben, dem er seine Herrlichkeit offenbarte und durch das er seine Herrlichkeit offenbarte. Sie sollten die Menschen sein, durch die er seine Herrlichkeit zeigen will, und er wollte ihnen auch seine Herrlichkeit zeigen. Und so sollte seine Herrlichkeit die ganze Erde erfüllen.
Das ist auch die Mission der Gemeinde. Wenn du Epheser 3,10 ansiehst, siehst du das. Paulus entwickelt dort ein Argument darüber, was Gott durch die Gemeinde beabsichtigt hat. Der Epheserbrief ist der große Brief über die Gemeinde. Und wenn man den Epheserbrief in dieser Perspektive liest, wird man sehen, dass Gott durch die Gemeinde seine Herrlichkeit zeigen möchte. Wenn man den Epheserbrief genau aus dieser Perspektive liest, wirst du sehen, dass genau das die Idee ist: Gott möchte durch die Gemeinde seine Herrlichkeit zeigen.
 Epheser 3,10
Die Tatsache, dass Gott in der Gemeinde sowohl Juden als auch Nichtjuden zusammengebracht hat, soll Gottes Weisheit offenbaren, nicht nur der Welt, sondern dem ganzen Kosmos. Damit durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes jetzt den Herrschern und Gewalten in den himmlischen Regionen bekannt gemacht werde.
Das Projekt, das Gott in 1. Mose 1,28 begonnen hat, wird durch die Gemeinde in Epheser 3,10 erfüllt. Das Projekt, das Gott in 1. Mose begonnen hat, ist jetzt durch die Zeit hindurch und dann im Epheserbrief in der Gemeinde erfüllt worden.

Vom Garten zur ganzen Erde

Lassen Sie uns zurückgehen zu 1. Mose 2,15. In diesem Text nimmt Gott den Menschen und setzt ihn in einen Garten. Das ist der Fehler, das ist die Folge, die Konsequenz vom Turmbau zu Babel. Wir brauchen ein neues Pfingsten.
 1. Mose 2,15: Gott schafft den Menschen und setzt ihn in den Garten. Und er bittet ihn, er gibt ihm einen Auftrag, zwei Dinge zu tun: to cultivate and to guard the garden. Er soll den Garten bebauen und bewahren.
Wenn du aufmerksam 1. Mose 1,1-15 liest, dann wirst du feststellen, dass der Garten nur ein ganz kleiner Teil der geschaffenen Welt ist. Gott hat einen Garten im Osten geschaffen. Der Rest ist aber ziemlich unbewohnbar und feindlich dem Leben gegenüber. Der Auftrag des Menschen im Garten ist es, diesen Garten zu bewahren und zu bebauen, so dass dieser Garten sich immer weiter erweitert und die Erde erfüllt. Und die Menschen, die in dem Garten leben, sie haben den Auftrag bekommen, auch Kinder zu haben, so dass sie mit den Kindern den Garten bebauen und bewahren und die Erde erfüllen.
Also Gottes großes Projekt für die Welt ist, die Erde mit seiner Glorie zu füllen. Gottes Idee für die Welt ist es, dass sie den Garten bebauen und bewahren. Und das ist, was wir in Habakuk 2,14 finden. Lass uns also auch Habakuk 2,14 anschauen. Ihr habt ein paar Minuten mehr Zeit hier für Habakuk, um die Stelle zu finden. Und in diesem Abschnitt hat Gott versprochen, etwas Besonderes zu tun.
 Habakuk 2,14: Habakuk ist die Verheißung gegeben, dass die Erkenntnis der Ehre des Herrn wie das Wasser das Meer bedeckt. Die Erde wird voll werden von der Erkenntnis der Ehre des Herrn, wie das Wasser das Meer bedeckt.
Wenn ich in meinem Kontext mich umschaue und du in deinem Kontext dich umschaust, was siehst du? Siehst du die ganze Erde gefüllt mit der Erkenntnis der Ehre des Herrn, wie das Wasser das Meer bedeckt? Nein, du siehst das nicht. Aber wo siehst du genau das? Du siehst das dann, wenn du siehst, dass Menschen von der Erkenntnis der Ehre des Herrn erfüllt werden, wenn sie durch das Evangelium auch in deine Gemeinde kommen und glauben.
Es gibt andere Passagen in der Bibel, wo es heißt, dass die Erde erfüllt wird mit der Ehre des Herrn. Aber die Habakuk-Stelle spricht ganz besonders davon, dass es eben die Erkenntnis der Ehre des Herrn ist. Wir sehen, dass Menschen im Ebenbild Gottes geschaffen sind, die die Ehre des Herrn kennen. Das ist das Ziel der Gemeindegründung. Das ist der einzige Weg, wie die Menschen die Herrlichkeit Gottes kennen können.
 2. Korinther 4. Und wir sehen genau das, wenn Paulus diese Passage in 2. Korinther zitiert. Ich möchte gerne, dass wir uns alle das im 2. Korintherbrief anschauen. Paulus verteidigt seinen Dienst in 2. Korinther 4, er erklärt, was er tut, und er sagt, dass er seinen Dienst durch die Gerechtigkeit Gottes hat. Und er sagt, er hat diesen Dienst, weil Gott ihn in diesem Dienst eben berufen hat, in Vers 1. Aber was ist genau dieser Dienst? Das ist der Dienst dieses Gemeindegründers, unterwegs zu sein und das Evangelium zu verkündigen.
Wie genau sieht dieser Dienst also für Paulus aus? Schau dir die Verse 5 und 6 an: For what we proclaim is not ourselves, but Jesus Christ as Lord, with ourselves as your servants for Jesus' sake. Denn wir verkünden nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. For God, who said, Let light shine out of darkness, has shone in our hearts to give the light of the knowledge of the glory of God in the face of Jesus Christ. Der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unsere Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.
Die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Du siehst also, dass Paulus genau die Verse nimmt, die auch ich bis jetzt zitiert habe, um deutlich zu machen, dass er in diesem Dienst der Gemeindegründung und in der Evangeliumsverkündigung steht und dass das der Auftrag ist: die Schöpfung der Welt, dass Licht in der Dunkelheit leuchtet, dass Licht in der Finsternis leuchten soll, Habakuk 2,14, und die Erkenntnis der Ehre des Herrn. Diese ganzen Aspekte werden zusammengebracht in den Dienst von Paulus, in dem er Gemeinden gründet und das Evangelium verkündigt.
Wenn wir also in der großen Erzählung der Bibel treu sein wollen, dann müssen wir in einem Dienst verbunden sein, in dem das Evangelium verkündigt wird und Gemeinden gegründet werden. Und wir sehen genau das auch, wenn wir zum Ende der Bibel kommen in Offenbarung 21 und 22. Wenn Gott am Anfang eine Gemeinde gegründet hat, dann hat er das getan, damit er am Ende auch eine Gemeinde hat.
Schau dir Offenbarung 21 an. Und lasst uns mal sehen, ob wir das sehen, was Johannes sah, als er am Ende der Schöpfung dastand. Offenbarung 21,1: Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. Johannes sieht also einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und in diesem Zusammenhang sieht er eine heilige Stadt, das neue Jerusalem, das vom Himmel herabkommt, von Gott zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.
Also wenn Johannes die neue Schöpfung sieht, was sieht er tatsächlich? Umso länger die Beschreibung wird, umso genauer werden dann auch die Details. Und was er am Ende dieser ganzen Vision sieht, ist die Braut. Und wer ist die Braut? Es ist die Gemeinde. Die Gemeinde ist die Erfüllung von all dem, was Gott in der ganzen Bibel getan hat. Die Gemeinde ist die neue Schöpfung.
Also, von Anfang an, als Gott eine Gemeinde gegründet hat, bis zum Ende, das ist es, was Gott durch die ganze Geschichte hindurch eben getan hat. Gott verherrlicht sich selbst durch die Gemeinde. Er wird eines Tages die Erde mit der Erkenntnis der Ehre des Herrn erfüllen, wie das Wasser das Meer bedeckt. Und in der Zwischenzeit soll er uns sagen, dass er das Evangelium verkündigen und Gemeinden gründen. In meinem Kontext gibt es in meiner Situation viele Orte, an denen die Erkenntnis des Herrn einfach auch nicht zugänglich ist. Und wenn ich der großen Erzählung der Bibel treu sein möchte, dann muss ich auch Gemeinden gründen.
Und deswegen sollten auch wir alle mehr Gemeinden gründen.

Der Auftrag Jesu und die Praxis der Apostel

Der zweite Grund: Warum brauchen wir mehr Gemeinden, wenn wir den Missionsbefehl befolgen wollen? Wie folgten die Apostel dem großen Missionsbefehl? Hast du dir jemals diese Frage selbst gestellt?
Lass uns also in die Texte schauen: Matthäus, Lukas und Apostelgeschichte. Und dann lass uns sehen, was im restlichen Buch der Apostelgeschichte passiert.
 Matthäus 28,18-20: Jesus kommt zu seinen Jüngern und sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Im Wesentlichen sagen Lukas 24 und Johannes 20 das Gleiche aus. Und in Apostelgeschichte 1,8 wiederholt Lukas das noch einmal. Jesus erscheint seinen Jüngern, und Jesus sagt zu seinen Jüngern, dass er den Heiligen Geist senden wird. Und der Heilige Geist wird sie befähigen, Zeugen in der ganzen Welt zu sein.
Ihr kennt diesen Vers: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
Also ist das hier der große Missionsbefehl von Jesus an seine Jünger für die Gemeinde.
Wie haben die Apostel das umgesetzt? Wie waren sie gehorsam?
Das Erste, was zu Pfingsten geschieht, ist, dass die Gemeinde in Jerusalem gegründet wird. Und dann ist Philippus unterwegs, von Nord nach Süd und hin und her in Samarien, verkündet das Evangelium, tauft und gründet Gemeinden.
Dann kommt die Verfolgung. Und dann kommt die Verfolgung, und wir lesen in Apostelgeschichte 11,20, dass die Menschen in ganz Judäa einfach im ganzen Umkreis über das Evangelium reden und dort Gemeinden existieren.
Und dann kommt der Apostel Paulus, der mit seinem Missionsdienst beginnt. Und bei Paulus dreht sich sein Dienst darum, Gemeinden zu gründen und Gemeinden zu stärken, Gemeinden zu gründen und Gemeinden zu stärken.
Also die Art und Weise, wie die Apostel dem Missionsbefehl gehorsam waren und wie sie ihn befolgten, war, dass sie gesagt haben: Wir gründen Gemeinden und wir stärken Gemeinden.

Ein Blick auf Ephesus und die Ausbreitung des Evangeliums

Das letzte Beispiel, das wir in der Bibel haben, finden wir in Apostelgeschichte 19. Dort sehen wir auch das letzte Beispiel einer Gemeindegründung in Ephesus. Das ist eine einzigartige Gemeindegründungserfahrung, die uns Lukas in der Apostelgeschichte überliefert. Sie ist einzigartig in den Folgen, die sie hat, und in ihren Auswirkungen. Sie ist auch einzigartig in dem Fakt, dass Paulus in Apostelgeschichte 20 erklärt, wie er an die Dienste herangegangen ist und wie er das getan hat, was er eben getan hat. Und es scheint so, als würde uns die gesamte Struktur der Apostelgeschichte sagen: Schau dir diese Kapitel an, um zu lernen, was der beste Weg ist, um Gemeinden zu gründen.
Schau auf Apostelgeschichte 19,10. Was geschehen ist, ist, dass Paulus in die Synagogen gegangen ist. Dort wurde er abgelehnt. Dann geht er in die Schule des Tyrannus. Da sind wir in Kapitel 19, Vers 9. Und dort unterrichtet er Menschen, die nach Ephesus kommen, und diese gehen wiederum zurück und gründen Gemeinden. Also: Die Menschen kommen in die große Handelsmetropole Ephesus, sie bleiben dort für eine gewisse Zeit, dann werden sie gläubig, sie wachsen in ihrem Glauben, Paulus bildet sie als Leiter aus. Und dann kehren sie zurück in ihre Heimatorte, und so werden dort Gemeinden gegründet.
Dann lesen wir in Vers 10: Und das geschah zwei Jahre lang, sodass alle, die in der Provinz Asia wohnten, das Wort des Herrn Jesus hörten, sowohl Juden als auch Griechen. Paulus befolgt den Missionsbefehl, indem er Menschen ausbildet, Gemeinden in der ganzen Gegend von Asia zu gründen.
Und wir sehen das auch, wenn wir uns den Brief an die Kolosser anschauen. Wir wissen, dass die Gemeinde in Kolossä nicht von Paulus gegründet wurde, dass Paulus aber Epaphras ausgebildet hat, der die Gemeinde in Kolossä gegründet hat. Also ist die Rekonstruktion, die wir dann erstellen können, dass Epaphras nach Ephesus kam, dort von Paulus ausgebildet worden ist und dort die Gemeinde gegründet hat.
 Kolosser 1,7: So habt ihr es gelernt von Epaphras, unserem lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi Jesu für euch ist.
Das Gleiche dann auch noch einmal in Kolosser 4,12: Es grüßt euch Epaphras, der einer von den Euren ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit in Gebeten für euch ringt, damit ihr feststeht, vollkommen und erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist.
Wenn wir also der großen Erzählung der Bibel treu sein wollen, müssen wir Gemeinden gründen. Wenn wir dem Missionsbefehl folgen wollen, müssen wir Gemeinden gründen. Wenn wir wollen, dass Menschen, die nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden, gerettet werden, dann müssen wir mehr Gemeinden gründen, auch in Deutschland, oder besonders in Deutschland.

Warum Gemeindegründung Menschen erreicht und Gemeinden prägt

Ich möchte euch ein paar Fakten über Deutschland mitgeben. In den fünf größten Städten Deutschlands beträgt der Anteil der evangelikalen Christen nur 0,1 bis 0,4 Prozent: Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt.
Nehmen wir Frankfurt als Beispiel. In Frankfurt haben wir ungefähr 5.000 Menschen in evangelikalen Gemeinden. Die Gesamteinwohnerzahl beträgt 780.000. Um in Frankfurt zehn Prozent der Menschen zu erreichen, bräuchten wir 45 neue Gemeinden mit jeweils etwa 250 Mitgliedern.
Sehr wenige Menschen in unseren großen Städten haben einen Freund, der ihnen das Evangelium klar erklären kann. Statistisch gesehen haben in Großstädten die meisten Menschen keinen Freund, der ihnen das Evangelium erklären könnte. Die Statistik besagt, dass 1,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland evangelikale Christen sind. In Frankreich, wo ich wohne, gibt es eine Gemeinde auf 33 Menschen. Soziologen sagen uns, dass es, damit Menschen tatsächlich im Alltagsleben jemanden kennenlernen, mit dem sie über das Evangelium reden können, eine Gemeinde auf zehntausend Menschen bräuchte.
Wie reden wir mit Menschen über das Evangelium, wenn wir nicht dort Gemeinden gründen, wo die Leute sind? Wie sollen sie überhaupt in Kontakt kommen, wenn es dort keinen gibt? So dass im Alltagsleben ein normaler Franzose einfach einem Christen begegnen kann, der eben im Alltagsleben das Evangelium erklären kann. Jemand, der mit ihm im gleichen Sportverein ist, das gleiche Büro teilt, die gleichen Kinder in der Schule hat oder die gemeinsame Bäckerei besucht.
Das ist es, was wir brauchen, wenn wir Menschen mit dem Evangelium erreichen wollen, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. Wir müssen evangelisieren, und wir können evangelisieren nur im Kontext der lokalen Gemeinde. Wir müssen evangelisieren, und wir können nur wirklich evangelisieren im Kontext der lokalen Gemeinde. Gemeindegründung ist die beste Strategie, die wir als Menschen kennen, um zu evangelisieren. Genau dafür existieren nämlich Gemeindegründungen.
Und ihr wisst es genauso gut wie ich: Es passiert sehr leicht, wenn eine Gemeinde ziemlich gut sich entwickelt hat, dass sie sehr schnell und sehr leicht nach innen eher konzentriert ist als nach außen. Bibelstudiengruppen, Sunday Services, Sonntagsgottesdienste, pastorale Herausforderungen, Gebäude, Gehälter – alles legitime und gute Gründe. Sie können eben auch die Sichtweise Gottes für die Mission in der Gemeinde ersetzen. Und Mission wird dann zu einem Dienstbereich in der Gemeinde. Da gibt es dann zehn Leute, die Gemeinden und die Mission gut finden, und sie treffen sich und reden über Mission.
Evangelisation wird dann zu so einer punktuellen Sache, die an Ostern und Weihnachten passiert. Und dann ist es in der Gemeinde so, dass man halt schon manches Mal evangelisiert und im Missionsdienst unterwegs ist, aber eben nicht, dass die Mission, das Gemeindeleben und die Evangelisation das ganze Gemeindeleben von innen heraus ausmacht. Und ich glaube, dass das ungehorsam ist. Es ist ungehorsam im Licht der ganzen großen Erzählungen der Bibel und im Licht des Großen Missionsbefehls.
Gemeindegründung und Evangelisation wieder an den Mittelpunkt dessen zu stellen, was eure Gemeinde tut. Und wenn ihr in einer Gemeindegründung seid, möchte ich euch ermutigen, weiter zu evangelisieren. Genau dafür seid ihr da.
Und der Grundgedanke ist, dass wir natürlich umso mehr Optionen auch anbieten können, desto mehr Menschen sich auch entscheiden können. Lass mich ein paar Beispiele geben. Wenn du einen Sonntagsgottesdienst am Morgen hast und es in deiner Gegend keine anderen Gemeinden gibt, dann müssen Menschen auch zeitlich frei sein, um am Sonntagmorgen zum Gottesdienst gehen zu können.
Aber ihr wisst es genauso gut wie ich: Es gibt in der Bibel keinen Vers, der sagt, dass der Gottesdienst am Sonntagmorgen stattfinden muss. Es ist absolut legitim, auch am Sonntagmorgen mal etwas anderes zu tun. Also gibt es Gemeindegründungen, die auch öfters am Nachmittag beginnen, oder am Sonntagabend, oder auch am Samstagabend.
Wieso? Dadurch hat man verschiedene Optionen, sodass Menschen verschiedene Möglichkeiten haben, zur Gemeinde zu kommen und Gemeinden und die Bibel auch kennenzulernen. Am Sonntagmorgen sind die Menschen in Frankreich sportlich unterwegs, sie sind mit ihren Rennrädern auf der Straße und machen alles Mögliche. Was sollen wir also machen? Sollen wir all diese Menschen ignorieren? Oder sollen wir einfach über die verschiedenen Optionen nachdenken, wie wir sie einladen können? Natürlich sollen wir versuchen, sie zu erreichen.
Und wenn wir mehr Optionen anbieten, werden mehr Menschen sich für verschiedene Dinge entscheiden. Es gibt auch einfach Menschen, die bestimmte Dinge mögen und bestimmte Dinge eben nicht mögen. Das hat etwas mit dem Stil und mit dem persönlichen Geschmack zu tun. Das eine ist nicht geistlicher als das andere. Wir werden in der Bibel nicht sehr viele Dinge über diese Stile der Musik finden.
Gemeindegründungen haben dann oft auch diesen innovativen Charakter, sodass Leute, die hineinkommen, auch Dinge vorfinden, die sie mehr ansprechen als traditionelle Gottesdienste. In jeder Stadt und in jeder Zeit möchte ich, dass mehr Menschen sich entscheiden können. Und deswegen möchte ich mehr Gemeinden gründen.
Wo ich wohne, in Val d'Europe im Osten von Paris, gibt es drumherum mehrere Gemeinden in einer Größe von 25 Einwohnern ohne eine evangelikale Gemeinde. Wer trägt jetzt dafür Verantwortung? Es ist die Verantwortung der Gemeinde. Es ist meine Verantwortung. Es ist die Verantwortung meiner Gemeinde. Und das Gleiche gilt für deine Gemeinde und deine Nachbarschaft.
Und wenn Gemeinden neu gegründet werden, dann ist es ganz natürlich, dass sie sich viel stärker auf Evangelisation gründen. Um zu überleben, müssen sie genau darin stark unterwegs sein. Zehn Leute? Du möchtest nicht lange zehn Leute bleiben. Du möchtest 20 werden. Wenn du 20 bist, möchtest du 40 haben. Und der Weg, wie du es tust, ist, dass du Menschen einlädst, das Evangelium zu hören und Christen zu werden.
Und in meinem Kontext ist es so: Wenn du Teil einer Gemeindegründung bist, dann bist du ganz stark auf Evangelisation konzentriert. Und Jürgen hat die gleiche Erfahrung in Paderborn, wo er gerade eine Gemeinde gegründet hat. Ja, ich über Paderborn, er über Frankreich.

Liebe zum Nächsten und soziale Verantwortung

Der vierte Grund: Wenn wir unsere Nächsten jetzt und aus der Perspektive der Ewigkeit lieben wollen, wenn wir unsere Nächsten jetzt und aus der Perspektive der Ewigkeit lieben wollen.
In Acts 29 gibt es so ein Sprichwort: Wir sagen immer wieder, wenn du einen Brunnen in Afrika graben willst, gründe eine Gemeinde. Und ich möchte euch in einer Minute eine Geschichte über die Elfenbeinküste erzählen. Denn wir haben in der Apostelgeschichte eine Parallele, die ich einmal aufzeigen möchte. Das ist ein biblischer Grundgedanke, von wegen Brunnen graben und Gemeinde gründen, dass wir Menschen auch praktisch lieben und nicht nur geistlich lieben. Und es hilft uns auch zu verstehen, welch einen Platz die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit in der Gemeindegründung hat.
Also, was ich schon gesagt hatte: In der Apostelgeschichte ist die Gemeinde in Ephesus das beste Beispiel, von dem wir sehr gut lernen können, was Gemeindegründung betrifft. Paulus sammelt die Ältesten der Gemeinde aus Ephesus, und da gibt er ihnen eine Anweisung für Gemeindegründung und für Gemeindeleitung. Und am Ende stellt er sie noch einmal ganz bewusst unter das Wort Gottes. Schau dir Apostelgeschichte 20,32 an. Paulus sagt hier: Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und euch ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten.
Also das Wort Gottes hat die Gnade, euch aufzubauen und euch für das Leben zu bereiten. Und dann spricht Paulus in Vers 33 an, dass er von niemandem Silber, Gold oder Kleidung oder so begehrt hat. Er erinnert sie daran, dass er mit seinen eigenen Händen gearbeitet hat, um sich selbst Geld zu verdienen. Und dann kommt in Vers 35 der Punkt. In allem habe ich euch gezeigt, dass man so arbeiten muss, wie der Schwache Jesus, der selbst gesagt hat, dass es seliger ist zu geben als zu nehmen. Geben ist glückseliger als nehmen. Das ist der ganze Hauptgedanke des Evangeliums.
Es ist besser zu geben als zu nehmen. Im geistlichen Rahmen ist das wahr. Es ist besser zu geben als zu empfangen, zu nehmen. Es ist besser, das Evangelium weiterzugeben, als es einfach nur selbst zu empfangen. Wenn du hier in einer etablierten Gemeinde bist, ist es besser für eine etablierte Gemeinde, die besten Leute in die Kirche zu senden, als sie zu behalten. Es ist besser zu geben als zu nehmen, auch im Sinne von materiellen Dingen. Es ist besser, Geld wegzugeben, als es zu behalten. Es ist besser, nach den Armen zu schauen, als die Armen zu ignorieren.
Lass mich hier eines klarstellen: Die Mission und der Auftrag der Gemeinde ist es, das Wort Gottes zu verkündigen. Es ist nicht die Aufgabe, nach den Armen zu schauen. Aber wenn das Wort Gottes verkündigt wird, dann werden die Menschen, die in der Gemeinde sind und das Wort Gottes hören, den Armen helfen. Denn sie haben verstanden, dass es besser ist, zu geben, als zu nehmen.
Also wenn Pastoren und Gemeinden sich darauf konzentrieren und auf Gottes Wort ausrichten, dann werden sie die Gemeindemitglieder auch ausbilden und ihnen helfen, sich auch um die Anliegen ihrer Nachbarn zu sorgen. Eine Gemeinde zu gründen ist der beste Weg, um seinen Nachbarn zu lieben.
Das ist die Gemeinde, die im Norden der Elfenbeinküste gegründet wurde, unter einer unerreichten Volksgruppe, genannt die Dschula. Lass uns einfach nur mal kurz so ein Lobpreislied von denen anhören. Ich glaube, was es heißt, ist: Ich werde Jesus folgen. Ich werde das hier jetzt nicht machen. Ich zeige euch das, weil die Gemeinde, die ich euch da gezeigt habe, das Evangelium verkündigt, von Jesus Christus, der verstanden hat, dass es besser ist, zu geben als zu nehmen. Und diese Gemeinde gibt eher weiter, als anzunehmen, in ihrer Gemeinschaft, also in ihrer Dorfgemeinschaft.
Ihr habt den Gemeindegründer auf der rechten Seite gesehen. Und er hat kleine Unternehmen gegründet, Geschäftszweige, die es Menschen möglich machen, selbst zu arbeiten und somit eher zu geben als zu nehmen. Also Gemeinden zu gründen und dem Nachbarn zu helfen sind Hand in Hand gegangen.

Jüngerschaft, Leiterschaft und persönliche Erfahrungen

Der fünfte Grund: Denn wir haben viele Christen, die einfach auch schlecht geistlich ausgebildet oder geschult worden sind und vereinsamt sind. Sorgen wir uns um solche? Ja!
Also, was wir tun, ist: Wir gründen Gemeinden. Menschen, die 40 Kilometer oder 50 Kilometer reisen, um eine Prosperity-Gospel-Church zu besuchen, und Menschen, die 40 bis 50 Kilometer fahren und dort eine Wohlstands-Evangeliumsgemeinde besuchen, finden dann heraus, dass es dort andere Christen gibt, die an das Wort Gottes glauben. Sie kommen in eine Gemeinde, in der die Bibel auf gute Weise gelehrt wird, in der eine große Gottes-Theologie gelehrt wird. Sie verstehen, dass Gott souverän ist in Zufall und in guten Zeiten, im Leiden und in guten Zeiten. Sie verstehen, dass Jesus gekommen ist, um Sünden zu vergeben, und nicht, um ihnen Gesundheit und Währung zu geben. Und die Bibel tut das, was sie immer tut: Sie spendet Leben.
The kinds of churches that we will plant will bring them to true faith in Jesus. All diese Menschen, die überall verstreut wohnen, die auch weite Wege auf sich nehmen, hören dann, dass dort Gemeinden sind, in denen das Wort Gottes verkündigt wird. Und sie kommen zusammen. Vielleicht folgen sie bis dahin einem Wohlstandsevangelium oder irgendeiner Theologie-Light-Version, aber sie kommen zusammen und hören das Wort von Christus und das Evangelium und folgen Jesus wahrhaft nach. Und das ist ein wirklich guter Grund, um mehr Gemeinden zu gründen.
Grund Nummer sechs: Es ist ein wirklich guter Weg, damit Christen zu Jüngern werden und zu Leitern ausgebildet werden. Die Gemeinden werden gegründet durch Jünger, für Jünger. Wenn ich recht habe, dass Obeying the Great Commission and being attentive to the Bible's great Storyline involves planting churches, then growing as a disciple means growing in your understanding of church planting. Wenn ich recht habe und diese ganze große Erzählung und diese grundsätzliche Idee von Gemeindegründung, also die Idee, dass wir hier wieder zu kürzeren Sätzen kommen müssen, also wenn Gemeindegründung im Zentrum der großen Erzählung ist und wenn Gemeindegründung der gehorsame Weg ist, den Missionsbefehl umzusetzen, dann bedeutet auch Jüngerschaft, dass du genau in diesen Themen und in diesen Bereichen mehr verstehst, also diese Bereiche besser verstehst.
Deswegen sollten wir auch strategisch vorgehen in der Ausbildung von Leitern in unseren Gemeindegründungen. Denk über diese strategische Leiterausbildung in deiner Gemeinde nach. Jemand wird ein Christ? Wie wird er ein reifer Christ? Wie trainieren wir ihn oder bilden wir ihn zu einem reifen Christen aus? Hast du die Perspektive, dass derjenige, der neu zum Glauben kommt, ein Diakon in deiner Gemeinde sein könnte? Wie bildest du Diakone in deiner Gemeinde aus? Und haben wir die Vision, dass aus diesen Diakonen auch Älteste in der Gemeinde entstehen könnten? How do you train and assess elders in your church? Wie bildest du Älteste aus und wie beurteilst du sie, ob sie für den Ältestendienst gut sind? Und denkst du auch darüber nach, dass genau diese Gemeindeältesten neue Gemeindegründer an anderen Orten werden könnten und nicht einfach nur in der Gemeinde bleiben müssen?
Wenn du über Gemeindegründung nachdenkst, dann denkst du genau darüber nach, wie du Menschen in jedem Bereich ihrer geistlichen Reise ausbilden kannst, damit sie auch Gemeinden gründen können. Und genau das ist die Sache: Wenn wir genau das tun, dann bilden wir eben Menschen nicht nur aus für Gemeindegründung, sondern für alle Bereiche in verschiedensten christlichen Kontexten. Es ist also ein Vorteil für alle Menschen, perspektivisch für Gemeindegründung auszubilden, denn so eine Ausbildung, so ein Training wird dazu führen, dass Menschen in Gemeindegründung gehen und eben in etablierten Gemeinden Pastor werden.
Zwei Erfahrungen aus meinem persönlichen Bereich:
Als ich vor dreizehn Jahren in die Gemeinde kam, die ich heute leite, war sie gerade dabei, eine Gemeinde zu gründen. Anderthalb Jahre, nachdem ich angekommen bin, haben dreißig Personen die Gemeinde verlassen, von achtzig. Also sind wir von achtzig auf fünfzig geschrumpft. Und die Personen, die gegangen sind, das waren die folgenden: drei Älteste, der Präsident, der Vorsitzende, der Stellvertreter oder Sekretär, der Finanzminister, Geschäftsführer, Treasurer, Kassenwart, die Sonntagsschulleiter, der Jugendgruppenleiter und die stärksten Spender.
Ich war in meiner ersten pastoralen Erfahrung, in meiner ersten pastoralen Stelle, und alle gingen. Und es hat sich genau umgekehrt, dass dann die Gemeindegründung die Muttergemeinde für die nächsten zwei Jahre unterstützt hat. Und am ersten Sonntag, nachdem sie gegangen sind, habe ich die Stühle im Raum neu geordnet, damit es ein bisschen besser aussieht.
Von achtzig auf fünfzig? Was denkst du, was mit diesen fünfzig passiert ist? All of a sudden the church became their responsibility. Auf einmal wurde die Gemeinde ihr Verantwortungsbereich. Die Menschen, die sich darauf verlassen haben, dass die dreißig, die so einen super Job gemacht haben, alles tragen, haben sich nun selbst erhoben und fingen an mitzuarbeiten. Wir hatten keine Passagiere mehr mit dabei, keine, die einfach nur Zuschauer waren. Wir hatten Jünger, die Jünger gemacht haben. Und das ist passiert, wenn Gemeinden Gemeinden gründen. Du schaffst Möglichkeiten, dass jeder Jünger ein Jüngermacher sein kann.
Zweites Beispiel: Emeline, die eine Diakonin in der Gemeinde war. Ist es okay, dass wir Frauen als Diakone haben? Wir haben sie vorbereitet, dass sie Teil eines Gemeindegründungsteams sein kann. Sie konnte aber nicht tatsächlich losgehen, sie konnte tatsächlich nicht den Wechsel vollziehen und Teil eines Teams werden; es hat nicht gepasst. Aber sie ist die beste Diakonin, die wir in der Gemeinde haben, denn sie ist ausgebildet, sie ist vorbereitet, sie hat ein Anliegen, und sie ist einfach startklar.
Also: Mit dieser Vision einer Gemeindegründung zu arbeiten bedeutet, dass du Mitarbeiter ausbildest für alle Bereiche des Gemeindelebens.

Erneuerung bestehender Gemeinden und konkrete Schritte

Und der siebte und letzte Grund: Wenn wir alte Gemeinden revitalisieren wollen und wenn Gemeinden gegründet werden, dann sind etablierte Gemeinden oft eifersüchtig. Aber es gibt auch eine gesunde Form von Eifersucht.
Wenn du dir eine Gemeindegründung anschaust und die Leute, die sie anzieht, dann kannst du dich fragen: Was tun wir, das wir aufhören sollten? Und was tun wir nicht, das wir anfangen sollten, damit auch wir anfangen, neue Menschen für unsere Gottesdienste und für unsere Gemeinde zu gewinnen?
Wenn man sich eine Neugründung anschaut, stellt man sich die Frage: Was tun die, dass sie neue Menschen erreichen? Was sollten wir auch beginnen? Beziehungsweise: Womit sollten wir aufhören in unserem Gemeindeleben, damit auch wir neue Leute mit dem Evangelium erreichen?
In Römer 10 sagt Paulus selbst, dass er unter seinem Volk auch eine gewisse Eifersucht wecken möchte. Und wenn wir gesunde Gemeinden gründen, werden etablierte Gemeinden sich genau diese Frage stellen: Was sollten wir anders machen? Und das ist eine gute Sache. Es ist gut, auch bestehende Gemeinden ein wenig durcheinanderzubringen, damit sie neu darüber nachdenken, was sie verändern können.
Und indem wir Gemeinden gründen, bringen wir auch ein Anliegen und eine Liebe für den Leib Christi zum Ausdruck. Wir entfachen ihre Mission neu und beleben ihren Dienst neu. Ich habe Gemeindegründungen gesehen, die etablierten Gemeinden geholfen haben, ihre Mission und ihr Grundanliegen wieder ganz neu auszurichten und neu anzufachen.
Und wenn Gemeindegründungen Teil einer Konfession oder einer Denomination werden, dann bringen sie auch eine Dynamik mit hinein, die sowohl in der jeweiligen Situation als auch bis hin zur Weltmission ein Aufleben bewirkt. Denn sie verbinden immer den Gedanken der Theologie mit der Mission. Und sie verbinden umgekehrt auch die Mission mit der Theologie. Sie rufen Menschen neu zurück zu Habakuk 2,14: Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt.
Aus diesen sieben Gründen heraus brauchen wir neue Gemeinden in Deutschland. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.
Ich möchte euch nun ganz kurz einige Gründe mitgeben, wie du das in deiner Gemeinde heute tun kannst. Vielleicht bist du gerade Teil einer etablierten Gemeinde. Hier sind neun Dinge, die du tun kannst, um eine neue Gemeinde zu gründen.
Hast du Gemeindegründung in deinen Visionsdokumenten? Also wenn du dir die Leitlinie deiner Gemeinde, das Leitbild deiner Gemeinde und so weiter anschaust: Gibt es da irgendwo einen Hinweis darauf, dass Gemeindegründung auf dem Radar ist? Und in deinen Predigten? Gibt es da jemals die Anwendung, dass wir mehr Gemeinden gründen sollten?
Das Zweite: Gibt es in dem Jahreskalender eine Zeit, die dafür bestimmt ist, über Gemeindegründungen nachzudenken? Vielleicht an einem Missionssonntag, an dem ihr über Gemeindegründungen in der Nähe, aber auch weiter weg nachdenkt?
Das Dritte: Betet ihr in euren Gebetstreffen für Gemeindegründungen?
Das Vierte: Gibt es in eurem Finanzbudget einen klaren Ausdruck dafür, dass Gemeindegründung ein Anliegen von euch ist? Wichtig ist nicht so sehr, wie viel Geld dafür vorgesehen ist. Aber wenn es einen Posten gibt, der Gemeindegründung heißt, dann sieht die Gemeinde, dass Gemeindegründung euch wichtig ist.
Das Fünfte: Unterstützt ihr ein aktuelles Gemeindegründungsprojekt? Kennst du eine Gemeindegründung in deiner Nähe, die du aktiv unterstützen könntest?
Das Sechste: Hast du eine Partnerschaft, die über die finanzielle Hilfe hinausgehen könnte? Kontaktierst du Gemeindegründungen, von denen du Neuigkeiten, Gebetsanliegen und so weiter bekommen kannst? Bist du auf der Beziehungsebene mit einer anderen Gemeindegründung verbunden?
Zum Beispiel: Besuchen eure Leiter andere Gemeindegründungen, um sie zu ermutigen? Lädt ihr Leiter von Gemeindegründungen ein, in eurer Gemeinde zu predigen und von ihrem Dienst zu berichten? Und rekrutieren sie Menschen aus eurer Gemeinde, um sie in der Gemeindegründung zu unterstützen?
Ich möchte noch etwas hinzufügen: Wenn du eine Gruppenstruktur in der Gemeinde hast, etwa Hausgruppen, bittest du deine Kleingruppen oder Hausgruppen, für Gemeindegründungen zu beten oder sie im Blick zu haben?
In Acts 29 haben wir viele Gemeinden aus den USA, die Gemeindegründungen in Deutschland unterstützen. Oft ist es der Pastor aus der Gemeinde, der eine bestimmte Kleingruppe bittet, eine Beziehung und eine Verbindung zu einer Gemeindegründung aufzubauen. Dann schickt die Kleingruppe Geld, hat Videocalls und steht miteinander im Austausch. So wird diese Beziehung aufgebaut.
Wenn du diese ersten sieben Sachen tust, dann wirst du sehen, dass in der Gemeinde ein Interesse entsteht, dass neue Gemeinden durch die Gemeinde entstehen sollen.
Also, die letzten zwei Dinge, acht und neun, sind Dinge, die du am Ende dieser sieben Schritte tun wirst.
Nummer eins: Bilde einen Gemeindegründer aus. Ganz bewusst die besten Leute in deiner Gemeinde. Sag ihnen direkt: Kannst du dir vorstellen, einmal eine Gemeinde zu gründen? Bezahle ihnen die theologische Ausbildung. Unterstütze sie in den ersten Jahren der Gemeindegründung. Unterstütze einen Gemeindegründer.
Die neunte Sache: Gründe eine Gemeinde als Gemeinde. Schicke 30 Leute aus deiner Gemeinde, um eine Gemeinde zu gründen. Schau dir die Karte an, schau dir an, wo eine Not ist, und schau, wo einige deiner Leute wohnen. Beginne dort mit einer Kleingruppe und gründe eine Gemeinde.
Das sind Dinge, die du tun kannst, wenn du der großen Erzählung der Bibel treu sein willst, wenn du den Missionsbefehl umsetzen willst, wenn du evangelisieren möchtest, wenn du deinen Nachbarn lieben willst, wenn du einsame und schlecht geschulte Christen erreichen willst, wenn du Leiter ausbilden willst.
Das sind die Gründe, warum wir weitere Gemeinden brauchen. Und das ist ein Schritt näher zu der Vision aus Habakuk, dass die Erde voll werde von der Erkenntnis der Ehre des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt.

Abschlussgebet

Lass uns beten.
Großer Gott, wir danken dir, dass du uns den Glauben an die Herrlichkeit des Herrn im Angesicht gegeben hast und dass du uns die Erkenntnis der Ehre des Herrn durch den Glauben an Jesus Christus geschenkt hast.
Hilf uns, dass wir diese Ehre mehr lieben und sie mit anderen teilen, in unserem persönlichen Leben, aber auch in unserem Gemeindeleben.
Wir bitten dies zu deiner Ehre und zu unserem Segen.
Amen.